Warenkorb
€ 0,00 0 Buch dabei,
portofrei

Die Tote im Wannsee

Kriminalroman. 3. Auflage.
Buch (kartoniert)
Kundenbewertung: review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.1
1968 - Polizist Wolf Heller ermittelt in politisch aufgeheizten Zeiten
Dieses Buch ist auch verfügbar als:
Buch

16,00 *

inkl. MwSt.
Portofrei
Sofort lieferbar
Die Tote im Wannsee als Buch

Produktdetails

Titel: Die Tote im Wannsee
Autor/en: Lutz Wilhelm Kellerhoff

ISBN: 355005064X
EAN: 9783550050640
Kriminalroman.
3. Auflage.
Ullstein Verlag GmbH

10. August 2018 - kartoniert - 384 Seiten

Beschreibung

1968 - Wolf Heller ermittelt

Eine junge Frau wird tot am Ufer des Wannsees gefunden. Nur ihre roten Schlangenlederschuhe geben einen brauchbaren Hinweis auf ihre Identität. Als Kommissar Heller ein Bild der Schuhe in einer Berliner Zeitung veröffentlichen lässt, meldet sich eine Kollegin der Toten: Heidi Gent arbeitete in Horst Mahlers Anwaltskanzlei. Heller soll den Fall schnell abschließen, alles Politische ist zu meiden. Auf der Polizei liegt noch der Schatten der Ermordung von Benno Ohnesorg, der Druck aus dem Schöneberger Rathaus ist enorm. Doch als Heller zufällig mitbekommt, dass sein Chef lautstark mit einem Unbekannten über die Tote streitet, lässt er nicht mehr locker.

Rudi Dutschke, Uschi Obermaier, Willy Brandt, Axel Springer - die Sechzigerjahre sind ihre Bühne, West-Berlin ist ihre Bühne. Es stand viel auf dem Spiel in der irrlichternden Stadt. Und Wolf Heller muss sich als junger Kommissar in diesen Zeiten beweisen.

Portrait

Martin Lutz (1969) und Sven Felix Kellerhoff (1971) sind von Beruf Journalisten. Uwe Wilhelm (1957) ist Drehbuchautor und Schriftsteller.
Kriminalität, Geschichte und Geschichten sind schon seit Jahren ihre Passion. Alle drei leben in Berlin.

