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Stella

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Der neue Roman von Takis Würger: "Man beginnt dieses Buch mit Skepsis, man liest es mit Spannung und Erschrecken, man beendet es mit Bewunderung." Daniel Kehlmann
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Produktdetails

Titel: Stella
Autor/en: Takis Würger

ISBN: 3446259937
EAN: 9783446259935
Hanser, Carl GmbH + Co.

8. Januar 2019 - gebunden - 224 Seiten

Beschreibung

Es ist 1942. Friedrich, ein stiller junger Mann, kommt vom Genfer See nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in die geheimen Jazzclubs. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht: "Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt." Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Wird sie, um ihre Familie zu retten, untergetauchte Juden denunzieren? Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht - über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe.

Portrait

Takis Würger, geboren 1985, hat an der Henri-Nannen-Journalistenschule das Schreiben gelernt und Ideengeschichte in Cambridge studiert. Er arbeitet als Redakteur für das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. 2017 erschien sein Debütroman Der Club, der mit dem Debütpreis der lit.Cologne ausgezeichnet wurde und für den aspekte-Literaturpreis nominiert war. Takis Würger lebt in Berlin.

Pressestimmen

"Von Daniel Kehlmann stammt der Satz, dass ein Roman besonders gut sein müsse, wenn er den Holocaust zum Gegenstand hat. Dies sei ein literarische, aber mehr noch eine moralische Verpflichtung eines jeden Autors. Takis Würger wird diesem Anspruch in seinem neuen Roman 'Stella' gerecht. Leise, glaubwürdig und ja, auch schonungslos, aber an keiner Stelle unempathisch, effekthascherisch oder gar reißerisch erzählt der Schriftsteller und Spiegel-Reporter die Geschichte der jüdischen 'Greiferin' Stella Goldschlag, der Unfassbares angetan wurde und die dann anderen Menschen selbst Unfassbares angetan hat." Philipp Peyman Engel, Jüdische Allgemeine, 16.01.19
Bewertungen unserer Kunden
Greifer
von Ele - 16.02.2019
Stella, Historischer Roman von Takis Würger, 224 Seiten, erschienen im Hanser -Verlag. Ein Buch welches stark polarisiert und zu kontroversen Meinungen oder auch Streitgesprächen herausfordert. Friedrich ist Schweizer, er ist ein armer, reicher Junge. Seine Mutter wünscht sich sehnlichst, dass er eines Tages ein berühmter Maler wird. Nach einer Gesichtsverletzung wird er farbenblind, von da an ist er für seine Mutter "uninteressant", sie verfällt immer mehr dem Alkohol. Sein Vater ein Industrieller, ist viel unterwegs und so verbringt er seine Jugend in Einsamkeit, die einzige Bezugsperson ist die Köchin. Mit 21 Jahren beschließt er sich in der Welt umzusehen, er beginnt seine Reise in Berlin, wo er in einer Kunstschule, die junge Kristin trifft. Die beiden verlieben sich. Eines Tages steht sie schwerverletzt und misshandelt vor seiner Zimmertür und gesteht: "Ich heiße Stella und bin Jüdin." Um ihre Eltern zu retten, verrät sie untergetauchte Juden an die Gestapo. Und Friedrich steht vor der Entscheidung, was ist ihm wichtiger, sein Gewissen oder Stella. Dieses Buch wird beworben mit dem Slogan: " Man beginnt dieses Buch mit Skepsis, man liest es mit Spannung und Erschrecken, man beendet es mit Bewunderung. Ich muss gestehen, nachdem dieses Buch in den Medien so hohe Wellen geschlagen hat, habe ich es mit Spannung begonnen, es mit Verwunderung gelesen und mit Enttäuschung beendet. Bei den kursiv gedruckten Textstellen, handelt es sich um Briefe, Liedtexte, Gedanken und vor allem um die Auszüge aus den Feststellungen eines sowjetischen Militärtribunals. Von einer moralischen Stellungnahme möchte ich hier unbedingt absehen. Niemand kann von sich sagen, wie er in Stellas Situation gehandelt hätte, um geliebte Menschen zu retten. Takis Würger erzählt emotionslos und ohne moralisch zu werten, in kurzen Sätzen und völlig sachlich, diese Geschichte. Die Figuren bleiben blass, Spannung ist kaum vorhanden. Es liest sich wie ein Tatsachenbericht, ohne viel sprachliches Niveau. Der Protagonist im Roman ist kein Held, er ist unsicher und unbeholfen. Das zeigt auch, seine Racheaktion beim "Gärtner", dass er dabei so glimpflich davonkommt, gerade in dieser Zeit, ist einfach unglaubwürdig. Würger bedient sich der Ich-Erzählsituation aus der Sicht Friedrichs. Da es sich in diesem Roman eigentlich - siehe Titel, um die Person Stella handelt, bleibt bei dieser Erzählform die eigentliche Hauptperson leider sehr blass. Was waren Stellas Gedanken, ihre Gefühle, ihre Ängste? Hatte sie womöglich Gewissensbisse bei ihrem Tun? Und vor allem fehlte mir die Handlung aus Stellas Sicht, wenn sie und Friedrich getrennt unterwegs waren. Da es sich bei Stella um eine reale Person handelt, hätte ich mir