Miroloi

Mit Lesebändchen und umklappbarem Nachsatz.
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"So eine wie ich ist hier eigentlich nicht vorgesehen." - Karen Köhlers erster Roman über eine junge Frau, die sich auflehnt. Gegen die Strukturen ihrer Gesellschaft und für die Freiheit

Ein Dorf, eine Insel, eine ganze Welt: Karen Köhlers erster Roma … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Miroloi
Autor/en: Karen Köhler

ISBN: 3446261710
EAN: 9783446261716
Mit Lesebändchen und umklappbarem Nachsatz.
Hanser, Carl GmbH + Co.

1. September 2019 - gebunden - 464 Seiten

Beschreibung

"So eine wie ich ist hier eigentlich nicht vorgesehen." - Karen Köhlers erster Roman über eine junge Frau, die sich auflehnt. Gegen die Strukturen ihrer Gesellschaft und für die Freiheit

Ein Dorf, eine Insel, eine ganze Welt: Karen Köhlers erster Roman erzählt von einer jungen Frau, die als Findelkind in einer abgeschirmten Gesellschaft aufwächst. Hier haben Männer das Sagen, dürfen Frauen nicht lesen, lasten Tradition und heilige Gesetze auf allem. Was passiert, wenn man sich in einem solchen Dorf als Außenseiterin gegen alle Regeln stellt, heimlich lesen lernt, sich verliebt? Voller Hingabe, Neugier und Wut auf die Verhältnisse erzählt "Miroloi" von einer jungen Frau, die sich auflehnt: Gegen die Strukturen ihrer Welt und für die Freiheit. Eine Geschichte, die an jedem Ort und zu jeder Zeit spielen könnte; ein Roman, in dem jedes Detail leuchtet und brennt.

Portrait

Karen Köhler hat Schauspiel studiert und zwölf Jahre am Theater in ihrem Beruf gearbeitet. Heute lebt sie auf St. Pauli, schreibt Theaterstücke, Drehbücher und Prosa. Ihre Theaterstücke stehen bei zahlreichen Bühnen auf dem Spielplan. 2014 erschien ihr viel beachteter Erzählungsband "Wir haben Raketen geangelt". 2017 erhielt sie für ihren Roman "Miroloi" (Hanser 2019) ein Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung, 2018 das Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds.

Pressestimmen

"Mit simplen, poetischen Worten und immenser Fantasie, die schon den Sound von Köhlers Erzählband 'Wir haben Raketen geandelt' durchdrangen, hat Köhler nun ihr Romandebüt geschrieben." Süddeutsche Zeitung, 19.09.19

"Ein ganz und gar eigentümliches Buch, das mir wie ein Ohrwurm nicht aus dem Sinn geht. Ein Roman von bezwingender poetischer Schönheit und existentieller Wucht. Die tollste Inselgeschichte, meiner Meinung nach, seit Robinson Crusoe. Denis Scheck, ARD druckfrisch, 15.09.19

Dieser Roman überzeugt jedoch nicht allein durch seine Gesellschaftskritik, sondern auch dadurch, dass der Text seine ganz eigene Poesie und Sprachkraft entwickelt. Denis Scheck, WDR 2 Lesen, 15.09.19

"Eine mitreißende Geschichte von Menschwerdung und Selbstermächtigung gegen alle Widerstände." Nadja Erb, Frankfurter Rundschau, 12.09.19

"Köhlers lange Erfahrung als Theaterautorin kommt dem Roman spürbar zugute. Vor allem die langen Figurendialoge ziehen den Leser mitten hinein ins Geschehen, machen es zu einer glaubwürdigen Saga. Eine Gattung, die aufs Universelle zielt, aber vom Konkreten lebt. ... Vorgetragen in einer märchenhaften Sprache mit poetischen Wendungen mit "Tausendaugenmenge" oder "Wassertropfenspur" entfaltet sich Köhlers Roman zu einem politisch aktuellen Plädoyer für die Errungenschaften der Zivilisation, für Menschenwürde und Selbstbestimmung." Ursula März, Deutschlandfunk Kultur, 26.08.19

"Das archaische Tableau erinnert an 'Kassandra' und so wie die Erzählung von Christa Wolf ein Klassiker des Feminismus geworden ist, hätte auch der Roman von Karen Köhler mit seiner sprachlichen Wucht den drastischen Details das Zeug dazu. ... Ein packend erzähltes Stück Literatur, das seinen hohen Ton und seinen hohen Anspruch bis zum dramatischen Finale durchhält." Sabine Frank, MDR Kultur, 20.08.19

"Wie weit Menschen bereit sind, sich Gesetzen zu unterwerfen, auch wenn sie diese als falsch erachten, wann der Moment erreicht ist, in Opposition zur eigenen Umgebung zu treten, und wie hoch der Preis dafür dann ist, davon handelt dieser Roman." Sandra Kegel, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.19

