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Manhattan Beach

Roman. Winner of the Andrew Carnegie Medal for Excellence in Fiction 2018. Originaltitel: Manhattan Beach.
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Tauchen Sie ein in das vibrierende New York der 30er und 40er Jahre, folgen Sie einer unvergesslichen Heldin in eine Zeit, in der alles auf dem Spiel steht.

New York - von der Marinewerft in Brooklyn zu den schillernden Nachtclubs in Manhattan, von de … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Manhattan Beach
Autor/en: Jennifer Egan

ISBN: 3103973586
EAN: 9783103973587
Roman. Winner of the Andrew Carnegie Medal for Excellence in Fiction 2018.
Originaltitel: Manhattan Beach.
Übersetzt von Henning Ahrens
FISCHER, S.

29. August 2018 - gebunden - 494 Seiten

Beschreibung

Tauchen Sie ein in das vibrierende New York der 30er und 40er Jahre, folgen Sie einer unvergesslichen Heldin in eine Zeit, in der alles auf dem Spiel steht.

New York - von der Marinewerft in Brooklyn zu den schillernden Nachtclubs in Manhattan, von den Villen auf Long Island zu den Absteigen in der Bronx. 1942 sind die Männer an der Front, die Frauen stehen in der Fabrik. Aber Anna möchte ein besseres Leben. Seitdem der Vater verschwunden ist, sorgt sie für ihre Mutter und die pflegebedürftige Schwester. Während Anna den Vater nicht vergessen kann, verfolgt sie bestimmt ihren großen Traum: Unter die gigantischen Kriegsschiffe an den Docks möchte sie tauchen, um sie zu reparieren. Ein Beruf zu gefährlich für eine Frau - genauso wie die New Yorker Unterwelt, in der sich die Spur ihres Vaters verlor.

Der Pulitzer-Preisträgerin und New York Times-Bestsellerautorin Jennifer Egan ist ein Meisterwerk mit erzählerischem Sog, mitreißender Atmosphäre und unvergesslichen Figuren gelungen - ein großes Zeitpanorama!

"Meisterhaft und voller Zauber, ein Pageturner!" The New York Times

"Bahnbrechend! Helden, mit denen man unweigerlich mitfühlt." Chicago Tribune

"Mitreißend, bewegend und nicht aus der Hand zu legen." The Bookseller

"'Manhattan Beach' wird Sie hineinziehen und auf seinen Wogen hinwegtragen." The Guardian

"Dieser Roman erschafft eine Welt, die mit all ihren Geheimnissen, Schattierungen und Sehnsüchten glänzend wahr erscheint." Booklist

Portrait

Jennifer Egan wurde 1962 in Chicago geboren und wuchs in San Francisco auf. Sie lebt heute mit ihrem Mann und zwei Söhnen in Brooklyn, New York. Neben ihren Romanen und Kurzgeschichten schreibt sie für den New Yorker sowie das New York Times Magazine und lehrt an der Columbia University Creative Writing. Für ihren Roman »Der größere Teil der Welt« erhielt sie 2011 den Pulitzer Prize, den National Book Critics Circle Award und den Los Angeles Times Book Prize. Ihr Roman »Manhattan Beach« erstürmte gleich bei Erscheinen die New York Times-Bestsellerliste und erhielt hymnische Presse.

Pressestimmen

Der Roman - und wie er die Kraft und den Trost des Erzählens behauptet - kann einen doch ziemlich beschäftigen. Ich bleibe Fan. Dirk Knipphals taz 20180901

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 26.08.2018

Wahrheit unter Wasser

Eine Taucherin, ein Gangster und eine uralte Metapher: "Manhattan Beach" , der neue Roman der großen Jennifer Egan

Gibt es eine größere Metapher für das Leben als das Meer? Oder eine, die verbrauchter wäre? Jedenfalls weiß man nicht, wo man anfangen soll, wollte man aufzählen, wie viele Künstlerinnen und Künstler schon vom Meer erzählt haben, es ins Bild setzten oder besangen.

Und wie gut kann man das verstehen: Wie oft steht man selbst da, am Strand, und denkt sich seinen Teil, während die Wellen heranrollen, immer anders, mal Drama, mal Frieden, mal Trost, mal Bedrohung - oder ist dieses Schauspiel doch nur ein einziger Zufall, ohne Bedeutung?

Stanislaw Lem, der große Futurologe, hat die menschliche Sinnsuche im Meer in seinem Roman "Solaris" in Science-Fiction verwandelt. Da erforschen Astronauten auf einem fernen Planeten einen Ozean, der ihre Ängste und Wünsche zum Leben erweckt, so dass die wie Gespenster in der Raumstation auftauchen: falsche Hoffnungen auf Erlösung aus einem Trauma. Sinnsuche endet ja selten gut. Auch Ahab hat zwar seinen weißen Wal gefunden, ging aber trotzdem mit diesem Moby Dick und seiner "Pequod" unter. Und spukt jetzt schon seit hundertsiebzig Jahren durch die Kunst und die Einbildungskraft all jener, die Kunst machen.

Wie Jennifer Egan, die wichtigste amerikanische Schriftstellerin ihrer Generation. Sie hat jetzt einen neuen Roman geschrieben und ihm ein Zitat aus Herman Melville vorangestellt. Sie ist nicht die Erste, die so was tut, aber es wirkt trotzdem jedes Mal: "Ja, wie jeder weiß, sind Besinnlichkeit und Wasser auf ewig vermählt."

"Manhattan Beach" heißt dieser neue, historische Roman von Jennifer Egan, den auf fünfhundert Seiten die See durchfließt: "Die See sehen die See die See die See", ein lautmalerisches Flüstern in Egans glasklarer Prosa, ein Leitmotiv, kursiv gesetzt. Wo Egan in "Der größere Teil der Welt" noch ihren Plot in Perspektiven zersplitterte, holt sie jetzt weit aus - und scheut dabei auch stilistische Esoterik nicht. "Manhattan Beach" ist mit aller Kraft darauf angelegt, ein großer Roman zu sein. So wie vielleicht "Das Geisterhaus" einer war oder "Freiheit" von Jonathan Franzen. Ein ewig langer Roman, der von seiner eigenen epischen Gestaltungskraft zehrt. Und sie inszeniert.

Die Geschichte spielt Anfang der vierziger Jahre in New York, als Amerika in den Krieg gegen Hitlerdeutschland und die Achsenmächte zieht. Erzählt wird von der jungen Anna Kerrigan, die auf der Marinewerft von Brooklyn arbeitet, wo das Schlachtschiff "Missouri" zum Einsatz vorbereitet wird. Dort beobachtet Anna eines Tages, wie ein Taucher sich fertig macht, um im Hafen zu arbeiten, unter Wasser.

Anna ist elektrisiert. Sie will das auch. Sie will nicht mehr in der Materialprüfung arbeiten und Teil um Teil vermessen, das verbaut werden soll, sie will raus aus der Werkstatt und Taucherin werden. Und obwohl damals dringend Freiwillige für diesen gefährlichen Job gesucht werden, weil die Männer in Scharen in den Krieg ziehen, ist das für eine Frau erst mal undenkbar: Tauchen. In zentnerschwerer Ausrüstung. Und dann, unter Wasser, womöglich auch noch Schweißen mit schwerem Gerät. Aber Anna setzt alles daran. Als würde sie, dort unten, auf dem Boden des Meeres, das finden, wonach sie immer schon gesucht hat.

