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BECOMING

Meine Geschichte. Originaltitel: BECOMING. Deutsche Erstausgabe. mit 16-seitigem Bildteil in Farbe.
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Die kraftvolle und inspirierende Autobiografie der ehemaligen First Lady der USA

Michelle Obama ist eine der überzeugendsten und beeindruckendsten Frauen der Gegenwart. Als erste afro-amerikanische First Lady der USA trug sie maßgeblich dazu bei, das … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: BECOMING
Autor/en: Michelle Obama

ISBN: 3442314879
EAN: 9783442314874
Meine Geschichte.
Originaltitel: BECOMING.
Deutsche Erstausgabe.
mit 16-seitigem Bildteil in Farbe.
Übersetzt von Harriet Fricke, Tanja Handels, Elke Link
Goldmann Verlag

13. November 2018 - gebunden - 542 Seiten

Beschreibung

Die kraftvolle und inspirierende Autobiografie der ehemaligen First Lady der USA

Michelle Obama ist eine der überzeugendsten und beeindruckendsten Frauen der Gegenwart. Als erste afro-amerikanische First Lady der USA trug sie maßgeblich dazu bei, das gastfreundlichste und offenste Weiße Haus zu schaffen, das es je gab. Sie wurde zu einer energischen Fürsprecherin für die Rechte von Frauen und Mädchen in der ganzen Welt, setzte sich für einen dringend notwendigen gesellschaftlichen Wandel hin zu einem gesünderen und aktiveren Leben ein und stärkte außerdem ihrem Ehemann den Rücken, während dieser die USA durch einige der schmerzlichsten Momente des Landes führte. Ganz nebenbei zeigte sie uns noch ein paar lässige Dance-Moves, glänzte beim "Carpool Karaoke" und schaffte es obendrein auch, zwei bodenständige Töchter zu erziehen - mitten im gnadenlosen Blitzlichtgewitter der Medien.

In diesem Buch erzählt sie nun erstmals ihre Geschichte - in ihren eigenen Worten und auf ihre ganz eigene Art. Sie nimmt uns mit in ihre Welt und berichtet von all den Erfahrungen, die sie zu der starken Frau gemacht haben, die sie heute ist. Warmherzig, weise und unverblümt erzählt sie von ihrer Kindheit an der Chicagoer South Side, von den Jahren als Anwältin und leitende Angestellte, von der nicht immer einfachen Zeit als berufstätige Mutter sowie von ihrem Leben an Baracks Seite und dem Leben ihrer Familie im Weißen Haus. Gnadenlos ehrlich und voller Esprit schreibt sie sowohl über große Erfolge als auch über bittere Enttäuschungen, den privaten wie den öffentlichen. Dieses Buch ist mehr als eine Autobiografie. Es enthält die ungewöhnlich intimen Erinnerungen einer Frau mit Herz und Substanz, deren Geschichte uns zeigt, wie wichtig es ist, seiner eigenen Stimme zu folgen.

Trailer

Portrait

Michelle Robinson Obama war von 2009 bis 2017 die First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika. Sie studierte an der Princeton University und an der Harvard Law School und begann ihre berufliche Laufbahn als Anwältin bei der Kanzlei Sidley & Austin in Chicago, wo sie ihren zukünftigen Ehemann Barack Obama kennenlernte. Später arbeitete sie im Büro des Bürgermeisters von Chicago, an der University of Chicago und am University of Chicago Medical Center. Michelle Obama gründete auch die Chicagoer Sektion von »Public Allies«, einer Organisation, die junge Menschen auf eine Laufbahn im öffentlichen Dienst vorbereitet.

Die Obamas leben derzeit in Washington, D.C. Sie haben zwei Töchter, Malia und Sasha.


