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Das weibliche Prinzip

Roman. Originaltitel: >The Female Persuasion<. mit farbigem Vorsatzpapier und Lesebändchen.
Buch (gebunden)
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Die schüchterne Greer Kadetsky ist noch nicht lange auf dem College, als sie der Frau begegnet, die ihr Leben für immer verändern soll: Faith Frank. Die charismatische Dreiundsechzigjährige gilt seit Jahrzehnten als Schlüsselfigur der Frauenbewegung, … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Das weibliche Prinzip
Autor/en: Meg Wolitzer

ISBN: 3832198989
EAN: 9783832198985
Roman.
Originaltitel: >The Female Persuasion<.
mit farbigem Vorsatzpapier und Lesebändchen.
Übersetzt von Henning Ahrens
DuMont Buchverlag GmbH

16. Juli 2018 - gebunden - 494 Seiten

Beschreibung

Die schüchterne Greer Kadetsky ist noch nicht lange auf dem College, als sie der Frau begegnet, die ihr Leben für immer verändern soll: Faith Frank. Die charismatische Dreiundsechzigjährige gilt seit Jahrzehnten als Schlüsselfigur der Frauenbewegung, und sie ist das, was Greer gerne wäre: unerschrocken, schlagfertig, kämpferisch. So sehr Greer ihren Freund Cory liebt und sich auf die gemeinsame Zukunft freut, wird sie doch von einer Sehnsucht umgetrieben, die sie selbst kaum benennen kann. Durch die Begegnung mit Faith Frank bricht etwas in der jungen Frau auf, und sie stellt sich die entscheidenden Fragen: Wer bin ich, und wer will ich sein?
Jahre später, Greer hat den Abschluss hinter sich, geschieht, wovon sie nie zu träumen gewagt hätte: Faith lädt sie zu einem Vorstellungsgespräch nach New York ein - und führt Greer damit auf den abenteuerlichsten Weg ihres Lebens: einen verschlungenen, manchmal steinigen Weg, letztlich den Weg zu sich selbst.

Mal mit funkelndem Witz, mal tief berührend und stets mit großer Empathie erzählt Meg Wolitzer von Macht in all ihren Facetten, von Feminismus, Liebe und Loyalität und beweist sich als hellwache Beobachterin unserer Zeit.

'Wenn alles gesagt ist, bleibt Wolitzers unerschöpfliche Fähigkeit, Menschen zu erschaffen, die so real sind wie die Schrift auf dieser Seite, und ihre Liebe zu ihren Charakteren scheint heller als jede Agenda.'
Lena Dunham in The New York Times

Portrait

Meg Wolitzer, geboren 1959, veröffentlichte 1982 den ersten von zahlreichen preisgekrönten und erfolgreichen Romanen. Viele ihrer Bücher standen auf der New-York-Times-Bestsellerliste. Bei DuMont erschienen der SPIEGEL-Bestseller >Die Interessanten< (2014) sowie >Die Stellung< (2015) und zuletzt ihr Roman >Die Ehefrau< (2016), der mit Glenn Close in der Hauptrolle verfilmt wurde. Meg Wolitzer ist verheiratet, hat zwei Söhne und lebt in New York City. Henning Ahrens, geboren 1964, lebt als Schriftsteller und Übersetzer in Frankfurt am Main. Zu den von ihm übersetzten Autoren zählen u. a. J.C. Powys, Jonathan Safran Foer, Jonathan Coe, Hugo Hamilton und Meg Wolitzer.

Pressestimmen

"Schriftstellerin Meg Wolitzer schrieb den Roman zur #MeToo-Ära."
Maren Keller, DER SPIEGEL

"Jeder Mann, beziehungsweise jedermann, sollte es lesen."
Christian Bos, FRANKFURTER RUNDSCHAU

"Sie [hat] es wieder getan: einen hinreißenden Roman über den Kram geschrieben, von dem es heißt, er würde Männer nicht interessieren. [...]"
Peter Praschl, LITERARISCHE WELT

"Es ist ein sanfter Roman. Er fließt angenehm dahin, sympathisch und hochprofessionell erzählt [...]ein klug erzählter Rückblick auf einen langen Weg, dessen Ende nicht abzusehen ist."
Gabriele von Arnim, DLF KULTUR

"'Das weibliche Prinzip' ist ein Schmöker der Spitzenklasse, eine typische Great American Novel, die einen von der ersten Seite an packt und, die nie ins Dogmatische abdriftet."
Luzia Stettler, SRF 52 Beste Bücher

"Meg Wolitzer schreibt wunderbar, humorvoll und klug als Frau, aber vor allem als Mensch."
Katja Lückert, NDR Kultur

[Wolitzer] schreibt klug über Macht und Solidarität, über Beziehungen und Selbstfindung."
Judith Liere, STERN

"Meg Wolitzer hat die Fähigkeit, glaubwürdige Figuren zu schaffen, die nicht schlauer, aber auch nicht dümmer sind als das Leben. Man könnte sagen, 'Das weibliche Prinzip' sei der Roman der Stunde, es ist allerdings keine Modeerscheinung, dass Frauen Opfer männlicher Gewalt werden."
Maik Brüggemeyer, ROLLING STONE

"Es geht um die großen Dinge des Lebens - Liebe, Loyalität, Feminismus - und es ist eindeutig ein Turnpager, denn die Autorin schreibt mit Witz und Empathie."
Sabine Oelmann, N-TV.DE

"Meg Wolitzer hat das Buch der Stunde geschrieben."
Anne-Sophie Scholl, SCHWEIZ AM WOCHENENDE

"'Das weibliche Prinzip' ist Bildungsroman, Feminismuskritik und zugleich Plädoyer für einen neuen Feminismus."
Petra Kohse, BERLINER ZEITUNG

"In diesem Roman geht es nicht darum, Feminismus zu erklären. Es geht darum, dass die Personen, denen du begegnest, dich verändern können."
Elena Berchermeier, FRANKFURTER RUNDSCHAU

"Man möchte [den Roman] einer fast erwachsenen Tochter zum Lesen geben."
Mia Eidlhuber, DER STANDARD

"Der Roman [besitzt] neben seinem subtilen Humor eine raffiniert vorbereitete Pointe."
Thomas Linden, KÖLNISCHE RUNDSCHAU

"Ein zutiefst komischer, aber noch mehr bewegender Roman über Kämpfe und Hoffnungen, über Freundschaft und Verrat."
Mithu Sanyal, WDR 5

"Wolitzer schreibt fesselnd und mit viel Empathie für ihre Figuren. Entstanden ist ein kluger Roman über den Feminismus und den immer noch wichtigen, häufig schwierigen Kampf für Frauenrechte und Gleichberechtigung."
Elisabeth Langohr, RUHR NACHRICHTEN

"[Ein] mehr als geglückte[r] Roman."
Christina Rauch, BUCH AKTUELL

"Was Meg Wolitzer richtig gut kann, ist amerikanische Milieus zeichnen."
Anja Brockert, SWR 2 LESENSWERT

"Meg Wolitzer spürt genau die Details auf, die die feinen Unterschiede ausmachen."
Katharina Borchardt, SWR 2 LESENSWERT

"Wolitzer gelingt es, das doppelte Tabuthema von weiblichem wie auch feministischem Machtstreben anhand glaubhafter Charaktere zu vermitteln."
Sonja Eismann, MISSY MAGAZIN

"Die Beziehungen, [...] sind wunderbar beschrieben und so schafft Meg Wolitzer Charaktere, die wir lieb gewinnen."
Ariane Wick, HR 2 KULTUR

"Was Wolitzer immer wieder fantastisch gelingt, ist Figuren und Welten zu erschaffen, die real und überzeugend sind."
Jörg Petzold, FLUX FM

"Mit ihrem eigenen Schreiben zeigt [Meg Wolitzter], dass die 'Great American Novel' keine Männersache ist."
Jana Volkmann, BUCHKULTUR

"Ihre Bücher sind ruhige, intelligente Langzeitbetrachtungen von Menschen und ihrer Art, sich in der Welt zu bewegen."
Nina Berendonk, DONNA

"Ein kluger, komplexer Roman darüber, was Feminismus heute sein kann."
Saskia Stöcker, FREUNDIN