Also bewirbt sie sich. Und sie setzt sich auch durch. Gegen den Vorgesetzten bei der Navy, der sie erst schikaniert, wo er nur kann, dann aber als leuchtendes Beispiel hinhält, um ihre männlichen Mitbewerber unter Druck zu setzen. Aber Anna setzt sich auch gegen das Bild durch, dem sie und ihre Kolleginnen aus der Werkstatt begegnen, wenn sie nur das Werftgelände betreten. Wenn sie, in Overall und Stiefeln, über die Piers laufen. Und die Männer ihnen hinterherpfeifen oder sie verhöhnen. Arbeitende Frauen: An Sekretärinnen hat man sich damals schon gewöhnt in der westlichen Welt, Sekretärinnen haben die Ordnung der Männerwelt im Grunde ja nur weiter gefestigt. Aber Schweißerinnen? Mechanikerinnen? Taucherinnen?

Annas Vorgesetzter, Mr. Voss, will deswegen eigentlich auch, dass seine Mitarbeiterinnen ihr Lunch in der Werkstatt essen, um kein Aufsehen zu erregen. Aber Anna zieht es hinaus, auf die Werft, zu den Schiffen. Zu Hause warten ihre Mutter und ihre behinderte kleine Schwester, der Vater ist seit fünf Jahren verschwunden, von einem Tag auf den anderen war er weg. Und jetzt will auch Anna raus, und wenn es nur der Grund des East Rivers ist.

"Manhattan Beach" ist der Roman einer weiblichen Emanzipation. Insofern erzählt er, trotz des historisch verbürgten Stoffes (Egan hat für ihr Buch die erste amerikanische Marinetaucherin, Andrea Motley Crabtree, mehrmals getroffen), eine Geschichte, die man bis heute so erzählen könnte: ein männlich dominierter Beruf, den auch Frauen ergreifen wollen, die aber erst einmal an den Verhältnissen scheitern. An Besitzstandswahrung, an Tradition, an der Bequemlichkeit, an der Furcht vor dem Ungewohnten - und sie scheitern auch am Mangel an eigenem Zutrauen, was wiederum an einem Mangel an weiblichen Vorbildern liegt.

Anna überwindet das. Und wird zum Vorbild, auch für ihre Kollegen. Man könnte die Anlage dieses Romans deswegen für Kalkül halten. Für eine modische Entscheidung: ein packender Stoff, der einerseits alles hat, was Leute, die amerikanische Literatur lieben, in heftiges Fieber versetzt, andererseits aber eine intensive Debatte von heute streift, so dass sich der Roman wie ein Kommentar dazu liest. Es gibt dann auch noch eine Nebenfigur in "Manhattan Beach", die diesen Verdacht verstärkt, einen schwarzen Marinetaucher namens Marle, der noch einmal anders als Anna ausgeschlossen ist aus der Welt, in der er sich bewegt.

Nur passt das mit dem Kalkül allein schon deshalb nicht, weil Jennifer Egan ihren Stoff vor fast fünfzehn Jahren zu recherchieren begann, wie sie im Nachwort erklärt: #MeToo wird sie da nicht im Auge gehabt haben. Außerdem erzählt die Autorin eben nicht nur die Geschichte der Berufstaucherin Anna, sondern die eines Mafiagangsters: Dexter Styles. Der in eine sehr gute New Yorker Familie eingeheiratet hat und jetzt ehrlich werden und ins Bankgeschäft seines Schwiegervaters wechseln will. Und der eine Zeitlang Annas Vater beschäftigte, bis der verschwand.

Und dank dieser etwas unwahrscheinlichen Konstruktion wird aus dem historischen Roman einer Pionierin des Marinetauchens dann auch noch ein Mafiathriller, fahren im Roman große, dunkle Limousinen vor, gesteuert von Jungs mit heißen Eisen in Nadelstreifen.

Annas Vater hatte seine Tochter einmal mit zu Styles' Anwesen in Manhattan Beach genommen, als sie elf war, mit dieser Szene beginnt Egan ihren Roman. Damit, wie die kleine Anna am Strand steht, die nackten Füße im eisig kalten Wasser, und der gigantisch große Mann sich zu ihr beugt: "Wie fühlt es sich an", fragt er. "Tut nur am Anfang weh", sagt sie. "Nach einer Weile spürt man nichts mehr." Das ist, schon früh, wohl der Reim, den man sich auf die Geschichte dieser Emanzipation machen soll.

Jahre später treffen Anna und Styles sich dann wieder, in einem Nachtclub in Manhattan, den Styles betreibt: Er ahnt nichts, sie nimmt die ferne Erinnerung der Begegnung wahr, sucht seine Nähe, auch weil sie spürt, dass Styles etwas mit dem Verschwinden ihres Vaters zu tun hat. Aber genauso, weil er sie anzieht. Und sie ihn, auch wenn er das erst nicht versteht. Dexter hilft Anna, ihre behinderte kleine Schwester Lydia aus dem kleinen Zimmer in Brooklyn, in dem sie lebt, an den Strand zu tragen, dorthin, wo Anna selbst mit nackten Füßen stand, damit Lydia endlich das Meer sieht und aus ihrer stummen Erstarrung erwacht: "Die See sehen die See die See die See" - was da als Echo ständig in Egans Roman auftaucht, ist die innere Stimme Lydias, zum Leben erweckt vom Ozean.

"Manhattan Beach" erfüllt, wie schon gesagt, alle Wünsche, die man an einen amerikanischen Roman hat: Da ist der Eigensinn einer Figur gegen die Verhältnisse, die Poesie der großen Stadt vor dem Panorama unergründlicher Natur, eine Gesellschaft, die noch immer an ihren Regeln schreibt, auch wenn die längst wirken, der unerschöpfliche Mut zum neuen Anfang, und all das in einer fabelhaften Prosa. Wer Egans neuen Roman liest, wird mitgerissen - und doch bleibt da ein gar nicht so kleiner Rest an Enttäuschung.

Weil Jennifer Egan in "Manhattan Beach" das Risiko scheut. Und das tut sie zum ersten Mal seit ihrem Debüt, dem Erzählungsband "Emerald City" von 1993. Entweder waren bislang ihre Stoffe spektakulär, wie in "Look at Me" (2001), die Geschichte eines Fotomodels, das nach einem Unfall mit einem neuen Gesicht in ihr altes Leben zurückkehrt, oder Egan spielte mit der Form. Wie in "Der größere Teil der Welt" (2010), einem Roman, den man erstens gar nicht genug bewundern kann, der zweitens seine Figuren aus den Epochen der amerikanischen Geschichte seit dem kalifornischen Punk der Siebziger bis in die nahe Zukunft aufeinander zubewegt und der, drittens, ein ganzes Kapitel als Power-Point-Präsentation anlegt.

Was erst mal klingt wie eine künstlich aufgeblasene Idee, dann aber in seiner strengen Form vollkommen logisch wirkt. Zum Glück erzählte Egan die Geschichte dieses Romans dann noch einmal weiter, in der Erzählung "Black Box" (2013), jeder Satz 140 Zeichen lang wie früher auf Twitter, ein Beweis für die stilistische Perfektion, die ein solches Format verlangt. Das las sich alles so leicht und souverän und neu, wie es kaum ein anderer ihrer Kollegen wagte, von George Saunders vielleicht abgesehen.

"Manhattan Beach" wirkt dagegen - konventionell. Als habe Egan einen historischen Roman probieren wollen, und vielleicht ist das ja wirklich das Projekt für dieses neue Buch gewesen. Damals, als "Der größere Teil der Welt" erschien, erzählte sie im Gespräch, dass sie beim Lesen selbst nach "Immersion" sucht: nach dem Eintauchen in einen Stoff, der einen davonträgt, bis man glücklich wieder daraus auftaucht. Das ist Jennifer Egan in "Manhattan Beach" gelungen. Und doch bleibt ihr neuer Roman hinter den Erwartungen zurück, die man an diese große amerikanische Autorin hat: dass sie die ewige Form des Romans weiterentwickelt. Vielleicht ist es aber auch so: Man wird verwöhnt davon, Jennifer Egan zu lesen.

