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Schloß Gripsholm

Eine Sommergeschichte. 'Manesse Bibliothek der Weltliteratur'. Lesebändchen.
Buch (gebunden)
Wie weit ist es von einem Mann zu einer Frau? Das zu erkunden, reisen"Daddy"und"Prinzessin"für fünf Ferienwochen nach Schweden. Ihre Antwort geben sie in einer gutgelaunten Sommerromanze, die mit unbeschwerter Heiterkeit, mit unnachahmlichem Witz und … weiterlesen
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Schloß Gripsholm als Buch

Produktdetails

Titel: Schloß Gripsholm
Autor/en: Kurt Tucholsky, Fritz J. Raddatz

ISBN: 3717520946
EAN: 9783717520948
Eine Sommergeschichte.
'Manesse Bibliothek der Weltliteratur'.
Lesebändchen.
Manesse Verlag

8. März 2006 - gebunden - 250 Seiten

Beschreibung

Wie weit ist es von einem Mann zu einer Frau? Die Antwort geben «Daddy» und «Prinzessin» auf einer launigen Ferienreise nach Schweden. Mit unbeschwerter Heiterkeit, sprühendem Witz und Charme bezaubert Kurt Tucholskys frische Sommerromanze nicht nur Verliebte.

Lydia und Peter sind ein modernes Paar, unverheiratet, unkompliziert, unsentimental. «Komische Oper», flötet der Schriftsteller seiner Angebeteten ins Ohr. «Olln Döskopp», kontert Lydia zärtlich und rattert mit ihrem Peter von Berlin nach Kopenhagen - Seekrankheit und schöne Ausblicke inklusive. Die Fahrt endet am Mälarsee, wo die Verliebten auf Schloß Gripsholm ihr ideales Ferienidyll finden, Platz und Zeit für fabelhafte Wortraufereien, für Ausflüge, Kreuzworträtsel, einen Kuß. Peters Busenfreund Karlchen kommt zu Besuch und legt sich mit den beiden in eine «tiefe Badewanne von Freundschaft». Auf Karlchen folgt Billie, Lydias beste Freundin, und animiert zur zart-frivolen Dreiecksbeziehung auf Zeit. Kein einziges Wölkchen trübte den blauen Sommerhimmel über Schloß Gripsholm, wäre da nicht das benachbarte Kinderheim samt seiner sadistischen Leiterin ...

Mit leichter Hand entwarf Kurt Tucholsky (1890-1935) diese launige Romanze zwischen zwei sachlichen Menschen. Dank der unnachahmlichen Mischung aus schnoddriger Zärtlichkeit, leiser Melancholie und fröhlich-ausgelassener Sprachakrobatik wurde der Roman des unter dem Nationalsozialismus verbotenen Gesellschaftskritikers zu einem der größten Erfolge in der deutschen Nachkriegsliteratur.


Portrait

Kurt Tucholsky, geb. am 9.1.1890 in Berlin, studierte in Berlin und in Genf Jura und promovierte 1915 in Jena. Seit 1913 war er Mitarbeiter der 'Schaubühne' und späteren 'Weltbühne', nach Siegfried Jacobsohns Tod zeitweilig auch ihr Herausgeber. Seit 1929 hielt sich Kurt Tucholsky in Schweden auf, wo er in Hindas am 21.12.1935 aus dem Leben schied.§Tucholsky war einer der bedeutendsten und scharfzüngigsten Gesellschaftskritiker und Satiriker der Weimarer Republik, pessimistischer Aufklärer, dessen hellsichtige und häufig unterhaltsame Kritik das Ziel einer demokratischen und humanen Gesellschaft verfolgte und frühzeitig auf die Gefahren von antidemokratischer Gewalt hinwies. Er gilt als Meister der kleinen Textform, von der Glosse bis zur Reportage und vom Kabarettsong bis zum kleinen Roman.§§Ab 1932 veröffentlicht Tucholsky keine einzige Zeile mehr aus Verzweiflung über die politische Situation, seine Briefe unterzeichnet er mit "ein aufgehörter Deutscher" und "ein aufgehörter Schriftsteller".

