Eifel-Liebe

Kriminalroman.
Buch (kartoniert)
Oma Ohler ist verzweifelt, die Welt um sie herum ist nicht mehr in Ordnung: Ihre Enkelin Anna hat ein Verhältnis mit dem Bauunternehmer Bliesheim und sich einer Clique angeschlossen, die mit Bargeld nur so um sich schmeißt. Annas Ehemann Rolli droht … weiterlesen
Dieses Buch ist auch verfügbar als:
Buch

11,00 *

inkl. MwSt.
Portofrei
Sofort lieferbar
Eifel-Liebe als Buch

Produktdetails

Titel: Eifel-Liebe
Autor/en: Jacques Berndorf

ISBN: 3894252707
EAN: 9783894252700
Kriminalroman.
Grafit Verlag

1. September 2002 - kartoniert - 288 Seiten

Beschreibung

Oma Ohler ist verzweifelt, die Welt um sie herum ist nicht mehr in Ordnung: Ihre Enkelin Anna hat ein Verhältnis mit dem Bauunternehmer Bliesheim und sich einer Clique angeschlossen, die mit Bargeld nur so um sich schmeißt. Annas Ehemann Rolli droht an der Situation kaputt zu gehen. Und jetzt ist auch noch Kinsi verschwunden. Kinsi wohnt im gleichen Dorf wie Oma Ohler, gilt als geistig zurückgeblieben und hät sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser.
Mit dieser Geschichte wendet sich die alte Dame an Siggi Baumeister. Aber Baumeister kann Oma Ohler nicht helfen, schließlich ist er kein Privatdetektiv oder Pfarrer, sondern Journalist.
Wenig später wird Kinsi gefunden, erhängt in einer Scheune. Nun wird Baumeister doch neugierig und hört sich um. Einiges ist schon komisch: Die bevorzugte Lektüre des vermeintlich geistig Zurückgebliebenen waren Bücher von Mann, Böll und Grass. Außerdem wollte er in Kürze heiraten - hat sich Kinsi wirklich selbst umgebrach?
Dann wird die Leiche von Elvira Klein, ein Mitglied von Annas Clique entdeckt - eindeutig ermordet. Ein Motiv für die Tat ist nicht zu erkennen. Baumeister geht der Spur des Geldes nach - woher stammen die Scheine, die die Clique gemeinnützig unter das Volk brachte? Als auch Anna getötet wird, gibt es endlich Verdächtige: Ehemann Rolli, der es aus Eifersucht getan haben kann, und Bauunternehmer Bliesheim, der entweder eine lästige Geliebte oder eine gefährliche Mitwisserin loswerden wollte. Aber in welchem Zusammenhang stehen die anderen Toten zu diesem Fall?
Der Journalist bekommt viel zu tun, und das zu einer Zeit, in der seine Freunde Rodenstock und Emma in den USA unterwegs sind, dafür aber Tante Anni seinen Hof okkupiert. Und Vera? - Vera tritt beim LKA eine neue Stelle an, weit weg von Baumeister . . .

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 11.09.2003

Spaziergang mit Leiche oder Mord nach jeder Fasson

In den Museumsshops der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten liegt neben den Standardwerken zur Geschichte Preußens von Sebastian Haffner bis Günter de Bruyn auch eine in Preußischblau gehaltene Serie von Kriminalromanen. Seit dem Preußenjahr 2001 gibt es die "Preußen-Krimis". Der erste heißt "Königsblau", im Untertitel "Mord nach jeder Fasson". Erfunden hat die Geschichte Tom Wolf, ein Literaturwissenschaftler mit Doktortitel, der schon über Goethe, Pustkuchen, Mörike und Arno Schmidt gearbeitet hat. Eine Zeit lang redigierte er die Zeitschrift "Häuptling eigener Herd" des Stuttgarter Kochs Vincent Klink - das blieb nicht ohne Wirkung. Klink wurde zum Urbild von Wolfs Detektiv am Hof Friedrichs II.: des so fülligen wie lebenslustigen Zweiten Hofküchenmeisters Honoré Langustier.

"Königsblau" wurde so erfolgreich, daß der Hofkoch drei weitere Fälle lösen durfte, in "Purpurrot", "Rabenschwarz" und "Schwefelgelb". Die Bücher gelten dem Berliner Krimi-Verlag als "Umsatzbringer". Der nächste Roman trägt den Arbeitstitel "Giftgrün".