TOBIAS RÜTHER

Jennifer Egan, "Manhattan Beach". Aus dem Englischen von Henning Ahrens. S. Fischer, 496 Seiten

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Sabine D.
von Sabine D. - Hugendubel Buchhandlung Neu-Isenburg Hermesstraße - 22.10.2018
"Manhattan Beach" ist der neue großartige Roman von Jennifer Egan, einer meiner Lieblingsautorinnen. Diesmal nimmt sie uns mit auf eine Reise ins New York der 30er und 40er Jahre. Einfach lesenswert!
Anonym
Beste Unterhaltung!
von Anonym - Hugendubel Buchhandlung Flensburg Holm - 30.08.2018
Manhattan Beach ist ein spannender historischer Roman auf hohem Niveau, der mich nur beglückt hat. Die Schicksale eines Vaters und dessen Tochter im New Yorker Hafen der 30er und 40er Jahre in der Welt der großen und kleinen Ganoven nach dem Börsencrash wird sehr gut nachempfunden, die Schilderungen u. a. vom Tauchen oder vom Leben in der Handelsmarine sind atemberaubend. Ein großer Wurf... Auch Wochen nach der Lektüre messe ich den Wert dieses Buches an der starken Vorstellungskraft, die geweckt wurde und lebendig bleibt. Geschätzt habe ich auch die Karte des Hafens und das Nachwort der Autorin.
Hedda Freier
Eine ganz besondere Geschichte
von Hedda Freier - Hugendubel Buchhandlung Flensburg Holm - 26.08.2018
Wir verfolgen die Lebensgeschichte der Anna Kerrigan, zu Beginn des Romans ist sie noch ein Kind und am Ende eine selbstbewusste junge Frau. Die Handlung spielt in Amerika in der Zeit des zweiten Weltkriegs. Aber von Krieg ist zu Beginn wenig zu spüren. Anna begleitet als Kind ihren Vater oft, wenn er beruflich unterwegs ist. Doch dann verschwindet er spurlos und Anna fühlt sich für ihre Mutter und ihre jüngere, behinderte Schwester verantwortlich. Ein Roman um eine junge und selbstbewusste Frau, die sich in der Berufswelt der Männer behauptet, was damals bei weitem nicht selbstverständlich war. Auch ihren Berufswunsch, Taucherin zu werden, wird sie erreichen. Ein Buch, das mir von Anfang bis Ende sehr gut gefallen hat, eine ganz besondere Geschichte.
Bewertungen unserer Kunden
Zeitreise nach New York
von Julia Lindner - 28.11.2018
Unsere Hauptfigur Anna nimmt uns mit ins New York der 30er und 40er Jahre. Aufgewachsen in einer vierköpfigen Familie, mit einer behinderten Schwester, hat sie immer zu ihrem geliebten Vater aufgesehen. Bis er eines Tages verschwand. Jahre später, kurz nach dem Angriff auf Pearl Harbor arbeitet Anna in der Schiffswerft der Navy, um ihre Mutter und Schwester finanziell zu unterstützen. Abends treibt sie sich in den Clubs der Stadt herum, immer auf der Suche nach ihrem verschwundenen Vater... Mir persönlich gefällt das Buch ja schon allein aufgrund der tollen Kulisse des Buches. Als New York-Fan tauche ich da natürlich besonders gerne ein. Jennifer Egans Schreibstil macht es einem aber auch sehr leicht. In ihre Geschichte hat sie viele Themen in mehrere Erzählstränge verpackt. Jedes für sich hätte wahrscheinlich schon genug Material für ein eigenes Buch geliefert und ist auf wirklich spannende Weise erzählt. Allerdings wirkt der Roman durch die Fülle an Informationen manchmal etwas überfrachtet und lässt ihn etwas bemüht wirken. Trotzdem liefert Manhattan Beach ein großartiges Stück Lokalkollorit und ist für Fans der Prohibition und allgemein des Flairs der 40er Jahre ein Must-read.
Überzeugend
von Castilleja - 18.11.2018
Die Geschichte spielt im New York der 1930er/1940er Jahre. Die Protagonistin, Anna, hilft schon früh ihrem Vater bei seinen Botengängen. Doch die Zeiten sind ungewiss, das Geld überall knapp und so muss der Vater, um für die Familie zu sorgen - neben Anna gibt es noch ihre Mutter und ihre behinderte Schwester - sich auch auf zwielichtige Geschäfte einlassen. Das geht jedoch nicht lange gut und eines Tages verschwindet der Vater und ist unauffindbar. Anna macht sich auf die Suche und versucht die Familie zu ernähren. Ihr großer Traum ist es, Taucherin bei der Marine zu werden. Eine Lesereise in eine schillernde, aber harte Welt, in der Anna sich als Frau in einer Männerwelt behauptet. Ein Schreibstil, der mich begeistern konnte, ein virtuoser Umgang mit dem Medium und eine Geschichte, die überzeugt. Ein wunderbares Leseerlebnis!
Verwirklichung eines Lebenstraum
von Anonym - 13.11.2018
Im New York der Vorkriegs- und Kriegszeit des 2. Weltkrieges wächst Anna Kerrigan auf. Ihr Vater arbeitet für den zwielichtigen Dexter Styles, der legale wie illegale Spielsalons und diverse andere Aktivitäten ausführt. Anna wächst sehr liebevoll auf auch wenn die Aufmerksamkeit der Mutter hauptsächlich ihrer behinderten Schwester gilt. In Annas Teenagerzeit verschwindet ihr Vater urplötzlich, ist wie vom Erdboden verschwunden. Durch ihre Fürsorge an ihrer Schwester ist Anna zu einer physisch wie psychisch starken jungen Frau herangewachsen und möchte in den Kriegszeiten da immer mehr junge Männer eingezogen werden ihren Wunsch, Taucherin zu werden, verwirklichen. Viele Hindernisse stehen ihr bevor, bis sie es schafft, als erste Frau diese körperlich sehr anstrengende Arbeit zu verrichten. Anfeindungen bestimmen zu Beginn ihr Leben bis sie den Respekt ihrer Kollegen und des Chefs erlangt. Das Verschwinden ihres Vater hingegen lässt ihr keine Ruhe und als sie Dexter Styles trifft sieht sie eine Chance, mehr über ihren Vater herauszufinden. Der Roman ist sprachlich ganz hervorragend geschrieben, die Arbeiten als Marinetaucher werden sachlich interessant näher gebracht und das Leben und die Beweggründe Annas sind nachvollziehbar. Einzig beim Lebenslauf Eddies, Annas Vater, wird extrem dick aufgetragen. Hier scheinen mehrere Lebensläufe, die so während des 2. Weltkrieges möglich waren, in einem vereint.
Starke Frau
von Nele22 - 03.11.2018
Im neuen Buch " Manhattan Beach" der amerikanischen Schriftstellerin Jennifer Egan geht es um die selbstbewusste junge Frau Anna Kerrington mit einem starkem Charakter. Wir haben das Jahr 1942 in Amerika und sie verdient sich den Unterhalt für ihre Mutter und ihre kranke jüngere Schwester in einer Werft für Kriegsschiffe. Ihr größter Wunsch, ist es Berufstaucherin zu werden, Zugleich sucht sie nach ihrem aus dem Leben verschwundenen Vater, der ihr immer noch sehr fehlt. Die Geschichte wird in drei Erzählsträngen erzählt, aus der Sicht der Protagonistin Anna, ihres Vaters und des kriminellen Dexter Styles. Das Buch ist eine Geschichte der Emanzipation und gibt einen Einblick in die Rolle der Frau im Zweiten Weltkrieg. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und man hat den Eindruck in New York der 30iger und 40iger Jahre zu leben. Es ist ein sprachlich anspruchsvoller Roman, den ich gern weiter empfehlen kann.
