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Was man von hier aus sehen kann

Roman. mit farbigem Vorsatz und Lesebändchen.
Buch (gebunden)
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Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was … weiterlesen
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Was man von hier aus sehen kann als Buch

Produktdetails

Titel: Was man von hier aus sehen kann
Autor/en: Mariana Leky

ISBN: 3832198393
EAN: 9783832198398
Roman.
mit farbigem Vorsatz und Lesebändchen.
DuMont Buchverlag GmbH

18. Juli 2017 - gebunden - 320 Seiten

Beschreibung

Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman. 'Was man von hier aus sehen kann' ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan ... "eines der beglückensten Bücher des Jahres" Judith Liere, STERN

Trailer

Portrait

Mariana Leky studierte nach einer Buchhandelslehre Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Bei DuMont erschienen der Erzählband "Liebesperlen" (2001), die Romane "Erste Hilfe" (2004) und "Die Herrenausstatterin" (2010) sowie "Bis der Arzt kommt. Geschichten aus der Sprechstunde" (2013). Sie lebt in Berlin und Köln.

Mit ihren ersten Erzählungen gewann sie den Allegra Preis 2000. Für den 2001 bei DuMont erschienenen Erzählband "Liebesperlen" wurde sie mit dem Niedersächsischen Literaturförderpreis und dem Stipendium des Landes Bayern ausgezeichnet. 2005 wurde sie für ihren Roman "Erste Hilfe" mit dem Förderpreis für junge Künstler in der Sparte Dichtung/Schriftstellerei des Landes NRW ausgezeichnet.

Pressestimmen

"Eines der schönsten Bücher, die ich im vergangenen Jahr gelesen habe." Bettina Böttinger, WDR Kölner Treff "Leky lässt die Zügel ihrer Phantasie schießen und schafft es dank ihres disziplinierten Schreibstils, der deutschen Provinz ein wenig von der Magie von Gariel Garcia Marquez' Macondo einzuhauchen." Denis Scheck, DRUCKFRISCH "Das hat fast etwas von einem Märchen. [...] Ein schönes Buch." Thomas Schindler, ARD MoMa "Das Buch hat viele Herzen von tollen Buchhändlern für sich eingenommen." Dorothee Junck, ARD MoMa "Ein schön schräger Heimatroman." Denis Scheck, DRUCKFRISCH "Ein herzerwärmendes Buch, das manchmal wie ein Märchen klingt, und dem Leben, der Welt und der Liebe verhaftet bleibt." BR WEIBER DIWAN "Lekys Buch ist originell und schräg, vordergründig vor allem heiter, es steckt aber voller Melancholie und Lebensweisheit." Silke Hellwig, BREMER NACHRICHTEN "Eine großartige Geschichte!" Andrea Braunsteiner, WOMAN "Das ist ein wunderbares, kluges, amüsantes, tiefsinniges Buch." Manuela Reichart, DEUTSCHLANDFUNK KULTUR "Ein leichtes und originelles Buch, dessen Gewicht trotzdem nicht zu unterschätzen ist." Claudia Voigt, LITERATURSPIEGEL "Es [ist] Mariana Leky gelungen, mit 'Was man von hier aus sehen kann' wohl eines der beglückendsten Bücher des Jahres zu schreiben. [...] Auf jeder Seite sind mindestens drei Sätze, die man anstreichen, abschreiben oder jemandem vorlesen möchte." Judith Liere, STERN "Schmerz und Tod und Liebe sind in diesem Buch eng miteinander verflochten." Jörg Magenau, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG "Ich weiß nicht, wie oft ich dieses Buch schon verschenkt habe, weil ich es so gerne mag." Luzia Braun, ZDF Blaues Sofa "Mariana Leky ist die Skurrilitätsbeauftragte der deutschen Gegenwartsliteratur." Jörg Plath, DLF Kultur "Eines der besten Bücher dieses Jahres" Nicola Steiner, SRF 1 BuchZeichen "Das ist vielleicht ein schönes Buch [...] Das müssen sie lesen! Es ist eines der liebevollsten und komischsten Bücher seit langem." Elke Heidenreich, WDR4 "Bei diesem Roman habe ich mich jeden Abend gefreut, ihn weiterlesen zu dürfen." Daniela Thiele, FLOW "Die Stimmung in diesem Buch ist märchenhaft, fantastisch und herzerwärmend." Susanne Lenz, BERLINER ZEITUNG "Sie schafft ein Literaturkunstwerk, das etwas auslöst, was nur wenigen Büchern gelingt: Es macht glücklich." Melanie Brandl, MÜNCHENER MERKUR Mariana Leky kreiert in 'Was man von hier aus sehen kann' eine eigenständige, wundersame Welt - auch sprachlich." Jacqueline Thör, DIE ZEIT "Es ist eines der ganz wenigen Bücher, die ich gleich nochmal lesen würde." Jörg Petzold, FLUX FM "[Das Buch] hat etwas Wärmendes, zu Herzen gehendes in der Schwere der Themen, die es behandelt." Jörg Magenau, RBB KULTURRADIO "Ein skurriles Porträt über die Irrungen und Wirrungen eines Dorfes im Westerwald." FOCUS "Ich hab mich regelrecht verliebt in diese Leute im Dorf." Nicola Steiner, SRF Literaturclub "Die Erzählmelodie ist wunderschön. So habe ich das eigentlich noch nie in einem Buch gelesen." Stina Werenfels, SRF Literaturclub "Hinreißend, aber unaufdringlich. [...] Was mich an diesem Roman hält, ist der zauberhafte Stil. Das ist ein Triumph der Literatur." Rüdiger Safranski, SRF Literaturclub "Das ist ein zaubervolles Buch, das die Provinz liebevoll auf den Arm nimmt." Marianne Sax, THURGAUER ZEITUNG "Ein berührender Roman, der den Leser abwechselnd lachen und weinen lässt." Maria Stich, MITTELBAYERISCHE ZEITUNG "Ein sympathischer, lebenssatter, gekonnt erzählter Roman." Manuela Reichardt, WDR 3 GUTENBERGS WELT "Magischer Realismus in einem Dorf im Westerwald" Denis Scheck, ARD DRUCKFRISCH "Ein Meisterwerk!" Ariane Heimbach, BRIGITTE WOMAN "Eine Geschichte, in der man sich auch in den traurigsten Momenten so geborgen fühlt wie in der Lieblingsstrickjacke." Susanna Wengeler, BUCHKULTUR "Auf jede
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Ingrid S.
von Ingrid S. - Hugendubel Buchhandlung Neubrandenburg Stargarder Str. - 22.10.2018
Jeder Charakter, der in diesem Buch auftaucht, ist ein wenig schrullig, ein wenig anders ... alle auf ihre Weise liebenswert. Eine ungewöhnliche Geschichte, die den Leser nicht mehr loslässt, berührt.
