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Das Vermächtnis der Spione

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi-Preis (1. Platz) in der Kategorie International 2018.…
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"Der Roman sitzt ganz fest im Hier und Jetzt: Was bleibt von den berühmten westlichen Werten übrig, wenn man sie auf Kosten von Ethik und Moral verteidigen zu müssen glaubt?" - Thomas Wörtche, Deutschlandfunk Kultur
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Das Vermächtnis der Spione als Buch

Produktdetails

Titel: Das Vermächtnis der Spione
Autor/en: John Le Carré

ISBN: 3550050127
EAN: 9783550050121
Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi-Preis (1. Platz) in der Kategorie International 2018.
Originaltitel: A Legacy of Spies.
2. Auflage.
Übersetzt von Peter Torberg
Ullstein Verlag GmbH

13. Oktober 2017 - gebunden - 315 Seiten

Beschreibung

Das geniale Finale der Welterfolge "Der Spion, der aus der Kälte kam" und "Dame, König, As, Spion"

1961: An der Berliner Mauer sterben zwei Menschen, Alec Leamas, britischer Top-Spion, und seine Freundin Liz Gold.

2017: George Smileys ehemaliger Assistent Peter Guillam wird ins Innenministerium einbestellt. Die Kinder der Spione Alec Leamas und Elizabeth Gold drohen, die Regierung zu verklagen. Die Untersuchung wirft neue Fragen auf: Warum mussten die Agenten an der Berliner Mauer sterben? Hat der britische Geheimdienst sie zu leichtfertig geopfert? Halten die Motive von damals heute noch stand? In einem dichten und spannungsgeladenen Verhör rekonstruiert Peter Guillam, was kurz nach dem Mauerbau in Berlin passierte. Bis George Smiley die Szene betritt und das Geschehen in einem neuen Licht erscheint.

Der Spion, der aus der Kälte kam ... ist zurück - Der ultimative Roman über die dunklen Seiten der Geheimdienste

Portrait

John le Carré, 1931 geboren, studierte in Bern und Oxford. Er war Lehrer in Eton und arbeitete während des Kalten Kriegs kurze Zeit für den britischen Geheimdienst. Seit nunmehr fünfzig Jahren ist das Schreiben sein Beruf. Er lebt in London und Cornwall.



Peter Torberg, geboren 1958 in Dortmund, studierte in Münster und in Milwaukee, Wisconsin. Zu den von ihm übersetzten Autoren gehören u.a. Paul Auster, William Golding, David Peace, Daniel Woodrell und Oscar Wilde.

Pressestimmen

"Nicht nur deshalb lohnt es, das Spätwerk dieses Chronisten des Kalten Krieges zur Hand zu nehmen. Die Ideologien jener Jahre mögen sich überholt haben, die düsteren Wahrheiten, die John le Carré serviert, sind leider zeitlos.", Frankfurter Allgemeine Zeitung, Sandra Kegel, 04.12.2017

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 14.09.2017

Der Spion, der in die Kälte geht

John le Carré hat es noch einmal getan: Sein neuer Agententhriller "A Legacy of Spies" belebt die berühmtesten Figuren des Autors neu, auch den legendären George Smiley.

LONDON, 13. September

Man sagt, dass in den letzten Augenblicken vor dem Tod das ganze Leben filmartig an einem vorbeiziehe. Wenn dem so ist, würde sich jener durch das verstärkte Bewusstsein der Endlichkeit angefachte Prozess des Erinnerns, des Zurückblickens und der Selbstbefragung über das, was war und hätte sein können, wie im Zeitraffer abspielen. Bei John le Carré findet dieser Prozess im Zeitlupentempo statt. Seit fast sechzig Jahren erkundet er insbesondere in seinen Romanen über den Kalten Krieg nicht nur die Psychologie der gebrochenen Weltmacht Großbritannien, das Spannungsfeld zwischen Idealismus und Realismus sowie die moralischen Ambiguitäten und Äquivalenzen des "lizenzierten Betrugs", als den er die Agententätigkeit bezeichnet hat.

Le Carrés Spionagegeschichten sind aber auch eine Art von Selbstsuche. Am Anfang seiner schriftstellerischen Laufbahn, als er unter diplomatischem Deckmantel noch für den britischen Auslandsgeheimdienst tätig war, legte sich David Cornwell das Pseudonym Le Carré zu. In seinen Büchern wiederum ist der Autor Le Carré aber David Cornwell auf der Spur, der in verschiedene fiktive Figuren eingegangen ist. Le Carré eruiert dessen Ungereimtheiten, offenbart dessen verwundbare Stellen, lüftet dessen Überzeugungen und hinterfragt dessen Beweggründe. Wenn der Autor meint, Cornwell zu nahe zu treten, streut er dem Leser Sand in die Augen.

John le Carré erweist sich immer wieder als Meister der Verschleierung, auch in seinem jüngsten Roman, "A Legacy of Spies" (Das Vermächtnis der Spione), der gerade in Großbritannien erschienen ist. Er endet allerdings mit einem kristallklaren Bekenntnis, in dem sich Zorn mit Trauer vermengt. Überhaupt hat das Buch den Charakter eines wehmütigen Rückblicks auf ein sich dem Ende zuneigendes Leben. Der personale Erzähler ist ein betagter Mann, der sich in der Gegenwart nicht mehr zu Hause fühlt.

