Es wird Zeit

Roman. 2. Auflage. Zahlreiche 4-farbige Ill.
Buch (gebunden)
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"Was soll jetzt noch kommen?" Judith ist fast fünfzig, und auf diese Frage fällt ihr leider keine zufriedenstellende Antwort ein. Die Kinder sind groß, ihr Mann ist in die Jahre gekommen und das Leben auch. Von der Liebe und dem Bindegewebe mal ganz … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Es wird Zeit
Autor/en: Ildikó von Kürthy

ISBN: 3805200439
EAN: 9783805200431
Roman.
2. Auflage.
Zahlreiche 4-farbige Ill.
Illustriert von Peter Pichler
Wunderlich Verlag

20. August 2019 - gebunden - 384 Seiten

Beschreibung

"Was soll jetzt noch kommen?" Judith ist fast fünfzig, und auf diese Frage fällt ihr leider keine zufriedenstellende Antwort ein. Die Kinder sind groß, ihr Mann ist in die Jahre gekommen und das Leben auch. Von der Liebe und dem Bindegewebe mal ganz zu schweigen. Dann stirbt ihre Mutter, und Judith kehrt nach zwanzig Jahren in die alte Heimat zurück, wo sie ein gut gehütetes Geheimnis, ein leeres Grab und einen Haufen Hoffnungen, Träume und Albträume zurückgelassen hat. Und plötzlich gerät alles aus den Fugen. Eine lebenslange Lüge stellt sich als Wahrheit heraus. Eine wiedergefundene Freundin hofft, den nächsten Sommer noch zu erleben, und will endlich wissen, was damals wirklich passiert ist. Eine Jugendliebe funkelt vielversprechend, eine Urne macht Umwege, und Judith stellt fest, dass es besser ist, sich zu früh zu freuen, als überhaupt nicht.
"Es wird Zeit" ist eine Geschichte von Schuld und Freundschaft, vom Älterwerden und vom Jungbleiben, es geht um die Heimat, die Liebe und den Tod und darum, dass am Ende nichts verlorengehen kann.

Portrait

Ildikó von Kürthy ist Rheinländerin, Mutter von zwei Söhnen, Journalistin und Kolumnistin bei der Brigitte. Sie lebt mit ihrem Mann und den Kindern in Hamburg, und besonders an Karneval hat sie schlimme Sehnsucht nach ihrer alten Heimat. Ildikó von Kürthys Romane wurden mehr als sechs Millionen Mal gekauft und in 21 Sprachen übersetzt. Sie ist eine der meistgelesenen deutschen Schriftstellerinnen, ihr erster Roman «Mondscheintarif» wurde fürs Kino verfilmt, und auch ihre Sachbücher, «Unter dem Herzen», «Neuland» und «Hilde» waren allesamt Bestseller.

Leseprobe

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Pressestimmen

Ihr neues Buch berührt: Es ist eine Liebeserklärung an die Freundschaft und an das Leben, auch wenn es älter und zerbrechlicher wird. Wibke Thiedemann Bild der Frau 20190823
Bewertungen unserer Kunden
Emotionale Zeitreise
von Schmökerwürmchen - 12.09.2019
Bisher habe ich alle Romane der Autorin mit Genuss gelesen und so habe ich mich auf ihr neuestes Werk gefreut. Ildikó von Kürthy hat einen einzigartigen Schreibstil, der mich bisher in jedem ihrer Bücher voll berühren konnte. In "Es wird Zeit" geht es um Judith, die kurz vor ihrem 50. Geburtstag steht. Für sie Anlass genug, ein Resümee über ihr Leben zu ziehen. In ihrer Ehe mit Joachim ist sie lange nicht mehr glücklich, in Wedel, vor den Toren Hamburgs, hat sich Judith nie richtig wohl gefühlt und ihre drei erwachsenen Söhne haben bereits das Haus verlassen. Was hat die Zukunft da noch an Aufregung zu bieten? Judith steckt in einer Lebenskrise, ihre Gedanken drehen sich ständig um die paar Kilos zu viel auf den Hüften, Essen und welche Lebensweise doch die gesündere wäre. Der Tod ihrer Mutter ändert alles. Judith reist nach 20 Jahren in ihre rheinländische Heimat und trifft dort auf ihre Jugendfreundin Anne. Genau vor dieser Begegnung hatte sie sich die letzten Jahre gedrückt, denn Judith hat ein großes Geheimnis. Doch sie ist nicht die einzige. Anne ist an Krebs erkrankt und Judith steht ihr bei, die beiden kommen sich wieder näher. Können sie die alte Vertrautheit aus Kindertagen wieder aufbauen? Und findet Judith Erfüllung in ihrem Leben? In diesem Roman dreht es sich um die großen Themen wie Liebe, Heimat, Vergangenheitsbewältigung und Neuanfänge. Gleichzeitig begibt man sich als LeserIn auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. In Rückblicken wird über die Kindheit und Jugendzeit der beiden Freundinnen erzählt, immer wieder verknüpft mit der Gegenwart. Ildiko von Kürthy hat mich mit ihrem unnachahmlichen Stil wieder genauso eingenommen wie in ihren vorherigen Romanen. Hier bekommt man wirklich die gesamte Palette an Emotionen, gerade noch spürte man die Melancholie über Vergangenes, schon muss man im nächsten Moment wieder schmunzeln. Jeden Gedankengang der Protagonistin bekommt man schonungslos mitgeteilt, wobei sie ständig abschweift und die Gedanken sich überrollen, aber im positiven und humorvollem Sinne. Ständig dachte ich, ja, genauso ist es, ja, genauso war es früher in meiner Kindheit und Jugend. Nur manchmal hätte ich Judith gern ein bisschen geschüttelt, dass sie doch endlich handelt, ihr Leben in die Hand nimmt und nicht nur melancholisch zurückblickt und lamentiert. Doch so ist eben ihr Charakter und schließlich macht sie gemeinsam mit Anne eben doch eine Entwicklung durch. Zudem nimmt die Geschichte ihren ganz eigenen Verlauf, es gibt Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hätte, was diesem Buch eine gewisse Spannung verleiht, möchte man doch zu gerne wissen, wie einzelne Figuren auf die Begebenheiten reagieren. Besonders über die Nebencharaktere Erdal und Karsten habe ich mich gefreut. Erdals divenhafte Art war mir bereits schon aus den vorherigen Romanen bekannt und so war er mir auf Anhieb wieder vertraut. Was habe ich mich gefreut, als er mit Pauken und Trompeten wieder auf der Bildfläche erschien. Besonders schön an den Romanen der Autorin finde ich, dass die Protagonisten mit meinem zunehmenden Alter genauso mitwachsen und ich mich desöfteren, wenn auch nicht in allen Punkten, mit den Charakteren identifizieren kann. Auch von der Aufmachung her ist das Buch ein Highlight. Eigentlich ist mir der Inhalt wichtig, die Optik spielt für mich eher eine untergeordnete Rolle. Doch hier ist die Story mit wundervollen Zeichnungen gespickt, angepasst an den Inhalt. Ganz große Klasse, dieser Roman besticht gleichzeitig durch Leichtigkeit und Trauer, Melancholie und wirkt doch so lebensbejahend. Man sollte nie die Hoffnung aufgeben und das Leben in vollen Zügen und all seinen Facetten genießen, Nächte durchtanzen und sich keine Gedanken über das nächste Glas Wein nach Mitternacht machen. Zum Schluss kann ich nur noch hoffen, dass sich die Autorin bis zu ihrem nächsten Roman nicht so viel Zeit lässt.
