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Unter Tränen fragend

Nachträgliche Aufzeichnungen von zwei Jugoslawien-Durchquerungen im Krieg, März und April 1999.
Buch (gebunden)
Vorsichtig schauend, tastend, sich der Dinge erst vergewissernd, unternimmt Peter Handke es, über zwei Jugoslawien-Durchquerungen während des Krieges zu sprechen. Sein Text, dessen beide Teile jeweils unmittelbar nach den Reisen entstanden sind, zeig … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Unter Tränen fragend
Autor/en: Peter Handke

ISBN: 3518411365
EAN: 9783518411360
Nachträgliche Aufzeichnungen von zwei Jugoslawien-Durchquerungen im Krieg, März und April 1999.
Suhrkamp Verlag AG

3. April 2000 - gebunden - 157 Seiten

Beschreibung

Vorsichtig schauend, tastend, sich der Dinge erst vergewissernd, unternimmt Peter Handke es, über zwei Jugoslawien-Durchquerungen während des Krieges zu sprechen. Sein Text, dessen beide Teile jeweils unmittelbar nach den Reisen entstanden sind, zeigt ihn als genauen Beobachter, als einen poetischen Beschwörer der kleinen Ereignisse, als Mitleidenden mit den Menschen an den Orten des Geschehens.

Portrait

Peter Handke wird am 6. Dezember 1942 in Griffen (Kärnten) geboren. Die Familie mütterlicherseits gehört zur slowenischen Minderheit in Österreich; der Vater, ein Deutscher, war in Folge des Zweiten Weltkriegs nach Kärnten gekommen. Zwischen 1954 und 1959 besucht Handke das Gymnasium in Tanzenberg (Kärnten) und das dazugehörige Internat. Nach dem Abitur im Jahr 1961 studiert er in Graz Jura. Im März 1966, Peter Handke hat sein Studium vor der letzten und abschließenden Prüfung abgebrochen, erscheint sein erster Roman Die Hornissen. Im selben Jahr 1966 erfolgt die Inszenierung seines inzwischen legendären Theaterstücks Publikumsbeschimpfung in Frankfurt am Main in der Regie von Claus Peymann.


Seitdem hat er mehr als dreißig Erzählungen und Prosawerke verfaßt, erinnert sei an: Die Angst des Tormanns beim Elfmeter (1970), Wunschloses Unglück (1972), Der kurze Brief zum langen Abschied (1972), Die linkshändige Frau (1976), Das Gewicht der Welt (1977), Langsame Heimkehr (1979), Die Lehre der Sainte-Victoire (1980), Der Chinese des Schmerzes (1983), Die Wiederholung (1986), Versuch über die Müdigkeit (1989), Versuch über die Jukebox (1990), Versuch über den geglückten Tag (1991), Mein Jahr in der Niemandsbucht (1994), Der Bildverlust (2002), Die Morawische Nacht (2008), Der Große Fall (2011), Versuch über den Stillen Ort (2012), Versuch über den Pilznarren (2013). 


Auf die Publikumsbeschimpfung 1966 folgt 1968, ebenfalls in Frankfurt am Main uraufgeführt, Kaspar. Von hier spannt sich der Bogen weiter über Der Ritt über den Bodensee 1971), Die Unvernünftigen sterben aus (1974), Über die Dörfer (1981), Das Spiel vom Fragen oder Die Reise zum sonoren Land (1990), Die Stunde da wir nichts voneinander wußten (1992), über den Untertagblues (2004) und Bis daß der Tag euch scheidet (2009) über das dramatische Epos Immer noch Sturm (2011) bis zum Sommerdialog Die schönen Tage von Aranjuez (2012) zu Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße (2016).


Darüber hinaus hat Peter Handke viele Prosawerke und Stücke von Schriftsteller-Kollegen ins Deutsche übertragen: Aus dem Griechischen Stücke von Aischylos, Sophokles und Euripides, aus dem Französischen Emmanuel Bove (unter anderem Meine Freunde), René Char und Francis Ponge, aus dem Amerikanischen Walker Percy.


