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Der Zopf

Roman. Originaltitel: La tresse.
Buch (gebunden)
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Der SPIEGEL-Bestseller - Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente - dieselbe Sehnsucht nach Freiheit
Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein. In Indien setzt Smita alles daran, damit ihre Tochter lesen und schre … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Der Zopf
Autor/en: Laetitia Colombani

ISBN: 3103973519
EAN: 9783103973518
Roman.
Originaltitel: La tresse.
Übersetzt von Claudia Marquardt
FISCHER, S.

22. März 2018 - gebunden - 283 Seiten

Beschreibung

Der SPIEGEL-Bestseller - Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente - dieselbe Sehnsucht nach Freiheit
Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein. In Indien setzt Smita alles daran, damit ihre Tochter lesen und schreiben lernt. In Sizilien entdeckt Giulia nach dem Unfall ihres Vaters, dass das Familienunternehmen, die letzte Perückenfabrik Palermos, ruiniert ist. Und in Montreal soll die erfolgreiche Anwältin Sarah Partnerin der Kanzlei werden, da erfährt sie von ihrer schweren Erkrankung.
Ergreifend und kunstvoll flicht Laetitia Colombani aus den drei außergewöhnlichen Geschichten einen prachtvollen Zopf.

Portrait

Laetitia Colombani wurde 1975 in Bordeaux geboren, sie ist Filmschauspielerin und Regisseurin. »Der Zopf« ist ihr erster Roman und steht seit Erscheinen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Die Filmrechte sind bereits vergeben, das Drehbuch hat Laetitia Colombani geschrieben. Die Autorin lebt in Paris.

Leseprobe

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Pressestimmen

In ihrem Debüt 'Der Zopf' verknüpft die Französin Laetitia Colombani drei starke Frauenporträts mit so federleichten Strichen, dass sich trotz aller Schicksalswidrigkeiten ständig Glücksmomente einstellen. Cornelia Camen BuchMarkt 20180306
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Hedda Freier, Buchhandlung Hugendubel Flensburg
Eine ganz besondere Geschichte
von Hedda Freier, Buchhandlung Hugendubel Flensburg - 17.03.2018
Sehr gelungenes Cover. Wunderbarer Roman. Drei ganz unterschiedliche Frauenschicksale, die immer wieder im Wechsel erzälht werden. Drei Frauen in ganz verschiedenen Ländern der Erde und doch werden sie alle irgendwann etwas gemeinsam haben. In einfühlsamen Worten bringt die Autorin uns diese Frauen mit jedem Abschnitt immer näher. Ein ungewöhnliches Stilmittel, es gibt keine Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede. Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen und ich vergebe 5 Sterne.
C.H.
von C.H. - 24.05.2018
Smita in Indien, Guilia auf Sizilien und Sarah in Kanada. Sie kennen sich nicht und jede hat mit ihren eigenen Sorgen zu kämpfen. Doch das Schícksal hat sie miteinander verflochten. Ein wunderbares Debüt, welches viel zu schnell endet.
Bewertungen unserer Kunden
drei Frauenschicksale, ein wunderbares Buch
von Rebecca1120 - 20.03.2018
Eindringlich erzählt die Autorin wie Smita mit ihrem Schicksal hadert. Denn sie gehört in Indien zu den Unberührbaren. Sie wurde bereits als solche geboren, wie auch ihre Mutter, Großmutter¿ So ist es auch ihre Aufgabe die Exkremende der Menschen täglich einzusammeln und zu entsorgen, da es in Indien keine Kanalisation oder ähnliches gibt. Eine Alternative gibt es für sie nicht. Zitat: "Wer als Kloputzer zu Welt kommt, stirbt auch als Kloputzer." Und doch versucht Smira einen Ausweg, den Ausstieg, um wenigstens ihrer kleinen Tochter dieses Schicksal zu ersparen. Ich muss zugeben, Smitas Schicksal hat mich schon stark berührt. Mir war gar nicht bekannt, wie elendig das Leben der Armen in diesem Land ist und wie rechtlos die Frauen dort sind. Ja und dann ist da Giulia die nachdem ihr Vater im Koma liegt die Verantwortung für das Familienunternehmen, das von der Veredlung von Haaren lebt, übernehmen muss. Allerdings steht das Unternehmen kurz vor dem Konkurs und Giulia muss Entscheidungen treffen ob und wie es weitergehen soll. Die Dritte ist Sarah, erfolgreiche Anwältin, Karrierefrau mit eisernem Willen. Streng zu sich selbst trennt sie berufliches rigoros von Privatem. Bei ihr hat das Berufliche immer Vorrang. Bis, ja bis ihr Körper ihr deutliche Grenzen setzt. Alle drei Schicksale, die immer in einzelnen Kapiteln aufgezeigt und entwickelt werden, sind beim Lesen super unterhaltsam, manchmal aufwühlend, auf jeden Fall musste ich immer weiterlesen. Schlussendlich wird die Verbindung zwischen den drei Frauen aufgelöst. Aber das sollte jeder selbst nachlesen. Für ein Erstlingswerk ist dies ein wunderbar unterhaltsames und gelungenes Buch. Von mir gibt¿s 5 Lese-Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
Mutige Frauen - ein großartiges Buch
von Marie aus E. - 17.06.2018
