Sämtliche Werke 09. Münchner Ausgabe. Epoche der Wahlverwandtschaften als Buch
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Sämtliche Werke 09. Münchner Ausgabe. Epoche der Wahlverwandtschaften

1807 - 1814. Mit Schmuckschuber und Lesebändchen.
Buch (gebunden)
Gedichte: Sonette · Wirkung in die Ferne · Ergo bibamus! · Das Tagebuch 1810 · Idyllische Kantante · Parabel · Der getreue Eckart · Der Totentanz · Die wandlende Glocke · Gefunden · Offne Tafel · Kriegsglück · Gott, Gemüt und Welt · Sprichwörtlich · … weiterlesen
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Sämtliche Werke 09. Münchner Ausgabe. Epoche der Wahlverwandtschaften als Buch

Produktdetails

Titel: Sämtliche Werke 09. Münchner Ausgabe. Epoche der Wahlverwandtschaften
Autor/en: Johann Wolfgang von Goethe

ISBN: 3446140182
EAN: 9783446140189
1807 - 1814.
Mit Schmuckschuber und Lesebändchen.
Herausgegeben von Karl Richter, Christoph Siegrist, Hans-Jürgen Becker
Hanser, Carl GmbH + Co.

1. April 2002 - gebunden - 1472 Seiten

Beschreibung

Gedichte: Sonette · Wirkung in die Ferne · Ergo bibamus! · Das Tagebuch 1810 · Idyllische Kantante · Parabel · Der getreue Eckart · Der Totentanz · Die wandlende Glocke · Gefunden · Offne Tafel · Kriegsglück · Gott, Gemüt und Welt · Sprichwörtlich · u.a. · Drama und Theater: Pandora · Tragödie aus der Zeit Karls des Großen · Des Epimenides Erwachen · Theaterreden und Maskenzüge · u.a. · Die Wahlverwandtschaften · Schriften zu Literatur und Kunst: Über Gegenstände der bildenden Kunst · Almanach für Theater und Theaterfreunde auf das Jahr 1807 von August Wilhelm Iffland · La gloire de Frédéric · Schema zu Kleists Amphitryon · Dürers christlich-mythologische Handzeichnungen · Schema zu einem Volksbuch · Lyrisches Volksbuch · Zwei teutsche Altertümer · Myrons Kuh · Epoche der forcierten Talente · Epoche der genialen Anmaßung · Ruysdael als Dichter · Russische Heiligenbilder · u.a. · Jakob Philipp Hackert · Naturwissenschaftliche Schriften: Geognostische Vorlesungen · Entwurf einer allgemeinen Geschichte der Natur · Gneis und Granit · Gebirge von und um Karlsbad · Über den Ausdruck Porphyrartig · Aus Teplitz · Braunkohlengrube bei Dux · Gebirgsarten des Leitmeritzer Kreises in Böhmen · Zinnwalder Suite · Altenberger Suite · Höhen der alten und neuen Welt bildlich verglichen · Pietra fungaja · Physikalische Vorlesungen 1808 · Tonlehre · u.a. · Biographische und autobiographische Schriften: Zum feierlichen Andenken der Durchlauchtigsten Fürstin und Frau Anna Amalia · Entwurf der Grabschrift · Aus meinen Leben. Fragmentarisches · Zu brüderlichem Andenken Wielands · Amtliche Schriften: Wissenschaftliche und künstlerische Institute · Presse und Pressefreiheit · Personalia · Badeanstalt · Freimaurerei · Anhang: Einführung · Kommentar

