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Das Verschwinden der Stephanie Mailer

Roman. Originaltitel: La Disparition de Stephanie Mailer.
Buch (gebunden)
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Joël Dicker ist zurück - so intensiv, stimmungsvoll und packend wie "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert".--- Es ist der 30. Juli 1994 in Orphea, ein warmer Sommerabend an der amerikanischen Ostküste: An diesem Tag wird der Badeort durch ein sch … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Das Verschwinden der Stephanie Mailer
Autor/en: Joël Dicker

ISBN: 3492059392
EAN: 9783492059398
Roman.
Originaltitel: La Disparition de Stephanie Mailer.
Übersetzt von Amelie Thoma, Michaela Meßner
Piper Verlag GmbH

2. April 2019 - gebunden - 672 Seiten

Beschreibung

Joël Dicker ist zurück - so intensiv, stimmungsvoll und packend wie "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert".--- Es ist der 30. Juli 1994 in Orphea, ein warmer Sommerabend an der amerikanischen Ostküste: An diesem Tag wird der Badeort durch ein schreckliches Verbrechen erschüttert, denn in einem Mehrfachmord sterben der Bürgermeister und seine Familie sowie eine zufällige Passantin. Zwei jungen Polizisten, Jesse Rosenberg und Derek Scott, werden die Ermittlungen übertragen, und sie gehen ihrer Arbeit mit größter Sorgfalt nach, bis ein Schuldiger gefunden ist. Doch zwanzig Jahre später behauptet die Journalistin Stephanie Mailer, dass Rosenberg und Scott sich geirrt haben. Kurz darauf verschwindet die junge Frau ... - Die idyllischen Hamptons sind Schauplatz einer fatalen Intrige, die Joël Dicker mit einzigartigem Gespür für Tempo und erzählerische Raffinesse entfaltet. --- "Macht süchtig!" Elle

Trailer

Portrait

Joël Dicker wurde 1985 in Genf geboren. Seine Bücher »Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert« und »Die Geschichte der Baltimores« wurden weltweite Bestseller und über sechs Millionen Mal verkauft. Für »Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert«, das in Frankreich zur literarischen Sensation des Jahres 2012 wurde und dessen Übersetzungsrechte mittlerweile schon in über 30 Sprachen verkauft wurden, erhielt Dicker den Grand Prix du Roman der Académie Française sowie den Prix Goncourt des Lycéens. Mit »Das Verschwinden der Stephanie Mailer« konnte er an seine Erfolge anknüpfen und schaffte es ebenfalls auf die Bestsellerlisten.

Pressestimmen

"Dicker ist ein geschickter Arrangeur, der mehrere Handlungsebenen zugleich am Laufen halten kann, der Fährten legen und verfolgen kann, die sich später als Irrwege erweisen. Seine Geschichte und deren überraschende Auflösung hat Dicker voll und ganz im Griff.", Deutschlandfunk "Büchermarkt", Christoph Schröder, 14.05.2019
Bewertungen unserer Kunden
Mörderjagd und spannende Milieustudie einer US-amerikanischen Kleinstadt
von adel69 - 08.06.2019
Worum geht es in dem Buch? 1994 ist in der US-amerikanischen Kleinstadt Orphea ein Vierfachmord passiert. Bürgermeister Gordon, seine Frau und sein Sohn wurden erschossen - und Meghan Padalin, die gerade in der Nähe joggte. Der Polizist Jesse Rosenberg und sein Kollege Derek Scott ermitteln in alle Richtungen und können schließlich als Täter Ted Tennenbaum präsentieren. Der Fall scheint gelöst und symbolisiert den Beginn einer erfolgreichen Polizeikarriere der beiden Ermittler. Bis 2014 die junge Journalistin Stephanie Mailer Jesse Rosenberg damit konfrontiert, dass 1994 ein Ermittlungsfehler gemacht wurde. Jesse ist erstaunt, will er doch gerade aus dem Polizeidienst ausscheiden. Was sie gesagt hat, beunruhigt ihn. Und als sie nur wenig später spurlos verschwindet, beginnen er und Derek erneut, in diesem Vierfachmord von 1994 zu ermitteln. Sie möchten wissen, was Stephanie genau herausgefunden hat. Außerdem läuft ihnen die Zeit davon, denn Stephanie scheint in Gefahr zu sein. Zur Seite steht ihnen die junge Polizistin Anna Kanner, die neu in Orphea ist. Als wenige Zeit später Stephanie tot aufgefunden wird, wissen alle, dass der Mörder von 1994 immer noch frei herumläuft und nicht gefunden werden will. Jesse, Derek und Anna ermitteln in viele Richtungen. Sie suchen beispielsweise nach Kirk Harvey, einem ehemaligen Polizeichef, der 1994 plötzlich die Stadt verließ. Wer könnte - außer Ted Tennenbaum - noch ein Interesse daran gehabt haben, Bürgermeister Gordon und seine Familie auszulöschen? Und welche Rolle spielte das Theaterfestival, das gerade da stattfand, als die Morde passierten? Meine Meinung: Als ich die Leseprobe zu diesem Buch gelesen hatte, wollte ich es unbedingt lesen - und habe das getan. Es gibt in dem Buch sowohl Passagen, die aus der Ich-Perspektive, als auch Passagen, die in der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) geschildert werden. Es gibt Handlungsstränge, die 2014 spielen - aber auch Rückblenden, vorwiegend in das Jahr 1994. Das hat mich beim Lesen nicht gestört, da immer klar ersichtlich ist, wann was passiert oder passierte. Das Buch fängt gleich interessant an. Der Vierfachmord schockiert - und man möchte als Leser wissen, wer der Täter ist und was Stephanie Mailer über ihn wusste. Angenehm fand ich, dass der Autor keine blutigen und detaillierten Mordbeschreibungen liefert, sondern ihm eher Details und Ereignisse aus dem Leben seiner Charaktere und die Ermittlungsarbeit der Polizisten am Herzen liegen. Als Leser wird man mit vielen Personen und Problemen in Orphea konfrontiert, die es gab und die 2014 vorhanden sind. Man erfährt zum Beispiel, dass Bürgermeister Gordon korrupt war und auf diese Weise viel Geld verdienen konnte. Man liest über den Literaturkritiker Ostrowski, der von der Zeitung, bei der er arbeitet, gefeuert wird und für sich eine Chance sieht, wenn er 2014 zum Theaterfestival nach Orphea kommt. Dann gibt es Steven Bergdorf, Chefredakteur einer Zeitung, der seine Frau Tracy mit seiner Angestellten Alice betrügt und deswegen viele Schulden macht. Die Ermittler finden Kirk Harvey, der als Theaterschreiber in Kalifornien tätig ist und seine Polizeikarriere aufgegeben hat. Das sind nur einige Personen. Deswegen fand ich es sehr hilfreich, dass es hinten im Buch eine Liste mit den wichtigsten Personen und der Nennung ihres Berufs oder ihrer Funktion in der Romanhandlung gibt. Über manche Personen erfährt man ziemlich viel. Auch, was die Ermittler Jesse, Derek und Anna neben ihrer beruflichen Tätigkeit machen und was sie bewegt. Beispielsweise, dass Anna geschieden ist - und wie es zu der Scheidung kam. Das zieht die Handlung in die Länge. Andererseits fand ich viele Personen interessant und habe gerne viele Einzelheiten über sie gelesen. Die Ermittler Jesse, Derek und Anna fand ich sympathisch so wie viele andere Personen auch, der Charakter Kirk Harvey fiel mir oft auf die Nerven. Alice fand ich unerträglich, Steven mochte ich nicht. Die meisten Personen in diesem Buch warten auf das Theaterfestival 2014, in dem offensichtlich wichtige Details zum Vierfachmord 1994 enthüllt werden sollen. Das baut eine gewisse Spannung beim Lesen auf. Als Leser ist man genauso ahnungslos wie die Ermittler. Es gibt immer wieder neue Spuren und Lösungsansätze zur Aufklärung der Mordfälle. Die Lösung selbst fand ich interessant und absolut nicht vorhersehbar. "Das Verschwinden der Stephanie Mailer" war das erste Buch, das ich von Joel Dicker gelesen habe. Ich habe das Buch gerne und mit Interesse gelesen. Es hat mich neugierig gemacht auf weitere Werke des Autors. Ich vergebe alle Sterne und empfehle das Buch weiter.