Pressestimmen

"Lutz Wilhelm Kellerhof haben sie krimigerecht gebändigt und um die Tote eine spannend-plausible Spionageschichte geschrieben, detailverliebt recherchiert und mit Gefühl für den Beat der Zeit aufgeschrieben. Als wären sie dabei gewesen.", Der Tagesspiegel, Werner van Bebber, 13.12.2018
Bewertungen unserer Kunden
Kriminalfall in politisch aufgewühlter Atmosphäre
von Gisel - 09.11.2018
Es ist 1968, Kommissar Wolf Heller ermittelt über den Mord an einer Frau, die im Wannsee versenkt wurde. In einem politisch aufgeheizten Berlin ist es gar nicht so einfach, auf dem richtigen Weg zu bleiben, umso mehr, als Heller ziemlich bald aufgefordert wird, den Fall abzuschließen. Doch er bleibt trotzdem am Ball, denn er spürt, es gibt einige Ungereimtheiten. Es ist eine ganz besondere Atmosphäre, in die das Autorenteam Martin Lutz, Sven Felix Kellerhoff und Uwe Wilhelm ihre Geschichte über den standhaften Kommissar Heller versetzen. Studentenrevolten, das geteilte Berlin, Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg - das alles brodelt mal mehr, mal weniger an der Oberfläche der Dinge. Eine solch aufgewühlte Zeit verlangt auch eine große Anzahl an handelnden Personen. Das war eine der Hürden, über die ich in diesem Buch gestolpert bin, denn es fällt nicht ganz leicht, sich hier zurechtzufinden. Schwer getan habe ich mich auch mit den Hintergründen der Geschichte, die ich nicht besonders gut kenne. Dabei wird der Kriminalfall oft zweitrangig während der Erzählung, was den Lesefluss manchmal behindert. Wer dennoch dran bleibt, wird ein gutes Abbild der damaligen Zeit erfahren, auch einen gut konstruierten Plot. Denn die Recherchen zu diesem Buch sind sorgfältig erfolgt. Doch mir scheint, als wollten die Autoren zu viel gleichzeitig in die Geschichte einbauen, so dass manches doch recht unübersichtlich bleibt. Wirklich überzeugt hat mich das Buch deshalb nicht, so dass ich drei von fünf Punkten vergebe.
Berlin in politisch schwierigen Zeiten
von Bücherfreundin - 06.11.2018
Das Autorentrio Lutz, Wilhelm und Kellerhoff thematisiert in ihrem Roman Die Tote im Wannsee Berlin in Zeiten der Studentenbewegung von 1968. Kommissar Wolf Heller soll den Mord an einer jungen Frau aufklären, die im Wannsee tot aufgefunden wird. Doch schnell scheint der Täter gefunden sein und Hellers Chef versucht den jungen Kommissar von weiteren Ermittlungen abzuhalten. Welche (politischen) Beweggründe hat sein Chef, die Ermittlungen so schnell wie möglich zu beenden? Die drei Autoren schaffen es neben dem Kriminalfall auch die besondere politische Situation des geteilten Berlins zu Zeiten der Studentenunruhen und dem erst vor kurzem stattgefundenen Mord an Benno Ohnesog sehr realistisch darzustellen. Man bekommt ein recht gutes Gefühl von der damaligen Zeit vermittelt, die sich auch in aufgeheizten Ost-West Problematik widerspiegeln. Allerdings gab es für mich auch so manche Längen in der (Kriminal-)geschichte und es fehlte mir insgesamt ein wenig die Spannung in der Geschichte. So empfand ich insgesamt das Buch nur als Mittelmaß.
Aufgeheizte Stimmung
von Biest - 29.10.2018
1968 - Wolf Heller ermittelt in politisch aufgeheizten Zeiten Inhalt: West-Berlin, 1968. Studenten demonstrieren lautstark in den Straßen, während die Stasi in aller Stille Spione auf die andere Seite der Mauer schickt. Wolf Heller, Kommissar bei der Mordinspektion M I, interessiert sich eigentlich nicht für Politik. Doch dann wird eine junge Frau tot im Wannsee gefunden. Heidi Gent arbeitete in der Kanzlei des linken Anwalts Horst Mahler. Heller soll den Fall schnell abschließen, ohne allzu tief zu graben. Denn auf der Polizei lastet noch immer der Schatten des Mordes an Benno Ohnesorg, der Druck aus dem Schöneberger Rathaus ist enorm, und die sensationshungrige Presse lauert auf Fehler. Für Heller wird der Fall zur Zerreißprobe. Sein Chef und auch sein Vater, ein ehemaliger Polizist, wollen ihn mit aller Macht von weiteren Ermittlungen abbringen. Und dann zerren auch noch seine Vermieterin Paula, die ihn heiraten will, und die lässige Amerikanerin Louise aus der Kommune Wielandstraße an dem Einzelgänger. Heller muss sich entscheiden. Rudi Dutschke, Uschi Obermaier, Willy Brandt, Axel Springer - die Sechzigerjahre sind ihre Bühne. Es steht viel auf dem Spiel. Und Wolf Heller muss sich als junger Kommissar in wilden Zeiten beweisen. Meine Meinung: Der Einstieg ins Buch war etwas schwierig, da man bereits direkt am Anfang mit sehr vielen Personen konfrontiert wird. Das hat sich aber schnell gelegt, denn die Figuren werden im weiteren Verlauf alle häufiger erwähnt. Die Atmosphäre Ende der 60er Jahre wurde super eingefangen. Man fühlt sich sofort in die damalige Zeit zurückversetzt. Das hat mir sehr gut gefallen. Auch tauchen einige bekannte Namen, Orte und Gebäude in der Geschichte auf. Heller ist ein junger und sympathischer Kommissar. Er hatte, bzw. hat es nicht immer einfach, versucht aber das Beste daraus zu machen und geht Dingen, die er nicht versteht auf den Grund. Es gibt natürlich auch weniger sympatische Figuren, wie zum Beispiel Doll. Den hatte ich sofort gefressen und das hat sich aufgrund seiner blöden und unangebrachten Kommentare auch bis zum Ende nicht gelegt. Die handelnden Personen waren gut und detailliert beschrieben, was sowohl das Aussehen als auch den Charakter betrifft. Die Story an sich war spannend, gut recherchiert und toll aufgebaut. Gemeinsam mit Heller ermittelt man bis zum Schluss, wo auch dann die wichtigsten Fragen geklärt werden. Das Ende hat mir gut gefallen und hielt auch noch die ein oder andere Überraschung bereit. Ebenfalls gut gefallen hat mir das Glossar, ganz am Ende. Dort werden die wichtigsten Begriffe anschaulich erklärt. Der Schreibstil war auch super angenehm und ließ sich flott lesen. Das Cover gefällt mir, es passt zur damaligen Zeit und zur Geschichte. Fazit: Ein spannender, gut durchdachter, super recherchierter Krimi, mit einer toll eingefangenen Atmosphäre der 60er Jahre. Eine klare Leseempfehlung.
