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Grenzgänger

Roman. Die Geschichte einer verlorenen Kindheit.
Buch (gebunden)
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Wenn Recht nicht Gerechtigkeit ist: Spiegel-Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann mit ihrem neuen Meisterwerk "Grenzgänger" rund um ein düsteres Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte:
Heimkinder in den 50er und 60er Jahren.
Die vielfach ausgezeichnete … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Grenzgänger
Autor/en: Mechtild Borrmann

ISBN: 3426281791
EAN: 9783426281796
Roman. Die Geschichte einer verlorenen Kindheit.
Droemer HC

1. Oktober 2018 - gebunden - 285 Seiten

Beschreibung

Wenn Recht nicht Gerechtigkeit ist: Spiegel-Bestseller-Autorin Mechtild Borrmann mit ihrem neuen Meisterwerk "Grenzgänger" rund um ein düsteres Kapitel deutscher Nachkriegsgeschichte:
Heimkinder in den 50er und 60er Jahren.
Die vielfach ausgezeichnete Autorin Borrmann, die mit ihrem zuletzt erschienen Roman "Trümmerkind" monatelang auf Platz 2 der Spiegel-Bestseller-Liste stand, erzählt mit der ihr eigenen soghaft-präzisen Sprache die Geschichte einer lebenshungrigen Frau - ein ehemaliges Heimkind - , die an Gerechtigkeit glaubt und daran verzweifelt.

Die Schönings leben in einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze. Wie die meisten Familien hier verdienen sich auch die Schönings mit Kaffee-Schmuggel etwas dazu. Die 17jährige Henni ist, wie viele andere Kinder, von Anfang an dabei und diejenige, die die Schmuggel-Routen über das Hohe Venn, ein tückisches Moor-Gebiet, kennt. So kann sie die Kaffee-Schmuggler, hauptsächlich Kinder, in der Nacht durch das gefährliche Moor führen. Ab 1950 übernehmen immer mehr organisierte Banden den Kaffee-Schmuggel, und Zöllner schießen auf die Menschen. Eines Nachts geschieht dann das Unfassbare: Hennis Schwester wird erschossen.
Henni steckt man daraufhin 1951 in eine Besserungsanstalt. Wegen Kaffee-Schmuggels. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Die jüngeren Geschwister, die Henni anstelle der toten Mutter versorgt hatte, kommen in ein kirchliches Heim. Wo der kleine Matthias an Lungenentzündung verstirbt. Auch das ist nur ein Teil der Wahrheit.
Spannung und Zeitgeschichte miteinander zu verknüpfen, versteht Borrmann wie keine andere deutsche Autorin. "Grenzgänger" ist ein packender wie aufwühlender Roman, eingebettet in ein düsteres Stück Zeitgeschichte.

Portrait

Mechtild Borrmann, Jahrgang 1960, verbrachte ihre Kindheit und Jugend am Niederrhein. Bevor sie sich dem Schreiben von Kriminalromanen widmete, war sie u.a. als Tanz- und Theaterpädagogin und Gastronomin tätig. Mit "Wer das Schweigen bricht" schrieb sie einen Bestseller, der mit dem Deutschen Krimi Preis ausgezeichnet wurde und wochenlang auf der KrimiZeit-Bestenliste zu finden war. Für den "Geiger" wurde Mechtild Borrmann als erste deutsche Autorin mit dem renommierten französischen Publikumspreis "Grand Prix des Lectrices" der Zeitschrift Elle ausgezeichnet. 2015 wurde sie mit "Die andere Hälfte der Hoffnung" für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Mechtild Borrmann lebt als freie Schriftstellerin in Bielefeld.