Eine Hymne auf das Leben und den Mut aller Frauen dieser Welt So steht es auf der Innenseite des Buchumschlags und das trifft es für mich perfekt. Der mit 282 Seiten relativ kurze Roman von Laetitia Colombani beleuchtet einen kurzen Moment lang das Leben dreier Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Alle drei eint aber ihr Mut und ihr Wille, sich den vermeintlich nun einmal gegebenen Umständen einer männerdominierten Gesellschaft nicht zu beugen. Smita aus Indien, ihr Schicksal ging mir besonders nahe - das schreckliche Leben als Frau in Indien, zumal als sogenannte Unberührbare wird sehr konkret geschildert. Die Wandlung im Leben von Giulia, die nach einem Unfall des Vaters entdeckt, dass das Familienunternehmen vor dem Ruin steht, fand ich zwar etwas unrealistisch, aber dafür ist es ja ein Roman, da darf das sein. Und dann noch Sarah, die erfolgreiche Anwältin aus Kanada, die scheinbar alles erreichen konnte und dann erkrankt. Verbunden sind die drei Frauen, die sich nicht kennen, durch -wenig überraschend - einen Zopf. Eigentlich mag ich keine Bücher mit offenem Ende, Der Zopf hat aber keinen Abschluss im eigentlichen Sinn, der weitere Lebensweg der drei Hauptpersonen bleibt mehr oder weniger offen. Alles andere hätte bei diesem Buch meines Erachtens aber auch nicht gepasst. Hier also der seltene Fall, dass ich mit der offenen Art des Buchabschlusses nicht hadere, sondern ihn richtig und passend finde. Es gibt zwar wie oben schon erwähnt für mich ein paar unrealistische Stellen bzw. auch Logikfehlerchen, das schmälert aber meine Begeisterung für das Buch nicht. Mein Fazit: ein starkes Buch mit einer tollen Widmung Den mutigen Frauen !
Dieses ist ein sehr besonderes Buch und der Buchtitel ist perfekt gewählt
von Wencke - 09.06.2018
Schon dieses gold schimmernde Cover macht deutlich, dass man ein sehr besonderes Buch in den Händen hält. Erzählt werden in drei unterschiedlichen Erzählsträngen die Geschichten von drei starken Frauen. Jede in ihrer Situation ist an einem Punkt angelangt in denen sie eine sehr mutige Entscheidung treffen. Smita lebt in Indien. Sie gehört zu den armen der Armen. Ihr Beruf ist es, die Exkremente von besser Situierten einzusammeln. Ihre Tochter soll es besser haben als sie. Ihr gesamtes Erspartes verwendet sie dafür, dass ihre Tochter die Schule besuchen kann. Der erste Schultag soll ein ganz besonderer Tag im Leben ihrer Tochter sein. Smita näht ihr eine wunderschöne Schulkleidung und verzichtet dafür sogar auf ihren Schlaf. Doch der erste Schultag entwickelt sich komplett anders als erwartet. Giuila lebt in Palermo auf Sizilien. Sie liebt die Arbeit in der Perückenfabrik ihres Vaters. Doch eines Tages stößt ihrem Vater etwas vollkommen Unerwartetes zu und Giulia muss um für das Fortbestehen der Fabrik kämpfen. Sarahs Alltag in Montreal / Kanada ist straff organisiert. Sie ist Mutter von drei Kindern und Teilhaberin einer angesehenen Anwaltskanzlei. Sie zahlt einen hohen Preis für ihre Karriere bis sich durch ihre Krebserkrankung ihr Leben verändert. Mit den knapp 300 Seiten ist dieses Buch insgesamt zügig gelesen. Der Schreibstil, der Inhalt der einzelnen Geschichten und die Verknüpfung dieser drei Geschichten berührt so sehr, dass der Autorin mit Der Zopf ein ganz besonderes Buch gelungen ist.
Ein emotionaler Frauenroman
von spozal89 - 29.03.2018
Klappentext: Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente - dieselbe Sehnsucht nach Freiheit. Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein. Aber eins verbindet sie: Alle drei kämpfen sie mutig gegen die Widerstände des Lebens. Smita, eine Unberührbare, opfert in Indien ihr Haar dem Gott Vishnu, denn ihrer Tochter soll es einmal besser ergehen. In Sizilien rettet Giulia dank der Haare aus Indien die Perückenfabrik ihres Vaters vor dem Bankrott. Und als in Montreal die erfolgreiche Anwältin und alleinerziehende Mutter Sarah erkrankt, schöpft sie mit ihrer Perücke neuen Lebensmut. Der Klappentext verrät im Grunde schon alles was im Buch passiert. Die drei Frauen sind im Grunde ohne es zu wissen miteinander über ihre Haare verbunden. Die Geschichte ist relativ kurz und der Schreibstil in meinen Augen recht abgehackt, hätte von mir aus auch ausführlicher sein können, denn gerne hätte ich noch mehr von den drei Frauen gelesen. Gut und interessant fand ich, dass die Kapitel immer abwechselnd von Smita, Giulia und Sarah erzählt wurden. Am interessantesten und am emotionalsten fand ich die Geschichte um Smita und ihre kleine Tochter Lalita. Ihr Schicksal hat mich Zutiefst mitgenommen und mich nocheinmal bewusst darauf aufmerksam gemacht, wie gut es uns hier in Deutschland geht. In Indien hingegen sind Frauen nichts wert und auch das Leben dort ist alles andere als einfach. Mit wenigen Worten hat die Autorin dies aber so berührend und emotional erzählt, dass es mir teilweise kalt den Rücken hinunter gelaufen ist. Giulia fand ich hingegen eher immer etwas faade, aber hier fand ich es schön wie ihr Schicksal sich mit dem von Smita verbunden hat. Sarah war ein recht taffer Charakter, mit der typischen - eine Frau ist extrem erfolgreich, hat keine Zeit für ihre Familie, bekommt Krebs und krempelt ihr Leben um- Geschichte. Alles in allem fand ich aber das Buch im Ganzen toll zu lesen, dass verflechten der drei Handlungsstränge gefiel mir gut, auch wenn ich mir hin und wieder mehr gewünscht hätte. Ein berührendes Leseerlebnis war es aber auf jedenfall - daher vergebe ich vier Sterne.