Ein ungewöhnlicher Blick auf die 40er Jahre und die damaligen Navy Hafenanlagen
von nil_liest - 16.10.2018
Welche Bilder prasseln einem ins Hirn wenn man an die 40er Jahre denkt? Krieg, genau! Und welche Bilder werden bei dem Gedanken an New York freigesetzt? Skyscraper, Times Square, Wall Street, Central Park und vieles mehr, richtig. Was passiert nun, wenn man sich in das New York der 40er Jahre versetzt und dann auch noch die Navy Hafenanlage in den Fokus nimmt? Genau - mind blowing! Jennifer Egan zeigt uns New York aus einem unbekannten Blickwinkel mit ihrem Roman ¿Manhattan Beach`. Im Grunde auch eher Brooklyn, aber eben auch New York! Dieser Blickwinkel ist so völlig anders ist als was man sonst literarisch über New York in die Hände bekommt. Manhattan Beach ist witzigerweise ein Abschnitt in Brooklyn auf des weltbekannten Coney Island, man müsste praktisch heutzutage an der Haltestelle Brighton Beach aussteigen und noch weiter den letzten Zipfel zu erkunden. Der Roman hat also schon mal ein ungewöhnliches Setting. Jetzt nehme man noch eine junge Frau dazu, Anna, die ein sehr offener und feministischer Charakter ist, die damals sicherlich eher als schwierig und aufmüpfig wahrgenommen wurde. Anna, die in dieser Zeit auch noch in den Navy Docs arbeitet und eben mehr will als die Damen um sie herum. Und nun, ein Geheimnis muss es geben, ihr Vater verschwindet spurlos als Anna ein Teenager ist¿ Mit hat der Roman gut gefallen, weil er mir das Eintauchen in eine vergangenen Welt ermöglich hat, die ich so bisher nicht wahrgenommen habe. Nur auf Rundfahrten um Manhattan Island wird die Navy Werft erwähnt, aber ich schenkte dem wenig Beachtung. Fatal, wenn man die riesige Anlage von einst mit diesem Roman begreifen lernt. Was macht den Roman aus? Vor allem der Schreibstill den Jennifer Egan, selbst in der Übersetzung, so überzeugend liefert, macht den Roman großartig. Sie schreibt einerseits melancholisch, aber so gar nicht kitschig, obwohl die Romanfiguren zum Teil harte Schläge ertragen müssen. Auch die Bilder die sie heraufbeschwört sind gut eingeflochten und wirken weder überfrachtend noch deplatziert. Fazit: Ein schönes Stück Literatur. Lesenswert für jedermann!
Anders als erwartet
von Buecherfreund - 15.10.2018
Ich hatte eigentlich einen Roman über eine Frau erwartet, die für ihre Träume kämpft und sich in der Männerwelt des Tauchens in den 40er Jahren behauptet. Doch ich hatte vielmehr den Eindruck, dass dieser Erzählstrang nur nebensächlich ist anstatt Hauptthema. Das Buch ist in insgesamt drei Erzählstränge aufgeteilt, von dem einer von Anna und ihrer Familie handelt. Ein weiterer geht um Eddie, einem Nachtclubbesitzer, der in der Unterwelt New Yorks zuhause ist und für den auch Annas Vater gearbeitet hat, der verschwunden ist. Der dritte Erzählstrang verfolgt die Geschichte von Annas Vater, die ich noch am interessantesten fand. Ich finde, dass das Buch Potential verschenkt hat, denn der Klappentext verspricht eine tiefgehende Geschichte mit starken Charakteren. Doch ich muss sagen, dass die drei Geschichten eher oberflächlich behandelt werden. Anstatt tiefer zu gehen verliert sich die Autorin in langatmigen Beschreibungen. Dadurch konnte ich zu den Charakteren keine richtige Verbindung herstellen, weil sie oberflächlich blieben. Es ist schade, dass sich die Autorin hier nicht auf die Hauptgeschichte konzentriert hat. Normalerweise mag ich es, wenn sich verschiedene Erzählstränge miteinander verweben und am Ende ein großes Ganzes ergeben. Doch die Autorin konnte mich hier leider nicht überzeugen, so dass mir das Buch als Bruchstücke dreier Geschichten in Erinnerung bleiben wird. Schade, da ich schon so viel Gutes über die Autorin gehört hatte. Mich konnte die Autorin leider nicht überzeugen.
Episch und sehr amerikanisch
von KrimiElse - 08.10.2018
Die Pulitzerpreisträgerin Jennifer Egan hat mit ihrem neuesten Roman "Manhattan Beach" ein vielschichtiges, spannendes und sehr amerikanisches Buch geschrieben, das Familiengeschichte, Frauenschicksal und ein Sittengemälde New Yorks in den 30er und 40er Jahren in sich vereint und sich locker wegliest. Wer allerdings höchsten Anspruch erwartet, wird enttäuscht werden, allerdings ist ihr Stil gewohnt gekonnt, ihre Recherchearbeit zum Buch äußerst gründlich und die fast episch zu nennende Geschichte verknüpft Wahrheit und Fiktion so geschickt, dass ein Buch vorliegt, bei dem das Lesen großes Vergnügen bereitet. Im Mittelpunkt der in den 1930er und 1940er Jahren spielenden Geschichte steht die junge Anna Kerrigan, die für Kriegszwecke in der Marinewerft arbeitet. Ihre Mutter kümmert sich um die schwerstbehinderte Schwester Lydia, ihr Vater Eddie ist verschwunden. Annas Leben ändert sich, als sie einen Taucher beim Übungsgang beobachtet, sie kämpft mutig und sehr entschlossen darum, Marinetaucherin zu werden. Und sie trifft Dexter Styles, Verbrecher, Nachtclubbesitzer und Syndikatsmitglied. Für ihn hatte ihr Vater Eddie gearbeitet, bevor er verschwand. Anna ist als Frauenfigur gezeichnet, die in einer Männerwelt ihren Weg sucht und eisern verfolgt. Sie hat es dabei nicht leicht und muss viele Rückschläge hinnehmen, die immer mit Vorurteilen ihrer Vorgesetzten zu tun haben, nie mit ihren mangelnden Fähigkeiten, denn alle Herausforderungen des Taucherberufes meistert sie gekonnt. Jennifer Egan schreibt mit der Geschichte der Marinetaucherin Anna eine eindringliche Hommage an Frauen, die in Männerberufen bestehen, sich ihren Weg erkämpfen müssen. Sie taucht dazu in die Vergangenheit eintaucht und ergänzt diese durch Fiktion. Denn in der Realität gab es zu dieser Zeit nie Frauen, die als Taucherinnen in der Marine waren. Ein großer Teil der Handlung spielt im Gangstermilieu, Anna ist auf der Suche nach ihrem Vater Eddie, und der Erzählstrang über ihn verfolgt seine Kindheit im Heim zu zwielichtigen Geschäften im Gewerkschafts- und Mafia-Umfeld. Gekonnt verbindet die Autorin die verschiedenen Ebenen des Buches, allerdings erfordert das Lesen große Aufmerksamkeit, denn die Szenenwechsel und Übergänge bewegen sich hart an der Grenze des "Zuviel", da die Autorin auch öfters Trips in die Vergangenheit und zurück einbaut. Ich habe diesen ungewöhnlichen Roman sehr gerne gelesen, und auch wenn der Stoff für mehr als ein Buch gereicht hätte schaffte Jennifer Egan es die ganze Zeit, mich zu fesseln und zu beeindrucken. Völlig zu recht wurde ihr Buch mit Erscheinen in den USA von der Presse gefeiert und stand auf der New York Times-Bestsellerliste.