1968 in Berlin - Krimi, Politik, Zeitgeschehen
von S.I. - 26.10.2018
Der Krimi um die brutale Ermordung einer jungen Frau spielt 1968 in Berlin - der geteilten Stadt, während der studentischen Unruhen, bei denen Benno Ohnesorg gerötet wurde, West und Ost einander bespitzeln und das Nazi-Gedankengut noch immer nicht aus allen Köpfen entfernt ist, sondern sogar im Gegenteil einige dieser Gesinnung wieder an die Macht kamen. Diese gesellschaftlichen Einflüsse werden alle mit in die Erzählung aufgenommen, so dass der eigentliche Krimi manchmal in den Hintergrund tritt - es werden viele Namen genannt wie Schily, aber auch Reinhard Mey oder Heino, die einem etwas sagen. Auch bei den geographischen Informationen über Berlin wird so ins Detail gegangen und immer wieder Straßennamen genannt - wobei ich hiermit nicht so sehr viel anfangen konnte. Wem die Abkürzungen wie SDS und ähnliches nichts sagen (ich selbst als Kind der 1980er habe das nicht miterlebt, aber auch noch nicht in der Schule behandelt), findet am Ende des Buches ein Glossar. Für mich ein gelungenes Buch, dem man nicht anmerkt, dass verschiedene Autoren daran mitgewirkt haben - es liest sich sehr flüssig. Den Zeitsprung ins Jahr 1968 fand ich trotz oder wegen der Detailtiefe etwas schwierig - wahrscheinlich fehlten mir hier Vorkenntnisse, mit denen es besser verständlich wäre; während ich gehofft hatte, einen Teil dieses fehlenden Wissens über dieses Buch zu erschließen. Dennoch sehr zu empfehlen!
Aufgerieben zwischen West und Ost
von yesterday - 20.10.2018
Beklemmend aber auch humorig beschreibt das Autorentrio, das ein gemeinsames Pseudonym hat, das Berlin von 1968. Gefühlt ist das Kriegsende noch nicht lange her, haben die Bewohner mit einer neuen Einschränkung zu kämpfen, die Stadt ist durch Mauerwerk und Drahtzaun geteilt. Dieser Faktor spielt auch im Kriminalfall eine wesentliche Rolle. Die Situation West gegen Ost beeinflusst das Arbeits- und Alltagsleben der Protagonisten. Wolf Heller, ein Kriminalpolizist mit Ehrgefühl und Gerechtigkeitssinn, stößt in diesem System immer wieder auf Widerstand. Er soll den Fall einer ermordeten Frau klären, deren Mann plötzlich verschwunden ist. Eine Familientragödie nimmt ihren Lauf und die Kollegen sehen dabei zu. Diese Ermittlung birgt mehr Brisanz als Heller zunächst vermutet. Besonders an diesem Krimi ist, wie die damaligen Zustände dem Leser Schritt für Schritt offenbart werden. Die fiktiven Personen und die Handlung werden umsichtig und realistisch mit der Zeitgeschichte verwoben. Neben einem spannenden Roman erfährt man Details und Abläufe von damals hautnah, fühlt mit jenen, die vieles entbehren mussten und wundert sich über die Zustände in den Kommunen. Es entsteht ein wilder Strudel der Ereignisse, der Polizei, Opfer, Täter, Studenten und Spione mitreißt und den Leser sehr gut unterhält.
Zu viel gewollt
von Lea - 12.10.2018
"Die Tote im Wannsee" hat mich nicht ganz überzeugt. Mehr als drei Sterne waren für diesen Krimi leider nicht drin, dafür fand ich das Buch etwas zu verwirrend und nicht spannend genug. Wolf Heller ist eigentlich wenig politisch und doch wird der Polizeikommissar mit seinem neuen Fall mittenrein in die Ost-West-Spannung gezogen. Heidi Gent wird tot aufgefunden, der Fall soll schnell abgeschlossen werden. Doch Heller ahnt, dass da noch mehr dahintersteckt und hört nicht auf, weiter zu ermitteln. Dadurch gerät er zwischen die Fronten. Das Buch wird aus vielen verschiedenen Sichten erzählt, was aus meiner Sicht manchmal zu viel ist. Gerade weil es so viele erzählende Personen gibt, war es nach einer Lesepause oft schwer, sich wieder in den Krimi einzufinden. Die Sprache fand ich okay, aber auch nicht außergewöhnlich. Sie hat einfach zum Krimi gepasst. Die Figuren konnten mich nicht ganz überzeugen, sie waren zwar spannende Charaktere, aber ich konnte mich mit niemandem identifizieren. Auch das hat es mir schwer getan, mich richtig in der Geschichte einzufinden. Toll fand ich jedoch, wie die politische Situation im damaligen Berlin erläutert und erklärt wird. Durch die Person von Louise gerät man auch mitten in den Konflikt hinein. Der Spannungsbogen konnte nicht ganz überzeugen. Mal war es sehr spannend, mal weniger. Irgendwann habe ich nur noch gedacht, kommt die Auflösung jetzt noch, oder nicht? Als sie dann kam, war auch eigentlich alles plausibel und hat die Verwirrung aufgeklärt. Die Hinweise davor, die für den Leser schon einmal einen Teil aufgeklärt haben, kamen mir etwas zu spät. Der Roman wollte einfach zu viel und war an der einen oder anderen Stelle einfach zu lang. Deswegen bleibe ich bei drei Sternen.
Zu viel
von raschke64 - 11.10.2018
1968 West-Berlin. Die Leiche einer jungen Frau wird im Wannsee gefunden. Sie wurde ermordet. Kommissar Heller beginnt zu ermitteln. Doch bald kommt er nicht weiter. Die Ermittlungen werden torpediert bzw. schnell lässt sein Vorgesetzter diese beenden. Doch Heller ermittelt weiter... Das Buch ist eine Mischung aus Realität und Fiktion. Es ist gut lesbar. Die Atmosphäre im damaligen West-Berlin ist gut beschrieben. Doch für mich wollten die Autoren zu viel. Da sind alte Nazis, da ist die Stasi, da sind die teils militanten Studenten. Und da ist ein eher privater Kommissar mit eigenen Problemen. Das alles ist so vielschichtig, dass es zum Teil unübersichtlich wird. Hier wäre weniger mehr gewesen.