Es wird Zeit
von Buchleserin14 - 10.09.2019
Endlich mal wieder ein Buch von Ildiko von Kürthy, worauf ich mich schon seit langem wirklich sehr gefreut habe. Vor allem ihre Buchcover locken mich, als Leser, immer schon magisch an. Da macht es gleich umso mehr Freude hineinzublättern und sich ganz schnell in die Geschichte zu vertiefen. Und auch das ist Ildiko mit ihrem neuesten Werk auf Anhieb gleich gelungen! Mir hat dieses Buch wieder ausgesprochen gut gefallen, von unterhaltsam bis traurig - hier wurde emotional wieder jedes Gefühl angesprochen. Ich habe mit der Protagonistin Judith gleich von Beginn an mitgefiebert und mich zusammen mit ihr auf ihre Reise begeben. Ich habe mit ihr gelacht, geweint und war emotional ergriffen. Auch die ganzen gestalterischen Darbietungen des Buches mit den, immer wiederkehrenden, eingepflegten Illustrationen waren ein absoluter Genuss und haben das Leseerlebnis noch zusätzlich aufgewertet. Der Schreibstil der Autorin ist wie immer locker und leicht, so dass sich die Seiten fast ganz von allein umblättern ;-) Ich habe mich von Ildiko`s Geschichte wieder rundum gut unterhalten gefühlt! Bitte ganz schnell mehr davon :-)) Am Ende kann ich nur sagen, Ildiko von Kürthy hat es selbst so treffend zusammengefasst: «Es wird Zeit» ist eine Geschichte von Schuld und Freundschaft, vom Älterwerden und vom Jungbleiben, es geht um die Heimat, die Liebe und den Tod und darum, dass am Ende nichts verlorengehen kann¿. was für wahre Worte!
Voller Wendungen, aber unsympathische Protagonistin
von Jana - 10.09.2019
In Es wird Zeit geht es um Judith, die kurz vor ihrem 50. Geburtstag steht und aufgrund des Todes ihrer Mutter wieder mit ihrem alten Leben konfrontiert wird. Sie muss sich um das Elternhaus und die Beerdigung kümmern und kommt aus diesem Grund erstmal zurück in ihre Heimat, aus der sie damals geflüchtet ist und nie wieder zurückkommen wollte. Gerade mit ihrem eigenen Leben unzufrieden trifft sie dort auf alte Freunde und eine verflossene Liebe und räumt nach und nach mit ihrer Vergangenheit auf, die sie damals dazu bewegt hat, ihr altes Leben komplett hinter sich zu lassen. Die Protagonistin Judith ist anfangs mit ihrem Leben mehr als unzufrieden. Sie liebt ihren Mann nicht mehr (oder hat ihn nie geliebt), die Kinder sind gerade aus dem Haus, die eigenen vier Wände viel zu kahl und ungemütlich und eine Aufgabe für den neuen Lebensabschnitt hat sie auch nicht. In ihrer Heimat trifft sie dann nach über 20 Jahren ihre ehemals beste Freundin Anne wieder, die jetzt todkrank ist, und man erfährt nach und nach, was damals passiert sein muss, dass Judith gegangen ist und sich ein neues Leben aufgebaut hat. Neben Anne gibt es aber noch einige andere Freunde und Bekannte, die die Geschichte sehr lustig und interessant machen und einfach tolle Charaktere sind (z.B. Erdal, den Klatsch & Tratsch-Star aus dem Fernsehen und die realistische Martina, die immer alles auf den Punkt bringt). Während der Geschichte kommt die Wahrheit von früher immer mehr ans Licht, es gibt für den Leser ein paar komplette Überraschungen und selbst für Judith ergeben sich einige Wendungen im Leben, mit denen sie nicht gerechnet hat. Insgesamt muss ich sagen, dass mir die Geschichte ganz gut gefallen hat. Wahrscheinlich gehöre ich mit 23 alterstechnisch nicht zur angesprochenen Zielgruppe, aber trotzdem konnte ich Judith Gedanken größtenteils gut nachvollziehen. Sympathisch war sie mir jedoch nicht. Dafür war sie etwas zu verbittert, zu negativ, eine zu große Mimose und hat zu wenig für ihr eigenes Glück getan. Anne, Erdal und Martina haben sie im Laufe der Geschichte etwas aus ihrem Loch geholt und sie zum Handeln bewegen können. Diese drei Freunde waren wirklich gold wert und haben ganz besondere Charaktere! Vor allem die neu aufgelebte Freundschaft von Anne und Judith fand ich wirklich schön, authentisch und in Anbetracht von Annes Krebs wirklich einzigartig. Gut hat mir auch gefallen, dass jedes Kapitel meist ein neues Detail der Vergangenheit aufgedeckt hat, man aber nie alles erfahren hat und weiter rätseln musste, was damals Judiths Leben komplett verändert hat. Wie die Geschichte ausgegangen ist, hat mich wirklich gefreut. Das Ende war passend, realitätsnah, aber trotzdem auch ein bisschen klischeehaft. Alles in allem konnte mich die Geschichte selbst, der Schwerpunkt auf der Freundschaft, dem Tod und dem Finden des eigenen Glücks im Leben wirklich überzeugen und auch die Botschaft, die die Geschichte einem mit auf den Weg gibt, aber mit Judith habe ich mich wirklich schwer getan. Von mir 3/5 Sternen.
