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Gesamtausgabe Abt. 4 Hinweise und Aufzeichnungen Bd. 85. Vom Wesen der Sprache als Buch
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Gesamtausgabe Abt. 4 Hinweise und Aufzeichnungen Bd. 85. Vom Wesen der Sprache

Die Metaphysik der Sprache und die Wesung des Wortes. Zu Herders Abhandlung 'Über den Ursprung der Sprache'.…
Buch (gebunden)
Mit diesem Band erhält Heideggers vielfältiges Nachdenken über Wesen und Wesung der Sprache wichtige Ergänzungen. Für ein zweistündiges Oberseminar im Sommersemester 1939 setzte er sich mit Herder und dessen preisgekrönter Schrift "Über den Ursprung … weiterlesen
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Gesamtausgabe Abt. 4 Hinweise und Aufzeichnungen Bd. 85. Vom Wesen der Sprache als Buch

Produktdetails

Titel: Gesamtausgabe Abt. 4 Hinweise und Aufzeichnungen Bd. 85. Vom Wesen der Sprache
Autor/en: Martin Heidegger

ISBN: 3465030265
EAN: 9783465030263
Die Metaphysik der Sprache und die Wesung des Wortes. Zu Herders Abhandlung 'Über den Ursprung der Sprache'.
Auflage 1999.
Herausgegeben von Ingrid Schüßler
Klostermann Vittorio GmbH

1. Januar 1999 - gebunden - XI

Beschreibung

Mit diesem Band erhält Heideggers vielfältiges Nachdenken über Wesen und Wesung der Sprache wichtige Ergänzungen. Für ein zweistündiges Oberseminar im Sommersemester 1939 setzte er sich mit Herder und dessen preisgekrönter Schrift "Über den Ursprung der Sprache" auseinander. Die Aufzeichnungen zu den Übungen führen unmittelbar in die Werkstatt des Denkers, indem sie den Leser teilnehmen lassen an den Fragen, mit denen Heidegger die Darstellung von Herders Gedanken begleitet. Sie leben aus der Gegenüberstellung von metaphysischer und seinsgeschichtlicher Betrachtung der Sprache, dem Kreisen um die Grenzen der Metaphysik und dem Bemühen, den "anderen Anfang" zu finden und von dorther die alten Fragen neu zu denken. Drei Gedichte Stefan Georges dienen als Beispiel für das "übergängliche" Wort. Den Aufzeichnungen Heideggers sind die Protokolle von Teilnehmern des Seminars beigegeben. Sie spiegeln den Gang der Übungen und die dort erzielten Ergebnisse. Damit ist Gelegenheit gegeben, neben dem Denker Heidegger nun auch dem Lehrer über die Schulter zu schauen.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 21.03.2000

Unsere Studenten studieren nicht mehr
Die Arbeit am Zugriff: Martin Heidegger tischt die Ideale von 1933 auf / Von Andreas Platthaus

Martin Heidegger hielt große Stücke auf die eigene Rede: In seiner Stellungnahme "Zur Einrichtung einer Dozentenschule" vom August 1934 führte er unter Punkt 4 aus: "keine ,Schulungskurse', sondern eine wirkliche Schule. D. h. die Schüler müssen in der Gemeinschaft mit den Lehrern ihre künftige Erzieherarbeit arbeitend einüben." Und Punkt 7 verlangte: "Anlage der Vorlesungen auf das Wesentliche, den inneren Bau des Vortrags, Lebendigkeit und Schlagkraft sollen sie dadurch lernen, daß ihnen solche Vorlesungen, die inhaltlich sich jeweils der Erziehungsaufgabe der Dozentenschule einfügen, durch die Lehrer vorgeführt werden."