Inhaltsverzeichnis

Aus dem Inhalt:
Gedichte: Sonette · Wirkung in die Ferne · Ergo bibamus! · Das Tagebuch 1810 · Idyllische Kantante · Parabel · Der getreue Eckart · Der Totentanz · Die wandlende Glocke · Gefunden · Offne Tafel · Kriegsglück · Gott, Gemüt und Welt · Sprichwörtlich · u.a. · Drama und Theater: Pandora · Tragödie aus der Zeit Karls des Großen · Des Epimenides Erwachen · Theaterreden und Maskenzüge · u.a. · Die Wahlverwandtschaften · Schriften zu Literatur und Kunst: Über Gegenstände der bildenden Kunst · Almanach für Theater und Theaterfreunde auf das Jahr 1807 von August Wilhelm Iffland · La gloire de Frédéric · Schema zu Kleists Amphitryon · Dürers christlich-mythologische Handzeichnungen · Schema zu einem Volksbuch · Lyrisches Volksbuch · Zwei teutsche Altertümer · Myrons Kuh · Epoche der forcierten Talente · Epoche der genialen Anmaßung · Ruysdael als Dichter · Russische Heiligenbilder · u.a. · Jakob Philipp Hackert · Naturwissenschaftliche Schriften: Geognostische Vorlesungen · Entwurf einer allgemeinen Geschichte der Natur · Gneis und Granit · Gebirge von und um Karlsbad · Über den Ausdruck Porphyrartig · Aus Teplitz · Braunkohlengrube bei Dux · Gebirgsarten des Leitmeritzer Kreises in Böhmen · Zinnwalder Suite · Altenberger Suite · Höhen der alten und neuen Welt bildlich verglichen · Pietra fungaja · Physikalische Vorlesungen 1808 · Tonlehre · u.a. · Biographische und autobiographische Schriften: Zum feierlichen Andenken der Durchlauchtigsten Fürstin und Frau Anna Amalia · Entwurf der Grabschrift · Aus meinen Leben. Fragmentarisches · Zu brüderlichem Andenken Wielands · Amtliche Schriften: Wissenschaftliche und künstlerische Institute · Presse und Pressefreiheit · Personalia · Badeanstalt · Freimaurerei · Anhang: Einführung · Kommentar

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 03.11.1999

Das Wollen ist der Gott der Zeit
Goethe sucht die Weltliteratur in "Kunst und Altertum"

Wie gut sich der Standort Weimar für die Erfahrung der Globalisierung eignete, bezeugt Goethes Begriff der "Weltliteratur". Gern verwendet er in seinem achten Lebensjahrzehnt auch andere Zusammensetzungen wie "Weltfrömmigkeit" oder "Weltbewegung", "Weltcultur", "Weltpoesie", "Weltbildung". 1827 taucht der (von Wieland geprägte) Begriff "Weltliteratur" zum ersten Mal öffentlich in seiner Zeitschrift "Über Kunst und Altertum" auf. Er bezeichnet ein Programm, das dort längst praktiziert wurde. Ein schönes Bild dafür findet 1832, im Epilog der Zeitschrift nach Goethes Tod, der Kanzler von Müller. Er erinnert an die Plattform des Straßburger Münsters, wo Richtungslinien den Betrachter in alle Welt verweisen. "Es gewährt ein ganz eignes Gefühl sich gleichsam wie in den Mittelpunkt eines Welttheils gestellt zu sehen und sich zu sagen: Wenn jetzt dein Blick gerade diese Linie verfolgen könnte, so würdest du Neapel oder - wenn jene, um einige Schritte rechts - Paris vor dir liegen sehen."

Weltliteratur heißt Weltkontakt, vermittelt durch den Kommerz der "Literatoren", der Autoren, Übersetzer und Kritiker. Auffrischung "durch fremde Teilnahme" nennt Goethe diese besonderen weltliterarischen Glücksfälle: "Es bildet sich eine allgemeine Weltliteratur, worin uns Deutschen eine ehrenvolle Rolle vorbehalten ist." So sagt er, als er in französischen Zeitschriften, darunter "Le Globe", Besprechungen des eigenen "Tasso" entdeckt, die er sogleich übersetzt und abdruckt. Vorangegangen war, wieder in "Le Globe", die eindrucksvolle Rezension Jean Jacques Ampéres zur französischen Übersetzung von Goethe dramatischen Werken. Natürlich hatte auch sie ihren Weg in Goethes Zeitschrift gefunden. Und kaum war das Wort "Weltliteratur" gefallen, reagierte das französische Blatt und sprach seinerseits von einer "littérature occidentale ou européenne". Im Artikel "Bezüge nach außen" teilte nun wiederum Goethe seinem Publikum die Stelle aus "Le Globe" mit. Die Bälle flogen hin und her.