Pressestimmen

"Autobiografie des Jahres" LiteraturSPIEGEL

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 18.11.2018

Die Amerikanerin
Ständig betrat sie Räume, in denen alle anders aussahen als sie selbst. Aber das hat Michelle Obama nicht entmutigt, sondern bestärkt: Über "Becoming", ihre Memoiren

Sie war die Erste. Das gehört zwar zur Stellenbeschreibung einer First Lady, aber im Fall von Michelle Obama, die zwischen 2009 und 2017 mit ihrem Mann, den beiden Töchtern und einer wachsenden Zahl von Hunden im Weißen Haus in Washington, D. C. residiert hat, bedeutet es weit mehr. Es hat historisches Ausmaß: Michelle Obama aus Chicago war die erste schwarze First Lady in der amerikanischen Geschichte. Und sie wird es für immer bleiben.

Was das bedeutet und mit sich gebracht hat, beschreibt Michelle Obama jetzt in ihrer Autobiographie, die "Becoming" heißt; zu Deutsch eine Mischung zwischen "Werden" und "Wachsen". Das Buch erzählt die Geschichte einer Selbstverständlichkeit, die überhaupt nicht selbstverständlich ist und wohl auch niemals werden wird: dass ein Schwarzer zum amerikanischen Präsidenten gewählt werden kann und seine schwarze Familie damit das Land repräsentiert.

Die Möbel der Obamas standen noch nicht mal im Weißen Haus, da hatte der Widerstand gegen den schwarzen Präsidenten schon begonnen. Und er war nicht nur ideologisch motiviert, das ging tiefer, an die Essenz. Die Republikanische Partei war nicht nur fest entschlossen, den neuen demokratischen Präsidenten scheitern zu lassen, wo sie nur konnte: Sie wollte sich das Land zurückholen. "Let's take our country back", das war der Schlachtruf des konservativen, weißen Widerstands. Barack Obama, so die Vorstellung dahinter, mag zwar demokratisch gewählt worden sein. Aber seine Herrschaft ist illegitim, denn das Land gehört uns, nicht denen, die jetzt Obama bejubeln. Deswegen holen wir es uns zurück von diesem Schwarzen, der vielleicht noch nicht mal hier geboren wurde und vielleicht sogar ein Muslim ist, und seiner wütenden, schwarzen Frau, die alle Weißen hasst. Und Amerika überhaupt.

Michelle Obama erzählt in "Becoming" auch davon: von dieser gnadenlosen Verweigerung jeglichen Wohlwollens. Von den rassistischen Verletzungen und Demütigungen, von den Verleumdungen, denen insbesondere sie immer wieder ausgesetzt gewesen ist.

Aber "Becoming" ist ihr Buch, nicht das ihres Mannes (der an seinem gerade auch schreibt). Und auch wenn Michelle Obama Anlass genug dazu hätte, ist ihre Autobiographie keine Abrechnung, weder Anklage noch Verteidigungsschrift. "Becoming" ist auch kein politisches Buch, jedenfalls nicht im Sinne einer Partei oder eines Programms: Zum Schluss stellt Michelle Obama dann auch klar, dass sie niemals für ein politisches Amt kandidieren wird - und nimmt damit all jenen die Hoffnung, die schon eine Präsidentschaftskampagne für "Michelle 2020" gegründet haben.

Nein, was sich hier über fünfhundertfünfzig eng bedruckte Seiten erstreckt, ist vielmehr eine amerikanische Chronik, ein Familienroman, eine Romanze - aber vor allem die Geschichte einer Frau, die überall dort, wo sie hinkommt, die Erste ist, nicht nur als Schwarze, sondern auch als Frau und vor allem: als schwarze Frau. Man sieht diese Vereinigten Staaten von Amerika, die auf das Selbstverständnis bauen, dass hier jeder und jede alles werden kann, mit den Augen einer schwarzen Frau - die, je älter sie wird und je weiter sie kommt, erkennt, dass dieses Selbstverständnis für den einen Teil der Nation selbstverständlich ist, für den anderen aber immer wieder neu erkämpft werden muss.