Ihrem Buchhändler
von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung Hannover Bahnhofstraße - 22.10.2018
Ein kleines Dorf im Westerwald, fein gezeichnete Charaktere, originelle Sprache, wunderbare Bilder, die sich festsetzen im Kopf und nachhallen. Und dieses Buch macht ziemlich glücklich, wie ich feststellen musste, als der Abschied nahte von Selma, vom Optiker, vom Einzelhändler und Luise und vielen anderen. Melancholisch, entzückend, witzig und voller Empathie.
Ihrem Buchhändler
von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung Braunschweig Schuhstraße - 22.10.2018
Klug, amüsant und tiefsinnig.
Ihrem Buchhändler
von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung München Willy-Brandt-Platz - 22.10.2018
Einfach wunderschön! Dieses Buch macht zufrieden und glücklich.
Manuela F.
von Manuela F. - Hugendubel Buchhandlung Greifswald Markt - 11.04.2018
»Es erwartet Sie: eine grandiose Geschichte, die warmherzig, lebenserfahren und liebevoll einen kleinen Kosmos beschreibt, verwoben mit einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte.«
Sigrun Richter
Unbedingt lesen!
von Sigrun Richter - Hugendubel Buchhandlung Hannover Bahnhofstraße - 05.08.2017
Dieses Buch hat mich gefangen genommen, manchmal zum Lächeln und auch ein bisschen zum Weinen gebracht. Warum? Weil es eine unglaublich warmherzige und in einer wunderbaren Sprache erzählte Geschichte ist. Eine Geschichte vom Leben und Lieben mit sehr eigenwilligen Protagonisten , mit kleinen Macken und viel Herz. Viel Spaß damit!
Hedda Freier
Ein ganz besonderes Buch
von Hedda Freier - Hugendubel Buchhandlung Flensburg Holm - 31.07.2017
Die alte Selma hat wieder von einem Okapi geträumt. Alle im Dorf wissen, das bedeutet, das jemand sterben wird. Aber keiner weiß wer. Wie die Menschen damit umgehen, ihre Ängste, ihre Hoffnungen, davon ist in diesem Roman die Rede. Und von der Liebe. Liebe ist nicht immer einfach. Das Buch erzählt von einer Liebe über viele tausende von Kilometern, aber manchmal ist die Liebe ganz nah und wird doch nicht wahrgenommen. Mariana Leky beschreibt diese vielfältigen Arten der Liebe. Kurze Sätze und die Worte, mit denen sie diese Liebe beschreibt, machen diesen Roman zu etwas ganz besonderem. Die Handlung dieses Romanes erleben wir aus der Sicht von Luise, sie ist die Enkeln von Selma. Wir erleben sie als 10-jähriges Kind und begleiten sie bis ins Erwachsenenalter. Ein Roman, der mich begeistert hat. Ich vergebe 5 Sterne.
Bewertungen unserer Kunden
Richtig toll geschrieben
von Isaopera - 10.10.2017
Ich habe ein neues Lieblingsbuch - und das ist Was man von hier aus sehen kann :) Es zieht eindeutig in die Riege der Favoriten ein, denn selten habe ich ein so gut geschriebenes Buch erlebt, das mich schon nach wenigen Seiten absolut gepackt hat. Es war mein erstes Buch der Autorin Mariana Leky, aber es wird sicherlich nicht das Letzte sein! Auf der einen Seite beweist sie einen ganz herrlichen Humor, auf der anderen Seite hat mich die Geschichte aber auch so berührt, dass ich auf den letzten Seiten völlig aufgelöst war. Also durchaus eine sehr emotionale Geschichte, aber im besten Sinne. Das Thema des Romans ist für mich Familie - was sie bedeutet, was sie einem gibt, welche Schwierigkeiten sie auch mit sich bringt, und das alles auf eine so wunderbare Art verarbeitet, dass man es einfach lieben muss! Leky-Liebe!! :)
Der Westerwald und die weite Welt und umgekehrt
von Hennie - 08.10.2017
Auf dieses Buch habe ich mich sehr gern eingelassen, obwohl es mir anfangs irgendwie abwegig vorkam, dass eine ältere Frau im Westerwald ausgerechnet von einem Okapi träumt. Aber gerade aus dieser Konstellation bezieht die Autorin den Fortgang der Geschichte. So abstrus es mir anfänglich erschien, so selbstverständlich trug mich der Okapi-Traum-Mythos durch den ganzen Roman. Ich lernte die einzigartigen Charaktere des Dorfes kennen, z. B. ihren besonderen Umgang mit der Vorsehung, mit der Möglichkeit nach Selmas Traum nur noch 24 Stunden am Leben zu sein. In kürzester Zeit waren sie mir vertraut, der schrullige Optiker (der erst im dritten Teil einen Namen bekommt), die skurrile, abergläubische Elsbeth, die traurige Marlis, die eigentlich nur ständig schlecht gelaunt ist, und viele andere mehr. Verschrobene Charaktere sind das, wie man sie nur selten in so einer Ansammlung in einem Roman wiederfindet. Die Autorin schafft eine greifbare und dichte Atmosphäre mit ihren besonderen Personen. Ich wollte einfach immer nur weiterlesen und wissen, wie es weitergeht. Aus der Ich -Perspektive berichtet Luise von ihrer Welt, von ihrem Kosmos, der im wesentlichen aus dem kleinen Dorf im Westerwald besteht. Die Erzählung beginnt aus ihrer Sicht im Alter von 10 Jahren und endet mit Anfang 30. Der Roman ist in drei Teile gegliedert und die Kapitel haben kurze, prägnante Überschriften. Die