"Karen Köhler macht sich mit diesem Text stark für die politische Kraft der Erzählung. Sie klammert sich nicht an eine der aktuellen Debatten, sondern bemüht sich, einen eigenständigen Urtext zu erschaffen. Mit 'Miroloi' hat sie eine Parabel über die Freiheit geschrieben, die Raum lässt für die Gedanken des Lesers, in ihrem hoffnungsvollen Gesang." Lisa Kreißler, NDR Kultur, 15.08.19

"Ein ungewöhnliches Buch. ... 'Miroloi' knüpft nicht an die alltägliche Erfahrung an, und es verwendet für vieles, was uns gleichwohl bekannt vorkommt, eine eigene Sprache." Elke Schmitter, Der Spiegel, 12.08.19

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 15.08.2019

Alles Übel kommt aus der Drübenwelt
Das Gesetz der Männer: Karen Köhlers erster Roman "Miroloi"

Dass sich Männer so viel selbstverständlicher in der Welt bewegen als Frauen und sich den Raum für ihre Positionen ungefragt nehmen, das war die Ausgangslage von Karen Köhlers literarischem Debüt "Wir haben Raketen geangelt" vor vier Jahren. Diese neun Storys thematisierten zugleich aber auch weibliche Unfähigkeit, überhaupt ein Gespür für die eigene Positionierung zu entwickeln. Psychologisch drastisch ausgedeutet, kam da unter anderem die Musicaldarstellerin eines Kreuzfahrtschiffs zu Wort, die bereits die Karibik, eine Transatlantikpassage, eine Europa-Umrundung und eine Nordlandtour hinter sich gebracht hatte und trotzdem größtmögliche Distanz von sich und der Welt erfuhr. Die Erzählungen drangen dabei von der Zivilisation immer weiter in die Natur vor; von einer deutschen Großstadt ging es über den amerikanischen Westen und Italien bis in die Wildnis Sibiriens.

Das Thema weibliche Autonomie und Selbstermächtigung verhandelt die 1974 in Hamburg geborene Karen Köhler nun auch in ihrem ersten Roman, um es literarisch gleichwohl in eine andere Richtung zu treiben. Waren ihre Erzählungen in der Gegenwart dieser Autorin verankert, die viele Jahre als Schauspielerin tätig war, ehe sie über erste Theaterstücke zum literarischen Schreiben kam, so entwirft sie in "Miroloi" eine Gesellschaftsparabel, die sie gleichsam noch hinter Sibirien ansiedelt - zwar in südlichen Gefilden, aber an keinem erkennbaren realen Ort mehr - und mit der sie Fragen aufwirft, die Konstellationen und Voraussetzungen menschlichen Zusammenseins grundsätzlich verhandeln. Nicht umsonst stammt das Motto zum Roman von Hannah Arendt: "Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen." Wie weit Menschen also bereit sind, sich Gesetzen zu unterwerfen, auch wenn sie diese als falsch erachten, wann der Moment erreicht ist, in Opposition zur eigenen Umgebung zu treten, und wie hoch der Preis dafür dann ist, davon handelt dieser Roman.

Die Ich-Erzählerin ist ein Findelkind. Inzwischen zur jungen Frau herangewachsen, wird ihr dennoch ein eigener Name verwehrt, da sie durch die nebulöse Herkunft nicht akzeptiert wird in ihrer Welt. Ihre Welt, das ist eine Dorfgemeinschaft auf einer entlegenen Insel, die nach eigenen Regeln und Gesetzen lebt. Es ist eine archaisch-patriarchale Gesellschaft. Dennoch wird hier nicht aus einer dunklen Vergangenheit heraus erzählt, sondern aus der Gegenwart, denn Gegenstände des Alltags wie Fernseher und Waschmaschinen sind durchaus bekannt, wenn auch verboten. Sie stammen wie alles Übel von der "Drübenwelt" jenseits des großen Meeres, woher nur gelegentlich ein Versorgungsschiff die Insulaner erreicht. Auf der Insel selbst gibt es keinen Strom, Frauen dürfen nicht lesen und schreiben lernen, und das Verlassen des Dorfs steht wie vieles unter Höchststrafe. Als die Ich-Erzählerin nach dem Tod ihres Ziehvaters schutzlos den Gesetzen des Dorfes ausgeliefert ist, kommt es zur erwartbaren Katastrophe.

In seiner Anlage erinnert "Miroloi" mitunter an den letzten Roman von Boualem Sansal. Der algerische Schriftsteller hatte in "2084" die Vision einer religiösen Diktatur entworfen, in der eine Herrscherkaste ebenfalls mit unerbittlicher Härte über die Bürger wachte. Bei Sansal gibt es keine Zwischentöne und keine Transformation, das Böse ist allgegenwärtig. Die Männer sind träge, die Frauen müssen schuften, immerzu wird gebetet, und Musik und Literatur sind ebenso verboten wie in Köhlers böser Welt.

