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Ein Kind entsteht als Buch
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Ein Kind entsteht

Bilddokumentation über die Entwicklung des Kindes im Mutterleib. Originaltitel: A Child is Born. 440…
Buch (gebunden)
Seit es ihm 1965 zum ersten Mal gelang, einen Fötus im Mutterleib zu fotografieren, hat Lennart Nilsson sich mit Leib und Seele der Entstehung menschlichen Lebens verschrieben. Jetzt erscheint sein neuestes Buch - und wieder sind ihm sensationelle, e … weiterlesen
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Ein Kind entsteht als Buch

Produktdetails

Titel: Ein Kind entsteht
Autor/en: Lennart Nilsson, Lars Hamberger

ISBN: 3442390508
EAN: 9783442390502
Bilddokumentation über die Entwicklung des Kindes im Mutterleib.
Originaltitel: A Child is Born.
440 Farbfotos, zahlreiche farbige Zeichnungen.
Übersetzt von Lothar Schneider
Goldmann Verlag

18. September 2003 - gebunden - 240 Seiten

Beschreibung

Seit es ihm 1965 zum ersten Mal gelang, einen Fötus im Mutterleib zu fotografieren, hat Lennart Nilsson sich mit Leib und Seele der Entstehung menschlichen Lebens verschrieben. Jetzt erscheint sein neuestes Buch - und wieder sind ihm sensationelle, einzigartige Fotos gelungen, die in faszinierender Weise die Entwicklung eines Babys dokumentieren: von seinen ersten Anfängen bis zur Geburt. Aktuellste wissenschaftliche Erkenntnisse zu den einzelnen Phasen und minutiöse Abbildungen machen "Ein Kind entsteht" nicht nur zu einem aufregenden Bilderbuch, sondern auch zu einem anschaulichen und informativen Ratgeber für alle werdenden Eltern. Die in Technik und Ästhetik unvergleichliche Bilddokumentation des preisgekrönten Fotografen gewährt Einblicke in Prozesse, die die Wissenschaft erst in den letzten Jahren entschlüsseln konnte. Lennart Nilsson hat sie mit seiner Kamera eingefangen.




Portrait

Lennart Nilsson zählt zu den bekanntesten und angesehensten Wissenschafts-Fotografen. Seine Arbeit gilt als bahnbrechend in der medizinischen Fotografie. Er wurde weltweit mit Preisen und Auszeichnungen geehrt. Sein Labor und seine eigens entwickelten Instrumente befinden sich im Karolinska Institut in Stockholm, der medizinischen Abteilung, die unter anderem den Nobelpreis für Medizin vergibt. Die Aufnahmen entstehen in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern verschiedener Kliniken und Forschungsinstituten in Schweden und anderen Ländern.

Lennart Nilsson geht mit seiner Technik des Fotografierens an die Grenzen des Möglichen. Er ist Perfektionist und besitzt eine unendliche Geduld, ohne die viele Aufnahmen in diesem Buch niemals hätten entstehen können. Für die Neuausgabe von 'Ein Kind entsteht' waren über fünf Jahre gewissenhafter Arbeit erforderlich.

Lars Hamberger, Professor für Gynäkologie an der Universität Göteborg, ist Spezialist für medizinische Abläufe und der Verfasser des Buches. Die Forschergruppe, die Hamberger leitet, war maßgeblich verantwortlich für die Geburt des ersten 'Retortenbabys' Skandinaviens im Jahr 1982. Seitdem gilt dieses Team weltweit als führend auf dem Gebiet der menschlichen Fortpflanzung. Hamberger arbeitet seit über 25 Jahren eng mit Lennart Nilsson zusammen.

Leseprobe

Frau und Mann


Seit Jahrtausenden ist der Zauber der Liebe von unendlicher und unveränderlicher Kraft. In allen Kulturen der Welt wiederholt sich ständig das gleiche Spiel: Zwei Menschen fühlen sich zueinander hingezogen und wünschen nichts sehnlicher, als zusammenzukommen.