So unwahrscheinlich die Handlung jeweils sein mag, die Orte werden historisch genau beschrieben. Wolf listet im Anhang sogar auf, was an seinem Buch historische Wahrheit ist und was Phantasie. Das Berliner Schloß mit seiner Küche gehört zu den Wahrheiten wie auch die Geschichte über die Fontäne im Park von Sanssouci, die der große König im Gegensatz zu Millionen von Potsdam-Besuchern nie richtig hatte sprudeln sehen. Wer will, kann mit einem Buch von Tom Wolf in der Hand das Berlin des achtzehnten Jahrhunderts erkunden und schauen, was davon übrig ist: "Sie fuhren durch die Ober- und Niederwallstraße retour und kamen über den Spittelmarkt zum Anfang der Neu-Cöllner Hauptstraße ... Knapp zehn Minuten dauerte es, bis Langustier eine Stelle am Ufer des Friedrichgrabens oder der Friedrichsgracht erreichte, die ihm verdächtig danach aussah, als ob sich dort vor knapp anderthalb Tagen ein bedauernswerter Ausrutscher ereignet haben konnte." Ein Ausrutscher mit Todesfolge. Ein Mord, wie sich denken läßt. Wolfs Bücher werden inzwischen auch in anderen Museen vertrieben, sogar im Berliner Dom. Gemeinsam mit dem Berliner Verein "Stadtverführung" gab es eine Fahrt mit einem historischen Bus durch die Stadt. Ein Stadtführer erzählte, Tom Wolf las aus seinen Büchern. Die Entwicklung ist folgerichtig, wenn auch nicht neu: Der Krimi wird zum Reiseführer.

Wenn Wolfs Bücher weiter Erfolg haben, macht sich vielleicht jemand daran, zu den Krimis einen Reiseführer zusammenzustellen. Einen Reiseführer über jene historischen Orte, an denen Langustier ermittelt und historisch verbürgte Personen wie den Verleger Nicolai, den Zeichner Chodowiecki oder den Philosophen Voltaire befragt. Für eine andere Gegend gibt es ein solches Nachschlagewerk schon - für die Eifel. Der "Eifel Krimi-Reiseführer" von Josef Zierden erschien im vorigen Jahr beim KBV Verlag in Hillesheim. Er führt zu den Tatorten der Bücher des Journalisten Jacques Berndorf, der eigentlich Michael Preute heißt. "Eifel-Blues" lautet der Titel des ersten Buchs von Berndorf, das vor elf Jahren erschien. "Eifel-Liebe" kam im vergangenen Jahr heraus. Es ist der zwölfte Eifel-Krimi.

Ohne Berndorf wäre der lokale Kriminalroman in Deutschland wohl kaum so populär geworden. Kriminalromane scheint es heute für beinahe jedes Dorf zu geben, für jede Großstadt sowieso. Petra Oelker etwa schreibt seit längerem historische Hamburg-Kriminalromane. Nikola Hahns Bücher spielen im historischen Frankfurt am Main. Im Hamburger Verlag "Die Hanse/Sabine Groenewold" erscheinen die "Hanse-Krimis", die zwischen dem dreizehnten und dem sechzehnten Jahrhundert spielen. Hier sind die Hansestädte Ausgangspunkte für Reisen in die nähere oder weitere Umgebung. Es geht nach Einbeck und Lüneburg, nach London und Bergen. Die Kaufleute der Hanse sind mal Opfer, mal Täter, mal Detektiv. Der Verlag sieht es gern, wenn die Autoren aus den Städten kommen, in denen die Handlung spielt. Frank Goyke etwa, ein bekannter Kriminalschriftsteller aus Berlin, hat seinen Rostock-Krimi "Balthasar Wrocklage ist verschwunden" schreiben dürfen, weil er dort geboren wurde.

Die Hanse-Reihe gibt es seit dem vergangenen Jahr. Für den Vertrieb der Bücher arbeitet der Verlag mit den Hansestädten zusammen, in denen die Bücher spielen. Mit den kleineren Städten ist diese Zusammenarbeit leichter als mit den großen. "Das Vermächtnis des Braumeisters", ein Krimi von Jürgen Ebertowski, spielt in Einbeck. In der Einbecker Lokalzeitung wurde der Roman vorabgedruckt. Die Einzelhändler stellten das Buch in ihre Schaufenster. Die Brauerei von Einbeck wirbt mit dem Krimi für sich. Die Tourismuszentrale verkauft das Buch und bietet Stadtführungen an, die den Spuren des Krimis folgen. Umgekehrt nahm der Verlag zur Leipziger Buchmesse Prospekte von Einbeck mit, um so für die Stadt zu werben. Die Premiere von "Lüneburger Totentanz", einem weiteren Buch von Frank Goyke, war im Lüneburger Salzmuseum. Im Oktober zu den Sülfmeistertagen ist der Verlag wieder in Lüneburg zu Gast. Unter anderem soll es dann ein vom Krimi inspiriertes "Literarisches Essen" geben. Eine erste Hanse-Kriminacht auf der Leipziger Buchmesse war ein Erfolg. Demnächst soll eine solche Nacht in Rostock veransdtaltet werden. Und der Verlag arbeitet an weiteren Kriminalfällen - in Magdeburg, Hamburg, Wismar oder Würzburg.

