Hans-Ulrich Wehler als Buch
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Hans-Ulrich Wehler

Historiker und Zeitgenosse.
Buch (kartoniert)
Hans-Ulrich Wehler war einer der einflussreichsten und produktivsten Historiker der Bundesrepublik - und er war ein ebenso brillanter wie scharfzüngiger Kommentator des Zeitgeschehens. Seine große Deutsche Gesellschaftsgeschichte, das Hauptwerk der " … weiterlesen
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Hans-Ulrich Wehler als Buch

Produktdetails

Titel: Hans-Ulrich Wehler
Autor/en: Paul Nolte

ISBN: 3406682944
EAN: 9783406682940
Historiker und Zeitgenosse.
Beck

19. Oktober 2015 - kartoniert - 208 Seiten

Beschreibung

Hans-Ulrich Wehler war einer der einflussreichsten und produktivsten Historiker der Bundesrepublik - und er war ein ebenso brillanter wie scharfzüngiger Kommentator des Zeitgeschehens. Seine große Deutsche Gesellschaftsgeschichte, das Hauptwerk der "Bielefelder Schule", ist zur Kathedrale einer ganzen Generation von Sozialwissenschaftlern geworden; noch in seinem letzten Buch trat er vehement der zunehmenden sozialen Ungleichheit entgegen. Paul Nolte portraitiert in diesem Buch den Historiker Hans-Ulrich Wehler und sein Werk.

In den sechziger Jahren wollte eine junge Generation von Historikern und Sozialwissenschaftlern frischen Wind in die erstarrte Disziplin bringen. Doch es ging ihr dabei nicht allein um methodische Fragen, sondern auch um die 'linke' Veränderung der Gesellschaft und - nach der Erfahrung des Nationalsozialismus - um die Verankerung der Deutschen in der westlichen Demokratie. Das neue Paradigma dieser Generation war die Gesellschaftsgeschichte, Hans-Ulrich Wehler ihr prominentester Repräsentant. Paul Nolte, sein bekanntester Schüler, geht den biographischen Prägungen Wehlers nach, stellt sein Werk vor und analysiert die Grundmotive seiner Generation - einer Generation von Intellektuellen, die Deutschland entscheidend geprägt hat und nun selbst historisch zu werden beginnt.

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung:

Außenseiter, Mainstreamer , Individualist

II Schwierige Anfänge:

Gummersbach, Köln, Amerika

III Kaiserreich

IV Vorbilder und Leitbilder:

Marx, Weber und die westliche Moderne

V Bielefeld

VI Organisator und Netzwerker

VII Die Gesellschaftsgeschichte

VIII Historikerstreit

IX Agonales Prinzip:

Der öffentliche Intellektuelle

X Die Herausforderung der Kulturgeschichte

XI Eindeutige Moderne?

Hans-Ulrich Wehler und die Zukunft der Geschichtsschreibung

Anhang

Lebenslauf Hans-Ulrich Wehler

Bibliographie der wichtigsten Veröffentlichungen

Anmerkungen

Personenregister

Portrait

Paul Nolte ist Professor für Neuere Geschichte mit Schwerpunkt Zeitgeschichte an der Freien Universität Berlin und Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin.

Pressestimmen

"(...) Nolte (legt) einen leichthändigen Essay vor, der Wehlers Werk würdigt und gekonnt mit den Ideenkämpfen seiner Zeit verknüpft"
Jens Hacke, Süddeutsche Zeitung, 14. Oktober 2015

"Nolte bietet jetzt am Beispiel Wehlers eine wunderbare Zwei-Stärken-Sehhilfe durch das bundesdeutsche geschichtswissenschaftliche Gestrüpp - eben mit Bielefelder Leseteil!"
Rainer Blasius, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Oktober 2015

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 13.10.2015

Ein Bielefelder Großkaliber
Hans-Ulrich Wehler

Über den eigenen akademischen Lehrer zu schreiben ist ein schwieriges Unterfangen. Dem unterzieht sich der Berliner Historiker Paul Nolte, der seinen Nachruf auf den 1931 geborenen und 2014 verstorbenen Hans-Ulrich Wehler zu einem aufschlussreichen Buch erweitert hat, das nur eine "Annäherung" an den "Innovator und Avantgardisten früherer Zeiten" sein soll. Der Urahn der Gesellschafts- und Sozialgeschichte sei vor allem Individualist gewesen, mehr Reformer als Revolutionär, weil er "Innovation aus Kontinuität betrieb, nicht zuletzt aus der Aneignung und Wiedergewinnung vergessener oder verdrängter Traditionen, wie sie NS-Gegner und Emigranten repräsentierten". Außerdem stellte er sich "in die konventionelleren Traditionen der eigenen Disziplin", insbesondere durch die fünfbändige Nationalgeschichte vom Feudalismus des Alten Reiches bis zur Vereinigung beider deutscher Staaten (erschienen zwischen 1987 und 2003). So ist Wehler aus Noltes Sicht "wohl der einflussreichste Historiker der Bundesrepublik und vielleicht des gesamten 20. Jahrhunderts in Deutschland" - ein Urteil, dem wahrscheinlich nicht die gesamte eitle Zunft zustimmt und das der Autor dahin gehend einschränkt, dass er wenigstens Wehlers Kölner Lehrer Theodor Schieder (Jahrgang 1908) die "Position als einflussreichster westdeutscher Historiker der Nachkriegszeit" zubilligt, die demgemäß bis zu Schieders Tod Ende 1984 gedauert haben dürfte.