Bewegend
von Fornika - 04.04.2018
In Indien kämpft die Unberührbare Smita dafür, dass ihre Tochter einmal ein besseres Leben führen kann. In Italien kämpft Giulia für das Überleben ihrer traditionsreichen Perückenfabrik. Und in Montreal kämpft Sarah eigentlich vor Gericht für Gerechtigkeit; auf einmal jedoch um ihr Leben. Laetitia Colombani ist für ihr Debüt bereits international gelobt worden und auch ich habe ihren Roman sehr gemocht. Sie flicht die drei Frauenschicksale sehr schön zu einer wunderbaren Geschichte, die einen berührt. Die Handlungsstränge um Smita und Sarah haben mir mehr zugesagt als der in Italien, sinnbildlich ist er aber ja auch das Bindeglied zwischen den anderen beiden und muss vielleicht einfach nicht so gehaltvoll sein. Die drei Frauen sind alle auf ihre Weise sehr stark, da immer jeweils aus ihrer Perspektive erzählt wird, kann man ihre Gedanken sehr gut nachvollziehen. Allen gemein ist auch der weitgehend einsame Kampf gegen widrige Umstände, die sich aus dem sozialen Gefüge ihrer jeweiligen Umgebung ergeben. Selbst im aufgeklärten Kanada zeigt Sarahs Schicksal, dass man auch als erfolgreiche und starke Frau schnell aufs Abstellgleis geschoben werden kann; und man sich dann am eigenen Schopf aus dem Sumpf ziehen muss. Auf jeden Fall bietet "Der Zopf" viel Stoff zum Nachdenken über die Stellung der Frauen in aller Welt. Ab und an schießt die Autorin etwas übers Ziel hinaus und lässt sich auf Klischees ein, doch dann besinnt sie sich wieder und man verzeiht den Ausrutscher schnell. Colombani erzählt sehr mitfühlend und trotz des oft traurigen Stoffes wirkt ihre Geschichte nicht zu melodramatisch oder süßlich. Der mitunter poetische Ton hat es mir sehr angetan, sodass ich die kleinen Schwächen in der Handlung dann auch verschmerzen konnte und den Roman sehr genossen habe. Ein schönes Debüt, das Lust auf weitere Werke aus der Autorenfeder macht.
Ein kurzweiliges Lesevergnügen...
von Anonym - 24.03.2018
¿das zu schockieren, aber auch teilweise zu langweilen vermag. Ein Werk, das mich ebenso unterhalten wie desinteressiert hat. Elemente, die die Autorin hier wie in einem Zopf miteinander verwoben hat. Worum geht es? 3 Frauen, deren Schicksal auf rätselhafte Weise miteinander verknüpft ist. Smita, eine unglückliche, indische Frau, die der untersten Kaste angehört und deren einzige Daseinsberechtigung darin besteht, den Unrat anderer Leute zu beseitigen. Gleichzeitig ist sie aber auch eine Frau, die sich trotz ihrer unmenschlichen Umstände ein besseres Leben für ihre Tochter erträumt und mit ihr dem System zu entfliehen versucht. Dann Giulia, eine sizilianische junge Frau, die für das elterliche Unternehmen kämpft und zuletzt Sarah; das Abziehbild einer erfolgreichen Businessfrau, die in jeglicher Hinsicht versucht allen Klischees gerecht zu werden und dabei vergisst zu leben. Das Grundprinzip gefällt mir in Geschichten meist sehr: Mehrere Handlungsstränge, die einander beeinflussen und letztendlich zu einem verschmelzen. Das ist keine innovative Idee in der Literatur, trotzdem ein Mittel, das, wenn es gut gemacht ist, mich begeistern kann. Hier empfand ich es als gut gemacht, auch wenn der Weg dorthin mich nur teilweise überzeugen konnte. Bis zur Mitte des Buches etwa hatte ich die Befürchtung, es sei eines dieser feministischen Werke, das Männer grundsätzlich als Antagonisten darstellt und Frauen preist, die sich gegen von Männern dominierte Systeme auflehnen. Abgesehen davon, dass es diesen drei starken Frauen tatsächlich huldigt, hat sich meine Befürchtung glücklicherweise nicht bewahrheitet, schwarz-weiß Schilderungen kann man der Autorin in dieser Hinsicht absolut nicht vorwerfen. Allerdings fand ich alle drei Handlungsstränge im Vergleich nicht ebenbürtig und nach dem Lesen war mir die Handlung Smitas, der indischen Unberührbaren, am präsentesten. Oder anders gesagt, die anderen beiden Charaktere musste ich mir tatsächlich erst ins Gedächtnis rufen. Vor allem Sarah, die Karrierefrau, war mir sehr schwer zugänglich. Ich empfand ihren Plot als sehr klischeebeladen und daher absolut uninteressant. Die sizilianische Giuila hatte ein wenig mehr Beigeschmack, allerdings wurden alle Geschichten so kurz abgehandelt, dass schon besondere Alleinstellungsmerkmale nötig gewesen wären, um sie für mich interessanter zu machen. Kurzum: Ich mochte Smitas Geschichte (und hätte sehr gerne mehr von ihr gelesen), ich fand Giulias Geschichte ausbaufähig, aber recht interessant und habe mich mit Sarahs Handlungsstrang sehr gelangweilt und abgemüht. Die Verwebung aller drei Stränge hingegen empfand ich als gelungen, weshalb ich gerne eine Leseempfehlung aussprechen möchte mit dem Hinweis, dass es sich um ein kurzweiliges Vergnügen handelt, das möglicherweise nicht lange im Gedächtnis bleiben wird.