"ein sommerlich leichter Zugang zum Thema Feminismus und was er für Frauen bedeuten kann."
Christina Traar, KLEINE ZEITUNG

"ein wohltuender Roman, eine Bestätigung für Frauen, die etw
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Simone Finkenwirth
Das richtige Buch zur richtigen Zeit.
von Simone Finkenwirth - Hugendubel Buchhandlung Leipzig Petersstr. - 17.08.2018
Meg Wolitzer schreibt in ihrem neuen Roman über starke Frauen und solche, die es werden wollen. Das gilt natürlich auch für Männer. Das weibliche Prinzip ist auch ein Buch über Träume, Selbstverwirklichung und Schicksalsschläge. Hoffnungslos wird es mit der Autorin jedoch nie. Im Gegenteil viel mehr leuchtet ist es leuchtend, kraftvoll, humorvoll und aufrichtend.
Hedda Freier
Eine berührende Geschichte
von Hedda Freier - Hugendubel Buchhandlung Flensburg Holm - 03.08.2018
Drei Frauen, die sich aus unterschiedlichen Beweggründen für die Rechte der Frauen einsetzen. Zwei junge Studentinnen, Greer und Zee, lernen auf einer Veranstaltung Faith Frank kennen, die sich seit längeren vehement für die Rechte der Frauen einsetzt und als Mitbegründerin der Frauenbewegung gilt. Während Greer unbedingt für und mit Faith arbeiten will, schlägt Zee auf Wunsch ihrer Eltern erst mal einen anderen Weg ein. Eindrucksvoll beschreibt Meg Wolitzer die unterschiedlichen Lebenswege dieser Frauen mit all den Höhen und Tiefen, den Erfolgen und Rückschlägen. Das Ende war für mich etwas unerwartet, aber durchaus nachvollziehbar. Ein Roman, der mich sehr beeindruckt hat. Ein Thema, das immer aktuell bleiben wird.
Bewertungen unserer Kunden
Überzeugt nicht ganz
von Julia Lindner - 15.10.2018
Unter diesem Buch habe ich mir, vor allem dank der vielen positiven Meinungen, ein Leuchtfeuer des Feminismus vorgestellt. Daran war natürlich nicht zuletzt auch der Titel schuld. Meg Wolitzer erzählt die Geschichte Greers, die in ihrer Kindheit von ihren Eltern vernachlässigt wurde und sich später dank einer Begegnung mit mit Faith Frank zu einer Feministin entwickelt. Dabei stellt sich mir vor allem die Frage, was eine Feministin eigentlich ausmacht? Diese klärt das Buch irgendwie nicht so ganz. Vielmehr verstrickt sich die Autorin in unzähligen Schilderungen und Rückblicken nicht nur in Greers Kindheit, sondern auch in die von Cory und Zee, ihren langjährigen Wegbegleitern. Nicht immer hat sich mir die Bedeutung dieser Exkurse erschlossen, auch wenn die unterschiedlichen Blickwinkel die Geschichte etwas aufgelockert haben. Trotzdem konnten sie nicht verhindern, dass mir das ganze ziemlich langatmig erschien. Fazit: Es ist mit Sicherheit eine lesenwerte Geschichte, aber nichts, was mir länger im Gedächtnis bleiben wird.
Ein lesenswertes Buch
von Gisel - 10.10.2018
Als Greer Kadetsky an ihren ersten Collegetagen Faith Frank trifft, verändert das ihr Leben: Diese gilt seit Jahrzehnten als Schlüsselfigur der Frauenbewegung, und ihr charismatisches Wesen berührt die junge Studentin bis ins Innerste. Jahre später trifft Greer erneut auf Faith Frank, und ihr Traum geht in Erfüllung, sie wird mit Faith eng zusammenarbeiten. Gleichzeitig ist sie immer auch auf der Suche nach sich selbst ... Meg Wolitzers hochgelobtes Werk über die charismatische Feministin Faith Frank hat auch mich neugierig gemacht. Gespannt habe ich Greers Geschichte gelesen, die so eng mit der von Faith Frank verbunden ist. Die Autorin schafft es sehr schnell, Sympathie zu wecken für ihre beiden Protagonistinnen, ja überhaupt für die Frauenbewegung an sich wie auch für die weiteren Personen der Geschichte. Etwas schwer getan habe ich mich dabei mit den Zeitsprüngen, die nicht immer sofort einzuordnen waren, und mit vielen Details, die mir ein bisschen zu sehr von der Geschichte selbst abgewichen sind. Sehr spannend ist der Bezug der Autorin zur feministischen Szene in Amerika. Faith Frank und Greer Kadetsky entspringen der Fantasie der Autorin, doch ist es ihre Idee, den Gedanken der Feminismusbewegung in verschiedenen Generationen darzustellen. Um dieses Thema herum gruppiert sie die Erzählung, wobei manche Erzählstränge etwas ins Hintertreffen geraten, die ich wichtig gefunden hätte. So sind mir manche Figuren letztendlich ein bisschen zu blass geblieben, ihre Intentionen konnte ich nicht immer nachvollziehen. Trotz aller Kritik regt das Buch zum Nachdenken an, jede Frau wird sicherlich während der Lektüre zumindest kurz ihren eigenen Lebensweg reflektieren. Mich hat das Buch nicht so ganz überzeugt wie ich es zunächst gedacht hatte. Dennoch ist es ein lesenswertes Buch, auch wenn ich den Hype dazu nicht ganz verstehen kann.
Über Macht und Moral, Feminismus und Ideale, Enttäuschungen und den Mut, neue We
von Inge Weis - 28.09.2018
Crashtest für die Schwesternschaft. Es sind die Collegejahre, von denen US-amerikanische Romane häufig erzählen. Und damit schaffen sie nicht nur fantastischen Lesestoff, sondern soziokulturelle Referenzen. Wie die Werke von Philip Roth, John Irving, Rita Mae Brown oder Meg Wolitzer. Mit ihrer Figur Greer Kadetsky, die 2006 ihr Studium am prestigearmen Ryland-College aufnimmt, liefert Meg Wollitzer ein aufschlußreiches Psychogramm einer Generation. Ego oder Solidarität, Greer Kadetsky weiß, am College zählen neben Ehrgeiz und Intellekt auch ein politischer Standpunkt und Sinnsuche. Jedenfalls sieht es Greer so als Tochter zweier mittelloser Kiffer, die die Ambitionen der Tochter kaum würdigen. Ein Vorbild findet Greer in der Frauenrechtlerin Faith Frank, berühmt für ihr Manifest Das weibliche Prinzip . Faith hält einen Vortrag am College; Greer schafft es, mit der Ikone einen persönlichen Draht zu knüpfen. Beide werden wenige Jahre später in New York wieder zusammentreffen, um für eine Stiftung zu arbeiten. Als Greers Studienkollegin und Schwester Zee Eisenstat sie bittet, ihr den beruflichen Türöffner zu Faith Frank zu machen, gerät Greers Konzept von Loyalität ins Wanken. Sie muss sich entscheiden. Toller Roman, hätte ich nicht erwartet nach dem etwas nichtsagenden Cover zu urteilen. Die Autorin hat mich vorerst durch die unglaubliche Sprache gefangen genommen. Sie ist wohltuend anders, präzise, zugleich originell und einfühlsam - passend zum Thema. Wenn alles gesagt ist, bleibt Meg Wolitzers unerschöpfliche Fähigkeit, Menschen zu erschaffen, die so real sind wie die Schrift auf dieser Seite, und ihre Liebe zu ihren Charakteren scheint heller als jede Agenda. Mal mit funkelndem Witz, mal tief berührend und stets mit großer Empathie erzählt die Autorin von Macht in all ihren Facetten, von Feminismus, Liebe und Loyalität und beweist sich als hellwache Beobachterin unserer Zeit. Sehr gut geschrieben, präzise aber auch originell. Man wird so schnell in die Geschichte eingespannt, dass man sich fast wie Protagonistin fühlt. Sprachlich ist die Geschichte dicht und intensiv. Ein ganz starkes Buch!
Nicht so überzeugend, wie es der englische Originaltitel verspricht
von takabayashi - 08.09.2018