1968- Wolf Heller ermittelt
von herr_opunkt_bepunkt - 09.10.2018
1968 - Wolf Heller ermittelt Kommissar Wolf Heller interessiert sich eigentlich nicht für Politik, doch plötzlich ist alles politisch. Ohne es zu wollen, gerät er zwischen die Fronten. Die Polizei gilt als reaktionärer Haufen, Studenten demonstrieren lautstark in den Straßen, und seine Freundin Louise zieht in eine Kommune. Da wird eine junge Frau tot am Ufer des Wannsees gefunden. Nur die roten Schlangenlederschuhe geben einen brauchbaren Hinweis auf ihre Identität. Als der Kommissar ein Bild der Schuhe in einer Berliner Zeitung veröffentlichen lässt, meldet sich eine Kollegin der Toten: Heidi Gent arbeitete in Horst Mahlers Anwaltskanzlei. Heller soll den Fall schnell abschließen. Auf der Polizei liegt noch der Schatten der Ermordung von Benno Ohnesorg, der Druck aus dem Schöneberger Rathaus ist enorm. Doch als er zufällig mitbekommt, dass sein Chef lautstark mit einem Unbekannten über die Tote streitet, lässt er nicht mehr locker. Rudi Dutschke, Uschi Obermaier, Willy Brandt, Axel Springer, Benno Ohnesorg - die Sechzigerjahre sind ihre Bühne, Berlin ist ihre Bühne. Es stand viel auf dem Spiel. Und Wolf Heller muss sich als junger Kommissar in diesen Zeiten beweisen. eigene Meinung: Das Trio um Martin Lutz, Uwe Wilhelm und Sven Felix Kellerhoff öffnen ein Tor in die 68 er. Man klappt dfas Buch auf, beginnt mit den ersten Seiten und begibt sich auf eine Zeitreise. Neben einer rasanten und spannenen Krimi-/ Spionagegeschichte wird dem Leser ein Zeitporträt geliefert, welches facettenreich, bildhaft und voller Informationen, die aber nicht überladen sind und ein wunderbarer Exkurs in die politischen Zustände der 68 er sind. Der Mord ist dabei fast zweitrangig. Wolf Heller, ein Kommissar, von de es hoffentlich noch etwas zu lesen gibt ein interessanter Charakter, der genauso, wie die anderen geschilderten Personen nicht stereotypisch, sondern überraschend dem Leser gegenübertreten. Eine absolute Leseempfehlung für Leser des schwarzen Humors, politischer Neugier und Fans gut geschriebener und dabei unterhaltdender Kriminalliteratur. Dieses Buch werde ich immer gerne weiterempfehlen und hat mir die Berliner Studentenrevolte und die Zustände in der DDR/ BRD emotional näher gebracht.
Die Tote vom Wannsee
von Das Echo vom Alpenrand - 03.10.2018
Die Zeichen stehen auf Sturm. In der ganzen Republik, vor allem aber in Berlin, tragen die Aktionen der linksgerichteten Studenten- und Bürgerrechtsbewegung zu erheblicher Unruhe bei. Kommissar Wolf Heller, ein äußerst integrer Ermittler, wird von dem Fall tief in die politischen Unruhen hineingezogen. Als man versucht ihn an der Aufklärung des Mordes, der alles ins Rollen gebracht hat zu hindern beginnt er auf eigene Faust zu recherchieren. Auch wenn er sich damit selbst in höchste Gefahr bringt und dabei sogar sein Leben aufs Spiel setzen muss, denkt er nicht daran aufzugeben, bevor er nicht die ganze Wahrheit ans Licht gebracht und die wirklich Schuldigen überführt hat. FAZIT Ein packendes Stück Zeitgeschichte eingebunden in einen Kriminalfall, der die Umbruchstimmung der 68er in einer atmosphärisch dichten und spannenden Story einfängt.
Die Tote im Wannsee
von Manuela Hahn - 20.09.2018
Inhalt: Als die Leiche einer jungen Frau im Wannsee gefunden wird, soll Kriminalkommissar Heller den Fall schnell abschließen, ein Verdächtiger ist auch rasch gefunden: der Ehemann der Toten. Er gilt als gewalttätig und sein Alibi hält einer Überprüfung nicht stand. Doch Heller lässt sich nicht davon abbringen sorgfältig zu ermitteln und damit seine Karriere aufs Spiel zu setzen, denn die Spuren führen ihn in höchste, politische Kreise. Meine Meinung: Bei meinen Überlegungen zu: Was lese ich als nächstes? Stieß ich eher zufällig auf die Tote im Wannsee. Momentan lese ich ganz gern Krimis und Romane die in der Nachkriegszeit spielen. Besonders neugierig hat mich hier allerdings der Autor gemacht, denn es handelt sich nicht um einen Autor, es sind drei. Ich konnte mir bei besten Willen nicht vorstellen, wie drei unterschiedliche Menschen ein Buch zusammen schreiben können und am Ende kommt eine harmonische Geschichte dabei heraus. Es ist ihnen hervorragend gelungen. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und hatte es in zwei Nächten durchgelesen. Sie haben Fiktion und wahre Begebenheiten zu einer absolut runden Story verbunden. Die Charaktere sind realistisch und ihrer Rolle angemessen dargestellt, natürlich ist Wolf Heller der absolute Sympathieträger, von dem möchte ich gern mehr lesen. Sehr interessant war der Einblick in die Ermittlungsarbeiten der Polizei zur damaligen Zeit, die aus heutiger Sicht beschränkten Mitteln, machten es den Beamten nicht einfach. Ohne konkrete Beweise, Augenzeugen oder ein Geständnis kam so mancher Verdächtiger mit seiner Tat durch, der heute durch DNA-Analysen überführt werden könnte. Dementsprechend rau, teilweise brutal waren auch die Verhörmethoden, ein Pluspunkt für Heller, der keine körperliche Gewalt anwendet. Die Zeit, in der das Buch spielt, ist mir nur aus Erzählungen bekannt und natürlich wusste ich von den teilweise gewalttätigen Demonstrationen der Studenten, die mit allen Mitteln versuchten ihre Ziele durchzusetzen und als friedlicher Protest gegen das Establishment keine Wirkung zeigte, zu Pflastersteinen und Molotowcocktails griffen. Auch diesen Aspekt der damaligen Zeit greift das Autorentrio auf. Die junge amerikanische Studentin Louise erlebt hautnah mit wie aus Make Love Not War, blutige Krawalle werden und das die Gleichberechtigung der Frauen, auch in einer Kommune oftmals an der Küchentür endet.