Leider enttäuscht
von paulaso - 09.09.2019
Eine nicht enden wollende Wiederholung der selben Gedankengänge. ich hatte schon einmal ein Buch von der Autorin gelesen und fand die Mischung aus einer Erzählung lustiger Begebenheiten kombiniert mit der Erzählung von Schicksal und dem damit verbundenen Schmerz, sehr gut ausgewogen. Bei diesem Buch ging es mir leider nicht so. Nach ein paar Seiten, langweilten mich die Wiederholungen und der eingestreute bissige Witz wollte nicht recht bei mir ankommen. Ich wurde sogar mit jeder Seite deprimierter, denn dieses ewige Jammern um das eigene Körpergewicht und die vermutlich falsche Partnerwahl in Bezug auf die Protagonistin, zog mich einfach nur runter. Sind wir Frauen am einem gewissen Alter nur noch verdrossen und spleenig? So habe ich das Buch nach der Hälfte weggelegt und habe leider keine Ambitionen es zu Ende zu lesen.
Lesevergnügen
von Nele - 08.09.2019
Ich habe den neuen Roman von Ildiko von Kürthy "Es wird Zeit" schon sehnlichst erwartet. Es geht um die 50jährige Judith, deren Leben stagniert, die Kinder sind aus dem Haus, die Ehe dümpelt vor sich hin. Sie ist unzufrieden. Als ihre Mutter stirbt, begibt sich die Protagonistin zurück in ihre Heimatstadt und trifft dort auf ihre Vergangenheit in Form ihrer Jugendliebe und ihrer ehemals besten Freundin. Ich konnte mich sehr gut in die Personen hinein fühlen und habe auch einige Parallelen ziehen können. Es ist ein Buch, dass sich mit Freundschaft, Liebe, Krankheit und Neuanfängen beschäftigt. Der Schreibstil ist, wie auch bei ihren vorherigen Büchern sehr flüssig, humorvoll aber auch feinfühlig. Die Autorin schafft es auf wunderbare Weise, den Leser mit viel Witz und auch Ernsthaftigkeit sehr gut zu unterhalten.
Ein tolles Buch - lustig und traurig zugleich!
von Marilou - 07.09.2019
Das neue Buch "Es wird Zeit" von der Autorin Ildikó von Kürthy ist einfach toll! Es geht unter die Haut, man muss mal lachen oder schmunzeln aber es kommen auch mal die Tränen. Das Thema als solches ist real: Freundschaften die auseinandergehen, eine Ehe die nach Jahren recht eintönig geworden ist, eine krebskranke Freundin welche man wiedergefunden hat, Missverständnisse welche sich aufklären und vieles mehr. Zum Inhalt (Auszug aus einer Beschreibung der Autorin): Dieses Buch ist eine Reise und ein Versprechen. Es ist meine Liebeserklärung an die Freundschaft, an die Heimat und an das Leben, wenn es allmählich in die Jahre kommt. Es liegt mir am Herzen, wie kein anderes Buch zuvor. Es wird Zeit handelt von Judith, die in der Mitte ihres angenehm eintönigen Lebens zurückkehrt in ihre Heimatstadt und dort auf ein leeres Grab und die gut gehüteten Geheimnisse ihrer Vergangenheit stößt. «Vielleicht», denkt Judith, «hätte ich lieber nicht zurückkommen sollen.» Aber da ist es bereits zu spät. Das Buch hat mich sehr gefesselt, ich nutzte jede freie Minute um weiterzulesen und habe sehr oft parallelen zu meiner Situation finden können welche mich dann auch zum Nachdenken brachten. Frau von Kürthy hat einen sehr flüssigen und einfühlsamen Schreibstil. Dieses Buch kann ich zu 100% weiterempfehlen, und das nicht nur für Frauen welche auf die 50 zugehen oder diese magische Zahl bereits überschritten haben.
Midlife-Crisis der Best-Ager?!Ildikó von Kürthy... eine ganz besondere Autorin m
von S.I. - 05.09.2019
Ildikó von Kürthy... eine ganz besondere Autorin mit ihrem Humor und ihrem einmaligen Schreibstil! "Es wird Zeit" ist ein Buch für LeserInnen, die wie die Autorin selbst (Jahrgang 1968) reifer geworden sind: die Protagonistin Judith wird bald 50 und hat -statistisch- die Mitte ihres Lebens bereits hinter sich. Zeit, Bilanz zu ziehen... Während "Mondscheintarif" von 1999 noch die Mittdreißiger-Themen und -Probleme behandelte -wo ich mich persönlich derzeit eher wiederfinde ¿¿-, sind es hier nun die Gedanken einer Frau, die die Endlichkeit des Lebens durch den Tod der Mutter und die Krebserkrankung einer Freundin vor Augen hat. Themen wie Heimat, Freundschaft und Liebe werden kritisch betrachtet; der Sinn und das Ziel des Lebens gesucht - aber da die Autorin ihren gewohnten witzigen, oft (selbst-)ironischen Schreibstil treu bleibt, ist das Buch dennoch keine schwere Kost. Selbst tödlichen Krankheiten wird so der Schreck genommen: «Es ist im obersten Stock. 84 Stufen. Schaffst du die?» «Warum nimmst du nicht den Aufzug?» «Ich hab doch nur Krebs. Meine Beine funktionieren tadellos.» Zusätzlich wird das Buch durch Zeichnungen im Stil und in den Farbtönen des Covers aufgelockert. Insgesamt ein unterhaltsames und kurzweiliges Buch; vor allem, aber nicht nur für die Generationsgenossinnen der Autorin.
Leseempfehlung
von buchleserin - 05.09.2019
Als ihre Mutter stirbt, kehrt Judith zurück in ihre Heimat. Die Urne ihrer Mutter muss beigesetzt werden und das Haus soll verkauft werden. In ihrer alten Heimat angekommen, muss Judith sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. Es geht um alte Freundschaften und das Älterwerden und eine Jugendliebe taucht auch wieder auf. Ein ganz tolles Buch. Mir hat es richtig gut gefallen. Eine sehr emotionale Story, aber auch unterhaltsam und witzig. Ich musste doch öfter mal schmunzeln oder sogar auflachen. Eine aufregende Zeit dort für Judith, die ihr ganzes Leben verändert. Die Charaktere haben mir auch sehr gefallen, besonders Judith, die ich richtig klasse finde mit ihren Bemerkungen und Erzählungen, sehr amüsant. Und auch Erdal Küppers, der Mann von ihrem ehemaligen Mitbewohner Karsten, gefällt mir richtig gut. Judith trifft endlich ihre beste Freundin Anne wieder, die aber todsterbenskrank ist und eigentlich schon mit dem Leben abgeschlossen hat. Und Judith großes Geheimnis, eine lebenslange Lüge, war gar keine, sondern die Wahrheit. Eine alte Jugendliebe taucht auf und will sich mit Judith treffen. Es passiert hier allerhand in dem Buch. Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil. Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut. Ich war wirklich sehr auf Judith Erlebnisse in ihrer alten Heimat gespannt und bin begeistert von diesem Roman. Ein sehr unterhaltsamer und auch emotionaler Roman. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung.