Er selbst, Heidegger, sollte natürlich dieser Vorführer sein. Die Dozentenschule war sein Lieblingsprojekt jener Zeit - ein Modell, das der Philosoph während seiner Zeit als Rektor der Freiburger Universität (April 1933 bis zum Rücktritt im Februar 1934) bereits einmal ausprobiert hatte: in einem "Fachschaftslager", das von Heidegger in seiner berühmten Hütte in Todtnauberg veranstaltet wurde. "Im Anfang waren sehr große Widerstände gegen mich da . . . am Ende hatte ich sie alle", berichtete er Elisabeth Blochmann. Zwanzig Teilnehmer wurden damals vorzeitig von ihm nach Hause geschickt. "So ein Lager ist eine große Probe - für jeden - und gefährlich."

Da ist sie wieder, wenn auch unausgesprochen: die Angst als bestimmendes Element des Daseins. Sie ist auch Kennzeichen der Gefolgschaft, die für Heidegger mit der Machtergreifung der Nazis zu einem seiner zentralen Begriffe wurde. In der ebenso berühmten wie berüchtigten Rektoratsrede, die die "Selbstbehauptung der deutschen Universität" zum Thema hatte, entwickelte Heidegger sein Ideal vom Dienst an der Gemeinschaft, der in dreierlei Form zu erfolgen habe: als Arbeits-, Wehr- und Wissensdienst. Die Anlehnung dieses Dreierschemas an die platonische "Politeia" ließ den philosophisch Kundigen nicht im Zweifel darüber, dass der neue Rektor hier keine Anbiederung an den Nationalsozialismus vollzog, sondern die Dynamik des "Aufbruchs" als Anzeichen eines neuen "Anfangs" feierte, der durch die Philosophie, nicht die Politik, vollzogen werden sollte. Doch beide hatten Hand in Hand zu arbeiten, auch daran ließ Heidegger keinen Zweifel. Dass er seit der späten Weimarer Zeit mit den Nazis und ihrem antiklerikalen und -bolschewistischen Programm sympathisierte, hat er auch später nie verhehlt.

Vergessen hat man ihm das nie, und so zieht sich die Rechtfertigung seiner philosophischen Konzeption jener Jahre wie ein Leitfaden durch die späteren Texte des jetzt erschienenen sechzehnten Bandes der Gesamtausgabe: "Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges". Die Distanzierung seiner Philosophie vom Nationalsozialismus terminiert Heidegger selbst auf Anfang 1934. Dass er seinen Traum vom im Dozentenlager umgesetzten Führerprinzip noch ein halbes Jahr weiterspann, dass er in einer nun erstmals publizierten Ansprache vor ehemaligen Klassenkameraden im Mai 1934 ausführte: "Die Gefolgschaft, das Sichbinden in den Willen des Führers, schafft erst Gemeinschaft", widerlegt ihn nicht. Es beweist aber, wie tief sich Heidegger mit seiner Philosophie verrannt hatte.

Die "Kehre" lag erst ein paar Jahre zurück, und die Gemeinschaft hatte das Individuum als Seinsmöglichkeit im Dasein abgelöst. Das Dilemma von "Sein und Zeit", keinen Ausgang aus dem Vollzug des Daseins zu finden, ist überwunden, sobald das Schicksal nicht mehr an den Einzelnen gebunden ist. Deshalb konnten die Nazis Heidegger mit ihrem Volksgetue so für sich einnehmen, deshalb pries er "Herrlichkeit und Größe dieses Aufbruchs", der ihm als Leistung einer Gemeinschaft erschien, die sich der Führung Hitlers unterordnete - einer Gefolgschaft, die Philosophie Ereignis werden lässt. Jaspers rügte seinerzeit die "zeitgemäßen" und "hohlen" politischen Passagen, konnte aber dem philosophischen Gehalt der Rektoratsrede seine Achtung nicht versagen.

