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Verbrannte Erde

Stalins Herrschaft der Gewalt. mit 74 Abbildungen.
Buch (gebunden)
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Wir gratulieren Jörg Baberowski sehr herzlich zum Preis der Leipziger Buchmessein der Kategorie Sachbuch/Essayistik!

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Produktdetails

Titel: Verbrannte Erde
Autor/en: Jörg Baberowski

ISBN: 3406632548
EAN: 9783406632549
Stalins Herrschaft der Gewalt.
mit 74 Abbildungen.
Beck C. H.

1. Februar 2012 - gebunden - 606 Seiten

Beschreibung

Wir gratulieren Jörg Baberowski sehr herzlich zum Preis der Leipziger Buchmessein der Kategorie Sachbuch/Essayistik!

Zur Begründung: "Verbrannte Erde" ist ein Buch, das den Leser von Anfang an in den Bann schlägt und nicht wieder loslässt. Es zwingt ihn, gleichermaßen durch Präzision der Argumente wie durch die Kraft der sprachlichen Vergegenwärtigung, auf eine Fahrt durch alle Kreise der Hölle. Und es erspart ihm nicht, genauer hinzusehen, den Tätern wie den Opfern ins Gesicht zu schauen. Hier handeln nicht Großmächte oder Begriffsgespenster - nicht der Kommunismus, nicht die Moderne, kein Eindeutigkeitswahn -, sondern Menschen. Das macht die Lektüre, sofern man nicht völlig abgestumpft ist, zu einer bedrückenden Erfahrung, zu einem kurzen Lehrgang in Trostlosigkeit. Aber das ist der Preis, der für historische Erkenntnis zu zahlen ist. Jörg Baberowski, der an dear Humboldt-Universität lehrt, widersteht der Versuchung, die Gewalt zu rationalisieren, ihr Gründe unterzuschieben. Aus der Verbindung von Quellennähe und kluger Kritik tradierter Deutungen gewinnt seine Darstellung ihre Wucht. Wenn in den kommenden Jahren einer fragt: Was war das, der Stalinismus, dann wird man zum Regal gehen und ihm dieses Buch geben: Nimm und lies!

Stalins Gewaltherrschaft fielen Millionen Menschen zum Opfer. Sie verhungerten, verschwanden im "Archipel Gulag" oder wurden im Laufe der "Säuberungen" von Partei, Staatsapparat und Militär ermordet. In seinem großen, berührenden Buch entwickelt Jörg Baberowski neue Perspektiven auf die stalinistischen Verbrechen und führt den Leser hinab in die paranoide Welt des sowjetischen Diktators.

Die Bolschewiki wollten eine neue Gesellschaft erschaffen und träumten vom neuen Menschen. Doch reicht es aus, auf das bolschewistische Projekt der Modernisierung zu verweisen, um die stalinistischen Gewaltexzesse zu erklären? War Stalins Terrorherrschaft eine notwendige Folge der kommunistischen Ideologie? Das bolschewistische Projekt, so die These des Buches, bot eine Rechtfertigung für den Massenmord. Aber es schrieb ihn nicht vor. Es war Stalin, ein Psychopath und passionierter Gewalttäter, der den Traum vom neuen Menschen im Blut der Millionen erstickte. Er war Urheber und Regisseur des Terrors, der erst mit seinem Tod aufhörte. Er errichtete eine Ordnung des Misstrauens und der Furcht, in der jedermann jederzeit zum Opfer werden konnte. Wer in dieser Weise den inneren Kitt einer Gesellschaft zerstört, der hinterlässt auch in den Seelen der Menschen verbrannte Erde. "Lasst, die ihr eingeht, jede Hoffnung fahren", steht über Dantes Höllentor. Dieser Satz hätte auch an den Grenzpfählen der Sowjetunion stehen können.

Inhaltsverzeichnis

VORWORT

I. WAS WAR DER STALINISMUS?

II. IMPERIALE GEWALTRÄUME

1. Voraussetzungen

2. Revolutionen

3. Bürgerkriege

III. PYRRHUSSIEGE

1. Ökonomische Reformen

2. Der Staat im Dorf

3. Diktatur ohne Proletariat

4. Die Nationalisierung des Imperiums

5. Der Aufstieg Stalins

IV. UNTERWERFUNG

1. Neue Menschen

2. Feinde

3. Der Krieg gegen die Bauern

4. Todeszonen

5. Kommandowirtschaft

V. DIKTATUR DES SCHRECKENS

1. Macht und Gewalt

2. Die Unterwerfung der Parteielite

3. Die Zerstörung der Partei

4. Die Vernichtung des Offizierskorps

5. Die Selbstzerstörung des Staatsapparates

6. Die Allmacht des Despoten

7. Massenterror

8. Die nationalen Operationen

9. Das Ende des Massenterrors

10. Die Gewalt und ihre Situationen

VI. KRIEGE

1. Die Expansion der Gewalt

2. Der stalinistische Krieg

3. Krieg im Frieden

4. Götterdämmerung

VII. STALINS ERBEN

ANHANG

Anmerkungen

Literaturverzeichnis

Bildnachweis

Register

Portrait

Jörg Baberowski, geb. 1961, ist Professor für die Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin und Autor zahlreicher Bücher und Aufsätze zur russischen und sowjetischen Geschichte. 2003 erschien sein vielgerühmtes Werk "Der rote Terror", dessen Deutung des Stalinismus er in diesem Buch widerspricht.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 10.03.2012