Es wird Zeit, Klarheit zu schaffen ¿
von Herbstrose - 04.09.2019
Hals über Kopf hatte Judith vor 20 Jahren den Ort ihrer Kindheit und Jugendzeit verlassen, Joachim geheiratet, drei Kinder bekommen und ist nie wieder zurück gekehrt. Jetzt ist sie beinahe fünfzig, die Kinder sind aus dem Haus und in ihrer Ehe, die seinerzeit aus Vernunftgründen geschlossen wurde, ist der Lack schon lange ab. Anlässlich der Beerdigung ihrer Mutter fährt Judith in die alte Heimat zurück, wo sie damals alle Träume und Hoffnungen, ein Geheimnis und ein leeres Grab zurückgelassen hatte. Sie trifft Anne wieder, ihre ehemals beste Freundin, die jetzt krebskrank ist und nun endlich wissen will, was vor 20 Jahren geschehen ist. Auch ihre erste Liebe Heiko, der sie wegen einer Anderen verlassen hatte, meldet sich bei ihr und möchte die alten Zeiten neu aufleben lassen. Judith ist verwirrt. Soll sie ihr bisheriges Leben aufgeben und in der alten Heimat neu durchstarten? Sie möchte Anne gerne helfen, ihr bei der Chemotherapie beistehen, doch dazu müsste sie eine alte Schuld eigestehen. Und kann sie Heiko vertrauen? Liebt er sie wirklich oder hat er es nur auf das Haus ihrer Mutter abgesehen? Die 1968 in Aachen geborene deutsche Schriftstellerin Ildikó von Kürthy veröffentlichte seit 1999 acht Romane und etliche Kurzgeschichten, die in rund 30 Sprachen übersetzt, mehr als sechs Millionen Mal verkauft und auch teilweise verfilmt wurden. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Hamburg. Steuert man auf die 50 zu, kommen unweigerlich die Gedanken über das Älterwerden. Was habe ich erreicht? War das schon alles? Hat das Leben noch einen Sinn? So ergeht es jedenfalls unserer Protagonistin und Ich-Erzählerin Judith. Die Wechseljahre machen sich bemerkbar, sie ist unzufrieden mit sich selbst, hadert mit ihrem Gewicht, isst und trinkt aber trotzdem sehr gerne, die Kinder sind bereits aus dem Haus, ihre Ehe ist am Ende und jetzt ist auch noch ihre Mutter gestorben. Aber alle ihre Probleme werden plötzlich klein und nichtig, als sie ihre Jugendfreundin Anne wieder trifft. Diese ist krebskrank und dem Tod näher als dem Leben. Jetzt endlich können sich die beiden Frauen aussprechen, kann Judith ihre Schuld von damals gestehen und die alte Freundschaft wieder aufleben lassen, denn sie brauchen nun einander. In Rückerinnerungen und Tagebucheinträgen erfährt der Leser, was vor 20 Jahren geschehen ist. Etwas zugespitzt und mit viel Humor lässt die Autorin ihre Personen über ihre Schwächen und Fehler diskutieren, über echte und eingebildete Krankheiten klagen und über ihre Zukunft, sofern sie noch eine haben, grübeln. Kluge Sprüche und witzige Dialoge bereiten beim Lesen großes Vergnügen, schwere Schicksalsschläge stimmen nachdenklich und machen betroffen. Leider überwiegen in der ersten Hälfte des Buches die oberflächlichen Themen wie Judiths Befindlichkeiten, ihre Gewichtsprobleme und ihre immer und immer wiederkehrenden Klagen über die entschwundene Jugend und das beginnende Alter. Erst mit der wieder auflebenden Freundschaft mit Anne und den Umgang mit ihrer schweren Krankheit bekommt das Geschehen Tiefgang und Spannung. Fazit: Eine Geschichte zwischen Humor und Tragik - über Liebe und Freundschaft, über Jugend und Alter, über Krankheit und Tod - zum Lachen und Weinen.
Gib niemals auf!
von Pusteblume85 - 02.09.2019
Gib niemals auf und mach das Beste aus deinem Leben! Judiths Mutter stirbt und sie kehrt daraufhin zurück in ihre Heimat. Alles erinnert sie an frühere Ereignisse, die sich durch das ganze Buch ziehen und immer wieder zur Sprache kommen. Als sie ihre beste Freundin aus der Jugend trifft, verändert sich ihr Leben drastisch! Sie beginnt über ihr aktuelles Leben nachzudenken und tut dies auf witzige und auch etwas dramatische Art und Weise. Ein wirklich sehr mitreißender Roman über Liebe, das Leben, Verlust und Freunde. Ich war beim Lesen des öfteren den Tränen nahe und habe mitgelitten, mich mitgefreut und mitgefiebert. So muss ein guter Roman sein. Eine Hommage an das Leben. Man sollte es so nehmen, wie es ist. Mit Ecken und Kanten und mit allem drum und dran.
Zeit für Neuanfänge
von Emmmbeee - 01.09.2019
Judith ist fast 50 und blickt nicht gerade zufrieden auf ihr bisheriges Leben. Sie hat nicht den Mann heiraten können, den sie eigentlich wollte, ist auch auf anderen jugendlichen Schwärmereien sitzengeblieben. Nun ist die Mutter gestorben, die ihr sehr nahegestanden hat. Auf dem Friedhof taucht ihre seit langem entschwundene Freundin auf und erzählt von ihrer Krebserkrankung und der Chemo. Das solide Fundament von Judiths Ehe und die drei Söhne geben ihr zwar Halt, doch nun sind die Jungs aus dem Haus, und sie fühlt sich unausgefüllt. Zudem erweist sie sich als anfällig für Seitensprünge. Es ist sicher nicht leicht, einen Roman in die Gänge zu kriegen, wenn die ersten 80 Seiten hauptsächlich aus wehmütigen Rückblicken und jammervollen Statements zum Ist-Zustand bestehen. Aber das Erzähltalent der Autorin hält den Leser trotzdem bei der Stange. Denn durch den Buchanfang zieht sich auch der skurrile Transport der Urne mit der Asche ihrer Mutter und das unfreiwillig komische Wiedersehen mit der zurückgekehrten Freundin Anne. Und gegen Ende des ersten Romandrittels nimmt die Story so richtig Fahrt auf. Keine der Figuren ist schöngefärbt, und es menschelt durchgehend. Deshalb findet sich wohl jeder in der einen oder anderen Person. Wie ein Trostpflaster wirken die witzigen Stellen, und so manche Träne erhält ein Lachen als Beigabe. Gekonnt benutzt die Autorin auch Symbole wie das Grab, in dem niemand liegt, und das für Judiths Hoffnungen an das Leben, ihre Träume und die alte verlorene Liebe stehen könnte. Es geht ebenfalls um das Erwachsenwerden und darum, beim Tod der geliebten Mutter wieder zum Kind zu werden. Starke Themen sind die Freundschaft und das Fundament der Familie. Anfangs hielt ich die Illustrationen für überflüssig, gar noch die erläuternden Sätze zu den Bildern. Dann aber ging mir auf, wie sinnvoll sie in den Text hineinkomponiert wurden. Scheinbar Nebensächliches, quasi Randbemerkungen werden durch sie ans Licht gehoben. Erst auf den zweiten Blick ist mir aufgegangen, wie ungewöhnlich diese Tuschzeichnungen, unterlegt mit zarten Aquarellen, doch sind. Ansprechend ist die blaue Schriftfarbe bei den Seitenzahlen und den Kapitelüberschriften. Wobei ich mich schon gefragt habe, wie sinnvoll ihre Länge ist (manchmal sogar zwei Sätze lang), vergisst man sie doch sofort wieder. Angenehm glatt liegt der Schutzumschlag in der Hand, und das Lesebändchen in Blau mag ich auch. Mir gefällt das Buch sehr.