Nolte beschreibt Wehlers "schwierige Anfänge"; die Identifikation mit Eckart Kehr, dem "Enfant terrible" der Geschichtswissenschaft der Weimarer Republik; die Bewunderung für wechselnde wissenschaftliche Vaterfiguren wie den jüdischen Emigranten Hans Rosenberg und den - sich vor 1945 in Königsberg mit dem "Dritten Reich" aus Teil-Überzeugung arrangierenden - Doktorvater und Kölner Chef Schieder; dann die Verbindung mit dem "zwei Jahre älteren Gummersbacher Freund und Weggefährten Jürgen Habermas, der für Wehler immer Orientierungsmarke und Vorbild einer demokratischen und kritischen, politischen und wissenschaftlichen Existenz gewesen ist"; die erste Karrierekrise; schließlich den Durchbruch mit Studien zum Kaiserreich samt Ruf nach Bielefeld 1971.

Wehler scherzte gern über die "westfälische Steppe", die "zu seiner Askese, seiner Schüchternheit, seiner Unlust an größerer Gesellschaft und am Trubel" gepasst habe. Von dort aus betätigte er sich als "Organisator und Netzwerker", wollte als Schieder-Schüler "die ,Spinne-im Netz'-Position seines Doktorvaters nachahmen und übertreffen". Dem jährlichen "Historikertag" blieb er meist fern und vertraute auf die Schlagkraft seiner Korrespondenzen, die allerdings zum Großteil vernichtet worden seien. Mitte der achtziger Jahre war Nolte Hilfskraft bei Wehler, beschaffte und fotokopierte "Texte aus der Bibliothek und über Fernleihe" für den Versand an Habermas, der mit dem "Zeit"-Artikel "Eine Art Schadensabwicklung" im Juli 1986 den Historikerstreit ins Rollen brachte. Wehler habe dem Freund das Feld überlassen, weil dieser "den größeren Namen hatte" und er jede Stunde zur Fertigstellung des ersten Bands der "Gesellschaftsgeschichte" nutzen wollte. Daher "blieb dem großen Streitlustigen nichts anderes übrig, als sich in den heißesten Monaten des Historikerstreits auffällig zurückzuhalten", um im Dezember 1987 mit dem Pamphlet "Entsorgung der deutschen Vergangenheit?" umso kräftiger nachzutreten.

Ein gutes Jahrzehnt später verliefen die Fronten "in den NS-Debatten" bereits anders. In der "Kontroverse über die braune Vergangenheit seines Lehrers Theodor Schieder geriet er geradezu in die Defensive", schreibt Nolte. Im Historikerstreit habe Wehler insgesamt mehr durch "seine Anstöße zu dem Habermas-Text vom Juli 1986 gewirkt" als Ende 1987 mit seinem Pamphlet, das eine scharfe persönlich-biographische Zäsur markiere: Durch die "Verletzungen", die er manchen Kollegen zugefügt habe, sei er in Teilen der Zunft zur persona non grata und sogar zum "Verstoßenen" geworden: "Seine Rolle als wortgewaltiger öffentlicher Intellektueller ließ er sich deshalb nicht nehmen, erst recht nicht seine Lust zur Provokation und zur scharfen Kritik, die auch später von ihm Angegriffene als unangemessen persönlich empfinden konnten." Überhaupt entwickelte er sich laut Nolte zunehmend zu einem "Verfechter einer Geschichtswissenschaft der Realien", der alsbald der "Geschichte als Erinnerungsgeschichte" nichts abgewinnen konnte. Die frühe Prägung durch die Zeit bei Schieder sei "überdeutlich" geworden: "Wehlers eigene Interessen kehrten um 1990 sozusagen zu Schieder zurück und wandten sich dem Nationalismus zu; anders gesagt: Er las die Ereignisse von 1989/90 ein ganzes Stück weit durch dessen Brille." Und Nolte bietet jetzt am Beispiel Wehlers eine wunderbare Zwei-Stärken-Sehhilfe durch das bundesdeutsche geschichtswissenschaftliche Gestrüpp - eben mit Bielefelder Leseteil!

RAINER BLASIUS

Paul Nolte: Hans-Ulrich Wehler. Historiker und Zeitgenosse. Verlag C. H. Beck, München 2015. 208 S.

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