Was ein neuer Blickwinkel ausmacht...
von Gisel - 04.06.2019
1994: An einem schönen Sommerabend werden vier Menschen brutal ermordet. Zwanzig Jahre später wendet sich die Journalistin Stephanie Mailer an die damaligen Ermittler und behauptet, der wahre Täter sei nicht gefunden worden. Kurz danach verschwindet sie. Und die damaligen Ermittler Jesse Rosenberg und Derek Scott beginnen erneut mit den Ermittlungen, diesmal mit Hilfe der jungen Kollegin Anna. Es ist erstaunlich, was dabei zu Tage kommt. Eine reichlich komplexe Geschichte mit vielen Handlungsfäden serviert der Autor Joël Dicker dem Leser, und anfangs ist es gar nicht so einfach, sich in den vielen Personen dieses Romans sowie seinen vielen Geschehnissen zu orientieren. Hilfreich ist dazu die Liste der wichtigsten Personen, die am Schluss des Buches für den Leser zusammengefasst ist. Bei mir dauerte es eine Weile, doch dann hatte mich das Buch gepackt und ich wollte die Verquickung der verschiedenen Ereignisse unbedingt auflösen. Der Spannungsbogen ist dabei sehr geschickt angelegt, ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Autor beleuchtet verschiedene Blickwinkel und schafft es durch einen genialen Trick, der Geschichte einen neuen Ansatz zu geben. Das ist manchmal etwas ausschweifend erzählt, doch wer sich von der Erzählung einfangen lässt, wird mit einem spannenden Roman belohnt. Ich werde mich unbedingt nach weiteren Büchern des Autors umsehen und empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.
Was ein neuer Blickwinkel ausmacht...
von Gisel - 04.06.2019
1994: An einem schönen Sommerabend werden vier Menschen brutal ermordet. Zwanzig Jahre später wendet sich die Journalistin Stephanie Mailer an die damaligen Ermittler und behauptet, der wahre Täter sei nicht gefunden worden. Kurz danach verschwindet sie. Und die damaligen Ermittler Jesse Rosenberg und Derek Scott beginnen erneut mit den Ermittlungen, diesmal mit Hilfe der jungen Kollegin Anna. Es ist erstaunlich, was dabei zu Tage kommt. Eine reichlich komplexe Geschichte mit vielen Handlungsfäden serviert der Autor Joël Dicker dem Leser, und anfangs ist es gar nicht so einfach, sich in den vielen Personen dieses Romans sowie seinen vielen Geschehnissen zu orientieren. Hilfreich ist dazu die Liste der wichtigsten Personen, die am Schluss des Buches für den Leser zusammengefasst ist. Bei mir dauerte es eine Weile, doch dann hatte mich das Buch gepackt und ich wollte die Verquickung der verschiedenen Ereignisse unbedingt auflösen. Der Spannungsbogen ist dabei sehr geschickt angelegt, ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Autor beleuchtet verschiedene Blickwinkel und schafft es durch einen genialen Trick, der Geschichte einen neuen Ansatz zu geben. Das ist manchmal etwas ausschweifend erzählt, doch wer sich von der Erzählung einfangen lässt, wird mit einem spannenden Roman belohnt. Ich werde mich unbedingt nach weiteren Büchern des Autors umsehen und empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.
Was wirklich geschah...
von Mareike91 - 03.06.2019
Inhalt: Orphea, 30. Juli 1994: Der Bürgermeister und seine Familie sowie eine unbeteiligte Passantin werden ermordet. Die zwei jungen Polizisten Jesse Rosenberg und Derek Scott übernehmen die Ermittlungen und überführen den Schuldigen. 20 Jahre später: Jesse Rosenbergs Ausscheiden bei der Polizei steht kurz bevor. Auf seiner Abschiedsfeier taucht plötzlich die Journalistin Stephanie Mailer auf und behauptet, Jesse und sein Kollege haben damals den falschen des Mehrfachmordes beschuldigt. Kurz darauf verschwindet sie Journalistin. Für Jess Grund genug, sich noch einmal mit dem Fall von damals zu beschäftigen... Meine Meinung: Nachdem ich den Klappentext und die Leseprobe des Buches gelesen hatte, musste ich unbedingt wissen wie es weitergeht, was es mit dem Mehrfachmord vor 20 Jahren und natürlich auch mit dem Verschwinden von Stephanie Mailer auf sich hat. Die Handlung des Buches springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Dadurch erfährt der Leser nach und nach immer mehr über die damaligen Ereignisse und Ermittlungen. Zudem werden die Geschehnisse aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Dadurch bleibt das Buch trotz seiner Länge von 700 Seiten durchgängig spannend und fesselnd, auch wenn der Autor an der einen oder anderen Stelle sicherlich ein paar Seiten hätte einsparen können. Natürlich rätselt man als Leser mit, es gibt natürlich die einen oder anderen Anhaltspunkte und Verdächtige, aber auch (insbesondere zum Ende hin) einige Wendungen, die einem das Leben als Hobbydetektiv schwer machen. Die schlussendlich Auflösung konnte mich sowohl überraschen als auch überzeugen. Sie ist schlüssig und glaubwürdig und bildet einen gelungener Abschluss des Buches. Fazit: Spannender Plot mit gelungenen Ausgang. Auch wenn die Dicke des Buches erst einmal abschreckt - es lohnt sich!
