Die Rückkehr der Geschichte

Die Welt nach dem 11. September 2001und die Erneuerung des Westens. 984756329 schwarz-weiße und 5355 farbige…
Buch (gebunden)
Das politische Buch des JahresNachdem das 20. Jahrhundert 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer zu Ende ging, begann am 11. September 2001 das 21. Jahrhundert. Nach den Jahrzehnten des Kalten Krieges und der weltpolitischen Bipolarität stellt sich die … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Die Rückkehr der Geschichte
Autor/en: Joschka Fischer

ISBN: 3462030353
EAN: 9783462030358
Die Welt nach dem 11. September 2001und die Erneuerung des Westens.
984756329 schwarz-weiße und 5355 farbige Fotos, 2208 schwarz-weiße und 5126 farbige Tabellen.
Kiepenheuer & Witsch GmbH

7. Juni 2005 - gebunden - 256 Seiten

Beschreibung

Das politische Buch des JahresNachdem das 20. Jahrhundert 1989 mit dem Fall der Berliner Mauer zu Ende ging, begann am 11. September 2001 das 21. Jahrhundert. Nach den Jahrzehnten des Kalten Krieges und der weltpolitischen Bipolarität stellt sich die Weltpolitik in völlig neuem Licht dar: Das Aufkommen der Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus, der dritten totalitären Gefahr nach Faschismus und Kommunismus, gehört in dieses Szenario ebenso wie ein gefährliches internationales Machtvakuum als Folge des Zusammenbruchs der Sowjetunion. Die einzig verbleibende Weltmacht USA ist konfrontiert mit einer diffusen Multipolarität und mit einem neuen Typus von - so genannten asymmetrischen - Kriegen. Vor dem Hintergrund des Aufstiegs ganz neuer globaler Mächte wie China, Indien und der entstehenden Weltmacht Europa fragt der amtierende Außenminister der Bundesrepublik Deutschland nach den Risiken und Chancen für Frieden und Gerechtigkeit in den internationalen Beziehungen des 21. Jahrhunderts. Entlang der Krisenherde der heutigen Weltpolitik, des Nahostkonfliktes wie des Irak-Kriegs, der Kriege auf dem Balkan, aber auch der Weltklimapolitik entwirft Joschka Fischer alternative Zukunftsszenarien und fragt nach den Faktoren, die zu einer an internationalem Recht, Frieden und Gerechtigkeit orientierten Weltordnung führen oder diese verhindern. Dabei diskutiert Joschka Fischer insbesondere das Verhältnis zwischen Europa und den USA und die theoretischen Positionen des amerikanischen Neokonservatismus von Samuel P. Huntigton bis zu Robert Kagan. Diese außenpolitische Positionsbestimmung durch Joschka Fischer ist das politische Buch des Jahres.

Portrait

Joschka Fischer, geboren 1948 in Gerabronn. Seit 1994 Mitglied des Bundestages, seit November 1998 Außenminister der Bundesrepublik Deutschland.

Pressestimmen

"Überzeugend, wenn Fischer die Leitlinien erläutert, die seine politischen Alltagsentscheidungen begründen." Financial Times Deutschland

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 11.07.2005

Die alte Unübersichtlichkeit
Joseph Fischers Versuch über eine neue Weltordnung

Joschka Fischer: Die Rückkehr der Geschichte: Die Welt nach dem 11. September und die Erneuerung des Westens. Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005. 304 Seiten, 19,90 [Euro].

Wenn Joseph Fischer im Herbst aus dem Auswärtigen Amt ausscheiden sollte, mag er sich Zeit nehmen, um Memoiren über seine sieben Jahre als Außenminister zu verfassen oder gar eine Autobiographie über seinen Aufstieg vom Straßenkämpfer zum Chefdiplomaten. Fürs erste hat er dem Selbstanspruch nach jetzt nicht mehr und nicht weniger als einen großen Traktat über eine künftige Weltordnung vorgelegt. Das soll sich hinter dem Titel "Die Rückkehr der Geschichte. Die Welt nach dem 11. September und die Erneuerung des Westens" verbergen. Doch gilt für den Autor das, was er selbst dem früheren amerikanischen Präsidenten Bush in seinem jüngsten Buch vorhält: Er spricht über eine neue Weltordnung, liefert für diese aber nicht einmal eine Skizze. Fischer bleibt in der Analyse im Oberflächlichen beziehungsweise Naheliegenden, wodurch der Autor am Ende über ein "Amerika hat die Wahl: mit uns oder ohne uns" nicht hinauskommt.