Großmutter Selma ist für Luise der Dreh- und Angelpunkt das ganze Leben lang. Sie ist eine Erscheinung, die man sich sofort vorstellen kann, da sie Rudi Carrell ähnlich sehen soll. Selma philosophiert, reflektiert, hat scheinbar alles im Griff. Für mich stellt sie den Mittelpunkt im Roman dar. Die kleine Gemeinde im Westerwald ist ein Abbild dessen, was uns umgibt. Das Große im Kleinen und umgekehrt! Mariana Leky überhöht mit der Darstellung ihrer Charaktere durch deren Skurrilität, durch ihre Eigenarten. Mir brachte sie dadurch die Personen nahe. Es gab einige Sätze, die mich besonders anrührten. S. 52 "Ich beschloss, Martin später zu heiraten, weil ich fand der Richtige sei der, der einem das Hinsehen erspart, wenn die Welt ihren Lauf nimmt." (Luise als 10 jährige) S. 235 "Wer ein Fledermausherz isst, dem tut nichts mehr weh." (die abergläubische Elsbeth zur verliebten Luise, um ihr zu helfen) S. 272 "Danke, dass du mir am Ende so viele Anfänge bringst, ...und danke, dass du es mir das ganze Leben lang nicht gesagt hast." (Selma zum Optiker, der ihr seine unzähligen, angefangenen Liebesbriefe ans Sterbebett bringt) Das Ende war für mich zunächst mit vielen Fragezeichen behaftet. Doch nach längerem Überlegen kam es mir dann plausibel vor. Luise wollte in die weite Welt hinaus, weil ihr das Umfeld zu klein und zu eng geworden war. Ihre Großmutter lebte nicht mehr und zwischen ihr und Frederik war durch die Masse an Briefen in all den Jahren alles gesagt. Ein offener Schluß! Eine wirklich schön und wortgewandt erzählte Geschichte, die mir im Ergebnis sehr vertraut vorkam. Sie ist voller Metaphern, Gleichnissen und philosophischer Gedanken. Für mich ein weiteres Lesehighlight 2017! Meine 100%ige Lese- und Kaufempfehlung!
Okapis, Rudi Carrell und ein Dorf im Ausnahmezustand
von kindder80er - 04.10.2017
Ich habe mir noch nie darüber Gedanken gemacht, ob ein Okapi unglaubwürdig aussieht - aber es stimmt! Zusammengewürfelt aus Zebra, Tapir, Giraffe, Reh - und sogar die Maus ist in den Ohren erkennbar - scheint es sehr unwahrscheinlich zu sein. Genauso unwahrscheinlich ist auch der Zusammenhang eines Okapis zum Tod, dennoch ist es so! Träumt Oma Selma von einem, stirbt in den nächsten 24 (oder 29) Stunden jemand aus dem Umfeld. Dieses Umfeld ist in dem kleinen Dörfchen recht klein und mit allerlei liebeswerten und schrulligen Bewohnern besetzt. Der Schreibstil ist etwas besonderes, denn schon allein die Beschreibung von Oma Selma, die so aussieht wie Rudi Carrell (sic!), ist so bildhaft, dass man sie sich exakt vorstellen kann und unweigerlich schmunzelt. Überhaupt musste ich oft schmunzeln, obwohl der Tod ja nun per se nicht lustig ist. Aber wie die einzelnen Menschen mit dem Traum von Oma Selma umgehen, ist einfach humorvoll und wortgewandt beschrieben. Die skurrilen Charaktere des Dorfes tun dabei ihr Übriges. Sie sind so wunderbar und warmherzig gestaltet, dass man sie sofort ins Herz schließt und wissen will, wie sich ihr Leben weiter gestaltet, sofern Oma Selma nicht mehr von Okapis träumt, versteht sich. Und das dürfen wir auch, denn die Geschichte erstreckt sich über mehr als 20 Jahre und wird mit Selmas Enkelin als Angelpunkt fortgeführt. Das Erlebnis dabei ist wirklich der Schreibstil und die Figuren. Ein ganz großes Stück Literatur!
Ein Buch wie eine weiße Schokoladenmousse!
von MaggyGray - 29.09.2017
Wäre dieses Buch eine Nachspeiße, wäre es ein großes Glas voll weißer Schokoladenmousse (OHNE Himbeer-, Erdbeer- oder sonstiger Soßenpampe, die alles verhunzt!!), und zwar die feste, die man mit dem Löffel richtig schön anstechen kann. Und: das Okapi wird zukünftig mein Lieblingstier sein. Zwar ist es in dieser Geschichte ein böses Vorzeichen, weil immer jemand stirbt, wenn Selma von einem träumt, dennoch... Was an dieser Geschichte so erwärmend ist, sind die vielen skurrilen Charaktere, die in diesem kleinen Dorf zusammenleben, und auch wenn viele ein Stück weit überzeichnet waren, gelingt es der Autorin, die Balance zu halten. Niemand stürzt in die Lächerlichkeit ab. Ob es die verhuschte und immer depressive Marlies ist, die skurrile Elsbeth mit ihren Zaubern und Tränken und Mittelchen, der Eisdielenbesitzer Alberto, der seine Eisbecher ausschließlich mit Namen aus dem Erotiksektor benennt, und natürlich Selma, die Großmutter der Ich-Erzählerin Luise, die ein großer Fan von Mon Chéri ist, aber immer nur die alkoholische Füllung raussaugt, und den Rest der Enkelin gibt. Bei vielen kleinen Szenen in diesem Buch geht einem das Herz auf, bei vielen Szenen habe ich Tränen vergrossen, bei vielen Szenen habe ich gelacht. Frau Leky hat eine Sprache an sich, die sofort den Kopfkinoschalter auf AN stellen. Wenn sich zum Beispiel unausgesprochene Gedanken wie Buchstabengirlanden um Baumstämme wickeln. Herrlich! Mariana Leky werde ich mir merken.