Und dann geschieht das Wunder
von herrzett - 11.06.2018
Wer als Kloputzer auf die Welt kommt, stirbt auch als Kloputzer. Es ist ein Erbe, ein Kreislauf, aus dem niemand ausbrechen kann. Ein Karma. Das Leben von Smita könnte in Indien nicht bescheidener laufen. Als sie in die unterste Schicht bzw. Kaste geboren wurde, stand ihr Schicksal bereits fest. Sie ist Schmutzsammler. Eine dezente Bezeichnung für eine Realität, die genau das nicht ist. Es gibt kein Wort, um zu beschreiben, was Smita macht. Sie sammelt den ganzen Tag über [...] die Scheiße der anderen auf. Gleiches möchte sie ihrer Tochter niemals antun und so beginnt ein steiniger Kampf aus diesem Leben und dem Karma zu entkommen. Neben Smita, handelt dieser Roman von Giulia aus Sizilien und Sarah aus Kanada. Konträrer könnten die Unterschiede ihrer Lebenssituationen nicht sein. Der Zopf von Laetitia Colombani ist eine sehr berührende Geschichte über ihr Leben und erzählt, wie sie ihr Schicksal nun selbst in die Hand nehmen. In Kanada, dem wohlhabenden Land, lebt Sarah. Mit ihren vierzig Jahren scheint sie bereits alles erreicht zu haben - ein toller Job als Juristin, eine eigene Familie, ein eigenes Haus ... Doch eine Schicksalswendung bringt ihr komplettes Leben ins Wanken. Auch auf Sizilien hat Giulia mit unvorhersehbaren Problemen zu kämpfen. Es geht um die Firma, ihre Zukunft und die der Familie und der Angestellten. So verschieden das Leben der drei Frauen auch sein mag, eint sie, der Drang nach einer besseren Zukunft, im Kampf um ihre Existenz. Alles ist ruhig. Sie sinkt auf ihr Bett und lässt ihren Tränen freien Lauf. Sie denkt noch an die Frau, die sie gewesen ist, die sie gestern noch war... Es ist nicht nur die Tatsache, dass die dargestellten Kontraste der einzelnen Lebenssituationen diese Geschichte so faszinierend machen, sondern auch die Geschichte der Frauen selbst. Dieser Roman zeugt nicht nur von Kraft und Stärke; er hat mir auf ganz anderer Ebene gezeigt, wie gut es uns Menschen in der westlichen Welt eigentlich geht und welche gesellschaftlichen Probleme und Ansichten in anderen Teilen der Welt herrschen. Ohne bereits die ganze Geschichte erzählen zu wollen ... Dieses Buch hat mich bewegt, mir mal wieder bewusst gemacht, wie ersetzbar ein Mensch sein kann und dass eine Wendung des Schicksals oftmals gar nicht so verkehrt ist. Es ist ein Buch für Kämpfer(innen), für Mutige und Menschen, die an sich und die Zukunft glauben. Die Mischung aus Emotionen und Hoffnung macht aus diesem Roman etwas ganz Besonderes und Schönes. Manchmal ist die Vorstellung wohltuend, dass alles ein Ende hat, dass jeder Qual, so groß sie auch sein mag, irgendwann aufhört, vielleicht morgen.
Unterschiedliche Leben wie es unterschiedlicher nicht sein kann
von Mathias Lenk - 03.06.2018
Laetitia Colombani hat in ihrem Buch sehr gut widergespiegelt, wie sich das Leben in den unterschiedlichen Ländern unserer einen Welt darstellt und wie ungerecht es doch zugehen kann, wenn man als Frau in einem Land leben muss, in welchem der Lebensstandard auf dem Niveau eines Entwicklungsland im Gegensatz zum Industrieland dargestellt wird und sich widerspiegelt. Leider ist es auf dieser einen Erde, die wir haben, so, dass sich der Mensch selbst Schaden zu fügt, in dem er andere Menschen ausbeutet, versklavt und für sich schuften lässt. Währen die einen Menschen immer reicher werden, werden andere Menschen immer ärmer und bleiben in ihren Schichten gefangen, weil sie nie eine Chance bekommen, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.