Das Wort "Miroloi" entstammt der griechisch-orthodoxen Tradition und bezeichnet ein von Frauen gesungenes Klagelied. Immer dann, wenn die Genderaufteilung in diesem Roman über Kreuz läuft, Frauen zu Verräterinnen werden, und sei es aus Furcht, während anderseits von Männerseite unerwarteter Zuspruch kommt, wird es überraschend und unvorhersehbar. Doch es bleibt das Dilemma solcher Erzählungen, dass Einseitigkeit und eine gewisse Redundanz zur Verdeutlichung mitunter auf Kosten der literarischen Ambivalenz geht. Erst dadurch, dass die Erzählerin von den anderen nicht als Individuum anerkannt wird, hat sie ja die Kraft, sich in dieser totalitären Gesellschaft den Gedanken an Freiheit überhaupt zu erlauben. Ob ihr dies auch möglich gewesen wäre ohne die aufgezwungene Entfremdung, das ist das reizvolle Gedankenspiel, das hier unbeantwortet bleibt.

SANDRA KEGEL

Karen Köhler: "Miroloi".

Roman.

Carl Hanser Verlag, München 2019. 464 S., geb., 24, - [Euro].

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Bewertungen unserer Kunden
Ausgegrenzt
von leseratte1310 - 26.09.2019
Miroloi bedeutet "Rede über das Schicksal" und ist ein von Frauen gedichtetes Totenlied. Es ist also nicht der Name unserer Protagonistin, die nun eine junge Frau ist. Sie wurde als Baby in einem Karton voller Zeitungspapier vor dem Bethaus ausgesetzt. Es war Winter, kalt und nass. Sie kann nur von drüben kommen, wo das Schlechte ist. In dem Dorf mit dem Namen "Schönes Dorf" bestimmen der Ältestenrat, natürlich alles Männer. Es gibt strenge Regeln. Als Findelkind hat sie keine Rechte und darf auch keinen Namen tragen. Sie wächst beim Bethaus-Vater oberhalb des Dorfes auf. Im Dorf ist sie ständigen Schikanen ausgesetzt. Doch das Findelkind begeht auf, lernt lesen und schreiben und macht sich ihre Gedanken. Es konnte auf Dauer nicht gutgehen. Das Buch wird aus der Perspektiver der Protagonistin erzählt. Sie singt sich ihr Miroloi und jedes Kapitel ist eine Strophe ihres Totenliedes. Es gibt 128 Strophen. Die Geschichte und der Schreibstil sind etwas, auf das man sich einlassen muss. Ich wurde von Anfang an gepackt und wollte die Geschichte dieses rebellischen Mädchens kennenlernen. Es gibt Traditionen in dem Dorf, an die niemand rütteln will. Die Männer bestimmen und die Unterdrückung der Frauen wird stetig schlimmer. Ich habe mit dem Mädchen gefühlt, das unter diesen schrecklichen Umständen aufwächst. Dabei wurde ich immer wütender wegen der vielen Ungerechtigkeiten. Ausgrenzung kann Menschen kaputt machen oder einige wenige erst recht stark. Mich hat die stärke der Protagonistin sehr beeindruckt. Das Buch macht nachdenklich, lässt einen mit vielen offenen Fragen zurück und ist doch sehr beeindruckend. Eine tiefgründige, traurige und berührende Geschichte. Mir hat sie sehr gut gefallen.
Ein Blick auf das Leben in einer Diktatur und dies aus der Sicht einer Ausgestoß
von Kaffeeelse - 16.09.2019
Ein Blick auf das Leben in einer Diktatur und dies aus der Sicht einer Ausgestoßenen Dieses Buch wäre das zweite Buch von der diesjährigen Longlist des Deutschen Bücherpreises, welches ich gelesen habe und ich kann sagen, Miroloi lässt mich vollkommen begeistert zurück. Die Tiefe, die in dieser etwas simpel gestrickten Story zu finden ist, wäre atemberaubend zu nennen und das literarische und psychologische Können, das Karen Köhler hier erkennen lässt, ist gewaltig. Warum bin ich so begeistert, wo es doch sooo viele negative Stimmen gibt. Weil mich die Geschichte unheimlich berührt und getroffen hat! Und das ist etwas wunderschönes, ein wundervolles Gefühl! Ja, ihr lieben Literaturkritiker, das sollte man nicht außer Acht lassen! Es gab ja schon bei Stella viel Geschrei. Unnötiges Geschrei! Und hier ist es dasselbe. Unnötiges Geschrei! Die Erzählstimme, die Karen Köhler hier entstehen lässt, gehört einem jungen Mädchen, ein ausgegrenztes Mädchen. Ein Mädchen, welches kurz nach seiner Geburt in einem Karton ausgesetzt wurde, von dem örtlichen Priester, dem Betvater aufgezogen wird. Ein Mädchen, dass durch die Regeln in dieser Gesellschaft, durch ihr Ausgesetztsein, durch ihre fehlende