Sechs Milliarden Menschen


Wie viele Menschen kann die Erde ernähren? Sechs, zehn, fünfzehn Milliarden? Das weiß niemand so genau. Die Sechsmilliardengrenze haben wir vor kurzem überschritten. Aber die Sache ist etwas komplizierter. In den armen Entwicklungsländern wächst die Bevölkerung schnell, während die Industrieländer im Allgemeinen mit dem umgekehrten Problem kämpfen: mit einem stagnierenden oder sogar negativen Bevölkerungszuwachs. Momentan hat jedes Paar in Europa durchschnittlich 1,54 Kinder. Diese ungleiche Verteilung wird auf lange Sicht zu einer Völkerwanderung auf der Erde führen, was zeigt, dass Einwanderung und Auswanderung nicht nur politisch gesteuert werden.
Immer schon ist das Interesse für die Fortpflanzung des Menschen in allen Kulturen groß gewesen - sowohl Verhütungsmethoden gegen eine Schwangerschaft als auch Fruchtbarkeitsrituale werden detailliert geschildert. Erst in den letzten hundert Jahren fing der Mensch an, eine wissenschaftliche und rationale Haltung zu Fortpflanzung, Schwangerschaft und Entbindung einzunehmen, und seit dreißig Jahren hat ein Fortschritt eingesetzt, der völlig neue Möglichkeiten zur Beobachtung der Schwangerschaft eröffnet und eine sichere, ja manchmal sogar schmerzlose Entbindung garantiert. Paaren, die mit Schwierigkeiten kämpfen, ein Kind zu zeugen, stehen ebenfalls umfangreiche Hilfsangebote zur Verfügung.
Sogar auf diesem Gebiet hat sich die moderne Gesellschaft also vom Ursprünglichen entfernt. Die Fortpflanzung wird allerdings nach wie vor von zum Teil komplizierten politischen und religiösen Vorstellungen und Regeln sowie von kaum nachvollziehbaren Tabus gelenkt. Aber noch keiner Gesellscha
ft ist es gelungen, die Liebe zu ersticken. Und ein wichtiger und wesentlicher Aspekt der Liebe zwischen Frau und Mann ist ihr Wunsch nach gemeinsamen Kindern.


Der entscheidende Augenblick


Plötzlich begegnen sich im Gewimmel zwei Augenpaare, und man meint, die Zeit würde für einen Moment stillstehen. In Liedern wird das erste Mal, als ich dich sah besungen, und auch in der Erinnerung vieler bleibt die erste Begegnung, vielleicht sogar der erste Blick unvergesslich. Der erste Eindruck ist manchmal so stark, dass wir dieses Bild des geliebten Menschen das ganze Leben in uns tragen.
Doch es sind nicht nur Blicke und Sinneseindrücke, die uns beeinflussen. Bei der ersten Kontaktaufnahme sind wir auch besonders hellhörig für den Klang der Stimme, die Körpersprache und den Geruch des anderen. Testosteron und Östrogen, die Geschlechtshormone von Mann und Frau, tragen viel zum Unterschied in ihrem Aussehen bei. Aber diese Hormone steuern ebenfalls das körpereigene Geruchssystem, das über so genannte Pheromone funktioniert, chemische Substanzen, die wir in verschiedenen Codes um uns verbreiten.