Spannender Krimi im Berlin des Jahres 1968
von Harry - 17.09.2018
West-Berlin 1968. Im Strandbad Wannsee wird die Leiche von Heidi Gent gefunden, brutal erstochen. Kommissar Wolf Heller hat die Aufgabe, diesen Fall aufklären. Doch soll er ihn tatsächlich aufklären? Mit Fortschreiten der Ermittlungen wird ihm immer wieder durch seine Vorgesetzten nahegelegt, nicht zu viel zu ermitteln und ihm wird sogar der Posten seines Chefs angeboten. Nach und nach wird ihm immer klarer, daß er mit seinen Ermittlungen in ein Wespennest sticht. Der Kriminalfall vor den Studentenunruhen im Jahr 1968 ist spannend geschrieben. Immer durchzogen von den damaligen Krawallen, der Lebensweise der 60er, die im krassen Gegensatz zu den alten Gewohnheiten steht und die Menschen, die immer noch mit der Nazivergangenheit zu kämpfen haben. Die ausufernde Gewalt sowohl auf seiten der Studenten als auch der Polizei zeigt auf, wie machtlos der Staatsapparat damals auf die ungewohnten Situationen reagierte. Der Kriminalfall nimmt sich die Zeit, die er braucht. Die heutigen Ermittlungsmethoden liegen noch in ferner Zukunft, man hat gehört, daß in Amerika probiert wird, anhand von Blutspuren den Täter zu ermitteln, aber das ist noch ferne Zukunftsmusik. Und der Kriminalkommissar Wolf Heller, der das erste Mal mit Drogen in Kontakt kommt. Man hat das damals noch nicht ernst genommen, die Probleme, die damit einhergehen. Mir hat der Krimi gut gefallen. Angesiedelt in einer schwierigen Zeit. Zwar ist die Verknüpfung nicht nur der alten Nazis, sondern auch die Ost-West-Geschichte schon fast zuviel. Nichts desto trotz, hat mich dieser Krimi gut unterhalten.
1968
von Castilleja - 11.09.2018
1968. Heller ermittelt in seiner Funktion als Kommissar der Berliner Mordkommission im Fall einer ermordeten jungen Frau in einer Schrebergartensiedlung in der Nähe des Wannsees. Irgendetwas stinkt hier gewaltig, denn es sieht erst alles nach einem routinemäßigen Fall aus, doch Heller wird ständig behindert in seinen Ermittlungen und dann sogar vom Fall abgezogen. Heller, ein Kommissar der sich selbst nicht als politisch bezeichnet und das in diesem geschichtsträchtigen Jahr 1968. Da kommt er natürlich nicht an der Politik vorbei, denn der Fall ist natürlich politisch motiviert. Historische Fakten werden hier geschickt in die Geschichte eingebunden und stören dabei nicht den Lesefluss, sondern unterstützen ihn noch. Den drei Autoren ist ein spannender zeithistorischer Krimi gelungen, den ich gerne gelesen habe.
Spannender Krimi mit viel Zeitgeschichte
von Xirxe - 09.09.2018
Heller, 32jähriger Kommissar der Berliner Mordkommission, ermittelt im Jahre 1968 in einem Mordfall einer jungen Frau. Eigentlich eher Routine, doch von allen Seiten werden ihm bei den Ermittlungen Steine in den Weg gelegt, bis er sogar von dem Fall abgezogen wird. Doch Heller gibt nicht auf: Irgendetwas ist hier faul, oberfaul. All dies geschieht vor dem Hintergrund der studentischen Unruhen, die die Autoren gekonnt mit dem Kriminalfall verknüpfen. Auch die Schilderung der gesellschaftlichen Verhältnisse ebenso wie die damaligen Arbeitsbedingungen der Berliner Mordkommission wirken glaubwürdig und authentisch, wenn auch kaum vorstellbar. Ermittlungen ohne Handy und DNA-Spuren? Unglaublich ;-) Die Hauptfigur Heller ist erfreulicherweise im Vergleich zu vielen anderen KrimikollegInnen erstaunlich bodenständig und erfreut sich bester Gesundheit - keinerlei Alkohol- oder Drogenprobleme ;-) Doch er ist ausreichend komplex angelegt, um auch über sein Arbeitsgebiet hinauszudenken, was Raum für zusätzliche Spannungselemente offen lässt. Wolf Heller als ermittelnder Kommissar gibt hier ein überzeugendes Debüt mit jeder Menge Potential für weitere Folgen. Ich würde mich freuen!
"The Americans" cross over with "Tatort"!
von N.S. - 07.09.2018
Ich bin begeistert von diesem Krimi "Die Tote im Wannsee" und dass nicht nur, aber natürlich auch, weil er im West-Berlin der 68er Jahre spielt. Müsste ich auseinander dividieren wieviel Raum West-Berlin, die historischen Gegenheiten und der Fall in diesem Buch einnehmen, würde ich vom Gefühl her: jeweils ein Drittel. Und genau das macht es für mich lesenswert. West-Berlin. Der Roman geht auf viele viele Straßen, Firmen, Lokalitäten und Orte ein, herrlich, wenn man das alles kennt aus und sich fast bildlich mitbewegen kann. Historischer Abriss. Sehr gelungen wird hier alltäglich aufgerollt was damals in West-Berlin unf überhaupt in der BRD abging, wie die revolutionären linken Kräfte gewütet haben, wie sie diskutierten und selbst von einer sozialistischen Utopie überzeugt waren. Ich spürte förmlich wie die angewiderte Abwendung von der Nazi-Vergangenheit überdreht in die sozialistisch utopische Welt. Und wie durch diese Radikalität aber uns heute normale Veränderungen ihren Ursprung nahmen, wie Gleichberechtigung oder Nicht-Vervolgung von Homosexuellen oder Abtreibungsmöglichkeiten. Der Fall. Spannend, auch wenn es ein wenig abgesehbar ist warum die Dame im Wannsee landetete ist der Fall gut ge- und beschrieben. Vor allem macht dieser Fall in seiner politischen Komplexität mit dem kantigen und reflektierten Kommissar Heller den page turner aus. Die Sprache ist rau und auch ruppig, aber sehr passend zu der damaligen Zeit. Da der Roman von drei Herren, Lutz/Wilhelm/Kellerhoff, in einer gemeinsamen Schreibübung zu Papier gebracht wurde, war ich erst skeptisch ob es Brüche gibt beim Lesen, aber nach 80 Seiten meinte ich keine mehr zu bemerken. Auch der cineastische Hintergrund zweier der Autoren ist klar erkennbar, aber aus meiner Sicht wunderbar umgesetzt. Was mir fällt, war an der ein oder anderen Stelle ein wenig Berliner Zunge, es gab da schon Charaktere, die ein wenig "ick", "wat" und "dit" vertragen hätten. Fazit: Ein Muss für alle ehemaligen West-Berliner und für Krimi-Fans, die es mögen, wenn das Buch mehr zu bieten hat als einen Fall zu lösen.