Die schwarze Nacht
von Martin Schult - 02.06.2019
Im Jahre 1994 wird das kleine verschlafene Örtchen Orphea von einer schrecklichen Tragödie heimgesucht. Ein Unbekannter hat das Leben einer dreiköpfigen Familie und einer Joggerin, die an dem Haus vorbeikam, kaltblütig ausgelöscht. Die beiden jungen und sehr engagierten Polizisten Jesse Rosenberg und Derek Scott werden mit den Ermittlungen vertraut und scheinen nach vielen Tagen harter Arbeit den Täter überführt zu haben. Nichts desto trotz werden die Beiden zwanzig Jahre später wieder mit dem selben Fall konfrontiert. Wurde damals wirklich der wahre Täter überführt? Es ergeben sich plötzlich immer mehr Ungereimtheiten und alles scheint in Frage gestellt werden zu müssen... Der Autor Joel Dicker hat mich mit seinem Bestseller Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert seinerzeit begeistert, so dass ich mit sehr großen Erwartungen in sein neues Werk gestartet bin. Er ist aus meiner Sicht immer noch ein unglaublich mitreißender Geschichten-erzähler und er liebt anscheinend nichts mehr, als seine Leser mit plötzlichen Wendungen, die alles wieder in Frage stellen, zu überraschen. So ist es auch in Das Verschwinden der Stephanie Mailer . Er baut zu Beginn des Buches die Spannung über einen geheimnisvollen Auftritt genau dieser Stephanie Mailer und ihrem anschließenden Verschwinden auf. Auch hier bekommt der Leser immer wieder neue Ansätze geliefert, über die wahren Hintergründe der damaligen und aktuellen Tat zu spekulieren, wird aber sicherlich sehr geschickt von Joel Dicker in die ein oder andere Sackgasse gesteuert. Für mich hat es der Autor hier aber auch ein wenig übertrieben, so dass die Geschichte im Ganzen dann doch ein wenig konstruiert wirkt. Das Lesevergnügen konnte mir dies aber nur wenig trüben. Das verschwinden der Stephanie Mailer ist aus meiner Sicht wieder ein gelungener Roman von Joel Dicker, der aber gerne auch um einige Seiten und Wendungen gekürzt hätte werden können. Über-zeugend war bei ihm die Erzählkraft und der lebendige Schreibstil, der mich das Buch weiterempfehlen und mit guten vier von fünf Sternen bewerten lässt.
Die Aufklärung eines alten Falls
von cosmea - 30.05.2019
Der vierte Roman von Joel Dicker - "Das Verschwinden der Stephanie Mailer" - spielt im fiktiven Orphea in den Hamptons im Staat New York. Dort war am 30. Juli 1994 - dem Tag der Eröffnung des ersten Theaterfestivals der Kleinstadt - ein Vierfachmord an Bürgermeister Gordon und seiner Familie und einer Joggerin verübt worden, den die jungen Ermittler Jesse Rosenberg und Derek Scott meinten, aufgeklärt zu haben. 20 Jahre später soll der verdiente Captain Rosenberg, den alle nur den 100-Prozentigen nennen, weil er jeden Fall löst, den er bearbeitet, in den Ruhestand verabschiedet werden. Sein damaliger Kollege hatte sich schon 1994 nach dramatischen Ereignissen an einen Schreibtischjob versetzen lassen. Bei der Verabschiedung spricht die Journalistin Stephanie Mailer Rosenberg an und nennt ihn den 99-Prozentigen, weil sie nicht glaubt, dass der damals beschuldigte Mann der Täter war. Wenig später verschwindet Mailer spurlos und wird einige Tage später in einem See ermordet aufgefunden. Sie ist der Wahrheit anscheinend zu nahe gekommen. Die beiden Polizisten rollen zusammen mit der jungen, überaus tüchtigen Polizistin Anna Kanner den alten Fall wieder auf. Es wird viel Druck von oben auf die Ermittler ausgeübt, weil das Festival für die Region ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist. Die Nachforschungen sind auch insofern brisant, als eine Neuauflage des Theaterfestivals naht, bei dem mehrere Personen zusammenkommen, die auch damals vor Ort waren. Die drei Polizisten ermitteln in alle Richtungen und entdecken dabei, dass Orphea keine idyllische friedliche Kleinstadt ist, sondern ein Ort, wo Korruption und Erpressung üblich sind, wo fast jeder Dreck am Stecken - sozusagen eine Leiche im Keller - zumindest aber alte, nie verheilte Wunden und Geheimnisse hat, von denen niemand etwas wissen darf. Es wird gelogen und betrogen, und es gibt weitere Tote, bis endlich ans Licht kommt, was damals geschah und warum. Der raffiniert konstruierte Roman wird auf zwei Zeitebenen - 1994 und 2012-2016 - mit ständig wechselnder Perspektive in vielen kurzen Kapiteln erzählt und erfordert die volle Aufmerksamkeit des Lesers und ein gewisses Durchhaltevermögen, weil das Buch mit 666 Seiten wirklich sehr umfangreich ist. Trotz dieser epischen Breite habe ich mich nicht gelangweilt und den Roman recht zügig gelesen. Irritiert hat mich wie so oft der deutsche Titel, der aber dem Originaltitel trotz des Verlusts der Zweideutigkeit von "disparition" (Verschwinden/Tod) im Deutschen entspricht. Allerdings ist die Journalistin nur eine von gefühlten 40 Figuren und ihr Verschwinden/Tod nur ein kleiner Teil der komplexen Handlung.
Ein Krimi in der Kleinstadt!
von Anonym - 30.05.2019
1994 in der Kleinstadt Orphea, die noch unerfahrenen Polizisten Jesse Rosenberg und Derek Scott sollen einen vierfach Mord Aufklärung, was Ihnen auch zu gelingen scheint. 20 Jahre später kommen, mit dem verschwinden von Stephanie Mailer, Zweifel auf, ob der Fall wirklich gelöst wurde. Das dritte Buch von Joël Dicker hat mir leider nicht so gut gefallen wie zuvor "Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert". Trotzdem ist es ein gelungener Kriminalroman der sich gut lesen lässt. Nur das Ende, sprich die Auflösung des Falls, fand ich etwas enttäuschend. Die Handlung des Buches spielt abwechselnd 1994 und 2014, diese Erzählweise macht den Krimi spannender. Zusammenfassend ein Buch für alle Joël Dicker Fans und für die, die gerade nach einem neuen Krimi zum lesen suchen.
Leider nicht meins
von misery3103 - 28.05.2019
1994: Vier Menschen werden in dem kleinen Ort Orphea ermordet. Der amtierende Bürgermeister, seine Frau und sein kleiner Sohn, sowie eine vor dem Haus vorbeijoggende Frau werden erschossen. 2014: Der damals ermittelnde Polizist Jesse Rosenberg, von allen nur der 100 Prozentige genannt, weil er alle seine Fälle gelöst hat, will in den Ruhestand gehen. Am Tag seiner Abschiedsfeier spricht ihn die junge Journalistin Stephanie Mailer an und behauptet, dass der Fall von 1994 nicht aufgeklärt ist, weil Jesse und sein Partner etwas Offensichtliches übersehen haben. Bevor sie sich erklären kann, verschwindet die Frau spurlos. Was ist ihr passiert und wurde im damaligen Fall wirklich etwas übersehen? Jesse Rosenberg und sein Partner beginnen noch einmal mit ihren Ermittlungen, um das Geheimnis um Stephanies Verschwinden zu lösen. Dies war mein erstes Buch von Joel Dicker und ich muss sagen, dass der Aufbau des Buches mir überhaupt nicht zugesagt hat. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, mich mitten in einer Theateraufführung zu befinden. Auch die sprunghafte Handlung und die vielen involvierten Personen machten es mir schwer, der Handlung zu folgen. Je weiter ich im Buch vorankam, umso langatmiger fand ich den Erzählstil. Viele Handlungsstränge schienen mir nichts mit dem eigentlichen Fall zu tun zu haben, so dass ich die dort vorkommenden Personen nicht unterbringen konnte. Die Auflösung des Falls fand ich dann zwar wieder recht überraschend, aber der Weg dorthin war mir deutlich zu langatmig. Auch den Eindruck, mich in einem schlecht gespielten Theaterstück zu befinden, verließ mich nie, was das Buch für mich nicht besser machte. Insgesamt war das Buch leider so gar nicht meins. Schade, denn die Geschichte hat eigentlich sehr viel mehr Potenzial.