Im Februar 2009 beispielsweise hält der neue Präsident Obama seine erste Rede vor dem Kongress, also Repräsentantenhaus und Senat, und auch sein Kabinett, der Generalstab, die Richter des Supreme Court sind da - das komplette politische Establishment in einem Saal. Michelle Obama schaut vom Rang auf sie alle hinunter. "Aus meiner ungewöhnlichen Vogelperspektive sah ich die Menschen, die für unser Land verantwortlich waren", erinnert sie sich, "ein Meer aus weißen Männern in dunklen Anzügen. Für ein modernes, multikulturelles Land war dieser Mangel an Vielfalt schon auffällig, wenn nicht sogar hochgradig peinlich. Bei den Republikanern stach das besonders ins Auge. Zu diesem Zeitpunkt saßen im Kongress genau sieben nicht-weiße Republikaner - darunter kein einziger Afroamerikaner - und nur eine Frau. Tatsächlich bestand der Kongress zu über achtzig Prozent aus männlichen Abgeordneten."

Damals, nach der Wahl 2008, gab es Stimmen, die in der Euphorie des Augenblicks erklärten, die Vereinigten Staaten hätten das Zeitalter der Rassentrennung hinter sich gelassen. Michelle Obama sah von dort oben, im Rang, auf einen Blick, wie weit ihr Land davon noch entfernt war. Andersherum war ihr Anblick, Michelle Obama über diesem Meer weißer Männer, für Millionen schwarzer Amerikanerinnen ein Triumph. (Und für alle anderen, die keine weißen amerikanischen Männer sind, auch.)

"Jede schwarze Frau auf dem Titel eines großen Magazins zählt", schreibt Michelle Obama über den Moment, als die "Vogue" sie zum Coverstar machen will und sie mit ihrem Stab darüber debattiert, wie das wirken würde. Und diese Sichtbarkeit der Minderheit ist in einer Demokratie, die auf Repräsentation angelegt ist, essentiell, nicht nur im politischen Raum. Kurz nach der Rede im Kongress vor dem Meer weißer Männer gehen die Obamas auf ihre erste Auslandsreise, zum G-20-Gipfel in London. Im Buckingham Palace umarmt Michelle Obama die Queen, was ein kleiner Skandal wird, weil man so was nicht tut, am Tag danach besucht sie eine ausgezeichnete staatliche Mädchenschule im sozial schwachen Islington: neunhundert Schülerinnen, neunzig Prozent schwarz oder Angehörige einer Minderheit.

Die Mädchen führen Shakespeare für die First Lady auf, ein Chor singt Whitney Houston - und Michelle Obama kommt es plötzlich so vor, als sitze sie in einer Zeitmaschine und schaute sich selbst zu: "Ein Blick in die Gesichter der Mädchen reichte aus, um zu wissen, dass sie sich trotz ihrer Stärken extrem würden anstrengen müssen, um überhaupt wahrgenommen zu werden", schreibt sie. "Sie würden gegen die Unsichtbarkeit ankämpfen müssen, die mit den Merkmalen ,arm', ,weiblich' und ,andere Hautfarbe' einhergingen."

Michelle LaVaughn Robinson, Jahrgang 1964, wächst im Süden von Chicago auf - einer Stadt, die für den derzeitigen Präsidenten Trump so etwas wie das Babylon schwarzer Bandenkriminalität ist, geduldet von korrupten demokratischen Politikern. Michelles Vater arbeitet bei den Wasserwerken, die Mutter als Sekretärin, in ihrem bescheidenen, gepflegten Haus lebt Michelles Tante, die bald auch ihrer Nichte Klavierunterricht gibt. Zur Highschool fährt Michelle im Bus auf die andere Seite Chicagos, anderthalb Stunden hin, anderthalb zurück. Die Schule ist als integratives Projekt angelegt, aber die Weißen haben nicht mitgemacht, also gehören achtzig Prozent der Schülerinnen und Schüler einer Minderheit an. Michelle ist begabt, sie ist ehrgeizig, sie ist rastlos, sie liebt Stevie Wonder und will an einer Ivy-League-Uni studieren, in Princeton, wie ihr Bruder Craig, ein Basketball-Star. Du bist für Princeton nicht gemacht, sagt die Studienberaterin - aber Princeton nimmt sie auf.

