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Die Atmung

Spirituelle Dimensionen und praktische Anwendungen. Originaltitel: La respiration, dimension spirituelle et…
Buch (kartoniert)
'Einatmen, ausatmen. Einatmen, ausatmen. diese Wechselbeziehung zwischen Ebbe und Flut ist der Schlüssel zu allen Rhythmen des Universums. Versucht ihr, sie bewusst in euch wahrzunehmen, dann werdet ihr mit der kosmischen Harmonie verbunden und allmä … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Die Atmung
Autor/en: Omraam Mikhael Aivanhov

ISBN: 3895150592
EAN: 9783895150593
Spirituelle Dimensionen und praktische Anwendungen.
Originaltitel: La respiration, dimension spirituelle et applications pratiques.
Empfohlen von 14 bis 100 Jahren.
FSK freigegeben ab ab 0 Jahren.
Neuauflage, Nachdr.
Prosveta Verlag GmbH

1. Januar 2006 - kartoniert - 46 Seiten

Beschreibung

'Einatmen, ausatmen. Einatmen, ausatmen. diese Wechselbeziehung zwischen Ebbe und Flut ist der Schlüssel zu allen Rhythmen des Universums. Versucht ihr, sie bewusst in euch wahrzunehmen, dann werdet ihr mit der kosmischen Harmonie verbunden und allmählich spüren, wie die eigene Atmung in der Atmung Gottes mit eingeschlossen ist.'
Omraam Mikhaël Aïvanhov

Portrait

Omraam Mikhaël Aïvanhov war ein großer spiritueller Meister, ein lebendiges Vorbild, ein »Überbringer des Lichts« und ein warmherziger, humorvoller Lehrer, der durch sein selbstloses, zugängliches und brüderliches Verhalten überzeugte.
Er strebte an, alle Menschen bei ihrer persönlichen Entwicklung zu begleiten - so wie ein Bergführer seine Kameraden sicher bis auf den höchsten Gipfel führt.
Das Gedankengut, das Omraam Mikhaël Aïvanhov verbreitet hat, bietet zahlreiche Methoden und einen klaren, begehbaren Weg zu größerer Vollkommenheit und mehr Lebensglück.
In wohltuend einfacher Sprache erklärt er alle wichtigen Zusammenhänge des Lebens und ist gerade bei den Fragen unserer heutigen Zeit wegweisend. Ob es um die Bewältigung des Alltags geht, um das Thema der Liebe und Sexualität oder um tiefgründige philosophische Themen - stets sind seine Antworten überraschend klar und hilfreich.