Eine körpereigene Locksubstanz


Der Geruch ist nach Auffassung vieler Forscher ein äußerst wichtiger Faktor dafür, dass eine Beziehung entstehen und vertieft werden kann. Seit Tausenden von Jahren haben unterschiedliche Duftstoffe als Locksubstanzen gedient; aber jeder Mensch verströmt außerdem einen ihm ganz eigenen Duft, für den die Pheromone verantwortlich sind. Man weiß, dass Pheromone, die der Körper absondert, unsere Umgebung beeinflussen. Wenn zwei Menschen von ihrem gegenseitigen Körpergeruch angezogen werden, kann eine sehr starke Bindung entstehen. Kann man sich dagegen nicht riechen, dann hat die Beziehung wenig Chancen, auf Dauer zu bestehen.
In den letzten Jahren fanden die Forscher besondere Rezeptor-Gene für Pheromone. Bekannt ist darüber hinaus, dass es einen speziellen kleinen Bereich in der Schleimhaut der
Nase gibt, das vomeronasale Organ, das mithilfe von Rezeptoren fähig ist, Pheromonsignale zu registrieren und diese an das Gehirn weiterzuleiten. Vom Gehirn werden sie dann in einen Eindruck, ein Gefühl umgewandelt. Die Herstellung von Pheromonen hängt mit der Hormonproduktion des Körpers zusammen. Frauen im gebärfähigen Alter weisen anders zusammengesetzte Pheromone auf als Frauen vor der Pubertät und nach der Menopause.
Verglichen mit gewöhnlichen Gerüchen und Düften sind die Pheromone ziemlich hinterhältig, weil sie uns unbewusst beeinflussen. Sie hängen in der Kleidung eines Menschen, haben sich im Bezug seines Autositzes ebenso wie in Stoffüberzügen zu Hause eingenistet und finden sich in seinem Büro. Damit wird erreicht, dass sich der jeweilige Mensch - so wie es viele Tiere tun - durch seinen Geruch ein eigenes Revier absteckt. Bei Schnupfen ist unsere Fähigkeit zur Wahrnehmung der Pheromone blockiert; ein chronischer, durch eine Allergie ausgelöster Schnupfen kann langwierige Störungen zur Folge haben.


Gleich und doch verschieden


Du bist ein Mensch! Woher weiß ich das? Du bist vielleicht groß oder klein, schlank oder dick, dunkelhaarig oder blond, Mann oder Frau, aber wir beide - du und ich - gehören biologisch gesehen der Gattung Mensch an, mit einem gemeinsamen genetischen Code, der uns beispielsweise von den Affen, den Schweinen und den Vögeln unterscheidet. Was unsere nächsten Verwandten, die Affen, angeht, ist der prozentuale Unterschied bezüglich des Codes nur äußerst gering, und auch die Schweine stehen uns genetisch gesehen sehr nahe. Die Unterschiede zwischen uns Menschen sind noch kleiner, betragen lediglich ein Zehntel Prozent, was jedoch ausreicht, um uns zu einzigartigen Individuen zu machen. Nur eineiige Zwillinge, deren Gene identisch sind, verfügen über die exakt gleiche Erbmasse. Eine große genetische Ähnlichkeit besteht zwischen Menschen der gleichen Rasse, und am größten ist die Übereinstimmung zwischen Mit
gliedern derselben Familie. Das betrifft Haare, Augenfarbe, Körpergröße und Gewicht sowie gesundheitliche Verfassung und Lebenserwartung.
Unsere Kenntnis und unser Bewusstsein von der Bedeutung der Genetik für den Menschen als besondere Gattung wie auch für uns als einzigartige Individuen hat in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen. Das so genannte humane Gen-Projekt HUGO, an dem Forscher aus aller Welt zusammenarbeiten, um den genetischen Code zu knacken, ist sehr erfolgreich gewesen. Den Wissenschaftlern ist es außerdem gelungen, den gesamten menschlichen Code, der circa 40000 verschiedene Gene mit speziellen Informationen enthält, zu erfassen. Doch was jedes dieser Gene tut, was sie für uns bedeuten und wie sie in unserem Körper zusammenarbeiten oder einander bekämpfen, darüber wissen wir nach wie vor ziemlich wenig. Weitgehend unbekannt ist überdies, in welchem Maß die Umwelt Einfluss auf die Wirkung des einzelnen Gens nehmen kann.
Die eigentliche Arbeit beginnt jetzt damit, festzustellen, welche Funktion unsere Gene besitzen, wie sie dazu veranlasst werden können, etwas mitzuteilen, und wie sie zusammenwirken. Erst wenn wir das herausgefunden haben, können wir von einem großen praktischen Nutzen sprechen, unseren einzigartigen genetischen Code zu kennen. Erst dann können wir die Möglichkeiten und auch die eventuellen Risiken für unsere Gesundheit sehen und dementsprechend handeln.