Leseprobe

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Pressestimmen

"Die Geschichte kommt - im Gegensatz zu manch anderen Krimis - ganz ohne überzogen dargestellte Schauer und Irrwege aus; dennoch geht 'Grenzgänger' mit seiner subtilen Grausamkeit bis ins Mark." Aachener Zeitung, 16.11.2018
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Ute J.
von Ute J. - Hugendubel Buchhandlung Cottbus Mauerstraße - 08.01.2019
Nichts für empfindsame Leser! Ein packender und aufwühlender Roman über das Schicksal deutscher Heimkinder in den 50er/60er Jahren. Henni glaubt an Gerechtigkeit und verzweifelt daran.
Heike S.
von Heike S. - Hugendubel Buchhandlung Stralsund Ossenreyerstr. - 22.11.2018
Eine bewegende und spannende Familiengeschichte der Nachkriegszeit. Sie erzählt in zwei Zeitebenen von dem Mädchen Henni, das Grenzen überschreitet und dann als junge Frau den Mut hat, die Wahrheit über das Schicksal ihrer Familie aufzudecken. Sehr ergreifend!!!
Beate Leinweber-Buchhandlung Hugendubel in Leipzig
Erschütternd...
von Beate Leinweber-Buchhandlung Hugendubel in Leipzig - Hugendubel Buchhandlung Leipzig Petersstr. - 30.09.2018
="Grenzgänger"= ist, meiner Meinung nach, Mechthild Borrmanns erschütterndstes Buch. Es erzählt die Geschichte der jungen Henni Schöning, die mit Kaffeeschmuggel im Winter 1947 ihre Familie über Wasser zu halten versucht. Ihre Mutter ist tot und der Vater, seit er aus dem Krieg heimkehrte, ein seelisches Wrack und mittlerweile fast schon fanatisch in seinem Glauben versunken, vegetiert er untätig neben seiner Familie her und überlässt die ganze Verantwortung, die Familie in den schweren, entbehrungsreichen Jahren nach dem Krieg durchzubringen, seiner 14 jährigen Tochter. Henni beißt sich durch; sie ist stark, mutig und lebenshungrig, sie will sich nicht unterkriegen lassen, sie lehnt sich gegen ihren Vater und den Pfarrer auf, die die Geschwister in einem Heim unterbringen wollen. Und als die Not immer größer wird und sich die belgische Grenze nicht weit von dem Dorf, in dem Henni mit Vater und den 3 jüngeren Geschwistern lebt, befindet, schließt sie sich, um mit ihrer Familie überleben zu können, den Dörflern an, die Lebensmittel über die belgische Grenze nach Deutschland schmuggeln. Viele Monate gelingen die verbotenen Schmuggeltouren, aber dann wird Johanna, Hennis Schwester, von einem Zöllner erschossen- und ein unvorstellbarer Leidensweg für Henni und ihre verbliebenen zwei Brüder beginnt, denn die mittlerweile 17jährige Henni wird in eine Besserungsanstalt gesperrt und Matthias und Fried in einem katholischen, von Nonnen geleitetem Kinderheim untergebracht, wo die Zöglinge von den Ordensschwestern in grausamster Art gedemütigt, seelisch gequält und misshandelt werden.--- Auch mit ihrem neuesten Roman gelingt es Mechthild Borrmann mit ihrem schnörkellosen und dennoch eindringlichen Erzählstil, geschichtliche Hintergründe mit Fiktion zu einer fesselnden Geschichte zu verweben, und uns heutigen Lesern das Leben in der Nachkriegszeit damit so richtig plastisch nahezubringen. Die Autorin schreibt ohne Wertung, lässt ihre eigene Meinung vollkommen außen vor, ihre Worte sind jedoch von solcher Wucht und Intensität, dass man richtig in die Romanhandlung hineingezogen wird. Die Geschichte um Henni und ihre Geschwister ging mir sehr nahe; gerade den Erzählstrang, der die erschütternden Zustände des Kinderheims beschreibt, fand ich fast unerträglich zu lesen. Dennoch ist ="Grenzgänger"= unbedingt ein sehr empfehlenswerter Roman, gerade weil er ein Stück Zeitgeschichte (fiktional zwar, aber die katastrophalen Zustände entsprechen den Tatsachen, das Schicksal von Henni und ihren Geschwistern steht sozusagen stellvertretend für das zahlloser anderer Kinder) aufzeigt und man sich davor nicht verschließen kann- und weil Mechthild Borrmann einfach eine großartige Erzählerin ist!
Bewertungen unserer Kunden
Ein fesselnder, dramatischer Roman
von Sikal - 09.12.2018