Nicht glaubwürdig
von EOS - 28.05.2019
Es geht in diesem Roman um einen Vierfachmord, der bereits 20 Jahre zurückliegt. Damals wurden der Bürgermeister von Orphea, einem kleinen Ort an der amerikanischen Ostküste, sowie seine Frau und sein Sohn erschossen. Außerdem wurde auch eine zufällig vorbeikommende Joggerin zum Opfer. Plötzlich, im Sommer 2014, taucht eine Journalistin auf, Stephanie Mailer, und behauptet, dass damals nicht richtig ermittelt worden sei, denn der wirkliche Täter sei nicht ermittelt worden. Zunächst nimmt keiner Stephanies Behauptungen ernst, aber als sie spurlos verschwindet und nicht wieder auftaucht, werden die Ermittlungen doch wieder aufgerollt. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, und durch die detailreiche Beschreibung des Ortes fühlt man sich mitten in diese Kleinstadt hineinversetzt. Sie wirkt sogar so idyllisch, dass man dort einmal Urlaub machen möchte. Durch den ständigen Wechsel zwischen den Erzählebenen (damals und heute) ist der Roman abwechslungsreich und vielseitig. Der Prolog und auch der erste Teil des Buches sind sehr spannend geschrieben und man geht davon aus, dass es so bleibt. Aber leider verliert sich die Spannung, weil ab dem 2. Teil unschöne Längen auftreten, so dass man das Gefühl hat, dass unbedingt viele Seiten gefüllt werden sollten, z.B. wird eine neue Fernsehsendung viel zu intensiv geschildert, die keinerlei Bezug zum Buchgeschehen hat. Und auch die Kindheit des Ermittlers Jesse Rosenberg müsste nicht so ausführlich beleuchtet werden, denn zum eigentlichen Kern des Romans trägt sie nichts bei. Man quält sich schließlich durch die vielen Seiten, ohne dass man das Gefühl hat, der wirklichen Auflösung näher zu kommen. Bedauerlicherweise erscheint im Laufe der Seiten der Inhalt auch immer abstruser, so dass man sich fragt, ob hier ein Schelmenstück beschrieben wird oder ob es tatsächlich um die Aufklärung des alten Verbrechens geht. Da soll als Hauptattraktion eines Theaterfestivals ein Stück aufgeführt werden, das eigentlich nicht wirklich existiert, aber trotzdem strömen die Fernsehteams und die Reporter heran, um über dieses Highlight zu berichten, weil es entsprechend angekündigt wird. Die Auswahl der Schauspieler erfolgt erst ein paar Tage vor der Aufführung mit spektakulären Auswahlmethoden, die in meinen Augen nur unglaubwürdig erscheinen und mich an eine Posse à la Till Eulenspiegel denken lassen. Joel Dicker zeichnet in diesem Buch sehr viele interessante und vielschichtige Charaktere, nur wirken sie leider teilweise unglaubwürdig und klischeebeladen. Da ist z.B. der gebildete Chefredakteur einer bekannten Zeitung, der sich von seiner Geliebten nach Strich und Faden ausnehmen lässt, sich total verschuldet und sogar Firmengelder veruntreut, weil er sich immer wieder von seiner Freundin erpressen lässt mit simplen Drohungen. Oder der ehemalige Polizeichef, der sich zum Theaterregisseur berufen fühlt und sich trotz blamabler Auftritte als Genie betrachtet. Zusammenfassend kann ich sagen, dass die zugrunde liegende Idee zu diesem Kriminalfall originell und vielversprechend ist, aber die Ausführung mehr gestrafft werden müsste ohne diese gewaltigen Abschweifungen.
Sehr komplex
von Danni13 - 27.05.2019
Zuallererst muss ich sagen, dass die Hör-CD auf meinem Player leider nicht funktioniert hat und es so etwas gedauert hat, bis ich mir den Roman anhören konnte. Von dem Autor, Joel Dicker und seinem ersten, erfolgreichen Buch, hatte ich zwar auch schon gehört, es aber noch nicht gelesen. Die Leseprobe fand ich sehr gelungen, und der Vorleser spricht auch einigermaßen angenehm, allerdings für meinen Geschmack viel zu wenig betonend, sodass alles etwas eintönig rüberkam. Zum Roman selbst kann ich sagen, dass ich die Ausgangssituation (der Mord an dem Bürgermeister und seiner Familie und der zufälligen Passantin) sehr spannend gestaltet war, ebenso die Verquickung zwanzig Jahre später mit der Journalistin Stephanie Mailer, die ja namensgebend für den Roman ist und bei erneuten Recherchen zu dem Fall verschwindet. Darauf folgt eine tempo- und facettenreiche Story, bei der man sehr bedachtsam lesen muss, um alle Personen und Handlungsstränge zu verstehen. Insgesamt jedoch sicher lesenswert, wenn auch etwas weniger toll als erwartet.
Etwas zuviel von allem
von simi159 - 26.05.2019
Dieses Buch und die Geschichte darin ist wie eine fünfstöckige Torte mit unzähligen Füllungen und einer dicken Verzierung drumherum. Am Anfang freut man sich und fängt voller Vorfreude an zu essen, denn dies ist der dritte Roman von Joel Dicker, der ins deutsche übersetzt wurde. Doch je tiefer man in dieses Buch einsteigt um so mehr und mehr Schichten legt man unter dem Guß frei. Inhalt: Stephanie Mailer ein Journalistin aus New York, die in das beschauliche Örtchen Ophelia in den Hamptons gekommen ist, um dort einen Roman zu recherchieren und zu schreiben. Inhalt dieses Romans ist ein vierfacher Mord, der sich in Ophelia 1994 ereignete. Die örtliche Polizei glaubt den Fall aufgeklärt zu haben, der Täter wurde getötet, doch Stephanie Mailer gibt dem damals ermittelnden Beamen den Hinweiß, daß der Fall nicht geklärt und der Mörder noch frei ist. Denn ein wichtiges Detail ist 1994 übersehen worden. Doch Mailer kann ihre Erkenntnisse nicht mehr weiter erläutern, denn sie verschwindet. Und so machen sich die Beamten von Damals daran, sie zu finden und den Fall von 1994 zu klären. Fazit: Wie bei solch mächtigen Torten, sobald man die ersten Bissen gegessen hat. kommt die Frage weiter essen oder aufhören. Nach den ersten Seiten macht dieses Buch noch Spass, vor allem, weil der Autor jede Menge Wendungen und durch eine geschickte Erzählweise, sehr viel Spannung und jede Menge offene Enden produziert. Leider gibt es dazu kein passendes Tempo und die Enden werden immer mehr und mehr. Deshalb muss der Leser ab der Hälfte des Romans etwas Geduld mitbringen, picken wie bei einer Torte, sprich nur die Stellen lesen, die einem gefallen und weiterbringen, ginge zwar, doch durch die steten Wechsel von Vergangenheit und Gegenwart, muss man aufpassen, daß man bei der Fülle an Informationen, Personen und Lebensgeschichten, nicht den Faden und die Lesegeduld verliert. Bis ins kleinste Detail ist der Roman und seine Figuren durchdacht. Diese sind geschickt in einem Plot miteinander verwoben und es dauert bis zum letzten Drittel bis sich Tempo und auch richtige Spannung einstellt. Die Charaktere sind dabei authentisch und lebensnah, wenn auch zum Großteil sehr amerikanisch- klischeehaft. Der Chef, der eine Affäre mit der Assistentin hat; die drogennehmende Millionärstochter; der Polizist, der seine große Liebe tragisch verloren hat. Handwerklich ist dieser Roman perfekt gemacht, doch irgendwie ist es von allem zu viel und mir hat so ein bisschen der Drive gefehlt. Etwas weniger Wendungen, Cliffhanger und Lebensgeschichten der Charaktere hätte für mich dem Buch gut getan. 3 STERNE
Sehr fesselnder, hochkomplexer und unterhaltsamer Roman