Dort, unter weißen Studenten, verändert sich Michelle Robinson: An der Highschool hatte ich für mein Viertel gestanden, schreibt sie, in Princeton für meine Rasse. Immer wieder betritt sie Räume, in denen sie die Einzige ist, die so aussieht wie sie, spürt, dass sie zwar geduldet ist, aber die Ruhe stört. "Wir Angehörige von Minderheiten waren in Princeton so wenige, dass unsere Anwesenheit wohl immer auffiel. Ich fasste das hauptsächlich als Auftrag zu Höchstleistungen auf." Sie schließt das College in Soziologie ab. Wechselt an die Harvard Law School. "Bin ich gut genug?", fragt sie sich immer wieder. "Ja, das bin ich wirklich." Sie kehrt nach dem Examen nach Chicago zurück. In ihrer Anwaltskanzlei betreut sie Praktikanten von den Elite-Unis, die ihre Semesterferien zum Kontakteknüpfen nutzen. Im Sommer 1989 kommt da einer aus Harvard in ihre Kanzlei, dem ein irrer Ruf vorauseilt, ein Wunderkind, der beste Student, der hier je aufgetaucht ist. "Ich blieb skeptisch", schreibt sie. "Meiner Erfahrung nach brauchte man irgendeinen halbwegs intelligenten schwarzen Mann nur in einen Anzug zu stecken, und schon flippten die Weißen aus." Drei Jahre später heiratet sie Barack Hussein Obama.

Er ist der Sohn einer weißen Akademikerin aus dem Mittleren Westen und eines Kenianers; nachdem die Eltern sich getrennt haben, wächst er kurz in Indonesien und später dann in Hawaii bei seinen weißen Großeltern auf. Sie kommt aus einer schwarzen amerikanischen Mittelschichtsfamilie. Ihr Onkel Robbie war Nachtzugportier, "ein angesehener, wenn auch nicht sehr gut bezahlter Beruf, der nur von schwarzen Männern ausgeübt wurde", den Rasen vor dem Haus der Großfamilie in der Euclid Avenue mähte der Onkel auch in der größten Hitze mit Hosenträgern, Schnürschuhen und Hut. Der Großvater ihres Großvaters mütterlicherseits war ein Sklave aus Georgia gewesen und in den zwanziger Jahren nach Norden gezogen - wie so viele andere Schwarze dieser Generation aus dem Süden. Die Stimme ihres Vaters, der schwerkrank mit Mitte fünfzig stirbt, beschreibt sie als "nur gute Laune, Sanftheit und eine winzige Spur Jazz". Jazz ist die Melodie dieser Familie, dieses Lebens. Jazz und Stevie Wonder (der Michelle Obama im Wahlkampf 2008, ohne, dass die beiden sich kennen, eine solidarische SMS schickt, was sie natürlich umhaut).

Als Barack Obama Mitte der neunziger Jahre in die Politik geht, mit Michelle an seiner Seite, die inzwischen im Rathaus von Chicago arbeitet, bekommen die beiden aber aus der schwarzen Community zu hören, er sei nicht schwarz genug. Diese Kritik begleitet Barack Obama bis heute, jener Vorwurf, er habe seine Leute im Stich gelassen und seine beiden Amtszeiten nicht genutzt, habe sich in Kompromissen mit der anderen Seite verzettelt. Barack Obama aber war von Anfang an damit angetreten, der Präsident der gesamten Vereinigten Staaten zu sein, nicht einzelner Teile. Dass Michelle Obama wiederum in diesem Buch wie in all den Jahren im Weißen Haus die schwarze Tradition beschwört, aus der sie kommt, und ihre eigenen Erfahrungen als Angehörige einer Minderheit zur Sprache bringt, wo sie nur kann, ist kein Widerspruch dazu. Im Gegenteil: Es ist das Fundament dieser Haltung, der Garant des sozialen Friedens.