Vom Leben, Lieben und Sterben
von Arachnophobia - 17.09.2017
"Was man von hier aus sehen kann" ist für mich eines dieser Bücher, die vom Klappentext her so unspektakulär waren, dass es zuerst gar nicht mein Interesse wecken konnte. Dann liest man diese ganzen begeisterten Kommentare und Rezensionen - und schon zieht es im eigenen Bücherregal ein. Und in diesem Fall: Besser spät als nie! Die Geschichte um die Dorfgemeinschaft, in welcher die Erzählerin Luise ihre Kindheit und Jugend verbringt, wurde für mich schnell zu einem Lesehighlight des Jahres. Grund war hierfür gar nicht mal vordergründig die eigentliche Handlung, sondern vielmehr der wunderschöne Stil der Autorin. Stets mit einem leichten Hauch von Humor begleitet, der selbst in den traurigeren und tragischen Passagen nicht verlorenging und oftmals auf mich schon poetisch wirkte - auch wenn das kitschig klingen mag. Es war für mich einfach durchweg ein Genuss, dieses Buch zu lesen, selbst wenn es gegen Ende zu einer Situation kam, die mich doch in ihrer etwas unpassenden Übernatürlichkeit leicht die Stirn runzeln ließ. Neben dem Schreibstil waren auch die Figuren eine reine Freude. Jeder Charakter ist auf seine Art speziell und ein Unikat. Bis in die kleinsten Nebenfiguren hat die Autorin hier Persönlichkeiten erschaffen, die alle irgendwie speziell, schräg, aber dennoch fast durchweg liebenswert in ihren Eigenheiten sind. Trotzdem wird die für mich unangenehme, schmale Linie zum Gekünstelten, Plakativen zum Glück nie übertreten. Natürlich sind alle Charaktere nicht unbedingt "normal", aber genau das bildet mit der Geschichte und dem von feinem Wortwitz angereicherten Schreibstil eine wundervolle Einheit. Letztendlich war "Was man von hier aus sehen kann" für mich trotz aller Tragik, der kleinen und größeren Probleme, in seiner Gesamtwirkung durchaus ein Wohlfühlbuch und definitiv ein Lesehighlight 2017. Absolute Leseempfehlung für Genießer.
von rabenei - 12.09.2017
Selma, die Oma von Luise hat eine besondere Eigenschaft. Sie träumt von einem Okapie und ein Mensch stirbt innerhalb eines Tages. Was die Menschen innerhalb dieser Zeit bewegt, zu welchen Taten es sie anregt ist teils erstaunlich und amüsant, aber auch tragisch. Es stellt ihre Welt geradezu auf den Kopf. Doch letzten Ende kommt es anders als gedacht und verändert das Leben einiger Personen nachhaltig. Mariana Leky versteht es wie eine Artistin in der Manage mit Wörtern und Sätzen umzugehen. Und so umgibt die Geschichte eine ganz eigene Magie. Es finden abrupte Wechsel zwischen verschiedenen Personen und Orten statt und die Gedanken und Gefühle scheinen zwischen den Zeilen zu fliegen. Dabei hat jede Person seinen eigenen Charakter und so seltsam der auch ist, alle sind ihrer Eigenart irgendwie liebenswert. Dabei wirkt die Erzählweise immer leicht und keineswegs gekünstelt. Das jonglieren mit Metaphern versteht die Autorin bestens und man möchte gar nicht mehr aufhören mit lesen. Das Okapi versinnbildlicht den ganzen Roman. Denn genauso eigenartig und skurill wie dieses Tier ist auch die Geschichte von Luise und Selma. Und dennoch ist sie schön, wie auch dieses eigenartige Tier an dem nichts zusammenzupassen scheint und das dennoch beeindruckt und wie aus einer anderen Welt zu kommen scheint.
Das Dorf, sein Okapi und Rudi Carrell
von Emmmbeee - 02.09.2017
Was beim eher bieder scheinenden Cover sofort auffällt, ist das Okapi in wachsamer Haltung. Es ist nicht nur auf der Hut, sondern auch sehr präsent und wirkt unerschrocken. Es stellt sich dem Leben, was auch kommen mag. Und die Zukunft bringt einiges mit sich. Ein Dorf als Sinnbild für unser Leben, so sehe ich das, denn mit zunehmendem Alter erkennt man, dass jeder von uns Teil des Universums unserer Welt ist, dass alles irgendwie zusammenhängt und aufeinander einwirkt. Nur dass nicht jeder die Gabe hat, das auch zu erkennen und danach zu handeln. Der alten Selma sind hellseherische Fähigkeiten geschenkt, und sie machen den übrigen Dorfbewohnern verständlicherweise Angst. Glaube und Aberglaube, Menschen, die den Tod fürchten und solche, die ihn freudig erwarten: in diesem Buch findet sich jeder von uns wieder. Schon mehrfach wurden Mariana Lekys Werke ausgezeichnet, und der vorliegende neue Band ist auf dem besten Weg dazu.