Familie, keinen Namen erhält, also eigentlich nicht da ist. Ein Mädchen, welches wissbegierig ist, aber in einer Gesellschaft lebt, in der Frauen nicht lesen und schreiben dürfen. Ein Mädchen, welches Kraft hat und aus dieser Gesellschaft entfliehen möchte, aber daran gehindert und für ihren Fluchtversuch bestraft wird, ein Bein wird ihr zertrümmert, fortan kann sie nur noch humpeln. Ein Mädchen, dass kaum Bezugspersonen hat, nur der Betvater und eine ältere Frau kümmern sich um sie und geben ihr etwas Liebe. Eine alleinstehende und dadurch auch schutzlose Person wird schnell zur Zielscheibe. Und genau das ist das Mädchen, eine Zielscheibe. Durch dieses ganze Erleben ist das Mädchen beeinträchtigt und diese Beeinträchtigung lässt Karen Köhler in ihrer Sprache erklingen. das Mädchen ist die Erzählstimme in Miroloi , sie erzählt von ihrer Welt, von ihrer Insel, von ihrer Umgebung, von ihrer Ausweglosigkeit, von ihrer Trauer, von ihrer Wut, von ihren Wünschen, von ihrem Leben, aber auch von Veränderungen. Und das geschieht in einer naiven, kindlichen, aber gleichzeitig auch tief poetischen Sprache, schlussendlich aber auch eine dem Entwicklungsstand des Mädchens perfekt angepassten Sprache. Und diese Sprache berührt tief. Auch wenn die Story nach und nach recht vorhersehbar daherkommt, hat mich das nicht gestört. weil dieses Mädchen und ihr Blick auf eine Diktatur, auf eine in sich geschlossene und auch aggressive Gesellschaft, eine durch Religion und Patriarchat geformte Gesellschaft viele Vergleiche in die heutige Zeit hochkommen lassen. Vergleiche, die weh tun und nachdenklich machen. Und das ist doch etwas was ein Buch tun sollte. berühren und zum Nachdenken anregen. Dies tut es! Auch wenn einiges nicht vollkommen aufgeklärt wurde, empfand ich das als nicht weiter störend, eine Geschichte wurde erzählt, die Geschichte des Mädchens und dies ist der Hauptbestandteil des Buches. Alles andere beantwortet die eigene Fantasie. Und, auch wenn von einigen die Meinung vertreten wird, dieses Buch ist in meinen Augen kein Jugendbuch!
Begeisternde Sprache, vorhersehbare Handlung
von Xirxe - 15.09.2019
Die zunächst noch namenlose Ich-Erzählerin lebt auf einer Insel in einem Dorf, in dem patriarchalische, archaische Gesetze gelten, gottgegebene Gesetze. Als Findelkind ist sie eine Außenseiterin, dem Misstrauen, der Wut und sogar dem Hass der Dorfbevölkerung ausgesetzt. Nur ihr Ziehvater, der als Bethaus-Vater eine Autorität im Dorf ist, hält seine schützende Hand über die Sechzehnjährige wie auch Mariah, eine ältere Frau. Doch die Aggressionen gegen sie nehmen immer weiter zu, aber statt sich wie die anderen Frauen im Dorf zu fügen, beginnt sie eigene Gedanken zu entwickeln, die sich gegen die herrschende Meinung richten. Eines steht ohne Zweifel fest: Karen Köhler, die Autorin, hat für diese junge Frau in einer frühzeitlichen Dorfgemeinschaft eine grandiose Sprache gefunden. Zu Beginn sind ihre Sätze schlicht und mit einfachen Worten, aber parallel zu ihrer fortschreitenden Entwicklung wird auch ihre Sprache zunehmend komplexer. Da es eine sehr ursprüngliche Gesellschaft ist in der sie lebt, ist Vieles um sie herum kein Objekt das betrachtet wird, sondern besitzt in all seinen Ausprägungen eine Persönlichkeit, was sich in ihren Wortschöpfungen und ihrem Stil ausdrückt: Je mehr ich die Neugier füttere, desto weniger ist sie satt. Oder Trauer ist ein Biest, das dich jederzeit anfallen kann. Mal würgt es dich und raubt dir den Atem, mal reißt es dir die Gedärme raus, mal tropft es still durch deine Augen, mal liegt es bergschwer auf dir, saugt dir jedes Gefühl aus dem Leib und drückt dich zu Boden, dass du denkst, du kommst nie wieder vom Fleck. Leider erreicht das Niveau der Handlung bei weitem nicht das der Sprache. Zwar stellt die Autorin sehr gut verständlich klar, wie diktatorische Systeme funktionieren und dass das Einzige, was dagegen hilft, Bildung und Zusammenhalt ist. Doch die Geschichte ist vorhersehbar und schlicht unoriginell. Überraschungen gibt es praktisch keine, der Verlauf entspricht im Großen und Ganzen dem, was man nach ca. einem Fünftel des Buches bereits zu ahnen beginnt. So wird das Lesen zäh, denn auch die schönste Sprache hilft nicht über eine eher reizlose Handlung hinweg. Schade drum. Zuguterletzt: Eigentlich eine schöne Idee des Hanser Verlages, den Seitenschnitt mit einer Art Klappe zu versehen, auf die der Titel nochmals gedruckt ist. Optisch macht das was her, doch während des Lesens empfand ich es als ziemlich störend; irgendwie war mir diese Papierklappe ständig im Weg.
