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Der Wal und das Ende der Welt

Roman. Originaltitel: Not Forgetting The Whale. 4. Auflage.
Buch (gebunden)
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Ein kleiner Ort in Cornwall und eine große Geschichte über die Menschlichkeit.

"Abenteuerlich, beunruhigend, ergreifend." Stern
"Dieser Roman gibt einem den Glauben an die Menschheit zurück." Elle

Erst wird ein junger Mann angespült, und dann strandet d … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Der Wal und das Ende der Welt
Autor/en: John Ironmonger

ISBN: 3103974272
EAN: 9783103974270
Roman.
Originaltitel: Not Forgetting The Whale.
4. Auflage.
Übersetzt von Maria Poets, Tobias Schnettler
FISCHER, S.

27. März 2019 - gebunden - 476 Seiten

Beschreibung

Ein kleiner Ort in Cornwall und eine große Geschichte über die Menschlichkeit.

"Abenteuerlich, beunruhigend, ergreifend." Stern
"Dieser Roman gibt einem den Glauben an die Menschheit zurück." Elle

Erst wird ein junger Mann angespült, und dann strandet der Wal. Die dreihundertsieben Bewohner des Fischerdorfs St. Piran spüren sofort: Hier beginnt etwas Sonderbares. Doch keiner ahnt, wie existentiell ihre Gemeinschaft bedroht ist. So wie das ganze Land. Und vielleicht die ganze Welt. Weil alles mit allem zusammenhängt.
John Ironmonger erzählt eine mitreißende Geschichte über das, was uns als Menschheit zusammenhält. Und stellt die wichtigen Fragen: Wissen wir genug über die Welt, in der wir leben? Was brauchen wir, um uns aufgehoben zu fühlen? Und was würdest du tun, wenn alles auf dem Spiel steht?

Portrait

John Ironmonger kennt Cornwall und die ganze Welt. Er wuchs in Nairobi auf und zog im Alter von 17 Jahren mit seinen Eltern in den kleinen englischen Küstenort, aus dem seine Mutter stammte. John promovierte in Zoologie; nach Lehraufträgen wechselte er in die internationale IT-Branche. Schon immer hat er geschrieben; seine Romane wurden in viele Sprachen übersetzt. Inspiriert zu »Der Wal und das Ende der Welt« haben ihn unter anderem die biblische Geschichte von Jonas und dem Walfisch, das Werk des Gesellschaftsphilosophen Thomas Hobbes, Jared Diamonds Sachbuch »Kollaps« und viele andere Quellen der Phantasie und des Zeitgeschehens. John Ironmonger lebt heute in einem kleinen Ort in Cheshire, nicht weit von der Küste. Er ist mit der Zoologin Sue Newnes verheiratet; das Paar hat zwei erwachsene Kinder und zwei kleine Enkel. John Ironmongers Leidenschaft ist die Literatur - und das Reisen auf alle Kontinente.

Pressestimmen

Auf jeden Fall fühlt man sich danach gut Nadine Kreuzahler Rundfunk Berlin Brandenburg 20190526

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 04.06.2019

Apokalypse in Pilcherland
John Ironmongers "Der Wal und das Ende der Welt"

Wenn der Wal in der Literatur auftaucht, bläst er meistens Bosheit. Der Walfisch des Propheten Jona, Hobbes' Leviathan, Melvilles Moby Dick, selbst der ausgestopfte Riesenwal in László Krasznahorkais postkommunistischer Weltuntergangsfabel "Melancholie des Widerstands": immer steht er für absolute Macht und Niedertracht. Für John Ironmonger ist die Welt zwar auch "ein gestrandeter Walfisch", aber noch lange nicht verloren. In seinem vierten Roman macht er das Tier zur Metapher für Menschlichkeit in Krisenzeiten.

Mit dem Wal taucht auch ein Mann aus dem Meer auf: Joe Haak, ein Banker aus der Londoner City. Man weiß nicht, ob er nach drei Tagen im Walfischbauch ausgespuckt wurde oder mit dem Sportwagen kam, aber wie der Prophet Jona verkündet auch Joe das baldige Weltende, und als Mathematiker und Bankenanalyst weiß er, wovon er spricht. Sein Computerprogramm "Cassie" verarbeitet riesige Mengen an Daten und Nachrichten, um Krisenszenarien durchzurechnen und Profit daraus zu ziehen. Als die Algorithmen den globalen Crash heraufziehen sahen und das Kassandra-Programm Millionenverluste produzierte, floh Joe in Panik aus der Stadt. Er landete in einem idyllischen Dorf an der Küste Cornwalls, wo man Sodom und Gomorrha bekanntlich nur vom Hörensagen kennt. St. Piran ist ein "Ort, an dem man vor dem Leben flüchten konnte" und in höchster Verzweiflung auch gerne ins Wasser geht.

In dem 300-Seelen-Nest laufen die Uhren langsamer als anderswo. Es gibt kaum Autos, keinen Handyempfang und kein Internet, dafür jede Menge Freundlichkeit, Anständigkeit, ja sogar scheue Liebe. Zwar geht die von Cassie geweissagte Katastrophe - eine weltweite Grippeepidemie mit Ölknappheit, Stromausfällen, Hungersnöten und Millionen von Toten - auch an dem abgeschiedenen Dorf nicht spurlos vorbei. "Jede Gesellschaft ist nur drei volle Mahlzeiten von der Anarchie entfernt", heißt eine der vielen Kalenderweisheiten von St. Piran. Aber die weise Dorfschullehrerin weiß eben auch: "Ein Dorf ist mehr als nur ein paar Häuser. Es ist ein Netz aus Verbindungen."

Je schlimmer die Lage scheint, desto enger rücken die Menschen hier zusammen und desto mehr wächst Joe als Menschenfischer, Tröster und Motivator über sich und alle pessimistischen Rechenmodelle hinaus. Alle Einzelnen werden in der Summe größer, stärker, besser; Ironmonger zitiert ungeniert die Ameisen als Vorbild für sein System wechselseitiger Hilfe. Der Mensch ist eben nicht von Natur aus ein egoistischer Wolf, wie Hobbes glaubte. In Notzeiten und im Rudel entwickelt er seine besten Eigenschaften: Solidarität, Hilfsbereitschaft, stille Humanität.