Drei beeindruckende Frauen aus drei Kontinenten in einem Roman
von Josef - 15.04.2018
Wie es in der Buchbeschreibung schon steht: Ein berührender Frauenroman, der die ganze Welt bewegt: Drei Frauen, drei Schicksale, drei Kontinente - dieselbe Sehnsucht nach Freiheit. Der Autorin Laetitia Colombani ist es gelungen, in diesem Roman die Geschichte dreier völlig unterschiedlicher Frauen zu verknüpfen. Zum Inhalt gemäß Buchbeschreibung: Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Sarah in Montreal als Staranwältin gut situiert ist, hat Giulia in Palermo ihren festen Platz im Familienunternehmen, der letzten Perückenfabrik der Stadt. Smita in Uttar Pradesh im Norden Indiens hat es am schlechtesten getroffen, als Dalit gehört sie der untersten Kaste an und muss die Exkremente der anderen entsorgen. Laetitia Colombani flicht kunstvoll und ergreifend die unterschiedlichen Geschichten zu einem erzählerischen Zopf zusammen. Das Haar, das Smita dem Gott Vishnu opfert, wird Giulias Rettung sein und Sarah neue Kraft schenken. Laetitia Colombani schafft es mit ihrem Schreibstil und ihren Worten den Leser in den Bann der Geschichte zu ziehen. Man leidet und fühlt mit den Betroffenen denn die Geschichte dieser Frauen ist überzeugend geschrieben und regt zum Nachdenken an. Das Cover ist mit seinem goldfarbenen Rahmen edel gestaltet, es zeigt einen geflochtenen Zopf: drei eigene Stränge die doch fest miteinander verbunden sind.
Starke Frauen
von Julia Lindner - 20.06.2018
Dieses Buch beleuchtet bruchstückahft das Leben dreier Frauen, das unterschiedlicher nicht sein könnte. Während Sarah sich in Amerika mit den typischen Diskriminierungproblemen einer berufstätigen, alleinerziehenden Frau herumschlagen muss, sehen sich Giulia und Smita mit Problemen konfrontiert, die gefühlt aus einer vergangenen Zeit stammen könnten (und es eigentlich auch sollten). Wie stark und ungebeugt alle drei darauf reagieren und gegen ihre widrigen Umstände ankämpfen ist beeindruckend. Umso schrecklicher empfinde ich es als Leser, dass solche Probleme, wie Zwangsehe, Diskriminierung aufgrund von Glauben oder Geschlecht und vor allem das Kastensystem in Indien auch heute noch existieren und gelebt werden. Das Buch offenbart die Umstände der drei Frauen schonungslos und beschönigt nichts. Der Schreibstil ist schnörkellos und geradlinig, was die Geschichte umso eindringlicher wirken lässt. Ein kleines Manko ist die relative Kürze des Romans: Die vielen wichtigen themen, die hier angeschnitten werden, hätten locker noch ein paar hundert Seiten mehr vertragen. Ich hätte auch gerne die drei Frauen noch weiter auf ihrem Weg begleitet. So ist es eben nur ein Ausschnitt aus ihrem Leben, eindringlich und nachdenklich stimmend, aber eben nur eine Momentaufnahme. Fazit: Jede Frau sollte dieses Buch lesen. Es lässt einen demütig über das Glück nachdenken, dass man selbst hat, so behütet aufgewachsen sein zu dürfen!
Verflochten
von bootedkat - 19.04.2018
Ein Zopf braucht drei Stränge. Laetitia Colombanis Roman erzählt von drei Frauen, die allerdings unterschiedlicher nicht sein könnten. Zufall? Da ist Smita, die in Indien lebt und nicht einmal einer Kaste angehört, aber dafür kämpft ihrer Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen. Giulia in Italien, die in der familieneigenen Perückenfabrik arbeitet und bis spät in die Nacht liest. Und schließlich Sarah in Kanada, die versucht Familie und Karriere unter einen Hut zu bringen. Drei Frauen, die auf den ersten Blick so gar nichts gemeinsam haben und die dennoch Teil ein und derselben Geschichte sind. Mehr noch, sie alle stehen vor einer Wende in ihrem Leben. Laetitia Colombanis "Der Zopf" reißt die drei Frauen aus ihrem gewohnten Alltag und stellt sie vor unbekannte Aufgaben. Die Art und Weise mit der diese drei Frauen ihre jeweiligen Aufgaben angehen, ist bewundernswert und sorgt dafür, dass man sich eigentlich nicht für einen Lieblingscharakter entscheiden kann, sondern mit ihnen allen Dreien mitfiebert und ihnen wünscht, ihre Aufgaben zu meistern. Beinahe beiläufig werden Themen wie Gleichberechtigung, Rassismus und Emanzipation angesprochen und im Rahmen der Erzählung sehr deutlich auf den Punkt gebracht ohne dabei den eigentlichen Geschichten um Smita, Giulia und Sarah Raum zu nehmen. Diese subtile Eindringlichkeit ist es auch, die den Leser zwischendrin aufhorchen lässt. Gepaart mit dem sehr zugänglichen Erzählstil der Autorin entwickelt "Der Zopf" eine eigene Dynamik, der man sich nicht so leicht entziehen kann. Der Zopf wird im Laufe des Romans zur Allegorie, die über die verflochtenen Haare, sowie die drei Handlungsstränge hinausgeht. Drei Frauen, zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Zwischendurch verflechtet Laetitia Colombani immer wieder Prosa mit Poesie, indem sie die Handlung durch Gedichte unterbricht. Diese Gedichte fügen sich allerdings nahtlos in die Handlung ein und verleihen Sorgen und Hoffnungen der Protagonistinnen Ausdruck. Trotz der Gattungs- und Perspektivenwechsel verliert der Leser nie den Überblick. Im Gegenteil ist es eher so, dass die Geschichte dadurch an Breite und Tiefe gewinnt und ihr narratives Potenzial erst daraus entwickelt. In Kombination mit Erzählstil und der Handlung an sich ist der Autorin mit "Der Zopf" ein mehr als überzeugender Roman gelungen.