von bookloving - 26.05.2019
Mit seinem bereits dritten Roman "Das Verschwinden der Stephanie Mailer" hat der Franko-Schweizer Bestsellerautor Joël Dicker einen fesselnden, hochkomplexen Kriminal- und Gesellschaftsroman mit echten Page-Turner Qualitäten verfasst, der mich allerdings nicht völlig packen und überzeugen konnte. Im Mittelpunkt des vielversprechend beginnenden Romans steht ein lang zurückliegender Kriminalfall um einen brutalen Vierfachmord, der 1994 in Orphea geschah, einem kleinen fiktiven Ostküstenort auf Long Island, und der 2014 vom Protagonisten Jesse Rosenberg wegen aufkommender, erheblicher Zweifel erneut aufgerollt wird. Ein mysteriöser Fall, bei dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint! Ähnlich wie in seinem grandiosen Erstling Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert ist die Handlung äußerst verschachtelt angelegt und besteht aus unzähligen kleinen Puzzleteilen, die sukzessive preisgegeben werden, einem ständigen Wechsel zwischen unterschiedlichen Erzählperspektiven und verschiedenen Handlungssträngen in der Vergangenheit und Gegenwart, vielen unerwarteten Wendungen und zahllosen falschen Fährten. Es bereitet großes Vergnügen in den immer rätselhafter werdenden Fall einzutauchen, die sympathischen Ermittler bei ihren Nachforschungen zu begleiten, Mitzurätseln und den Hintergründen einer weiteren Mordserie auf die Spur zu kommen. Es ist bei der Vielzahl an Figuren, ihren sorgsam gehüteten Geheimnissen und immer neuen verdächtigen Details fast unmöglich, als Leser noch den Überblick zu behalten. So manche heiße Spur erweist sich als Irrweg und offensichtlich Verdächtiges als geschickt platzierte Finte, so dass man bis kurz vor der überraschenden Auflösung des vielschichtigen Falls, der Enthüllung des wahren Täters und seiner Hintergründe im Dunkeln bleibt. Bei der Vielzahl von Charakteren ist es Dicker recht gut gelungen, seine Figuren interessant und mit einigen Ecken und Kanten auszuarbeiten. Es ist eine bunte Mischung an unterschiedlichsten Charakteren, wobei einige Nebenfiguren recht skurril gezeichnet sind. Zudem findet man im Anhang ein Personenverzeichnis zum besseren Überblick. Insbesondere seine Hauptfiguren - die Ermittler Rosenberg, Scott und die junge Kollegin Anna Karger, sind sehr vielschichtig ausgearbeitet und erhalten durch Rückblicke in ihre durch Schicksalsschläge belastete Vergangenheit an zusätzlicher Tiefe. Dennoch empfand ich im Verlauf der Handlung als recht farblos und unspektakulär und hatte Schwierigkeiten, einen Bezug zu ihnen aufzubauen. Nach und nach lässt Dicker geschickt die vielen Fäden seiner zahllosen Handlungsstränge zusammenlaufen, deckt immer neue Intrigen und persönliche Verstrickungen auf und lässt uns schließlich in erschreckende Abgründe der menschlichen Psyche blicken. Leider gestaltete sich die fesselnde Suche nach der Wahrheit für mich bei Dickers angenehmen, unverwechselbaren aber oftmals auch ausufernden Erzählstil gerade im Mittelteil recht langatmig und zäh. Vieles entwickelte sich für meinen Geschmack zu klischeehaft und übertrieben. Insbesondere seine permanente Kritik am Literatur- und Theaterbetrieb, die wenig subtil in die Handlung eingearbeitet wurde, und die absolut überzeichnete und unglaubwürdige Figur des Ex-Polizeichefs und Möchtegern-Regisseurs waren mir zu viel des Guten, Zeitweise drohte die Geschichte in meinen Augen durch die slapstickhafte Inszenierung in eine Satire abzugleiten. Dennoch ist es Dicker mit seiner komplexen Geschichte, seinem mitreißenden Erzählstil und fiesen Cliffhangern gelungen, mich zu fesseln, so dass ich den Roman trotz einiger Schwächen nicht mehr aus der Hand legen konnte, bis sich schließlich alle Puzzleteile zu einem schlüssigen Bild zusammengefügt hatten. FAZIT Trotz einiger Schwächen ein sehr fesselnder und unterhaltsamer Roman mit einer hochkomplexen Handlung und echten Page Turner-Qualitäten! Aber deutlich schwächer als die beiden Vorgängerromane!
Spannender Krimi und kunstvolle Studie einer Kleinstadt
von Kleine_Raupe - 14.05.2019
Der Polizist Jesse Rosenberg steht kurz vor der Pensionierung. Er gilt als der "Hundertprozentige", weil er alle seine Fälle gelöst haben soll. Doch eines Tages tritt die Journalistin Stephanie Mailer an ihn heran und fragt, ob sie ihn den "Neunundneunzigprozentigen" nennen dürfe, denn einen Fall habe er nicht gelöst. Es handelt sich um einen brutalen Vierfachmord, der vor zwanzig Jahren in der Stadt Orphea begangen wurde. Der damalige Bürgermeister, seine Familie und eine Joggerin wurden umgebracht, am Abend als die Premiere eines Theaterfestivals stattfinden sollte. Rosenberg und sein Freund und Kollege Derek Scott wurden mit den Ermittlungen betraut. Nach einiger Zeit konnten sie den Mörder ermitteln, jedenfalls haben sie das zwanzig Jahre lang geglaubt. Doch Stephanie Mailer hat Informationen, die das Verbrechen in neuem Licht zeigen. Ihre Andeutungen lassen Jesse keine Ruhe. Als Stephanie verschwindet, nimmt er trotz Widerständen die Ermittlungen auf. Zeitgleich soll es in Orphea wieder ein Theaterfestival geben, was einen ganzen Rattenschwanz an Problemen nach sich zieht¿ "Das Verschwinden der Stephanie Mailer" ist mein zweites Buch von Joel Dicker, ich kannte bereits "Die Geschichte der Baltimores", welches ich nur mittelmäßig fand. Meine Erwartungen an dieses Buch waren also nicht besonders hoch. Im ersten Drittel hatte das Buch auch ein paar Längen, ich musste anscheinend erstmal in Orphea ankommen und mit den zahlreichen Personen warm werden. Es hat mich ein bisschen verwirrt, dass es so viele Perspektivwechsel gibt. Die Abschnitte sind immer mit dem Namen einer Person überschrieben, aber innerhalb des Abschnittes wechselt der Blickwinkel noch oft. Wenn man sich aber erstmal daran gewöhnt hat, ist es eher faszinierend als störend. Der Roman ist wie ein Puzzle, dass der Autor nach und nach für den Leser zusammensetzt. Ich lese viele Krimis und weiß oft schon früh, wer der Mörder ist. Hier hatte ich einen Verdacht, habe mich dann aber sehr gefreut, dass der nicht bestätigt wurde. Den Mörder/die Mörderin (wer weiß¿) hatte ich nicht auf dem Schirm! Meine Inhaltsangabe oben ist auch keineswegs vollständig, es gibt noch zahlreiche weitere Figuren und Nebenhandlungen. Ein weniger talentierter Autor hätte sich vielleicht in den vielen Handlungssträngen verloren, nicht so Joel Dicker. Ihm gelingt es, die Stränge am Ende zu einem kunstvollen Ganzen zu verweben. Das Buch liest sich wie ein Krimi, ist aber doch eher Charakterstudie einer Kleinstadt und ihrer Bewohner. Ich fand es ungewöhnlich und faszinierend. Am Ende beweist der Autor auch noch, dass er Humor hat! Ich habe erst laut gelacht und das Buch dann mit einem Lächeln zugeklappt. Fazit: Ein Buch, welches seinem Leser zahlreiche Rätsel aufgibt und ihn in Atem hält, nicht nur durch unvorhergesehene Wendungen, sondern auch durch toll gezeichnete Personen und vor allem meisterlich miteinander verwobene Handlungsstränge. Für mich ein Lesehighlight 2019!