Humorvoll, selbst-ironisch
von Rebecca1120 - 30.08.2019
Judith ist 50, die Kinder sind erwachsen und sie hat einen Mann, den sie nicht aus Liebe geheiratet hat. Mit ihrem Leben ist sie mehr als unzufrieden - nicht nur mit ihrer Figur. Nun muss sie nach 2 Jahrzehnten in ihre alte Heimat zurück, um die Beerdigung ihrer Mutter zu organisieren. Ja und hier trifft sie nicht nur ihre Jugendliebe wieder, sondern auch ihre beste Freundin aus Jugendtagen¿ Die Autorin hat diesen Roman in Ich-Form geschrieben, was ich sehr ansprechend fand. Dabei trifft sie mit ihrem einzigartigen Humor genau den Nerv des Lesers. Ohne es zu wollen muss man beim Lesen einfach schmunzeln. Gleich am Anfang des Romans, als Judith aus Versehen auf einem Grab stolpernd zu Fall kommt und dieses gedanklich als Grundstück der darin zur letzten Ruhe gebetteten Eheleute bezeichnet, das fand ich originell. Darauf muss man erst einmal kommen. Irgendwie hat Judith alles im Leben und an sich selbst von der humoristischen Seite betrachtet. Irgendwann war mir das dann doch zu viel. Die Hauptfigur hat mich mit dieser ganzen humoristischen Selbstdarstellung nicht wirklich angesprochen. Sehr schön fand ich die Illustrationen, die immer wieder in einzelnen Kapiteln auftauchen. Alles in allem gibt¿s von mir 3,5 Lese-Sterne.
von Anonym - 30.08.2019
Es wird Zeit Ildikò von Kürthy Wenn du denkst, dein Leben liefe rund, ja genau dann wirft dir das Schicksal wieder eine neue Herausforderung vor dir Füße. Judith Rogge hat schon viele dieser Stolpersteine auf ihrem Lebensweg aus dem Weg räumen müssen. Nun mit fast fünfzig überdenkt sie nochmals neu zu starten. Mit dem Tod ihrer Mutter, hat sie das letzte Stück ihrer inneren Heimat verloren. Mit der Urne macht sie sich auf den Weg in ihr ehemaliges Zuhause. Die Vergangenheit der Hauptfigur setzt sich, wie ein Puzzle, für den Leser nach und nach, zusammen. Erzählt wird aus der Ich Perspektive Judiths und dies in einem durchgehend harmonisch, fokkusierten und herausragenden Schreibstil. Als Leser spürt man die Liebe der Autorin zu ihrer Figur und des Roman selbst. Obwohl hier eine unglaubliche Tiefe unter und in all den Zeilen steckt, schafft die Autorin eine große Dynamik und Spannung. Diese legt sich über die komplette Buchlänge, zudem gibt es einen perfekten Humor der mitunter an Sarkasmus grenzt. Herrlich!!! Dadurch wird es nie trübsinnig, langweilig oder langatmig. Dieses Buch ist ein sagenhaft rundes Gesamtpaket und verdient dicke fünf Sterne und eine absolute Kauf - und Leseempfehlung.
Wunderschönes Buch
von Gabrielem - 30.08.2019
Alein schon die Aufmachung dieses Romans ist wirklich was besonderes. Das Buch ist schwerer als Andere. Die Seiten sind rein weiß. Dann gibt es wunderschöne kleine Zeichnungen. Die Geschichte selbst ist in der ich-Form geschrieben. Judith reist im Prinzip in ihre Vergangenheit. Ausgelöst durch den Tod ihrer Mutter. Trifft auf ihre Freundin Anne, die sie Jahrzehnte nicht gesehen hat. Anne ist schwer krank. Judith hat mit ihr noch viel zu klären. Es ist ein Buch das Mut macht zu tun was macht möchte. Ein Buch übers Leben aber auch übers Sterben. Zitat: Stell dir vor du lebst aus Versehen weiter und stirbst erst in dem für dich vorgeshenen Durchschnittsalter von 83 Jahren. Willst du 30 Jahre lang klagen, keine Vorratspackungen mehr kaufen und dich im Frühjahr ärgern, dass in deinem Garten nichts blüht, weil du dachtest du überlebst den Winter nicht? Zitat Ende.
Wenn¿s nicht so läuft, dann...