Dreimal begegnen sich Joe und der Wal, und jedes Mal wächst der Glaube an das Gute im Menschen. Am Anfang rettet der Wal den lebensmüden Joe; als er dann selbst im Schlick strandet, ziehen Joe und die Dorfgemeinschaft ihn mit vereinten Kräften wieder ins offene Meer. Bei der letzten Begegnung, als die Krise in St. Piran ihren Höhepunkt erreicht, opfert sich der Wal für die Menschheit. Ausgerechnet an Weihnachten spendet sein gestrandeter Leichnam Fleisch für ein Festmahl, das nicht nur Pastor Hocking an die biblische Speisung der fünftausend erinnert. Der unverhoffte Weihnachtsbraten wird mit Liedern, Tänzen und Reden gefeiert, und dann geht auch schon wieder das lange Zeit erloschene Licht an: "Kaum ein Auge, das nicht blinzelte, um die Tränen zurückzuhalten."

Nun ja, Ironmonger schreckt auch vor Tran und Kitsch nicht zurück, wenn es um die Rettung der Welt geht, St. Piran liegt nicht umsonst im Herzen von Pilcher-Land. Mrs. Demelza Trevarrick, die alte Romanautorin, weiß genau, dass Liebe in Nähe und Gefahr am besten gedeiht. Alle Einwohner sind sympathisch und skurril, vom knorrigen alten Arzt bis zu den Strandgutsammlern, Hafenmeistern, Netzflickern und Krankenschwestern, die sich auch in Zeiten strengster Quarantäne abends im Pub treffen. St.Piran ist so possierlich aus der Welt gefallen, so übersichtlich, humor- und seelenvoll, dass selbst ein mittelgroßer Weltuntergang das Dorf nicht erschüttern kann. Ironmongers Roman ist eine veritable Kuschel-Dystopie, eine Wohlfühl-Apokalypse, die Optimismus verbreiten will.

Als promovierter Zoologe und ehemaliger IT-Berater kennt der Autor natürlich Wal und Welt, Hobbes und die Risiken Künstlicher Intelligenz bei Börsentransaktionen. Ironmonger konfrontiert plakativ die Kälte der Londoner City mit der Nestwärme der Provinz, die Leere globaler Leerverkäufe mit Sinn und Solidarität im dörflichen Nahraum. Aber der Roman ist mehr als eine verkitschte Pilcheriade. Ironmonger macht sich durchaus Gedanken über Zeit und Vergänglichkeit, Heimat und Geborgenheit in einer globalisierten Welt. Sein Wal enthält so außer viel Süßstoff und mehr nahr- als schmackhaftem Lebertran auch einige mutmachende, frohe Botschaften, die runtergehen wie Butter in Zeiten von Klimakrise und Brexit.

MARTIN HALTER

John Ironmonger:

"Der Wal und das Ende

der Welt". Roman.