Neue Ermittlungen nach 20 Jahren
von Langeweile - 14.05.2019
Inhalt: Bei der Feier zur Verabschiedung von Jesse Rosenberg, der allgemein als Mr. 100 % bezeichnet wird, taucht die Journalistin Stephanie Mailer auf und stellt diese Bezeichnung in Frage. Sie behauptet, dass Jesse und sein Kollege Derek bei ihrem ersten großen Fall einen Fehler begangen haben, wodurch der falsche Täter verhaftet wurde. Als Stephanie kurze Zeit später spurlos verschwindet , nagen erste Zweifel an den beiden Kommissaren und sie beschließen, den Fall erneut aufzurollen. Dabei treffen sie auf wenig Sympathie bei ihren Kollegen und Vorgesetzten, doch gemeinsam mit der jungen Kollegin Anna Kanner begeben sie sich auf Spurensuche. Meine Meinung: In seiner typischen Art entwickelt der Autor ein gesellschaftliches Szenario, was seinesgleichen sucht. In sehr kurzen Abschnitten wechselt er stetig zwischen Vergangenheit und Gegenwart, was äußerste Konzentration beim Lesen erforderte. Es gab immer wieder neue Nebenschauplätze, deren Bezug zur Geschichte oft nicht sofort zu erkennen war. Auch die Erzählweise änderte sich ständig. Mal wurde aus der Sicht der einzelnen Protagonisten berichtet, mal aus dem Blickwinkel des Erzählers. Die Atmosphäre einer Kleinstadt wurde gekonnt eingefangen. Dass sich wie ein roter Faden durch die Geschichte ziehende, reichlich abstruse Theaterstück, hätte meiner Meinung nach einen nicht so großen Raum einnehmen müssen. Obwohl es mehrere Morde gab, die bis auf eine Ausnahme alle aufgeklärt wurden, handelte es sich nicht um einen Krimi. Die Auflösung am Schluss fand ich etwas überzogen. Fazit: Ein Buch, bei dem bis auf einige Längen, die Neugier durchgehend erhalten blieb.
Raffinierter und überraschender Plot
von BücherwurmNZ - 13.05.2019
Zwanzig Jahre nach dem Vierfachmord in Orphea an der amerikanischen Ostküste nehmen Jesse Rosenberg und Derek Scott, die beiden Polizisten von damals, den Mordfall wieder auf. Sie rollen den Fall noch einmal komplett neu auf und hinterfragen alles, was sie damals fest gestellt haben. Stephanie Mailers Verschwinden deutet darauf hin, dass die beiden sich geirrt und etwas übersehen haben. Hilfe bekommen Jesse und Derek von einer Polizistin vor Ort, Anna Kanner, die einige Probleme mit ihren männlichen Polizeikollegen hat. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven der drei. Die Charaktere werden vom Autor tiefgründig dargestellt, so dass man von Problemen in ihrem Leben und von ihrer Vergangenheit erfährt, ebenso welche persönliche Bedeutung der Fall für Jesse und Derek hat. Zu Anfang erfährt man relativ parallel, wie die Ermittlungen 1994 und 2014 anlaufen und voranschreiten. Der Fall des Vierfachmordes zieht weitere Kreise, als gedacht. Nach und nach finden die Ermittler mehr heraus, tappen stellenweise im Dunkeln und müssen öfter ihre Vermutungen verwerfen. Die Nachforschungen hat Dicker geschickt aufgebaut. Als Leser rätselt man mit und stellte eigene Hypothesen auf, was Stephanie Mailer zugestoßen sein könnte und wer hinter den Morden von vor zwanzig Jahren steckt. Der Plot ist sehr gut durchdacht und der Autor verliert sich nicht in Nebensächlichkeiten oder verliert den Überblick über die verschiedenen Hinweise. Schon nach den ersten Seiten hat einen das Buch gepackt und der Aufbau des Buches sowie einige überraschende Wendungen machen es sehr spannend und zu einem puren Lesevergnügen. Bei ca. der Mitte hatte ich mal kurz den Gedanken, was denn da noch kommen soll und dass ein paar Seiten weniger besser wären, aber als eine neue Erkenntnis der Ermittler auftauchte, war ich wieder gefesselt, was sich bis zum Ende nicht geändert hat. In dem über 600 Seiten starken Werk ist keine Seite zu viel. Fazit: Komplex und genial aufgebauter Krimi mit wendungsreicher Ermittlung und tiefgründigen Charakteren, den man nur schwer aus der Hand legen kann.
Genial und überraschend
von Alexandra Baunach - 11.05.2019
Das Cover ist ansprechend und passt zu den anderen Büchern des Autors. Ich habe von Joel Dicker bislang noch kein Buch gelesen und war nach dem interessanten Klappentext sehr gespannt auf dieses Buch. Klappentext: Es ist der 30. Juli 1994 in Orphea, ein warmer Sommerabend an der amerikanischen Ostküste: An diesem Tag wird der Badeort durch ein schreckliches Verbrechen erschüttert, denn in einem Mehrfachmord sterben der Bürgermeister und seine Familie sowie eine zufällige Passantin. Zwei jungen Polizisten, Jesse Rosenberg und Derek Scott, werden die Ermittlungen übertragen, und sie gehen ihrer Arbeit mit größter Sorgfalt nach, bis ein Schuldiger gefunden ist. Doch zwanzig Jahre später behauptet die Journalistin Stephanie Mailer, dass Rosenberg und Scott sich geirrt haben. Kurz darauf verschwindet die junge Frau ... - Die idyllischen Hamptons sind Schauplatz einer fatalen Intrige, die Joël Dicker mit einzigartigem Gespür für Tempo und erzählerische Raffinesse entfaltet. --- »Macht süchtig!« Elle Mit dem Schreibstil hat mich Joel Dicker von der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Er schreibt flüssig und die Spannung nahm von Seite zu Seite zu. Es sind zwar viele Personen und der Roman spielt in unterschiedlichen Zeiten und mit unterschiedlichen Geschichten, aber die handelnden Personen und auch die Handlungsorte konnte ich mir dank der detaillierten Beschreibungen gut vorstellen und hatte beim Lesen ein klares Bild vor Augen. Am Anfang hatte ich etwas Probleme, die vielen Personen auseinander zu halten, aber das hat sich schnell gelegt. Ich finde die Spannung hat sich über das gesamte Buch gehalten und ich konnte es kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie sich die einzelnen Geschichten am Ende auflösen und zu einer Geschichte werden. Der Autor hat mich bis zum Ende überrascht und ich hatte einige sehr spannende und unterhaltsame Lesestunden mit diesem Buch von Joel Dicker. Ich vergebe klar 5 Sterne und werde die bisher vom Autor erschienen Bücher auf jeden Fall auch lesen, denn er konnte mich begeistern.