von Elke Seifried - 24.08.2019
"Wie oft wünschen wir uns, die Dinge wären anders, tun aber nichts dafür, um sie zu verändern? Ist das nicht verrückt, etwas Neues zu wollen, aber nicht aufzuhören, das Alte zu tun?", ich denke diesen Wunsch kennt jeder, und genau so geht es auch Judith, die hier ihre ganz persönliche Geschichte erzählen darf. "Du hast Anne wiedergetroffen: Wenn ich dich richtig verstanden habe, willst du dein Elternhaus an eine zwielichtige Jugendliebe verkaufen, mit dem Typen auswandern und bis heute Abend zehn Kilo abnehmen.", fasst kurz und knapp zusammen, was auf Judith zukommt, als sie zurück in ihre Heimat muss, um ihre Mutter zu beerdigen, denn "Auf einmal ist alles wieder da: der Schmerz, die Sehnsucht, die Liebe, die Angst und die Schuld." Bei einem Besuch auf dem Friedhof stolpert sie über Anne, ihre ehemals beste Freundin, der sie am allerwenigsten über den Weg hätte laufen wollen, weil sie auch wegen ihr die alten Schuldgefühle plagen. Trotzdem die beiden sich zwanzig Jahre nicht gesehen haben, stimmt die Chemie zwischen ihnen sofort wieder und Judith bekommt endlich die Gelegenheit sich auszusprechen und dazu noch Anne als Freundin zurück, könnte nur sein, für nicht allzu lange. Das Haus der Mutter sollte eigentlich möglichst schnell verscherbelt werden, darauf spechtet ihre alte Jugendliebe Heiko, und der hat es nicht nur aufs Haus abgesehen, sondern macht ihr auch Avancen darüber hinaus. Die Schmetterlinge in Judiths Bauch geraten ins Flattern und gleichzeitig ihr Leben ins Wanken. Warum hat es Judith so lange vermieden zurück in ihren Heimatort zu kommen, was ist zwischen Anne und ihr vorgefallen, warum bleibt ihr die alte, neue Freundin vielleicht doch nicht erhalten und von welchen Sehnsüchten ist die Rede, ist es die alte Liebe zu diesem Heiko? Auf diese Fragen erhält man als Leser häppchenweise Antwort, während man Judith und ihre Unzufriedenheit von Seite zu Seite durch Gespräche mit Anne, Lesen von alten Tagebüchern und auch Erinnerungen immer besser kennenlernen darf. Knapp 50, einen Ehemann, der damals schon eher Notlösung als die große Liebe war und für den gilt "Kein Herzrasen, aber einen soliden niedrigen Ruhepuls. Damit können wir zusammen neunzig werden.", die drei Söhne, die zu bemuttern ihr Lebensinhalt der letzten Jahre war, sind die nun aus dem Haus. War es das im Leben? Vor allem wenn es zudem bei allem was sie erlebt nur noch heißt "¿ die zugehörigen Gefühle haben sich mit den Jahren abgenutzt wie ein Handtuch, das irgendwann mal kuschelig war und jetzt bloß noch zum Aufwischen taugt, wenn was danebengeht-" Auf der einen Seite gilt natürlich, "Es ist nämlich gar nicht so schlimm, wenn man sich mit den Umständen zufriedengibt. Solange es alle anderen auch tun.", Aber einmal zu grübeln und zaudern begonnen, heißt es für Judith bald: "Ich brauche Detox für mein Ego und ein Abführmittel, das mir die Schlacken aus dem Charakter spült. Wann hatte ich bloß angefangen, so neidisch auf das Leben andere Leute zu werden?" Warum Judith einige Versuche ihrem alten Leben zu entkommen und mehreren Überraschungen und Offenbarungen später, erkennen muss, "Alle um mich herum erfüllen sich einen Traum. Und ich? Ich hab nicht mal einen!" und ob sie noch einen finden wird, wird nicht verraten. Pointiert und witzig lässt die Autorin ihre Judith, die eigenen Unzulänglichkeiten analysieren. "Ich bin in der Zwischenzeit auch erwachsen und reif geworden, jedenfalls Teile von mir. [¿] Das einzige woran ich meine Lebenserfahrung in diesem Moment deutlich spüre, sind meine Knie und mein unterer Rücken. Witzige Sprüche und Dialoge, machen das Lesen zum großen Vergnügen. Auf ein "Du hast doch immer gesagt, ich solle mehr auf meinen Bauch hören. Genau das habe ich getan.", kann da schon mal ein "Aber doch nicht, wenn dein Bauch dir so einen Unsinn erzählt! Hast du vorher vielleicht nicht genug gegessen? Auf keinen Bauch der Welt ist Verlass, wenn er leer ist. Die Autobahnen in Richtung Kopf bestehen aus Fetten und Kohlenhydraten. Wenn der Magen knurrt, kann das Hirn nichts hören.", kommen. Aber man darf nicht nur Schmunzeln, es gibt auch unheimlich viele Szenen, die zu Herzen gehen und einen emotional tief berühren. Auch für die Spannung ist durch neue, überraschende Entwicklungen auch nachdem die Fragen nach Schuld und alter Liebe beantwortet sind gesorgt. Ein Roman, bunt wie das Leben eben auch. "Die sozialen Medien finde ich asozial. Gaukeln Wackelkandidaten wie mir vor, dass immer und überall Sonne scheint, außer über meinem eigenen Dach. Ist das Neid, ist das Missgunst, ist das eine beginnende Depression?" Nicht nur einmal hat mir die Autorin aus der Seele gesprochen, wenn sie Judith die moderne Gesellschaft betrachten lässt und mich ganz oft auch an Erlebnisse und Dinge meiner Vergangenheit erinnert, wie Prilblumen, Telefon mit Kabel oder auch den einen oder anderen Songtitel. Das hat mir ebenso gut gefallen, wie die vielen, tollen Botschaften fürs eigene Leben, die sich in diesem Roman verstecken und ebenfalls amüsant verpackt sind. "Du sagst du hast eine Mortalitätsquote von 95 Prozent? Irrtum , Anne. Sie liegt bei exakt einhundert Prozent. Das bringt das Leben so mit sich. Wir sterben alle, ich übrigens auch, was mir ziemlich zu schaffen macht, denn ich bin mir im Laufe der Jahre sehr ans Herz gewachsen. Und ich möchte die Zeit, die mir bleibt, genießen. Das möchte ich dir auch empfehlen.", ist nur ein Beispiel dafür. Judith erzählt aus der Ich-Perspektive. Obwohl ich eigentlich ein recht zufriedener Mensch und zudem keine Mama bin, konnte ich mich super in sie hineindenken und fühlen. Uns beiden eigen ist sicher, "Außerdem hat mir ein meine Mutter ein gewisses Talent dafür bereits in die Wiege gelegt. Wie ein Drogenspürhund den Stoff finde ich jeden Fehler. Bei mir.", alleine schon das hat sie mir super sympathisch gemacht. Anne, von ihrem Vater schon von klein an auf Erfolg getrimmt, habe ich schnell ins Herz geschlossen. Ich ziehe meinen Hut vor ihrer Kraft, noch mehr, nachdem ich auch hinter die Fassade blicken durfte. Mein Highlight unter den Nebendarstellern war Erdal, der gute, vielleicht auch beste Freund von Judith, der immer alles so treffend auf den Punkt bringt. "Mein ganzes Leben zeigt, wenn ich ehrlich bin, wie sehr ich mich angepasst habe. Und das Saublöde ist: Ich kann niemandem dafür die Schuld in die Schuhe schieben." Nicht die anderen sind schuld, wenn man selbst unzufrieden ist, und wenn man es ist, dann muss man es ändern, das ist für mich die wichtigste Botschaft, dieses amüsant, aber auch bewegenden Romans, der so herrlich bunt wie das Leben ist.