"A Legacy of Spies" ist noch einmal eine Reise in die Vergangenheit des Kalten Krieges. Der Roman dient zugleich als Vor- und Nachgeschichte zu jenem Täuschungsmanöver des britischen Geheimdienstes, das in Le Carrés erstem Bestseller, "Der Spion, der aus der Kälte kam", mit der Erschießung des Agenten Alec Leamas und seiner arglosen Geliebten Liz Gold an der frischerrichteten Berliner Mauer endete. Mehr als fünfzig Jahre später stellt sich im neuen Buch heraus, dass beide jeweils ein uneheliches Kind hatten. Die Schadenersatzkultur, die Le Carré wie so viele andere Erscheinungen des Zeitgeistes zu beklagen scheint, veranlasst diese beiden Nachkommen, den zynischen, kokainsüchtigen Sohn von Leamas und die nach ihrer idealistischen Mutter kommende Tochter von Liz Gold, die britische Regierung zur Rechenschaft zu ziehen für den Tod ihrer Eltern.

Die Akten sind bereinigt worden, die Geheimdienstanwälte müssen sich also anders behelfen, um schlagende Argumente für die Verteidigung zu liefern und einen Skandal zu verhindern. Und so wird Peter Guillam, der damals an der Operation beteiligt war, aus dem Ruhestand in der Bretagne in die neue Londoner Zentrale bestellt. Der ehemalige Adlatus des Meisterspions George Smiley soll die Lücken ausfüllen. Le Carré verwendet den Kunstgriff, das Buch in der Form einer Niederschrift Guillams zu verfassen, den er schon in "Der heimlich Gefährte" eingesetzt hat.

Zu den zahlreichen Unwahrscheinlichkeiten der Handlung von "Das Vermächtnis der Spione" zählt, dass der Geheimdienst, ohne dass sich ein Vermerk zur Adresse fände, über all die Jahre hinweg jenen sicheren Unterschlupf mitsamt der Haushälterin aufrechterhalten hat, der bei der früheren Operation zum Schutz eines ostdeutschen Doppelagenten als Kommandozentrale gedient hatte. Guillam führt die Anwälte dorthin. In den dunklen Zimmern, in denen die Zeit stehengebleiben ist wie im Haus der sitzengelassenen Braut in Dickens' "Große Erwartungen", rekonstruiert der ehemalige Agent die Ereignisse von damals. Die dort in den Büchern versteckten Akten helfen ihm dabei auf die Sprünge.

Über diesem Geflecht aus Vergangenheit und Gegenwart liegt der lange Schatten von George Smiley, dessen Verbleib erst auf den allerletzten Seiten des neuen Buchs enthüllt wird. Smiley tritt hier als einer der Köpfe des Manövers in Erscheinung, obwohl er sich in dem ursprünglichen Roman in seinen Forschungen über das deutsche siebzehnte Jahrhundert vergraben hatte, weil ihm die Operation nicht behagte. "Er findet sie verwerflich. Er sieht die Notwendigkeit ein, aber er will damit nichts zu tun haben", teilt der Geheimdienstchef, den Le Carré als Control in die Literaturgeschichte eingeführt hat, dem Agenten Leamas in "Der Spion, der aus der Kälte kam" mit. Nun aber ist Guillam verdrossen darüber, dass er in die Mangel genommen wird. Dabei sei er doch nur ein naiver Untergebener gewesen. Drahtzieher seien vielmehr die "Großmeister der Täuschung", George Smiley und dessen Vorgesetzter Control, gewesen.

Es ist das Privileg eines Autors, seinen Stoff nach eigenem Belieben bearbeiten zu können. Dem Leser verlangt Le Carré dabei allerdings eine willentliche Aussetzung der Ungläubigkeit ab. Nicht die geringste Hürde, die dabei überwunden werden muss, ist das Alter der Protagonisten. Guillam dürfte unterdessen das Alter Le Carrés erreicht haben, der demnächst seinen sechsundachtzigsten Geburtstag feiert. Der pensionierte Spion wandert jedoch ebenso agil durch die Straßen Londons, wie sein literarischer Schöpfer mit der Feder umgeht. Guillam bildet sich sogar ein, den hünenhaften Sohn von Leamas überwältigen zu können, als dieser ihn mit einer Pistole bedroht. Bei Smiley überdehnt Le Carré allerdings die Vorstellungskraft. Er hat ihn schon einmal, in "Dame, König, As, Spion", um mehrere Jahre jünger gemacht. Die historischen Begebenheiten lassen ihm jetzt wenig Spielraum. Der eulenhafte Intellektuelle, der das Gewissen eines gewissenlosen Dienstes verkörpert, muss um die hundert Jahre alt sein, als Guillam ihn schließlich in einer Freiburger Universitätsbibliothek aufspürt. Trotzdem springt der beleibte alte Herr, der mit seinen schlecht sitzenden Kleidern wie eine Karikatur seiner selbst geworden ist, auf die Füße, um seinen ehemaligen Schützling zu begrüßen.

Le Carré hat "Der Spion, der aus der Kälte kam" einmal als eine dürftig verkleidete innere Entladung bezeichnet, mit der er seiner Desillusionierung über die Geheimdienstwelt Ausdruck verliehen hat. "Das Vermächtnis der Spione" gipfelt während der Wiederbegegnung der beiden Veteranen des Kalten Krieges in einer ähnlichen Entladung über die aktuellen politischen Missstände. Das Gespräch kreist um die im Kern von Le Carrés Büchern stehende Frage, ob der Zweck die Mittel heilige. Control hat nie daran gezweifelt: "Ich meine, man kann ja schlecht weniger schonungslos als der Gegner vorgehen, nur weil die Politik der eigenen Regierung eine friedfertige ist, oder?", lässt Le Carré die ihm offenkundig unliebsame Figur sagen. Smiley hingegen hat sein Leben lang darüber gegrübelt. Nun erklärt er, dass ihn bei dem schmutzigen Geschäft ein hehres Ziel getrieben habe: die Einheit Europas. "Wenn ich herzlos gewesen bin, war ich herzlos für Europa." Für ein Europa, das aus der Dunkelheit des Zweiten Weltkrieges in ein neues Zeitalter der Vernunft führen sollte. Mit einem verächtlichen Hieb gegen Theresa Mays Formulierung über den Weltbürger, der nirgendwo Bürger sei, macht Le Carré seiner bitteren Enttäuschung über den Brexit Luft. Rückblickend verleiht er Smileys Werk doch eine moralische Rechtfertigung: den Glauben, für eine höhere Sache gehandelt zu haben. Auch das ist ein Vermächtnis der Spione.

