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Aus dem Staub

Gedichte.
Buch (gebunden)
Aus dem Staub zeigt Klaus Merz einmal mehr als Meister der Verdichtung. Aus kurzen, sparsam gesetzten Versen entwickelt er ganze Lebensgeschichten, zeichnet mit bloßen Andeutungen Bilder voller Farben und Licht. Ob Klaus Merz über alltägliche Szenen … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Aus dem Staub
Autor/en: Klaus Merz

ISBN: 3852185688
EAN: 9783852185682
Gedichte.
Haymon Verlag

6. August 2010 - gebunden - 83 Seiten

Beschreibung

Aus dem Staub zeigt Klaus Merz einmal mehr als Meister der Verdichtung. Aus kurzen, sparsam gesetzten Versen entwickelt er ganze Lebensgeschichten, zeichnet mit bloßen Andeutungen Bilder voller Farben und Licht. Ob Klaus Merz über alltägliche Szenen schreibt oder in seine Erinnerungen eintaucht, ob er fremden Orten und Menschen begegnet oder vertrauten - stets gelingt es ihm, den Blick auf das Wesentliche zu richten und ihm seinen ganz eigenen Tonfall zu verleihen. Unter der Oberfläche seiner lakonischen Poesie blitzen Witz und feine Ironie auf, hinter dem ruhigen Vordergrund seiner Gedichte verbergen sich Momente voller Überraschung und Verstörung.

Portrait

Klaus Merz, geboren 1945 in Aarau, lebt in Unterkulm/Schweiz. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Hermann-Hesse-Literaturpreis 1997, Gottfried-Keller-Preis 2004, Aargauer Kulturpreis 2005, Werkpreis der schweizerischen Schillerstiftung 2005 und Basler Lyrikpreis 2012. Bei Haymon: Am Fuß des Kamels. Geschichten & Zwischengeschichten (1994, bei HAYMONtb 2010), Kurze Durchsage. Gedichte & Prosa (1995), Jakob schläft. Eigentlich ein Roman (1997, 6. Auflage), Kommen Sie mit mir ans Meer, Fräulein. Roman (1998), Garn. Prosa & Gedichte (2000), Adams Kostüm. Drei Erzählungen (2001), Das Turnier der Bleistiftritter. Achtzehn Begegnungen (2003), Löwen Löwen. Venezianische Spiegelungen (2004), LOS. Roman (2005), Priskas Miniaturen. Erzählungen 1978-1988 (2005), Der gestillte Blick. Sehstücke (2007), Der Argentinier. Novelle (2009), Aus dem Staub. Gedichte (2010). Seit Herbst 2011 erscheint bei Haymon die Werkausgabe Klaus Merz in sieben Bänden.

