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Ein Tiger kommt zum Tee

Originaltitel: The Tiger Who Came to Tea. Empfohlen ab 4 Jahre. 22, 8 cm / 29, 0 cm / 1, 2 cm ( B/H/T ).
Buch (gebunden)
Die kleine Sophie und ihre Mutter haben es sich gerade mit einer schönen Tasse Tee gemütlich gemacht, als es an der Tür klingelt. Womit die beiden überhaupt nicht gerechnet haben, ist ein großer, pelziger Tiger. Und weil dieser Tiger besonders hungri … weiterlesen
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Ein Tiger kommt zum Tee als Buch

Produktdetails

Titel: Ein Tiger kommt zum Tee
Autor/en: Judith Kerr

ISBN: 386873452X
EAN: 9783868734522
Originaltitel: The Tiger Who Came to Tea.
Empfohlen ab 4 Jahre.
22, 8 cm / 29, 0 cm / 1, 2 cm ( B/H/T ).
Illustriert von Judith Kerr
Übersetzt von Gundula Müller-Wallraf
Knesebeck Von Dem GmbH

1. Februar 2012 - gebunden - 32 Seiten

Beschreibung

Die kleine Sophie und ihre Mutter haben es sich gerade mit einer schönen Tasse Tee gemütlich gemacht, als es an der Tür klingelt. Womit die beiden überhaupt nicht gerechnet haben, ist ein großer, pelziger Tiger. Und weil dieser Tiger besonders hungrig ist, laden sie ihn zum Tee ein. Schon bald hat er den ganzen Tee ausgetrunken und sämtliches Essen im Haus verspeist. So plötzlich, wie er aufgetaucht ist, verschwindet er auch wieder. noch nicht einmal Wasser für Sophies Bad hat er übriggelassen! Die Geschichte für Ein Tiger kommt zum Tee erfand Judith Kerr nach einem Zoobesuch mit ihrer dreijährigen Tochter. Erstmals 1968 veröffentlicht, lässt diese Geschichte den besonderen Humor und die tiefe Herzenswärme der Autorin unmittelbar spüren.

Portrait

Judith Kerr, Tochter des legendären Theaterkritikers Alfred Kerr, wurde als Jüdin 1923 in Berlin geboren und emigrierte 1933 mit ihren Eltern nach England. Sie begann Kinderbücher zu schreiben und zu illustrieren, nachdem sie für ihre Kinder Geschichten erfand und erzählte. 1974 erhielt sie den Deutschen Jugendliteraturpreis für "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl". Judith Kerr lebte bis zu ihrem Tod am 22.05.2019 in London.

Pressestimmen

Dieses Buch ist zum ersten Mal 1968 erschienen, und vermutlich hat sich damals ein Kind, das heute in der Kinderbuchredaktion eines Verlages arbeitet, so sehr in diese Geschichte und ihre Bilder verliebt, dass dieses Buch nun in neuer Ausgabe vor uns liegen kann. Es ist wirklich unwiderstehlich, und schon beim ersten Blättern weiß zumindest jeder Kinder- und Katzenfreund, dass er es nicht wieder hergeben will. Das liegt daran, dass es ganz unprätentiös ist. Da sitzt die kleine Sophie nachmittags mit ihrer Mutter beim Tee, als es an der Tür klingelt. Vor der Tür steht niemand Geringeres als ein sehr freundlicher, höflicher, wohlerzogener, aber riesiger Tiger, der ebenfalls gerne Tee trinken würde. Hunger hat er übrigens auch, sehr großen Hunger sogar, und sein Durst ist kaum zu löschen - am Ende trinkt er sogar die ganze Wasserleitung leer. Doch wer kann ihm böse sein? Seine Liebenswürdigkeit ist absolut überzeugend und für seine Gastgeber ausschließlich erfreulich, auch wenn die Mama ein ganz klein wenig ratlos wirkt. Wie diese Geschichte ausgeht, wird hier nicht verraten, nur so viel: Man kann aus allen Erfahrungen einen Nutzen ziehen, und Humor ist eine gute Hilfe, wenn man meint, mit einer Situation nicht angemessen umgehen zu können. Und: Man sollte immer eine große Dose Tigerfutter im Vorratsschrank haben - für alle Fälle, falls mal ein Tiger zum Tee kommen sollte. Gabriele Hoffmann (Leanders Leseladen, Heidelberg)

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 02.06.2012

Solange noch ein Krümel da ist, wird der Gast genährt

Ein Klassiker in England, bei uns kaum bekannt: Jetzt gibt es Judith Kerrs "Ein Tiger kommt zum Tee" in einer Prachtausgabe.