GINA THOMAS

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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Bewertungen unserer Kunden
Keine Ehrenmänner
von a.n. - 28.01.2018
Wer ist Mensch, wer ist Marionette? Eine Geheimaktion läuft aus dem Ruder. Wir tauchen in eine Welt voller Lug und Trug ein, in der man nie sicher weiß, wer hier die "Guten" sind, welche Operation man wirklich gutheißen kann. Gut und böse, gerecht und richtig sind in diesem Roman auch genau die Attribute, um die es gerade nicht geht. Ein befremdliches Milieu, in dem die Handlung spielt. Ein Ex-Spion erzählt frei von der Leber weg, wie er zum Geheimdienst kam und wie eben eines aus dem anderen folgte. Kein Unrechtsbewusstsein, keine Reue, keine Scham. Eine Person, der man zwar interessiert Gehör schenkt, die man aber eigentlich nicht kennen möchte. Der Leser bleibt auf Abstand, ohne sich aber von der Handlung zu entfernen. Der Sprecher besitzt eine eher hohe Stimme. Sehr deutliche Worte, dezent betont, zügig gesprochen. Ein beinahe Abhandeln. Aalglatt, nicht greifbar, nicht angreifbar. Einmal Spion, immer Spion. Regelrecht unbeteiligt schildert die Hauptfigur als Ich-Erzähler, was sich damals zutrug. So war das eben. Nichts ficht ihn an. Ein williger Handlanger und dennoch kein Überzeugungstäter. Undurchsichtig, verschlungen, nüchtern, sachlich, ganz wie in dieser Schattenwelt, von der man als "normaler" Mensch ja nie tangiert wird, ist bisweilen auch der Handlungsfaden gestrickt. Konzentration und wirkliches Interesse sind beim Hören / Lesen gefragt, um wirklich zu durchschauen, welche Größenordnungen selbst kleinere Sachverhalte annehmen können.
Schwer reinzukommen
von Buecherfreund - 11.01.2018
Peter Guillam ist ehemaliger Spion und genießt seinen wohlverdienten Ruhestand, als er von der Zentrale nach England beordert wird. Die Nachfahren der während er Mission Windfall an der Berliner Mauer umgekommenen Alec Leamas und Elizabeth Gold verklagen die an der Mission Beteiligten, u.a. auch Guillam. Dieser beteuert seine Unschuld und gibt Unwissenheit vor. Er wird damit beauftragt, die alten Akten und Berichte zu lesen, um sein Gedächtnis aufzufrischen. Der Leser wird somit mit auf die Reise in die Vergangenheit genommen. Eigentlich ein sehr interessanter Ansatz, doch ich fand es schwierig in die Handlung hinein zu kommen. Der teilweise sprunghafte Erzählstil und die vielen verschiedenen Decknamen, die verwendet werden, machen es schwer, der Handlung zu folgen. Zudem wirkt die Geschichte durch die zitierten Berichte recht trocken und emotionslos. Erst nach ca. zwei Drittel des Buches wurde ich langsam mit den Charakteren warm. Sie werden allmählich menschlicher, wenn sie ihre kalte Spion-Fassade ablegen und Gefühlsregungen zulassen. Man braucht also einen langen Atem bis man belohnt wird. Doch wenn man sich einmal an den Schreibstil gewöhnt hat, kommt man in den Lesefluss und taucht in eine vergangene Zeit ein, die so weit weg scheint und doch heute noch Einfluss hat.
Zweifelhafter Tod
von Wilhelma - 08.01.2018
John Le Carré gibt uns hier mit seinem Buch " Das Vermächnis der Spione die Fortsetzung von " Der Spion, der aus der Kälte kam . Es ist nicht zwingend notwendig den ersten Teil gelesen zu haben. Mittelpunkt und Hauptgeschehen ist der Tod zweier Spione an der Berliner Mauer. 1961 werden Alec Leamas und Liz Gold erschossen. Doch was ist damals geschehen. Die Nachkommen der beiden stellen unbequeme Fragen und drohen die Regierung zu verklagen. Peter Guillam , der damals an Operation Windfall beteiligt war, wird zu einer Befragung , die zur Aufklärung dienen soll, geladen. Und nun beginnt für den Leser der schwierige Teil. Die Geschehen wechseln sich ab zwischen Vergangenheit und Gegenwart, teils nur Erinnerungen, teils folgen sehr trockene Akteneinsichten und Reportagen. Es ist nicht immer ganz leicht an der eigentliche Geschichte dran zu bleiben, teils fehlt die Spannung. Auch wenn es wie ein Schachspiel wirkt, wie man versucht Guillam zu befragen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen und Guillam stets klug genug ist, nicht in die Falle zu tappen, bleibt das Buch eher langatmig.
Ein dunkles Grau
von Anonym - 02.01.2018
