Warenkorb
€ 0,00 0 Buch dabei,
portofrei

Garn

Prosa und Gedichte. Gb.
Buch (gebunden)
Die in Garn versammelten Zyklen Libellen, Lange Leine und Atem. Pneuma. Föhn spinnen den literarischen Faden konsequent weiter, den die Leser an den Texten von Klaus Merz so sehr schätzen. Ganze Geschichten werden in einzelnen Sätzen erzählt, Wesentl … weiterlesen
Dieses Buch ist auch verfügbar als:
Buch

17,90 *

inkl. MwSt.
Portofrei
Sofort lieferbar
Garn als Buch

Produktdetails

Titel: Garn
Autor/en: Klaus Merz

ISBN: 3852183243
EAN: 9783852183244
Prosa und Gedichte.
Gb.
Illustriert von Heinz Egger
Haymon Verlag

1. Januar 2000 - gebunden - 96 Seiten

Beschreibung

Die in Garn versammelten Zyklen Libellen, Lange Leine und Atem. Pneuma. Föhn spinnen den literarischen Faden konsequent weiter, den die Leser an den Texten von Klaus Merz so sehr schätzen. Ganze Geschichten werden in einzelnen Sätzen erzählt, Wesentliches wird wie mit dem Brennglas eingefangen. Ironisch, poetisch und präzis gibt der Autor seinen Texten immer wieder jene "eigensinnige" Richtung, die das Leben im Innersten trifft.

Portrait

Klaus Merz, geboren 1945 in Aarau, lebt in Unterkulm/Schweiz. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Hermann-Hesse-Literaturpreis 1997, Gottfried-Keller-Preis 2004, Aargauer Kulturpreis 2005, Werkpreis der schweizerischen Schillerstiftung 2005 sowie zuletzt Basler Lyrikpreis und Friedrich-Hölderlin-Preis (beide 2012). Bei Haymon: Am Fuß des Kamels. Geschichten & Zwischengeschichten (1994, bei HAYMONtb 2010), Kurze Durchsage. Gedichte & Prosa (1995), Jakob schläft. Eigentlich ein Roman (1997, 6. Auflage), Kommen Sie mit mir ans Meer, Fräulein. Roman (1998), Garn. Prosa & Gedichte (2000), Adams Kostüm. Drei Erzählungen (2001), Das Turnier der Bleistiftritter. Achtzehn Begegnungen (2003), Löwen Löwen. Venezianische Spiegelungen (2004), LOS. Roman (2005, HAYMONtb 2012), Priskas Miniaturen. Erzählungen 1978-1988 (2005), Der gestillte Blick. Sehstücke (2007), Der Argentinier. Novelle (2009), Aus dem Staub. Gedichte (2010). Seit Herbst 2011 erscheint bei Haymon die Werkausgabe Klaus Merz in sieben Bänden.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 31.10.2000

Windwechsel
Ein Fall von Worterleichterung: Gedichte von Klaus Merz

"Denken . . . Das heißt den Faden verlieren". Dieser Definition Paul Valérys, die das Abrupte und Unwillkürliche von Intelligenz sinnfällig macht, steht eine Einsicht Günter Eichs entgegen, die Klaus Merz sich zum Motto erkoren hat: "Die Welt hört nicht auf, das muß man lernen." Aus diesem Widerspiel von kontinuierlichem Weltlauf und intermittierender Aufmerksamkeit entsteht Literatur: die sprachliche Wahrnehmung von Ähnlichkeiten und Kontrasten. Denn nur die Sprachkunst erlaubt Übergänge wie diesen: "Es führen Ameisenstraßen unter die Haut." Auf paradoxe Weise werden innen und außen durchlässig, und das Kribbeln springt bald auch auf den Leser über, wenn er nur ein wenig Sinn für skurrile Lakonik hat. Der 1945 in Aarau in der Schweiz geborene Erzähler und Lyriker Merz hat sich erfolgreich als Sinn-Schmuggler an der Grenze von Prosa und Vers eingerichtet. Seine Prosa bringt absurd-reale Vorgänge zur Darstellung wie etwa eine Dame, die sich Klappstuhl und Imbiß in die Kunstausstellung mitnimmt, um vor Manets "Frühstück im Grünen" zu frühstücken. Auch die Geschichte vom finnischen Transvestiten, der Latein vor Englisch den Vorzug gibt, ist von ähnlich charmanter Stringenz. Ins Utopisch-Reflexive hingegen wendet sich Merz beim Ausdenken der "Untat" eines Schriftstellers, der nichts mehr schreibt: "Mutterseelenallein hockt jetzt, die Leserschaft über dem ungeordneten Alphabet, einsam, einzeln, verzweifelt, verwirrt und starrt ins Nichts." Ja, genau deswegen braucht's Dichter, denn: "Sogar das Erlebte will zuerst beschrieben sein." Merz verfügt über eine ökonomische Sprache, die ihre höchste Verdichtung in den als Versen abgeteilten Zeilen erreicht: "Jedes Wort macht / uns leichter. Jede Glut / kürzt den Docht." Die Einschnitte machen nicht auf beliebige Weise aus zwei Versen drei, sondern spannen in der Mittelzeile die gegenläufigen Vorgänge des Leichterwerdens und des Verglühens zusammen. Aber nicht immer wird Ernstes so ernst genommen, wie es der auf Korrektheit bedachte Common sense will. Im "Abzählvers für ein Naturmuseum" liest man: "Wind fährt / durch die Gänge und / die wilden Fürze / der Schweine: / Pneuma. / Atem. / Föhn!" Ein Luftzug durchläuft - vom animalischen Lebenszeichen bis zum Geist - alle Arten von Deutung, ehe er meteorologisch gebannt wird. So spielerisch genau kann die Kunst kleiner Form werden, wenn ein Könner wie Merz seine Fantasie auf ein Minimum an Worten verpflichtet und im Handumdrehen die Rangfolge von Kausalität und Deutung umkehrt: "Das kann vorkommen, sagt der Verlierer im / Vorübergehen, und der Sieger blutet aus der Nase." Wer ist wer in diesem Bild? Das bleibt die offene Frage zwischen Literatur und Wirklichkeit.

THOMAS POISS

Klaus Merz: "Garn". Prosa und Gedichte. Mit 6 Pinselätzungen von Heinz Egger. Haymon Verlag, Innsbruck 2000. 96 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Servicehotline
089 - 70 80 99 47

Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 20.00 Uhr
Filialhotline
089 - 30 75 75 75

Mo. - Sa. 9.00 - 20.00 Uhr
Bleiben Sie in Kontakt:
Sicher & bequem bezahlen:
akzeptierte Zahlungsarten: Überweisung, offene Rechnung,
Visa, Master Card, American Express, Paypal
Zustellung durch:
* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.
** Deutschsprachige eBooks und Bücher dürfen aufgrund der in Deutschland geltenden Buchpreisbindung und/oder Vorgaben von Verlagen nicht rabattiert werden. Soweit von uns deutschsprachige eBooks und Bücher günstiger angezeigt werden, wurde bei diesen kürzlich von den Verlagen der Preis gesenkt oder die Buchpreisbindung wurde für diese Titel inzwischen aufgehoben. Angaben zu Preisnachlässen beziehen sich auf den dargestellten Vergleichspreis.