Der Journalist Ta-Nehisi Coates hat das einmal exzellent auf den Punkt gebracht: "Wenn man die schwarze Identität analog zur Südstaaten-Identität oder zur irischen oder italienischen Identität versteht - nicht als separaten Stamm, sondern als einen Ast am amerikanischen Baum, der in einer umfassenderen Erfahrung wurzelt -, dann versteht man, dass die Besonderheiten der schwarzen Identität nicht von den Besonderheiten des Landes zu trennen sind", schreibt er in seinem letzten Buch, einer Sammlung von Reportagen aus den acht Obama-Jahren. "Ein Freund von mir hat mal gesagt, Michelle ,macht Barack schwarz', aber das trifft es nicht. Sie macht Barack nicht einfach schwarz - sie macht ihn zum Amerikaner."

Michelle Obama, die Amerikanerin: "Becoming" ist das Zeugnis einer kompromisslosen Haltung - und warum sollte sie auch Kompromisse machen, sie ist doch Amerikanerin. Selbstverständlich lässt sie sich von niemandem einreden, dass es nicht selbstverständlich sei, dass sie dort angekommen ist, wo sie heute ist, und dass dieser Weg jeder Amerikanerin und jedem Amerikaner, gleich jeder Herkunft, zusteht. Da komme ich her, dort will hin ich, so bin ich auf dem Weg, bis ich angekommen bin. Das bin ich - deal with it. Die Rollen, die Michelle Obama dabei spielt - die erfolgreiche Anwältin, die Mutter zweier Töchter, die Frau eines Politikers, die schwarze Frau eines schwarzen Politikers - verrechnet sie nicht gegeneinander. Sie rechtfertigt sich nicht. Dass sie sich im ersten Präsidentschaftswahlkampf 2008 darum sorgt, wie ihre kleinen Mädchen angezogen sind ("Es dauerte nicht lange, bis ich mir weniger Gedanken darüber machte, ob Sasha und Malia aussahen wie die Töchter eines zukünftigen Präsidenten, als darum, ob sie wenigstens aussahen, als hätten sie eine Mutter."), nimmt ihren politischen Anliegen (Bildungsgerechtigkeit, gesunde Ernährung, Fitness) nichts an Ernst. Sie lässt sich nichts vorschreiben - wie Hillary Clinton, die als First Lady noch öffentlich Plätzchen backen musste, eine Demütigung und Unverschämtheit, an der Clinton bis heute knabbert. Michelle Obama hat einen Gemüsegarten im Weißen Haus angelegt.

Am Tag, als die Obamas dort einziehen, 1600 Pennsylvania Avenue, Washington, D. C., führt Laura Bush sie durch ihr neues Zuhause, während George und Barack den Fitnessraum inspizieren. Wie fühlen Sie sich, fragt Laura Bush. Ein bisschen überwältigt, sagt Michelle. Ich weiß, antwortet Laura, das können Sie mir glauben. "Später habe ich oft an das Gespräch zurückgedacht. Barack und ich wurden Teil einer Gemeinschaft, die lediglich aus den Clintons, den Carters, den beiden Ehepaaren Bush sowie Nancy Reagan und Betty Ford bestand", schreibt Michelle Obama jetzt. "So unterschiedlich wir auch sind, diese Erfahrung wird uns für immer miteinander verbinden." Das Gespür für Repräsentation, für das Amt und die Aufgabe, die nur für kurze Dauer verliehen sind, aber über diese Dauer hinaus Wirkung zeigen, das Verantwortungsgefühl und die Demut, die damit einhergeht: Diese kurze Passage in "Becoming" macht es noch schwerer, im Augenblick auf das Weiße Haus und seine Bewohner zu schauen. Zehn Jahre, nachdem dort der erste schwarze Mann und die erste schwarze Frau mit ihren schwarzen Kindern einzogen, um alle Amerikanerinnen und Amerikaner zu repräsentieren, gleich welcher Hautfarbe.