Sein Werk wurde mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichnet. Die Formenvielfalt, die Themenwechsel, die Verwendung unterschiedlichster Gattungen (auch als Lyriker, Essayist, Drehbuchautor und Regisseur ist Peter Handke aufgetreten) erklärte er selbst 2007 mit den Worten: »Ein Künstler ist nur dann ein exemplarischer Mensch, wenn man an seinen Werken erkennen kann, wie das Leben verläuft. Er muß durch drei, vier, zeitweise qualvolle Verwandlungen gehen.«


Pressestimmen

Bänkelsänger des Balkan Es ist eine Pilgerreise ins geschundene Land, auf das Bomben der alliierten Luftstreitkräfte fallen. Ein paar Tage schon ist er unterwegs. Entrückt und voller Weh schaut er auf die "weitgestreckten Felder", an deren Rand "die märchenkräftig verschachtelten, obstbaum- und gartenumsäumten pannonischen Einzelgehöfte" liegen, da erblickt der Dichter, konjunktivisch verzaubert und wie vom Geistesblitz getroffen, sein Allerheiligstes: "Dieses ganze Land da, vor, hinter uns und um uns herum, sei, zwischen zwei Sirenentönen, hingestreckt unter dem unverändert blauenden, unverändert leerbleibenden Himmel, hingestreckt zum Gebet ... zu einem einzigen stummen, umso mehr aber verkörperten Gebet geworden." Nein, nicht von Deutschland im Frühjahr 1945 ist hier die Rede, kein brauner Poet hat hier versucht, Politik in Natur, Täterschaft in Landschaft umzulügen - es ist Peter Handke, der in der Nähe von Paris lebende österreichische Schriftsteller, der Serbien und seine heilige Erde besingt wie ein völkischer Bänkelsänger. "Unter Tränen fragend" - schon der Titel seines neuesten Werks annonciert eine melodramatische Soap, einen bigotten "Schleier schamloser Anmaßung", wie die "Süddeutsche Zeitung" formulierte*. Die "Nachträglichen Aufzeichnungen von zwei Jugoslawien-Durchquerungen im Krieg, März und April 1999" gehorchen nicht zuletzt dem Gesetz der Serie: "Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien", der Kommentar zum Bosnienkrieg, erschien 1996 - samt einem "Sommerlichen Nachtrag zu einer winterlichen Reise". Der bosnische Schriftsteller D¢evad Karahasan nannte Handkes Text damals "einen der schändlichsten Beiträge von ethischem Nihilismus in unserer Zeit". Das aktuelle Buch markiert einen neuerlichen Tiefpunkt im Schaffen des Autors. Kein Zweifel: Der Mann weiß schon alles. Keine Fragen mehr. Seine Fragen sind Pseudofragen, rhetorische Fragen, besser: verbogene Ausrufezeichen. "Transsubstantiation des Balkans in Poesie" nannte dies Iris Radisch in der "Zeit" - "Jugoslavija" als Ur- und Traumbild der Menschheit, ein Gral, der von den bösen Kräften der Dekadenz "bedroht, umzingelt, eingekesselt", schließlich vernichtet werden soll. Die Poesie aber geriert sich als politischer Akt, als Ersatzhandlung. So wird aus Handkes Prosa Agitprop - erztrüb reine Propaganda. Versteht sich: Der Name Milosevic fällt im Ernst kein einziges Mal. Kein Wort auch über die vier von Milosevic angezettelten Kriege (für das Massaker von Srebrenica, bei dem mindestens 7000 bosnische Muslime starben, hat Handke nur billigen Zynismus übrig), und über den Krieg im Kosovo, der doch Anlass der Reisen war, erfährt man nur so viel: dass es da einen "Massenandrang der Kosovobewohner ... an die Grenzen" gebe, eine Art Menschenauflauf wie beim Sommerschlussverkauf. Offenkundig grundlos und wie aus heiterem Himmel, als käme sie tatsächlich vom Mars, attackiert eine riesige Phalanx, recht eigentlich der Rest der Welt, das tapfere "Serbenvolk": Die "westlichen Kriegsgroßmächte, darunter das "Totschlägerland Frankreich", angeführt von der Nato und ihrem "Killersprecher", aber auch die "Kriegsbraut des SPIEGEL" in Belgrad und all die anderen Star-Journalisten von "El País" bis "Le Monde", "Westkriegsblitzmädel", "Schlammfedern", "Übelwoller" und "Giftschlammschmeißer" mit "Fletsch-Gebiss", die ihre "Schlagstockmeinung" skrupellos unter die Leute bringen und, echt perfide, ihre "Propaganda im Gewand der Superinformation" betreiben, also irgendwie dialektisch. Das auch noch. So viel ist allerdings wahr: Peter Handke, der 1966 mit seiner "Publikumsbeschimpfung" berühmt wurde, betreibt seine Propaganda mit einer derart überschaubaren, ja steinwinzigen Menge an Information (die auch noch traumsicher frisiert ist), dass ihm allein dafür der Titel "Größter Meinungshaber aller Zeiten" - Grömaz - gebührt. Wo aber bleibt das "Horchen auf die unendlich langsamen geologischen Verschiebungen, die der politischen Hast auf der Erdoberfläche keine Ruhe mehr geben können", wie der frisch gebackene Handke-Apologet Thomas Wirtz in der "FAZ" kongenial ondulierte, jener Zeitung, die Handke im also gepriesenen Horch-Text ganz gelassen und anspielungssatt als "Frankfurter Beobachter" verunglimpft - ausgerechnet er, der völkische Beobachter von Serbisch-Balkanesien? Wo also bleibt das literarisch Widerständige, der Sound des großen Unzeitgemäßen, die leitbildhafte Poetik vom "erztrüben Eigenbauwein", den "andersgelben serbischen Nudelnestern" (Achtung: Kult!) und dem bestürzenden Froschquaken an der Grenze zu Kroatien, das sich als künstlerischer Gegenentwurf zur westlichen Zivilisation, als einsamer Protest des Sehenden gegen das ganze verblendete Falsche verstehen ließe? Wo wäre der Grund, dies als ein Stück wirklicher Literatur zu betrachten? Die Wahrheit ist konkret: Lügen essen Sprache auf. Noch die gepudertsten Satzkaskaden schwitzen ihre innere Unwahrheit heraus. Handkes wahnhaftes Motiv der Weltverschwörung gegen Serbien zerstört gerade jene Genauigkeit und Wahrhaftigkeit der Sprache, auf die seine ganze kleine große Gegenwelt doch gebaut sein soll. Die Beobachtung des Details, das reine, sinnliche Schauen, die Lust an der Sprache, das alles ist immer schon von der politischen Absicht vergiftet, so diffus, ja ungreifbar ihre Gründe sind. Wenn der Reisende ein paar Serben in einem verlassenen "Tankstellen-Hinterzimmer" auftreibt, "zusammengeschart, wartend ... einfach da seiend, eine Art Präsenzdienst leistend", dann kommt unweigerlich ideologische Landschaftsmalerei heraus, vorgestanzte Plastik-Prosa über die einsamen Helden der Einkehr, die um jeden Quadratzentimeter Heimaterde warten: Jägerzaun-Literatur. Ungebremst jedoch spricht der Hass, ja die Verachtung gegen die Demokratien des Westens aus Handkes Suada, der stammelnd trostlose Diskurs der Propaganda: Ja, Propaganda. Solche Propaganda: ja - für einmal ja! Und selbst die dazu wiederholte Propaganda-Formel von der ,faschistischen Aggression der NATO': für einmal ja zu solcher Formel. Propaganda-Wahrheiten also statt Propaganda-Lügen? Nein. Solche Art Propaganda, in solcher Periode, in solcher Lage des Landes (Jugoslavija), als eine Bild-, Wort- und Tonfolge jenseits von Lügen und Wahrheiten (die in diesem Fall wieder nichts als Schauseiten von Lügen sein könnten) - eben als etwas (fast) rein Natur- und Notgewachsenes, das gar nicht erst in eine besondere Form, Propaganda-Form, gebracht, sondern einfach bloß landesweit ausgestrahlt zu werden braucht. Eine Weise der Propaganda ohne Tatsachen-Vortäuschung: die weggelassenen Tatsachen oder Wahrheiten denkt sich ohnehin jeder Zuschauer und Zuhörer, ein jeder nach seiner Art, hinzu. So denkt sich jeder seins: Schon die Syntax zeigt das Verquälte dieser verzweifelten Legitimationstirade, die ein wenig den semantischen Verrenkungen spätstalinistischer Intellektueller ähnelt, aber immerhin gibt sie Handkes Wahrheitsbegriff preis. Als er in westlichen Zeitungen liest, dass nach den Antikriegskundgebungen junger Serben in Belgrad haufenweise leere Coca-Cola-Dosen auf dem Platz liegen bleiben, protestiert er jenseits aller Anschauung, aber im heiligen Namen der Handkeschen Epistemologie: "Nein, das ist nicht wahr. Das glaube ich nicht. Die Bomben haben immerhin bewirkt, dass wenigstens eine Jugend auf der Welt geheilt ist von CC und McD." Der letzte Satz seines Buchs lautet: "Das Zeitalter der Informationen ist vorbei." Das ist es: Eine programmatische Selbstbezichtigung, die intellektuelle, künstlerische und moralische Bankrotterklärung. Der Dichter - hingestreckt zum Gebet. © DER SPIEGEL - Vervielfältigung nur mit Genehmigung des SPIEGEL-Verlags