Was ich von hier aus sehen kann
von ele - 01.09.2017
Was man von hier aus sehen kann, Familienroman von Mariana Leky, 314 Seiten, erschienen im Dumont Verlag. Familienepos aus dem Westerwald. Luise ist die Protagonistin in dieser Geschichte. Zusammen mit ihrem Freund Martin besucht sie die Grundschule. Sie beschließt später Martin zu heiraten, weil sie findet er ist der Richtige nämlich der, der ihr "das Hinsehen erspart, wenn die Welt ihren Lauf nimmt". Ihre Oma Selma ist eine besondere Frau, wenn diese von einem Okapi träumt dann stirbt jemand in ihrem Dorf, innerhalb der nächsten 24 Stunden. Jedoch weiß man nie wen dann das Schicksal ereilt. Eigentlich spricht Selma nicht gerne darüber, denn sobald die Bewohner des kleinen Westerwalddorfes von einem "Okapitraum" erfahren, dann geht alles drunter und drüber, Geständnisse werden gemacht. Briefe werden geschrieben, aus dem Postsack wieder herausgefischt und alle haben Angst, dass es sie treffen könnte. Die Geschichte beginnt, als Selma mit einem "Hallöchen" morgens die Küche betritt. Luise merkt sofort, dass etwas im Argen ist. Selma hatte einen ihrer ahnungsvollen Träume. Wen wird es diesmal treffen? Die Geschichte geschrieben in der Ich-Perspektive Luises, gliedert sich in 3 Teile, wobei der erste Teil hauptsächlich den aktuellen Traum und seine Konsequenzen schildert. Jedes der Kapitel hat eine Überschrift die auf den Inhalt eingeht. Ein emotionsgeladenes Werk in wunderschöner Sprache ist der Autorin hier gelungen. Folgender Satz hat sich mir besonders eingeprägt: "Keiner ist allein, solange er wir sagen kann". Ein Roman voller interessanter tiefgründiger Personen, die so gut beschrieben sind, dass der Leser sie geradezu vor sich sieht. Selma z.B. hat Ähnlichkeit mit Rudi Carell. Faszinierend fand ich auch den Kartoffelbrei der die unentschlossene Farbe von Marlies Unterhose hat. Die Personen im vorliegenden Roman haben irgendwie alle "ein Rad ab." Meine Lieblingsfigur neben Selma, war natürlich der Optiker, ein wahrer Freund und Helfer in allen Lebens- und Notlagen, der seit vielen Jahren Selma liebt und nie geschafft hat, es ihr zu gestehen. Witzig fand ich die vielfältigen Anfänge seiner Liebesbriefe. Er und Luises Oma sind die richtige, echte Familie für die beiden Kinder. Martin wird von seinem Vater geschlagen und auch Luises Eltern sind ein "Totalausfall". Dazu die esoterische Elsbeth, Selmas Schwägerin, die immer einen abergläubischen Tipp für alle Lebenslagen parat hält, oder Palm mit seinen "Bibelzitaten" und der buddhistische Mönch Frederik so ist jeder Charakter für sich spannend und einzigartig, ja etwas Besonderes. Nur eines gefällt mir am vorliegenden Roman nicht - es fehlt eine richtige, spannende Handlung. Es plätschert ein wenig dahin mir fehlte auch am Schluss ein zufriedenstellendes Ende. Trotzdem eine Empfehlung für die Leser, die skurrile Familiengeschichten mögen, bei denen es auch gerne etwas übersinnlich zugehen darf. Für alle die gerne "ein bisschen Welt hereinlassen" wollen. Dazu von mir verdiente 4 Sterne.
Fabelhaft!
von Ännie - 27.08.2017
¿ fast wie ein Okapi, dieses interessante Tier, dass fast ein wenig wirkt, als hätte sich jemand im Bauplan tüchtig vertan. Wer es einmal gesehen hat, wird es nicht mehr vergessen. So geht es auch Selma, deren Mann Heinrich ihr einmal ein Bild aus einer Zeitung mit diesem bemerkenswerten Wesen zeigte. Zeit ihres Lebens schleicht sich das Okapi nun immer wieder in ihre Träume ein. Und schnell ist klar, was das zu bedeuten hat: irgendjemanden aus dem kleinen Dorf im Westerwald wird der Tod ereilen. Und weil ein solches Vorzeichen ihre ganze Umgebung kirre macht, versucht Selma tunlichst zu vermeiden, dass jemand es erfährt, wenn sie mal wieder geträumt hat. Doch wie die Ich-Erzählerin Luise, die Enkelin Selmas, dem Leser erklärt, funktioniert das nur so bedingt. Kommt Selma betont harmlos schlackernd und "Hallöchen" flötend in die Küche, ist die Sache klar. Logisch, dass niemand weiteres davon erfahren soll - und eine Stunde später weiß es das ganze Dorf und bereitet sich vor: Briefe werden geschrieben mit Geständnissen und Beichten, Vorbereitungen getroffen - und bei Bedarf am nächsten Tag wieder aus dem Postsack geklaubt, war man denn selbst nicht betroffen. Diese Träume, Selma, das Dorf im Westerwald, das Okapi - all das ist aber eigentlich nur Plattform für vor allem Luises Geschichte. Eine Geschichte über Freundschaft und Liebe, über Distanz und Nähe, verstockt sein und verschwommen sein, unterwegs und zu Hause sein, getrennt und zusammen sein. Über Gemeinschaft und Verbundenheit, in der Familie und mit Freunden und Bekannten, Dinge die Menschen zusammenführen, zusammenhalten und auseinanderreißen, Löcher im Fußboden, knallende Garagentore und Erbsen aus der Dose. Aberglauben und Depressionen, Fernweh und Heimatverbundenheit. Luise berichtet fast beiläufig kommt es einem vor, von all diesen Dingen, die passieren, wenn das Leben seinen Lauf nimmt und was das mit einem Menschen macht - mit ihr selbst und mit allen anderen Personen die um sie herum sind und ihre eigenen Geschichten haben: zuvorderst Selma und der Optiker, Elsbeth, Marlies, Palm, ihre Eltern und Frederik. "Was man von hier aus sehen kann" ist ein Lesehighlight 2017 für mich. Es ist ein Buch zum laut Lachen und leise Weinen, zum Schmunzeln, zum erschrocken die Augen aufreißen, zum in einem Rutsch weglesen und ganz langsam lesen und genießen, damit mehr davon hat. Mehr von dieser wundervollen - es gibt kein besseres Wort als das im Klappentext - lakonischen Sprache Mariana Lekys, diesem Witz, dieser Tragik, dieser Selma, die aussieht wie Rudi Carrell, dem Optiker, "apropos Optiker", seitenweise seine Briefanfänge hätte ich lesen wollen, schwarz gekleideten Hessen-Buddhisten und zu alt für ein Hundeleben Alaskas und mittendrin eine Luise. Das Okapi ist dabei für mich ein wiederkehrendes Symbol, so wenig wie bei diesem Tier zusammenpasst, so ist das im Leben nun mal auch manchmal, und im Gefühlsleben erst recht. Und da kann man unterschreiben was man will, die Wahrheit liegt in fünf Jahren und über 700 Briefen. Fazit: Lesen! Das ist humorvoller als jeder "heitere Roman", tragischer als jedes "schicksalhafte Familienepos", es ist einfach nur mitreißend. Eine literarische und sprachliche Perle!