TOBIAS RÜTHER

Michelle Obama: "Becoming. Meine Geschichte". Übersetzt von Hariett Fricke, Tanja Handels, Elke Link, Andrea O'Brien, Jan Schönherr und Henriette Zeltner. Goldmann-Verlag, 544 Seiten

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Inspirierende Autobiografie einer beeindruckenden Persönlichkeit
von Lesendes Federvieh - 11.02.2019
Von 2009 bis 2017 war Michelle LaVaughn Obama FLOTUS, die First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika. Als Tochter einer fleißigen Arbeiterfamilie, deren Eltern sich stets für die Chance auf Bildung für ihre Kinder einsetzten, wusste sie von Kindheit an, was es heißt hart zu arbeiten und für seine Ziele zu kämpfen. Ihre Studienberaterin an der Highschool sagte ihr sie gehöre nicht zum Princeton-Material und doch gelang es ihr einen Platz an der renommierten Universität zu ergattern, anschließend an der Harvard Law School zu studieren und schließlich als Anwältin bei der Kanzlei Sidley & Austin in Chicago einzusteigen. Dort sollte sie einige Zeit später ihren späteren Ehemann und zukünftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama, kennenlernen. Michelle Obama erfand sich beruflich immer wieder neu, so arbeitete sie beispielsweise im Büro des Bürgermeisters von Chicago für das halbe Gehalt, weil sie dort etwas Gutes bezwecken konnte und gründete die Chicagoer Variante von Public Allies , einer Organisation zur Unterstützung junger ambitionierter Menschen. Dabei musste sie stets mit ihren Aufgaben als Mutter und denen einer berufstätigen Frau jonglieren, was nicht immer leicht zu bewerkstelligen war. Schon gar nicht, als sie zunehmend in den Blick der Presse geriet, als Barack Obama sich einen Namen im politischen Wettstreit machte. BECOMING von Michelle Obama ist eines derjenigen Bücher, auf das ich mich letztes Jahr am meisten gefreut habe, denn sie ist eine wahre Inspiration. Sie steht für weibliche Stärke, das Vertrauen in das eigene Können, für seine Rechte auf beispielsweise Bildung einzustehen und vor allem Durchhaltevermögen in jedweder scheinbar aussichtslosen unlösbarer Situation. Diese Autobiografie, die sehr geschickt in die Abschnitte Becoming Me , Becoming Us und Becoming More untergliedert ist und so von den unterschiedlichen Lebensbereichen ihres immer noch andauernden Prozesses des Werdens erzählt, ist schonungslos ehrlich, authentisch und vor allem echt geschrieben. Darin beschönigt Michelle Obama nichts und hat keine Probleme damit, ihre Schwächen und Fehler zuzugeben, von ihren mitunter wiederkehrenden Selbstzweifeln zu schreiben eben doch nicht gut genug zu sein, was die nach außen hin so starke, scheinbar unnahbare First Lady menschlich macht, denn jeder Mensch hat Phasen, in denen er an sich selbst zweifelt. Sie gibt einen sehr persönlichen Einblick in ihr Leben ab der frühesten Kindheit, erzählt auf berührende Art und Weise von den Menschen, die sie geprägt haben, ohne sie dabei allzu sehr zu glorifizieren, vielmehr analysiert sie ihre Lebensbegleiter rückwirkend und zeigt dabei die guten Eigenschaften wie die kleinen und großen Eigenheiten auf. Selbst das Kennenlernen mit ihrem zukünftigen Ehemann Barack Obama, der ihr zunächst als Sommerpraktikant in der Anwaltskanzlei Sidley & Austin unterstellt war, wie auch ihre Eheberatung, spart sie dabei nicht aus. Michelle Obama hält nicht viel von Politik und kann sich auch nur schwer mit den diesbezüglichen Ambitionen ihres Mannes anfreunden, wenngleich sie ihn immer tatkräftig unterstützte und hierin einen Einblick in die frustrierende Welt der Politik gibt: Trotz Baracks zahlreicher grandioser Ideen, die das Leben zahlreicher Menschen hätten verbessern