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Weltgemeinschaft am Abgrund

Warum wir eine starke UNO brauchen.
Buch (kartoniert)
Ein leidenschaftliches Plädoyer für eine unterschätzte Organisation
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Produktdetails

Titel: Weltgemeinschaft am Abgrund
Autor/en: Marc Engelhardt

ISBN: 3861539845
EAN: 9783861539841
Warum wir eine starke UNO brauchen.
Links Christoph Verlag

30. März 2018 - kartoniert - 272 Seiten

Beschreibung

Ein leidenschaftliches Plädoyer für eine unterschätzte Organisation
Die Vereinten Nationen befinden sich in der schwersten Krise ihrer Geschichte. Ein globales neoliberales Spardiktat hat die Staatengemeinschaft ebenso an den Abgrund manövriert wie Bürokraten und Dilettanten in den eigenen Reihen. Despoten und Populisten versuchen jetzt,ihr den Rest zu geben. Dabei brauchen wir die UNO mit ihrer Agenda dringender denn je: für den Erhalt des Weltfriedens, die Garantie grundlegender Menschenrechte, die Ermöglichung von Gesundheit und Entwicklung für alle.
Marc Engelhardt verfolgt die Arbeit der UNO seit mehr als 14 Jahren. Hier beschreibt er schonungslos den Zustand der Weltgemeinschaft in ihren Hauptquartieren und den Ländern, wo sie aktiv ist. Und er stellt vielversprechende Reformansätze vor. Sollten sie scheitern, drohen globales Chaos und Krieg.

Portrait

Jahrgang 1971, lebt in Genf und berichtet seit 2011 als freier Korrespondent für Hörfunk, Print und Fernsehen über die Vereinten Nationen. Davor war der studierte Geograf, Meeresbiologe, Jurist und Philosoph zwischen 2004 und 2010 von Nairobi aus als Afrika-Korrespondent tätig. Langjähriger Vorsitzender des Netzwerks Weltreporter, Verfasser und Herausgeber zahlreicher Bücher. Im Ch. Links Verlag ist u.a. »Heiliger Krieg - heiliger Profit. Afrika als neues Schlachtfeld des internationalen Terrorismus« (3. Auflage 2016) erschienen. Seine Homepage: marcengelhardt.blog.

Pressestimmen

Der Autor schreibt keine wissenschaftliche Analyse und Bestandsaufnahme, sondern er erzählt von seinen Erfahrungen. Er lässt so die Leser teilhaben an den Zu- und Unzulänglichkeiten einer institutionalisierten, gebremsten Arbeit der Vereinten Nationen. Den Dilemmata stellt er aber auch Hoffnungen gegenüber, wie es gelingen könnte, mit Hilfe der Vereinten Nationen eine gerechte, friedliche und humane Weltordnung zu schaffen. Jos Schnurer, socialnet Derr Autor beschreibt schonungslos den Zustand der Weltgemeinschaft in ihren Hauptquartieren und den Ländern, wo sie aktiv ist. Und er stellt vielversprechende Reformansätze vor. W&F - Wissenschaft und Frieden

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 30.06.2018

Die Pflicht zum Ungehorsam
Warum die Vereinten Nationen stärker sein könn(t)en als alle Populisten der Welt

Um es vorweg zu sagen: "Weltgemeinschaft am Abgrund. Warum wir eine starke UNO brauchen", ist - wie der Titel erahnen lässt - kein nüchternes Sachbuch. Es ist ein Plädoyer für die Vereinten Nationen, leidenschaftlich und dringlich, jedoch nie naiv oder beschönigend. Im Gegenteil. "Die UN befinden sich in der schwersten Krise ihrer Geschichte", schreibt Autor Marc Engelhardt zu Beginn. Und er schafft es, die herausragende Bedeutung dieser krisengeschüttelten Organisation ausgerechnet anhand dessen aufzuzeigen, was nicht gut läuft. Und das ist ziemlich viel.