Das Spiel gefiel Goethe umso mehr, als "Le Globe" seit der Neujahrssendung von 1826 seine Lieblingslektüre darstellte. "Sie werden in Frankreich ebenso geliebt wie in Deutschland. Auch wir feiern jedes Jahr den Geburtstag Goethes", hatte der Chefredakteur Dubois ihn wissen lassen. Goethe vermutete "geistreiche, vorsichtig kühne junge Athleten" hinter dem Blatt. Als er Ampére dann in Weimar kennen lernte, erfuhr er zu seiner Verblüffung, dass es sich tatsächlich gerade um Mittzwanziger handelte, Geschöpfe allerdings der "Weltstadt" Paris. Bessere Agenten für die weltliterarische Wirkung seines Werkes konnte er sich jedenfalls nicht wünschen.

Auffrischungen und Wechselbezüge im Zeichen der Weltliteratur verwandeln "Über Kunst und Altertum", ursprünglich eine Art Hauszeitschrift, zunehmend und entschieden in eine Weltzeitschrift. Stehen am Anfang noch die Gefechte um die "neu-deutsche religios-patriotische Kunst", so bezeichnen dann Titel wie "Goethe an Lord Byron" oder "Theilnahme Goethe's an Manzoni" die neue Tendenz. Hier suchte der lesende Autor Goethe sein Heil, nicht mehr in der deutschen Literatur. Lakonischer und abschätziger kann man schwerlich über sie befinden: "Die deutsche Poesie bringt, man darf nur die tagtäglichen Produktionen und die beiden neuesten Musenalmanache ansehen, eigentlich nur Ausdrücke, Seufzer und Interjektionen wohldenkender Individuen." Während Goethe den jungen "misanthropischen Eremiten" in Deutschland immer wieder ihre Malaise vorhielt, ließ er die auf ihre Art "tüchtigen" Romantiker Byron, Prosper Mérimée und Manzoni umstandslos gelten. Allenfalls für die von der weltliterarischen Teilnahmelust zurückgestuften deutschen Abteilungen der Zeitschrift war Gervinus' missgelauntes Wort vom "Magazin der Unbedeutendheit" womöglich am Platze.

"Über Kunst und Altertum" brachte es von 1816 bis 1832 auf sechs Bände mit jeweils drei Heften. Bis 1828, bis zum zweiten Heft des sechsten Bandes, nahm Goethe seine Pflichten als Autor und Herausgeber sorgfältig wahr, erstattete er doch so "sowohl meinem Vaterland als dem Ausland" freundliche Teilnahme zurück, "bis mir vielleicht etwas Größeres gelingt", wie es dann mit dem zweiten "Faust" und den "Wanderjahren" geschehen sollte. Zum ersten Mal bietet eine Goethe-Ausgabe jetzt das gesamte Ensemble der Zeitschrift wieder in integraler Gestalt und mit durchgehendem Kommentar. Längst hatte man sich daran gewöhnt, sie zu zerlegen, die Filetstücke den Schriften zur Literatur oder zur Kunst zuzuschlagen und die Beiträge der anderen Weimarer (und sonstigen) Kunstfreunde, die etwa ein Drittel ausmachen, unter den Tisch fallen zu lassen. So hat es zuletzt noch die vorzügliche Münchner Ausgabe gehalten. Die Frankfurter Ausgabe fügt also zusammen, was einmal zusammengehörte.

Gern lässt man sich die emphatisch werbende Rede vom "unbekannten" oder "lange vernachlässigten Alterswerk Goethes" (seinem "umfangreichsten Werk überhaupt") gefallen. Ob der Respekt vor vermeintlich spätwerklichen Strukturen und Gepflogenheiten den Benutzer auch über die wiederhergestellte alte Unübersichtlichkeit hinwegtrösten kann, ist eine andere Frage. Ohne Register jedenfalls haben die reichlich beigegebenen Inhaltsverzeichnisse, alte wie neue, den Charme von Irrgärten. Gewaltig sind die neuen Ausmaße: Die drei Bände umfassen 4300 Seiten; allein zweitausend Seiten entfallen auf die Kommentare. Und man darf es gleich sagen: Die Leistung der Kommentatoren überbietet alles bisher Dagewesene auf diesem Gebiet. Und das betrifft nicht nur die Quantität. Merkwürdig allerdings das Etikett "Ästhetische Schriften", das nun doch wieder den Anspruch erhebt, ein denkbar vielfältiges Gemisch von Texten und Genres zur Räson und unter Kontrolle zu bringen.