Leseprobe

Der Genesis nach soll Gott den Menschen aus dem Staub der Erde geschaffen haben. So wurde das hebräische Wort »aphar« übersetzt. Eigentlich bedeutet das Wort »aphar« Asche. Die Übersetzung durch »Staub« oder »Asche« impliziert jedoch einen Bedeutungsunterschied. Hat Gott die Asche als Ausgangspunkt für die Erschaffung des Menschen auserwählt, so versteht man darunter, dass vorher etwas verbrannt wurde, dass ein verbrannter Stoff also zur Erschaffung des Menschen gedient hat.
Dann heißt es weiter: »Gott hauchte ihm Lebensodem in die Nase; so ward der Mensch ein lebendes Wesen.« Das Leben des Menschen begann also mit der Atmung, durch die Luft, die Gott ihm eingehaucht hat. Für jeden Menschen fängt das Leben mit dem Atem an, mit dem ersten Atemzug. Um zu den Bewohnern dieser Erde zu zählen, muss ein Kind bei der Geburt zuerst atmen: Es macht seinen kleinen Mund auf und schreit; dann freuen sich alle und denken: »Wie schön, es lebt wirklich!« Das irdische Leben des Menschen beginnt mit dem Atem, mit der ersten Einatmung. Dank dieser ersten Einatmung füllt sich die Lunge mit Luft und setzt sich in Bewegung: Daraus entsteht das Leben. Viele viele Jahre später, wenn von jemandem gesagt wird, er habe seinen letzten Seufzer ausgehaucht, versteht jeder, dass er verstorben ist. Der Atem ist der Anfang und das Ende. Das Leben beginnt also mit dem Einatmen und endet mit dem Ausatmen.
Das Leben ist das größte Geheimnis. Wie viele Denker und Forscher haben versucht, es zu ergründen! Der esoterischen Überlieferung nach soll es Zauberer gegeben haben, denen es gelungen sei, winzige Wesen zu schaffen, ihnen Leben zu verleihen und sie mit gewissen Arbeiten zu beauftragen. Wie viel Wahrheit steckt dahinter?... Das Interesse, das die Menschen immer wieder für das Geheimnis des Lebens gezeigt haben, ist nicht zu bezweifeln.
In Wirklichkeit steckt das ganze Geheimnis des Lebens in der Atmung. Das Leben ist aber weder in der Luft selber noch in dem Atem vorhanden. Es entsteht aus einem der Luft überlegenen Element, für welches die Luft selber eine Nahrung ist: das Feuer. Ja, das Leben ist im Feuer, in der Wärme; und die Luft ist da, um das Feuer zu erhalten. Das Leben sitzt im Herzen; das Herz ist es, das das Leben wie ein Feuer enthält, und die Lunge ist wie ein Blasebalg, der das Feuer ständig unterhält. Der Ursprung, die Ursache des Lebens ist also das Feuer, das durch die Luft, seine Schwester, entfacht und erhalten wird. Mit dem letzten Atemzug, mit dem letzten Hauch geht das Feuer aus.
Es lohnt sich also, diesen Atmungsvorgang in Augenschein zu nehmen, ihn zu überdenken; da er die Grundlage unserer Existenz ist, müssen wir uns Mühe geben, damit er immer besser vor sich geht. Bei den meisten Menschen wird dieser Vorgang gehemmt, verringert oder vergiftet. Folglich sollten sie lernen, mit der Luft zu arbeiten, damit das Leben in ihnen belebt, geläutert und intensiviert werde.