Viel mehr als Haarspalterei
von Rabentochter - 21.03.2018
Smita kämpft in Indien um ihrer Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen. Giulia versucht in Italien den Familienbetrieb zu retten. Sarah zieht in einen persönlichen Krieg gegen den Krebs in ihrem Körper. Drei starke Frauen. Drei Kämpfe, die ihren Mut und ihre Stärke herausfordern werden. Laetitia Colomanis Roman erscheint zunächst wie die Darstellung der verschiedenen Lebenswege dreier Frauen. Jedoch ist er viel mehr als das: Er stellt die Stellung der Frau in unteschiedlichen Gesellschaften dar und zeigt: Egal ob Indien oder der scheinbar so zivilisierte, hochentwickelte Westen mit Italien und Kanada - Frauen müssen immer (noch) für ihre Belange einstehen und kämpfen. Schwäche kann man sich kaum erlauben, will man etwas erreichen. Schonungslos zeigt Colombani auf, dass Frauen in Indien nach der Heirat Eigentum des Mannes sind und in den niederen Kasten nichts wert. Witwen ist es untersagt erneut zu heiraten. Sie werden von der Gesellschaft verstoßen und enden oftmals als Bettlerinnen. Im konservativen Sizilien muss eine Frau einen starken Willen haben um unabhängig von Familie und Tradition ihre Freiheit leben zu können. Auch in der freien Wirtschaft, hier das Beispiel einer Wirtschaftskanzlei, muss frau immer voll da sein und darf sich nicht einen Augenblick der Schwäche erlauben. "Der Zopf" schildert diese Themen eindrücklich und fesselnd. Ohne, dass es aufgesetzt oder aufgedrängt wirkt, wird der Leser damit konfrontiert. Unweigerlich beginnt man über die Lebenssituationen der drei Frauen nachzudenken. Wie würde man selbst handeln? Hätte man die gleiche Stärke? Die gleiche Entschlossenheit weiter zu machen? Man kann nicht anders als die drei Frauen zu bewundern und den Roman zu verschlingen! Fazit: Ein bewegendes, fesselndes Buch, das zum Nachdenken anregt.
Ein Glücksgriff!
von N.S. - 25.05.2018
Bisher hatte ich noch keinen Favoriten in diesem Lesejahr 2018, aber dieser Roman hat mich tief beeindruckt. Es war eines der Bücher, das mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen hat! In "der Zopf" von Laetitia Colombani geht es um drei bittere Frauenschicksale die einen erschüttern. Aber auch zugleich Hoffnung geben, dass jeder ein Recht hat Teil der Gesellschaft zu sein und wenn man die Kraft aufbringt, sich ein hoher Einsatz lohnen kann für die eigene Würde. Konkret geht es um eine Dahlit, eine Unberührbare, in Indien, die ihrer Tochter ein besseres Leben ermöglichen will, eine Italienerin, die sich familiären Zwängen unterordnen soll und eine alleinerziehende kanadische Staranwältin, die einen herben Lebensdämpfer erfährt. Alle drei Stränge werden parallel erzählt und münden nur ganz zum Schluss in einer lockeren Verbindung. Es wirkt so aufgezählt etwas abgedroschen, aber durch die poetische, fast märchenhaft erzählte Sprache, ist der Text sehr gelungen. Der Roman hat keine Längen, auch sehr kurzweilig durch den häufigen Wechsel der Person an so unterschiedlichen Orten. Man erfährt sofort die innersten Tiefen der Protagonistinnen ohne Schnörkel. Auch das schätze, kein Lamentieren und keine Schicksalstränen. Poetisch und zugleich fast sachlich. Diese französische Autorin behalte ich definitiv im Auge. Allen Liebhabern des Französischen, ihr solltet es sicherlich im Original lesen! Fazit: Wer gerne seinen Blickwinkel verändert und seine Probleme relativieren will, sollte dieses Buch lesen. Genauso aber alle die gerne gute Literatur zur Hand nehmen!
Drei Leben
von Nicole Komorek - 25.03.2018
Wie einen Zopf werden die drei Strähnen der Geschichte zusammen geflochten werden drei Frau auf drei Kontinenten miteinander verbunden. Da ist Smita eine junge Inderin die als Unberührbare geboren wurde und sich für ihre Tochter nichts sehnlicher wünscht als diesem Schicksal zu entfliehen. Also begeben Sie sich auf eine gefährliche Reise. Dann ist da Sarah eine Anwältin aus Montreal die verbissen für ihre Karriere schuftet. Auch wenn sie dafür fast keine Zeit für Ihre Kinder hat und zwei Ehen daran zerbrochen sind. Doch dann zeigt ihr ihr Körper wo ihre Grenzen sind. Und muss lernen was wirklich wichtig im Leben ist. Und dann ist da noch Giulia, die im Familienbetrieb arbeitet, dessen Handwerk sie so liebt. Und die, von der braven italienischen Tochter die gehorcht, zu einer selbstbewussten Frau wird, indem sie für Ihre Firma und ihre Liebe kämpft. Auch wenn die Frauen nichts mit einander gemein zu sein haben. Verbinden Sie doch ein Zopf und die Stärke für Ihre Ziele zu kämpfen. Man soll ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen, aber ich muss schon sagen, dass dieses Cover wirklich richtig schön ist und dieser Geschichte gerecht wird. Die Autorin vermag es, ganz behutsam diese Welten zu verflechten, man bangt mit den Frauen möchte sie schütteln und beschützen. Einfach ein gelungenes Buch.