So richtig angekommen ist das Buch in Deutschland noch nicht, obwohl es seit seinem Erscheinen im Jahr 1968 mehrfach hierzulande verlegt wurde. Nun aber könnte, nein: muss es klappen, und es wäre auch ein guter Zeitpunkt: Was für ein schöneres Geschenk zum neunzigsten Geburtstag im kommenden Jahr könnten die Deutschen einer Künstlerin machen, die im Alter von zehn Jahren mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten fliehen musste - ihr Vater war der legendäre Theaterkritiker Alfred Kerr -, als deren schönstes Geschenk an die ganze Welt den eigenen Kindern zugänglich zu machen?

Die Voraussetzungen sind in der Tat bestens. Tiger erfreuen sich in Literatur und Bilderbuch derzeit größter Sympathie, und Judith Kerrs Bilderbuch heißt "Ein Tiger kommt zum Tee". Wer fürchtet, das Thema könne etwas zu englisch für deutsche Kinder ausfallen, kann beruhigt werden: Zwar kommt der Tiger zur nachmittäglichen tea time, aber sonst benimmt er sich ganz unbritisch. Nämlich unmöglich.

Nicht, dass er als mörderische Bestie geschildert würde - ganz im Gegenteil. Der überraschende Gast bittet bei der kleinen Sophie und deren Mutter um Nachsicht für seinen überraschenden Besuch, setzt sich kultiviert zu Tisch und lässt sich als attraktives Pelztier durchaus auch mal von dem Mädchen durchknudddeln, doch sein Appetit ist zügellos, und alsbald sind Tisch, Herd, Vorrats- und Kühlschrank leergeräumt, ja selbst die Wasserleitung ist leergetrunken. Tiger haben offensichtlich einen gesegneten Appetit. Als er endlich satt ist, verlässt er freundlich winkend das Haus. Saubermachen, Abendessen oder ein Nachtbad sind unmöglich, denn es gibt ja nach diesem Besuch weder Wasser noch Lebensmittel.

Dass man dem höflichen, aber hungrigen Gast gern zusieht, wie er systematisch alles verputzt, versteht sich bei Judith Kerrs Zeichentalent von selbst. Dass ihre Farben auf dem glatten Papier der neuen deutschen Ausgabe, die der im Bereich des Kinderbuchs immer rührigere Knesebeck Verlag nun veröffentlicht, strahlen, als hätte sie der Tiger auch noch blankgeleckt, ist ein zusätzlicher Genuss. Das Buch war schon immer zeitlos schön, aber nun ist es auch zeitgemäß (und kindgerecht) opulent.

Kindgerecht auch darin, welche Bedeutung hier dem Essen beigemessen wird. Und dem Wegessen. Die Mahlzeiten sind einer der Fixpunkte kindlichen Lebens, und nirgendwo ist die Frage nach Gerechtigkeit so virulent wie bei diesen Gelegenheiten. Kleine Leser werden sich nicht vor dem Raubtier fürchten - dazu ist es trotz seiner enormen Größe zu possierlich -, aber vielleicht vor der Hilflosigkeit angesichts seines selbstverständlichen Auffutterns. Am Schluss kaufen die erstaunten Menschen eine große Packung Tigerfutter ("eine wirklich große"), um bei einem neuerlichen Besuch gewappnet zu sein, doch der hungrige Gast erscheint nie wieder.

Wie Judith Kerr den Tiger zeichnet, brav am Tisch sitzend, das weiße Brustfell wie eine Serviette inszeniert; wie sie ihn schon in Richtung Kühlschrank linsen lässt, als Sophie ihn noch zärtlich umarmt; wie er die Maske des Gesitteten erstmals kurz fallen lässt, als er die Teekanne in einem Zug austrinkt; wie er am Schluss, obwohl er nie wiedergekommen ist, doch noch einen Auftritt hat - das ist nicht nur einfach witzig, das ist stilprägend für zahllose Bilderbücher gewesen, bis hin zur Stimmung der Gemeinschaftsprodukte von Axel Scheffler und Julia Donaldson. Denn hier wird nicht mit bemühter Dynamik, sondern mit bewusster Statik gezeichnet: am Wunderwerk einer Erzählung, die in ihrer Einfachheit wie ein Naturereignis wirkt, unvermeidlich, unhinterfragbar und ja: auch unmenschlich. Aber wie viel Menschlichkeit steckt im Vertrauen auf die Kraft des Einfachen.

ANDREAS PLATTHAUS

Judith Kerr: "Ein Tiger kommt zum Tee".

Aus dem Englischen von Gundula Müller-Wallraf. Knesebeck Verlag, München 2012. 32 S., geb., 12,95 [Euro]. Ab 4 J.

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