Leseprobe

Ernst Rowohlt Verlag Berlin W 50 Passauer Straße 8/9


8. Juni


Lieber Herr Tucholsky,
schönen Dank für Ihren Brief vom 2. Juni. Wir haben Ihren Wunsch notiert. Für heute etwas andres.
Wie Sie wissen, habe ich in der letzten Zeit allerhand politische Bücher verlegt, mit denen Sie sich ja hinlänglich beschäftigt haben. Nun möchte ich doch aber wieder einmal die "schöne Literatur" pflegen. Haben Sie gar nichts? Wie wäre es denn mit einer kleinen Liebesgeschichte? Überlegen Sie sich das mal! Das Buch soll nicht teuer werden, und ich drucke Ihnen für den Anfang zehntausend Stück. Die befreundeten Sortimenter sagen mir jedesmal auf meinen Reisen, wie gern die Leute so etwas lesen. Wie ist es damit?
Sie haben bei uns noch 46 RM gut - wohin sollen wir Ihnen die überweisen?
Mit den besten Grüßen
Ihr
(Riesenschnörkel) Ernst Rowohlt


10. Juni


Lieber Herr Rowohlt, Dank für Ihren Brief vom 8. 6.
Ja, eine Liebesgeschichte ... lieber Meister, wie denken Sie sich das? In der heutigen Zeit Liebe? Lieben Sie? Wer liebt denn heute noch?
Dann schon lieber eine kleine Sommergeschichte.
Die Sache ist nicht leicht. Sie wissen, wie sehr es mir widerstrebt, die Öffentlichkeit mit meinem persönlichen Kram zu behelligen - das fällt also fort. Außerdem betrüge ich jede Frau mit meiner Schreibmaschine und erlebe daher nichts Romantisches. Und soll ich mir die Geschichte vielleicht ausdenken? Phantasie haben doch nur die Geschäftsleute, wenn sie nicht zahlen können. Dann fällt ihnen viel ein. Unsereinem .
Schreibe ich den Leuten nicht ihren Wunschtraum ("Die Gräfin raffte ihre Silber-Robe, würdigte den Grafen keines Blickes und fiel die Schloßtreppe hinunter"), dann bleibt nur noch das Propplem über die Ehe als Zimmer-Gymnastik, die "menschliche Einstellung" und all das Zeug, das wir nicht mögen. Woher nehmen und nicht bei Villon stehlen?
Da wir grade von Lyrik sprechen:
Wie kommt es, daß Sie in
9 unsres Verlagsvertrages 15 Prozent honorarfreie Exemplare berechnen? So viel Rezensionsexemplare schicken Sie doch niemals in die Welt hinaus! So jagen Sie den sauern Schweiß Ihrer Autoren durch die Gurgel - kein Wunder, daß Sie auf Samt saufen, während unsereiner auf harten Bänken dünnes Bier schluckt. Aber so ist alles.
Daß Sie mir gut sind, wußte ich. Daß Sie mir für 46 RM gut sind, erfreut mein Herz. Bitte wie gewöhnlich an die alte Adresse. Übrigens fahre ich nächste Woche in Urlaub.
Mit vielen schönen Grüßen
Ihr
Tucholsky
Ernst Rowohlt Verlag Berlin W 50 Passauer Straße 8/9