Die Spionage-Welt um Mastermind Smiley geht weiter. Ein alternder Ex-Spion, der seinen Ruhestand mehr oder minder genießt, wird eines Tages vom Geheimdienst in die Mangel genommen. Ein alter Fall wird wieder aufgerollt, weil Privatpersonen gegen die Regierung vorgehen und den Tod ihrer Eltern gerächt haben wollen. Für Peter wird es nun eng. Natürlich erinnert er sich an den fatalen Auftrag und die Toten. Doch was damals im Zuge der DDR-Spionage wirklich passierte und wer die Verantwortung tragen soll, ist ungeklärt. Die Welt des Spions wird auf den Kopf gestellt. Seine Versuche, sich unwissend zu stellen oder die Ermittler auf eine falsche Fährte zu locken, misslingen. Letztendlich muss er seine Beteiligung einräumen und führt die Beamten zu den gut versteckten Akten, die die Wahrheit ans Licht bringen sollen. Doch der Mann, der Peter entlasten könnte, Smiley, ist verschwunden. Wie kein Zweiter schafft es LeCarre, die letzte romantische Verklärtheit über die Welt der Spione mit präziser Beobachtung und schonungsloser Brillanz vom Tisch zu fegen. Es gibt kein Schwarz und Weiß. Selbst diejenigen, die einen Hauch von Menschlichkeit zeigen, sind zum Schluß doch nur Marionetten in einem perfiden Spiel der Mächte. Menschen, ob im Dienste der Regierung beschäftigt oder nur durch Zufall in die Windmühlen des Systems geraten, sind jeder Zeit entbehrlich. Gegenspionage, raffinerte und bösartige Pläne, schmutzige Spuren zu verwischen sind nur einige Beispiele dieser Schattenwelt, die im verborgenen ihre Netze spinnt. LeCarre entwirrt dieses Netz wieder aufs Beste, zeigt die Gefühlskälte der Geheimdienste und die Hoffnungslosigkeit der Versuche, aus dem System auszubrechen. Selbst doppelte Identitäten schützen die Protagonisten nicht. Und am Ende des Buches bleibt der bittere Nachgeschmack, dass für den Tod Verantwortliche doch ein Schlupfloch finden und weiterhin ihr Marionettenspiel aufführen. Ein durchweg gelungener Roman auf gewohnt hohem Niveau.
Operation Windfall
von Langeweile - 28.12.2017
Das Buch ist die Fortsetzung von "Dame ,König ,As, Spion.Leider fehlte mir für dieses Buch das Vorwissen, was sich als großer Nachteil entpuppte. Die Vielzahl der Namen, inklusive der Spitznamen, erschwerten mir das Lesen sehr. Es geht um den alternden Spion Peter Guilliam, der, obwohl er sich schon im Ruhestand befindet, nach London gerufen wird, um an der Aufklärung eines Verbrechens zur Zeit des kalten Krieges mitzuwirken . Die Geschichte wechselt ständig zwischen verschiedenen Zeiten, mal geht es um die Jugend des Protagonisten, mal um die sechziger Jahre und um das Hier und Jetzt. Außerdem gibt es neben einigen spannenden Abschnitten immer wieder zähflüssige, lange Beschreibungen. Mir hat in diesem Buch eindeutig die Spannung gefehlt, ich musste mich teilweise zwingen, es zu Ende zu lesen. Ich habe von dem Autor schon mehrere Bücher gelesen, meiner Meinung nach gehört dieses nicht zu seinen besten Werken.
Kalter Krieg und Spionage
von Anonym - 09.12.2017
Das Cover zu diesem neuen Buch von John le Carré gefällt mir sehr. Der Blick durch die Kameralinse einfach genial. Die Leseprobe und der Klappentext hatten mich begeistert, und so war ich in freudiger Erwartung auf das Leseexemplar. Das es kein Buch sein würde, das man mal eben so am Sonntagnachmittag verschlingt, war mir klar, aber es hat mich doch eine Menge Konzentration und Anstrengung gekostet dieses Buch bis zum Ende zu lesen. Der fast 80jährige ehemalige Spion Peter Guilliam wird von seinem Alterssitz in der Bretagne zu einer Vernehmung ins Londoner Innenministerium bestellt. Während des kalten Krieges wurden an der Berliner Mauer zwei Spione bei einem Fluchtversuch erschossen. Nun drohen die Kinder von Alec Leamas und Liz Gold die Regierung auf Schadensersatz zu verklagen. Peter Guilliam soll dabei helfen die damaligen Ereignisse zu klären. Das Buch ist anfangs sehr zäh und schwer zu lesen. Sprünge in die Vergangenheit und verwirrende Ereignisse in der Gegenwart machen es nicht leicht sich der Geschichte zu nähern. Spannende und gleichzeitig amüsante Höhepunkte sind die Verhöre von Peter Guilliam, der in bester Agentenmanier versucht immer nur das Nötigste preis zugeben. Dabei erkämpft er sich ganz automatisch die Symphatie des Lesers. Und obwohl auch der alte Smily noch mal auf der Bildfläche erscheint sind am Ende nicht alle Fragen geklärt. Ein Buch das man mögen und für das man sich Zeit nehmen muss, das aber trotzdem oder gerade deshalb lesenswert ist.
solider Spionagethriller
von wusl - 01.12.2017
Le Carré kehrt zurück zu meinem liebsten Spion. Zu Smiley. Dessen rechte Hand Peter Guillaume spielt eine Art Erzähler, der von dem wohl wichtigsten Fall der Smiley-Ära berichten soll. Operation Windfall wurde das Ganze im Agenten-Jargon genannt. 1961 wurden ein wichtiger britischer Spion und dessen Freundin an der Berliner Mauer erschossen. Der Secret Service versucht nun nach all den Jahren den Schuldigen zu finden - oder wahlweise Guillaume dafür abzustempeln. Die Hinterbliebenen der zwei Erschossenen streben ein Gerichtsverfahren an, welches, wenn der Fall einmal in die Öffentlichkeit gezogen würde, sehr große Wellen schlagen würde. Das soll mit allen Mitteln verhindert werden. Le Carrè zelebriert den guten alten Spionageroman so, wie einst in seinen schriftstellerischen Anfängen. Der kalte Krieg war damals in vollem Gange. Die DDR und die Russen waren das vorherrschende Feindbild und Guillaume und Smiley agieren ernster und politischer als es der damalige James Bond tat aber das Doppelbödige und Geheimnisvolle des Agentenlebens kommt auch hier durch. Man muss Spionageromane lieben und ein wenig Muße mitbringen. Der Autor erzählt auf subtile und ruhige Art. Große Aktion darf man nicht erwarten. Aber feinsinnige Dialoge und kluge Überlegungen über das damalige Weltbild durchaus. Und man kann gerne reflektieren, ob sich die Welt tatsächlich geändert hat oder ob es nicht nur noch bessere und einfachere Möglichkeiten gibt, den Menschen auszuspionieren und zu instrumentalisieren.