Ich muss gestehen, dass ich noch kein Buch von Mechtild Borrmann gelesen habe, doch das wird nun umgehend nachgeholt. Die Autorin hat mich mit diesem Buch vollkommen überzeugt. Die Familie Schöning lebt in einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze. Als die Mutter früh stirbt und der Rest der Familie zurückbleibt, beginnt das eigentliche Drama. Der Vater, ein traumatisierter Kriegsveteran, ist nicht im Stande, sich um seine Kinder zu kümmern und findet seine Erfüllung nur mehr im Glauben zu Gotte und Kirche. Den stellt er über alles - auch über die Versorgung und die Existenz seiner Kinder. So übernimmt die 17-jährige Henni die Mutterrolle und versucht alles, damit die Geschwister zusammenbleiben können. Da das Geld immer knapp ist, gerät sie an eine Truppe, die mit Kaffeeschmuggel etwas dazuverdienen. Henni kennt das Gebiet wie ihre Westentasche und wird bald zur Anführerin einer Schmugglergruppe. Als eines Nachts Hennis Schwester von einem Zöllner erschossen wird, macht der Vater klar Schiff, steckt Henni in eine Besserungsanstalt und ihre Geschwister in ein Heim. Als auch noch ihr Bruder Matthias unter mysteriösen Umständen stirbt und Henni erst sehr spät von den Zuständen im Heim erfährt, beginnt sie um Gerechtigkeit zu kämpfen. Der Roman spielt in einem Zeitfenster von den ersten Nachkriegsjahren bis in die 70er Jahre hinein. Das Buch hat mich gefesselt und in eine schreckliche Zeit eintauchen lassen. Hier hat die Autorin ganze Arbeit geleistet und ein brennendes Thema aufgegriffen. Welchen Einfluss hatte die Kirche auf Familie und Gemeinschaft? Viele Erwachsene waren nach dem 2. Weltkrieg nicht in der Lage, sich um ihre Kinder in der von uns gewohnten Art und Weise zu kümmern, waren in ihrer eigenen Welt gefangen. Die Kinder - oft auf sich allein gestellt - mussten schnell lernen, wie man überlebt. Das hat auch die junge Henni bewiesen, dass man sich nicht um Moral und Wertvorstellungen kümmern kann, wenn der Teller leer ist oder die Schuhe Löcher haben. Die Autorin vermischt in "Grenzgänger" fiktive Charaktere mit Fakten aus den kirchlichen Institutionen der damaligen Zeit. Sie lässt den Leser eintauchen in eine schreckliche Welt, in der Kinder noch nicht den Stellenwert von heute hatten und stellt die Frage "Wer ist denn nun schuld an dem ganzen Drama? Eine Verkettung von unglücklichen Umständen oder die Zeit oder ¿ Hier darf der Leser sich gerne seine eigenen Gedanken machen. Ein fesselnder und spannungsgeladener Roman über ein brisantes Thema, dem ich gerne 5 Sterne gebe.
Erschütternd
von Caren Lückel - 06.11.2018
Inhalt: Henni gerät im jugendlichen Alter in eine sehr schwierige Situation. Ihre Mutter ist gestorben, ihr Vater ist schwer traumatisiert vom Krieg und nicht in der Lage, sich um seine vier Kinder zu kümmern. Henni sieht keine andere Möglichkeit, als sich den Kaffeeschmugglern anzuschließen. Nur mit dem dadurch verdienten Geld gelingt es ihr, sich und ihre Geschwister zu versorgen und zu verhindern, dass sie in ein Heim gegeben werden. Leider passiert bei einer Tour ein fürchterliches Unglück, das zur Folge hat, dass Henni in einer Besserungsanstalt untergebracht wird und die Geschwister in einem Kinderheim landen. Das ist der Anfang eines schrecklichen Leidensweges, denn die Kinder werden menschenunwürdig behandelt und für ihr Leben gezeichnet. Meine Meinung: "Grenzgänger" war für mich das erste Buch von Mechthild Borrmann, aber gewiss nicht das letzte. Die klare und einfache Sprache hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Von Anfang an ist man mitten drin in der Geschichte und leidet mit den Protagonisten. Glücklicherweise gibt es auch einige Situationen, in denen man sich mit freuen kann. Trotz aller Tragik lockern humorvolle Szenen das Geschehen auf, was das Lesen erträglicher macht. Die Handlung wird in verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, sodass sich die Geschichte stückweise zu einem erschütternden Gesamtbild zusammenfügt. Die Anhörung und die Verhandlung um die Geschehnisse