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Passen die Schuhe, vergisst man die Füße

Die Zeit-Online-Kolumnen.
Buch (kartoniert)
Passen die Schuhe, vergisst man die Füße" versammelt die besten Kolumnen, die Selim Özdogan für ZEIT ONLINE geschrieben hat - Kolumnen, die einem Tagebuch gleich das Leben erzählen und alles, was dazugehört, Reisen etwa, Feiern, Lieben. Texte, die ei … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Passen die Schuhe, vergisst man die Füße
Autor/en: Selim Özdogan

ISBN: 3941639072
EAN: 9783941639072
Die Zeit-Online-Kolumnen.
asphalt & anders Verlag

1. April 2012 - kartoniert - 173 Seiten

Beschreibung

"Passen die Schuhe, vergisst man die Füße" versammelt die besten Kolumnen, die Selim Özdogan für ZEIT ONLINE geschrieben hat - Kolumnen, die einem Tagebuch gleich das Leben erzählen und alles, was dazugehört, Reisen etwa, Feiern, Lieben. Texte, die einen unter Menschen bringen. Texte, die ehrlich sind, die unter die Haut gehen, die einen vom Hocker hauen. Texte, die bei alldem nie den Boden unter den Füßen verlieren.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Den Wörtern Leben schenken
Keine Angst
Ihr
Seltsame Wesen
Wer zum Teufel ...?
Tanken
Soundtrack
Bagger
So blöd kann keiner sein
Deutsch lernen
Stierkampf
Titten glotzen
In der Badewanne bei Kerzenschein und Himbeerduft
Verloren in käuflichen Augen
Von Frauen lernen
Wie kann ich weiß sein?
Liebeslieder
Zwischen zwei Sommern
Woran ich die Leute erkenne
Vielleicht hängt alles so zusammen
Mehr als Hoffnung
Experten meines Lebens
Stimmen im Kopf
Was der Toaster wärmt
Bittsteller
Wie in alten Zeiten
Ein Weg raus
Lieblingssongs
Berufsgeheimnisse
Passen die Schuhe
Arbeitslos
Suchen
Eine Frage
Selbstgespräche
Dazugehören
Irrglaube
Entlegene Möglichkeiten
Ganz einfach
Auf wen ich höre
Im Land der Regeln
Bloß ein Croissant
Erklär mal asozial
Als es Helden waren
Wie was heißt
Etikettenschwindel
Richtig und falsch und das dazwischen
Nicht besser oder schlechter, anders
Arbeit und Sex
Bloß Konzepte
Touristenfalle
Eine Freude machen
Bloß Wetter
Nix da
Kein Billy im Benin
Unter uns
Zurück in die Warenwelt
Tage und die Schwanzgröße
Zurück zum Meeresgrund
Pump up the volume
Augenwischerei
Nichts gegen Nazis
Ich, die Leser, Tucholsky und die Arroganz
Von beiden Seiten
Man gewöhnt sich dran
Was ist auf dem Foto?
Wohin mit dem Geld?
Bayern München von Taschkent
Fast erwachsen
Gekaufte Abenteuer
Immer nur berauscht
Borgen und mopsen
Passende Geschenke
Rollenbewegt
Falsche Richtungen
Fernmündlich
Fremd hier
Such doch
Vier Frauen
Wunder sehen
Privatleben
Ein Abschied