Nun sind aber auch andere Reden Heideggers als Rektor endlich zugänglich, und sie zeigen einen verblendeten oder besser: geblendeten Philosophen. Das höfliche "Sie" der Immatrikulationsansprache vom 6. Mai 1933 wich beim gleichen Anlass im Folgesemester bereits dem "Du". Der Jargon der Nazis triumphierte über den der Eigentlichkeit. Die Studenten hatten dem Rektor gegenüber Gefolgschaft zu sein, und die Rede zur Immatrikulation vom 25. November 1933 ist der Gipfelpunkt von Heideggers Kapitulation vor den Ereignissen der Zeit. Sie führt den Dienst-Gedanken der Rektoratsrede einen Schritt weiter, denn deutsche Studenten studieren jetzt nicht mehr, "dieser neue Schlag der Wissenwollenden ist jederzeit unterwegs. Dieser Student aber wird zum Arbeiter."

Was heißt das? "Die Arbeit erobert dem Volk seine Bodenständigkeit zurück", führte Heidegger zwei Wochen zuvor bei einer Leipziger Kundgebung zur Volksabstimmung über den Austritt aus dem Völkerbund aus. Der Verfall des Daseins durch die moderne "Bodenlosigkeit", die Loslösung von der Heimat, ist stetes Motiv der Texte von 1925 an und bleibt es bis zu Heideggers Tod 1976. In beiden Immatrikulationsreden von 1933 ist Albert Leo Schlageter, der nationalsozialistische Märtytrer der Ruhrbesetzung von 1923, als geborener Schwarzwälder Heideggers Kronzeuge für die Kampfbereitschaft, die aus der Heimatbindung entsteht.

Der Anfang ist im November 1933 dem "Andrang einer neuen deutschen Wirklichkeit" gewichen, die das Sein verändert, aber keinen neuen Möglichkeitsraum mehr eröffnet. Aber Heidegger hat seine Erwartung bereits ins unablässlich Kommende verlegt; es gilt "im Kampf dem eigenen Wesen die Bahn zu schaffen und die Dauer zu sichern". Der permanent aufgeschobene Anfang, den der Philosoph in den nächsten Jahren zu seinem Leitgedanken machen wird, ist hier schon angelegt. Aber noch erlaubt dieser Aufschub, selbst Gefolgschaft zu sein und seine Studenten explizit auf Adolf Hitler zu verpflichten.

Das ist ein Heidegger, den man nicht kennt, über den aber seit Jahrzehnten unendlich viel geredet wird. Es ist unfair, den grandiosen Band 16 der Gesamtausgabe auf die Texte der Nazizeit zu beschränken, doch er versammelt erstmals ein großes Konvolut aus Reden, Briefen und Aktenstücken jener Jahre, so dass man sich endlich ein besseres Bild von Heideggers umstrittenem Wirken machen kann. Erfreulich ist es nicht, aber die Konsequenz ist zu ehren, mit dem auch dieser Irrweg des Denkens von den Herausgebern dokumentiert wird.

Konzipiert wurde dieses Buch 1975 noch von Heidegger selbst, gemeinsam mit Band 13, der 1983 unter dem Titel "Aus der Erfahrung des Denkens" erschienen ist. Für beide zeichnet Hermann Heidegger, der nun auch schon achtzigjährige Sohn, als Herausgeber verantwortlich; die heiklen Affären bleiben in der Familie. Es sind dies die beiden einzigen Teile der Gesamtausgabe, die den vollständigen Zeitraum des philosophischen Denkens Heideggers umfassen: die Jahre 1910 bis 1976, und beide enthalten unendlich vieles, was zuvor nie ediert worden ist. Der neue Band, der umfangreichste der Gesamtausgabe, schließt mit Heideggers Anweisung an den Sohn, bei seinem Begräbnis fünf Hölderlin-Passagen zu lesen: "langsam und schlicht als letzter Gruß an meinem Grab". Hölderlin, das war der Dichter der "Heimkunft als Umnachtung", wie Heidegger 1969 in einer Dankrede feststellte. Da bekommt die Bodenständigkeit ihr Unheimliches.

Martin Heidegger: "Gesamtausgabe". I. Abt.: Veröffentlichte Schriften 1910-1976. Band 16: Reden und andere Zeugnisse eines Lebensweges. Vittorio Klostermann, Frankfurt am Main 2000. 842 S., br. 148,-, geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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