Schwacher Staat, starker Stalin

Schrecklicher Terror prägte das Leben der "Sowjet-Menschen". Der Kreml-Diktator bediente sich vor allem der konspiratorischen Machttechniken.

Von Peter Sturm

Diese Botschaft beruhigt: Historiker sind auch nur Menschen. Jörg Baberowski gewährt Einblicke in sein Innenleben, bevor er sich dem Gegenstand seiner historischen Neugier widmet. Laut Vorwort ist das Buch nämlich Ergebnis eines Selbstfindungsprozesses. Der Autor findet ein eigenes Werk von 2003 mittlerweile unbefriedigend. Man kann so etwas gut finden. Selbstkritik ist bei Historikern (und Journalisten) nicht die Regel. Man kann alles natürlich auch für einen (gelungenen?) Gag halten, auf dass bloß niemand glaube, da werde womöglich ein überflüssiges Buch vorgelegt. Aber kann ein Buch über dieses Thema überhaupt überflüssig sein? Das von Baberowski ist es jedenfalls nicht.

Grundthese des Autors ist, Stalin sei die Spinne im großen Netz des Terrors gewesen. Er habe aktiv alles angeordnet. Zweiter roter Faden der Darstellung ist die These vom schwachen Staat, dessen Repräsentanten (Stalin und Genossen) durch Gewalt ihren Herrschaftsanspruch "ständig in Erinnerung halten konnten". Indem der Autor alles extrem auf Stalin fokussiert, begibt er sich freilich in die Gefahr, das Sowjetsystem freizusprechen. Schon zur Zarenzeit sei der russische Staat schwach gewesen. Er habe zwar über allerlei Normen verfügt, es dann aber nicht geschafft, diese durchzusetzen. Politisch-organisatorische Strukturen im westlich-liberalen Sinne hätten nie Wurzeln schlagen können. Das läuft, wenn man weiterdenkt, auf das hinaus, was ein Wladimir Putin heute aller Welt einredet; dass "der Russe" so etwas Kompliziertes wie Demokratie im Grunde seines Herzens weder will noch eigentlich erträgt.

Baberowski schildert eindrucksvoll das heillose Durcheinander, das der Erste Weltkrieg anrichtete und mit dem der Boden für die Bolschewiki bereitet wurde. Gewalt war ein allgemein akzeptiertes Mittel der Politik. Und von Gewalt verstanden die Herren Revolutionäre bekanntlich eine Menge. Dementsprechend und durchaus folgerichtig gilt Baberowski die Oktoberrevolution als ein russisches und nicht oder kaum ideologisch zu definierendes Ereignis. Der auf die Revolution folgende Bürgerkrieg wird als Experimentierfeld für Gewalt von "oben" beschrieben. "Ohne die Gewalterfahrungen des Bürgerkrieges hätte es keinen Stalinismus gegeben." Hier darf man vielleicht ein wenig stutzig werden. Definiert der Autor den Bürgerkrieg vulgärpsychologisch als so etwas wie eine "schwere Kindheit" für Stalin, der dann nachher alles auslebte? Denn schließlich, so wird ständig betont, hing doch alles an der Person Stalin.

Mit dem Ende des Bürgerkrieges habe sich der Staat aus den abgelegenen Teilen des Landes (also dem größten Teil) gewissermaßen verabschiedet. Die einzelnen Dörfer hätten wieder ein Inseldasein gefristet. Und weil, so die These, der Staat in der Fläche schwach war, fasste Stalin Diskussionen auch innerhalb der bolschewistischen Partei als Gefahr auf, denn nur eine monolithische Kraft könne die Macht behalten. So gewinnt der Ausgang des Machtkampfes innerhalb der Führung nach dem Tod Lenins eine gewisse Logik. Es siegte der Apparatschik Stalin, nicht die Großintellektuellen vom Schlage eines Bucharin. Volksverbundenheit sah das System nicht vor. Vielmehr kam es auf andere, konspiratorische Machttechniken an. Und die beherrschte Stalin deutlich besser als alle anderen.