Es wird Zeit aufzustehen
von heidi_59 - 21.08.2019
Wer kennt das nicht ? Du bist fast 50. Deine Kinder sind mittlerweile selbstständig Deine Ehe ist nach über 20 Jahren auch nicht mehr als die tägliche tägliche Routine beim abwaschen . Dein Körper zeigt dir seine Grenzen und dein Bindegewebe wird auch immer schlaffer und lässt sich hängen Und doch sind da noch offene Wünsche , die du schon seit ewigen Zeiten vor dich herschiebst und immer wegen irgendwas Wichtigeren beiseite gestellt hast . Deine Träume hast du irgendwann zwischen Windeln wechseln und Schulaufführungen verloren , weil deine Kinder zum Wichtigsten in deinem Leben geworden sind . Doch jetzt sind sie groß , dein Mann ist genau wie Euer Leben in die Jahre gekommen und hat eigene Interessen entwickelt , ohne dich . So oder ähnlich ergeht es Judith . Während ihr Mann sich in seine Arbeit als Zahnarzt verliert , verliert Judith sich in dem Trauma verlassene Mutter und stellt sich erneut die Frage , Was soll jetzt noch kommen ? Als dann auch noch ihre Mutter unerwartet stirbt , und sie nach 20 Jahren in ihre ihre alte Heimat für die Beerdigung zurückkehren muss, trifft sie auf ein altes gut gehütetes Geheimnis, ein leeres Grab, einen Haufen Hoffnungen, Träume, und Albträume , die sie damals zurückgelassen hat. . Ihre wiedergefundene , ehemals beste Freundin Anne , ist unheilbar an Krebs erkrankt und hofft darauf , den Sommer zu überleben . Währenddessen versucht eine alte Jugendliebe mit mäßigem Erfolg, Judith und ihr Erbe zu erobern . Judiths Leben Gerät völlig aus den Fugen , nichts ist mehr so , wie es mal war. Selbst die Beerdigung gestaltet sich unerwartet schwierig und die Urne der Mutter muss auf Umwegen einem freien Platz auf dem Friedhof finden . Judith erkennt ihre Chance auf Veränderung und dass es besser ist, sich zu früh zu freuen als überhaupt nicht . Denn von nun an wird nichts mehr so sein, wie es mal war. Ein wunderbarer Roman über Frauen als best ager . Unsere Probleme , unsere ewigen Träume und das Ganze dazugehörige Drumrum . Ildikó von Kürthy weiß wovon sie schreibt , wenn sie ihre Protagonistin Judith von ihrem Leben erzählen lässt . Ich fühle mich sofort mit Judith, ihren Problemen und ihrem Selbstzweifel verbunden . Ganz schnell bin ich in ihrem Leben eingetaucht und entdecke mich so manches mal in ihrer Erzählung und finde sogar einige Gemeinsamkeiten in unserem Leben . Es ist fast als würde ich ein Gespräch mit einer guten, alten Freundin führen , die man durch Zufall nach Ewigkeiten wieder trifft . Ich verstehe Judith und weiß was sie meint, aber ich weiß auch was schief läuft in ihrem Leben . Am liebsten würde ich ihr manchmal sagen : Steh auf Judith , da kommt noch so viel , wenn du es zulässt! Ein toller Roman so lebhaft und tiefgründig wie das Leben mit all seinen Facetten . Eine herrlich ironische Geschichte , erzählt mit viel Witz und Charme . Mal bissig und mal sehr sentimental und vor allem , sehr ehrlich . Ildikó von Kürthy hat mein verwöhntes Leser Herz mit ihrem neuen Roman Es wird Zeit , im Sturm erobert und ich freue mich sehr , eine neue Autorin für mich entdeckt zu haben , die genau meine Sprache spricht . Sehr gerne vergebe ich für den tollen Roman 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung für alle Frauen (im besten Alter)
Viele bewegende Fragen einige Schicksale, die zu Herzen gehen
von sommerlese - 21.08.2019
Judith Rogge lebt in Wedel bei Hamburg, sie ist fast fünfzig Jahre alt, seit fast zwanzig Jahren mit einem Zahnarzt verheiratet und hat drei Kinder. Die Beerdigung ihrer Mutter führt sie zurück in ihre Heimat nach Jülich, dort trifft sie auf ihre ehemals beste Freundin Anne und ihre Jugendliebe Heiko. Voller Schrecken erfährt sie von Annes schwerer Krankheit und macht sich Gedanken über ihr eigenes Leben, aber auch über das ihrer Wegbegleiter. Für Anne, die nicht nur ihre berufliche Bestimmung gefunden hatte, sondern auch noch den perfekten Ehemann, steht jetzt das Leben auf der Kippe. Ildikó von Kürthy schildert das Glück und Leid ihrer fast fünfzig Jahre alten Protagonistin Judith als Ich-Erzählerin. Dadurch kommt man ihr nicht nur sehr nahe und kann in ihre Gedanken und Hoffnungen eintauchen, man erkennt auch eigene Lebenserfahrungen und Wünsche im Leben wieder. Ich gehöre altersmäßig genau zur Zielgruppe und kann die Lebenswünsche und Abschiede gut nachvollziehen. Die Kinder sind groß, die Ehe ist eingespielt oder eben wie bei Judith, nicht glücklich und als die Mutter stirbt, bricht der letzte familiäre Halt weg. Ist das schon das Leben gewesen oder sind da noch Ziele, Lebensabenteuer und Beziehungen, die auf sie warten. So oder so ähnlich wird es vielen Frauen gehen, die sich in dieser Lebensphase befinden. Judith lebt in einer lieblosen Ehe, sie hat Selbstzweifel und fühlt sich alleingelassen. Soll sie ihr altes Leben hinter sich lassen und ihrem Leben eine neue Wendung geben? Der Besuch in ihrer alten Heimat wirbelt viele Emotionen und Hoffnungen auf, die neue wiederentdeckte alte Freundin Anne hat mit ihrer tödlichen Krankheit zu kämpfen und Judith steht ihr liebevoll zur Seite. Hier in ihrer Heimat nimmt sie eine Auszeit von ihrem bisherigen Leben und stellt die Weichen für die Zukunft. Schwungvoll, heiter, bestürzend traurig und absolut lebensnah erzählt die Autorin ihre Geschichte und es gelingt ihr, diesen speziellen Erzählstil auch locker durch das ganze Buch zu tragen. Dieser Roman schildert die Probleme in der Midlife Crisis von Frauen. Es geht um viele bewegende Fragen, einige Schicksale, die zu Herzen gehen und die für einen Roman interessante Herangehensweise wirft die Leserin mitten in die Geschichte und lässt sie hautnah miterleben. Schmerz öffet das Visier: Schmerz macht wehrlos. er reißt dir alle Masken vom Gesicht. Er macht den Schutzschild aus Ironie, Schlagfertigkeit und schlauen Bemerkungen durchlässig... Zitat Seite 251 Wer im Alter der Protagonistin ist, wird viele nostalgische Produkte und Songtexte aus der Zeit wiederfinden, die bewirken, das man sich sofort an seine eigene Jugend erinnert. Die spezielle Würze bekommt die Sache aber durch die selbstironischen Bemerkungen und humorvoll eingesetzten Spitzen über das Älterwerden und das Aussehen und das nachlassende Bindegewebe. Es ist ja leider völlig unüblich geworden, so alt auszusehen, wie man ist. Zitat Seite 42 Ich bin 49, und ich fühle mich keinen Tag jünger. Warum sollte ich? Ich habe doch nicht umsonst ein halbes Jahrhundert gelebt, bloß um mich jetzt immer noch jung zu fühlen. Zitat Seite 231 Die Autorin zeigt eine interessante Herangehensweise für einen Roman, indem sie viele bewegende Fragen und Schicksale aufwirft, die zu Herzen gehen und viele Frauen in diesem Lebensabschnitt betrifft. Sehr lebendig wird diese Lebensphase in der Mitte des Lebens in allen Facetten von Emotionen aufgezeigt und damit ist der Autorin ein humorvoller, gefühlvoller und nachdenklich machender Roman über die Beziehungen im Leben, über Familie, Abschiede und Heimat gelungen. Das Leben bedeutet Veränderung, man sollte sich diesen Veränderungen mutig stellen und das Beste daraus machen. Es gibt nur dieses eine Leben.