12. Juni


Lieber Herr Tucholsky,
vielen Dank für Ihren Brief vom 10. d. M.
Die 15 % honorarfreie Exemplare sind - also das können Sie mir wirklich glauben - meine einzige Verdienstmöglichkeit. Lieber Herr Tucholsky, wenn Sie unsre Bilanz sähen, dann wüßten Sie, daß es ein armer Verleger gar nicht leicht hat. Ohne die 15 % könnte ich überhaupt nicht existieren und würde glatt verhungern. Das werden Sie doch nicht wollen.
Die Sommergeschichte sollten Sie sich durch den Kopf gehn lassen.
Die Leute wollen neben der Politik und dem Aktuellen etwas haben, was sie ihrer Freundin schenken können. Sie glauben gar nicht, wie das fehlt. Ich denke an eine kleine Geschichte, nicht zu umfangreich, etwa 15-16 Bogen, zart im Gefühl, kartoniert, leicht ironisch und mit einem bunten Umschlag. Der Inhalt kann so frei sein, wie Sie wollen. Ich würde Ihnen vielleicht insoweit entgegenkommen, daß ich die honorarfreien Exemplare auf 14 % heruntersetze.
Wie gefällt Ihnen unser neuer Verlagskatalog?
Ich wünsche Ihnen einen vergnügten Urlaub und bin mit vielen Grüßen
Ihr
(Riesenschnörkel) Ernst Rowohlt


15. Juni
Lieber Meister Rowohlt, auf dem neuen Verlagskatalog hat Sie Gulbransson ganz richtig gezeichnet: still sinnend an des Baches Rand sitzen Sie da und angeln die fetten Fische. Der Köder mit 14 % honorarfreier Ex
emplare ist nicht fett genug - 12 sind auch ganz schön. Denken Sie mal ein bißchen darüber nach und geben Sie Ihrem harten Verlegerherzen einen Stoß. Bei 14 % fällt mir bestimmt nichts ein - ich dichte erst ab 12 %.
Ich schreibe diesen Brief schon mit einem Fuß in der Bahn. In einer Stunde fahre ich ab - nach Schweden. Ich will in diesem Urlaub überhaupt nicht arbeiten, sondern ich möchte in die Bäume gucken und mich mal richtig ausruhn.
Wenn ich zurückkomme, wollen wir den Fall noch einmal bebrüten. Nun aber schwenke ich meinen Hut, grüße Sie recht herzlich und wünsche Ihnen einen guten Sommer! Und vergessen Sie nicht: 12 %!
Mit vielen schönen Grüßen
Ihr getreuer Tucholsky


Unterschrieben - zugeklebt - frankiert - es war genau acht Uhr zehn Minuten. Um neun Uhr zwanzig ging der Zug von Berlin nach Kopenhagen. Und nun wollten wir ja wohl die Prinzessin abholen.


Sie hatte eine Altstimme und hieß Lydia.
Karlchen und Jakopp aber nannten jede Frau, mit der einer von uns dreien zu tun hatte, "die Prinzessin", um den betreffenden Prinzgemahl zu ehren - und dies war nun also die Prinzessin; aber keine andre durfte je mehr so genannt werden.
Sie war etwas, was alle Schattierungen umfaßt, die nur möglich sind: sie war Sekretärin. Sie war Sekretärin bei einem unförmig dicken
Patron; ich hatte ihn einmal gesehn und fand ihn scheußlich, und zwischen ihm und Lydia ... nein! Das kommt beinah nur in Romanen vor. Zwischen ihm und Lydia bestand jenes merkwürdige Verhältnis von Zuneigung, nervöser Duldung und Vertrauen auf der einen Seite und Zuneigung, Abneigung und duldender Nervosität auf der andern: sie war seine Sekretärin. Der Mann führte den Titel eines Generalkonsuls und handelte ansonsten mit Seifen. Immer lagen da Pakete im Büro herum, und so hatte der Dicke wenigstens eine Ausrede, wenn seine Hände fettig waren.
Der Generalkonsul hatte ihr in einer Anwandlung fürstlicher Freigebigkeit fünf Wochen Urlaub gewährt; er
fuhr nach Abbazia. Gestern abend war er abgefahren - werde ihm der Schlafwagen leicht! Im Büro saßen sein Schwager und für Lydia eine Stellvertreterin. Was gingen mich denn seine Seifen an - Lydia ging mich an.
Da stand sie schon mit den Koffern vor ihrem Haus - "Hallo!"




Pressestimmen

»Eine fröhlich-ausgelassene Romanze.«

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