Zopf, der = drei ineinandergeschlungene Haarstränge
von Kaffeeelse - 26.04.2018
Ein bewegender und gefühlvoller Roman über drei Frauen auf drei verschiedenen Kontinenten. Dieser Roman zeichnet sich nicht durch eine künstlerische Sprache aus, ist in einer eher einfachen Art verfasst, aber er besticht durch einen extremen Sog. Ich konnte dieses Buch ganz schlecht wieder weglegen. Es hat mich richtig gepackt. Ich habe es gestern angefangen und fast in einem Ruck durchgelesen. Es ist auch von der Handlung nicht besonders neuartig, man kann sich eigentlich schon denken was passiert. Aber Frau Colombani hat etwas in ihrem Schreibstil, was eventuell den Hype um dieses Buch erklärt. Zur Handlung: Drei Frauenschicksale an drei verschiedenen Orten, die sich über ein Thema wieder treffen. Da haben wir zum ersten Smita, lebt in einem kleinen Dorf in Indien, ist eine Dalit, eine Unberührbare, keiner Kaste zugehörig und damit eine Entrechtete. Unberührbare sind in Indien für die Arbeiten zuständig, die einen anrüchigen Charakter haben, gelten als Vogelfreie und besonders in den ländlichen Gebieten erinnert ihr Status an den von Sklaven. Auch wenn es in Indien Bestrebungen gibt, das zu ändern, aber die Mühlen mahlen langsam und da es viele Nutznießer gibt ... . Jedenfalls möchte sich Smita wegen ihrer Tochter Lalita nicht diesem System ergeben, ihrer Tochter soll es mal besser gehen und deshalb begibt sie sich auf ihren Weg. Der zweite Erzählstrang des Buches begibt sich nach Italien, nach Palermo zu Giulia, einer jungen Frau, die in der Perückenmanufaktur ihres Vaters arbeitet, durch einen Unglücksfall in die Lage kommt, entscheiden zu müssen, wie es mit der Perückenmanufaktur und ihrer Familie weitergeht. Und zu guter Letzt ist da Sarah in Montreal in Kanada, eine extrem erfolgreiche Anwältin, die für ihren Erfolg ihr Leben einengt und erkennen muss, das Erfolg nicht alles ist und durch einen Unglücksfall ihr Leben neu ordnen muss. Die Erzählstränge treffen sich wieder am Ende, dies geschieht nicht überraschend, trotzdem hat die Geschichte durch den erzeugten Sog für mich etwas. Lest dieses Buch und entscheidet selbst.
Ein Buch, das nicht loslässt!
von G. Schad Hugendubel Landshut - 20.03.2018
Abwechselnd erzählen die Frauen ihre Geschichte und die Autorin versteht es, die Sprache den Charakteren der Frauen entsprechend zu gestalten. Die Schicksale ziehen sofort in den Bann und man taucht tief ein, in die unterschiedlichsten Lebenswelten und Umstände. Alle Frauen kämpfen mit ihren Mitteln, nichts wird beschönigt oder rührselig verzuckert und alle finden ihren Weg. Das ist die positive Botschaft dieses Buches, das mich nachdenklich zurück gelassen hat.
Der Zopf
von Anonym - 11.04.2018
So, wie ein Zopf aus drei Strängen geflochten wird, wird in diesem Buchvon drei Frauen berichtet, deren Leben nur sichtbar für den Leser miteinander verbunden ist. Eigentlich handelt es sich hier um drei eigenständige Geschichten in Indien, in Kanada und in Italien. Drei Frauen, deren Leben unterschiedlicher nicht sein könnte, die aber eins eint, nämlich der Drang nach einem selbstbestimmten Leben, die Suche nach ihrem eigenen Weg voller Mut aber auch voller Selbstzweifel. Das Buch ist in einem nüchternen, schnörkellosen Stil geschrieben, oft dachte ich eher an einen Tatsachenbericht als an einen Roman. Mir fehlten Eigenheiten und besondere Merkmale der Sprache dieser Schriftstellerin. Als dann im letzten Teil Begriffe definiert wurden, war der Roman für mich zum Sachbuch mutiert.