Nicht von ungefähr scheiden sich daran die Geister, die Bandeinführungen und die kommentierenden Strategien. Nervös rüttelt der Einleitungsessay von Stefan Greif an den gelassenen, wortsparenden und unprätentiösen Texten, um ihnen "Goethes Konzeption der Moderne" zu entreißen. "Das Wollen ist der Gott der neuen Zeit" - ausgerechnet der Befund aus Goethes spätem Shakespeare-Aufsatz wird, mit einer kleinen Besserung im Zitat, als Lösung beschlagnahmt, mit dem Nachteil freilich, dass ihm dabei die ganze Ironie ausgetrieben wird. So gibt sich denn, im Licht moderner Projektemacherei, Goethes "Ästhetik" bald "solenn", bald "letheisch", dann wieder "orphisch" oder auch "zynisch": Sie kann aber auch volkstümlich und "institutionenkritisch" daherkommen und als "Prinzip Hoffnung" für Weltbürger "gesamtgesellschaftliche Verhältnisse ausleuchten".

Von solchen "ästhetiktheoretischen" Überraschungen halten sich Hendrik Birus und Anne Bohnenkamp fern. Birus wirbt, in seiner knapp und glänzend formulierten Einführung, für das Konzept des "Alterswerks", das zugleich zum Arsenal und Sprungbrett für den "Faust" werden kann. Anne Bohnenkamp führt umsichtig und facettenreich in "Goethes Entwurf einer Weltliteratur" ein, auch sie, die große Kennerin der "Faust"-Paralipomena, lenkt die Aufmerksamkeit gern auf die Antezedentien zum "Faust II". Je mehr der interpretatorische Zugriff zurückgehalten wird, desto luxuriöser erblühen die Kommentare. Unermüdliche Findigkeit und stupende Gelehrsamkeit lassen sie geradezu zu Kompendien werden, die den Leser in die staunenswerte Vielfalt der goetheschen Interessen hineinziehen. Oft gerät man in regelrechte kleine Abhandlungen, die einem Handbuch Ehre machen würden. Auch und gerade Entlegenstes - ein türkischer Spruch, eine altdeutsche Taufschale, eine Steinschrift - wird bis ins Detail erschlossen. Der Hydra der Empirie sind ihre Schrecken genommen.

Zu den zwanzig Äußerungen Goethes, die den Ausdruck "Weltliteratur" verwenden, gehört auch die folgende in einem Brief an Zelter: "Sodann bemerke, daß die von mir angerufene Weltliteratur auf mich, wie auf den Zauberlehrling, zum Ersäufen zuströmt: Schottland und Frankreich ergießen sich fast tagtäglich, in Mailand geben sie ein höchst bedeutendes Tagesblatt heraus, L'Eco betitelt: es ist in jedem Sinne vorzüglich." Dass es sich um eine durchaus erfreuliche Form des Zauberlehrlings-Schicksals handelt, zeigt die gleich folgende Meldung, man habe seine "Helena" in Edinburgh, Paris und Moskau mit Interesse begrüßt. Die "integrale" Ausgabe von "Kunst und Altertum" macht es möglich, den verschlungenen Wegen des Lesers und Kunstkritikers Goethe (der noch im hohen Alter einen Oktav-Band pro Tag las) bis ins Detail zu folgen. Dazu gehört dann auch die Teilnahme an solchen glücklichen Ereignissen.

HANS-JÜRGEN SCHINGS.

Johann Wolfgang Goethe: "Sämtliche Werke. Briefe, Tagebücher und Gespräche". I. Abteilung, Deutscher Klassiker Verlag, Frankfurt am Main. - Bd. 20: "Ästhetische Schriften 1816-1820. Über Kunst und Altertum I-II". Hrsg. von Hendrik Birus, 1999. 1622 S., geb., 198 Mark. - Bd. 21: "Ästhetische Schriften 1821-1824. Über Kunst und Altertum III-IV". Hrsg. von Stefan Greif und Andrea Ruhlig, 1998. 1042 S., geb., 148 Mark. - Bd. 22: "Ästhetische Schriften 1824-1832. Über Kunst und Altertum V-VI". Hrsg. von Anne Bohnenkamp, 1999. 1604 S., geb.

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