Smileys letzter Vorhang (ein eiserner)
von Beust - 30.11.2017
"Das Vermächtnis der Spione" ist auch ein Vermächtnis John le Carrés, das seine Serie von spannenden und kundigen Spionageromanen abschließt und mit einer Pointe versieht: Smiley habe sein oftmals schmutziges Geschäft nicht zum höheren Ruhme Gottes betrieben oder aus Ideologietreue oder gar aus Liebe zu seinem Vaterland, sondern wegen einer Idee: der Idee eines friedlichen und vereinten Europas. Das hätten wir Smiley früher wahrscheinlich nicht als wichtigstes Motiv unterstellt, aber es passt zum Gesamtwerk des Autors. Ist das "Vermächtnis der Spione" ein Krimi? Nein - die Spannung entsteht nicht aus der Handlung, sondern aus der Haltung der Figuren. Ist es ein Spionageroman? Nein - eher ein Gegenspionageroman, und zwar einer der besten. Muss man vorher wissen, was Peter Guillam und Smileys andere Leute in anderen Büchern getrieben haben? Nein - der Roman ist so konstruiert, dass er alles liefert, was andere an Vorwissen haben. Dennoch kann man nur bewundern, wie le Carré 54 Jahre nach Erscheinen seines Erfolgs "Der Spion, der aus der Kälte kam" diesem Text einen zweiten Boden einzieht und ihn nutzt, die schrägen Verhältnisse des Kalten Krieges mit dem Heute zu verschränken. Peter Guillam ist um die Achtzig, ein abgelegter und abgelebter Spion des Circus, also des britischen Geheimdienstes, und wird wegen alter Geschichten zurück in die Zentrale beordert. Dort will man ihm und seinen Kameraden aus einer Zeit der beinharten Systemauseinandersetzung einen Strick drehen, der aus modernen juristischen Winkelzügen und Schadenersatzforderungen von Nachkommen von Opfern gewirkt wird. Die Diskrepanz zwischen dem neuen Geheimdienst und dem Schlapphut alter Tage sorgt für prickelnde Lektüre. Der klaffende Gegensatz zwischen den Forderungen Einzelner nach Schadenersatz, wie ihn die moderne Welt der Political Correctness für das Unrecht am Individuum einräumt, und den Kalten Kriegern aus der Zeit des Mauerbaus, denen der Einzelne nichts galt, weil ein Krieg - und sei es ein Kalter Krieg - nun einmal Opfer fordert, wenn ein höheres Ziel es verlangte - dieser klaffende Gegensatz stürzt den Leser in tiefes Nachdenken, wer denn hier Recht hat? Man denkt unwillkürlich an den nüchternen Satz von Kapitän Marko Ramius aus "Jagd auf Roter Oktober", der der über den Kalten Krieg sagt: "Ein Krieg ohne Schlachten, ohne Denkmäler, nur Verluste". Meine Sympathien liegen bei Peter Guillam, der sich gegen die nassforsche Untersuchung der Nachgeborenen erwehren muss, die in einer besseren Welt leben als jener, in denen Kreaturen wie Smiley oder der Stasi-Mörder Hans-Dieter Mundt ihr ekles Werk verrichteten. Verrichten mussten? Dieses Fragezeichen zeichnet den Wert von le Carrás Roman aus, der nämlich die Schuldfrage nie eindeutig klärt, nie Schwarz und Weiß zeichnet. Am dichtesten aber schwingt die Stimmung der Melancholie durch den Roman, das nostalgische Schwelgen in der Vergangenheit - ob mit oder ohne Glorie - und dem Abgesang auf eine Welt, die sich zu Recht zurückgezogen hat. Nicht nur Peter Guillam zieht eine Bilanz seiner Zeit als Spion, nicht nur Smileys Vorhang fällt ein letztes Mal - man denkt, es müsste erneut ein eiserner Vorhang sein -, sondern auch John le Carré verabschiedet sich hier klug und nachdenklich aus dem Kreis der Circus-Mitarbeiter und ihrer kalten Welt. Oder mit einem Wort: brillant.
Das Verhör oder die Aufarbeitung von Operation Windfall
von Oztrail - 28.11.2017
Der Spion ist wieder zurück. Die Kinder von Alec Leamus und Liz Gold, drohen die britische Regierung zu verklagen. Wegen dem Mord an ihren Eltern an der Berliner Mauer. Der britische Geheimdienst muss sich auf eine Untersuchung einstellen und holt daher den ehemaligen Assistenten von George Smiley, Peter Guillam nach London zur Anhörung. Den George ist nicht auffindbar. Was daraus wird ist schon angsteinjagend, es wird ein Verhör der feinsten Art geführt. Es fehlen nur noch die körperlichen Angriffe. Die psychologischen reichen schon. Peter versucht sich so lange es geht über Wasser zu halten, aber er bricht doch ein oder zumindest lässt er alle in dem Glauben. Mein Fazit: Nach der Leseprobe und der Inhaltsangabe habe ich mich auf den vorläufigen Abschluss des Spions der aus der Kälte kam gefreut und war richtig gespannt drauf. Das Cover ist schon mal richtig interessant und nimmt Bezug auf eine Agentin