Aktuelles Thema, schlecht verpackt
von Alina Harendarski - 13.09.2019
Miroloi- Ein von Frauen gesungenes Klagelied. Die namenlose Protagonistin lebt auf einer kleinen Insel, einem kleinen hinterwäldlerischen Dorf. Ein Dorf mit eigenen totalitären, antifeministischen Regeln und Strukturen. Nur darauf ausgelegt die neue Welt nicht in diese kleine Gesellschaft durchdringen zu lassen. Das namenlose Findelkind kommt aus der Außenwelt und wird somit vom Dorf als Aussätzige behandelt. Nur der Bet-Vater, der sie damals aufnahm, ist ihr zugetan und versucht sie zu schützen, so gut er kann. Doch manchmal reicht ein kleiner Funke, um eine Auflehnung gegen das System zu entzünden. Z.B. ein denkender Frauengeist. Ein Frauengeist der Lesen lernen möchte, der nicht wie Dreck behandelt werden möchte, der Leid und Elend sieht und es nicht akzeptieren kann und will. Doch wie soll sich eine junge Frau, gegen das ganze Dorf auflehnen? Mein Fazit: Die Thematik ist immer top aktuell. Überall gibt es leider solche Systeme und so packt die Autorin diese Probleme beim Schopf und zeigt, wie es laufen könnte, wenn sich eine junge Frau endlich auflehnt. Das war zumindest das, was mir versprochen wurde. Ein Roman über Hoffnung und Widerstand. Was ich bekam war jedoch etwas ganz anderes. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Es gibt die Stile, die man nach wenigen Seiten verstanden, durchschaut und lieben bzw. akzeptieren gelernt hat und dann gibt es Karen Köhlers Stil. Es war, als würde ich beim Lesen über eine steinige Straße mit 100 km/h fahren. Ich kam bis zum Schluss nicht damit klar. Ich wurde immer wieder hinausgeworfen und war irgendwann genervt. Er ist einfach holprig und nicht flüssig lesbar. Dann die Erzählung an sich. Köhler versucht durch eine depressive und traurige Art, die Stimmung, die ohnehin aufgrund des Themas sehr bedrückend ist, noch drückender zu steigern. Das ist dann beinahe so, als würde man einen faulen Apfel noch mit ranziger Butter essen. Während die Autorin manchmal sanft umschreibt, kommen plötzlich harte Sexscenen, bei denen mir schlecht wurde, die ich überblättert habe. Literarische Werke dürfen gerne einfach umschreiben, ohne sich jedes Stilmittels zu bedienen. Wer auf alle Arten der Beschreibung und Umschreibung zurückgreifen muss, der hat das Prinzip der Erzählung nicht verstanden. Die Protagonistin entwickelt sich sehr langsam, aber sie entwickelt sich. Das war ein Lichtblick, konnte aber das Werk nicht retten. Da das drumherum zu konstruiert wirkte. Die Idee gibt es schon und sehr gut umgesetzt. Daher für diesen Roman keine Empfehlung.
Schwere, aber sehr intelligente und gute Kost!
von Gwenni - 12.09.2019
Als ich begann das Buch zu lesen, war ich etwas verwirrt. Das sollte für den Buchpreis nominiert sein? Diese fiktive Geschichte über ein scheinbar im Mittelalter stecken gebliebens, primitives Dorf und deren Bewohnerin, die weder Familie, noch Geschichte, Herkunft und kaum einen Verbündeten hat? Dieses Buch, dessen Erzählstil so eigenartig war, dass ich anfangs gar nicht so richtig in einen Lesefluss kommen wollte? Die Kürze der Kapitel, die uns die Protagonistin "singt", hat mir direkt gefallen, aber die eigenartige Sprache, die sonderbare Geschichte, die bemitleidenswerte Protagonistin, die als Findelkind am Rande der Gesellschaft existiert, weil man dies nicht mal "Leben" nennen kann? Ich war ein wenig verwirrt, was sich jedoch mit jeder einzelnen Seite immer mehr legte. Die Begeisterung wuchs und ich erkannte, welches Meisterwerk der Autorin hier doch gelungen ist! Wie einfühlsam und intelligent sie die Entwicklung der Hauptfigur beschreibt, die zwar als "dumme