Angenehm komplexe Story, jedoch an einigen Stellen zu überzogen
von Christina P. - 10.05.2019
30. Juli 1994 im beschaulichen Badeort Orphea: Während das erste Krimifestival des Ortes seine Premiere feiert, werden vier Menschen brutal erschossen. Der Bürgermeister und seine Familie sowie eine Joggerin vor deren Haus. Zwanzig Jahre später, das 21. Theaterfestival steht kurz bevor, tritt Journalistin Stephanie Mailer an Jesse Rosenberg heran, einen der damaligen Ermittler, und behauptet, sie hätten damals den falschen Mann als Täter überführt. Kurz darauf ist die Journalistin spurlos verschwunden. Was hatte sie zum damaligen Fall herausgefunden? Jesse lässt Stephanies Behauptung keine Ruhe und er rollt den Fall mit seinem damaligen Kollegen Derek Scott erneut auf. Hilfe bekommen sie von Anna Kanner, einer Polizistin in Orphea. Zuallererst möchte ich Joël Dicker für seine sehr komplexe und undurchsichtig aufgebaute Story loben. Ebenfalls ist sein Schreibstil angenehm zu lesen, er verliert sich nicht in langweiligen Dialogen oder langwierigen Beschreibungen. Bei den Ermittlern wird schnell klar, dass diese, unabhängig vom Fall, ihre eigenen Geister der Vergangenheit mit sich tragen. Leider gestalten sich die Rückblenden in die früheren Leben der Ermittler ziemlich zerstückelt und dadurch unnötig in die Länge gezogen. Doch auch die Beteiligten rund um die Morde, welche im Rahmen der neu aufgerollten Ermittlungen auf dem Spielfeld des Romans positioniert werden, tragen jeder seine Geheimnisse oder Altlasten mit sich herum. Diese werden entweder durch Befragungen oder immer wieder eingestreute Rückblenden zutage befördert. Wobei ich mich an einigen Stellen wunderte, wie vertrauensselig die Ermittler gegenüber einigen Aussagen waren. Zudem muss ich weitere Kritikpunkte am Roman einbringen. So hat Joël Dicker eine Theaterinszenierung names "Schwarze Nacht" eingebaut, welche so überzogen und unrealistisch war, dass ich das Gefühl hatte, sämtliche Beteiligten hätten ihren Verstand an der Tür abgegeben statt zu erkennen, was für ein Unfug das ist. An der Stelle fühlte ich mich vom Autor nicht ernst genommen, dass er tatsächlich dachte, ein Leser könne den Quatsch für realistisch halten. Dass bis auf einen Mord alle anderen aufgeklärt wurden ist zwar glaubhaft, jedoch hat der Autor sich für den ungeklärten Mord so ein unrealistisches Ende einfallen lassen, welches man kurz im Epilog erfährt, dass ich der Meinung bin, den Punkt hätte er lieber weglassen sollen, statt sich das Ende des Romans damit zu versauen. Alles in allem ein sehr unterhaltsamer und angenehm komplex gestalteter Roman mit diversenden Wendungen, bei dem mir jedoch wesentliche Teile als zu unrealistisch missfielen.
Orpheas crimestory
von Jaz1980 - 08.05.2019
In dem Roman ,, Das Verschwinden der Stephanie Mailer geht es um einen Mordfall von 1994. Stephanie ist eine Reporterin, die in dem alten Fall recherchiert und vermutet, dass früher der falsche Täter beschuldigt wurde. Mit ihrem Verschwinden werden die alten Ermittler Jesse Rosenberg und Derek Scott rekrutiert. Zusammen mit der jungen Kollegin Anna Kenner ermittelt das Team erneut. Fazit: Die Leseprobe fand ich super spannend und wollte dieses Buch unbedingt lesen. Es war mein erstes Buch von Joël Dicker. Leider hab ich vorher nicht auf die Seitenzahl geachtet. Die Story hat sich zwischendrin leider etwas gezogen. Aber meine Neugier war grösser und ich habe mich bis zum Ende durchgekämpft. Die Story wechselt häufig zwischen den Personen und der Jahreszahl. Man kann sich aber schnell darauf einstellen.
Mr Irwing, bitte übernehmen Sie!
von Die Art der Ida Gratias - 08.05.2019
Der Schweizer Autor, Joel Dicker, der hochgelobte Stern am französischen roman policier -Himmel, für Die Wahrheit über den Fall Harry Quebertmit dem Prix Goncourt ausgezeichnet, legt mit Das Verschwinden der Stephanie Mailer seinen neusten Roman, nun auch auf Deutsch, vor. Die französische Kritik schwärmt in den höchsten Tönen & ich bin etwas weniger euphorisch. Dicker sagt angesichts seiner Verkaufszahlen ganz bescheiden über seine Bücher: Ich schlage eine Geschichte vor, aber diese Geschichte existiert nur, wenn ein Leser sie sich auch vorstellen kann, die Figuren, die Dialoge. Ich muss sagen: Monsieur Dicker, je suis terriblement désolée, mais cette histoire nexciste pas! Mir mangelt es gemeinhin nicht an Vorstellungsvermögen, ich kann mir so gar ne ganze Menge vorstellen, im Leben allgemein & in der Literatur im besonderen: die ungewöhnlichsten Figuren & die absurdesten Dialoge, aber bei diesem hier Personalaufgebot musste ich passen. Am Anfang dachte ich noch die Überzeichnung einzelner Figuren wäre ein Stilmittel, aber sehr bald hatte Dicker eine ganze Schaubühne besonderer Charaktere versammelt, die John Irwing sicherlich mit Freude für seinen nächsten Roman übernehmen könnte. Nur, wo eigenartige Charaktere bei jmd. wie Irwing ins eigenartige Irwing Universum passen, wirken diese vor wenigen Leseminuten noch der Rollenerwartung nach völlig normal agierende Charaktere hier, in dieser spießigen, normalen Kleinstadtwelt in den Hamptons, in der der Kriminalroman spielt, unecht, wie Aliens. Aber vielleicht erst einmal zum Plot. Während am 31.7.1994 der stellvertretende Bürgermeisters des beschaulichen Ortes Orphea, ein Ort im Staat New York, erstmalig das neu Theaterfestivals eröffnet, wird im Haus des Bürgermeisters, er selbst, sein kleiner Sohn & seine Ehefrau erschossen, so wie eine vor seinem Haus vorbeikommende Joggerin. Die Leitung der Ermittlungen des Vierfachmordes übernehmen die beiden befreundeten, noch sehr jungen, aber ambitionierten Kriminalpolizisten Derek Scott und Jesse Rosenberg. Es gelingt ihnen durch zähes Beweise sammeln den vermeintlichen Mörder zu ermitteln, der aber beim Versuch ihn zu verhaften, stirbt. Knapp 20 Jahre später, zu Beginn des Sommers 2014, Rosenberg, der als 100%, als exzellenter Ermittler, gilt, steht kurz vor seiner freiwilligen Pensionierung, als die junge, nicht minder ehrgeizige Journalistin des Orphea Chronicle, Stephanie Mailer, ihm bei seiner offiziellen Abschiedsfeier mit dem nebulösen Hinweis überfällt, damals einen Fehler gemacht zu haben & den Falschen für schuldig