mit dem Decknamen Tulip. Aber es blieb nicht bei der Freude, der Anfang war noch flüssig und gut geschrieben. Aber es wurde leider immer langatmiger und langweiliger. Die Spannung starb in Laufe der Handlung. Obwohl die Beschreibung eines Verhörs eine recht interessant sein kann, fehlte mir hier die Spannung. Auch der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart war etwas verwirrend. Man konnte oft dem Geschehen nicht folgen und beim Lesen brachte man die Spieler etwas durcheinander. Das Ende ist nicht abgegrenzt, es ist offen geblieben. Gibt es eine Fortsetzung? Es ist aber ein Buch, dass man nochmals lesen sollte, das werde ich nach einem gewissen Abstand auch machen. Ich kann keine volle Punktzahl vergeben da ich vom Buch nicht so überzeugt war und auch nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen.
Hochinteressant und spannend
von Philo - 22.11.2017
13.11.2017 - 20:14 Von philo Die Vorgängerbücher, auf die hier Bezug genommen wird, habe ich nicht gelesen. Ich finde auch nicht, daß dies unbedingt notwendig ist. John le Carré beschreibt die Vorgänge an der Berliner Mauer aus dem Jahre 1961, bei dem zwei Personen bei einem Fluchtversuch, erschossen wurden, so eindringlich und deckt Hintergründe auf, er macht den Leser mit den damaligen Protagonisten des britischen Geheimdienstes bekannt, so daß man durch aufmerksames Lesen einen Eindruck der Zeit des Kalten Krieges erhält. Den nun fast 80-jährigen ehemaligen Spion des britischen Geheimdienstes, Peter Guilliam holt die Vergangenheit ein. Es war damals sein Freund Alec Leamas und dessen Freundin Elizabeth Gold, die an der deutsch/deutschen Grenze erschossen wurden. Nun wollen deren Kinder eine Klage auf Schadenersatz einreichen. Um die damaligen Verhältnisse aufzuklären, wird Peter Guilliam nach London beordert und soll dem Geheimdienst Rede und Antwort stehen. Es ist geradezu genial zu lesen, wie dem Leser die Gedankengänge des ehemaligen Spions nahegebracht werden, er aber wohlüberlegt nur das Allernötigste preisgibt oder gar nicht antwortet. Diese Befragungen sind ein Meisterstück des Autors. Ich habe eine große Sympathie für Peter Guilliam empfunden, der als ganz junger Mann dem Geheimdienst beigetreten ist, aber wohl eher immer auf Anordnung gehandelt hat. Und nun soll er hier Verantwortung übernehmen. Mich hat das Buch sehr beeindruckt. Mit seinem Schreibstil beweist John le Carré sein großes schriftstellerisches Können. Alle, die die vorhergehenden Bände gelesen haben, werden dieses Buch nicht versäumen, aber auch für alle anderen Leser ist dieses Buch ein absolutes Highlight und absolut empfehlenswert.
Meisterhaft
von Bibliomarie - 11.11.2017
Vor mehr als 50 Jahren, auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs, kamen an der Sektorengrenze in Berlin zwei Menschen ums Leben, als ein englischer Spion seiner Geliebten über die Mauer half. George Smiley, der nachdenkliche britische Geheimdienstmann und sein Assistent Peter Guillam waren damals aktiv. Nun steht eine zivilrechtliche Klage der Nachkommen um die damaligen Todesfälle an und Guillam muss noch einmal in die schmutzige Vergangenheit der Spionage abtauchen. John Le Carré ist d e r Altmeister des Genres, mit seinen Romanen um George Smiley hat er dieses Thema geprägt. Das gelingt ihm nicht zuletzt, da er selbst am Rande im Britischen Geheimdienst tätig war und seinen Büchern dadurch eine besondere Authentizität verleihen kann. Es war das Buch "Der Spion, der aus der Kälte kam", der erste Smiley Roman, der dieses Ereignis an der Berliner Mauer beschrieb, das er nun noch einmal aufgreift. "Das Vermächtnis der Spione" ist ein Abgesang auf die Welt der Geheimdienste. Melancholisch und desillusioniert ist das Wiedersehen mit seinen alten Helden. Immer müssen sich Smiley und Guillam die Frage stellen: wie weit darf man gehen, um seine Werte zu verteidigen. Was ist mit persönlicher Schuld, wenn sich die politischen Werte ändern? Dass Spionage ein schmutziges Geschäft ist, die Grenze zwischen persönlichen Intrigen und politischen Notwendigkeiten fließend ist, war immer schon der Grundton in Le Carrés Romanen, hier wird es noch einmal deutlich. Faszinierend wie spannend sich der Roman präsentiert, obwohl Le Carrés Erzählstil unaufgeregt und konventionell, fast kühl beobachtend ist. Es ist ein wissender und durchdringender Blick von außen. Der Autor kommt ohne die Mätzchen aus, die mancher Berufskollege braucht um Tempo und Spannung zu erzeugen. Es ist vielleicht der letzte Spionageroman, vom dem man das sagen kann.
Das Finale liess sich Zeit
von Emmmbeee - 27.10.2017