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 29.04.2000

Wem die Standuhr schlägt
Die vielen Töne des Peter Handke · Von Thomas Wirtz

"Du kannst nicht auf Dauer Feind deiner Zeit bleiben." Peter Handke, so will es dieser selbstmahnende Satz glauben machen, ist in der Gegenwart angekommen: als einverständiger Zeitgenosse und unser aller Augenblicksteilhaber. Obwohl ein resignierender Ton mitschwingt, weil der ausgezeichnet einsame Widerstand nicht länger weiterzuleben ist, scheint der Satz sich über seine Kapitulation zu trösten: Vorbei soll es sein mit der versuchten Dauermüdigkeit, vorbei mit poesievoller Wiederholung und Leere, vorbei mit der Stille eines geglückten Tags. Mit geöffneten Augen, so sagt es der Satz, wolle er nun vorangehen, ein Schritt haltender Freund der Zeit, Arm in Arm mit allen gemeinsamen Stunden: Peter Handke, ein Zeitmitläufer. Was für eine Überraschung! Was für ein Schrecken!

Wer nun fürchtet, der bisher unbewegte Dichter, der Standuhrmensch Peter Handke, lebe in nachbarschaftlichem Schulterschluss mit der Gegenwart, habe sein Reihenhaus neben anderen Tagesgeschäftlern bezogen, der irrt zum Glück. Denn Handke hat die Zeitrechnung ohne sein Ich gemacht. Das Ich, das mit den anderen Reihenhäuslern samstäglich Rasen schneiden will, hat nichts gemein mit dem Juke-Box-Ich, dem Ich-bin-aller-Gegenwart-Feind-Ich. Beide teilen keine Jägerzaungrenze, denn beide reden je für sich an himmelweit getrennten Orten. Es gibt nicht den einen Peter Handke, der verlautbarend für alle diese Handkes sprechen darf, keinen Anmaßer, der das große Wort in aller anderen Rede schwingt. Peter Handke lässt sich von niemandem dreinreden, nicht einmal von sich selbst. Und das ist gut so.