Pressestimmen

"Was bewegt Klaus Merz? Überblickt man die Gedichte, so ist es einmal die Figur des ,Nächsten', der wie ein Wiedergänger durch die Verse geistert. Es sind furchtsame Begegnungen, als seien die Nächsten Sendboten einer anderen, jenseitigen Welt, die es zu meiden gilt. Auch von der Nachtseite des Lebens und der Welt erzählen die Gedichte in nüchternen Versen. (...) In den gelungensten Gedichten dieses Bandes verdichtet sich in dieser Weise die sinnliche Erfahrung zur bildstarken Sprache."
NZZ, Roman Bucheli
"Klaus Merz bereichert die Schweizer Gegenwartsliteratur seit Jahrzehnten nicht nur mit erzählender Prosa von inhaltlicher Dringlichkeit und hoher formaler Qualität, sondern meldet sich auch immer wieder als Lyriker von Rang zu Wort. Wir erleben es von Buch zu Buch - dankbar und stets aufs Neue überrascht. (...) Ähnlich wie bei Günter Eich lässt sich in den Gedichten von Klaus Merz ein Prozess fortwährender Klärung beobachten. Sie werden immer lakonischer und kürzer - manche von ihnen umfassen nur drei oder vier Zeilen -, dabei aber keineswegs kryptischer, hermetischer, abweisender, sondern immer klarer und leichter."
NZZ am Sonntag, Manfred Papst
"(...) Diese Gedichte gewinnen Intensität aus unabgelenkter Konzentration: Es bleibt in ihnen nichts Überflüssiges. (...) Klaus Merz fasst Welt und Leben in wenige Zeilen. Seine Gedichte sind Hologramme aus Sprache."
Aargauer Zeitung, Urs Bugmann
"Klaus Merz genügen wenige Pinselstriche, um zum Kern der Dinge zu gelangen und die schwankenden Fundamente des Weltgebäudes freizulegen (...) Die poetischen Miniaturen dieses Gedichtbuches, oszillierend zwischen Schwermut und Leichtigkeit, öffnen unseren Blick auf die instabilen Fundamente unserer Existenz."
Basler Zeitung, Michael Braun
"Klaus Merz hat den Blick für das Wesentliche; seine Texte lassen sich als lyrische Momentaufnahmen begreifen. (...) Trotz der bestechend präzisen Reduktionen sind seine Gedichte nicht in ernster Strenge gehalten, sondern häufig voller Witz und Ironie, nicht zuletzt Selbstironie. Frei von Pathos werden Eindrücke, Naturbeschreibungen und Blicke auf die Kunst verdichtet."
Liveres-Bücher, Thomas Grub (Universität Göteborg)
"Merz verzichtet auf zeitgeistige Manierismen wie Doppelpunkte, er vertraut allein auf Worte, die hinter die Dinge reichen."
Wiener Zeitung, Gunther Neumann
"Die Verdichtungen seiner Reflexionen verlangen den übertragenen Sinn, der alles Laute hinter sich lässt. Seine Verse sind öfters alltäglich, ja lakonisch. Manchmal spricht aus der Lyrik sensible Poesie, die nie vordergründig mit einer gewissen Ironie aufwartet."
ekz.bibliotheksservice, Gerd Kriebisch
"Klaus Merz ist ein Meister der Kürze und lakonischen Kargheit. In seinen Gedichten genügen ihm wenige Andeutungen, um zum Kern der Dinge vorzudringen."
Bibliotheksnachrichten, Karl Vogd
"Das Bestechende an dieser Poesie ist ihre scheinbare Mühelosigkeit, ihre Klarheit, ihr Farbenreichtum. Die Geheimnisse der meist nur wenigen Zeilen bleiben verborgen, je intensiver man sie sucht. Und plötzlich, beim Wiederlesen, öffnet sich die Merz'sche Miniatur zu einem Kosmos an Möglichkeiten - das ist meisterlich."
Heilbronner Stimme, Uwe Grosser
"Gehen sie mit den Gedichten auf Entdeckungsfahrt. Sie werden staunen, wo überall Sie an Land gehen."
Heinrich Boxler
"Dieser feinsinnige Autor vermag tief in die Herzen und Seelen der Menschen zu steigen."
Passauer Neue Presse, Stefan Rammer

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 03.11.2011

Bloß nicht zu ausführlich werden!
Einladung aufs Kanapee: In seinen Gedichten erweist sich Klaus Merz als Meister in der Kunst der Verknappung

Der flüchtige Staub im Titel der Sammlung hat, wie so vieles bei Klaus Merz, eine doppelte Bedeutung. Es ist der Staub, in den man verschwinden, sich auflösen kann; es ist aber auch der Staub, aus dem neues Leben entsteht. "Er könne es sich / wieder vorstellen / Menschen aus / Staub geformt", heißt es in einem Gedicht, das auf die alten Schöpfungsmythen anspielt und andeutend den Moment schildert, in dem sich ein Ausweg aus hoffnungsloser Gleichförmigkeit zu öffnen scheint. So vorsichtig muss man formulieren, will man sagen, worum es in den neuen Gedichten von Klaus Merz geht.

Schon lange gehören Lakonik und Kürze zu den bevorzugten Stilprinzipien des Schweizer Dichters. In seinen von der Kritik hochgelobten Erzählungen "Jakob schläft" (1997) und "Der Argentinier" (2009) fand er eine knappe, eindringliche Sprache für komplizierte Lebensläufe, die ihre Leser noch lange nach der Lektüre beschäftigen. Doch auch als Lyriker ist Klaus Merz seit langem bekannt.

Die 56 Gedichte seines neuen Bandes erheben die Knappheit zum vorherrschenden Stilprinzip, ohne sich jedoch einem verstehenden Lesen zu verschließen. Es ist die Poetik des Haiku, jenes aus der japanischen Dichtung stammenden Dreizeilers mit genau bemessener Silbenzahl, der viele Miniaturen verpflichtet sind; einmal wird der japanische Lyriker Matsuo Basho sogar direkt zitiert. Obwohl sich Merz in seinen Gedichten manche Freiheiten gegenüber dem Vorbild erlaubt, gelingt es ihm meisterlich, markante Situationen in wenigen Versen zu schildern. So wird das Kunsterlebnis einer Italien-Reise, das den eigenen Körper fremd erscheinen lässt, in einer momenthaften Erkenntnis komprimiert - und allein diese Erläuterung beansprucht mehr Raum als das Gedicht "Rom": "Beim Erwachen fällt / dein erster Blick auf den / eigenen Marmorarm."