Die Lektüre ist mühsam. Fischer verzichtet auf ein einleitendes Kapitel, in dem er seine zentralen Thesen vorstellen und seinen Argumentationsweg skizzieren könnte. Die Abschnitte suggerieren eine Gliederung, die nicht eingehalten wird: "Die Welt zwischen dem 9. November 1989 und dem 11. September 2001"; "Wie Amerika wurde, was es ist"; "Europa und die transatlantischen Beziehungen"; "Der Nahe Osten". Da alles mit allem verwoben ist, liest man sich durch Redundanzen. Auch die bedeutungsschwangeren Zitate von Staatsmännern und Staatstheoretikern, die allen Kapiteln vorangestellt werden, liefern keine Orientierung. Fischers Ausführungen bestehen zu großen Teilen aus absätzefüllenden Zitaten vornehmlich amerikanischer Politikwissenschaftler und Historiker, die er gern mit "zu Recht weist XY darauf hin" einleitet. Alles bekannte Namen: Francis Fukuyama, Paul Kennedy, Arthur Schlesinger. Auch Jürgen Habermas ("Neue Unübersichtlichkeit") muß Erwähnung finden. Im Zitiereifer werden Anthony Giddens und Benjamin Barber gekreuzt und als Anthony Barber ausgegeben - konsequenterweise nicht nur im Text, sondern auch im Literaturapparat. Staunend scheint der Autodidakt Fischer auf die klugen Gedanken zu schauen, die das ihm unvertraute Phänomen Universität hervorgebracht hat. Der Erkenntnisgewinn beschränkt sich ob der überkompensatorischen Leistung über weite Strecken auf die Wiederentdeckung von schon Dagewesenem.

Der Grundgedanke, daß die Ordnungsverluste nach dem Ende des Kalten Krieges gegenüber den Ordnungsgewinnen überwiegen, daß es "kein übergreifendes Ordnungsprinzip" mehr gibt, daß die Welt heute eine "Art Patchwork, ein Gemisch von Zonen der Ordnung und der Desintegration" ist, daß zudem unklar ist, ob sich die Welt unter dem Dach eines wiedererstarkten UN-Systems multipolar aufstellt oder die Amerikaner weiterhin zu einer Delegitimierung der Vereinten Nationen beitragen und unilateral auf Ad-hoc-Koalitionen setzen, hat nach Meinung des Autors die Geschichte zurückkehren lassen. Die Geschichte - das ist für Fischer die Welt vor 1914. An solchen Stellen kann er durchaus pessimistisch klingen: Zu Recht werde die Frage aufgeworfen, "warum sich nicht eine Entwicklung wie im Europa vor 1914 auf der globalen Ebene des 21. Jahrhunderts wiederholen sollte".

Damals wie heute sind Ordnungsraster durcheinandergeraten: Heute befinden sich die Vereinten Nationen in einer Krise, und Amerika hat durch den Irak-Krieg als allein gelassene Supermacht an Legitimation eingebüßt. Basis einer "Erneuerung des Westens" ist für Fischer nicht nur eine umfassende UN-Reform, sondern eine Verbindung dieser mit der Weltmacht Amerika. "Das UN-System braucht die Weltmacht USA und umgekehrt, deshalb ist eine anhaltende Konfrontation gegen die Interessen beider gerichtet", postuliert Fischer und geht zum nächsten Thema über. Der Verfasser diskutiert auch die sich verschärfende Konkurrenz zwischen China und den Vereinigten Staaten mit dem Ergebnis: Die Gefahr einer zukünftigen hegemonialen Konfrontation sei nicht auszuschließen, aber dies werde von der Ausgestaltung des globalen Staatensystems der Zukunft abhängen.

Fischer schließt mit einem idealistischen Zitat Franklin D. Roosevelts, das als freundlich verpackte Mahnung an Washington verstanden werden muß: "The only way to have a friend is to be one." Machtpolitisch orientierte Realisten könnten bei solchen Sprüchen für das diplomatische Poesiealbum daran erinnern, daß es jener FDR war, der am Vorabend seines Dahinscheidens leise geseufzt haben soll: "One world must come out of World War II." Wie Roosevelt bleibt auch Fischer in der Sphäre des Wünschbaren.

MAJID SATTAR

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