In insgesamt zwölf Kapiteln berichtet Engelhardt unter anderem, wie überbordende Bürokratie die Vereinten Nationen handlungsunfähig zu machen droht, wie Populisten vom Schlage Donald Trumps und Wladimir Putins die Völkergemeinschaft gefährden, welche Auswirkungen die mangelnde Zahlungsmoral der Mitgliedsländer auf die humanitäre Hilfe hat und dass es nicht nur erfreulich ist, wenn Milliardäre wie Microsoft-Gründer Bill Gates Gesundheitspolitik machen. So entsteht ein umfassendes Bild, nicht nur von den Vereinten Nationen, sondern gleich auch von den Herausforderungen internationaler Politik - und von dem Veränderungswillen hin zum Besseren innerhalb und außerhalb der UN.

Marc Engelardt ist Journalist, vieles von dem, was er beschreibt, kennt er aus eigener Anschauung. Er hat sieben Jahre lang aus Afrika berichtet, seit 2010 beobachtet er in Genf die Arbeit der Vereinten Nationen. Er kennt die Zentralen in New York, Nairobi und Wien und hat Orte besucht, in denen die Arbeit der UN auf das wahre Leben trifft: in Bürgerkriegsländern wie Südsudan oder in Staaten, die wie Uganda oder der Libanon mehr als eine Million Flüchtlinge aufgenommen haben. Von diesen umfangreichen persönlichen Erfahrungen profitiert das Buch.

Es ist lebendig geschrieben und liest sich stellenweise spannend wie ein Krimi. Etwa wenn Engelhardt über den ersten Auftritt Trumps vor der Vollversammlung berichtet, dessen Szenerie ihn an die "eines dunklen Kults in einem Horrorfilm" erinnert. Er hat mit zahlreichen Experten innerhalb und außerhalb der UN gesprochen, mit Politikern und Vertretern von Nichtregierungsorganisationen. Er berichtet von selbst Erlebtem, zitiert aus geheimen Unterlagen sowie öffentlich zugänglichen Quellen. Immer wieder zieht er Parallelen zu der Vergangenheit der Vereinten Nationen, berichtet von Sternstunden der Diplomatie - wie dem jüngst von Seiten der Vereinigten Staaten aufgekündigten Atom-Abkommen mit Iran - und auch von bitteren Niederlagen. An dieser Stelle ist es schade, dass gerade die neuesten Entwicklungen rund um das erwähnte Iran-Abkommen erst nach Redaktionsschluss stattfanden und somit keinen Eingang mehr in das Buch finden konnten. Man hätte gerne Engelhardts Einordnung dieser Ereignisse gelesen.

Denn seine Kernthese lautet: "Wir brauchen die Vereinten Nationen so dringend wie nie zuvor." Und, einen Schritt weiter, dass "wirklich vereinte Nationen über die Trumps und Putins, Erdogans und wie sie alle heißen triumphieren könnten". Doch wie soll das gehen, angesichts der jüngsten Rückschläge und all der anderen Probleme, die in diesem Buch geschildert werden?

Als Antwort weist Engelhardt auf den Ungehorsam gegen Staaten als eine "höchst legitime Art der politischen Weltgestaltung" hin. Mehr noch: Dort, wo Frieden und Menschenrechte bedroht würden, gebe es eine moralische Pflicht zum Ungehorsam. Für den einzelnen Weltbürger und für die Vereinten Nationen als Ganzes, die mit Generalsekretär António Guterres - den Engelhardt für den richtigen Mann am richtigen Ort hält - gleichfalls Ungehorsam üben müssten, wenn einzelne, vor allem mächtige Staaten die Weltgemeinschaft gefährden. Engelhardt fordert von den Vereinten Nationen, sich den Bürgern überall auf der Welt zu öffnen - und sich Veränderungen nicht zu verschließen. Die UN müssten wortgewaltig und klar sein, auch wenn es unbequem sei, schreibt Engelhardt. Er hat ein gutes, ein wichtiges Buch vorgelegt.

TATJANA HEID.

Marc Engelhardt: Weltgemeinschaft am Abgrund. Warum wir eine starke UNO brauchen.

Ch. Links Verlag, Berlin 2018. 271 S.

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