Am Ende der Lektüre fragte ich mich, was denn nun das weibliche Prinzip sein soll, bis mir die Idee kam, nach dem Originaltitel zu schauen: The Female Persusasion , was übersetzt etwa Die weibliche Überredungskunst heißt. Und das passt auch viel besser, denn Faith Frank, feministische Ikone, die im Leben der jungen Protagonistin Greer Kadetsky eine große Rolle spielt, beherrscht die Kunst der Überredung, ja, der Verführung (nicht im sexuellen Sinne gemeint). Greer begegnet Faith zum ersten Mal, als diese an ihrem Provinzcollege einen Vortrag hält. Das kurze persönliche Gespräch mit ihr gleicht einem feministischen Erweckungserlebnis für Greer, macht ihr Mut und gibt ihrem Leben eine Richtung. Wir folgen den beiden über einen Zeitraum von 13 Jahren, in denen es Greer nach Studienabschluss gelingt, einen Job in der von Faith geleiteten Stiftung zu bekommen. Im Zuge dieser Arbeit lernt sie, wo ihre persönlichen Talente liegen, wird aber zu einem späteren Zeitpunkt von Faith enttäuscht und findet schließlich Erfüllung als erfolgreiche Buchautorin. Neben Greer und Faith spielen noch 2 weitere Personen eine größere Rolle: Greers Studienfreundin Zee und der Nachbarssohn Cory, Sohn portugiesischer Einwanderer und Greers große Liebe. Der Roman springt zwischen den Protagonisten hin und her, erklärt in zahlreichen Rückblenden die Hintergründe der Figuren und liest sich generell gut und spannend. Allerdings ist er mit Themen überfrachtet und verzettelt sich darin: Gleichberechtigung, sexuelle Belästigung, gleichgeschlechtliche Liebe und Ehe, Rückhalt von Kindern in ihren Familien, Klassengesellschaft, Ausbeutung, Kommerzialisierung ... und und und. Es ist durchaus interessant, die handelnden Personen und ihr Leben kennenzulernen, aber mir fehlt irgendwie der rote Faden, ein Fazit, das klar macht, warum die Autorin uns diese Geschichten erzählt. Nicht schlecht, aber im Verhältnis zum Hype um dieses Buch doch etwas enttäuschend.
Leider enttäuschend
von Pedi - 07.09.2018
Der Titel ist etwas hochgegriffen. Das weibliche Prinzip , das klingt nach allgemeingültigen Gedanken, nach Feminismus, nach dem Buch zur aktuellen Debatte, zu [*]metoo, zum neuen Antifeminismus (auch) unter Trump und wird auch ein wenig so beworben. Ein wenig steckt auch darin, aber für mich eindeutig zu wenig. In ihrem Essay The second shelf beklagte Meg Wolitzer 2012, dass Bücher weiblicher Autoren in der Wahrnehmung immer ein wenig benachteiligt werden, quasi auf den unteren Regalbrettern enden, weil die Themen, mit denen sie sich beschäftigen gerne als Frauenliteratur abgetan werden. Da ist sicher etwas dran. Aber wer so harmlose, freundliche Bücher über junge Frauen (und Männer) und ihren Weg ins Leben schreibt, alles schon tausendmal gelesen und nur ein bisschen Feminismus und Trump-Kritik untermischt, ohne irgendetwas beim Leser zu bewirken ( außer gepflegter Langeweile), darf sich nicht wundern, wenn er genau dort landet. Ganz nette Unterhaltung, aber das können Sie besser, Frau Wolitzer.
Aktuelles Thema, nicht ganz so spannend umgesetzt
von anushka - 05.09.2018
2006 beginnt die schüchterne Greer ihr Studium an einem College. Ein Erlebnis mit einem Jungen einer Burschenschaft weckt in ihr die Empörung darüber, wie sie als Frau behandelt wird. Kurze Zeit später hält die berühmte Feministin Faith Frank einen Vortrag am College. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit erregt Greer Faiths Aufmerksamkeit und ist von ihr tief beeindruckt. Faith Frank wird Greers Leben nachhaltig beeindrucken, denn sie weckt in Greer die Sehnsucht, sich selbst zu verwirklichen und zu engagieren. Und so tritt Greer eine lange und nicht immer leichte Reise zu sich selbst an ... Die Beschreibung klingt vielleicht etwas esoterisch, aber Wolitzer gelingt es, das Normale an diesem Lebensweg hervorzuheben. Aus wechselnden Perspektiven wird hier der Lebensweg Greers von ihrer Jugend bis ca. zur Mitte ihrer 30er nachgezeichnet, einerseits anhand ihrer eigenen Geschichte und andererseits anhand der Geschichte ihres Freundes und ihrer besten Freundin. Interessant an dem Buch ist, dass Wolitzer hier nicht auf das Spektakuläre setzt, nicht auf Parolen schreiende, sitzstreikende halbe Superheldinnen, sondern den Weg aufzeigt, den ein normales junges Mädchen nimmt, das sich an einer sexuellen Belästigung stört und zunehmend die vor allem kleinen Ungerechtigkeiten im Alltag wahrnimmt. Hier geht es nicht um drastische Aktionen im Stile von Greenpeace, sondern es wird erzählt, wie der moderne Feminismus funktioniert, dass er oft aus Spendensammeln und Kompromissen besteht und nicht selten auch innerhalb der eigenen Community kritisiert wird. Gleichzeitig ist es aber auch eine Art Coming-of-Age-Roman der jungen Greer, die einerseits langsam ihre eigene Stimme findet und sich andererseits zunehmend von ihrem großen Idol löst, das lange Zeit unerreichbar für sie war und irgendwann plötzlich doch fehlbar scheint. Thematisiert wird dabei auch, wie sehr Aktivisten heutzutage auf Geldgeber angewiesen sind und wie abhängig sie sich dabei machen bzw. wie sehr sie ihre eigentlichen Ziele unterordnen müssen. Das weibliche Prinzip ist dementsprechend meiner Meinung nach ein moderner Gesellschaftsroman, der ein sehr wichtiges Thema bearbeitet, das eigentlich aufgrund der aktuellsten Debatten und auch Bedeutung in der Vergangenheit noch zu selten in Romanen vorkommt. Dennoch hat das Buch für mich ein kleines Manko und das ist der Spannungsbogen. Greers Desillusionierung in Bezug auf Faith hätte meiner Meinung nach ruhig dramatischer ausfallen können. An der ein oder anderen Stelle gibt es durchaus Dramatik und ergreifende Entwicklungen, diese bleiben jedoch bald wieder auf der Strecke. Ich hatte dahingehend mehr von dem Buch erwartet. Insgesamt ist das Buch aber auf jeden Fall lesenswert, wenn man sich vorab bewusst ist, dass es sich nicht um ein sehr spannungsgeladenes oder hoch emotionales Buch handelt. Stattdessen ist es ein Entwicklungs-, Gesellschafts- und Aufklärungsroman, der aufzeigt, dass man nicht hoch politisch oder schon immer engagiert gewesen sein muss, um zu einer*m Aktivist*in zu werden.
Lesenswerter Roman über Feminismus und Beziehungen
von -Leselust Bücherblog- - 22.08.2018
Kurzmeinung: Ich fand dieses Buch toll, hätte es aber gern noch mehr gemocht! Ein gutes Buch mit einem sehr wichtigen Thema, interessanten Charakteren und einer vielschichtigen Handlung. Auf jeden Fall lesenswert! Ich persönlich war aber leider auch ein bisschen enttäuscht, weil ich mir einfach noch mehr von dem Roman erhofft hatte. Meine Meinung: Dieses Buch war irgendwie ganz anders, als ich es erwartet hatte, aber es hat mir dennoch gefallen. Ich hatte mir einen stärkeren Schwerpunkt auf das Thema Feminismus gewünscht, etwas mehr auch inhaltlich dazu. Doch das Thema wird weniger explizit im Roman behandelt, schwingt aber dennoch die ganze Zeit mit. Im Kern dieses Romans stehen Beziehungen. Die Beziehung zu unseren Eltern, Freunden, unserem Partner oder unserer Partnerin. Zu unseren Freund_innen, Kolleg_innen. Zu unseren Idolen. Beziehungen werden hier in all ihrer Bandbreite eingefangen und mit allen schönen und schwierigen Seiten dargestellt. Neben den feministischen Themen hat das einen Großteil des Reizes an diesem Buch ausgemacht. Der Anfang des Romans hat mir sehr gut gefallen und mich gleich sehr in die Geschichte gesogen. Dort wird sehr gut beschrieben, wie es sich für Frauen anfühlt, Sexismus ausgesetzt zu sein und Übergriffe zu erleben. Die Ohnmacht, die Scham. Das in der Gesellschaft (leider!) noch weit verbreitete Victim Blaming, wenn Frauen mutig sind und die Täter anzeigen. Das alles hat sehr gut die Erfahrungen widergespiegelt, die ich als Frau schon selbst erlebt habe und von vielen anderen Frauen gehört habe. [[ Jungs und Männer hatten sie natürlich oft mit groben oder anzüglichen Bemerkungen bedacht, das passierte allen Mädchen, das geschah überall.