können, schmetterten die Republikaner diese im Kongress rigoros ab, aus dem einzigen traurigen Grund, dass sie Obama scheitern sehen wollten. Dieses Bestreben stellten sie über das Wohl der Bevölkerung Amerikas, was einiges über die Missstände in der Politik aussagt, sei es nun in Amerika oder in anderen Ländern dieser Welt. Unter dem Aspekt Becoming More erzählt Michelle Obama kritisch von den Privilegien und der damit verbundenen Verantwortung als First Family, wie sie ihren beiden Töchtern ein möglichst normales Leben zu ermöglichen versuchten, Michelle unter den bösen Stimmen der Presse zu leiden hatte und im Hintergrund an ihren insgesamt vier nachhaltig erfolgreichen Initiativen zur gesünderen Ernährung für Kinder, Gewährung von Bildungschancen für benachteiligte Kinder und Mädchen auf der ganzen Welt sowie einer Unterstützung für die Hinterbliebenen von Kriegsversehrten arbeitete. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir ihre amüsanten Anekdoten zu ihren Begegnungen mit der Queen, die sie als gewitzte, feine Dame beschreibt, ihrer Nervosität vor ihrer Gesangseinlage mit James Corden bei Carpool Karaoke und den musikalischen Auftritten im Weißen Haus. Gänsehautmomente lässt Michelle Obama ebenfalls nicht vermissen, indem sie auf den letzten Seiten das schwierige Thema des Verlustes anspricht, von Beerdigungen junger Menschen erzählt, die infolge einer Verwechslung mit einer rivalisierenden Gang auf dem Schulweg erschossen wurden oder von ihren nachhallenden Begegnungen mit Soldaten und ihren Angehörigen im Militärkrankenhaus. Ein weiteres meiner zahlreichen persönlichen Highlights in dieser fesselnden Biografie ist Michelle Obamas Umgang mit dem amtierenden Präsidenten Donald Trump, den sie verbal ordentlich in die Schranken verweist, ohne sich dabei auf sein Niveau herabzulassen: Dominanz ist eine Form der Entmenschlichung, selbst wenn sie nur als Drohung daherkommt. Sie ist die hässlichste Form von Macht. (S. 521). Es ist wirklich traurig mitanzusehen, wie all das Gute, all der positive Wandel, den die Familie Obama bewirkt hat, mit dem Tag der Amtseinführung von Donald Trump nahezu null und nichtig wurden. Um es in Michelles Worten zur Vereidigung auszudrücken: Von der pulsierenden Vielfalt der beiden vorangegangenen Zeremonien war nichts mehr zu spüren, und an ihre Stelle war eine Art mutlose Einförmigkeit getreten , die typische, weiß und männlich dominierte Szenerie [...]. (S. 534). Michelle Obama ist eine intelligente Frau, die unglaublich reflektiert, pointiert und wortgewandt von ihrem Leben, den Schwierigkeiten eine Balance zwischen Familie, Karriere, sozialem Engagement und Selbstverwirklichung zu finden sowie dem andauernden Prozess des Werdens und der stetigen persönlichen Weiterentwicklung auf der Suche nach dem eigenen Platz in dieser Welt erzählt. BECOMING ist mehr als nur die Autobiografie einer beeindruckenden, inspirierenden Persönlichkeit, es ist ein Manifest an die eigene Stärke und den stetigen Glauben seine Ziele zu erreichen.
Eine außergewöhnliche Frau
von Lesestrickeule - 05.01.2019
Man könnte meinen, dass man bereits alles über Michelle Obama weiß durch die vielen TV Auftritte und die Zeitungsartikel über sie und ihren Mann. Doch was genau geht in dieser Frau vor? Wie fühlte sie sich von Kameras umgeben zu sein? Wer genau ist eigentlich Michelle Obama?¿In diesem Buch öffnet sich Michelle Obama der Welt und erzählt von ihrem Leben, ihren Gefühlen, ihren Bedenken und ihren Ängsten.¿Selten habe ich eine so authentische, ehrliche und gleichzeitig berührende Autobiographie gelesen.