Eselsgeburt" beschimpft und vom beinahe ganzen Dorf gehetzt wird, die anfangs vielleicht auch noch ein wenig einfältig und naiv wirkt, ist mehr als bemerkenswert. Das Mädchen hinterfragt, reflektiert und setzt sich über Gesetze hinweg. Es ist wissbegierig, zwar gehorsam, aber nicht blind und bis aufs Äußerste gebrochen. Ihr Willen bleibt und wächst. Sie lernt lesen, macht ihr Ding und fragt sich, was das Leben noch bereit halten könnte, sie gibt sich mit keiner Situation ab, versucht aktiv zu ändern und entwickelt sich innerhalb des Buches rasanter und großartiger, als die Menschheit in Jahrhunderten geschafft hat. Sie emanzipiert sich, versucht anfangs mit kleinen, unscheinbaren, später mit großen, polternden Schritten andere ebenso zum Nachdenken und Aufstehen zu bewegen, gibt nie auf und bleibt unglaublich stark, welche Steine ihr auch in den Weg gelegt werden. Diese Entwicklung schlägt sich auch im Erzählstil nieder, was der Autorin einfach großartig gelungen ist und den Fortschritt der Hauptfigur noch intensiver unterstreicht. Wenn man das Buch nach der letzten Seite schließt, klingt es weiter im Inneren nach. Wie weitsichtig, gefühlvoll, ehrlich und grausam die Autoren die verschiedenen Mitglieder der Gesellschaft, deren Umgang miteinander und untereinander, sowie deren passives Ertragen erzählt, sucht seinesgleichen. Dieses fiktive Dorf steht als Sinnbild für die Ungerechtigkeiten des Lebens, für Menschen, die etwas daran ändern wollen, die nachdenken und sehen und verstehen, ebenso wie für diese, die stur folgen und absolut unreflektiert passiv dahin vegetieren. Gerade die Rolle als Frau und deren Unterdrückung wird thematisiert und durch die Protagonistin aufgearbeitet. Eine Romanfigur, die man so schnell nicht vergessen kann, die ein Vorbild, eine Leitfigur sein sollte, damals wie heute! Ich bin restlos begeistert und kann dieses Buch nur aus tiefstem Herzen empfehlen! Keine leichte Kost, die sich jedoch mit jeder Seite lohnt!
Eine eigene kleine Welt
von TanyBee - 12.09.2019
Miroloi Karen Köhler Rezension vom 11.09.2019 (1) In "Miroloi" erschafft die Autorin Karen Köhler eine ganz eigene Welt. Die Hauptfigur ist ein namenloses Mädchen, ein Findelkind, jetzt 16 Jahre alt. Sie lebt in einem Dorf auf einer Insel, deren Bewohner fast völlig abgeschottet von der Außenwelt sind und ihre eigene Religion, ihre eigenen Gesetze haben. Das Mädchen darf keinen Namen haben, weil sie ohne Abstammung vom Dorf nicht akzeptiert wird. Sie wird beschimpft und oft für Unglücke verantwortlich gemacht. Doch glücklicherweise hat der Bethausvater, das religiöse Oberhaupt, sie in Obhut genommen und kann sie wenigstens ein bisschen behüten. Mich hat diese vollkommen neue Welt, die doch nur aus einer Insel besteht, sehr fasziniert. Nach und nach erfährt der Leser mehr über das Dorf, die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze, die Religion. Und das alles aus der Sicht des Mädchens. Den besonderen Klang des Buches macht dabei ihre Sprache aus. Sie erfindet neue Wörter, die sich einfach so passend anhören. Sie beschreibt Situationen und Gefühle eher, als sie klar auszusprechen. Das kann sie auch manchmal gar nicht, weil sie die Worte dafür nicht kennt. Der Bethausvater, (ihr "Finder", noch so ein schönes Wort!) ermöglicht ihr im Geheimen etwas, das Frauen eigentlich verboten ist: Lesen und schreiben lernen. Und damit fängt ihre Selbstermächtigung an, sie nimmt nicht mehr alles hin, der Lauf der Dinge verändert sich. "Miroloi" hat mich richtig süchtig gemacht. Ich wollte mehr wissen, mehr erfahren über diese Welt und über das Mädchen. Gegen Ende war ich richtig verzweifelt, weil nur noch so wenige Seiten übrig waren, aber noch so viel zu sagen blieb. Und doch finde ich das Ende gut, passend. Und es macht den Roman sehr rund. Karen Köhler hat sich mit diesem Roman in mein Herz geschrieben. Ich hoffe sehr, dass wir in Zukunft noch mehr von ihr lesen dürfen.
Schockierend und erschütternd
von Martina Ernst - 10.09.2019