Ein spannender Krimi im politisch aufgewühlten Berliner-Westen¿
von Tinkerfee - 05.09.2018
Berlin 1968: Wolf Heller interessiert sich eigentlich nicht für Politik, doch plötzlich ist alles politisch. Ohne es zu wollen, gerät er zwischen die Fronten. Die Polizei gilt als reaktionärer Haufen, Studenten demonstrieren lautstark in den Straßen, und seine Freundin Louise zieht in eine Kommune. Da wird eine junge Frau tot am Ufer des Wannsees gefunden. Nur die roten Schlangenlederschuhe geben einen brauchbaren Hinweis auf ihre Identität. Als der Kommissar ein Bild der Schuhe in einer Berliner Zeitung veröffentlichen lässt, meldet sich eine Kollegin der Toten: Heidi Gent arbeitete in Horst Mahlers Anwaltskanzlei. Heller soll den Fall schnell abschließen. Auf der Polizei liegt noch der Schatten der Ermordung von Benno Ohnesorg, der Druck aus dem Schöneberger Rathaus ist enorm. Doch als er zufällig mitbekommt, dass sein Chef lautstark mit einem Unbekannten über die Tote streitet, lässt er nicht mehr locker. Der Krimi von Lutz, Wilhelm, Kellerhoff spielt vor genau 30 Jahren im politisch aufgewühlten Berliner Westen. Neben einem spannenden Mordfall erfährt man auch viel über die Studentenaufruhen 1986. Die Autoren schaffen es mit ihrem Schreibstil das beklemmende Gefühl von damals authentisch darzustellen, den der Protagonist Wolf Heller gerät ziemlich schnell zwischen Stasi-Agenten, demonstrierenden und gewaltbereiten Studenten, der verpönten Schwulenszene und alten Nazi-Seilschaften. Die Spannung baut sich sehr schnell auf, da der Krimi jedoch immer wieder zwischen den Blickwickeln wechselt ist es kein Buch für zwischendurch, da man sich zum Teil sehr konzentrieren (bzw. im meinem Fall auch mal eine Seite nochmal lesen muss) um die verschiedenen Handlungsperspektiven zu verstehen und dem Geschehen immer folgen zu können. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der einen guten Krimi sucht und ganz nebenbei noch etwas über die deutsche Geschichte erfahren möchte.
Ein Politik-Krimi
von Bambisusuu - 05.09.2018
Der Kriminalroman Die Tote im Wannsee wurde von den drei Autoren Martin Lutz , Sven Felix Kellerhoff und Uwe Wilhelm geschrieben und ist im Ullstein Verlag erschienen. Berlin 1968: Am Wannsee wird eine junge Mutter tot aufgefunden. Der Kommissar Wolf Heller widmet sich zügig dem Fall und versucht mit wenigen Beweisen den Täter zu überführen. Nach einer Zeitungsanzeige meldet sich ihre Kollegin. Doch es steckt mehr dahinter und obwohl Heller nicht viel mit der Politik am Hut hat, befindet er sich mitten im Politikgeschehen. Es sind revolutionäre Zeiten mit Seilschaften und radikalen Demonstrationen. Ein aufregender Einstieg bringt direkt Spannung und fesselt gleich zu Beginn. Der Leser wird mit dem Tod der Frau konfrontiert. Die Ermittlungen des Kommissars Heller verfolge ich als Leser mit. Neben dem Fall ist auch die Politik ein entscheidender Fokus, die für große Aufregung sorgt. Die Ermittlungen sind tiefgründig und schnell kommen viele Täter in Frage. Auch wenn es spannend blieb, habe ich hin und wieder den Überblick verloren. Die Anzahl der Charaktere ist beträchtlich und häufen sich mit der Zeit. Innerhalb der Aufklärung des Falls wird immer wieder in den Alltag des Kommissars geblickt, was den Charakter authentisch wirken lässt. Insgesamt habe ich mir hier eher als stiller Beobachter gefühlt, da ich nicht das Gefühl vom fieberhaften Miträtseln hatte. Besonders gelungen war die Darstellung der damaligen Zeit. Die Hauptstadt Berlin ist aufgewühlt und voller Unruhen. Die Gesellschaft in sich gespalten. Dabei wird die Historie und die zeitlichen Fakten in die Geschichte eingebaut, sodass man den Eindruck hatte, man wäre mittendrin. Zur Hilfestellung werden innerhalb eines Glossars wichtige Eckdaten und Begriffe der damaligen Zeit zusammengefasst. Ein gelungener Kriminalroman mit großer Recherche und interessanten Begebenheiten. Die politischen Ereignisse reißen mit und fesseln. Der Fall konnte mich hingegen nicht komplett überzeugen!
Kriminelle Verwicklungen im Berlin der 60iger Jahre
von milli - 03.09.2018
Der junge Polizeikommissar Wolf Heller hat den Mord an einer jungen Frau aufzuklären und sticht dabei offensichtlich in ein Schlangennest. Er hat es dabei nicht nur mit unsympathischen Kollegen, unwilligen Zeugen und dem gewalttätigen Ehemann des Opfers zu tun, auch sein Vorgesetzter scheint an der Aufklärung des Falles wenig Interesse zu haben. Das geht so weit, dass er feststellen muss, dass Beweisstücke manipuliert und Verdächtige sogar ermordet werden, um eine schnelle Lösung des Falles vorzutäuschen. Und doch kommt Heller langsam immer mehr auf die Spur des wahren Täters, die dann sogar bis nach Ost-Berlin führt. Auch sein Privatleben ist alles andere als geordnet, er führt eine halbe Beziehung mit seiner Vermieterin, hat große Probleme mit seinem Vater und sucht immer noch verzweifelt nach einer Erklärung für den mysteriösen Tod seiner Mutter. Dabei begegnet man in dem Buch immer wieder bekannten Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte, die geschickt in die Handlung verwoben sind: z. B. den Anwälten Horst Mahler und Otto Schily, dem Polizisten Kurrass und vielen Protagonisten der sich radikalisierenden 