Denn der Verlautbarungs-Handke ist laut und ein wenig arg vulgär, er ist, wie der andere, stille Handke in seinem Buch "Am Felsfenster morgens" geschrieben hat, "blind vor Absicht". Der pöbelnde Handke ist ein Prolet des gesprochenen Worts, ein Selbstvergröberer, dem keine Zote zu derb ist, als dass man ihr nicht noch ein wenig Dreck hinterherwerfen kann. Sein Interview-Extemporieren über den "Bundesheerkretin", der "eine goldene Schokolade auf seine Fresse bekommen" hat, "weil er einen angeblichen Heckenschützen umgebracht hat", ist ein solches Schimpfschleudern. Dafür schämt sich der stille Handke schon immer vorauseilend, weil er dem anderen nicht den Mund verbieten konnte: "Im Reden tue ich, fast immer, etwas, was ich nicht bin." Dann steht die Zote trotzig und entfremdend zwischen beiden, lässt sich nicht aus der skandalisierten Welt schaffen, und der eine Peter Handke ist mit sich so uneins, dass einen das Erbarmen anfällt und man nicht weiß, wohin man schauen, hören oder lesen soll.

Vielleicht in das jüngste Buch "Unter Tränen fragend", das einer Bußübung für alle vorherigen Anzüglichkeiten gleichkommt, einem geduldigen Wiedererlernen des viel sagenden Schweigens. Es erzählt von den beiden Fahrten, die Handke im April des letzten Jahres am Beginn des Kosovo-Kriegs nach Serbien unternommen hat. Eigentlich, so könnte man nach dem ersten Lesen meinen, gibt es darin nur wenig, das nicht schon aus der "Winterlichen Reise" bekannt wäre: die Autofahrt durch eine uralte Gedächtnislandschaft, das Horchen auf die unendlich langsamen geologischen Verschiebungen, die der politischen Hast auf der Erdoberfläche keine Ruhe mehr geben können, das Lob der serbischen Gastfreundschaft, die Klage über das zerfallene Neunte Land, das Einsinken des Schreckens in Bombenkratern. All das ist vertraut von früheren Pilgerfahrten in das Land der Kindheit, von Zeitreisen in eine ungeschiedene Welt. Und doch hat sich in den Nuancen, die Handke zu lesen gelehrt hat, etwas verändert.

Wohltuend blasser geworden ist das Selbstbildnis vom Reisenden als Märchenheld, der ausgezogen war, das träumende Sehen zu lernen. Diese Poetik des Einsammelns unverbrauchter Dinge, die mit dem Anachronismus ein wenig kokettierte und sich zuweilen einen künstlichen Bart vorband, ist verschwunden. Und verloren hat sich der Sirenenton der Medienschelte, der so penetrant wie manche der beanstandeten Schlagzeilen war. Zwischen gedämpfter Selbstverzauberung und beruhigter Zeitungslektüre tritt nun eine intensive Gelassenheit hervor - "Dramatisiere nicht" -, die diesem Buch seine unscheinbare Dauer geben wird. Die etwas beklommene Weinerlichkeit des Titels verliert sich dann im ausgenüchterten Bericht.

Dieser Peter Handke braucht keine verlegenen Anhänger, weil er Leser haben wird. Überwunden ist damit der Irrtum, Gegenwärtigkeit mit dem schrillen Kommentar zu verwechseln. Wer etwas auf Literatur hält, sollte sich an den Peter Handke des Buchs halten und den anderen, mikrofonfressenden überhören. Nur so verdient Handkes Satz seine Unbescheidenheit und wird zur Wahrheit: "Es war ein Moment der Weltgeschichte, und ich habe diesen Moment für immer schön gemacht."

Peter Handke: "Unter Tränen fragend". Nachträgliche Aufzeichnungen von zwei Jugoslawien-Durchquerungen im Krieg, März und April 1999. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2000. 158 S., geb., 32,- DM.

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