[[ (aus Das weibliche Prinzip , S. 24) Es ist so traurig, dass dieser Satz so geschrieben werden muss und wahr ist. Außerdem geht es um die Themen Frauen und Macht , dass Frauen sich eigentlich gegenseitig unterstützen müssten und gerade Frauen in Führungspositionen, die es geschafft haben , ihren Einfluss nutzen sollten, sich für andere Frauen stark zu machen. Doch weil ihnen ständig das Gefühl der Bedrohung vermittelt wird, haben sie Angst und denken, sie können es sich nicht leisten, mit anderen Frauen freundlich umzugehen. Das ist zumindest die Erklärung, die das Buch gibt. Auch die unbezahlte Care Arbeit, die zumeist Frauen überall auf der Welt leisten, wird thematisiert, und wie dies seinen Beitrag zur bestehenden Ungerechtigkeit leistet. Und auch die unterschiedlichen Ansprüche, die an Männer und Frauen gestellt werden, kommen in dem Buch sehr gut rüber. Das alles hat mir gut gefallen. Diese Analyse der Position der Frau in der heutigen Zeit, die Beschreibung der Entwicklung, die es von den 60ern bis heute gegeben hat. Die Schilderungen, was Frauen (auch heute noch) erleben und ertragen müssen. Ein kleiner Kritikpunkt daran ist, dass es sich hier hauptsächlich um recht privilegierte, weiße Frauen handelt. Das ist allerdings ein Punkt, der auch im Buch selbst angesprochen und diskutiert wird. Der Umgang damit hat mir gut gefallen und schwächt die Aussage des Buches in meinen Augen nicht. Ein weiterer Aspekt, der mit mir persönlich sehr resoniert hat, ist Greers Situation nach dem College. Sie ist von Faith Frank begeistert, möchte unbedingt etwas bedeutsames tun, sich für den Feminismus und für Frauen engagieren. Gleichzeitig ist sie aber auch noch unsicher, hat sich selbst noch nicht so richtig als Person gefunden. Ich selbst habe bald meinen Abschluss in der Tasche und stehe vor einer ähnlichen Situation. Ich weiß noch nicht genau, wo es mich hin verschlagen wird, was ich tun werde. Die Zukunft ist noch so ungewiss und das macht mir etwas Angst. Auch ich möchte gern etwas wichtiges tun, mich engagieren, den Menschen helfen. Und genau wie Greer fällt es mir schwer, es ruhig angehen zu lassen, sondern stürze mich lieber Hals über Kopf und mit vollem Engagement in ein Projekt. In diesen Schilderungen habe ich also ziemlich viel von mir selbst entdeckt und hatte deswegen einen sehr persönlichen Bezug zum Buch. Umso komischer erscheint es mir, dass trotzdem nicht so richtig eine Verbindung entstehen wollte. Ich habe das Buch gern und auch interessiert gelesen, allerdings war es für mich weniger bereichernd, als ich es mir gewünscht hätte. Es hat mich nicht sehr bewegt, konnte mich nicht überraschen, mich provozieren oder mir etwas Neues beibringen. Ich hätte mir irgendwie mehr Erleuchtung von dem Buch erhofft. Mehr Aha- Momente, mehr Innovation und mehr Inspiration für meine eigenen Position im Feminismus. Das war zwar alles in Ansätzen gegeben, aber ich hatte mir eben einfach mehr -vielleicht auch zu viel- erhofft. Fazit: Das weibliche Prinzip von Meg Wolitzer ist auf jeden Fall ein gutes Buch und auch ein Buch, das ich jeder und jedem empfehlen möchte. Es hat viele interessante Charaktere, deren Entwicklung gut geschildert und spannend zu verfolgen ist. Der Roman hat eine vielschichtige und abwechslungsreiche Geschichte und ist gut geschrieben. Meg Wolitzer ist eine gute Autorin und sie hat tolle Charaktere geschaffen und eine komplexe, aktuelle und relevante Geschichte konstruiert. Außerdem dreht sich viel um das Thema Feminismus und das ist einfach so wichtig und schon allein deswegen sollten möglichst viele Menschen dieses Buch lesen. Nur mir persönlich hat etwas gefehlt, weil ich mir einfach noch viel mehr von diesem Roman erhofft hatte.
Sanfter Feminismus
von KrimiElse - 19.08.2018
Ein bisschen weichgespült mutet Meg Wolitzers neuestes Buch "Das weibliche Prinzip" an, nachdem man nach Verlagswerbung und Klappentext eigentlich einen feministischen Roman erwartet. Ich habe das Buch dennoch gerne gelesen, denn die Autorin kann schreiben und verknüpft Amerikanische Familiengeschichte und Coming-of-Age-Roman Geschichte mit einer Geschichte zur Frauenbewegung, letztere allerdings eher wenig kämpferisch. Geer Kadetsky, ein schüchternes Kleinstadt-College-Mädchen und Faith Frank, seit Jahrzehnten eine Ikone der amerikanischen Frauenbewegung, begegnen sich bei einem von Faiths College-Auftritten. Die damals 63jährige Faith besitzt alle Attribute, die Greer gerne hätte: sie ist charismatisch, kämpferisch und unerschrocken. Die unsichere Greer verändert sich durch diese Begegnung und beginnt, sich wichtige Lebensfragen außerhalb ihrer kleinen heilen Welt mit ihrem Freund Cory, den sie seit Kindestagen kennt, zu stellen. Nach ihrem Abschluss bietet Faith Greer einen Job in einem neuen Frauen-Projekt an, Greer zieht nach Brooklyn und verabschiedet sich damit vollends aus ihrem alten Leben und ihren kleinlichen Zukunftsplänen. Viele positive und auch negative Erfahrungen prägen von da an ihren nicht immer leichten Weg, der sie zur Selbsterkenntnis, Einsicht und letztlich wieder zur zufriedenen Gelassenheit führt. Meg Wolitzer zeichnet das feministische Erwachen und das Erwachsenwerden der Greer Kadetsky nach, eine Heldin, die sich letztlich versucht selbst zu verwirklichen, aus ihrem kleinen beengten Kreis auszubrechen und statt dessen einen steinigen aber idealistischen Weg einschlägt. Mit vielen Rückschauen und sehr differenzierten Nebenfiguren und Nebenschauplätzen ergibt sich ein unterhaltsames Konstrukt. Interessante Blicke auf die Geschichte der Frauenbewegung, denn auch wenn Faith Frank eine fiktive Figur ist, findet man Entsprechungen in der Frauenbewegung weltweit, und nicht zuletzt aktueller Bezug zu den Machtfragen der Trump-Ära hätten einen wirklich großartigen Roman hervorbringen können, wenn die sprachliche Spritzigkeit der Autorin bei der stellenweise hausbackenen und althergebrachten Übersetzung nicht auf der Strecke geblieben wären und wenn sich Meg Wolitzer nicht weitestgehend auf die kuschelige Gemütlichkeit der weißen weiblichen Mittelschicht beschränkt hätte, die auf Frauen-Konferenzen mit Appetizern in Edelklamotten frisch frisiert die schreckliche Welt ein bisschen zu verbessern versucht. So ist es eben ein gut lesbarer, unterhaltsamer Roman, dem aber jeglicher feministischer Kampfgeist fehlt, der die Heldinnen seltsam unproduktiv verharren lässt, da die Frage nach Intersektionalität hinsichtlich wirtschaftlicher, sexistischer und rassistischer Benachteiligung nicht einmal gestellt wird und die statt dessen in Drogenschwadigen Erinnerungen schwelgen. Auch bezüglich Greers Weg dreht sich die Geschichte letzten Endes im Kreis, denn auch sie erhebt, als sie desillusioniert auf unbequeme Wahrheiten stößt, nicht wirklich ihre Stimme, sondern gibt den Stab letztlich nur weiter und zieht sich zurück.