in den Heimen findet in den 70er Jahren statt. Es wird deutlich, dass die Kinder von damals, die mittlerweile erwachsen sind, immer noch an dem leiden, was sie damals erlebt haben. Die Zustände in dem katholischen Kinderheim haben mir die Tränen in die Augen getrieben. Es ist wirklich erschütternd, was den armen Kinderseelen angetan wurde - von "gottesfürchtigen" Erzieherinnen. Die Personen sind fiktiv, die Geschehnisse allerdings sind wirklich passiert und lassen den Leser fassungslos und entsetzt zurück. Die Autorin hat Zeitzeugen interviewt und ihnen durch die Aufarbeitung dieses Tabuthemas Gehör verschafft. Die Charaktere sind authentisch und liebevoll gezeichnet. Henni ist ein tolles Mädchen, das genau weiß, was es will. Die Sorge um ihre Geschwister treibt sie an und lässt sie über sich hinauswachsen. Als erwachsene Frau vor Gericht ist sie noch immer um das Wohl ihrer Geschwister besorgt, was ihr zum letztendlich Verhängnis wird. Auch alle anderen Haupt- und Neben-Protagonisten haben mich überzeugt. So sehr man sich ein Happy End wünscht, man weiß doch, dass es keines geben kann. Fazit: Ein erschütternder, sehr emotionaler Roman, der noch lange nach dem Lesen nachwirkt.
Zeitgeschichte die tief berührt
von kessi67 - 01.11.2018
Henni Schöning lebt mit ihren Eltern und Geschwistern in einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze. Die Nachkriegsjahre sind hart und jede Familie muss zusehen wie sie über die Runden kommt. Die Situation der Schönings verschärft sich jedoch, als der Vater von Henni aus dem Krieg, in dem er als Bombenentschärfer war, zurück kehrt und nicht mehr in seinem Beruf als Uhrmacher arbeiten kann. Auch zu andere Arbeiten ist er nicht in der Lage. Er rettet sich täglich in die Kirche und ist ab da an nicht mehr für seine Familie als Familienoberhaupt hilfreich. So bleibt Hennis Mutter nichts anderes übrig für die Familie zu sorgen. Henni unterstützt ihre Mutter wo sie nur kann, doch dann geschieht ein Unglück. Die Mutter stirbt, noch in letzter Minute nimmt sie Henni noch ein letztes Versprechen ab. Sie soll für ihre Geschwister sorgen und für sie da sein. Lange Zeit zum überlegen bleibt ihr nicht, sie entscheidet sich, gutes Geld, welches die Familie dringend benötigt, mit dem Kaffeschmuggel zu verdienen. Es ist ein gefährliches Unterfangen, die Zöllner sind ihnen oft auf den Fersen. Als es zu gefährlich wurde, geht Henni durch das Hochmoor, weil die Zollbeamten sich dort nicht hinein wagen. Doch dann geschieht das, wovor jeder Schmuggler Angst hatte. Sie werden erwischt und Hennis Schwester wird erschossen. Nun macht Herbert Schöning Ernst, er steckt seine Kinder in ein kirchliches Heim. Henni wird 1951 zu einem Aufenthalt bis zu ihrer Volljährigkeit, in einer Besserungsanstalt verurteilt. Die jüngeren Geschwister, die im kirchlichen Heim untergebracht wurden, durchleben Höllenqualen. Und Matthias stirbt sogar an einer Lungenentzündung. Kann ihnen irgendjemand helfen, können sie sich selber befreien, oder wird alles unter einem Treppich des Schweigens vertuscht. Was ist die ganze Wahrheit? Meine Meinung: Über das Thema, worüber Mechthild Borrmann mit Grenzgänger schreibt, ist beim lesen schwer zu ertragen. Noch heute kämpfen Opfer, die in kirchlichen Heimen untergebracht waren, um Anerkennung der Misshandlungen, die ihnen angetan wurden. Der Schreibstil ist überragend in all seinen Facetten. Sehr einfühlsam schreibt die Autorin über das Leben von Henni und deren Familie. Der Kampf, den sie und ihre Geschwister kämpfen musste um nicht vollends am Erlebten zugrunde zu gehen. Die Schilderungen der Misshandlungen und Qualen, die die Kinder durch die christlichen Schwestern erleiden mussten, waren für mich kaum auszuhalten. Ich kann nicht verstehen, wie Schutzbefohlene in der Obhut einer kirchlichen Einrichtung, wie Abfall behandelt wurden. Es ist ein sehr spannender, emotionsgeladener und aufwühlender Roman, der mir lange im Gedächtnis bleiben wird. Der letzte Satz, den die