Der menschliche Code


Jede Zelle des Körpers besitzt einen Kern. Der Kern enthält die Erbmasse, die Gene, verpackt in 46 Chromosomen und sorgfältig in Gruppen zusammengefasst. Diese Struktur mit 46 Chromosomen und circa 40000 Genen ist allen Menschen gemein. Doch in der Struktur gibt es kleine Variationen - die das Individuum ausmachenden besonderen Kennzeichen -, und diese kleinen Unterschiede bewirken, dass wir uns in Bezug auf Aussehen, Begabung und Verhalten alle ein wenig unterscheiden.
Weil die Erbmasse in sämtlichen Zellen bei ein und de
mselben Individuum genau gleich aussieht, muss man nur eine Zelle molekularbiologisch untersuchen, um festzustellen, wie die Erbmasse des jeweiligen Menschen aussieht. Diese Untersuchung wird unter anderem im Gesundheitswesen angewandt, um bestimmte Krankheiten aufzuspüren, aber auch in der Kriminalistik, um Verbrecher zu überführen oder Unschuldige freizusprechen.
Die Erbmasse besteht aus DNA-Molekülen in Form einer langen spiralförmigen Strickleiter aus chemischen Bausteinen, die mit den Buchstaben A, C, G und T bezeichnet werden. Indem die Buchstaben auf unterschiedliche Weise miteinander kombiniert werden, erhält man eine sehr große Zahl verschiedener Botschaften. Würde man die ganze DNA-Kette eines Menschen aufrollen, wäre sie 1,8 Meter lang - eine fantastische Zahl, wenn man bedenkt, dass verschlüsselte Informationen (drei Milliarden Codezeichen) in dieser Länge verknäult in jedem Zellkern unseres Körpers liegen.
Die Zellen vermehren sich durch Zellteilung, und so werden gewissermaßen zwei neue Zellen mit exakt derselben Erbmasse gebildet. In jeder Sekunde und das ganze Leben hindurch entstehen Tausende von neuen Zellen, die den alten genau gleichen. Beginnen die Zellen in einem Organ des Körpers zu altern, sterben sie nach einem bestimmten Muster (programmierter Zelltod, Apoptosis) und werden durch neue ersetzt. Auf diese Weise bleibt unser Körper über einen langen Zeitraum jung und lebenstüchtig. Die Zahl der Zelltypen im Körper wurde mit 240 errechnet, wobei einige eine längere Lebensdauer haben als andere.
Zurzeit ist die Forschung intensiv mit den genetischen Codes beschäftigt, die das Altern des Körpers steuern. Einige Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass in Kürze Substanzen verfügbar sein werden, die nicht nur unser Leben verlängern, sondern es auch ermöglichen, dass Frauen in immer höherem Alter Kinder gebären können.
X- und Y-Chromosom