Aus dem Englischen von

Tobias Schnettler und Maria Poets. Verlag S. Fischer, Frankfurt am Main 2019. 478 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Ihrem Buchhändler
von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung Wiesbaden Kirchgasse - 16.05.2019
Mein Lieblingsbuch in diesem Frühjahr! Ein kleines Dorf in Cornwall, ein Wal und ein Analyst aus der City of London stellen sich der Herausforderung einer Pandemie, die das öffentliche Leben lahmlegt. Witzig, spannend, erschreckend, zutiefst menschlich und einfach unbedingt zu lesen!!!
Bewertungen unserer Kunden
Ein wunderbarer Roman
von PMelittaM - 07.06.2019
Joe Haak ist Analyst bei einer Investmentbank in der City of London. Doch nun findet er sich nackt und halb ertrunken wieder am Strand von St. Piran, wird von skurrilen, aber größtenteils netten Dorfbewohnern gerettet, trifft mehrfach auf einen Wal, und eines seiner Szenarien, der Kollaps der Weltwirtschaft, das Ende der Welt scheint einzutreten. Ich liebe Wale, und einem Roman, der nicht nur einen im Titel, sondern auch auf dem Cover hat, konnte ich nicht widerstehen. Und tatsächlich habe ich ihn geliebt von der ersten Seite an! John Ironmonger ist ein großartiger Erzähler, er erzählt mit viel Herz und einer schönen Sprache, und auch wenn das Thema einmal etwas trockener wird, etwa wenn es um Joes Szenarien geht, mit denen er vorherzusagen versucht, wie sich die Wirtschaft entwickeln könnte, langweilt man sich keine Sekunde lang. Im Gegenteil, mir ging mehrfach das Herz auf, weil es dem Autor gelungen ist, sein eigenes Szenario mit viel Hoffnung anzureichern und weil er zeigt, dass man nicht immer nur das Schlechteste erwarten sollte, dass man auch ein bisschen Vertrauen in die Menschen setzen sollte und auf ihren Zusammenhalt untereinander. Überhaupt Ironmongers Charaktere - sie sind skurril, nicht nur die Dorfbewohner, auch z. B. Joes Kollegen in London, aber die meisten sind sehr liebenswert, und die, die es nicht sind, könnten es sein, es müssen nur bestimmte Voraussetzungen eintreten. Auch Joe selbst, und sogar der Wal passen wunderbar in dieses Ensemble. Ironmonger gelingen schöne Charakterbeschreibungen, Menschen mit Fehlern, aber auch viel Herzlichkeit, Menschen, die auf sich schauen, die sich aber auch öffnen können, Menschen, die man gerne kennen lernen möchte, auch wenn man dem einen oder anderen eher aus dem Weg ginge. Vor allem den Protagonisten lernen wir sehr gut kennen, begleiten ihn auch in seine Vergangenheit, lernen Familie, ehemalige Liebschaften, Kollegen und Vorgesetzte kennen. Auch er ist ein Mensch mit vielen Seiten, der sich in der Krise bewähren will. Wie bereits angedeutet, dies ist ein wunderbarer Roman, von vorne bis hinten gut zu lesen, voller Emotionen, die auch den Leser treffen, er regt zum Nachdenken an und wirkt noch lange nach - einer meiner Lieblingsromane (nicht nur in diesem Jahr), der selbstverständlich volle Punktzahl verdient und den ich uneingeschränkt empfehlen kann.
Bewegend
von Castilleja - 05.06.2019
Ein kleines Fischerdorf an der Küste von Cornwall - St. Piran, gerade mal 300 Einwohner und eigentlich passiert hier nicht viel Weltbewegendes. Doch eines Tages wird der junge Joe an den Strand gespült, er ist bewusstlos und wird von den Einheimischen gerettet. Und dann strandet noch ein Finnwal dort und Joe mobilisiert alle Kräfte, um den Wal wieder ins Meer zu bekommen, was dieser nicht aus eigener Kraft schafft. Wer ist dieser Joe? Wie ist er gerade hier gelandet? Bei der Rettung des Wals schließt er Freundschaften und erzählt von seinem Leben in London und seinem Job bei einer Investmentbank und seinem tollen Programm, das nun wohl doch nicht so toll ist. Das Buch regt immer wieder zum Nachdenken an, wie man selbst in bestimmten Situationen reagieren würde, wie der Nachbar. Wäre man menschlich oder doch eher egoistisch? Ein Buch, das viel mehr beinhaltet als es auf den ersten Blick scheint.
Weltuntergangsszenario der erschreckenden - weil plausiblen - Art
von Cindy - 21.05.2019
4,5 Sterne Mir lief dieses Buch vor kurzem überall über den Weg, ich las dann auch mal die Inhaltsangabe und befand, dass es bestimmt philosophisch ist, was so gar nicht meins ist. Doch dann bekam ich dieses Buch zum Geburtstag geschenkt und habs dann doch gelesen. Zuerst war ich nur sehr überrascht, worum es eigentlich geht und dann war ich sehr begeistert von dieser Geschichte, die ein Szenarium entwirft das so realistisch ist dass ich mich jetzt ernsthaft frage: sollte ich meinen Vorratskeller nicht besser morgen gleich aufstocken? Oder heute noch? Ich habe noch nie einen Gedanken daran verschwendet, was passieren würde, wenn unser Versorgungssystem zusammenbricht. Und damit meine ich nicht nur einen kurzzeitigen Internetausfall, oder auch einen Stromausfall für 2 Tage - all das habe ich schon erfolgreich überlebt. Sondern ich rede vom Wegfall von Treibstoff, der im Grunde am Anfang aller Versorgungsketten steht, sei es Flugzeug, LKW oder Schiff. In einem Zeitalter, in dem kaum einer noch Selbstversorger ist, ist man angewiesen darauf, dass Waren des täglichen Bedarfs jederzeit und schnell verfügbar sind. Wie lange kommen wir ohne Nachschub aus? Was passiert, wenn signifikant viele Arbeitskräfte fehlen - vor allem an Schlüsselpositionen? Genau solch ein Szenario entwirft Ironmonger hier, wo eine Ölkrise und eine Grippeepidemie gleichzeitig dafür sorgen, dass die Menschen panisch werden. Doch genau das sollte man eigentlich vermeiden. Denn Ironmonger erklärt uns, dass die Gesellschaft nicht an einer Grippeepidemie zugrunde gehen würde, sondern an der Angst des Menschen dass er der nächste sein könnte. Nicht die Krankheit wird uns umbringen. Sondern die Furcht. 