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Pfahlbaufieber

Von Antiquaren, Pfahlbaufischern, Altertümerhändlern und Pfahlbaumythen. Beiträge zu "150 Jahre Pfahlbauforschung…
Buch (kartoniert)
Aus Anlass des Jubiläums '150 Jahre Pfahlbauforschung in der Schweiz' und in Anbetracht der Tatsache, dass die Antiquarische Gesellschaft in Zürich vom Pfahlbaupionier Ferdinand Keller gegründet wurde, ist das vorliegende Neujahrsblatt den Anfängen u … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Pfahlbaufieber

ISBN: 3034006721
EAN: 9783034006729
Von Antiquaren, Pfahlbaufischern, Altertümerhändlern und Pfahlbaumythen. Beiträge zu "150 Jahre Pfahlbauforschung in der Schweiz".
'Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich'.
zahlreiche Abbildungen.
Chronos Verlag

2. Januar 2004 - kartoniert - 248 Seiten

Beschreibung

Aus Anlass des Jubiläums '150 Jahre Pfahlbauforschung in der Schweiz' und in Anbetracht der Tatsache, dass die Antiquarische Gesellschaft in Zürich vom Pfahlbaupionier Ferdinand Keller gegründet wurde, ist das vorliegende Neujahrsblatt den Anfängen und der Entwicklung dieser Forschungsdisziplin gewidmet. Die Entdeckung von Pfählen, Steinwerkzeugen, Knochen und Scherben in Obermeilen im Januar 1854 und deren umgehende Deutung durch Ferdinand Keller markieren den Beginn der schweizerischen Pfahlbauforschung. Diese Entdeckung und die Arbeiten Kellers erregten grosses Aufsehen. Plötzlich traten vorgeschichtliche 'nationale' Kulturen ins Bewusstsein breiter Bevölkerungskreise, und die noch kaum institutionalisierte Urgeschichtsforschung wurde zu einer europaweit beachteten Studienrichtung. Dieser Band enthält elf fundierte Beiträge von neun Autorinnen und Autoren. Nebst der eigentlichen archäologischen Entdeckungs- und Wissenschaftsgeschichte stehen deren hauptsächlich beteiligte Akteure und Institutionen im Zentrum. Aber auch der noch nicht behördlich geregelte Umgang mit den Funden sowie die lukrativen Aktivitäten der Antiquare, Pfahlbaufischer, Sammler und Händler werden anhand von Textquellen anschaulich geschildert. In weiteren Beiträgen wird aufgezeigt, wie das 'Pfahlbaufieber' in Welt- und Landesausstellungen, im Schulbuch, ja sogar in der Architektur seinen Niederschlag fand. Den Abschluss bilden Einblicke in die Technik der Funddokumentation sowie eine aktuelle Bestandesaufnahme der zürcherischen Seeufersiedlungen.

Pressestimmen

Pfahlbauten - Mythos und Realität

Im Januar 1854 traten im Boden des Zürichsees bei Meilen verkohlte Pfähle und Reste durch Menschen angefertigter Geräte aus Knochen zutage. Unverzüglich setzte der Meilemer Lehrer Johannes Aeppli den Altertumsforscher Ferdinand Keller davon in Kenntnis. Die «Überbleibsel menschlicher Thätigkeit», mutmasste er in einem Brief an ihn, seien «geeignet, über den frühesten Zustand der Bewohner unserer Gegend unerwartetes Licht zu verbreiten». Obschon bereits in den vorangegangenen Jahren am Bielersee ähnliche Siedlungsreste entdeckt worden waren, machten die Funde von der Meilemer Haab Epoche. In einer Reihe von Berichten dokumentierte Keller sie und deutete sie als Überreste einer auf Pfählen erbauten Niederlassung von prähistorischen Siedlern, für die er den Begriff «Pfahlbauer» prägte. Die Antiquarische Gesellschaft widmet ihr diesjähriges Neujahrsblatt dem 150-Jahr-Jubiläum der Entdeckung der Pfahlbauten - ein Unternehmen, das nicht allein deshalb sinnvoll ist, weil Ferdinand Keller langjähriger Präsident der Antiquarischen Gesellschaft war. Das Thema ist auch deshalb von Interesse, weil die Forschung in den letzten Jahrzehnten wichtige neue Erkenntnisse über die Seeufersiedlungen gewonnen - und die Pfahlbauten ihrer mythischen Aura etwas beraubt - hat. Anderseits ist die Pfahlbauforschung des 19. Jahrhunderts wissenschaftsgeschichtlich von grossem Interesse. In elf Beiträgen von neun Autoren steckt der Band das Feld ab - von der Forschungsgeschichte über die Arbeit der damaligen Altertumsforscher und Antiquare und die Darstellung der Pfahlbauzeit auf Welt- und Landesausstellungen bis zur Rezeption in Schule und Literatur. Den Nachwirkungen der Pfahlbauidee in Le Corbusiers Architektur geht Adolf Max Vogt nach und rundet damit eine Textsammlung ab, die sachkundig und unterhaltend in ein Kapitel der Altertumswissenschaft einführt, das im anstehenden Jubiläumsjahr «150 Jahre Pfahlbauforschung in der Schweiz» von besonderem Interesse sein dürfte.
Neue Zürcher Zeitung

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