Autorin im Nachwort geschrieben hat lautet... .... dieses Buch soll an all jene erinnern, deren Schicksal über Jahrzehnte ignoriert und geleugnet wurde und die bis heute darunter leiden. Sie hat mit vielen Betroffenen gesprochen und konnte so ein klares Bild über die damaligen Umstände zusammenfügen. Die Kunst, dies in einem Roman umzuwandeln ist ihr ausgezeichnet gelungen. Für mich hat Mechthild Borrmann den Opfer mit diesem grandiosen Werk ein Denkmal gesetzt. Sie ruft einem ins Gedächtnis, wie glücklich wir uns schätzen können, diese unfassbaren Zustände nicht erlebt haben zu müssen. Absolute Leseempehlung, ein Buch das in die Tiefe geht.
Konnte mich mitreißen und war so fesselnd wie dramatisch.
von sommerlese - 15.10.2018
Aachen 1970: In diesem Jahr steht Henni, Ende dreißig, verheiratet und zweifache Mutter, angeklagt des Mordes und der Brandstiftung mit Todesfolgen vor Gericht. Ihre Jugendfreundin Elsa kann die Anschuldigungen nicht glauben und besucht die Prozeßverhandlungen regelmäßig. Ein Jurastudent möchte über diesen Prozeß eine Seminararbeit schreiben und befragt Elsa nach den Hintergründen. Elsa erzählt ihm von Henni, ihren Familienverhältnissen und der schwierigen Zeit nach dem Krieg. Die Menschen versuchten mit Kaffee-Schmuggel über das Große Venn ihre Haushaltskasse etwas aufzubessern. Auch Henni brachte damit ihre drei Geschwister und ihren Vater über die Runden. Doch sie wurde gefasst und landete in einer Besserungsanstalt. Dieser Roman spielt in der Deutschen Nachkriegszeit ab 1945 und führt bis in die 70er Jahre hinein. Es offenbahrt sich eine belastende Geschichte um die Familie Schöning, die in einem kleinen Dorf an der deutsch-belgischen Grenze lebt. Der Vater ist aus dem Krieg zurückgekehrt und ist nicht mehr der Alte, die Mutter verstirbt früh und Henni übernimmt mit gerade mal 17 Jahren die Verantwortung für die Geschwister und die Ernährung der Familie. Sie macht beim Kaffeeschmuggel mit, die Einkünfte braucht sie dringend. Sie führt andere Schmuggler durch die Route mitten durch das gefährliche Moor. Es kommt zu einem tragischen Ereignis, Hennies Schwester begleitet sie und wird von Zöllnern erschossen. Ihr Vater macht Hennie dafür verantwortlich und sie landet in einer Besserungsansatalt. Die Vorgänge sind sehr bedrückend geschildert, das gezeigte Elend in den Kinderheimen spiegelt grausame Unmenschlichkeit wider und ich war beim Lesen sehr betroffen und konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen. Die Einblicke in Hennies Vergangenheit bringen immer mehr Klarheit. Elsa ist von Hennies Unschuld überzeugt und tut alles, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Doch das ist nicht so leicht, es gibt einige Umstände, die der Gerechtigkeit nicht zum Sieg verhelfen. Mechtild Borrmanns klare und präzise Sprache zeigt die Ereignisse so realistisch auf, dass man in den Sog dieser Geschichte gerät und von ihr gefangen wird. Die gefühlslose Grausamkeit, die hier den Kindern im Heim geschieht, das empfindungslos Verhalten des Vaters und anderen Erziehungsbeauftragten ist zutiefst verstörend zu lesen und geht sehr ans Herz. Und doch gibt es immer wieder kleine Hoffnungsschimmer, mit denen man die Figuren mit Bangen begleitet. Grenzgänger hat mich nicht nur während des Lesens im Griff gehabt, es wirkt auch noch darüber hinaus lange nach. Recht ist nicht Gerechtigkeit, wenn die Wahrheit nicht gesiegt hat. Dieser Roman ist mitreißend und vollkommen fesselnd. Er enthüllt eine ergreifende Geschichte, die mit einer Kriminalhandlung die Nachkriegszeit zum Leben erweckt und für Erschütterung beim Leser sorgt. Uneingeschränkte Leseempfehlung für dieses Buch!
für mich das intensivste Buch des Jahres!
von G.Schad (Hugendubel Landshut) - 26.09.2018
Mit sezierend genauer Sprache und großem Herzen für ihre Figuren, erzählt Mechtild Borrmann eine Geschichte, die erschauern lässt. Keine leichte Kost, aber jede einzelne Zeile lohnenswert!
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