Was für ein Mensch man wird und der Feminismus hilft dabei.
von BigZ - 13.08.2018
Greer Kadetsky ist durch die Schuld ihrer Eltern nicht an dem erträumten Elitecollege gelandet, an dem sie zusammen mit ihrem Freund Corey studieren wollte, sondern an dem recht mittelmäßigen ländlichen Ryland-College. Sie war als Schülerin zusammen mit Corey in fast allen Bereichen die Nummer 1 und sie hätte Princeton verdient gehabt. Eher schüchtern, sehr pflichtbewusst und natürlich mit guten Noten vor allem im sprachlichen Bereich, besucht die recht unzufriedene Studienanfängerin Greer zusammen mit ihrer Freundin Zee eine Veranstaltung mit Faith Frank, einer charismatischen Feministin. Und dieser Abend verändert ihr Leben. Denn sie bekommt die Gelegenheit, Faith persönlich kennen zu lernen und Greer macht Eindruck. Jahre später, nach ihrem Studienabschluss, holt sie die gut aufgehobene Visitenkarte, die sie damals von Faith erhalten hat, heraus und nimmt Kontakt mit ihr auf, für einen Job bei deren feministischer Frauenzeitschrift. Es bedarf mehr wie einem Anlauf, aber schließlich wird sie Mitarbeiterin von Faith und ihr Weg von der schüchternen jungen Frau zu der Persönlichkeit, die sie 12 Jahre später ist, beginnt. Dieser wunderbar vielschichtige und sehr ruhig dargebotene Wegeabschnitt, von Greers Zeit als Schülerin und Studentin bis hin zu der erwachsenen meinungsstarken Feministin der neuen Tage, wird hier in einem sehr feinen und detaillierten Erzählstil an uns Leser weitergegeben. Sehr beeindruckend, dieses Buch. Für mich ein kleines Juwel, das ich jedem uneingeschränkt ans Herz legen kann.
Die Kraft der Frauen
von SusanneSH68 - 11.08.2018
Greer Kadetsky ist neu auf dem College und noch sehr schüchtern. Auf einer Veranstaltung lernt sie Faith Frank kennen, eine Schlüsselfigur der Frauenbewegung. Diese Begegnung hinterlässt bei Greer einen bleibenden Eindruck. Einige Jahre später lädt Faith sie zu einem Vorstellungsgespräch nach New York ein, Greer soll Sponsorenveranstaltungen zu Gunsten der Frauenbewegung mit organisieren. Faith fördert Greer dann beruflich und persönlich. Daneben muss Greer aber auch ihre Erfahrungen im privaten Bereich sammeln, was nicht immer einfach ist. Dieses Buch hat mich nachhaltig beeindruckt. Man bekommt einen interessanten Einblick in die amerikanische Frauenbewegung und verfolgt gebannt die Lebensgeschichte der beiden Frauen. Das ist so spannend und packend geschrieben, dass man das Buch kaum aus der Hand legen mag. Neben der Lebensgeschichte der beiden Frauen geht es dabei auch noch um viele gesellschaftliche und moralische Fragen. Die Autorin arbeitet geschickt mit mehreren Rückblenden, so dass man nachher das Gefühl hat, noch viel mehr Personen näher kennenzulernen als nur die beiden Hauptfiguren. Trotzdem ist das Buch flüssig zu lesen, insgesamt eine absolute Leseempfehlung.
Feministische Entwicklungen
von orfe1975 - 31.07.2018
Cover: ------------------ Das Cover gefiel mir nicht, es sieht irgendwie psychedelisch aus und wirkt von den Farben her wie 1970er Jahren. Ich finde es eher nichtssagend und hätte es mir im Laden nicht angesehen. Dafür wirkt das Hardcover mit Schutzumschlag sehr hochwertig und das Lesebändchen rundet die Qualität perfekt ab. Inhalt: ------------------ Die Studentin Greer ist eher ein introvertiertes, schüchternes Mädchen mit viel Gerechtigkeitssinn und dem Willen, Karriere zu machen. Am College sieht sie sich erstmals dem Thema sexueller Belästigung ausgesetzt, ihre Proteste sind leise und führen letztendlich zu keiner Verbannung des Übeltäters. In dieser Situation trifft sie Faith Frank, eine berühmte Feministin. Diese Begegnung verändert Greers Leben grundlegend. Mein Eindruck: ------------------ »Du gibst diesen Frauen eine Stimme«, hatte Faith kürzlich gesagt. »Wir haben darüber geredet, wie schwer es dir manchmal fällt, den Mund aufzumachen. Aber vielleicht konntest du das ausgleichen, denn du bist eine blendende Zuhörerin, das muss ich schon sagen. Und das ist genauso wichtig wie das Reden. Hör weiter zu, Greer. Sei eine ... Seismologin, die ihr Stethoskop auf die Erde drückt. Achte auf die Vibrationen.« (S. 187) Der Anfang des Buches gefiel mir gut: Greer ist eine sympathische Protagonistin, in die sich jede introvertierte Leseratte gut einfühlen kann. Der Sprachstil begeisterte mich von Anfang an: leise, unaufgeregt und mit einer Prise Humor. Ich tauchte sofort ein in die Geschichte und freute mich darauf, Greers Entwicklung mitzuerleben. Überraschenderweise wird hier jedoch nicht nur ihre Geschichte erzählt, sondern auch die der Personen, die wesentliche Rollen in der Handlung einnehmen: ¿ Zee, ihrer besten Freundin, lesbisch und Tierschützerin, Vegetariern und immer irgendwie anders ¿ Ihr bester Freund und späterer Partner Cory, der mit ihr die Zwillings-Rakete bildet und durch einen tragischen Schicksalsschlag in seiner Karriere zunächst zurückgeworfen wird ¿ Faith Frank und ihr Weg zu einer Art feministischer Ikone ¿ Emmet Shrader, Risikokapitalist und Unterstützer von Faith, weil er in ihr eine ebenbürtige Partnerin sieht im Gegensatz zu seiner Ehefrau Sie alle kämpfen auf ihre Art um Selbstbestimmung Selbstverwirklichung. Interessanterweise entdeckt man auch bei den Männern eine gewisse emanzipatorische Entwicklung, die nachdenklich macht. Faith, Greer und Zee sind völlig unterschiedliche Charaktere und haben oft gegensätzliche Temperamente, aber die Botschaft ist, dass jede auf ihre Art kämpft und gleichwohl die Art der anderen Frauen akzeptiert. Miteinander kämpfen statt gegeneinander ist das Motto. Die Handlung wird dabei aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der einzelnen Protagonisten abwechselnd und teils in Rückblenden erzählt, sodass am Ende ein vollständiges Bild über ihr Leben und ihr Beziehungsgeflecht entsteht. Das ist ein geschickter Schachzug der Autorin. Obwohl ich die Sprache mochte, kann ich nicht unerwähnt lassen, dass sie eher altbacken wirkt. Man bekommt den Eindruck, der Roman spiele in den 1950er Jahren, obwohl die Handlungsspanne zum überwiegenden Teil von den 1990ern bis zur aktuellen Zeit reicht. Das passt leider nicht zusammen, scheint jedoch größtenteils an der Übersetzung zu liegen. Im Original wirkt die Sprache nicht so altmodisch. Die Entwicklungen der einzelnen Personen haben mir gut gefallen und die Hintergründe haben einige Überraschungen zu Tage gebracht, die ich nicht erwartet hatte. Dennoch gab es auch einige Längen und am Ende sehnte ich das Ende herbei. Mir fehlte es am Ende etwas an Spannung und der Schluss fühlte sich nicht rund an. Es fällt mir schwer, den Roman zu bewerten. Stellenweise fand ich ihn großartig mit vielen denkwürdigen und poetischen Zitaten, an anderen Stellen aber auch zu langatmig und ausschweifend. Ich vergebe 3,5 von 5 Punkten, die ich auf 4 aufrunde. Fazit: ------------------ Ein vielschichtiger Roman über Feminismus und seine Bedeutung in unserer Zeit