68-iger Studentenbewegung. Dazu kommen viele Schilderungen des Berliner Lebens, die mich immer wieder ganz stark an die derzeitigen Zustände in dieser Stadt erinnern: unterbesetzte und schlecht ausgerüstete Polizei, überforderte Politiker und verschiedenste radikale Gruppierungen, die vom Sozialstaat leben, den sie schnellstmöglich aber abschaffen wollen und dabei keine Rücksicht auf die sie finanzierenden Steuerzahler nehmen. Besonders nett fand ich die Beschreibungen des Lebens innerhalb der Kommune, die sich zwar theoretisch dem Kampf gegen alle Ungerechtigkeiten der Welt verschrieben hat, aber so profane Dinge wie Kochen und Putzen denn doch ganz eindeutig nur den weiblichen Kommunemitgliedern aufdrückt. Deren Selbstverwirklichung sah Mann dann doch viel lieber im freien und möglichst häufigen Wechsel der Bettgefährten. Leider bleiben am Ende doch einige offene Fäden, die daraufhin deuten, dass Kommissar Heller wohl in weiteren Büchern ermitteln wird. Trotzdem für alle Geschichts- und Berlin-Liebhaber eine eindeutige Empfehlung - dafür 4 Sterne.
Pulverfass Berlin anno 1968
von mabuerele - 31.08.2018
"...Lust,, Wahnsinn, Wut, Eifersucht, Unerfahrenheit. Suchen Sie es sich aus. Wir Menschen sind die kreativsten Geschöpfe auf Gottes kleiner Erde. In jeder Hinsicht. Die Mona Lisa und das hier kommen aus der gleichen Quelle..." Wir befinden uns im Berlin des Jahres 1968. Die Stadt gleicht einem Pulverfass. Auf der einen Seite gibt es nach dem Tode von Bruno Ohnesorg zunehmend Studentenunruhen. Andererseits hält die Kriegsgeneration an alten Feindbildern fest. Nicht zuletzt ist die Stadt ein Sammelbecken von Agenten jeglichen Couleur. Dann wird eine tote Frau im Wannsee gefunden. Der Pathologe zählt 28 Messerstiche. Auf die Frage des ermittelnden Kommissars Wolf Heller erhält er das obige Zitat als Antwort. Der Autor hat einen fesselnden Krimi geschrieben. Doch das Buch ist nicht nur durch die spannende Handlung geprägt, es zeichnet außerdem ein anschauliches Bild von Westberlin. Der Schriftstil lässt sich gut lesen und variiert entsprechend des konkreten Geschehens. Schon nach wenigen Seiten ist klar, dass Mitglieder staatlicher Organe in den Fall verstrickt sind. Wolf merkt das daran, dass man ihm geschickt Steine in den Weg legt. Dazu gehört auch das Angebot einer möglichen Beförderung. Doch Wolf ist seinem Berufsethos verpflichtet. Er möchte den Fall aufklären. Dass er damit auch Eingriffe in sein Privatleben in Kauf nehmen muss, ahnt er nicht. Sehr detailliert werden die Gedankengänge der Studenten wiedergegeben. Sie sind auf Krawall gebürstet, können sich aber nicht von alten Denkstrukturen lösen. Das bringt Louise auf die Palme. Sie lebt in einer Studenten-WG und muss erleben, dass auch dort Frauen für das Kochen und Putzen verantwortlich sind. In ihren Gedanken klingt das so: "...Sie war für die Verpflegung zuständig, was ihr gehörig auf den Geist ging, weil die Kerle die gleiche Rollenverteilung verfügt hatten wie ihr Vater zuhause..." Wolf Heller allerdings stellt sich angesichts der Studentenproteste eine andere Frage. "...Heller fragte sich wie viele andere in der Stadt auch, ob die Studenten wirklich ernsthaft so etwas wie die DDR wollten..." Beide Zitate belegen, dass der Autor die Sprache seinen Protagonisten anpasst. Sie unterscheidet sich grundlegend zwischen den Studenten und bürgerlichen Kreisen. Wolf Heller ist nicht nur in seinen Ermittlungen gründlich. Er kann mit Menschen umgehen und bringt den Betroffenen viel Empathie entgegen. Leider ist die Stimmung im Team eher negativ. Vor allem Kommissar Doll kann sich spitze und unqualifizierte Bemerkungen nicht verkneifen und reißt dabei bei Wolf alte Wunden auf. Wolfs Vorgesetzter will ein schnelles Ergebnis. An Wahrheit ist ihm weniger gelegen. Der Mann der Toten scheint der geeignete Täter. Im Buch begegneten mir einige bekannte Namen, sei es der Anwalt Otto Schily, der Geheimdienstler Markus Wolf oder der Sänger Reinhard Mey. Immer wieder kommen Geschichten aus der Vergangenheit hoch. Es ist erstaunlich, wie viele ehemalige SS - Angehörige Karriere gemacht haben. Auch Wolfs Vater erzählt ihm das dunkelste Kapitel seines Leben. Gut gestaltete Gespräche, die die politische Situation auf den Punkt bringen, gehören zu den stilistischen Feinheiten der Geschichte. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Mit einem Zitat möchte ich meine Rezension beenden: "...Die Zehn Gebote, die so oder ähnlich in allen Religionen vorkommen, sind doch ein eindeutiger Hinweis darauf, dass es mit dem Gutsein des Menschen nicht so weit her ist, sonst müsste Gott uns nicht immer wieder daran erinnern, dass wir nicht morden, stehlen, fremdgehen und lügen dürfen..."
Spannender Krimi der im Jahr 1968 in Berlin spielt
von Christina - 31.08.2018
Am Ufer des Wannsee wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Sie wurde brutal mit mehreren Messerstichen getötet und anschließend in den See geworfen. Der junge Kommissar Wolf Heller von der Berliner Mordkommission wird zum Tatort gerufen um herauszufinden, wer die unbekannte Frau ist und wer ihr Mörder war. Eine Spur führt ihn zur Anwaltskanzlei des Rechtsanwalts Horst Mahler bei dem die Ermordete als Angestellte gearbeitet hat. Die Gesuchte heißt Heidi Gent, sie ist mit einem Alkoholiker verheiratet und hat zwei Kinder. Da der vermeintliche Täter schnell feststeht, legt Hellers Chef ihm nahe den Fall abzuschließen. Gerade das macht den Kommissar misstrauisch und er sucht weiter und findet sich immer mehr in einem Gestrick aus Lügen, Betrügereien und Politik wieder. Das Buchcover mit der Straßenszene ist schlicht, spiegelt aber die damalige Zeit wieder, daher passt es super zur Geschichte! Am Anfang habe ich mich etwas schwer getan, mich in die Geschichte und die damalige Zeit hineinzuversetzen. Die Zeit und die Lebensbedingungen von 1968 in Berlin sind sehr detailreich und authentisch beschrieben worden. Eine gewisse Spannung ist von Beginn des Buches an erreicht worden. Die Charaktere wie der Kommissar sowie seine Mitbewohnerin und deren Kinder kommen sehr sympathisch rüber, man kann sich in ihre Lage gut rein versetzen. Mir hat der spannende und interessante Krimi sehr gut gefallen, ich kann ihn auf jeden Fall weiterempfehlen!