¿Michelle Obama erzählt von ihrer Kindheit und wie sie in Chicago aufgewachsen ist, von ihrem Vater, der bis zu letzt gearbeitet hat obwohl er sehr krank war und von den Schwierigkeiten mit denen farbige in USA konfrontiert werden. Zwar weiß man, dass es farbige noch immer schwer haben und mit Rassismus und Ungleichheit konfrontiert werden, trotzdem hat es mich schockiert. Wir leben in einer fortgeschrittenen Welt mit Smartphones und Elektroautos man sollte meinen, dass wir in der Lage sein sollten keinen Unterschied in der Hautfarbe und der Herkunft des Menschen zu sehen.¿Michelle Obama erzählt mit so viel Ehrlichkeit und Humor, da muss man sie einfach ins Herz schließen. Ich finde es gehört viel Mut der ganzen Welt alles und wirklich alles über sich zu erzählen. Das Entscheidende allerdings ist, dass sie über ihre Gefühle erzählt und man nachvollziehen kann , wie sie sich damals gefühlt haben muss als ihr Mann Präsident wurde. Ich habe viel gelacht, aber auch geweint und manches hat mich zum Grübeln gebracht. Sie teilt alles mit dem Leser den Moment als sie Barack Obama kennen lernte, als ihr Vater starb, als sie einen Eheberater aufsuchten und als Barack kandidierte und sie am Anfang nicht dran glaubte , dass er Präsident wird.¿Es ist die Geschichte einer sehr starken und außergewöhnlichen Frau, die uns dran erinnert, dass hinter jedem berühmten Menschen ein ganz normaler Mensch mit Gefühlen und Problemen steckt.
Bin ich gut genug? - Ja bin ich
von bootedKat - 29.12.2018
Ein Satz, den sich Michelle Obama damals noch Michelle Robinson oft gesagt hat, wenn sie aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihres Geschlechts in der Schule nicht beachtet oder in eine bestimmte Schublade gesteckt wurde. Denn Selbstbewusstsein, so erklärt sie, muss manchmal von innen kommen, da man sich nicht immer darauf verlassen kann, genug davon aus seiner Umgebung ziehen zu können. In der Euclid Road in der South Side von Chicago wächst in den 1960er und 1970er Jahren ein Mädchen auf, das einmal First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika werden soll. Michelle Obama. Bereits vor ihrer Zeit als First Lady hat sie sich für Menschen und Menschlichkeit engagiert. Vor allem diejenigen, denen ein Scheitern am ehesten zugetraut wird, liegen ihr am Herzen. In ihrer Autobiografie "Becoming - Meine Geschichte" erzählt sie von ihrer Familie, ihrer Kindheit, ihrer schulischen und beruflichen Laufbahn und natürlich auch von ihrer Zeit im Weißen Haus. Dabei beschäftigt sie sich auch mit der Frage, was es bedeutet schwarz zu sein. Scheitern ist dabei ein zentrales Thema in ihrer Erzählung. Denn Scheitern, so erläutert sie, ist ein Begriff, der unmittelbar mit dem Verlust von Hoffnung verbunden ist und ein Vorgang, der lange vor dem tatsächlichen Scheitern beginnt. Nachdenklich und mit deutlichen Worten legt sie ihren Standpunkt dar, wahrt dabei aber immer die Nähe zum Leser. Natürlich ist ein Rückblick auch immer von Interpretationen geprägt. So werden manche Dinge im Nachhinein oft anders und mit Blick auf darauf folgende Ereignisse bewertet. Dennoch gelingt es Michelle Obama vor allem die Zeit im Weißen Haus sehr differenziert darzustellen und sich den einen oder anderen Fehler ebenfalls einzugestehen. Vor allem diejenigen, die nicht bereits in der Öffentlichkeit zerrissen wurden. Allerdings werden auch diese erwähnt, etwa wenn sie erzählt, sie habe der Queen im Gespräch die Hand auf den Arm gelegt, was laut Protokoll strengstens untersagt ist, in dem Moment aber eine rein menschliche Geste gewesen sei. Glamurös aber nicht unnahbar, deutlich, aber gleichzeitig warmherzig erzählt Michelle Obama aus ihrem Leben und begeistert damit auf vielen Ebenen.
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