Eine Frau geht ihren Weg
von leseratte1310 - 07.10.2018
Anna Kerrigan lebt mit ihrer Mutter und der behinderten Schwester Lydia 1942 in New York. Ihr Vater ist seit Jahren verschwunden. Die Männer sind an der Front und die Frauen übernehmen die Arbeit in den Fabriken und auf der Werft, so wie Anna. Als Anna einen Taucher beobachtet, setzt sie alles daran, Marinetaucherin zu werden. Sie möchte die Kriegsschiffe in den Docks unter Wasser reparieren. Eigentlich unvorstellbar und doch spielt die Zeit ihr in die Hände, denn immer mehr Männer wurden eingezogen. Die Weltwirtschaftskrise hat den Menschen zugesetzt und man macht sich nicht viele Gedanken, wenn man einen Job haben konnte. Da Annas Mutter sich um Lydia kümmern musste, nahm der Vater Gelegenheitsjobs an und geriet so an Dexter Styles, eine sehr zwielichtige Gestalt. Anna hatte Dexter früher mal getroffen. Dann war Eddie plötzlich verschwunden. Als Anna Dexter Styles wiedertrifft, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Vater und bekommt es so mit der New Yorker Unterwelt zu tun. Das Buch liest sich sehr angenehm. Ich mochte Anna, die weiß was sie will und dafür kämpft, ihr Ziel zu erreichen. Dabei muss sie durchaus auch Rückschläge einstecken. Aber sie zeigt den Männern, was in ihr steckt. Auch die Suche nach ihrem Vater betreibt sie trotz der Gefahren zielstrebig. Aber auch die anderen Figuren sind interessant und authentisch dargestellt und so zeigen selbst Bösewichte schon mal auch eine nette Seite. Mit diesem Buch taucht man ein in das pulsierende Leben im New York der 30er und 40er Jahre. Es zeigt die überschäumende Lebensfreude und auch die Schattenseiten. Mich hat dieser Roman von Anfang an gepackt. Auch wenn es schon mal ein paar Längen gab, war die Geschichte dennoch spannend. Ein interessanter und spannender Roman, der mich gut unterhalten hat.
Das Verborgene unter der Oberfläche
von Klaraelisa - 03.10.2018
Jennifer Egans neuer Roman "Manhattan Beach" ist im New York der 30er und 40er Jahre angesiedelt. Die Menschen leben mit den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkriegs. Im Mittelpunkt steht die junge Anna mit ihren Eltern Eddie und Agnes und der jüngeren behinderten Schwester. Als 11jähriges Mädchen begleitet sie ihren Vater eines Tages zu dem reichen Gangster Dexter Styles. Worin die Arbeit ihres Vaters für diesen Mann besteht, weiß das Kind nicht. Vier Jahre später verschwindet der Vater spurlos, und Agnes und ihre Töchter sind auf sich allein gestellt. Mit 19 arbeitet Anna in der Werft. Sie nimmt Messungen vor, möchte aber viel lieber eine Tauchausbildung machen und Kriegsschiffe in der Werft reparieren. Es dauert eine Weile, bis ihre Hartnäckigkeit zum Erfolg führt und man sie einstellt. Sie schließt Freundschaft mit einer jungen Frau, die sie in eine Bar mitnimmt. Dort sieht sie Dexter Styles wieder. Sie sucht Kontakt zu ihm, weil sie zu Recht vermutet, dass er etwas über den Verbleib ihres Vaters weiß. Dexter und Anna kommen sich näher. "Manhattan Beach" ist ein historischer Roman mit Krimielementen. Einerseits bekommt der Leser ein Bild vom Leben in der damaligen Zeit: den Lebensbedingungen der Menschen zu Kriegszeiten, der Stellung der Frau in der amerikanischen Gesellschaft und der Macht der Gangstersyndikate. Andererseits wollen Anna und der Leser wissen, was mit ihrem Vater passiert ist. Erzählt wird aus drei verschiedenen Perspektiven, der von Anna, Dexter und Eddie und auf wechselnden Zeitebenen. Wichtige Informationen hält die Autorin bis fast zum Schluss zurück. Auch dadurch wird Spannung aufgebaut, denn der Leser begreift nur allmählich, wie eng die drei Schicksale verknüpft sind und welche Geheimnisse die Protagonisten sorgsam verbergen. Egan legt einen sehr interessanten Roman vor, der allerdings wegen der sehr detaillierten Beschreibung von Tauchgängen und der benötigten Tauchausrüstung etwas Geduld und Durchhaltevermögen erfordert. Mir hat das Buch gut gefallen.
Rezension
von StephanieP - 14.09.2018
Anna lebt zu Beginn der vierziger Jahre in New York und während alle Männer im Krieg sind, arbeitet Anna gemeinsam mit anderen Frauen in der Werft ab Kriegsschiffen. Doch Anna hat einen großen Traum: Sie möchte Taucherin im New Yorker Hafen werden und dort die Kriegsschiffe reparieren. Leider scheint dieser Traum sehr unrealistisch, da dies ein Beruf für Männer ist. Anna kümmerst sich aufopfernd um ihre behinderte Schwester und macht sich zudem auf die Suche nach ihrem verschollenen Vater, dessen Spur sich in der kriminellen Unterwelt New Yorks verliert. Jennifer Egans Schreibstil ist flüssig und fesselnd. Zu Beginn fand ich das Buch etwas langatmig, was sich allerdings bald änderte. Von da an konnte ich es kaum zur Seite legen und war von der Handlung wirklich mitgerissen. Leider kommt es immer wieder im Laufe der Handlung zu kurzen Längen, welche allerdings nie lange dauern. Das Buch ist meiner Meinung nach anspruchsvoll und lässt sich daher nicht schnell nebenbei lesen, aber 'Manhattan Beach' ist es absolut Wert sich die Zeit zum Lesen zu nehmen. Die einzelnen Protagonisten sind authentisch und unglaublich vielschichtig. Alle Protagonisten haben sowohl gute und liebenswürdige als auch schlechte Seiten. Sogar die kriminellen Charaktere aus der New Yorker Unterwelt hatten immer wieder sympathische Züge. Selten, dass ich ein Buch gelesen habe, in welchem die Charaktere so gelungen und glaubwürdig beschrieben waren. Allen voran Anna wuchs mir sofort ans Herz, da sie eine wirklich starke Persönlichkeit ist, die sich durch nichts aus der Bahn werfen lässt und für ihre Träume und Ansichten kämpft. 'Manhattan Beach' ist anders als von mir erwartet, aber dennoch unglaublich mitreißend und lesenswert. Ich hätte nicht erwartet, dass die Suche nach dem Vater so viel Platz einnimmt, aber gerade diese Suche hat mir besonders gut gefallen. Wer gerne Bücher über starke Frauen lesen möchte, der wird große Freude mit dem Buch haben. Ich werde auch in Zukunft gerne zu Büchern der Autorin greifen. FAZIT: 'Manhattan Beach' ist ein fesselnder und berührender Roman über eine unglaublich starke Frau. Ich hatte große Freude mit dem Buch, obwohl es hin und wieder ein paar Längen gab. Daher vergebe ich 4 Sterne!
Eine starke Frau, die ihresgleichen sucht
von Anonym - 05.09.2018