1918 brauchten die Menschen sehr lange, um zu verstehen, was da vor sich ging. Sie gingen zur Arbeit. Sie lebten ihr Leben weiter. Diesmal werden wir es alle in den Nachrichten verfolgen. Wir werden zusehen, wie die ersten Opfer sterben. Wie ihre Leichen begraben werden. Wir werden in Panik geraten. Wir werden das tun, was alle tun: uns um uns selbst kümmern. Um unsere Familien. Wir werden Türen und Fenster verschließen, die Kinder im Haus behalten, nicht mehr zur Arbeit gehen. Aber sogar das gibt uns nicht den Rest. Nicht allein. Was uns den Rest geben wird, ist der Verlust einiger weniger, entscheidener Personen. Wichtige Ingenieure in den Kraftwerken. LKW-Fahrer. Arbeiter der Ölraffinerien. Leute, die das Gas von den großen Tankern abladen... Denn im Gegensatz zur großen Grippe-Pandemie von vor 100 Jahren sind wir heute abhängig von einem komplexen Netzwerk, von langen Lieferketten und dem Import von Waren und Komponenten aus vielen verschiedenen Ländern. Die entscheidene Frage ist dann, wie die Menschen im Fall einer solchen Apokalypse reagieren werden. Mit Egoismus, sich im Haus verkriechen und seine eigenen Vorräte horten um möglichst lange zu überleben - aber dann eventuell in einer rundherum völlig zerstörten Gesellschaft. Oder mit Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Risiko dass das Essen vielleicht nicht so lange reichen wird, aber man gemeinsam vielleicht eine Lösung finden wird wie man Nachschub be- oder erschaffen kann? Diese Frage beantwortet Ironmonger hier in einer toll erzählten Story. Philosophisch ist das Buch wirklich, aber dabei gleichzeitig auch gut, zum Denken anregend und in der 2. Hälfte sogar spannend!
Geschichte der Menschlichkeit!
von Lina - 17.05.2019
Der junge Mann Joe wird bewusstlos am Strand von St. Piran gefunden. Niemand in dem 300 Seelen Dorf weiß, wer er ist, oder wo er herkommt. Und Joe will auch nicht viel über sich preisgeben. Als er an demselben Strand einen Wal findet, der aus eigener Kraft nicht zurück ins Meer schafft, mobilisiert er das ganze Dorf um den Wal zu retten. Dabei freundet er sich mit den Bewohnern an und erzählt seine Geschichte. Er kommt aus London und was dort bei einer Investmentbank angestellt. Sein Programm, dass die wirtschaftliche Zukunft berechnen soll, ist ein voller Erfolg. Dachte er, bis die Bank seinetwegen große Mengen Geld verliert. Einer muss den Kopf dafür hinhalten und Joe ist sich sicher, dass er es sein wird. Und so verlässt er London, durch eine unüberlegte Aktion landet er mitten im Meer und überlebt nur durch den Wal, den er nun in St. Pirat das Leben gerettet hat. Als Joe endlich eine Internetverbindung, in dem doch sehr abgeschotteten Dorf, findet, erhält er von seinem Programm eine entscheidende Vorhersage. Die Menschheit steht auf dem Spiel. Dieses Buch handelt von der Menschlichkeit, den guten und den schlechten Seiten. Die Frage ist, welche Seite wird in einer extremen Situation vorherrschen? Nächstenliebe, Zusammenhalt, oder der Egoismus? Mich hat die Geschichte sehr bewegt und zum Nachdenken gebracht. Ich hätte gern noch etwas mehr erfahren, was nach dem Schluss passiert.
Eine Perle der Literatur
von Küchenqueen - 16.05.2019
Ein Mann wird bewusstlos am Strand von St. Piran abgeschwemmt. Kurz darauf strandet ein Wal, den alle zusammen retten. Der Mann, Joe, wird durch ein Computersystem vor dem Ende der Welt gewarnt, er hortet Vorräte für seine Freunde in St. Piran - und tatsächlich bricht weltweit eine sehr tödliche Grippe aus. Versorgungswege brechen zusammen, Lebensmittel werden knapp. Nur St. Piran war vorbereitet. Dieses Buch ist herrlich anders als das Übliche, welches sich auf den Bestsellerlisten findet. Es ist ein ruhiges Buch ohne Effekthascherei und trotzdem einfach spannend. Ein Buch über Menschlichkeit, Mut und Zusammenhalt und ein Mahnmal, auch einmal nicht nur an sich selbst zu denken. Für mich ist dieses Buch eine Perle der Literatur!
Etwas gänzlich Neues
von Julia Lindner - 16.05.2019
Ein gestrandeter Nackter, ein gestrandeter Wal und ein 300 Seelen-Dorf am Rande der Welt: nach was für einem Roman klingt das für sie? Der Klappentext und das Cover waren für mich vollkommen nichtssagend, weshalb ich mich ohne Sicherheitsnetz auf diese Geschichte eingelassen habe. Ich habe mir eine unterhaltsame Gesellschaftskritik über die soziale Schere zwischen Dorfleben und Großstadt vorgestellt und etwas vollkommen anderes bekommen. John Ironmonger hat es geschafft, diese Vorstellung mit einer Dystopie zu kreuzen und dadurch ein gänzlich neues Genre geschaffen- die Cosy Dystopie. Obwohl es um den drohenden Weltuntergang geht, bleibt die Erzählung gänzlich unaufgeregt und tiefenentspannt. Die Geschichte plätschert ruhig dahin, ohne dabei zu langweilen. Beobachtungen skuriler menschlicher Interaktionen wechseln sich ab mit wissenschaftlichen oder fast schon philosophischen Überlegungen über die menschliche Natur und amchen das Buch damit zu etwas ganz besonderem. Das einzige Manko ist wahrscheinlich das Ende, das dem Rest des Buches nicht ganz gerecht wird.
Die Apokalypse und der Wal
von Gisel - 16.05.2019
"Manchmal war das Leben so: Es zog einen Strich. Hinter dieser Linie, sagte das Leben, würde nichts mehr so sein wie zuvor. Die Sonne würde morgen aufgehen, aber sie würde über einer anderen Welt aufgehen." (Kapitel 33) Als ein nackter Mann an den Strand gespült wird und gleichzeitig ein Wal erscheint, ahnen die Bewohner des Fischerdorfes St. Piran, dass da was sonderbar ist an der Sache. Doch was da wirklich auf sie zukommt, ahnt keiner - auch nicht Joe, den es aus dem Meer zurück ins Leben spült und der sich doch bereits eindringlich mit den kommenden Ereignissen befasst hat¿ Nach und nach nur erschließt sich dem Leser, weshalb es den Bankangestellten Joe aus London an diesen abgelegenen Ort verschlagen hat und was sein Leben völlig auf den Kopf stellt. Es ist nichts anderes als die Apokalypse, die ihn in dieses Dorf führt, wo die Zeit einen ganz anderen Rhythmus hat. Auch der Grund für sein besonderes Verhältnis zum Wal wird erst im Verlauf der Erzählung klar. Anfangs scheint die Geschichte nur langsam voranzugehen. Dann aber schlägt sie mit Wucht zu, das hätte ich überhaupt nicht erwartet. Es ist nicht nur die Dramatik der Ereignisse, die diese Geschichte so plötzlich verändert, sondern die Tiefsinnigkeit, die hinter dem Geschehen steckt. Der Leser findet sich unversehens mit der Frage nach der (eigenen) Menschlichkeit konfrontiert: Was würde ich in dieser Notsituation tun? Völlig realistisch erscheint das Szenario einer solchen Apokalypse, aber auch die Charaktere in St. Pirnan sind gut eingefangen. Der Autor hat ein gutes Auge für die Menschen mit all ihren Eigenheiten und Macken, aber auch mit der Kraft, die aus den einzelnen Individuen ein großes Ganzes macht. "Ein kleiner Ort in Cornwall und eine große Geschichte über die Menschlichkeit." - Nicht mehr, aber auch nicht weniger hat der Autor zu dieser Geschichte versprochen. Und genau das hat er auch eingehalten. Dieses Buch, das anfangs so harmlos und verspielt daherkommt, wie eine Welle am Strand von St. Pirnan, entfaltet die Wucht der Brandung während eines Sturms. Unbedingt empfehlenswert!
