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Verwaltung des Krankenmordes

Der Bezirksverband Nassau im Nationalsozialismus. 'Forschung psychosozial'. Paperback.
Buch (kartoniert)
Hadamar, Eichberg, Kalmenhof - die Namen der NS-»Euthanasie«-Anstalten sind zum Synonym für die Morde an kranken und behinderten Menschen im Nationalsozialismus geworden. Der Anstaltsträger, der Bezirksverband Nassau im Landeshaus in Wiesbaden, trieb … weiterlesen
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Verwaltung des Krankenmordes als Buch

Produktdetails

Titel: Verwaltung des Krankenmordes
Autor/en: Peter Sandner

ISBN: 3898063208
EAN: 9783898063203
Der Bezirksverband Nassau im Nationalsozialismus.
'Forschung psychosozial'.
Paperback.
Psychosozial-Verlag

1. Januar 2004 - kartoniert - 788 Seiten

Beschreibung

Hadamar, Eichberg, Kalmenhof - die Namen der NS-»Euthanasie«-Anstalten sind zum Synonym für die Morde an kranken und behinderten Menschen im Nationalsozialismus geworden. Der Anstaltsträger, der Bezirksverband Nassau im Landeshaus in Wiesbaden, trieb die »Vernichtung lebensunwerten Lebens« engagiert voran.Durch die Tötung seiner Klientel drohte der Verband sich selbst die Existenzgrundlage zu entziehen: Ihm fehlten die Pflegegelder, aus denen seine Anstalten sich finanzierten. Die leitenden Beamten fanden jedoch Auswege aus dem »Dilemma«. Sie heizten die Mordmaschinerie weiter an und machten das »Euthanasie«-Programm zu einem lukrativen Geschäft für den Verband.Diese Studie über die »Verwaltung des Krankenmordes« stellt erstmals die Geschichte einer derart aktiv an den NS-Verbrechen beteiligten Fürsorgebehörde dar. Nicht Ärzte und Pflegekräfte, sondern Verwaltungsbeamte stehen hier im Mittelpunkt. Peter Sandner zeigt, wozu eine Behörde fähig ist, wenn sich Ideologie, Verwaltungsrationalität und Skrupellosigkeit verbinden.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt
I. Grundlagen
1. Aufgaben und Verfassung der Provinzialverbände
a) Selbstverwaltung in den preußischen Provinzen
b) Entstehung und Verfassung des Bezirksverbands des Regierungsbezirks Wiesbaden
c) Die Fürsorge im Aufgabenspektrum des Wiesbadener Bezirksverbands

2. Weimarer Zeit
a) Zwischen Demokratisierung und Beharrung
b) Neue Aufgaben im Sozialwesen - veränderter Status der Selbstverwaltung
c) Rheinlandbesetzung, Separatismus und Nationalsozialismus in der Weimarer Zeit

II. Nationalsozialistische Formierung
1. "Machtübernahme" und Gleichschaltung
a) Neue Führung
b) Selbstverwaltung und Führerprinzip

2. Nazifizierung der Belegschaft
a) Beamte, Beamtenausbildung, Beamtenpolitik
b) "Alte Kämpfer" - neues Personal

3. Ausrichtung auf die "neue Zeit"
a) Nationalsozialismus im Alltag
b) Wirtschaftsförderung und Kulturpflege - Beteiligung an Projekten der Zeit
c) Antikirchliche Ausrichtung

III. Der Fürsorgebereich im Nationalsozialismus
1. "Entkonfessionalisierung" des Anstaltswesens
a) Ausschaltung der "Freien Wohlfahrtspflege" durch den Landesfürsorgeverband
b) Vergebliches Streben nach einer Vorreiterrolle

2. "Rassenhygienische" Ausrichtung
a) Das rassenideologische Paradigma
b) "Erb- und Rassenpflege" im Bezirksverband

3. Von der Anstaltspflege zur NS-"Euthanasie"
a) Das Anstaltsdezernat und die Dominanz der Verwaltung
b) Auswirkungen der Sparpolitik in den Landesheilanstalten
c) "Euthanasie"bestrebungen und Krankenmorde vor der "T4-Aktion"

IV. Zeit der Gasmorde
1. Verschiebung der Machtverhältnisse
a) Provinzialidentität versus Reichsgaumodell
b) Entmachtung des Landeshauptmanns

2. Mitwirkung bei der Vorbereitung der Gasmorde
a) Einbindung der Regionen in die Vorbereitung
b) Auswahl und Einrichtung der Gasmordanstalt
c) Akquirierung von Personal für die "T4"-Anstalt Hadamar

3. Kooperation während der Gasmorde
a) Krankenverlegungen und Unterhaltung von "Zwischenanstalten"
b) Die Morde in Hadamar und der Bezirksverband
c) Konfrontation mit Angehörigen und Öffentlichkeit

V. Regionalisierung und Dezentralisierung
1. Konflikte und Entscheidungen im Übergang
a) Anstaltsnutzung und Personaleinsatz
b) Forschung, Therapie und Kindermord - die Suche nach dem "Zukunftsprojekt"

2. Regionale Krankenmordinitiativen und strukturelle Bedingungen
a) Regionale Morde durch Medikamente, Überbelegung und Nahrungsentzug
b) Die Verwaltung und das Hungersterben

3. Dezentrale Krankenmordaktion mit zentraler Koordination
a) Neue Mordaktion in Hadamar in Kooperation mit "T4"
b) Das System der Verlegungen in die Mordanstalt

4. Expansion, Eskalation, Elimination
a) Der Fürsorgebereich und die Ermordung der "Zöglinge"
b) Der Gauleiter als Behördenchef und die Morde an Zwangsarbeitern

Portrait

Peter Sandner, Historiker (2002 Promotion in Frankfurt am Main), ist seit 1991 im Gedenkstätten- und Archivbereich tätig: Gedenkstätte Hadamar, Archiv des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (Kassel), Hessisches Hauptstaatsarchiv (Wiesbaden).
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