Daß aus einer Idee und einem ersten Buch schnell eine Reihe werden kann, wußte man schon vor den Hanse-Krimis. Dem ersten Roman von Jürgen Alberts, "Das Kameradenschwein", folgten bis 1996 zehn Bücher über die "Bremen-Polizei". Alberts gibt seit dem vergangenen Jahr im Europa-Verlag eine eigene Reihe heraus, die, wie die "Preußen-Krimis" von Tom Wolf, gutes Essen mit der Aufklärung von Morden verbindet. "Gourmet-Crime" heißen die schmalen Bände. Peter Zeindler etwa erzählt eine mysteriöse Geschichte aus Zürich. Es geht um "Bratwurst für Prominente" und um vergiftete Speisen. An den Schluß stellt er jedoch kein Bratwurstrezept, sondern "Filetto di Vitello ,Padiglione di Caccia'". Edith Kneifels Wien-Bändchen "Pastete mit Hautgout" über einen Mord unter Zuhilfenahme einer heißen Suppe endet mit dem Rezept für Tafelspitz. Jürgen Alberts hat die Reihe international angelegt. Der Leser reist in "Ein Fisch namens Le Capitaine" nach Mali, in "Schnecken mit Kaninchen" nach Barcelona oder in "Die entartete Seezunge" nach Rotterdam. Allerdings bestätigt diese Reihe den Eindruck, daß das Liebäugeln mit dem Fremdenverkehr dem literarischen Anspruch nicht notwendig hilft und der Spannung regelrecht schadet. Seit Lokalkrimis zur Massenware geworden sind, erreichen sie nur noch selten das Niveau etwa der Eifel-Krimis. "Bratwurst für Prominente" ist ein langweiliges Buch mit einer zu konstruierten Handlung. "Pastete mit Hautgout" ist alles mögliche, nur kein Krimi.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern gibt es den Versuch, die Gegend durch Krimis bekannter zu machen. Der "Buchmacher-Autorenverlag" mit Sitz in einem Dorf nahe dem vorpommerschen Greifswald hat bislang vier Titel in dieser Art herausgebracht. Hans-Jürgen Schumacher, ein Autor aus Greifswald, erzählt in "Übermalte Schatten" von einem angeblich unbekannten Gemälde des in Greifswald geborenen Malers Caspar David Friedrich. In "Die Nacht der schwarzen Krähe" geht es um den historisch verbürgten Mord an dem Bürgermeister und Gründer der Greifswalder Universität Heinrich Rubenow. Spannende Bücher sind das nicht. Aber es hat seinen Reiz, als Besucher der Hansestadt den in "Übermalte Schatten" beschriebenen Spaziergang des jungen Friedrich von seinem Geburtshaus über den Greifswalder Markt zur Marienkirche und schließlich zum Grauen Kloster zu unternehmen.

FRANK PERGANDE.

"Schwefelgelb - Mörderische Kälte" von Tom Wolf. Erschienen in der Reihe: "Preußen-Krimi". berlin.krimi.verlag, Berlin 2003. 262 Seiten. Broschiert, 9,90 Euro. ISBN 3-89809-019-1.

"Eifel-Liebe" von Jacques Berndorf. Grafit Verlag GmbH, Dortmund 2002. 288 Seiten. Broschiert, 9,40 Euro. ISBN 3-89425-270-7.

"Tödliche Überfahrt" von Frank Goyke. Erschienen in der Reihe: "Hanse-Krimi". Verlag Die Hanse, Hamburg 2003. 224 Seiten. Broschiert, 9,90 Euro. ISBN 3-434-52809-1.

"Pastete mit Hautgout" von Edith Kneifel. Erschienen in der Reihe: "Gourmet-Crime". Europa Verlag GmbH, Hamburg 2002. 80 Seiten. Gebunden, 7,90 Euro. ISBN 3-203-85201-2.

"Übermalte Schatten" von Hans-Jürgen Schumacher. Buchmacher-Autorenverlag, Mesekenhagen 2003. 230 Seiten. Broschiert, 9,50 Euro. ISBN 3-935039-21-2.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Servicehotline
089 - 70 80 99 47

Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 20.00 Uhr
Filialhotline
089 - 30 75 75 75

Mo. - Sa. 9.00 - 20.00 Uhr
Bleiben Sie in Kontakt:
Sicher & bequem bezahlen:
akzeptierte Zahlungsarten: Überweisung, offene Rechnung,
Visa, Master Card, American Express, Paypal
Zustellung durch:
¹ Mängelexemplare sind Bücher mit leichten Beschädigungen, die das Lesen aber nicht einschränken. Mängelexemplare sind durch einen Stempel als solche ge-
kennzeichnet. Die frühere Buchpreisbindung ist aufgehoben.
* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.
** Deutschsprachige eBooks und Bücher dürfen aufgrund der in Deutschland geltenden Buchpreisbindung und/oder Vorgaben von Verlagen nicht rabattiert werden. Soweit von uns deutschsprachige eBooks und Bücher günstiger angezeigt werden, wurde bei diesen kürzlich von den Verlagen der Preis gesenkt oder die Buchpreisbindung wurde für diese Titel inzwischen aufgehoben. Angaben zu Preisnachlässen beziehen sich auf den dargestellten Vergleichspreis.