Hoffnung auf Menschlichkeit
von booklooker - 14.05.2019
John Ironmonger erzählt auf 480 Seiten eine wunderbare Geschichte über die Menschen und die Menschlichkeit. Joe Haak, angespült an den Stand eines Küstenortes in Cornwall, wird von mehreren Dorfbewohnern gerettet. Der Angespülte findet sich recht schnell in die kleine Dorfgemeinschaft ein und setzt schließlich alles daran, die Einwohner vor einem drohenden (Welt-)Untergang zu bewahren. Dieses Buch ist sehr vielfältig. Es geht um Gier, Wiedergutmachung, (Nächsten-)Liebe, Glaube und Hoffnung. Mit einem sehr feinfühligen und unterhaltsamen Schreibstil gelingt es dem Autor für seine Geschichte zu begeistern, die oft philosophisch daherkommt, ohne jemals belehrend zu wirken. Er schafft es, auf sehr bildhafte Weise von der Menschlichkeit zu erzählen, die wir von uns selbst und unseren Mitmenschen (nicht nur) in Krisensituationen erhoffen. Ich kann den Roman uneingeschränkt empfehlen.
Von einem, der auszog, die Welt zu retten
von Miss Marple - 13.05.2019
Als ein junger Mann an den Strand von St. Piran gespült wird und fast zeitgleich ein riesiger Wal auftaucht, beginnen sich die eingefahrenen Gleise des Dreihundert-Seelen-Dorfes gewaltig aus ihrer festen Verankerung zu lösen. Die Rettung des Mannes und kurze Zeit später auch die des inzwischen gestrandeten Wales setzen die Kräfte der dörflichen Gemeinschaft frei. Alle tragen dazu bei und sind Teil des Erfolges. Der junge Joe Haak, Investmentbanker aus London, fühlt sich zunehmend wohl im Dorf und beschließt, dort zu bleiben, nichtahnend, dass die Ereignisse an seiner Bank, für die er mit verantwortlich ist, wie eine Tsunamiwelle auch im entlegenen Zipfel in Cornwall spürbar werden. Der Autor ist ein großer Beobachter menschlicher Gefühle. Er zeichnet jede seiner Figuren mit bildreichen Sprache aufs Papier, hat ein Auge für die großen und kleinen Begebenheiten im Dorf. So verbindet er die großen globalen Probleme unsere Gegenwart mit denen des Mikrokosmos von St.Piran auf hohem literarischen Niveau.
Tolles Buch
von Alexandra Baunach - 11.05.2019
Der Klappentext ist recht unscheinbar, aber dennoch hat mich der Klappentext neugierig gemacht und ich war gespannt, was mich mit diesem Buch von John Ironmonger erwartet. Klappentext: Ein kleiner Ort in Cornwall und eine große Geschichte über die Menschlichkeit. »Abenteuerlich, beunruhigend, ergreifend.« Stern »Dieser Roman gibt einem den Glauben an die Menschheit zurück.« Elle Erst wird ein junger Mann angespült, und dann strandet der Wal. Die dreihundertsieben Bewohner des Fischerdorfs St. Piran spüren sofort: Hier beginnt etwas Sonderbares. Doch keiner ahnt, wie existentiell ihre Gemeinschaft bedroht ist. So wie das ganze Land. Und vielleicht die ganze Welt. Weil alles mit allem zusammenhängt. John Ironmonger erzählt eine mitreißende Geschichte über das, was uns als Menschheit zusammenhält. Und stellt die wichtigen Fragen: Wissen wir genug über die Welt, in der wir leben? Was brauchen wir, um uns aufgehoben zu fühlen? Und was würdest du tun, wenn alles auf dem Spiel steht? Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Ich habe einige Seiten gebraucht, bis ich ganz in der Geschichte angekommen war, aber dann konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Es ist eine Geschichte, auf die man sich einlassen muss und ein Buch, das man nicht mal einfach so nebenher lesen kann. Mich hat das Buch in seinen Bann gezogen und ich finde es ist eine schöne, abenteuerliche Geschichte, die mich auch noch lange hat nachdenken lassen. Die Charaktere der Handlung sind sehr unterschiedlich, aber dennoch jeder auf seine Art sympathisch und einzigartig. Es gab einige traurige Momente im Buch, aber auch einige Gänsehaut-Momente. Genau die richtige Mischung für solch einen Roman. Von mir eine klare Leseempfehlung für diesen Roman von John Ironmonger und volle 5 Sterne, da das Buch mit durchweg gut unterhalten hat.
Große Kathastrophen, große Menschen
von Laura Höppner - 06.05.2019
Der Wal, ein nackter Mann, ein Küstendorf und das Ende der Welt. Dinge, die im ersten Moment nichts miteinander zu tun haben. Wie sie zusammen hängen ist es definitiv Wert herausgefunden zu werden. Ein junger Mann, Joe, wird vor der Küste von St.Piran aus dem Wasser gezogen. In dem 703 Einwohner Ort am Ende der Welt, genauer gesagt der Küste von Cornwall, ist es das spannendste, das seit einer Ewigkeit geschehen ist. Sie ahnen noch nicht was Joe bei seiner Flucht aus London in Gang gesetzt hat. Und was hat der Wal damit zu tun? Der erste Eindruck vom Buch klang nach einem gemütlichen Entspannungs-Roman. Ein kleines Dörfchen im Nirgendwo, wo die Welt noch in Ordnung ist. Doch dann wird Joe`s Geschichte erzählt. Denn hier geht es um das Beste, aber auch das Schlechteste im Menschen. Um Katastrophen, Ressourcen und Kriegen. Aber auch von Güte, der Befreiung von den eigenen Dämonen der Vergangenheit und dem Glauben an der Menschheit. Zurück bleibt ein gemischtes Gefühl. Auch wenn das Buch sehr gut, klug und wunderschön geschrieben ist, bleibt auch ein mulmiges Gefühl.
Ergreifend, grandios und wunderschön geschrieben
von Anonym - 02.05.2019