Nun, um das Phänomen der Atmung und deren Gesetze klar darzulegen, kann man es mit dem vergleichen, was im Ernährungsprozess vor sich geht.
Was tut man beim Essen? Bevor die Nahrung in den Magen gelangt, wird sie gekaut. Der Mund ist mit einer kleinen Küche vergleichbar, in welcher man die Nährmittel zubereitet: Diese werden in Stücke geschnitten, gekocht und mit etwas Öl, d. h. Speichel, gewürzt. Es gibt bestimmte Drüsen, die diese Arbeit verrichten. Deswegen wird immer wieder geraten, die Nahrung so lange zu kauen, bis sie fast im Munde zerfließt. Schluckt man sie runter, ohne sie lange genug gekaut zu haben, dann ist sie nicht gut durchgearbeitet, und der Organismus kann sie nicht assimilieren. Dadurch entsteht viel Abfall. Kommt die Nahrung ungenügend gekaut in den Magen, so braucht der Organismus einen viel größeren Energieaufwand, um sie umzuwandeln. Da liegt eben die Ursache mancher Müdigkeitszustände.
Glaubt bloß nicht, die Müdigkeitserscheinungen rühren immer von zu viel Arbeit her. Nein, sie werden oft durch Vergeudung der eigenen Kräfte verursacht. Schluckt man die Nahrung, ohne sie richtig gekaut oder sie nicht genug mit seinen Gedanken und Gefühlen durchdrungen zu haben, dann geht die Verdauung viel schwieriger vor sich; der Organismus hat große Mühe, die Nahrung zu assimilieren. Folgendes solltet ihr begreifen: Wollt ihr eine spirituelle Arbeit unter guten Voraussetzungen unternehmen, so müssen zuerst eure Ernährungs- und Atmungsprozesse harmonisch ablaufen. Beide Vorgänge sind denselben Gesetzen untergeordnet. Schnell einzuatmen ist nicht gut, denn die Luft hat keine Zeit, tief in die Lungen einzudringen; sie kann sie dann nicht richtig füllen, erweitern, ausdehnen. Langsam und tief sollte man einatmen, die Luft sogar ein paar Sekunden in der Lunge zurückhalten und erst nachher ausatmen. Weshalb? Um die Luft eben sozusagen zu »kauen«. Ja, das kann die Lunge tun, so wie der Mund die Nahrung kaut.
Die eingeatmete Luft ist mit einem Bissen vergleichbar, aber einem Bissen, der unvorstellbare Kräfte enthält. Wird dieser zu früh wieder von sich gegeben, so kann ihn die Lunge nicht verarbeiten, nicht »verdauen«, nicht genügend assimilieren; folglich vermag der Organismus aus den darin enthaltenen Kräften keinen Vorteil zu ziehen. Da liegt die Erklärung, warum so viele Menschen oft müde, nervös und reizbar sind: Sie verstehen es nicht, sich in passender Weise mit der Luft zu ernähren, sie »kauen« sie sozusagen nicht, sondern atmen sie gleich aus. Sie atmen dann nur mit dem oberen Teil der Lunge: Die verbrauchte Luft kann nicht hinausgeführt und durch frische reine Luft ersetzt werden. Tiefe Atmung ist eine segensreiche Übung, die man nie vernachlässigen sollte, denn dadurch werden die Energien immer wieder erneuert.
Schaut euch einen Wagen oder ein Motorrad an. Ihm gebt ihr eine flüssige Nahrung, das Benzin. Wenn der Funke im Motor das Benzin entzündet, wandelt sich dieses in Gas um, d. h. in das Element Luft. Eine gewisse Energie wird ausgelöst. Dank dieser Energie erzeugenden Umwandlung können Motorfahrzeuge funktionieren. Genauso steht es mit dem Ernährungsprozess: In dem Maße, wie die Nahrung in unserem Munde, unserem Magen usw. zerfließt, geht sie auch durch unterschiedliche Stadien hindurch; jedes Mal wird neue Energie erzeugt.
Genauso steht es mit der Luft, die wir einatmen. Um uns das Maximum an gehaltvollen Elementen aus der Luft anzueignen, müssen wir diese in der Lunge komprimieren und zurückhalten. Durch diese Kompression wird der Organismus zur Arbeit gezwungen: Es entspricht den Phasen der Entzündung und der Explosion im Motor. Da sich die Luft nicht verflüchtigen kann, verschafft ihr die Natur im Organismus ganz schmale Wege, damit sie zirkulieren kann. Atmet ihr die Luft gleich aus, dann geht die gesamte in ihr enthaltene Energie durch all diese kleinen, von der Natur eingerichteten Kanäle hindurch. So spricht sie die Luft an: »Komm hierher, geh dorthin!« Die ganze Strecke entlang hat ihr die Natur eine Maschinerie aufgestellt, die in Gang gesetzt werden muss.
Wenn ihr dem Sonnenaufgang beiwohnt, geht genau dasselbe Phänomen vor sich. Wenn ihr nicht daran denkt, die Sonnenstrahlen in euch aufzunehmen, wenn ihr euch nur damit begnügt, euch einfach durchdringen zu lassen, werden Vorteile und Wirksamkeit ausbleiben. Wenn ihr aber die Sonnenstrahlen bewusst auffangt, in euch aufspeichert und zurückhaltet, steht das Tor zu eurem Geist weit offen: Ihr lasst dieser ungeheuren Kraft freie Bahn; mächtige Zentren werden aufgeweckt; ihr werdet den Eindruck haben, als würdet ihr zu einem Feuerwirbel.
Ihr seht es also ein, das große Geheimnis besteht vor allem darin, die Elemente zu einem immer höheren, subtileren Stadium zu bringen, anders gesagt: Die festen Elemente müssen flüssig, die flüssigen gasförmig, die gasförmigen ätherisch werden. Wer imstande ist, so etwas durchzuführen, besitzt dieses Geheimnis und kann ewig aus der Urquelle schöpfen. Alle tun es schon einigermaßen unbewusst, deshalb sind sie am Leben. Sie tun es aber nicht »in aller Fülle«, sondern nur automatisch, gedankenlos. Dieser Vorgang spielt sich aber auf verschiedene Weise ab, je nachdem man sich dabei bewusst oder unbewusst verhält.

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