Tolles Buch mit wichtigen Botschaften und authentischen Charakteren
von booklover2011 - 22.07.2018
Inhalt (dem Klappentext entnommen): Die schüchterne Greer Kadetsky ist noch nicht lange auf dem College, als sie der Frau begegnet, die ihr Leben für immer verändern soll: Faith Frank. Die charismatische Dreiundsechzigjährige gilt seit Jahrzehnten als Schlüsselfigur der Frauenbewegung, und sie ist das, was Greer gerne wäre: unerschrocken, schlagfertig, kämpferisch. So sehr Greer ihren Freund Cory liebt und sich auf die gemeinsame Zukunft freut, wird sie doch von einer Sehnsucht umgetrieben, die sie selbst kaum benennen kann. Durch die Begegnung mit Faith Frank bricht etwas in der jungen Frau auf, und sie stellt sich die entscheidenden Fragen: Wer bin ich, und wer will ich sein? Jahre später, Greer hat den Abschluss hinter sich, geschieht, wovon sie nie zu träumen gewagt hätte: Faith lädt sie zu einem Vorstellungsgespräch nach New York ein - und führt Greer damit auf den abenteuerlichsten Weg ihres Lebens: einen verschlungenen, manchmal steinigen Weg, letztlich den Weg zu sich selbst. Meinung: Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig, bereits nach wenigen Seiten war ich so in der Geschichte gefangen, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Der Roman ist aus der Perspektive von mehreren Charakteren, Greer, Zee, Faith und Cory, geschrieben, so dass man ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben kann. Wir begleiten Greer (und ihre Freunde) über mehrere Jahre und erleben gemeinsam mit ihnen, dass der geplante Lebensweg nicht immer so geradlinig verläuft wie gedacht und so manche Schicksalsschläge verarbeitet werden müssen. Die authentischen und sympathischen Charaktere sind mit ihren Stärken und Schwächen sowie Gefühlen sehr gut dargestellt und beschrieben worden, so dass ich nicht anders konnte, als mit ihnen mitzufühlen und mitzufiebern. Ich habe sie sehr gerne auf ihrem Lebensweg begleitet und freue mich sehr, eine neue Autorin für mich entdeckt zu haben. Ein sehr nachdenklich stimmendes Buch, das viele wichtige Botschaften enthält, so dass sicherlich jeder etwas für sich mitnehmen kann. Absolute Leseempfehlung und volle Punktzahl. Fazit: Ein kluges Buch mit wichtigen Botschaften, das zum Nachdenken anregt. Es war das erste Buch der Autorin, welches ich gelesen habe, aber sicherlich nicht das Letzte.
Chapeau!
von lesebiene - 19.07.2018
Meinung : Im Falle dieses Buches, möchte ich ausnahmsweise nichts vom Inhalt vorwegnehmen, denn dieses bestärkende und außergewöhnliche Buch, gilt es selbst zu entdecken. Wie von der Autorin Meg Wolitzer gewohnt, ist ihr Stil einmalig, denn sie findet stets genau die richtige Mischung zwischen literarisch anspruchsvoll und großartigem Stil und dennoch der Kunst, es für jeden gut lesbar und nahbar zu gestalten. In diesem Thema bearbeitet sie, wie fast immer eine so wichtige Botschaft, die sie durch ihre wunderbar gestalteten Charaktere kraftvoll zu vermitteln weiß !  Fazit:  Für mich eines der besten Bücher des Jahres, welches durch eine anspruchsvolle Intensität besticht und den Leser von Seite eins zu fesseln weiß
Auf der Suche nach dem eigenen Weg
von westeraccum - 18.07.2018
In Zeiten, in denen ein amerikanischer Präsident sich rühmt jeder Frau an die Pussy fassen zu dürfen, ist ein Buch über Feminismus hochaktuell. Die junge Greer ist unsicher und schüchtern, als sie der Frauenrechtlerin Faith Frank bei einer Veranstaltung begegnet. Faith ermutigt sie ihren eigenen Weg zu gehen und Jahre später darf Greer für die verehrte Frau arbeiten. Doch dann kommt es zum Bruch und Greer muss allein für ihre Ideale kämpfen. Dabei hinterfragt sie sich selbst immer wieder und fokussiert sich neu. Wolitzer schildert wie auch in ihren anderen Büchern das Geschehen aus der Perspektive unterschiedlicher Hauptpersonen. Neben Greer tauchen auch ihr Freund Cory, ihre Freundin Zee und Faith selbst als Hauptpersonen auf. Eindringlich schildert Wolitzer die Lebensgeschichten dieser Personen, ihre Erfolge und Enttäuschungen. Das Buch ist politisch durch den hoch aktuellen Hintergrund, aber auch sehr gut zu lesen, weil viel persönliches Schicksal hineinspielt. Man fragt sich, warum nicht mehr Frauen gegen das Bild aufbegehren, das in den Medien und an den Stammtischen von ihnen gezeichnet wird. Besonders gut hat mir das Cover gefallen, die vielen bunten Streifen strahlen einerseits Lebensfreude aus, setzen sich aber auch zu einem weiblichen Dreieck zusammen. Die teilweise hinter den Streifen verschwindenden Buchstaben stehen für mich für die Frauen, die sich selbst nicht ganz trauen selbstbewusst aufzutreten und sich hinter Rollenbildern verstecken. Ich finde das Buch unbedingt lesenswert.
Stressiges Frauenleben
von Mathias Lenk - 16.07.2018
Als Greer Kadetsky wollte schon immer ans College. Sie wird auch aufgenommen, aber leider dort, wo sie sich beworben hat. Auch das Geld reichte nicht für dieses College. Das Schlimmste. Ihre Eltern konnten noch nicht einmal die notwendigen Unterlagen ausfüllen. Mit Hilfe der Ratschläge ihres Freundes versucht sie das Beste aus der Situation zu manchen. Während die Campustour mit einem Schock endet, weil sie von einem Mann angemacht und angebaggert wird. Immerhin schafft sie es, sich verbal und akustisch Hilfe zu holen. Es herauskommt, dass diese Geschichte kein Einzelfall ist. Normalerweise darf es für den Mann nur eine Strafe geben, aber die Sache wird zu den Akten gelegt. Dies will sich Greer nicht bieten lassen und besucht mit ihrer besten Freundin einen Vortrag einer Frauenrechtlerin namens Faith Frank. Das Buch bekommt von mir ein Daumen hoch für die ungewöhnliche Aufmachung und 5 Sterne für den Inhalt.
Lost in translation
von Sursulapitschi - 16.07.2018
Zu diesem Buch habe ich viel Positives gehört. Insbesondere der wunderbare Erzählstil wird gerne gelobt. Allerdings war ich gerade damit schon auf Seite 10 im Krieg. Man stelle sich vor, dass sich im Jahr 2010 junge Leute für eine "abendliche Sause" vorbereiten und Greer im Wohnheim des Colleges eine der raren eigenen "Buden" ergattert. Das ist die Jugendsprache der 50er, die in diesem Zusammenhang deplatzierter nicht sein könnte und die dem Buch eine prüde, altbackene Note verleiht, die das Original nicht hat, wie man schnell anhand der englischen Leseprobe feststellen kann. Das war mein erstes Buch von Meg Wolitzer, bei der ich Eloquenz und eventuell sogar Witz vermute, was diese Übersetzung leider nicht transportiert. Auch inhaltlich wirft es einen nicht direkt um. Greer ist schüchtern, hochintelligent, ein Bücherwurm, und tief beeindruckt von der berühmten Feministin Faith Frank, die einen Vortrag an ihrem College hält. Später ergattert sie einen Job bei Faith`s Stiftung, brennt dafür, will Gutes bewirken, Frauenrechte stärken, bis sie merkt, dass ihre Heldin nicht makellos ist. Hier tummeln sich die taffen engagierten Frauen, leider kauft man keiner davon ihr Engagement wirklich ab. Die Vita eines jeden Protagonisten wird zwar gründlich skizziert. Näher kommt man ihnen dadurch nicht. Man hat eher den Eindruck, es wird jede Stereotype Amerikas angerissen, die gemeinhin als originell gilt. Da