Die Berliner Mauer ist vor Jahren gefallen, hat aber mit ihren Steinen nicht alle Toten unter sich begraben. George Smileys früherer Assistent Peter Guillam wird nach London beordert und soll Aufklärung in 50 Jahre alte Todesfälle der Operation Windfall bringen. Er hat sich schon lange zur Ruhe gesetzt, geniesst das Leben auf einem Bauernhof in der Bretagne und möchte lieber nichts mehr mit den alten Sachen zu tun haben. Könnte sein ehemaliger Chef denn nicht viel mehr wissen? Nur: Wo ist er? Mit Hilfe von schriftlichen Dokumenten aller Art soll verschiedenen Fragen nachgegangen werden: Hatten die ermordeten Agenten Leamas und Gold bei ihrer Tätigkeit damals genügend Rückhalt und Hilfe vom britischen Geheimdienst erhalten? Können in der Welt von heute die Beweggründe von damals überhaupt noch mit denselben Massstäben gemessen werden? Muss das Geschehen nicht vielmehr neu beurteilt werden? Oder - nicht auszudenken - heisst der wahre Schuldige am Ende gar Smiley? Doch erscheint dieser doch noch zur rechten Zeit und bringt Klarheit in den Fall. Panik, Verzweiflung, Liebe, seelische Not: Viel Menschliches ist im «Vermächtnis» zu finden, und der Autor beweist einmal mehr seine überragende Erzählkunst. Nicht umsonst wird er international hoch gelobt, ja er gehört heute schon zu den Klassikern seines Genres. Der Grossmeister des Spionageromans bereitet sein Werk wie ein erlesenes Menü zu, und beinahe deckt man den Lesetisch vorher mit Damast und Kristall. Zwischendurch klingen die alten Klischees an, etwa was die traditionellen Feindbilder betrifft, doch in der damaligen Zeit hatten sie durchaus ihre Berechtigung. Wohl so mancher Leser fragt sich, ob nicht das eine oder andere Körnchen an Selbsterlebtem unter die Handlung gemischt wurde. Eine Zeitlang war le Carré ja für den Britischen Geheimdienst tätig, und der Roman ist zudem in der Ich-Form (Guillam) verfasst. Die Zeitsprünge sind notwendig und gut mitvollziehbar. Zudem lockern sie den stellenweise etwas zähen Erzählstrom auf. Toll umgesetzt fand ich den Namen der Agentin Tulip im Coverbild. Nach den beiden vorgängigen Werken Der Spion, der aus der Kälte kam 1963, und Dame, König, As, Spion 1974, bildet dieser dritte Roman von John le Carré den Abschluss. Als Trilogie im gängigen Sinn können diese Drei aber trotzdem nicht betrachtet werden, liegen die beiden ersten doch 54 bzw. 43 Jahre zurück, wobei «Der Spion¿» bereits der 3. George-Smiley Roman war. Doch inhaltlich trifft es zu, dass das neueste Werk das genannte Dreieck vervollständigt. Es ist anzunehmen, dass auch dieser Roman verfilmt wird. Er ist ein Leckerbissen für alle Spionageroman-Gourmets.
Die Vergangenheit ist noch nicht vorbei
von leseratte1310 - 26.10.2017
Der Roman "Das Vermächtnis der Spione" knüpft an die Bücher "Der Spion, der aus der Kälte kam" und "Dame, König, As, Spion" an, die ich vor sehr langer Zeit gelesen habe. An der Berliner Mauer sterben 1961 zwei Menschen. Es handelt sich um den britischen Spion Alec Leamas und seine Freundin Liz Gold. Weil die Kinder der beiden die Regierung verklagen wollen, wird Peter Guilliam, der ehemals Assistent von George Smiley war, ins Innenministerium einbestellt. Man will klären, was damals geschah und warum die beiden sterben mussten. George Smiley ist nicht auffindbar und so hält man sich an Peter, denn die alten Akten geben nicht viel her. Auch die Rolle von Guilliam in der Operation "Windfall" soll beleuchtet werden und macht versucht ihn zum Schuldigen zu machen. Wir lernen die Geschichte aus der Sicht von Peter Guilliam kennen, der bei der Befragung Rede und Antwort stehen muss. Zwischendurch gibt es auch immer wieder einmal Dokumente aus jener Zeit. Obwohl es durchaus interessant ist, diese Geschichte zu verfolgen, ist es aber auch nicht einfach am Ball zu bleiben. Es gibt sehr viele Personen, die auch noch unter Decknamen agiert haben. Man muss also stets konzentriert bleiben. Peter muss sich während der Befragung auch mit seiner eigenen Rolle auseinander setzen. Wer für den Geheimdienst arbeitet, darf nicht zimperlich sein und ein Privatleben bleibt oft auf der Strecke. John le Carré weiß, wovon er schreibt, denn er war selbst einmal britischer Agent. Aber dieses Buch ist kein Action-Thriller und soll es auch nicht sein. Die handelnden Personen sind ziemlich sachlich beschrieben. Alle Zusammenhänge sind klar und schlüssig dargestellt, so dass die Handlungen nachvollziehbar sind. Ich finde es fürchterlich, was sich zu Zeiten des Kalten Krieges auf Geheimdienstebene abgespielt hat. Meine Sympathien für die Agenten halten sich also in Grenzen, dennoch ist es sehr interessant, darüber zu lesen und Carrés unvergleichlicher Schreibstil sorgt dafür, dass man gefesselt wird. Mir hat das Buch gut gefallen.
Das Vermächtnis der Spione
von Gelinde - 25.10.2017