In St. Piran, diesem abgelegenen kleinen Dorf in Cornwall, passiert eigentlich nie viel aufregendes. Doch dann liegt morgens am Strand ein unbekleideter Mann, den das Meer wieder ausgespuckt hat. Der gerettete Mann Joe Haak, der für eine Bank in London als Analyst tätig ist, findet sich plötzlich wieder in der Gemeinschaft der Dorfbewohner. Als wäre dies nicht schon Aufregung genug für den kleinen Ort, strandet dann auch noch ein Wal an eben jenem Strand und das Dorf eilt zusammen mit Joe zur Hilfe herbei. Doch Joe weiß, dass dies nicht die letzten nervenaufreibenden Nachrichten sein werden, denn er sieht die Zusammenhänge und weiß, dass allen das schlimmste erst noch bevorsteht. Schon als ich die Verlagsvorschau durchstöberte und dabei vollkommen zufällig auf "Der Wal und das Ende der Welt" stieß, hatte ich das Gefühl, dass es sich bei dem Roman um etwas wirklich außergewöhnliches handeln würde. Mit viel freudiger Erwartung begann ich das Buch und wurde direkt hinein gesogen in das kleine Dorf St. Piran und die Geschichten rund um seine Bewohner. Auch wenn Joe Haak als Protagonist durchgehen könnte, so ist eigentlich das gesamte Dorf eher als solcher anzusehen. St. Piran ist der Protagonist, Joe Haak nur ein sehr präsenter Hauptcharakter, abgelöst durch immer wieder auftretende Charaktere des Dorfes. Ich habe mich den Bewohnern sehr verbunden gefühlt, viele in mein Herz geschlossen und wirklich alle vor meinen geschlossenen Augen als geistiges Bild hervorrufen können. Ich schätze es in Büchern ungemein, wenn viel Zeit und Beschreibungen in die Nebencharaktere fließen. John Ironmonger ist sogar noch einen Schritt weiter gegangen und hat jedem Charakter eine ganz eigene Note verliehen. So lebendige Charaktere sind mir schon lange nicht mehr untergekommen. Das wirklich Herausragende an dem Buch ist der wunderbare Schreibstil. Seit langem schon habe ich kein Buch mehr gelesen, dass mir stilistisch so gut gefallen hat. Der Erzählton ist trotz des ernsten Themas eher ruhig, nicht gemächlich, mehr bedacht. Dieser Ton erzeugte eine wirklich einmalige Stimmung. Ich spürte die Verzweiflung und Angst immer im Hintergrund mitschwingen, doch wurde die Geschichte viel mehr geprägt durch Optimismus und ein wahnsinnig bestechendes Gemeinschaftsgefühl. Das Thema ist wirklich brandaktuell und wirft die wirklich großen Fragen auf. Mit einem philosophischen Anklang geht es immer wieder um die Verhaltensweise des Individuums und der Gemeinschaft in Krisensituationen. Wo andere dystopische Bücher ein gewaltsames Bild eines egoistischen Einzelkämpfers zeichnen, wird hier mehr und mehr auf die Wesenszüge eingegangen, die uns Menschen einzigartig machen und eine Gemeinschaft bereichern. Immer wieder auch ertappte ich mich beim abschweifenden Nachdenken darüber, wie ich mich wohl in einer Situation wie dieser verhalten würde. "Der Wal und das Ende der Welt" ist eine hell leuchtende Erscheinung mitten in dem düsteren Wald der grausamen Dystopien. In meinen Augen handelt es sich jedoch nicht um eine "richtige" Dystopie, nein, es ist ein wunderbarer Roman, der an ein paar Stellen dystopische Züge aufweist. Auch wenn ich das Buch als eher ruhig und bedacht betitelt habe, so hat es durchaus auch grausame Züge. Der Verfall und Zerfall einer Gesellschaft ist immer grausam, die Fragen, denen man sich in Krisenzeiten gegenüberstehen sieht, sind keine, die man mit Freude und Schnelligkeit beantworten kann. Dennoch ist John Ironmonger der Balanceakt hier sehr gut gelungen. Das gezeichnete Krisenbild fand ich sehr gelungen, nachvollziehbar und erstaunlich authentisch. Ein sehr realer Ausblick darauf, wie schnell eine Zivilisation in dem Geflecht der fein gesponnenen Netzwerke doch abhängig ist von anderen und wie schnell ein Zerfall vonstatten gehen könnte. Am Rande möchte ich nur kurz noch erwähnen, wie unglaublich schön ich die Beschreibungen des Wals fand. John Ironmongers Vorwissen durch sein Studium der Zoologie klang in jedem Wort mit und ich konnte mich genau in diesen Worten absolut verlieren. Ich habe wahnsinnig viel aus der Lektüre mitnehmen können und kann dieses Buch wirklich mit sehr gutem Gewissen und Freude weiterempfehlen.
Glauben an die Menschheit
von eurydome - 29.04.2019
Inhalt und meine Meinung: Am Strand des Fischerdorfs St. Piran wird zuerst ein junger Mann angespült und am nächsten Tag strandet ein Wal. Die Bewohner des Dorfes sind verunsichert. Mit vereinten Kräften und der Hilfe des am Strand angespülten jungen Mannes schaffen es die Bewohner den Wal wieder zurück ins Meer zu schieben. John Ironmonger erzählt ein phantastische Geschichte über das Wesen des Menschen und was unsere Menschheit zusammenhält. Der Roman hat mich nachhaltig bewegt. John Ironmonger stellt Fragen, ist der Mensch gut oder böse, wie reagieren die Menschen auf Krisen, was trägt jeder einzelne Mensch dazu bei, das Leben aufrecht zu erhalten. Ein philosophischer Roman der mich nicht wieder loslässt. Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter, es muss von vielen Menschen gelesen werden.
Über Menschen, Wale und komplexe Zusammenhänge - gedankenvoll großartig!
von duenefi - 24.04.2019
St. Piran ist ein abgelegenes, sehr ruhiges Dorf in Cornwall , die örtliche Grundschullehrerin Martha beschreibt es so: Wir sind nicht mehr als ein winziger Pickel auf der äußersten Spitze des klitzekleinsten Zehs... Dort geschehen an einem Morgen zwei Dinge auf einmal, und schon ist die beschauliche Welt des Dorfes aus den Fugen: Der alte Strandgutsammler Kenneth sichtet einen Wal, und Charity, ein junges Mädchen aus St. Piran, stolpert fast über den angespülten, nackten Mann, der sich als Joe Haak aus London City entpuppt. Man bringt ihn zu dem pensionierten Arzt des Dorfes, der ihn nach der Untersuchung auch erst einmal beherbergt. Als Joe sich zu fragen beginnt, was er hier überhaupt zu suchen hatte, warum er bei dieser stürmischen, kalten Jahreszeit nackt ins Wasser stieg und wie es nun weitergeht, erahnt der Leser, dass hier noch mehr dahintersteckt - nur was verbirgt Joe?! Joe geht hinaus an den Strand, um evtl. seine Autoschlüssel, Klamotten und Geldbörse wiederzufinden, da taucht der Wal wieder