Du solltest mehr Welt hineinlassen
von herrzett - 25.08.2017
Ich hatte ja bereits - dank zahlreicher begeisterter Rezensionen - meine Erwartungen an dieses Buch recht hoch angeschraubt, aber Mariana Leky hat mit ihrem Roman diese eindeutig mehr als übertroffen. Bereits der Prolog zeigt, dass es sich hierbei um ein literarisches Highlight dieses Jahres handelt. Es ist ein nahezu perfektes Konglomerat aus Überraschungen, Unterhaltung, Weisheiten, Witz, Liebe und Trauer gepaart mit reichlichen Situationen, die man auch in seinem eigenen Leben wiederfindet - sei es der rasende Buschfunk innerhalb des Dorfes, die Eigenarten und schrulligen Macken einzelner Hauptfiguren, die Begeisterung für den Buddhismus oder andere Länder und Ängste über seine eigenen Schatten zu springen. Diese Geschichte zeigt uns, dass man sich die Abenteuer für die man gemacht ist nicht immer aussuchen kann und Veränderungen manchmal auch ganz plötzlich und ohne Worte geschehen, doch alles am Ende irgendwie auch gut läuft, sofern man es sich auch eingesteht. Ohne zu viel vorweg zu nehmen ist Was man von hier aus sehen kann einfach eine Bereicherung für jedes Bücherregal und ein Buch welches auch noch langfristig beschäftigen wird - zumindest ist mein Kopf auch noch nach Stunden voller Gedanken und irgendwie doch ganz leer.
ein Buch der anderen Art
von Anonym - 24.08.2017
Viele hier glauben ja nicht an Wahrsagerei oder sonstigen Hokus Pokus... ich im Grunde auch nicht, aber was das mit den Träumen angeht, da muss ich leider eingestehen, dass ein Fünkchen Wahrheit hinter solchen Dingen steckt... auch ich musste schon die Erfahrung machen, dass ein bestimmtes Symbol in einem Traum bedeutet, dass jemand stirbt. Leider, bzw zum Glück weiss man nie wen es treffen wird... Dieses Thema ist sehr speziell und nicht für jedermann... ebenso auch dieses Buch... Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen... und es gibt im Grunde nichts auszusetzen. Denke man sollte sich als Leser vorher einfach im Klaren sein, ob man an so etwas glaubt oder nicht... dann wird man auch nicht negativ überrascht oder enttäuscht.
von Buecherdanny - 24.08.2017
Selma lebt in einem kleinen Dorf im Westerwald. Sie kann den Tod voraussehen, denn immer wenn sie von einem Okapi träumt, stirbt jemand aus ihrer näheren Umgebung. Sie weiß allerdings nie, wer sterben wird. Nach einem erneuten Traum von Selma sind die Dorfbewohner beunruhigt, denn sie wissen nicht, wen es treffen wird... Mariana Leky erzählt einfühlsam von den Ängsten und Gefühlen der Dorfbewohner nach Selmas Traum. Nach und nach lernt man die skurrilen und eigensinnigen Bewohner der Dorfes besser kennen. Die Charaktere sind sehr detailreich und liebevoll gezeichnet. Ich fühlte mich ins Dorfleben hineinversetzt. Besonders Selma und ihre Enkelin Luise sind mir ans Herz gewachsen. Ich habe mit Spannung Luises Entwicklung und Liebesgeschichte verfolgt. Auch den Optiker fand ich sehr sympathisch. Der Roman ist in einer originellen, bildhaften Sprache mit viel Humor geschrieben. Das Buch vermittelt Hoffnung, in jedem Ende, steckt auch ein neuer Anfang. Mir viel es schwer, die nette Dorfgemeinschaft zu verlassen!
Hin und her
von Wilhelma - 18.08.2017
Was man von hier aus sehen kann, ein Roman von Mariana Leky beschreibt das Leben der Einwohner in einem Dorf im Westerwald. Es wird von Luise erzählt, wie sie dort aufgewachsen ist und was sie mit ihrem Schulfreund Martin erlebt hat. Es sind im Grunde nur ganz normale Dinge im Leben zweier Schulkinder, und doch wirkt es durch den Schreibstil sehr lebendig. Wie die beiden Zug fahren und genau wissen an welche Stelle sie sich mit geschlossenen Augen befinden, ist sehr witzig geschildert. Selma, die Großmutter von Luise, hat eine seltsame Gabe. Träumt sie von einem Okapi, wird innerhalb von 24 Stunden jemand aus dem Dorf sterben. Die Dorfbewohner nehmen diese Nachricht ganz unterschiedlich auf. Der Bauer, der quasi auf den Tod wartet, der Optiker, der ihn versucht zu beeinflussen...wen wird es treffen? Das Buch an sich ist sehr gefühlvoll geschrieben, doch so richtig begeistern konnte es mich nicht. Hatte wahrscheinlich durch den Klappentext was ganz anderes erwartet
"Von der unbedingten Anwesenheitspflicht im eigenen Leben."
von Wedma - 10.08.2017
Es ist schon etwas her, als ich diesen Roman von Mariana Leky gelesen habe. Er bleibt mir aber sehr klar in Erinnerung als eine großartige Geschichte, die aus mehreren anderen bemerkenswerten Geschichten besteht, als Lesegenuss, als Highlight dieses Lese-Sommers. Der Untertitel "Von der unbedingten Anwesenheitspflicht im eigenen Leben" passt zum Inhalt sehr gut. Der Roman besticht durch wunderbare, poetische, bildhafte Sprache, durch spannende Figuren, ihre Eigenheiten, durch unverstellten Blick auf die Heimat, durch Witz und Humor, der fast auf jeder Seite durchblitzt, durch seine bemerkenswerte Einfachheit uvm. Geniale Dinge sind eben einfach. Die Liebe spielt hier eine sehr große Rolle. Sie ist auf jeder Seite spürbar. Dieser Roman ist ein must-read für alle Leserinnen und Leser, die tolle Familienromane lieben, die großartige Figuren gern kennenlernen und dabei brillante Sprache genießen möchten. Ich wünsche diesem Roman die ihm gebührende Anerkennung und vergebe sehr gerne die fünf wohl verdienten Sterne.