haben wir die Lesbe, die erfolgreiche Superfeministin, den Bücherwurm, der zu Höherem berufen ist und den knallharten Businessman und Frauenhelden. Selbst Greer, mit einer solide traurigen Kindheit im Rücken, wird nicht lebendig. Sie engagiert sich wacker, aber ihre Gründe dafür sind eher schwammig. Natürlich ist es auch nobel, Gutes zu tun, nur um Gutes zu tun. Das kann man bewundern, aber es trifft einen nicht. Einzig die Geschichte von Greers Highschoolliebe Cory nimmt einen mit. Zum Ende hin tischt Frau Wolitzer dann doch noch eine gute Idee auf und merkt an, dass der Kampf um Frauenrechte heute wieder hoch aktuell ist. Da ist was dran, wenn man die zunehmend konservativen politischen Strömungen beobachtet, die Frauen wieder zurück an den Herd schicken möchten. Das wäre ein innovatives Kernthema gewesen, ist hier aber nur eine Schlussbemerkung. Dieses Buch wirkt wie eine Abhandlung der Geschichte des Feminismus seit den 60er Jahren. Das ist mäßig interessant aber nicht neu. Vielleicht werde ich noch mal ein anderes Buch der Autorin lesen, das von einem anderen Übersetzer bearbeitet wurde. Dieses hier ist wohl nicht ihr bestes Buch und dazu noch absolutely lost in translation.
Lost in translation
von Sursulapitschi - 15.07.2018
Zu diesem Buch habe ich viel Positives gehört. Insbesondere der wunderbare Erzählstil wird gerne gelobt. Allerdings war ich gerade damit schon auf Seite 10 im Krieg. Man stelle sich vor, dass sich im Jahr 2010 junge Leute für eine "abendliche Sause" vorbereiten und Greer im Wohnheim des Colleges eine der raren eigenen "Buden" ergattert. Das ist die Jugendsprache der 50er, die in diesem Zusammenhang deplatzierter nicht sein könnte und die dem Buch eine prüde, altbackene Note verleiht, die das Original nicht hat, wie man schnell anhand der englischen Leseprobe feststellen kann. Das war mein erstes Buch von Meg Wolitzer, bei der ich Eloquenz und eventuell sogar Witz vermute, was diese Übersetzung leider nicht transportiert. Auch inhaltlich wirft es einen nicht direkt um. Greer ist schüchtern, hochintelligent, ein Bücherwurm, und tief beeindruckt von der berühmten Feministin Faith Frank, die einen Vortrag an ihrem College hält. Später ergattert sie einen Job bei Faith`s Stiftung, brennt dafür, will Gutes bewirken, Frauenrechte stärken, bis sie merkt, dass ihre Heldin nicht makellos ist. Hier tummeln sich die taffen engagierten Frauen, leider kauft man keiner davon ihr Engagement wirklich ab. Die Vita eines jeden Protagonisten wird zwar gründlich skizziert. Näher kommt man ihnen dadurch nicht. Man hat eher den Eindruck, es wird jede Stereotype Amerikas angerissen, die gemeinhin als originell gilt. Da haben wir die Lesbe, die erfolgreiche Superfeministin, den Bücherwurm, der zu Höherem berufen ist und den knallharten Businessman und Frauenhelden. Selbst Greer, mit einer solide traurigen Kindheit im Rücken, wird nicht lebendig. Sie engagiert sich wacker, aber ihre Gründe dafür sind eher schwammig. Natürlich ist es auch nobel, Gutes zu tun, nur um Gutes zu tun. Das kann man bewundern, aber es trifft einen nicht. Einzig die Geschichte von Greers Highschoolliebe Cory nimmt einen mit. Zum Ende hin tischt Frau Wolitzer dann doch noch eine gute Idee auf und merkt an, dass der Kampf um Frauenrechte heute wieder hoch aktuell ist. Da ist was dran, wenn man die zunehmend konservativen politischen Strömungen beobachtet, die Frauen wieder zurück an den Herd schicken möchten. Das wäre ein innovatives Kernthema gewesen, ist hier aber nur eine Schlussbemerkung. Dieses Buch wirkt wie eine Abhandlung der Geschichte des Feminismus seit den 60er Jahren. Das ist mäßig interessant aber nicht neu. Vielleicht werde ich noch mal ein anderes Buch der Autorin lesen, das von einem anderen Übersetzer bearbeitet wurde. Dieses hier ist wohl nicht ihr bestes Buch und dazu noch absolutely lost in translation.
Komplexes Romankonstrukt - durchhalten lohnt sich
von Webervogel - 09.07.2018
Anfangs hatte ich mit diesem Roman ein bisschen zu kämpfen. Alles an ihm schien sperrig: Der Beginn, die Charaktere, die Handlung. Autorin Meg Wolitzers Art, Dinge zu beschreiben, fand ich jedoch von Anfang an ansprechend - in "Das weibliche Prinzip" gibt es weise Sätze wie "Beziehungen waren ein Luxus, den sich nur Menschen leisten konnten, die nicht in einer Krise steckten". Oder: "Ich denke manchmal, dass Introvertierte, die sich beigebracht haben, extrovertiert zu sein, die effektivsten Menschen der Welt sind." Ich habe mir einige interessante Gedanken markiert, doch manchmal wirkte der Stil der Autorin auch etwas überladen auf mich. Und dann sprang der Funke doch noch über. Rückblickend denke ich, dass das geschah, nachdem der größte Coming-of-Age-Teil überstanden war. Natürlich verhalten sich die Hauptfigur und ihre Freunde mit Anfang/Mitte 20 noch nicht ganz erwachsen, aber die Irrungen und Wirrungen, die Schulabschluss und Universitätsbeginn mit sich bringen, waren irgendwann überstanden - für sie und für mich. "Das weibliche Prinzip" handelt von der ehrgeizigen Greer Kadetsky, die zu Beginn des Buches ihr Studium am Ryland College beginnt, nachdem ihre Eltern ihre Anmeldung in Yale vermasselt haben. Während ihre Jugendliebe Cory nach Princeton geht und ihm die Welt von nun an zu Füßen zu liegen scheint, fühlt sich Greers neues Leben im Vergleich zunächst minderwertig an - zumindest für sie selbst. Doch sie findet bald Freunde am Ryland College und obwohl die Dichte an interessanten Abendveranstaltungen natürlich nicht mit der in Princeton mithalten kann, hört Greer an ihrer Hochschule einen Vortrag, der ihr Leben verändern wird: Den der Feministin Faith Frank. Diese Figur, die zu Beginn des Romans Mitte 60 ist, habe ich mir als eine Art Alice Schwarzer vorgestellt: bekannte Feministin und Bestsellerautorin mit eigener Zeitschrift, die ihre erfolgreichste Zeit bereits hinter sich hat. Im Roman ist Faith Frank immer noch eine Galionsfigur der Frauenbewegung, der man gerne zuhört, doch die Auflagenzahlen ihres Magazins "Bloomer" sinken und andere Feministinnen mit radikaleren Ansichten erhalten inzwischen mehr Aufmerksamkeit als sie. Dennoch ist Faith Franks Vortrag für Greer eine Art Erweckungserlebnis, der ihr Leben nachhaltig prägt - nicht zuletzt, weil sie danach noch ein kurzes Gespräch mit der Rednerin führen kann und sich nach dem Studium bei "Bloomer" bewirbt. Greer wird nach und nach eine begeisterte Feministin und bleibt dabei eine glühende Bewunderin Faith Franks. Doch nach ihrem Abschluss am Ryland College, wenn der Leser sie durch die ersten Jahre ihres Arbeitslebens begleitet, muss die Hauptfigur entdecken, dass man zwar für das Wohl der Frauen im Allgemeinen kämpfen kann, das jedoch nicht bedeutet, dass man sich den eigenen Freundinnen immer loyal und fair gegenüber verhält. Was macht erfolgreicher - Kompromisslosigkeit oder Abwägen? Greer lernt, kämpft und muss sich schließlich selbst behaupten - und das regt zum Nachdenken an. Wichtige Nebenrollen spielen neben Faith Frank Greers Freundin Zee und Cory, der mit Princeton das große Los gezogen zu haben schien. Aber: "Er würde immer ein Mensch sein, der nicht weglief, sondern half" - wieder so ein starker Wolitzer-Satz von der Art, wie sie in diesem Roman massenhaft zu finden sind. Schon für diese Art von Beschreibungen lohnt es sich, "Das weibliche Prinzip" zu lesen. Die Selbstfindung der Protagonisten mitzuerleben sowie kapitelweise auch mal hinter die Fassade von Faith Frank und anderen Figuren blicken zu können, riss mich nach dem ersten Buchdrittel doch mit. Die Charaktere in diesem komplexen Romankonstrukt sind außergewöhnlich vielschichtig. Autorin Meg Wolitzer macht es ihren Lesern nicht immer leicht, doch die Lektüre lohnt sich. "Das weibliche Prinzip" bietet jede Menge gedankliche Anregungen, nicht nur über Bedeutung und Entwicklung des Feminismus in der heutigen Zeit, sondern auch darüber, was wirklich wichtig im Leben ist.