Try before you die
von hasirasi2 - 18.08.2019
"Die Mutter tot, die Kinder weg, die Ehe am Ende ..." (S. 353) treffender als ihre Freundin Martina könnte Judith ihr Leben auch nicht beschreiben. Sie ist seit 20 Jahren mit Joachim verheiratet, er war ihre Notlösung. Jetzt haben sie drei erwachsene Kinder, die sie nicht mehr brauchen, und ein Haus, das nach seinen Bedürfnissen ausgesucht und eingerichtet ist und ihr nicht gefällt. Judith hadert mit ihrem Mann, ihrem Aussehen und ihrem Gewicht, will sich endlich wieder gebraucht und begehrt fühlen. Als dann auch noch ihre Mutter stirbt, gibt ihr das den Rest. Ist sie jetzt die nächste? Soll das schon alles gewesen sein? Judith fährt wegen der Beerdigung ihrer Mutter zurück in die Heimat und stolpert dort über ihre ehemals beste Freundin Anne und Jugendliebe Heiko. Sie spricht sich mit Anne aus nur um zu erfahren, dass sie sie wahrscheinlich bald wieder verlieren wird. Und Heiko, der sie damals verlassen hat, macht ihr jetzt wieder Avancen. Die Schmetterlinge in ihrem Bauch fliegen - aber meint er es auch ehrlich? Sie erlebt endlich wieder echte Abenteuer und macht Dinge zum ersten Mal. "Es war, als hätte ich mir eine Auszeit von meinem echten Leben genommen. Ich machte eine Zeitreise, war mir aber selber nicht mehr ganz sicher, in welche Richtung. In die Vergangenheit? Oder in die Zukunft?" (S. 229) Doch wie soll es jetzt weitergehen? Soll sie einen echten Neuanfang wagen oder nur eine kleine Veränderung? "Alle um mich herum erfüllen sich einen Traum. Und ich? Ich hab nicht mal einen!" (S. 302) In Judith habe ich mich oft wiedergefunden. Sie hat Angst vor allem und jedem und steigert sich da auch noch rein. Therapie zwecklos. Sie traut ihrer eigenen Courage nicht, ihr Selbstwertgefühl geht gegen Null. Aber wenn es drauf ankommt, können ihre Freunde auf sie zählen. Ich bin seit ihrem ersten Buch ein Fan von Ildikó von Kürthy und habe mich sehr gefreut, dass auch Erdal Küppers und sein Mann Karsten wieder mit dabei sind. Auch sie sind älter geworden - in Erdals Fall aber nicht unbedingt weiser oder taktvoller: "Er ist das fleischgewordene Drama ... mein bester Freund, meine beste Freundin, mein Seelenverwandter, Patenonkel meiner Zwillinge, mein gnadenlosester Kritiker, egoistisch, selbstlos und stets aufgewühlt und zu allem bereit." (S. 98/99). Das Buch hat mich zum Nachdenken, Lachen und Weinen gebracht und immer wieder überrascht. Es ist ein Buch voller Abschiede - von Menschen, von unrealistischen Erwartungen und Träumen. Aber es macht auch Mut, sein Leben zu überdenken, im Moment glücklich zu sein und sich vielleicht doch noch mal zu verändern. Schlimmer kann es ja meist eh nicht mehr werden. Mein Fazit: "Es wird Zeit" von Ildikó von Kürthy ist ein Buch übers Älterwerden und endlich Ankommen - oder doch lieber neu Durchstarten? Perfekt zum Abtauchen, Auftauchen, Innehalten und Weiterlesen. Ich schließe es mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Wie das Leben spielt
von begine - 17.08.2019
Ildiko von Kürthy schreibt mit Schwung ihren Roman "Es wird Zeit" Im Anfang konnte ich Judiths Augenproblem mitleiden, das habe ich auch. Dann jammert sie noch so, das ich dachte sie sei mindestens 70, dann erfahre ich, das sie erst 50 wird. Tja das Älterwerden belastet jede Frau. In dem Buch kann ich so richtig mitschwelgen, die Söhne werden flügge und man fühlt sich allein. Wenn Judith über die Sorgen ihrer Freundinnen redet und auch die Ihren, bin ich ganz bei ihr. Der Verlauf der Beerdigung ihrer Mutter ist ja seltsam, aber es passt gut in diese Geschichte. Tragisch ist das Schicksal ihrer Freundin Anne. Der Humor der Autorin zieht durch die ganze Geschichte, aber sie hat auch eine gewisse Ernsthaftigkeit und es gibt auch traurige Stellen. Die Aneinanderreihung Judiths Probleme ist ein interessanter Schreibstil. Die Autorin hat sich für diesen Roman eine besonders gute Geschichte einfallen lassen, es ist ziemlich, wie das Leben spielt. Ich war begeistert. Ich mag diese Art Lektüre.
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