Ich bin ganz verliebt ins Cover und es passt wie die Faust aufs Auge. Ich habe mich dem Schreibstil verloren und zwar auf eine positive Weise. Ich möchte damit sagen, das ich mich immer die Zeit, in der das Buch spielt, versetzt gefühlt habe. Das Buch ist so voller Fakten und Informationen, dass ich nur meinen Hut vor der Recherchearbeit ziehen kann. Das Buch spielt um den zweiten Weltkrieg herum. Es geht um eine mutige und starke junge Frau, die sich nicht von ihren Zielen abbringen lässt. Anna hat bei mir einen starken Eindruck hinterlassen. Das Buch hat mich auch mit seiner Detailgenauigkeit beeindruckt, die Autoin meinte auch zu Beginn des Buch, dass sie diese alten Taucheranzüge anziehen durfte. Da ich selber tauche, kann ich mir ungefähr vorstellen, was es bedeutet haben muss damit zu tauchen. Für mich war das Buch ein wirkliches gelunger Roman, in dem alles vorhanden war. Eine ganz klare Empfehlung für dieses toll Buch, welches allerdiungs ca 500 Seiten hat, also bitte etwas mehr Zeit einplanen. ^^
Eine Autorin, die ihr Handwerk versteht!
von skandinavischeleserin - 05.09.2018
Meinung : Dies ist mein erstes Buch, der hochgelobten und mit Preisen überhäufen amerikanischen Schriftstellerin Jennifer Egan. Bereits auf den ersten Kapitel war ich vollkommen im Bann der Geschichte versunken, selten hatte ich ein solch starkes Gefühl, eine solch starke emotionale Bindung zu der erzählten Geschichte, dass ich beinahe vergaß, dass ich ein Buch in der Hand hielt. Und genau hier liegt das Talent von Jennifer Egan, ihr unverwechselbarer Schreibstil, der mich von Seite eins an in seinen Bann zog und mir ein wohlwollendes und sehr heimisches Gefühl während des Lesens vermittelte. Was mich ganz besonders an diesem Buch faszinierte, war der neue Blickwinkel, welchen wir geboten bekamen. Zwar spielt diese Geschichte, in einer, in der Literatur oft behandelten Zeit, dem zweiten Weltkrieg, dennoch bekommen wir durch die junge Frau Anna, andere Einblicke, die sehr emotional und interessant sind. Auch wenn ich mir an der ein oder anderen Stelle, intensivere Einblicke in genau dieses Leben, als Marinetaucherin gewünscht hätte, für mich verlegte sich der Fokus zu häufig auf Annas private Verstrickungen und Probleme, wodurch die Geschichte etwas zu viele triviale Aspekte bekam. Dennoch ist die Zeit und deren Begebenheiten sehr gut, sehr authentisch geschildert, wodurch der Leser sich unsagbar gut mit den Charakteren identifizieren kann und gerade die Charaktere sind wirklich sehr sehr schön ausgearbeitet. Trotz der großen erzählerischen Stärke der Autorin, begann die Geschichte als "literarisch sehr hochwertiges Werk", entwickelte sich in meinen Augen allerdings leider zu einem sehr schönen und dennoch sehr trivialen Werk. Fazit : Für mich ein sehr guter Unterhaltungsroman, dessen Stärken sicherlich im Schreibstil der Autorin und in ihren Charakteren liegt. Dennoch hatte ich mir einen literarischeren Aufbau der Handlung gewünscht, bekam allerdings nur einen sehr dem Mainstream folgenden, trivialen Stoff. Dennoch ein Roman, der mir unsagbar viel Freunde bereitet hat und den ich auch nur weiterempfehlen kann, 4 Sterne !
Abgetaucht
von Fornika - 01.09.2018
New York, Anfang der 1940er: die taffe Anna muss wie viele Frauen die Jobs der Männer übernehmen, die in Übersee an der Front sind. Sie arbeitet in der Marinewerft, noch allerdings am Fließband. Sie wünscht sich sehnlichst den Job als Taucherin, ein Novum. Auch zuhause erwartet sie ein anstrengender Alltag, hat der Vater doch die Familie verlassen und Anna muss sich gemeinsam mit ihrer Mutter um die behinderte Schwester kümmern. Ich fand den Ausflug in diese Zeit sehr spannend, die Situation in einem Kriegsland weit ab von der Front. Auch über die Taucherinnen der Marinewerft wusste ich vorher quasi nichts, habe einiges dazugelernt. Trotzdem hätte ich mir doch erhofft, dass der Fokus etwas mehr auf diesem Thema liegt, es nimmt doch sehr viel weniger Raum ein als erwartet. Der Zeitkolorit wirkt sehr authentisch und bildhaft, die Stimmung der Bevölkerung wird gut wiedergegeben, auch die Ausflüge in die Welt von Glamour oder zwielichtigen Nachtclubs gelingen der Autorin sehr gut. Den Erzählstil mochte ich sehr, den Aufbau der Handlung weniger. Immer wieder gibt es Rückblicke und noch mehr Rückblicke, die Perspektive wechselt nicht immer nachvollziehbar zwischen drei Personen hin und her. Mir war das zwischenzeitlich zu gewollt. Mir war zudem das Ende ein bisschen zu mainstream, das passte nicht so gut zum Rest der außergewöhnlichen Handlung. Insgesamt für mich ein nicht ganz runder Roman, der trotzdem auch einiges zu bieten hat.
Für mich persönlich enttäuschend
von Bellis-Perennis - 31.08.2018
Anhand der Leseprobe habe ich mir ganz etwas anderes erwartet. Wir haben es hier mit drei Erzählsträngen zu tun, die sich in der Vergangenheit und Gegenwart mehrfach kreuzen. Wir erhalten Einblick in das Leben von Dexter Styles, Eddie Kerrigan und dessen Tochter Anna. Dexter baut der unter dem Deckmäntelchen eines Gewerkschaftsfunktionärs in den 1930er Jahren in New York ein Verbrechersyndikat auf. Eddie ist mit seiner Frau, einer ehemaligen Tänzerin und den zwei Töchtern, von denen eine noch dazu behindert ist, überfordert. Als er beim großen Börsenkrach sein kleines Vermögen verliert, wendet er sich an Dexter. Dann verschwindet er plötzlich. Er wird von seiner Familie für tot gehalten. Anna, die sich rührend um ihre Schwester Lydia kümmert, arbeitet auf der Schiffswerft, die kriegswichtige Maschinenteile herstellt. Sie träumt davon Taucherin zu werden. Als Kind hat sie Dexter bereits kennengelernt und trifft ihn, nun erwachsen, in einem seiner Nachtclubs wieder, ohne ihre Bekanntschaft zu erwähnen. In zahlreichen Rückblicken in die Jugend von Dexter und Eddie schweift die Autorin weit von der aktuellen Handlung ab. Ich habe geglaubt, ein falsches Buch erhalten zu haben, denn die Szene des Probetauchens, mit der die Leseprobe für das Buch geworben hat, ist erst lange nach dem Anfang zu lesen. Die Tauchszenen, die mich fasziniert hätten, sind sehr kurzgehalten. Am spannendsten sind für mich noch die bangen Tage des Schiffbruchs. Ich habe zu keinem der Charaktere einen Zugang gefunden. Sie sind mir ziemlich fremd geblieben. Auch das versprochene Feeling der 1930er und 1940er Jahre ist bei mir ausgeblieben. Streckenweise habe ich mich zwingen müssen, weiterzulesen und das passiert mir selten. Fazit: Für mich persönlich eine rechte Enttäuschung, der ich leider nur 2 Sterne geben kann.
Ein außergewöhnlicher Roman und nicht aus der Hand zu legen!
von sk - 29.08.2018