Unter denen, die er um sich versammelte, wirkte der Georgier laut Baberowski wie ein Gebildeter - mochten ihn die wirklich Gebildeten noch so sehr verachten. So wurde Stalin für die Aufsteiger zum Übervater, dem sie in allen Lebenslagen gehorchten, was einigen von ihnen - Ironie der Geschichte - trotzdem in den dreißiger Jahren nicht das Leben rettete. Sehr anschaulich beschreibt der Autor den kleinen Alltagsterror, der schon vor dem Großen Terror das Leben der Menschen in der Sowjetunion prägte. Da fragt man sich unwillkürlich, ob der Staat, der das ja alles machte, wirklich so schwach war. Erliegt der Autor ein wenig dem Selbstbild der Regierenden, die nur Feinde ringsum zu sehen in der Lage waren, wie er auch immer wieder betont? Wer sich ständig existentiell bedroht sieht, hat schnell den Eindruck, schwach zu sein.

Trotz allem ist es ein großes Verdienst dieses Buches, dass man zumindest eine Ahnung davon bekommt, in welcher Welt Stalins Gefolgsleute lebten, was die Ereignisse mit und aus ihnen machten. Das eigentliche Rätsel, Stalin, bleibt aber notwendigerweise im Halbdunkel. Es ist für die Welt vielleicht auch besser, dass sich niemand richtig in diesen Mann hineindenken kann. Ein wenig widersprüchlich wird es freilich. Zunächst schreibt der Autor, in Stalins Umgebung habe kein Mensch an die großen Verschwörungen geglaubt, die der Geheimdienst dauernd "aufdeckte". Ein wenig später heißt es dann, Stalin und die Seinen hätten geglaubt, sie führten einen Kampf gegen Spione und Saboteure.

Der Moment des größten Triumphs der Sowjetunion (1945) war für das Regime gleichzeitig der Moment der größten denkbaren Unsicherheit. Der Krieg hatte die Tür des Gefängnisses zwangsweise geöffnet. Und viele, sehr viele Sowjetbürger hatten andere Länder gesehen, wo es den Menschen deutlich besser ging als im angeblichen Paradies zu Hause. Stalin reagierte darauf in charakteristischer Weise. Heimgekehrte Kriegsgefangene wurden in Lager verfrachtet, auf dass sie die Fremde schnell "vergaßen". Das passt wieder zur These vom schwachen Staat, der sich "Schwächen" - in dem Fall Mitleid mit den nach Deutschland Verschleppten - nicht leisten zu können glaubt.

Das Buch ist eine sehr beachtliche denkerische Leistung. Die Thesen werden einleuchtend präsentiert. Man kann über dies und das sicher eingehend diskutieren. Um aber alles erfassen zu können, muss man sehr viel Vorderund Hintergrundwissen haben. Die Lektüre eines einschlägigen Handbuchs zur russisch-sowjetischen Geschichte ist eigentlich Voraussetzung dafür, Baberowski folgen zu können. So etwas ist vielleicht nicht zu vermeiden. Aber es sei erlaubt, dies mit Bedauern zu vermerken, denn auch die Stalinzeit gehört zu den Epochen der Menschheitsgeschichte, über die nachwachsende Generationen immer wieder informiert werden müssen. Und da ein Buch Menschenwerk ist, ist es nicht frei von Fehlern. Das tut dem Lesefluss keinen Abbruch. Wenn allerdings Gesichtsausdrücke (Mienen) konsequent zu Sprengkörpern (Minen) werden, wird man nicht sagen können, dass der Verlag dem Manuskript mit grenzenloser Liebe begegnet ist.

Jörg Baberowski: Verbrannte Erde. Stalins Herrschaft der Gewalt.

Verlag C.H. Beck, München 2012. 606 S.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Bewertungen unserer Kunden
Verbrannte Erde
von Isabell K. - 14.02.2012
Jörg Baberowski, Geschichtsprofessor in Berlin, untersucht die Herrschaft Stalins. Das bolschewistische Projekt, die Schaffung des neuen Menschen, bietet das die Rechtfertigung für den Massenmord im eigenen Land. Und man darf das nicht vergessen, es wird ja immer gern an einzelnen Personen festgemacht, aber sie brauchen Helfer, Viele, Tausende! Kein Hitler ohne seine Helfer, kein Pol Pot ohne seine Helfer, kein Stalin ohne seine Helfer, es scheint so zu sein, dass esnicht zu schwer ist, Mörder zu finden. Jörg Baberowski untersucht das Klima der Angst, des Verrats und der Verzweiflung das Stalin verursacht hat. Ein wichtiger Aspekt des Buches ist, wie sich " Stalins Herrschaft der Gewalt" auf die Menschen ausgewirkt hat, nach dem Ende der Stalin Herrschaft, die Schäden die in den Menschen angerichtet wurden.
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