"Miroloi" ist das Romandebüt von Schriftstellerin, Dramatikerin und Schauspielerin Karen Köhler. Ein Findling bleibt eine Fremde in der Gemeinschaft. Als Baby ausgesetzt, wird die Namenlose auf einer Insel in einer abgeschirmten Gemeinschaft groß. Mit 16 Jahren ist sie immer noch Hohn und Spott der Einheimischen ausgeliefert. Die Gesetze erlauben kaum Freiheiten. In der Aussichtslosigkeit wird eine Zufallsbegegnung zum Hoffnungsschimmer. Die Geschichte ist nicht in Kapiteln sondern in Strophen aufgeteilt. "Miroloi" bedeutet Totenlied. Keinen Besitz, Namen, keine Anerkennung trotz aller Schufterei. Die Ich-Figur hat ein schweres Schicksal zu tragen, ist nicht nur Außenseiterin, sondern wird für alles Schlimme verantwortlich gemacht. Sie erlebt nicht nur Ausgrenzung und Kälte, sondern wird ausgenutzt und missbraucht, misshandelt und an den Pranger gestellt. Eine Existenz, der die Chance genommen wird aufzublühen und in Freiheit zu leben. Es gibt nur sehr wenige Lichtblicke, eine zu begrenzte Anzahl von Menschen mit Herz, die sie schützen wollen und zu ihr stehen. Mit einer Begegnung kommt die Veränderung. Es gibt ein paar kreative Bezeichnungen bezüglich Überkopfwelt, und die Wandlung der Ich-Figur ist interessant. Leider fehlt es an Identifikationsfiguren, an einer guten Lesestimmung, mitreißenden Atmosphäre. Das geballte Negative, Kälte und Hass sind schwer zu ertragen. Handlungsort, Gesellschaft, Gesetze, das Verhalten der Dorfbewohner, Strafen, Alltag, irgendwie passt nichts zusammen. Es entsteht kein glaubwürdiges Bild. Normalerweise ist eine Gesellschaft ohne technischen Fortschritt interessant. Fragen bleiben unbeantwortet. Es fällt schwer, bis zum Ende durchzuhalten und das Schicksal der Hauptfigur weiter zu verfolgen. Zu bestimmend ist die Aussichtslosigkeit. Eskalationen lassen sich erahnen. Manche Entwicklung überrascht. Aus dem Schockierenden kommt die Story auch auf den letzten Seiten nicht heraus, aber es entsteht zeitweise mehr Atmosphäre. Liebe, Erniedrigung, Hass, Mut, Stärke, das Emotionale gewinnt in den Schlusskapiteln an Ausdruck und Kraft. Titel, Covergestaltung und die ungewöhnliche Buchschnittabdeckung erregen Aufmerksamkeit. Sehr gut gewählt sind die Farben Blau und Weiß. "Miroloi" nimmt sich den Themen "Stellung der Frau in der Gesellschaft, Kampf um Gleichberechtigung, Menschenwürde" auf ungewöhnliche, aber auch sehr drastische Weise an. Auf Erzählstil und Inhalt lässt sich schwer vorbereiten. Der Roman spaltet die Gemüter und drückt mit seiner Stimmung.
Sprache: Top / Story: Flop
von elke17 - 09.09.2019
"Miroloi", der erste Roman von Karen Köhler, hat es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2019 geschafft. Erstaunlich, denn wenn man sich die Besprechungen in den diversen Feuilletons anschaut, bietet er jede Menge Ansatzpunkte für Kritik, was mit Sicherheit nicht nur der Thematik geschuldet ist. Die Ich-Erzählerin, später Alina benamt, ist eine junge Frau, als Säugling auf einer namenlosen Insel ausgesetzt. Sie wächst als Aussätzige in dieser archaischen Gesellschaft auf, die sich jeglichen zivilisatorischen Errungenschaften verweigert. Der Ältestenrat bestimmt über Recht und Ordnung. Die Regeln des Zusammenlebens speisen sich aus den verschiedensten Religionen, ein Querschnitt aus orthodoxem Christentum, Hinduismus, Judentum und Islam, wenngleich die Beschreibungen der Umgebung die Vermutung nahelegen, dass es sich um eine aus der Zeit gefallene griechische Insel handelt. Insbesondere Frauen bekommen die Unterdrückung, die Rechtlosigkeit, besonders zu spüren. Aber auch Männer, deren Verhalten von der Norm abweicht, haben Repressalien zu befürchten. Für Alina öffnet sich eine neue Welt, als ihr quasi Adoptivvater, die spirituelle Instanz des Dorfes, ihr Lesen und Schreiben beibringt, Bildung vermittelt, obwohl dies für Frauen strengstens verboten ist. Aber dessen Tod verändert noch einmal alles. Die Vorschriften werden verschärft, kippen ins Fundamentalistische. Unmut keimt auf, und auch Alina stellt die Gesetze infrage, rebelliert, zuerst heimlich, dann offen. Muss mit dem Tod rechnen. Es bleibt nur die Flucht, der Aufbruch ins Ungewisse. Hinein ins Wasser, hoffend, das rettende Festland zu erreichen. Ihr eigenes Miroloi singend. Köhler