Die Geschlechtszellen unterscheiden sich von den übrigen Zellen des Körpers dad
urch, dass sie im Augenblick der Befruchtung nur je 23 Chromosomen enthalten. Bei der Verschmelzung von Eizelle und Samenzelle verbinden sich die gleiche Anzahl von weiblichen und männlichen Chromosomen und bilden zusammen wiederum 46 Chromosomen, das heißt 23 Chromosomenpaare. Die 22 ersten Chromosomenpaare sind bei beiden Geschlechtern gleich und nach der Größe nummeriert: Chromosom 1 ist das größte, Nummer 22 ist das kleinste. Das 23. Chromosomenpaar ist anders. Dieses Paar besteht entweder aus zwei X-Chromosomen - es wird ein Mädchen - oder aus einem X- und einem Y-Chromosom - es wird ein Junge.
Noch nicht befruchtete Eizellen enthalten wie die übrigen Körperzellen 46 Chromosomen, und das 23. Chromosomenpaar setzt sich immer aus zwei X-Chromosomen zusammen. Aber wenn sich die Eizelle einige Stunden vor dem Eisprung zur Befruchtung vorbereitet, halbiert sich der Chromosomensatz.
Auch unreife Spermien bestehen aus 23 Chromosomenpaaren, doch halbiert sich die Chromosomenzahl, sobald die Samenzelle reift. Dabei geschieht etwas Spezielles, weil das 23. Chromosomenpaar beim Mann aus einem X- und einem Y-Chromosom zusammengesetzt ist. Das unreife Spermium teilt sich in zwei Teile, wobei der eine Teil ein X-Chromosom und der andere ein Y-Chromosom enthält. Die Hälfte der reifen Samenzellen besitzen also die Anlage für einen Jungen, die andere Hälfte die Anlage für ein Mädchen, weshalb die Samenzelle und nicht die Eizelle für das Geschlecht des neuen Menschen ausschlaggebend ist.


Der werdende Vater


Das männliche Individuum ist sowohl bei den Tieren wie beim Menschen im Allgemeinen das physisch stärkere, und historisch gesehen hatte der Mann in einer Gruppe, einer Familie oder einer Sippe gewöhnlich die Rolle des Oberhaupts inne. In der modernen westlichen Gesellschaft, in der physische Stärke hinter intellektuellen Fähigkeiten, Sozialkompetenz und Wissen zurücktritt, ist die Dominanz des Mannes geschwunden. Bei der Fortpflanzung ist di
e Rolle des Mannes verglichen mit derjenigen der Frau zwar nötig, aber doch unbedeutend und nur von kurzer Dauer.
Die Samenzellen des Mannes, die Spermien, sind wesentlich kleiner als die Eizellen der Frau und bestehen aus einem Kopf, in dem sich die Erbmasse befindet, einem Mittelstück und einem langen, dünnen Schwanz. Die Samenzelle besitzt die Aufgabe, die genetische Information an die Eizelle weiterzugeben, was gleichzeitig darüber entscheidet, welches Geschlecht der künftige Mensch haben wird.
Die Vorstadien der Spermien, die Spermatogonien, finden sich bereits in den Hoden des neugeborenen Jungen. Hormone aus der Hypophyse, einer kleinen Drüse in der Schädelbasis, steuern die geschlechtliche Entwicklung des Jungen und bewirken, dass die Produktion lebenstüchtiger Spermien in Gang kommt. Aber warum wird der Junge erst geschlechtsreif, das heißt, beginnt mit der Produktion von reifen Samenzellen, wenn er zwölf bis dreizehn Jahre alt ist? Auf diese Frage gibt es noch keine eindeutige Antwort. Man weiß allerdings, dass unter anderem die Thymusdrüse (Brustdrüse) dafür sorgt, die Geschlechtsreife so lange zu verzögern. Der Eintritt der Geschlechtsreife erfordert das komplizierte Zusammenwirken einer Reihe verschiedener Faktoren, wozu eine ausreichende Ernährung sowie einige Wachstums- und Nebennierenhormone zählen. Auch genetische Faktoren spielen bei diesem Prozess eine bedeutende Rolle. Das luteinisierende Hormon (LH) unterstützt die Bildung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron, und das follikelstimulierende Hormon (FSH) beeinflusst sowohl die Spermienproduktion wie die Spermienreifung, sodass sie für die Befruchtung tauglich werden. Diese Hormone stammen aus der Hypophyse. Das Wachstum des Körpers und der Muskelaufbau werden ebenso wie die Entwicklung der äußeren Geschlechtsorgane, der Stimmbruch, der Bartwuchs und die männliche Körperbehaarung von Hormonen gesteuert, speziell von dem in den Hoden gebildeten Testosteron.
Das Zusammenspiel der
Hormone ist fein aufeinander abgestimmt, und jede Störung kann zu lebenslangen Schäden führen. So beeinträchtigt zum Beispiel die Einnahme von testosteronähnlichen Präparaten wie Anabolika bei jungen Sportlern die Zeugungsfähigkeit.


