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Müller haut uns raus

Roman.
Buch (gebunden)
In Jochen Schmidts erstem Roman befindet sich der Ich-Erzähler in einer fatalen Situation: Er leidet an einer halbseitigen Gesichtslähmung, kann deshalb nur noch grinsen und muß ins Krankenhaus. Die Ursache für diese Erscheinung kann entweder Streß o... weiterlesen
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Produktdetails
Titel: Müller haut uns raus
Autor/en: Jochen Schmidt

ISBN: 3406486991
EAN: 9783406486999
Roman.
C.H.Beck

August 2002 - gebunden - 350 Seiten

Beschreibung

In Jochen Schmidts erstem Roman befindet sich der Ich-Erzähler in einer fatalen Situation: Er leidet an einer halbseitigen Gesichtslähmung, kann deshalb nur noch grinsen und muß ins Krankenhaus. Die Ursache für diese Erscheinung kann entweder Streß oder die Entspannung nach Streß sein, und ähnlich klar fällt auch die Selbstanalyse des Helden aus. Irgendetwas ist schief gelaufen, und weil sein Körper nicht mehr weiterzuwollen scheint, läßt er die Jahre nach der Wende noch einmal Revue passieren. Er wollte so geheimnisvoll wirken wie Heiner Müller, oder wenigstens so traurig wie J.D. Salinger, aber gleichzeitig in einer Punk-Band Gitarre spielen. Dabei gerät er in einen Kreis von Künstlern und Pseudokünstlern um den Maler Anselm und lernt dort Judith kennen, was sein Leben vom ersten Tag an verkompliziert. Er geht mit ihr in die französische Provinz, trifft dort Lucía, sein spanisches Schlamassel, und verliebt sich in Deborah, weil sie wie Woody Allen und der Break-Dance aus New York kommt. Aber seine Suche nach der Liebe scheitert immer wieder an seiner Unfähigkeit, sich zu entscheiden, und die angehäuften Erinnerungen machen ihm zusehends zu schaffen. Mit entwaffnender Selbstironie, einer bestechenden Beobachtungsgabe, mit Schwung und voller Komik erzählt Jochen Schmidt in diesem Roman, wie schwer und wie kurios es ist, in Zeiten universeller Ironie und gegen alle Widerstände sein Ziel zu verfolgen.

Portrait

Jochen Schmidt studierte Informatik, Germanistik und Romanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin. 1999 erhielt er den Open-Mike-Literaturpreis der Literaturwerkstatt Berlin. Im selben Jahr gründete er die Lesebühne Chaussee der Enthusiasten mit. 2002 wurde er mit dem Publikumspreis des Steirischen Herbstes ausgezeichnet und 2004 mit dem Förderpreis zum Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor. 2007 wurde er für den Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb nominiert.

Pressestimmen

Großartiger Erzähler Seit dem Gewinn des "Open Mike-Wettbewerbs" 1999 und dem kurz darauf erschienenen Kurzgeschichtenband "Triumphgemüse" gilt der junge Berliner Jochen Schmidt als vielversprechendes Erzähltalent. Nun hat er mit "Müller haut uns raus" einen begeisternden Debut-Roman vorgelegt, der schon fast in einer Reihe mit Salingers "Der Fänger im Roggen" oder Plenzdorfs "Die Leiden des jungen W." genannt werden darf. Jochen Schmidts offensichtlich autobiographisch angehauchter Ich-Erzähler wird im Jahr 1998, kurz vor dem fieberhaft erwarteten WM-Endspiel, von einem leicht kafkaesken Schicksalsschlag getroffen: Er erwacht mit einer halbseitigen Gesichtslähmung und wird, mit dem "Status des Leidenden" geadelt, in eben jenes Krankenhaus eingewiesen, in dem er auch geboren wurde. Da die Ärzte ratlos vor seinem Krankheitssymptom stehen, verordnet sich Schmidts Protagonist anstelle einer medizinischen Pathogenese eine radikale Erinnerungskur und lässt die Jahre nach der Wende launisch Revue passieren. In der entscheidenden Phase zwischen Jugend und Erwachsenwerden lernen wir so einen jungen Mann kennen, bei dem es keine Spur von der "Ich bin gut drauf und will meinen Spaß"-Lebensmaxime der "Generation Golf" gibt. Stattdessen begegnet uns ein nachdenklicher Zweifler und melancholischer Träumer, für den die real existierende Wirklichkeit schlichtweg eine Zumutung ist. In einer Welt ohne feste Orientierung sucht er einen eigenen Weg, ohne sich zu verbiegen und zu verraten. Denn, so fragt dieser Anti-Held schelmisch, ist es denn "ein Verbrechen, im Leben nur spazieren und lesen zu wollen?" Zusammen mit dem Ich-Erzähler streifen wir durch das noch von einem leichten nostalgischen Hauch umwehte und doch im radikalen Umbruch befindliche Ost-Berlin der Nachwendezeit. Überall tauchen hier plötzlich bunte Werbetafeln an den Häusern auf, die Curry kostet das Doppelte und die "gelben quietschenden Straßenbahnen aus Holz verschwanden am Horizont". Vor dieser plastisch geschilderten Kulisse treibt sich Schmidts Protagonist - immer schön mit Hemd und Pullover ausstaffiert - mit einer (Pseudo-) Künstler-Clique in besetzten Häusern herum, eifert mit einem "Lenin-Monolog" Heiner Müller nach, dilettiert als Gründungsmitglied der Punk-Band "Krampf und Krise" oder wirkt bei einer avantgardistischen Performance zu Kafkas "Strafkolonie" mit. Während des folgenden Studiums der Mathematik und der Romanistik bricht er mit unglaublich wenig Geld in der Tasche auf, um die weite Welt und natürlich auch die Liebe zu erkunden: Sein Weg führt ihn von einem anthroposophischen Bauernhof in der französischen Provinz über das deprimierende, neblig-nasse Brest und das sonnige Valencia bis in den ungeheuerlichen Moloch New York: "Ich war wieder einen ganzen Tag durch die Stadt gelaufen und einer Million Menschen begegnet, ohne ein Wort zu sagen." Jochen Schmidt erzählt die Geschichte seines Anti-Helden mit erfrischendem Schwung, feinem Humor und einer exquisiten Selbstironie. Durch einen genauen Blick für den Reiz der kleinen alltäglichen Dinge und Marotten schafft er eine dichte poetische Atmosphäre. Mit großer Leichtigkeit und gleichzeitigem existentiellen Tiefgang führt er uns einen Menschen vor Augen, der sich ohne Furcht und Tadel einer Welt und einem Selbst voller Rätsel und Befremdlichkeiten stellt. Denn, so heißt es ebenso augenzwinkernd wie tiefgründend: "Ein Werk schafft man nur im Krieg mit sich selbst." © Karsten Herrmann, www.Titel-Magazin.de
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