beschreibt die Realität des weiblichen Lebens in einer feindlichen, patriarchalischen Gesellschaft, die mit gnadenloser Härte an ihren archaischen Riten festhält. Sie erzählt anschaulich und detailreich, die Sprache ist einfach, aber verspielt poetisch. Viele Kunstworte beschreiben Empfindungen, Tätigkeiten und Beobachtungen der Ich-Erzählerin. Aber es ist diese Naivität, die sich durch den gesamten Roman zieht, die der Komplexität des Themas leider unter dem Strich nicht gerecht wird. So ist "Miroloi" leider nur ein plakativer, pseudofeministischer Roman. Simpel gestrickt, durchschau- und vorhersehbar. Und das Ende? Inkonsequent und dick aufgetragenes Niveau eines Heftchenromans. Ob Karen Köhler damit die Finalrunde erreichen wird, darf bezweifelt werden. Es bleibt spannend.
Seltsam eigen poetisch und berührend
von Sursulapitschi - 04.09.2019
Ich scheine das neuste Skandalbuch vom Hanser-Verlag erwischt zu haben, das mir schon wieder, im Gegensatz zum anerkannten Feuilleton, wirklich gefallen hat. Wie schon bei "Stella" frage ich mich, wer denn hier für den Skandal verantwortlich ist, das Buch oder das Feuilleton? Sollten nicht gerade professionelle Literaturkritiker dazu in der Lage sein, sich auf Andersartiges einzulassen, statt pauschal zu vernichten, was nicht den gängigen Kriterien für "Literatur" entspricht? Mit großer Skepsis habe ich dieses Buch begonnen, sehr aufgewühlt habe ich es beendet. Im Nachhinein ist man sich nicht sicher, was man da gelesen hat. Es mutet an wie eine Geschichte aus uralten Zeiten, eine Sekte, die fernab der Zivilisation nach ganz eigenen Regeln lebt, eine eigene Religion hat und sogar fast eine eigene Sprache. Im Drüben gibt es allerdings Elektrizität, also befinden wir uns schon irgendwie in der heutigen Zeit. Da, auf der Schönen Insel im Schönen Dorf, lebt sie, das Mädchen, der Findling, das keinen Namen haben darf, weil es keine Familie hat. Sie ist von Drüben, bestimmt, und seit der großen Bestrafung hinkt sie, ist gezeichnet, als stünde es nicht eh schon auf ihrer Stirn, dass sie anders ist. Mit diesem Buch singt sie ihr Miroloi, ihr Totenlied, das alles erzählt, was es über sie zu sagen gibt. Sie singt es sich selbst, weil es niemand anderes für sie singen wird. Dieses Buch ist schwermütig und bitter, das Leben im Schönen Dorf kein Honigschlecken und für Frauen noch einmal schwerer als für Männer, obwohl auch die Regeln zu befolgen haben. Der Bethaus-Vater wacht über allen. Hier bekommt man plastisch vorgeführt, wie es ist, in einer isolierten Gemeinschaft zu leben, wo selbstverständlich Reformen abgelehnt werden, Patriarchen zu Tyrannen werden, Religion zum Machtmittel, um das Volk zu lenken, und ist erschüttert. Spitzfindige Parallelen zum Islam sind offensichtlich. Die Sprache ist höchst eigen. Auf den ersten Blick einfach und geradezu naiv, schafft sie trotzdem eine sehr eindringliche Atmosphäre, wirkt seltsam kindlich-archaisch und ist dabei zutiefst poetisch. Es befremdet erst ein wenig, beeindruckt aber, wenn man sich darauf einlässt. Ob so etwas Literatur sein kann, bewegt wohl gerade die Gemüter. Aber schon allein für die Diskussion, die es auslöst, gehört dieses Buch zu Recht auf die Longlist. Miroloi ist ein Buch, wie es sein muss. Man sofort drin, leidet mit, ist gespannt, fiebert mit. Zwischendurch fragt man sich manchmal, ob einem der Stil vielleicht doch auf die Nerven geht, dann ist es aber wieder sehr poetisch, seltsam einfach poetisch. Dieses Buch polarisiert, ist aber ein aufwühlendes Leseerlebnis sein, wenn man sich darauf einlässt.
Intensivste Lesestunden garantiert!
von G. Schad (Hugendubel Landshut) - 27.08.2019
Miroloi hat alles, um sich unauslöschlich in ihr Gedächtnis zu graben! Eine archaische Szenerie, in der die Bedrohung schleichend aber unausweichlich wächst. Eine junge Frau - widerständig -, die in höchster Gefahr zu verzweifeltem Mut und archaischer Kraft findet. Eine Sprache, die das alles mit Wucht und Zartheit unglaublich lebendig werden lässt. Dieses Buch garantiert intensivste und unvergessliche Lesestunden.
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