Klappentext: Tauchen Sie ein in das vibrierende New York der 30er und 40er Jahre, folgen Sie einer unvergesslichen Heldin in eine Zeit, in der alles auf dem Spiel steht. New York - von der Marinewerft in Brooklyn zu den schillernden Nachtclubs in Manhattan, von den Villen auf Long Island zu den Absteigen in der Bronx. 1942 sind die Männer an der Front, die Frauen stehen in der Fabrik. Aber Anna möchte ein besseres Leben. Seitdem der Vater verschwunden ist, sorgt sie für ihre Mutter und die pflegebedürftige Schwester. Während Anna den Vater nicht vergessen kann, verfolgt sie bestimmt ihren großen Traum: Unter die gigantischen Kriegsschiffe an den Docks möchte sie tauchen, um sie zu reparieren. Ein Beruf zu gefährlich für eine Frau - genauso wie die New Yorker Unterwelt, in der sich die Spur ihres Vaters verlor. Meine Bewertung: Zum Cover: Das Cover passt ideal zum Roman und gefällt mir sehr sehr gut! Im Vordergrund sieht man einen Teil eines Schiffes - es wirkt so, als ob man als Betrachter auf diesem Schiff steht und in die Szenerie im Hintergrund blickt. Dort erkennt man Manhattan, die Skyline, viele Häuser, eine der zahlreichen Brücken New Yorks, zwei Schiffe und natürlich den Hudson River. Zum Inhalt: Der historische Roman, Manhattan Beach , spielt im vibrierenden New York der 30er und 40er Jahre. In den Wirren der Kriegszeit begleiten wir Anna, die ihren großen Traum Realität werden lässt. Sie möchte unter gigantische Kriegsschiffe an den Docks tauchen, um sie zu reparieren. Doch dieser Beruf ist zu gefährlich für eine Frau. Dennoch thematisiert dieser Roman zwei Elemente: einerseits den eigenen Traum niemals aufgeben. Andererseits aber auch die Suche nach der eigenen Vollkommenheit. Denn Annas Vater Eddie ist verschwunden und Anna kann ihn einfach nicht vergessen. Zum Schreibstil: Der Schreibstil von Jennifer Egan hat mir sehr gut gefallen. Dieser ist sehr flüssig, bildlich, realistisch, emotional und einfach nur mitreßend. Und doch ist der Schreibstil an der damligen Zeit angepasst, sodass man das Gefühl hat, mitten im New York der 30er und 40er Jahre zu sein. Das Buch lässt sich nicht aus der Hand legen! Die Autorin Jennifer Egan hat für ihren neuen Roman sehr viel und jahrelang recherchiert, aber anhand ihres unglaublichem Schreibstils spürt man dies während des Lesens nicht! Die Fakten fließen wie selbstverständlich in den Text hinein, und doch merkt man diese jahrelange Recherche diesem Roman an. Dieser historischer Roman hat insgesamt einunddreizig Kapitel. Außerdem erfährt man als Leser zuerst über die Kindheit der Protagonistin Anna, dann von Anna als 19-jährige. Auch Rückblicke aus der Kindheit ihres Vaters schmücken die Geschichte aus. Die Charaktere und Darstellungen der damaligen Zeit sind sehr authentisch. Besonders gefällt mir Anna als Charakterin, die eine starke Frau und Persönlichkeit ist und sich aufopfernd um ihre kleine, schwerstbehinderte Schwester kümmert. Auch hat mir das Interview mit der Autorin am Anfang des Buches gefallen. In diesem beschreibt Egan, warum es ihr Herzenswunsch war, dieses Buch zu schreiben. Ich finde auch das Inband des Romans echt passend! Mein Fazit: Die Pulitzerpreisträgerin Jennifer Egan hat mit Manhattan Beach einen großen, komplexen und ausdrucksvoller Roman gelungen. Dabei ist es ein außergewöhnlich gut recherchierter, exzellent geschriebener und emotional überzeugender Pageturner!! Manhattan Beach gehört für mich zum Lesehighlight diesen Jahres unbedingt mit dazu! Dementsprechend gebe ich 5/5 Sterne und spreche eine sehr große Leseempfehlung aus!! Danke an vorablesen.de und dem S.Fischer - Verlag für die Bereitstellung des Rezensionexemplares!
Ein Monumentalwerk
von hasirasi2 - 29.08.2018
Eddie Kerrigan arbeitet in Manhattan für die "Gewerkschaft", trägt Grüße und Briefe aus, oft begleitet von seiner Tochter Anna. Einer der Männer, Dexter Styles, bleibt ihr besonders in Erinnerung. Dass die "Gewerkschaft" in Wahrheit die Mafia ist, begreift Anna erst Jahre später, als ihr Vater schon lange verschwunden (tot?) ist und sie Dexter als Besitzer eines Nachtclubs wiedererkennt. Natürlich fragt sie ihn nach Eddie und ebenso natürlich bekommt sie keine richtige Antwort. Inzwischen schreiben wir das Jahr 1942, der 2. Weltkrieg ist im Gange und Frauen können plötzlich fast alles werden. Aber auch Taucher in den Docks der Kriegsmarine? Anna kämpft hart dafür. Nicht nur, weil der Job gut bezahlt wird und sie ihre Mutter und die pflegebedürftige Schwester unterstützt, sondern weil sie es wirklich will. Ich bin ehrlich, dieses Buch hat mich zeitweise etwas erschlagen. Ausgehende vom Klappentext und der Leseprobe hatte ich etwas ganz anders erwartet - Annas Geschichte und die Suche nach ihrem Vater. Aber alles beginnt viel früher. Mit Eddies Leben als Laufbursche im Restaurant seines Vaters, wie er seine Frau fand, eine Familie gründete, groß herauskam und beim Börsencrash alles verlor. Auch Dexter hat sich vom Handlanger zum Boss hochgearbeitet, die Tochter eines reichen Bankiers geheiratet und dient als Mittler zwischen beiden Welten (Legalität und Illegalität) - das haben er und Eddie gemeinsam. Annas Kampf gegen Vorgesetzte und Vorurteile darum, Tauchen zu dürfen, ist nur ein winziger Teil des Buches. Eigentlich geht es ums große Ganze. Den Krieg, das Lebensgefühl, Einzelschicksale. Trotzdem habe ich mir Anna als Hauptperson ausgesucht, weil sie mich am meisten beeindruckt, ihr Schicksal mich gefesselt hat. Sie will mehr aus ihrem Leben machen. Nicht nur einen Mann finden der sie aushält oder heiratet, wie es sich die anderen Mädchen in der Werft wünschen. Nicht nur Sekretärin sein. Und Anderssein macht einsam. Sie ahnte, wie leicht sie in eine Ritze der verdunkelten Stadt gleiten und darin verschwinden konnte." (S. 228) Vor allem in der zweiten Hälfte gab es Passagen, die mir leider zu weitschweifig und langatmig waren, seitenlange Rückblenden und Gespräche zum Beispiel. Hier hat die Autorin m.E. zu viel von dem reingepackt, was sie bei ihren Nachforschungen entdeckt hat und manchmal ist weniger dann doch mehr. In meinem Leseexemplar steht vorab ein wirklich interessantes Interview mit der Autorin. Ich hoffe, dass es auch in den "normalen" Büchern abgedruckt ist, da sie viel über ihre Intension und Recherche erzählt. Fazit: Obwohl ich eigentlich etwas anderes erwartet hatte und mich das Buch nicht durchgehende fesseln konnte, hat mich Annas Leben tief beeindruckt. Ein komplexes, umfassend recherchiertes Werk über Manhattan in den 30er und 40er Jahren.
Volle Kraft voraus!
von liesmal - 29.08.2018