1000 Spermien pro Sekunde


Während der Körper der Frau gewöhnlich nur eine befruchtungsfähige Eizelle im Monat produziert, bildet der Mann im selben Zeitraum Milliarden von neuen Spermien. Bei jeder Samenentleerung werden 2 bis 5 Milliliter Samenflüssigkeit ausgestoßen, die bis zu 500 Millionen Spermien enthalten. Bei manchen Männern funktioniert diese Produktion bis ins hohe Alter, lediglich die Produktionsgeschwindigkeit und die Qualität der Spermien nehmen mit den Jahren ab. Der Herstellungsprozess scheint allerdings bedeutend nachlässiger vor sich zu gehen, als das bei der weiblichen Eizelle der Fall ist. Zahlreiche Spermien verfügen entweder nicht über die nötige Schwimmfähigkeit, halten nicht bis zum Ziel durch oder, was problematischer ist, besitzen nicht die richtige genetische Information. Bis zu 85 Prozent der Samenfäden können auf die eine oder andere Weise defekt sein, ohne dass dies für die Fruchtbarkeit des Mannes etwas bedeuten muss. Es sind immer noch genügend befruchtungsfähige Spermien vorhanden. Aus genetischer Sicht sind die Abweichungen bei den Spermien viel häufiger als bei der Eizelle. Demnach ist es die Eizelle, die den einmaligen menschlichen Code erhält, während die Spermien ständig neue Möglichkeiten mit kleinen Variationen ausprobieren. Für die Evolution sind also die Spermien wesentlich wichtiger.
Die Reifungszeit einer Samenzelle ist lang: Sie beträgt gut 70 Tage. Gebildet werden die Spermien in den Hoden, die aus einem dichten Knäuel von Samenkanälchen bestehen. Die ungefähre Länge der Kanälchen beträgt insgesamt einige Hundert Meter; an ihren Wänden beginnen, beeinflusst von Hormonen, die Spermien zu reifen. Die neueste Forschung hat festgestellt, dass die Fähigkeit der Männ
er zur Samenproduktion auf beunruhigende Weise abnimmt. Bei der Suche nach den Ursachen werden die Luftverschmutzung sowie Umweltgifte und Stress diskutiert. Ein anderer Faktor, der sich negativ auswirken könnte, ist die Aufzucht von Tieren mit Antibiotika und Hormonen, deren Rückstände sich nach der Schlachtung im Fleisch befinden. Besonders Frauen, die während der Schwangerschaft große Mengen von derartigem Fleisch zu sich nehmen, beeinflussen dadurch die Geschlechtsentwicklung eines männlichen Embryos.


Der Weg der Samenfäden zur Reife


Die Produktion fängt am Rand der Samenkanälchen an, wo sich die unreifen Spermien befinden. Mit der Reifung verschieben sie sich zur Mitte des Kanälchens, wo ein Hohlraum für den Abtransport ist. Nun wächst der Schwanz heraus, und mit dem Schwanz voraus und dem Kopf hinterher werden die Samenfäden in das Kanälchen geschleust. Sie sind noch unbeweglich und schwimmen lediglich in dem Sekret mit, das in den Gängen fließt. Die Gänge verbinden sich zu breiteren Kanälen, und nach und nach erreichen die Samenfäden den großen Spermienbehälter, die Nebenhoden, um dort zur endgültigen Reifung zu gelangen. Auch der Schwanz erhält hier seine Beweglichkeit.




Pressestimmen

"Es gibt Fotos, nach denen haben wir die Welt anders gesehen. Dazu gehören die Fotos von unserem Blauen Planeten Erde aufgenommen von einem Apollo-Raumschiff. In diese Kategorie gehören auch die Fotos, die Lennart Nilsson von Embryonen angefertigt hat."
Hessischer Rundfunk
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