Spannender Krimi
von Anonym - 27.08.2018
Berlin, 1968, in den Straßen herrschen die Studentenaufstände und Polizisten sind in ihren Augen Faschisten. Dann wird eine Tote am Rand des Wannsees gefunden, die junge Mutter Heidi Gent. Aber wer könnte Interesse daran haben, die junge Anwaltsgehilfin zu töten? Wolf Heller beginnt zu ermitteln und stößt dabei auf immer mehr Ungereimtheiten und Widerstände, sogar in den eigenen Reihen. Was hatte Heidi Gent zu verbergen? Gibt es vielleicht sogar Zusammenhänge zu ihrem Arbeitgeber, dem umstrittenden Anwalt Mahler? Meine Meinung An diesem Buch hat mich am meisten die Zeit gereizt, in der es spielt. Ich war neugierig auf die damaligen Begebenheiten, auf die Ermittlungsarbeiten zu diesen Zeiten und überhaupt auf eine Zusammenarbeit gleich dreier Autoren. Gleich vorab, all das ist hier absolut gelungen und weiß zu überzeugen. Das hier gleich drei Autoren an dem Buch gearbeitet haben, merkt man in keinster Weise. Der Einstieg gelingt problemlos und der Krimi liest sich spannend und flüssig. Der Schreibstil lässt sich gut verständlich und leicht lesen und Beschreibungen der damaligen Zeit werden schnell lebendig. Was hier die Spannung ausmacht, ist die absolut dichte Recherche über die damalige Zeit. Die Autoren verknüpfen geschickt die realen Ereignisse, teils sogar reale Persönlichkeiten, mit den fiktiven Begebenheiten. Ich fand dies sehr spannend zu verfolgen, denn von dieser Zeit ist mir gar nicht viel bewusst. Selbstverständlich waren mir Namen wie Uschi Obermaier bekannt, aber was zu dieser Zeit wirklich so los war, war mir nicht sehr bekannt. Man spürt hier den Umschwung im Denken und Handeln, hat aber auch immer noch diesen Nazistempel im Rücken, auch das Homosexualität verboten war in dieser Zeit, war mir gar nicht so bewusst. Ermitteln und recherchieren ohne Handy und PC ist allein schon spannend zu verfolgen, aber hier wird es so gut beschrieben, dass man schon das Gefühl hat, live dabei gewesen zu sein. All das gibt diesem Krimi einen besonderen Reiz und schafft eine reale Atmosphäre. Ein personeller Erzähler in dritter Person führt durch den Krimi. Dieser gibt dem Leser einen weitumfassenden Überblick. Man ahnt schon ein wenig mehr, als der Ermittler Heller, da man hier auch die Perspektive des Mörders, bzw. dessen Auftraggebers erhält. Wer es ist und wie alles miteinander zusammenhängt, wird aber erst klar, als alle Puzzleteile zusammengesetzt werden. Heller ist ein sehr sympathischer Ermittler, der das Herz am rechten Fleck hat. Er ist noch ein sehr junger Ermittler von gerade mal zweiunddreißig Jahren, sein Vater war ebenfalls Polizist und an der Front, Hellers Mutter starb unter mysteriösen Umständen und man spürt ihm deutlich an, dass dies an ihm nagt. Auch wenn ich sehr viele Fakten über ihn kenne, habe ich aber noch einige Fragen über ihn offen und ich denke, dass wir hier durchaus auch mit Fortsetzungen rechnen können, bei denen wir ihn noch intensiver kennenlernen. Neben Heller gibt es eine Vielzahl an weiteren Charakteren, bei denen ich hier und da nochmal nachschlagen musste, wer es denn gerade war. Hier werden unheimlich viele Ereignisse und Personen miteinander verknüpft und es erfordert durchaus Konzentriertheit, um den Überblick nicht zu verlieren. Mein Fazit Der Krimi überzeugt mit einem sehr gut recherchierten Hintergrund und lässt das Jahr 1968 absolut lebendig werden, auch für diejenigen, die nur wenig Kenntnisse aus dieser Zeit haben, so wie ich. Der Schreibstil ist flüssig und klar, so dass man hier durchaus inhaltlich zurecht kommt. Schnelle Wechsel in den Perspektiven erfordern ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit, um den Überblick nicht zu verlieren. Ich habe den Krimi an zwei Abenden verschlungen, weil ich es absolut spannend fand, diese Zeit mitzuerleben. Der Fall selber war glaubwürdig und die Lösung spannend. Leseempfehlung!
Alle Kundenbewertungen anzeigen
Eigene Bewertung schreiben Zur Empfehlungs Rangliste
Servicehotline
089 - 70 80 99 47

Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 20.00 Uhr
Filialhotline
089 - 30 75 75 75

Mo. - Sa. 9.00 - 20.00 Uhr
Bleiben Sie in Kontakt:
Sicher & bequem bezahlen:
akzeptierte Zahlungsarten: Überweisung, offene Rechnung,
Visa, Master Card, American Express, Paypal
Zustellung durch:
¹ Mängelexemplare sind Bücher mit leichten Beschädigungen, die das Lesen aber nicht einschränken. Mängelexemplare sind durch einen Stempel als solche ge-
kennzeichnet. Die frühere Buchpreisbindung ist aufgehoben.
* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.
** Deutschsprachige eBooks und Bücher dürfen aufgrund der in Deutschland geltenden Buchpreisbindung und/oder Vorgaben von Verlagen nicht rabattiert werden. Soweit von uns deutschsprachige eBooks und Bücher günstiger angezeigt werden, wurde bei diesen kürzlich von den Verlagen der Preis gesenkt oder die Buchpreisbindung wurde für diese Titel inzwischen aufgehoben. Angaben zu Preisnachlässen beziehen sich auf den dargestellten Vergleichspreis.