auf wird angespült und strandet, und es wird Zeit für eine riesige Rettungsaktion... Aufgrund der Ereignisse beginnt fast unmerklich eine allgemeine Veränderung, z.B. finden Charity und Casey, ein junger Mann aus dem Dorf, der Joe letztendlich zum Artz trug, zusammen. Und bei der Organisation und Durchführung der Rettungsaktion für den Wal spürt man den grossen Zusammenhalt der Dorfbewohner, der dann vom Erfolg gekrönt wird, als der Wal wieder ins Meer schwimmen kann... Genauso geht es dann auch weiter, Joe der Analyst zeigt uns komplexe Zusammenhänge auf, wo wir erstmal nur kleine Vorkommnisse wahrnehmen. Es geht um Menschlichkeit, Gemeinschaft und ist einfach schön zu lesen. John Ironmongers Schreibweise ist wunderbar, warm und einfühlsam, aber nicht kitschig, der Autor versteht es, scheinbar nichtige Kleinigkeiten spannend zu machen und man hat das Gefühl, jeden Einwohner von St. Piran persönlich zu kennen.
Leichte Lektüre
von TanyBee - 23.04.2019
St. Piran ist ein winziger Ort an der Küste von Cornwall. Er liegt so versteckt, das sich nicht mal Touristen hierher verirren. Eines Tages wird ein nackter Mann am Strand angespült und am selben Tag auch noch ein Wal. Der nackte Mann ist Joe Haak, er ist vor seinem Leben in London als Analyst bei einer großen Bank geflüchtet. Und nun wird es schwierig mehr über das Buch zu erzählen ohne zu viel zu verraten. Deswegen möchte ich wage bleiben: Joe hat aus seinem alten Leben Hinweise, das die Menschheit vor einer großen Bedrohung steht und versucht das Dorf darauf vorzubereiten. Der Roman ist also eine Art Dystopie. Wobei das Wort eigentlich viel zu negativ für die Handlung ist. Denn auch wenn mehrmals betont wird, dass die Menschheit schlecht ist und im Notfall jeder nur an sich selbst denkt, spielt sich hier das Gegenteil ab. Es ist eine Dystopie für Leute, die sonst keine Dystopien lesen. Ohne schreckliche Stellen. Praktisch das komplette Gegenteil des Dystopie Klassikers Die Straße . Ich bin ein bisschen unentschlossen, wie ich das finden soll. Das Buch liest sich gut und es gibt viele interessante Personen. Insgesamt war mir die Geschichte doch etwas zu weichgespült, ohne Ecken und Kanten. Es gibt aber viele interessante Gedankengänge darüber, wie unsere Gesellschaft und die Zivilisation funktionieren. Was passiert beispielsweise, wenn Supermärkte nicht mehr beliefert werden können? Es gibt kaum noch Vorräte, alles wird just-in-time bereitgestellt. Wenn in diesem perfekten System ein Zahnrad oder auch mehrere wegfallen, was passiert dann? Wie lange wird es dauern, bis die Menschen hungern? Diese Gedankenspiele haben mich sehr fasziniert. Fazit: Ich mochte das Buch ganz gerne, aber trotz des ernsten Themas ist es doch eine eher leichte Lektüre. Was ja auch manchmal genau das richtige ist.
Ist der Mensch gut oder böse?
von N.W. - 22.04.2019
John Ironmonger: Der Wal und das Ende der Welt. S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2019 Der Protagonist, Joe Haak wird von den Bewohnern eines kleinen Dorfes gerettet. Nur einen Tag später strandet ein Wal an fast der selben Stelle und der Dorfgemeinschaft gelingt es, den riesigen Meeresbewohner zurück ins Meer zu befördern. Nach und nach erfahren die Bewohner des kleinen Ortes mehr von dem fremden Großstädter und helfen ihm seine Pläne in die Tat umzusetzen. Joes Flucht aus London hat einen dramatischen Grund und Joe setzt alle Hebel in Bewegung um die Dorfbewohner vor dieser anrollenden Tragödie zu beschützen. Wird die Gemeinschaft die bevorstehende Krise meistern? Werden sie zusammenhalten und einander helfen? Was kann jeder einzelne leisten? Im Zentrum der Erzählung steht die Frage nach dem Wesen des Menschen. Ist er von Grund auf gut oder ist er böse. Wie reagiert der Einzelne und wie reagiert die Gemeinschaft in einer Krise? Hoch philosophische Fragen, die auch direkt im Buch besprochen werden. Insgesamt ein wirklich gelungenes Werk, das zum Nachdenken und innehalten einläd. Ein Buch in dem zugleich kritische und hoffnungsvolle Ansätze aufgeführt werden, ohne dabei belehrend zu sein. Ein Buch das ich wirklich jedem empfehlen kann.
Erschreckend...
von Anonym - 08.04.2019
St Piran ist ein kleines Küstendorf, in dem alles seine Ordnung hat und jeder jeden kennt. Bis eines Tages ein Mann an den Strand gespült wird und kurz darauf ein Wal strandet. Von da an passieren noch weitere Dinge, mit denen niemand gerechnet hätte... Meine Meinung zum Buch: Der Schreibstil ist flüssig und lädt zum Weiter lesen ein. Die Geschichte hat mich zum Nachdenken gebracht, wie schnell alles zu Ende gehen kann... Gleichzeitig muss ich sagen, dass an manchen Stellen ganz schön über trieben wurde und die Geschichte dadurch das realistische verliert. Auch wage ich zu bezweifeln, dass es in der heutigen Zeit noch ein solches Dorf gibt, in dem nicht alle miteinander versteiften sind oder sich einfach gar nicht kennen... Trotzdem: Empfehlung, der Inhalt ist mir noch lange im Kopf geblieben und ich habe mir so einige Was-wäre-wenn-Szenarien überlegt!
Die Menschheit ist nur drei volle Mahlzeiten von der Anarchie entfernt
von Claudia S. / Kreis HD - 08.04.2019
Im abgelegenen und winzigen Küstenstädtchen St. Piran finden Anwohner einen nackten Mann halbtot am Strand liegen. Sie bringen ihn zu ihrem alten Doc, der ihn zurück ins Leben bringt. Joe Haak, wie der Fremde heißt, erzählt von einem Wal, der ihn gerettet habe. Einige Tage später strandet dieser Wal in St. Piran und Joe mobilisiert alle Einwohner, alles daran zu setzen, den Wal wieder ins Meer zu schaffen. Für Joe geht es um mehr als den Wal. Denn Joe ahnt etwas. Die Ereignisse sind nicht mehr aufzuhalten, denn alles ist mit allem verknüpft. John Ironmonger entführt den Leser auf zauberhafte Weise in ein Dorf, das in vieler Hinsicht speziell ist. Man kann es leicht übersehen, denn es liegt versteckt, hat nicht viel zu bieten und die Bewohner sind sich selbst genug. Der Stadtmensch Joe, der angespült wird, kommt quasi aus einer völlig anderen Welt. Extreme prallen aufeinander und das "Meeresungeheuer", der