Female Power ohne i-Tüpfelchen
von Isaopera - 09.07.2018
"Das weibliche Prinzip" verrät bereits im Titel, dass hier Frauen im Vordergrund stehen. Gut so? Absolut! Meg Wolitzer beschreibt spannende, diverse und sehr unterschiedliche Frauenfiguren, die ihren Weg suchen und spannt dabei eine Zeitspanne über mehrere Jahre. Protagonistin Greer ist dabei immer sehr authentisch, menschlich und ich habe ihre Geschichte sehr gerne gelesen. Der Kontakt mit zwei sehr überzeugenden Persönlichkeiten, zunächst ihrer College-Kommilitonin Zee, und später der Feministin Faith Frank, lässt sie aufblühen, aber auch kritisch reflektieren, was sie nicht möchte. Greers langjähriger Partner Cory, der in der Leseprobe noch eher schlecht wegkam, ist für mich dabei eine sehr wichtige und sympathische Figur geworden, denn ich finde, er hat die Geschichte unheimlich bereichert. Hier fand ich manche Zeitraffer fast schade, denn ich hätte über die beiden gerade gegen Ende gerne noch mehr erfahren - ebenso wurde der Konflikt zwischen Greer und ihren Eltern für mich nicht ausreichend thematisiert. Dass der fünfte Stern fehlt, hat aber vor allem mit dem fehlenden "i-Tüpfelchen" zu tun. Es ist ein toll geschriebener Roman, der mich gefesselt hat. Gerade die feministische Perspektive ist am Anfang deutlich, verliert sich aber über die Zeit etwas. Im letzten Drittel verliert der Roman für mich etwas an Profil und bleibt sehr gut, aber kein Knüller. Daher vier Sterne und eine Lessempfehlung!
Persönliche Entscheidungen lenken deinen Weg
von jenvo82 - 08.07.2018
"Wenn sie für das kämpfen, was ihnen wichtig ist, werden sie auf Widerstände stoßen, und das kann nicht nur verstörend sein, sondern auch dafür sorgen, dass sie aus der Bahn geworfen werden. Die Wahrheit lautet, dass sie nicht nur Zustimmung ernten werden." Inhalt Die junge Studentin Greer Kadetzky, die selbst ihren Weg im Leben sucht, da ihre Eltern für sie keine Vorbildfunktion haben, begegnet der charismatischen Feministin Faith Frank, die eine Vorreiterin der Frauenbewegung ist und mit Herzblut für die Gleichberechtigung des weiblichen Geschlechts kämpft. Tatsächlich gelingt es Greer mit der im Rahmenlicht stehenden Faith Kontakt zu knüpfen und kurze Zeit später erhält sie sogar die absolut fantastische Möglichkeit, für ihr Idol zu arbeiten. Faith Frank arbeitet nun für eine Stiftung, die Frauen aus ihrer sexuellen Abhängigkeit holt und ihnen zeigt, wie man mit ganz normaler Arbeit auf eigenen Beinen stehen kann. Greer schreibt Reden und hält diese auch selbst, voller Freude und Engagement ist sie bei der Sache, bis sie einen heißen Tipp bekommt, dass die Finanzierung des Projektes Unregelmäßigkeiten aufweist und längst nicht mehr die ausgebeuteten Frauen im Fokus stehen, sondern nur der Profit. Desillusioniert und betreten trifft Greer eine eigene Entscheidung und stellt dabei fest, dass auch große Vorbilder keinen Heiligenschein tragen. Meinung Dieser aktuelle Roman aus der Feder der amerikanischen Schriftstellerin Meg Wolitzer ist mein erstes Buch von ihr. Bereits die Vorgängerromane haben mein Interesse geweckt und ich wollte nun endlich einmal herausfinden, welche Art der zeitgenössischen Belletristik mich erwartet. Doch zugegeben, "Das weibliche Prinzip" hat meinen Lesegeschmack nicht ganz getroffen. Die Geschichte an sich klingt sehr vielversprechend, allein weil es faszinierend ist, jungen Menschen beim Finden ihrer eigenen Überzeugung zuzuschauen, auch weil es spannend ist, sie durchs Leben zu begleiten und ihre Entscheidungen wahrzunehmen - doch die Umsetzung hier, brachte mir zu wenig Dynamik, eine nur geringe innere Beteiligung und streckenweise sehr langatmige Passagen, die mich dazu verleitet haben, das Buch immer wieder beiseite zu legen und andere Schmöker vorzuziehen. Der Funke ist bis zuletzt nicht übergesprungen und es ist mehr dem vielschichtigen, erzählendem Schreibstil zu verdanken, dass ich drangeblieben bin, als der Erzählung an sich. Der Ansatz von Meg Wolitzer konzentriert sich auf das Menschsein in der reinsten Form. Deshalb ist es auch nicht Greer allein, die hier als Hauptprotagonistin auftritt, sondern auch Faith und darüber hinaus noch Greers Freund Cory und ihre Kommilitonin Zee. Jeder hat gute und weniger gute Charakterzüge, alle handeln gleichbleibend menschlich und treffen weise aber auch falsche Entscheidungen. Es gelingt ihnen, sich im Leben zurechtzufinden und mit mehr oder weniger Einsatz, ihren Platz zu behaupten. Dazu nutzt die Autorin viele kleine Nebenhandlungen, die sich mit den jeweiligen Personen beschäftigen, die aber auf mich einen zerfaserten, unsteten und unbestimmten Eindruck hinterlassen. Cory trifft ein persönlicher Schicksalsschlag, Zee wird sich ihrer Homosexualität bewusst, Faith kämpft mit dem fortschreitenden Alter und Greer sieht ihre einstigen Wunschvorstellungen und Überzeugungen davondriften. Was nach Unzufriedenheit klingt, ist nichts anderes als der Lauf des Lebens, den alle erfahren und mit dem sie unterschiedlich umgehen. Der Autorin gelingt es, mit einprägsamen Sätzen und einer guten Übersichtsstruktur die verschiedenen Charaktere in diversen Lebensphasen zu zeichnen, alles wirkt überaus realistisch und nachvollziehbar, doch leider empfinde ich beim Lesen kaum emotionale Beteiligung, die Banalität der Handlung und die vielen Hochs und Tiefs wirken so mühsam und langatmig auf mich, dass ich mir hin und wieder ein kleines Highlight gewünscht habe, doch vergebens. Greer Kadetzky und ihre ganz persönliche Entwicklung konnte mich einfach nicht fesseln. Fazit Ich vergebe 3,5 Lesesterne (die ich dennoch eher auf 3 reduziere) für einen Roman, der sich vielschichtig mit wichtigen Lebensfragen auseinandersetzt. Thematisch findet man emanzipierte Frauen, hohe Idealvorstellungen, bittere Enttäuschungen und einiges an Lebensweisheit, die sich mit den entsprechenden Erfahrungen manifestiert. Dennoch, dieses Buch war vielleicht nicht das richtige Stück Literatur zur richtigen Zeit für mich. Der Handlung hätte ich mehr Entwicklungspotential, mehr Emotionalität und eine striktere, bissigere Erzählweise gewünscht. So blieb das Buch ein durchschnittliches Leseerlebnis. Dennoch werde ich gerne noch mindestens ein anderes Werk von Meg Wolitzer zur Hand nehmen, weil es doch die Erzählung selbst war, die mich nicht überzeugt hat, weniger die Erzählstimme.
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