befunden zu haben. Danach ist sie wie vom Erdboden verschwunden. Aus Rosenbergs persönlichen Interesse an weiteren Informationen zu ihrem Vorwurf wird schnell ein offizieller Vermisstenfall, bei dessen Aufklärung nach anfänglichem zögern ihn Scott, der seit 1994 nicht mehr im Außeneinsatz arbeitet, unterstützt. Sie ermitteln dazu auch in Orphea, wo nicht nur in nur wenigen Wochen das 20 jährige Jubileeum des Theaterfestivals groß gefeiert werden soll, sondern auch noch viele der vom damaligen Verbrecher direkt oder indirekt Betroffene leben. Als unterstützende Kraft vor Ort wird den beiden Männern eine ehrgeizige Polizistin mit Juraabschluss zugewiesen, die vor weniger Jahren, nach ihrer Scheidung nach Orphea gezogen ist, um auf Wunsch des Bürgermeisters den dortigen Polizeichef zu beerben. Schnell erkennen das sich perfekt ergänzende Trio, dass es eine Verbindung zwischen Stephanies Verschwinden & den Morden von 1994 gibt & rollen den alten Fall neu auf, was zu weiteren Toten führt. Wie Dicker diese zwei fast old-schooled Geschichten, die alten Morden von 1994 & die Ermittlungen von 2014 erzählt, finde ich sehr gekonnt. Er bedient sich verschiedenster Perspektiven, setzt auf schnelle szenischer Wechsel, springt zwischen Zeit & Raum, das hat was Filmisches & ist sehr modern. Dieser Kontrast empfinde ich als sehr attraktiv. Hinzu kommt der Erzählton. Von Anfang an, fand ich das der etwas sehr Eigenes hatte, eine Melodie, die aus der immensen Fülle an Krimalromanen herausragt, was mich letztendlich auch trotz des Figurenschlamassels bei der Lesestange hielt. Ich werde mir jetzt auf jeden Fall mal seine vorherigen Bücher näher ansehen & hoffe, dass ihm beim nächsten Roman jemand bei der Figurenentwicklung rechtzeitig auf die Finger haut. Ich biete auch an das zu übernehmen.
Es kann nur eine Parodie sein ...
von anushka - 07.05.2019
Amerikanische Ostküste, 1994: Während eines Theaterfestivals werden der Bürgermeister und seine Familie sowie eine zufällig vorbeikommende Joggerin brutal ermordet. Das Verbrechen erschüttert die Kleinstadt Orphea bis in ihre Grundfeste. Zwanzig Jahre später steht einer der Polizisten, die damals für den Fall zuständig waren, kurz vor seinem Abschied aus dem Polizeidienst. Jesse Rosenberg wird von allen Der Hundertprozentige genannt, weil er alle seine Fälle aufgeklärt hat. Doch dann steht plötzlich die junge Journalistin Stephanie Mailer vor ihm und weckt Zweifel an der Auflösung der Orphea-Morde. Und genau so plötzlich, wie sie aufgetaucht ist, ist sie plötzlich verschwunden ... Jesse beschließt, den Fall zusammen mit seinem damaligen Partner Derek und der Polizeichef-Anwärterin Anna wieder aufzurollen. So weit, so vielversprechend. Die ersten ca. 150 Seiten des Buches vergingen wie im Flug. Mich hatte zunächst wirklich die Lesesucht gepackt. Das Buch schien ein gutes Tempo vorzulegen und allerlei Überraschungen bereit zu halten, sodass mir der recht einfache Schreibstil zunächst noch entgegenkam. Doch zunehmend wirkte das Buch irgendwie merkwürdig, unstimmig und gar nicht so anspruchsvoll wie ich es aufgrund der Vorschusslorbeeren erwartet hatte. Die ständigen Perspektivwechsel waren zunächst noch spannend, aber ständig kamen neue Personen hinzu mit ihren ganz eigenen Lebensdramen, sodass das Buch mehr von einer Seifenoper als von einem vielschichtigen Kriminalroman bekam. Die Polizisten stellten sich leider unerwartet ... sagen wir ungeschickt und naiv an, sodass ich mich bald fragte, wie sie überhaupt irgendwelche anderen Fälle, ganz davon abgesehen alle ihre Fälle, gelöst haben. Sie nehmen die Aussagen von Zeugen und Verdächtigen für bare Münze und streichen sie mir nichts, dir nichts von der Verdächtigenliste, denn nachdem, was sie ausgesagt haben, können sie es ja nicht gewesen sein. Viele Wendungen und Überraschungen in der Handlung werden erst dadurch möglich, dass eigentlich jeder einzelne Zeuge und jede einzelne Zeugin den Polizisten bereits vor zwanzig Jahren relevante Information vorenthalten hat. Die Polizisten wirken dabei selbst mehr als hilflos. So kann jemand, der behauptet, den Täter zu kennen, sie tagelang hinhalten, um den Fakt spektakulär in einem Theaterstück preiszugeben. Und dazu kommt noch ein Polizeichef (?), der wichtige Informationen nicht weitergibt, weil er den bearbeitenden Beamten telefonisch nicht erreicht ... Das kann nur eine Parodie sein, ansonsten bedient der Autor auch jedes noch so schlechte Klischee des amerikanischen Kleinstadt-Cops. Und überhaupt. Nicht nur die Cops benehmen sich merkwürdig. Ganz Orphea scheint den Verstand zu verlieren, als der ehemalige Polizeichef - eben jener, der relevante Informationen nicht weitergab - ankündigt, beim 20-jährigen Jubiläum des Theaterfestivals ein Stück aufführen lassen zu wollen, das den wahren Täter enthüllt, das aber bislang über die ersten drei Zeilen nicht hinausgekommen ist. Da lässt sich doch glatt der aktuelle Polizeichef vorzeitig verrenten, um in diesem Stück in Unterhose über die Bühne rennen zu dürfen. In all ihren zwischenmenschlichen Dramen und in der Spleenigkeit einer ganzen Kleinstadtbevölkerung erinnerte mich dieses Buch an die Gilmore Girls oder jede andere Kleinstadtserie, die von mehr oder weniger exzentrischen Charakteren lebt. Und natürlich eskaliert die Geschichte schließlich und nimmt eine unglaubwürdige Entwicklung nach der anderen. Dass am Ende überhaupt noch jemand lebt um den Fall aufzuklären, oder sich für dessen Aufklräung zu interessieren, grenzt an ein Wunder. Ich kann dieses Buch nur als Parodie ansehen, denn ernst nehmen konnte ich es nach spätestens 200 Seiten nicht mehr. Ich habe noch die beiden ersten Bücher des Autors ungelesen im Schrank stehen und jetzt ein wenig Angst, was mich darin erwarten könnte. Mein Fazit zum Verschwinden der Stephanie Mailer : es ist ganz anders, als ich zunächst erwartet hatte und kann diese Erwartungen nicht erfüllen. Der Schreibstil erlaubt ein zügiges Lesen und die Entwicklungen sind schon rasant und mitunter interessant, sodass ich zeitweise durch das Buch geflogen bin und nicht erwogen habe, es abzubrechen. Ich kam mir aber auch immer wieder ziemlich verschaukelt vor.
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