Kunsterfahrungen sind ein wiederkehrendes Thema in diesen Gedichten: Malerei, Plastik und Literatur. Die frühe Erfahrung der Verzauberung des Kindes durch die Macht der Fiktionalität spiegelt sich in einer archetypischen Situation, was der martialische Titel "Befehlsgewalt" zunächst nicht vermuten lässt: "Die Wunderschuhe anziehen! befahl / Grossmutter, setzte sich zu uns / aufs Kanapee, begann zu erzählen: / Schon waren wir über alle Berge." An anderer Stelle malt Merz sich die Ausweglosigkeit aus, die Schneewittchen dazu verdammt, "lebenslang" Königin sein zu müssen, ohne zu den Zwergen zurückkehren zu können.

Das Märchenland der Phantasie liegt aber mitten in unserer Realität, und alle Versuche der Weltflucht können nicht von Dauer sein, das weiß Klaus Merz genau. In einem längeren Gedicht, dem dreigeteilten "Wiepersdorf später", tritt er nicht nur mit den romantischen Dichtern in einen poetischen Dialog, sondern auch mit seiner Kollegin Sarah Kirsch, die ebenfalls einen Gedichtzyklus auf das Gut Wiepersdorf verfasst hat, den ehemaligen Wohnsitz von Bettina und Achim von Arnim. Merz spielt mit märchenhaften und historischen Motiven, mit Zwerg und Trabant, womit er den bleichen Mond ebenso meint wie jenen Autotyp, der früher über die brandenburgischen Alleen fuhr. Plötzlich aber bricht die politische Aktualität in die scheinbar zeitenthobene Idylle: "Aber auch damit / hatten wir nicht gerechnet auf / dieses jüngste Jahrtausend hin / dass, Tochter, dein Liebster / zu dir käme aus einem Krieg."

Überhaupt die Liebe. Merz spricht gern von ihr, doch ohne sie direkt zu benennen, wie aus Scheu vor den großen und schnell abgenutzten Worten. Die Geschichte einer jahrelangen Vertrautheit erzählt er in sechs knappen Versen, deren Titel - "Zusammen" - das Entscheidende dieser Verbindung nennt: "Das Brot geteilt, die Nacht / den Blick ins dunkle / Gewässer. // Und wie jeden Morgen / die Einsamkeiten / neu vertäut." Die "Trauerarbeit" einer verwitweten Frau hingegen wird in ihrem aussichtslosen täglichen Kampf gegen das Ungeziefer in ihrem Garten beschrieben, so als könne sie sich kniend einen neuen Lebensinhalt erzwingen. Nur diese Körperhaltung verrät etwas über die Gefühle der Trauernden; der Dichter bleibt diskreter Beobachter.

Satirischer geht es zu, wenn Merz seine Zeitgenossen aufs Korn nimmt. Mitunter fällt er sogar in den Duktus der "Zahmen Xenien", jener Spottgedichte, mit denen Goethe und Schiller den Zorn ihrer Leser auf sich zogen, als sie Hunderte davon in den Druck gaben. Mit einem nahezu klassisch gebauten Hexameter beginnt Merz ein Epigramm über moderne Kommunikationsformen: "Seit gestern besitzt er ein Handy und / gilt vor der Welt als geheilt."

Als wachsenden "Widerstand gegen die Ausführlichkeit" bezeichnet Klaus Merz seine Kunst der Verknappung. Demselben Stilprinzip folgen die Pinselzeichnungen Heinz Eggers, der schon die vorangehenden Bücher des Schweizer Autors illustriert hat. Diesmal entsteht ein besonders harmonisches Zusammenspiel von Wort und Bild, das diesen Band zu einem Geschenk werden lässt, das Klaus Merz seinen Lesern bereitet.

SABINE DOERING

Klaus Merz: "Aus dem Staub". Gedichte.

Mit fünf Pinselzeichnungen von Heinz Egger. Haymon Verlag, Innsbruck 2010. 88 S., geb.

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