Lasst den Westerwald herein!
von Diamondgirl - 07.08.2017
Um es gleich vorweg zu sagen: Ich habe mein Buch des Jahres gefunden! Luise erzählt uns einen Teil ihres Lebens, der zugleich auch ein Teil ihres Dorfes im Westerwald ist - wobei dem Westerwald hier keine besondere Rolle zukommt. Die Erzählung beginnt, als Luise 10 Jahre alt ist. Ihre Großmutter Selma hat die Fähigkeit, den Tod vorher zu ahnen. Immer wenn sie von einem Okapi träumt, stirbt innerhalb des nächsten Tages jemand. Sobald der Traum die Runde macht wird das kleine Dorf hektisch, denn jeder (bis auf einen) fürchtet, dass er dieser Jemand sein könnte. Alleine diese Idee ist schon mehr als verrückt, doch es ist längst nicht der letzte grandiose Einfall, der einen zum schmunzeln bringt. Der Aufbau und die Ausarbeitung der Charaktere macht einfach nur Spaß! Ob es Selma ist, die aussieht wie ein Double von Rudi Carrell und ständig MonCheri nascht, Marlies, die sich immer mehr in ihre Hütte verkriecht, auf jedermann schlecht zu sprechen ist und an allem etwas auszusetzen hat, die Dorfhexe Elsbeth, die tagein tagaus die gleichen Pantoffel trägt und sie einfach tauscht, wenn sie einseitig abgelaufen sind, Martin, dem ständig eine übereifrige Haarsträhne zu Berge steht oder der herzensgute Optiker bis hin zu Alaska, dem Irish Wolfhound, den Luises Vater ihrer Mutter schenkt, der aber letztlich mehr bei Selma oder Luise ist als anderswo. Und das sind noch längst nicht alle Mitwirkenden in diesem Buch. Wer nun darauf hofft, dass sich in diesem Miteinander eine fortlaufende Handlung entwickelt, der hofft vergebens. Was m. E. nicht weiter schlimm ist, denn ich konnte sehr gut damit leben, mich einfach in dieses Dorf zu begeben und es in mein Herz zu lassen. Luise erzählt - erst aus der Zeit als sie 10 war, dann aus der als sie 22 war und zum Schluss aus der, als sie 32 war. Und in diesem Zeitraum ist festzustellen, dass das Dorfleben und die Menschen im großen und ganzen bleiben wie sie sind. Immer wieder tauchen Rückblicke auf, die die Menschen im Dorf verständlicher machen. Warum mancher ist wie er wurde. Der rote Faden ist in diesem Buch das Thema Liebe und Zugehörigkeit, aber auch der selbstbestimmte Lebensweg. In jeder Altersstufe widerfährt Luise Einschneidendes. Mal tritt der Tod in ihr Leben und ein anderes Mal der Buddhist Frederik, der in Japan in einem Kloster lebt. Dennoch ist es kein rührseliges Buch, geschweige denn ein Liebesroman. Es enthält eine ganze Reihe philosophischer Ansätze, jedoch ohne belehrend zu werden. Es gibt einfach Denkanstöße. Und es gibt wundervolle Sätze... Mariana Leky verwendet eine herrlich lebendige Sprache und dies so meisterlich, dass alleine das Lesen schon Spaß macht - egal worum es gerade geht. Zitat S. 52: Ich beschloss, Martin später zu heiraten, weil ich fand, der Richtige sei der, der einem das Hinsehen erspart, wenn die Welt ihren Lauf nimmt. Dazu kommen Wortschöpfungen, die einen schmunzeln lassen, bei denen jedoch jeder sofort weiß, was die Autorin meint (Bsp: kranzschleifenschwarz). Das Ganze wird dazu noch mit einer guten Portion Humor serviert. Es gibt immer wieder Situationen, bei denen ich wirklich lachen musste. Oft sind es ganz banale Situationen wie die beim Einzelhändler, der Kaffee to go anbietet, aber nur kurz, weil niemand sein Angebot annimmt Wo soll ich mit dem Kaffee denn hingehen?, hatte die Frau des verstorbenen Bürgermeisters gefragt. (S. 255) Keine dumme Frage in einem Dorf... Fazit: Alles zusammen ergibt einen meisterlichen Roman um das Leben und Lieben schlechthin. Nie oberflächlich sondern immer in einem nachhallend mit einer ausgeprägten Liebe zur Sprache. Mir werden sie fehlen, die Leute aus dem Westerwald!
Ein ungewöhnliches Buch!
von Tiana - 30.07.2017
Das Buch hat mich durch sein ungewöhnliches Cover aufmerksam gemacht, entsprechend gespannt war ich also, ob es mich dann auch überzeugen kann. Zum Inhalt will ich gar nicht viele Worte verlieren, da die Geschichte um Selma, Luise und die anderen Dorfbwohner eigentlich nur den Rahmen dafür bildet, was in dem Buch wirklich wichtig ist. Wenn Selma von einem Okapi träumt, stirbt innerhalb des nächsten Tages jemand. Dies bringt jeden im Dorf dazu, nachzudenken: über sich, sein Leben und vor allem über Gefühle: Liebe, Vertrauen, Schmerz, Trauer... Dieser Fokus auf menschliche Emotionen prägt das ganze Buch. Mariana Leky verzichtet dabei allerdings auf komplizierte Formulierungen, sondern formuliert leicht und eingängig, wenn auch teils sehr eigenwillig mit Wortschöpfungen, die einen manchmal beim Lesen stutzen lassen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich habe einige Zeit zum Lesen gebraucht, aber das lag wohl daran, dass ich immer wieder einzelne Abschnitte Revue passieren lassen musste und mich etwas länger mit dem gelesenen auseinandergesetzt habe. Von mir gibt es volle 5 Sterne für dieses Buch und eine eindeutige Leseempfehlung!