Das Vermächtnis der Spione, von John le Carré Cover: Schwarz/weiß mit einem roten Akzent - gefällt mir. Inhalt: 1961: An der Berliner Mauer sterben zwei Menschen, Alec Leamas und Liz Gold. 2017 Peter Guillam (Spion a.D.) wird ins britische Innenministerium beordert um bei der Aufklärung dieses Falles zur Aufklärung beizutragen. Die Kinder der beiden Toten drohen die Regierung zu verklagen. Der damalige Leiter George Smiliey glänzt durch Abwesenheit und Peter Guillam rückt auch nicht so frei mit der Sprache heraus. Was liegt hier noch im Verborgenen? Was gilt es auch nach so langer Zeit noch unter den Teppich zu kehren? Meine Meinung: Dies ist mein erstes Buch vom Autor und auch aus der "George Smiliey Reihe". Ich dachte die Romane: "Der Spion, der aus der Kälte kam" und "Dame, König, As, Spion", so bekannt und hochgelobt, da muss ich doch auch mal rein lesen. Aber war wohl eine falsche Entscheidung, denn es wurde absolut nicht mein Buch. Alles ist sehr geheimnisvoll, es wird mehr angedeutet (ist vielleicht anders wenn man die Vorgängerbücher kennt?) als ausgesprochen. Viele Personen (und Codenamen), konnte nicht immer alle richtig zuordnen oder ihre Verbindung untereinander verstehen und nachvollziehen. Es gab viele Widersprüche, viel Andeutungen und ausgesprochene Vermutungen. Jeder bespitzelt und beschreit jeden anders. Wem kann man glauben? Was ist Lüge was ist Wahrheit. Es gab zu viele Sprünge zwischen Gegenwart, Vergangenheit oder den Gedanken, es war für mich sehr verwirrend und ich konnte nicht immer sagen oder nachempfinden wo wir uns gerade befanden. Autor: John le Carré, geb.1931, studierte in Bern und Oxford. Er war Lehrer und arbeitete während des Kalten Kriegs kurze Zeit für den britischen Geheimdienst. Seit fünfzig Jahren ist das Schreiben sein Beruf. Mein Fazit: Ein Buch für Fans von verwirrenden Spionage- und Geheimdienststorys. Wenn es ein extra Genre dafür gäbe, würde ich sage: absolut nicht meins. Für mich war es zu konfus und verwirrend (vielleicht auch weil ich die Vorgänger nicht kenne). Ich kann hier nur 2 Sterne geben.
Gewohnt spannend
von steffi kohl - 24.10.2017
1961 sterben an der Berliner Mauer zwei Menschen, Alec Leamas, ein britischer Top-Spion, und seine Freundin Liz Gold. Ganze 56 Jahre später holt Peter Guilliam diese Geschichte ein; er ist George Smileys ehemaliger Assistent. Und den kennen wir. Le Carrés Romane um die Figur des Geheimagenten George Smiley spielen im Milieu des Kalten Kriegs. "Der Spion, der aus der Kälte kam" ist mein Lieblingsroman dieses Autors. Die Kinder der Spione wollen eine Untersuchung zu den damaligen Ereignissen. Viele Fragen blieben damals ungeklärt: Warum mussten die Agenten an der Berliner Mauer sterben? Hat der britische Geheimdienst sie zu leichtfertig geopfert? Halten die Motive von damals heute noch stand? Peter Guillam , der Ich-Erzähler versucht in einem hochinteressantem Verhör hinter die wirklichen Geschehnisse der Operation Windfall zu kommen. Dann taucht George Smiley selbst auf und übernimmt das Steuer. In einem dichten und spannungsgeladenen Verhör rekonstruiert Peter Guilliam, was kurz nach dem Mauerbau in Berlin passierte. Bis die Szene betritt und das Geschehen in einem neuen Licht erscheint. Le Carré gelingt es herausragend wie immer uns geschichtliche Inhalte des Kalten Krieges spannend näher zu bringen. Ein Spionageroman ganz im Stil seiner früheren Romane. Auch das Cover passt irgendwie in die damalige Zeit und zu den anderen Carré-Romanen. Der Kalte Krieg - davon lebt das Buch.
Würdiges Finale
von Tara - 22.10.2017
"Das Vermächtnis der Spione" ist der 9. Band der George-Smiley-Reihe von John leCarrè. Dieses Mal steht allerdings der ehemalige Assistent von dem bekannten britischen Agent George Smiley im Mittelpunkt - Peter Guillam. Das Buch ist in sich abgeschlossen und kann auch ohne Vorkenntnisse der anderen gelesen werden. Aber ich denke man findet sich wesentlich schneller in die Geschichte hinein, wenn diese bekannt sind, da es immer wieder Bezüge zu vorherigen Handlungen gibt und bekannte Charaktere auftauchen. 1961 kamen zwei Agenten an der Berliner Mauer ums Leben. Über 50 Jahre später wollen die Kinder der Toten die Regierung verklagen, da sie der Meinung sind, das der britische Geheimdienst zu leichtfertig mit dem Leben ihrer Eltern umgegangen ist. Peter Guillam lebt auf einem Bauernhof in der Bretagne und ist längst im Ruhestand. Dort erhält er - George Smiley nicht auffindbar ist - nun eine Vorladung nach London und soll sich zu der damaligen Operation Windfall äußern. Wird es nach so langer Zeit möglich sein, die wahren Hintergründe dessen, was geschehen ist, aufzudecken ? Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Peter Guillam geschrieben und diese wird durch Briefe, Akten und Berichte aus der Vergangenheit ergänzt. Wie auch in seinen vorherigen Büchern beschreibt der Autor komplexe Zusammenhänge authentisch und realitätsnah. Die Hintergründe der Geschichte werden schlüssig erklärt und die Charaktere werden sachlich und klar beschrieben. Ihre Handlungen sind nachvollziehbar. Mich hat das Buch gefesselt und es ist für mich ein gelungenes Finale der der George-Smiley-Reihe von John leCarrè.
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