Selim Özdogan

Leseprobe

Experten meines Lebens Mein Hausarzt fragte bei der Routineuntersuchung, ob ich mich regelmäßig bewege. Ja, sagte ich. Was machen Sie denn? Yoga. Das würde ich nicht gelten lassen, das ist ja eine sehr passive Art der Bewegung. Klar hätte ich ihm etwas vom Ashtanga-VinyasaSystem erzählen können und wie ich vier Tage die Woche schwitze, dass meine Fingerkuppen schon schrumpelig werden. Aber wie sagte Iggy Pop? In normal life I bottle things up and smile. Ein Freund meint, dass ich vor lauter Yoga schon ganz engstirnig sei und eines nicht fernen Tages an Überanstrengung sterben werde. Mein Vater erzählt mir immer wieder, ich solle nicht so stur sein und einsehen, dass die Welt nicht so funktioniert, wie ich mir das in meinem Kinderglauben wünsche. Ich solle endlich mal anfangen, Kontakte zu Kulturmenschen zu knüpfen, nur um der Kontakte willen. Die nämlich würden mich eines Tages weiterbringen. Und nicht meine Verweigerungshaltung. Meine Mutter weiß, dass ich zu wenig esse und mich zu viel herumtreibe. Etwas größere Portionen, deutlich mehr Obst und mehr Zeit am Schreibtisch würden meine Produktivität steigern. Eine Freundin meint, dass da sehr viel angestaute Wut in mir sei, so erfolgreich unterdrückt, dass es mir gar nicht mehr möglich wäre, sie wahrzunehmen. Die Geschichte mit dem Arzt sei ein gutes Beispiel für meine unterdrückten Emotionen und die Unfähigkeit, den Mund aufzukriegen. Und wenn ich nicht an;nge, diese Wut rauszulassen, dann würde sich das eines Tages rächen. Einer meint, meine Trägheit würde in erster Linie vom Schokoladenkonsum herrühren, ein anderer weiß, ohne eine Zeile gelesen zu haben, warum ich mein Manuskript nicht verkauft kriege. Wieder ein anderer glaubt, dass ich meine Schüchternheit öfter überwinden müsse, und der Nächste prophezeit, dass ich es nicht weit bringen werde, wenn ich nicht langsam mal erwachsen würde. Ein weiterer weiß, dass ich mal Vertrauen und Offenheit lernen müsse, ich würde ja immer alles ablehnen, was andere sagen. Dass zumindest er recht haben könnte, sieht man hier. Aber darum geht es nicht. Ich habe nie bestritten, Charakterdefekte zu haben, möglicherweise schwerwiegende, aber ich begreife nicht genau, wann all diese Leute zu Experten meines Lebens geworden sind. Und zu Experten des Lebens überhaupt, die genau wissen, wo der Wind langläuft. Ich hingegen habe ja keine Ahnung, von nichts. Dennoch bin ich all diesen Leuten verbunden, weil sie sich auf die eine oder andere Art um mich kümmern. Aber es wundert mich, dass die meisten anscheinend nicht die geringste Ahnung haben, wie gut es mir geht. Ein Weg raus Komm, lass uns durch Wasser gehen, lass uns unsere Spuren verwischen. Sei wie der warme Wind auf meiner Haut, und lass uns diesen Hunger vergessen. Wie du da so liegst auf der Rückbank, schlafend, kann ich nicht anders, als dich ansehen, auf einem dunklen Rastplatz, mit laufendem Motor, damit du nicht aufwachst. Ich kann nicht anders, als mich in diese Sommersprosse hineinziehen zu lassen an deinem linken Mundwinkel, ich kann nicht anders, als den dunklen Schatten deiner Achselhöhle als ein Versprechen zu sehen, ich kann nicht anders, als dich zu riechen, selbst wenn es ein Foto ist, das ich in den Händen halte. Komm, wir wollen vergessen, wer was wann warum falsch gemacht hat und welche Narben davon geblieben sind. Vergessen wie einen Film, der nicht beeindruckt und in dem wir sowieso nicht mitspielen. Komm, lass uns durchs Wasser gehen, dorthin, wo scheue Tiere sich grüßen. So ähnlich habe ich es hingekritzelt vor ein paar Nächten und das Blatt hinterher in die Zeitschrift getan, die ich als Unterlage auf dem Küchentisch benutzt hatte. Sie schaut auf dieses Blatt, liest, und ich kann sehen, wie eine kleine Welle durch ihren Körper geht. Dann bemerkt sie erschrocken, dass ich zurück im Raum bin. Sie sieht mich an, eine Mischung aus Verunsicherung, Scham, Angst und Hoffnung. Und in all das hineingewoben eine nur leicht verborgene Frage: Du meinst mich, oder? Meine Augen beginnen zu glänzen, doch das versteht sie natürlich falsch, und ich schaue schnell zu Boden. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es ist bloß ein Text. Missglückt obendrein. Ein Text, den ich nur geschrieben habe, um etwas zu tun zu haben. Doch wenn ich ihr das sage, wird sie nicht begreifen wollen, was das bedeutet. Und wenn doch, wird sie wohl gehen. Und ich habe noch weniger zu tun. Es gibt Zeiten, da baust du Brücken, die im Nichts enden. Ganz einfach Simplicity we use to survive, singt Sizzla. In letzter Zeit tue ich es immer öfter, und ich weiß nicht, ob es richtig ist oder mich nur in weitere Sackgassen führt. Oder ob es nur ein Zeitvertreib ist, den ich irgendwann wieder aufgeben werde, wie fast jeden Zeitvertreib. Auf jeden Fall vergegenwärtige ich mir einen Wunsch oder einen Traum, den ich momentan habe, meinetwegen auch ein Ziel. Und dann frage ich mich: Warum genau möchtest du das eigentlich? Und versuche, eine ehrliche Antwort darauf zu finden. Wenn ich die Antwort habe, frage ich mich: Und warum willst du das? Wenn ich es weiß, frage ich mich wiederum: Und warum das? Wozu dient es? Immer so weiter. Bis es nicht mehr geht. Und dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder die Kette hängt in der Luft, sie ist nirgendwo verankert, sie scheint zu nichts zu führen. Oder es gibt tatsächlich eine Antwort, die sich nicht weiter reduzieren lässt. Dann frage ich mich: Gründet diese Antwort auf einer Angst oder einem Verlangen? Eins von beiden trifft immer zu. Und Angst ist auch nur Verlangen, negatives: Man will etwas vermeiden. Egal, was es ist, was ich möchte, es läuft auf ein Verlangen hinaus. Darauf lassen sich alle Wünsche zurückführen. Wenn das Verlangen keine Notwendigkeit wie essen oder schlafen ist, dann muss es eine Gier oder eine Sehnsucht sein. Und Gier und Sehnsucht sind unendlich. Hast du Geld, willst du mehr, hast du Liebe, willst du auch mehr. Egal, was du bekommst, es reicht nicht, nie. Dein Verlangen hilft dir nur, dein Glück zu verschieben, in eine Zukunft, die nicht stattfindet. So simpel, so einfach. Banal, mag man möglicherweise sagen. Die Wünsche, die in der Luft hängen, sind häufig leicht zu vergessen. Den anderen versuche ich immer öfter den Rücken zuzuwenden. Vielleicht wie ein trotziges Kind, vielleicht wie ein weiser Mann, keine Ahnung, ehrlich nicht. Ich will nichts erreichen, ich will an keinen Ort. Wohin denn auch? Der Berg hat keinen Gipfel, es ist nur ein steiniger Weg aufwärts, der nirgends hinführt. Das ist ganz leicht, wenn es mir eine Zeit lang gut geht. Sobald es schlecht läuft, fange ich wieder an zu klettern. Auf einen riesigen Hügel, den ich selbst auftürme, in dem ich Verlangen auf Verlangen schichte. Rockers Hi-Fi sagen das irgendwo: I know it s wrong, but I want it to be right.
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