Ein tolles Buch!
von Kunde - 28.07.2017
Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky handelt nicht nur von Selma und ihren Träumen von Okapis nach denen jemand stirbt. Es handelt vielmehr von skurrilen, liebenswürdigen Menschen und der Zwischenmenschlichkeit, die sich nach einem Tod entwickelt. Das Buch wird nicht unbedingt von Spannung vorangetrieben, sondern von den Figuren und der Sprache - und das ist wirklich großartig! Zu Beginn war ich etwas skeptisch, doch nachdem ich mich auf die Erzählweise eingelassen und ich mich an sie gewöhnt hatte, war es eine Freude zu lesen. Dies liegt nicht zuletzt an den sprachlichen Bildern, vor allem der unglaublich metaphorischen Sprache. Dies macht den Roman zu einem Fenster durch das man eine Geschichte beobachten und nicht nur lesen kann. Der Roman umfasst 315 Seiten, doch man hat wegen der großen Handlungsbögen das Gefühl, man würde die Charaktere viel länger begleiten. Meine einzigen Kritikpunkte waren (sie lösten sich auf): Am Anfang habe ich mich gewundert, wie altklug die 10-jährige Erzählerin erzählt, doch der Irrtum klärte sich auf. Und auch die Figuren, die ich zu Beginn flach fand und dich ich mir wenig bildlich vorstellen konnte, nehmen Gestalt an. Dieses Buch ist sentimental geschrieben, besticht durch eine tolle, auf andere Art humorvolle Sprache und es ist wunderschön geschrieben. Was man von hier aus sehen kann ist das beste Buch, das ich bisher in diesem Jahr gelesen habe.
Ein Dorf im Westerwald und seine unterschiedlichsten Menschen
von Josef - 27.07.2017
Das Buch "Was man von hier aus sehen kann" ist der Autorin Mariana Leky aus meiner Sicht voll und ganz gelungen und wird sicherlich ein Bestseller. Es ist das Porträt eines Dorfes und seine Menschen. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Luise. Diese beginnt im April 1983, Luise ist im vierten Schuljahr. Luises Großmutter Selma kann den Tod vorhersehen, es stirbt immer jemand aus dem Dorf innerhalb von 24 Stunden wenn sie von einem Okapi träumt - und das ist in der Nacht zum 18. April 1983 der Fall gewesen. Selma versucht es am Morgen danach erst mal zu überspielen, schafft es aber nicht lange. Luise erfährt es als erster aber nach und nach weiß es jeder aus dem Dorf. Und jeder hat (mehr oder weniger) Angst, denkt über sein Leben nach und versucht das ein oder andere noch richtig zu stellen - man könnte ja betroffen sein. Dass es dann ausgerechnet Luises besten Freund Martin traf, machte mich sehr betroffen. Aber: das Leben geht weiter, auch wenn Luise nach diesem tragischen Unfall gar nicht mehr aufwachen wollte. Der Leser begleitet Luise über viele Jahre hinweg und die Geschichte wird an keiner Stelle langweilig. Die betroffenen Personen hatte ich bildlich vor Augen, so gut sind diese und ihre Charaktere beschrieben. Selma und ihre verblüffende Ähnlichkeit mit Rudi Carrell, der Optiker und viele Personen mehr. Das Cover zeigt ein Okapi im schlichten schwarz-weiß, der Buchtitel sticht jedoch mit großen in Rot gedruckten Farben hervor. Das Buch im Ganzen ist sehr edel gestaltet. Ein lesenswertes Buch voller Gefühle, mit Witz und Ironie sowie ungeschminkter Ernsthaftigkeit
von Gisela Block - 24.07.2017
Sie werden sich bei der Lektüre dieses Buches sofort in die Protagonisten verlieben ! Garantiert ! Diese hinreissende Familiengeschichte spielt in einem kleinen Dorf im Westerwald und wartet mit den sympathischsten und skurrilsten Dorfbewohnern auf, die man sich hierzulande vorstellen kann. Hauptperson ist Luise, die wir im Alter von 10 Jahren kennenlernen und bis ins Erwachsenenalter begleiten, ihre Großmutter Selma und viele Dorfbewohner, die alle liebevoll skizziert sind und eine kleine Macke haben. Aber genau das macht den Roman so bezaubernd und zu einem großen Lesevergnügen. Eine der gelungensten Neuerscheinungen des Jahres ! Unbedingte Leseempfehlung !
Die Kunst des Wörterjonglierens
von heinoko - 22.07.2017
Wunderbar, großartig, bewegend, ein Juwel, meisterhaft, ergreifend, unauslotbar, ein Kleinod - ich kann gar nicht aufhören zu schwärmen von diesem überragenden Buch! Wenn die alte Selma, die aussieht wie Rudi Carell, von einem Okapi träumt, wird innerhalb der nächsten 24 Stunden jemand aus dem Dorf sterben. Und alle aus dem Dorf rüsten sich in diesem Fall auf sehr individuelle Weise, um entweder vorbereitet zu sein auf den Tod oder sich vor ihm zu verbergen. Dieser trivial-geniale Ausgangspunkt eröffnet ein Kaleidoskop an Geschichten, an kleinen und großen Geschichten, an Geschichten, die so schmerzhaft sind, dass man ganz schnell die Seiten wegliest, bis man ein paar Seiten später all die Verletzungen einfach weglacht, und Geschichten, die so gut tun, dass man die Zeilen immer und immer wieder liest, um nichts von diesen Wohltaten je zu verlieren. Überhaupt: Man möchte Satz um Satz festhalten und nicht mehr loslassen. Was für eine wunderbare Sprache, präzise und lyrisch in einer ungewöhnlichen Kombination. Gibt es zum Beispiel ein schwärzeres, grausameres Schwarz als das Wort "kranzschleifenschwarz", so endgültig und tief. Oder wer hätte nicht sofort ein Bild vor Augen, wenn Teppichfliesen wie Rauhaardackelfell beschrieben werden. Ich bin fasziniert von der Autorin und ihrer großartigen Gabe, mit Wörtern zu jonglieren und uns dabei wie mit einer überaus scharf geschliffenen Brille eine prismengenaue, dabei aber unendlich tolerante Sicht auf die Welt, auf die Menschen, auf all die alltäglichen Merkwürdigkeiten um uns herum zu gewähren. Und dies nicht mit einer drögen Ernsthaftigkeit, sondern mit einer gelassenen Heiterkeit. Meisterhaft!
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