Wal, erscheint selbst dem hartgesottensten Einwohner als eindeutiges Indiz, dass etwas auf St. Piran zukommen wird. Joe scheint das zu wissen, denn er verhält sich seltsam. Aber die Einwohner mögen den jungen Mann und spüren, dass er sie genauso braucht, wie sie ihn. Die Personen in diesem Buch sind absolut außergewöhnlich. Wirklich böse Menschen kommen auch vor, aber diese bleiben schattenhaft. Fehler und Macken hat fast jeder, auch hier. Aber genau dadurch werden sie unbeschreiblich liebenswert. Schnell fühlt man sich als Teil der Geschichte und möchte mithelfen. Immer wieder gibt es Momente, die mich nach innen lauschen ließen und in denen ich mich gefragt habe, wie ich wohl gehandelt hätte. Ab und an gibt es Einblendungen - doch nicht aus der Vergangenheit (ja, auch diese kommen vor, doch sie sind keine "Besonderheit", sondern logisch und machen Sinn), sondern in die Zukunft. Das ist mir so noch nicht begegnet. Es passt aber wunderbar zum Buch, zur Geschichte, zu St. Piran und Joe Haak. Die Sprache ist bildhaft, ohne zu stark zu beschreiben. Atmosphärisch dicht und doch wunderbar locker-leicht, fast schon märchenhaft, erzählt der Autor seine Geschichte. Die Ereignisse sind absolut außergewöhnlich, entbehren aber keineswegs einer unbestreitbaren Logik. Alles könnte tatsächlich so - oder zumindest stark ähnlich - eintreffen. Da bleibt nur zu hoffen und zu wünschen, dass man in einer solchen Gemeinschaft lebt. Mit Fug und Recht kann man diesen zauberhaften, so leicht lesbaren und ans Herz gehenden Roman als sozialkritisch bezeichnen. Doch dabei schwingt Ironmonger nicht die Moralkeule, sondern arbeitet mit Herzenswärme und positiver Energie. Auch wenn er weit davon ist, alles schönzufärben, geht man gestärkt statt deprimiert aus St. Piran weg. Es ist eines der wenigen Bücher, bei denen mir sogar das Ende richtig gut gefällt. Es schließt sich ein Kreis auf stimmige, tröstende Weise. Ein Buch, das das Zeug dazu hat, zum Klassiker zu werden. Für mich ein Buch, das mir nicht nur sehr unter die Haut ging und das stark nachhallt, sondern auch einen Platz auf meiner Top-Ten aller je gelesener Bücher gefunden hat. Fünf Sterne!
Der Kollaps und das Dorf
von isaba - 07.04.2019
John Ironmonger hat mich mit seinem inspririerenden Roman Der Wal und das Ende der Welt sehr beeindruckt und mich nachhaltig zum Nachdenken angeregt. Er erzählt eine Geschichte - erschreckend realistisch - und zeigt, dass selbst beim Ende der Welt nicht alles verloren ist, wenn die Menschen menschlich bleiben. Joe Haack ist ein kleiner Analyst in der Londoner Börsenwelt und wird mit der Programmierung einer Software beauftragt, die aus kleinen Ereignissen der Weltwirtschaf größere Konsequenzen errechnet. Dieses Programm ist so erfolgreich, dass es sogar mögliche Szenarien für einen Zusammenbruch der Zivilisation vorhersagt. Joe flieht und landet auf spektakuläre Art und Weise im 300-Seelen-Dorf St. Piran. Dort beschließt er, dafür zu sorgen, die Dorfbewohner durch die bevorstehende Krise zu führen und gibt dafür alles, was er hat. Bei der Lektüre des Romans geht der Leser durch ein echtes Wechselbad der Gefühle. Die Story beginnt seicht und ein wenig skuril, denn die Dorfbewohner sind ein interessantes Völkchen. Mit dem Ausbruch einer Pandemie und der Beschreibungen der ersten Auswirkungen auf die Funktion unserer Gesellschaft kommt man nicht umhin, darüber nachzudenken, wie man selbst sich und seine Familie durch ein solches Ereignis führen würde. Was kann man tun, wenn es weder Strom noch Wasser oder eine staatliche Unterstützung gibt? Diese Szenarien sind sehr furchteinflößend, vor allem vor dem Hintergrund der Nähe zur Realität. Ironmonger zeigt jedoch, dass der Mensch eben nicht zwangsläufig alle Prinzipien der Gemeinschaft über Bord wirft und jeder nur noch an sich selbst denkt, sondern, dass auch in Zeiten einer echten Bedrohung Menschen zusammenhalten und sich gegenseitig mit dem, was jeder Einzelne beitragen kann, unterstützen. So ist diese Geschichte im eigentlichen Sinne trotz des Themas keine Dystopie, sondern eine Utopie - ein hoffnungsvoller Blick auf das Potenzial unserer Menschlichkeit. Die gesamte Geschichte wird in einem ruhigen und auch etwas distanzierten Ton erzählt, trotzdem werden die Figuren authentisch beschrieben und man kann sich das Setting sehr gut vor Augen führen. Hin und wieder gibt es einige Zeitsprünge zu Joe¿s Vergangenheit, die sein Tun in der Gegenwart besser verstehen lassen. Dies gibt der Geschichte ein zusätzliche, interessante Perspektive. Fazit: Die Geschichte ist dramatisch und dennoch wunderbar, denn sie zeigt, was wirklich wichtig ist und lässt den Leser nachdenklich, aber vor allem optimistisch zurück.
Empfehlenswert
von Gartenkobold - 05.04.2019
Das Cover hat mich sofort gefangen genommen weil es sehr schön gestaltet ist. Joe, ein ehemaliger Banker flieht nach einem scheinbaren Versagen eines von ihm entwickelten Computerprogramms in ein kleines Fischerdorf, nach St. Piran in Cornwall, wo er nackt von den Bewohnern an der Küste gefunden wird. Am folgenden Tag strandet ein Wal an eben diesem Küstenabschnitt und die Bewohner schaffen den Wal mit Joes Hilfe wieder ins Meer zu ziehen. Der Schreibstil ist flüssig, wenngleich auch etwas eigen, die Charaktere der teilweise etwas schrulligen und skurrilen Dorfbewohner gefallen gut und fügen sich sehr gut ein. Der Wal und das Ende der Welt gefasst sich mit sehr aktuellen Themen, dem Klimawandel, dem Tierschutz und der Menschlichkeit und ist in die Geschichte des kleinen Küstendorfes gut verpackt, an manchen Stellen mir ein wenig zu pathetisch und es fehlt ein wenig Spannung, da er an manchen Stellen ein wenig zu sehr dahinplätschert. Dennoch hat dieser Roman eine Ausstrahlung, uns die wichtigen aktuellen Themen auf eine eher ruhige und nachdenklich machende Art und Weise zu schildern, ein modernes Märchen mit Tiefgang und auch philosophische Geschichte um das Erkennen, das alles mit einander zusammenhängt und nichts allein existieren kann.
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