Berührende Schicksale
von Readaholic - 01.04.2018
Das Buch führt uns in drei verschiedene Länder und erzählt die Schicksale dreier Frauen: Giulia aus Sizilien, Smita aus Indien und Sarah, die in Montreal, Kanada, lebt. Alle stehen an einem Scheidepunkt in ihrem Leben. Die Herausforderungen, die sich ihnen stellen, sind völlig unterschiedlich, doch alle drei beschließen, sich nicht einfach in ihr Schicksal zu fügen, sondern zu kämpfen. Zunächst dachte ich, das Buch ist zu kitschig für meinen Geschmack, denn ich habe schon nach der Leseprobe geahnt, wie sich die Geschichten miteinander verknüpfen. Aber ich habe mich getäuscht: "Der Zopf" ist ein wunderschöner und berührender Roman, den man nicht aus der Hand legen kann. Was mir besonders naheging, ist die Schilderung der Dalits, der "Unberührbaren" Indiens. Es ist kaum vorstellbar, unter welchen Bedingungen diese Menschen selbst heute noch leben. Auch die Vergewaltigungen und die allgemeine Frauenfeindlichkeit, die in Indien herrscht und von denen die Medien immer wieder berichten, sind ein Thema, das zur Sprache kommt. Doch die Dalit Smita will sich nicht mit ihrer Rolle abfinden, und vor allem soll ihre Tochter einmal ein besseres Leben führen als sie. Dafür nimmt sie ihren ganzen Mut zusammen und ihr Schicksal in die Hand. Sarah, Anwältin und Karrierefrau, mangelt es nicht an Geld und Prestige, doch sie wird krank, und ihr Leben verändert sich von heute auf morgen grundlegend. Giulia wiederum muss als 20jährige den traditionsreichen Familienbetrieb übernehmen. Auch sie steht vor einer große Entscheidung und muss sich gegen erhebliche Widerstände behaupten. Alle drei Frauen haben eines gemeinsam: Sie sind Einzelkämpferinnen und geben nicht auf. "Der Zopf" ist ein beachtlicher Debütroman, den ich an einem Abend gelesen habe und wirklich empfehlen kann.
Gelungenes Debüt
von Langeweile - 18.03.2018
In dem Roman geht es um drei Frauen,aus drei verschiedenen Ländern. Da ist Smita, die in Indien lebt und zur Kaste der Unberührbaren gehört.sie hat keinerlei Rechte und lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter unter menschenunwürdigen Verhältnissen. Da ihr Mann sich mit dem Leben, welches sie führen, abgefunden hat, verlässt sie ihn zusammen mit ihrer Tochter. Um dieser ein besseres Leben zu ermöglichen, opfert sie ihre Haare dem Gott Vishnu und erhofft sich dadurch seine Hilfe. In Sizilien lebt Giulia ,welche ,gemeinsam mit ihrer Familie, in der Perückenmanufaktur ihres Vaters arbeitet. Als dieser nach einem Unfall ins Koma fällt, ist sie allein für die Firma verantwortlich. Bei Durchsicht der Geschäftsbücher stellt sie fest, dass die Firma vor dem Konkurs steht. Gegen den Widerstand Ihrer Familie beschließt sie neue Wege zu gehen und Haare aus Indien zu importieren. Dabei wird sie von ihrem Freund Kamal unterstützt. Die erfolgreiche Anwältin Sarah, Mutter von drei Kindern , lebt in Montreal. Nach einer Krebsdiagnose wird sie mit ziemlich unfairen Mitteln aus Ihrem Beruf gedrängt und fällt in ein tiefes Loch. Eine Perücke aus der Werkstatt von Giulia gibt ihr neue Hoffnung. In der kurzen Geschichte begleitet man das Leben der drei unterschiedlichen Frauen, in kurzen wechselnden Kapiteln. Auf sehr eindrucksvolle und emotionale Weise, lässt einen die Autorin am Alltag der Protagonistinnen teilhaben. Jede der Frauen wurde ausführlich beschrieben, ihre Wünsche und Hoffnungen kamen gut zum Ausdruck. Am meisten berührt hat mich das Schicksal von Smita, vielleicht weil es für unsere Verhältnisse, nur schwer zu begreifen ist. Der Buchtitel erklärt sich am Schluss, weil es ein "Zopf" ist, der das Leben dieser unterschiedlichen Frauen verbindet. Ich habe das Buch in relativ kurzer Zeit gelesen, es wird noch einige Zeit in mir nachwirken. Ich spreche eine Leseempfehlung aus und vergebe fünf Sterne.
Ganz stark
von raschke64 - 11.05.2018
Das Buch handelt von 3 Frauen. Eine ist eine Unberührbare in Indien, die sich entschließt, für ihre Tochter aus dem alten Leben auszubrechen. Eine gefährliche Reise durch das Land beginnt und am Ende opfert sie ihre Haare. Eine ist eine junge Frau auf Sizilien, deren gutes Leben zu Ende ist, als der Vater ins Koma fällt und sie feststellen muss, dass die Familienfirma, die seit Generationen Perücken herstellt, pleite ist. Und eine ist eine Staranwältin in Kanada, die es weit gebracht hat und plötzlich erkennen muss, dass sie mit Brustkrebs zu einer "Aussätzigen" wird. Alle drei Frauen verbinden die Haare. Aber eigentlich sind sie nur das symbolische Bindeglied, denn alle drei Frauen sind sehr stark und kämpfen gegen verschiedene Widerstände für sich, ihr Glück, ihre Familien und ihre Überzeugungen. Das Buch ist ganz stark. Es ist eines der wenigen in letzter Zeit, das ich an einem Stück lesen musste. Ich konnte nicht aufhören. Zum einen birgt es eine Spannung, ob die Frauen ihren Kampf gewinnen. Zum anderen enthält es viele Lebensweisheiten, die nicht mit einem erhobenen Zeigefinger kommen. Keine der Frauen wird für ihr so unterschiedliches Leben und Entscheidungen verurteilt. Und am Ende gibt es kein billiges Happy End. Im Gegenteil. Ich hätte gern gelesen, wie es mit den Frauen weitergeht. Ich kann nur die absolute Höchstpunktzahl für dieses Buch vergeben.
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