Die Geschichte von Anna hat mir sehr gut gefallen. Bewundernswert, mit welchem Eifer, mit welcher Verbissenheit und Entschlossenheit sie ihr Ziel verfolgt, Taucherin zu werden. Auf der anderen Seite ist sie der Familienmensch der sich hingebungsvoll ihrer kleinen pflegebedürftigen Schwester Lydia widmet, in die Anna sich so hingebungsvoll hineinversetzen kann, dass es einfach nur schön ist. Gern hätte ich mir diesen Teil - um Anna - etwas ausführlicher gewünscht. Sehr gut hat mir die auch Erzählung von Annas Vater Eddie gefallen, die zum großen Teil spannend, an einigen Stellen aber auch sehr gefühlsbestimmt war. Alles andere, was selbstverständlich zur Beschreibung von "Manhattan Beach" interessant und wissenswert ist, hat für mein Empfinden einen zu großen Raum eingenommen und ist teilweise zu ausführlich beschrieben worden.
Ann und ihr Weg zur Taucherin
von spozal89 - 28.08.2018
Im Schatten der großen Marinewerften von New York wächst die junge Anna heran. Die Weltwirtschaftskrise hat auch ihre Familie nicht verschont. Die Mutter sitzt über Näharbeiten, während der Vater Botengänge zwischen den Nachtclubs der Mafia und Villen der Reichen erledigt - bis er irgendwann verschwindet. Wenige Jahre später ist die Welt im Krieg, und Anna zur Alleinversorgerin der Mutter und ihrer behinderten Schwester geworden. Während sie den Vater nicht vergessen kann, verfolgt sie ihren Traum: Als Marinetaucherin will sie unter die gigantischen Kriegsschiffe an den Docks tauchen und sie reparieren. Eine der gefährlichsten Berufe während des zweiten Weltkriegs - und ein Tabu für Frauen. Doch Anna schwimmt gegen den Strom. Insgeheim immer auf der Suche nach dem verschollenen Vater und angezogen vom Meer, das für diesen eine Landschaft der verlorenen Dinge war. Manhattan Beach ist das erste Buch, dass ich von der Autorin gelesen habe. Das Setting hat mich angezogen, da ich ein unglaublicher New York Fan bin und Wasser einfach mein Element ist. Erwartet habe ich einen gut detaillierten, mitreißenden historischen Roman, doch leider war ich nicht so gefesselt wie gewünscht. Der Schreibstil der Autorin war mir teilweise zu aufgesetzt und zu gewollt und manche Stellen waren mir viel zu langatmig. Zudem war mir der Erzählstrang über die Mafia zu viel des Guten. Bei den Zeitsprüngen war ich leider auch oftmals ein bisschen verwirrt und vieles wirkte nicht glaubhaft für mich. Zwar ist Anna ein wirklich starker Charakter, und für die damalige Zeit oder im allgemeinen sehr mutig, allerdings wurde ich auch bis zum Ende des Buches nicht richtig warm mit ihr. Interessant war aber dennoch, wie sie es schafft sich in der Welt der Männer zu beweisen und wie sie es schafft ihren Traum zu verwirklichen. Leider kann ich mich den vielen positiven Meinungen nicht anschließen und vergebe daher nur zwei Sterne.
Die Taucherin
von abendhauch - 28.08.2018
Im New York der 40er Jahre will sich Anna ihren Traum erfüllen, sie möchte Berufstaucherin werden. Ein ungewöhnlicher Traum für diese Zeit, doch Anna ist eine Kämpferin, die vom Leben schon viel einstecken musste. Ihr Vater verlässt ohne Abschied die Familie und lässt sie, die Mutter und die behinderte Schwester zurück. Was ganz vielversprechend klang, konnte mich leider nicht überzeugen. Aus einer Geschichte über eine junge Starke Frau wurde eine Geschichte über einen Vater der unzufrieden mit sich und seinem Leben ist. Einem Gangster der nur ein bisschen Böse ist und gerade mal am Rande erfahren wir von Anna die praktischer weise immer die richtigen Menschen kennen lernt damit die Geschichte weiter gehen kann. Kurzum die Geschichte wirkte auf mich, einfach nicht glaubhaft.
Die See, die See
von cosmea - 25.08.2018
Jennifer Egans neuer Roman "Manhattan Beach" ist zugleich historischer Roman und Krimi. Die Autorin zeichnet ein gut recherchiertes Porträt von New York zur Zeit der Wirtschaftskrise und während des Zweiten Weltkriegs. Eddie Kerrigan, der Vater der Protagonistin Anna, arbeitet zunächst als Laufbursche für einen Gewerkschaftsboss, später für Dexter Styles, einen reichen und mächtigen Gangster, der verschiedene Nachtclubs besitzt. Eines Tages begleitet die 11jährige Anna ihren Vater zum Anwesen der Styles und lernt dessen Familie kennen. 8 Jahre später ist der Vater seit 5 Jahren spurlos verschwunden. Anna kümmert sich mit Mutter Agnes um die schwerstbehinderte jüngere Schwester Lydia. Zunächst führt sie in der Werft Messungen durch, dann bewirbt sie sich als erste Frau um eine Ausbildung als Taucherin - anfangs vergeblich. In dieser reinen Männerdomäne will man keine Frauen. Doch eines Tages überwindet sie alle Widerstände und repariert von da an mit ihren Kollegen Kriegsschiffe in der Werft. Als sie eines Tages einen Nachtclub besucht, sieht sie Dexter wieder, der sie aber nicht erkennt. Sie bemüht sich um Kontakt zu ihm, weil sie glaubt, dass er etwas über den Verbleib ihres Vaters weiß. Anna hat nie aufgehört, nach ihm zu suchen, ihn zu vermissen. Sie ist überzeugt, dass er wegen seiner Tätigkeit für das Syndikat sterben musste. Dexter Styles hat tatsächlich Informationen für sie. Dexter und Anna fühlen sich zueinander hingezogen und bringen sich damit in Lebensgefahr. Der vielschichtige Roman wird aus drei verschiedenen Erzählperspektiven mit mehreren Wechseln der Zeitebene erzählt. Der Leser blickt aus Annas, Eddies und Dexters Sicht auf die Ereignisse. Jeder der drei hat ein Geheimnis. Ihre Schicksale sind unauflöslich miteinander verknüpft, wie erst allmählich deutlich wird. Neben der Krimihandlung gewährt die Autorin Einblick in den zeitgenössischen Kontext: die Kriegsereignisse ebenso wie die Stellung der Frau in der damaligen Gesellschaft, die Rolle der Gewerkschaften und des organisierten Verbrechens. Sehr detaillierte Beschreibungen von Tauchgängen samt Ausrüstung und den mit der Arbeit in der Tiefe verbundenen Gefahren zeigen, dass Egan auch hier sehr gründlich recherchiert hat. Neben den genannten Figuren ist jedoch das Meer der heimliche Protagonist dieses Romans, denn nicht das städtische New York steht im Mittelpunkt, sondern Brooklyn und Manhattan Beach. Die Autorin teilt die Faszination ihrer Protagonisten für den Sehnsuchtsort Meer und seine symbolische Bedeutung, seine reinigende und erneuernde Kraft, aber auch seine sichtbare Oberfläche mit einem verborgenen Untergrund, die die Ereignisse auf der Handlungsebene spiegelt. Mir hat der auch sprachlich anspruchsvolle Roman gut gefallen. Spannung bezieht er vor allem aus der Tatsache, dass die verschiedenen Erzählstränge erst gegen Ende zusammengeführt und erst dann alle zurückgehaltenen Antworten gegeben werden. Der Leser braucht etwas Geduld, aber es lohnt sich.
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