einfach mehr Informationen zu ihrem Tun gewünscht. Da hätte der Autor anstatt Stella Goldschlag, auch eine weitere fiktive Person wählen können. Weil keine besondere Spannung vorhanden war, konnte ich das Buch jederzeit aus der Hand legen. Sogar die letzten 50 Seiten konnte ich einen Tag lang liegen lassen. Sowas passiert mir sehr selten. Gefallen hat mir allerdings der Anfang der jeweiligen Leseabschnitte, die jeweils den Zeitraum eines Monats im Jahre 1942 zusammenfassten. Würger hat einige Informationen einfließen lassen, Alltäglichkeiten, Weltgeschehnisse, geschichtliche Fakten und natürlich die zehn Gebote des Propagandaleiters Dr. Joseph Goebbels. Einige gute Sätze, z. B. "Wir machten uns schuldig, jeder auf seine Art", oder: "Ich weiß nicht ob es richtig ist, einen Menschen zu verraten, um einen anderen zu retten", machten mich nachdenklich. Betroffen gemacht hat mich auch die Dekadenz der Reichen und der Wehrmachtgrößen, in einer Zeit in der die Soldaten an der Front und auch die Bevölkerung darben mussten. Dieses Buch wird als Bestseller bezeichnet, obwohl es weder sprachlich noch inhaltlich besonders ausdrucksvoll erscheint. Alleine durch die dadurch losgetretene Diskussion, findet es seine Abnehmer. Eine Leseempfehlung möchte ich nicht aussprechen, wer sich ein eigenes Bild machen will oder neugierig geworden ist, kann es wie auch ich, in einer Bibliothek ausleihen. Das ansprechende Cover dazugerechnet, dann ergibt es für mich 3 gutgemeinte Sterne.
Stellas Leben
von Lesehörnchen99 - 11.02.2019
Es ist 1942. Friedrich, ein stiller junger Mann, kommt vom Genfer See nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in die geheimen Jazzclubs. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht: "Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt." Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Wird sie, um ihre Familie zu retten, untergetauchte Juden denunzieren? Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht ¿ über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe. Ein durchaus berührendes Buch, welches wohl nach einer wahren Geschichte erzählt wurde. Ich brauchte einige Seiten, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Fast schon zu kurz wurde zuerst Friedrichs Leben in der Schweiz angerissen, dann kam Berlin und Stella, die er als Kristin kennen lernte. Sie war so ganz anders als Friedrich, fast schon verdorben anders, während Friedrich fast einem unschuldigen Kind glich. Manchmal fragte ich mich, ob er nicht einfach zu naiv, fast schon ein wenig zurückgeblieben war. Kristin/Stella fand in ihm aber den Mann, den sie als sicheren Hafen brauchte. Das Ende hat mich dann etwas aus der Bahn geworfen, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet. Alles in allem eine durchaus unterhaltsame, wenn auch schreckliche Geschichte. So wie das Leben halt damals war.
Vielschichtig
von badwoman - 10.02.2019
Der junge Schweizer Friedrich kommt 1942 nach Berlin. Hier trifft er in einer Kunstschule auf die geheimnisvolle Kristin. Sie zeigt ihm ihre Stadt - mit Jazzclubs und Alkoholexzessen. Der vermögende Friedrich kann es sich leisten, mit ihr in diese Berliner Nächte einzutauchen. Vom tobenden Weltkrieg scheint er hier weit entfernt zu sein. Doch eines Tages steht Kristin verletzt vor seiner Tür und von diesem Moment an ist alles anders¿ Der Berliner Autor Takis Würger erzählt in seinem zweiten Buch nach dem preisgekrönten Roman "Der Club" die verstörende Geschichte von Stella, die auf wahren Begebenheiten beruht. Der Spannungsbogen wird nur langsam aufgebaut, anfangs kann man nur schwer erahnen, wie in den einzelnen Kapiteln der Haupthandlungsstrang mit der Aufzählung der historischen Begebenheiten und den archivierten Zeugenaussagen zusammenhängt. Monatlich von Januar bis Dezember 1942 erfährt der Leser, was Interessantes geschah, von Kriegsschauplätzen über Geburtstage bekannter Persönlichkeiten bis zu Einschränkungen für die Bevölkerung - ungewöhnlich für einen Roman, aber durchaus interessant. Die Zeugenaussagen, die sich kursiv vom restlichen Text abheben, machen betroffen und passen anfangs noch nicht zum lockeren Berliner Nachtleben. Je weiter man liest, desto schockierter ist man über das Drama, das sich dort abspielt. Die Charaktere sind vielschichtig, Friedrich ist eher naiv und liebt Kristin fast schon bedingungslos. Von Kristin hingegen lernt man immer neue Seiten kennen, das macht sie interessant. Der Autor hat einen besonderen Schreibstil, er erzählt seine Geschichte nüchtern und relativ sachlich. Das Cover ist für mich ein absolutes Highlight: sehr schlicht in schwarz gehalten, strahlt den Leser ein attraktives Frauengesicht aus dem Dunkel an. Die Silhouette ist nur zu erahnen, da ebenfalls schwarz gekleidet. Der Buchrücken und die Schrift sind goldfarben, das wirkt sehr edel. Auf jeden Fall ein sehr auffälliges Cover! Der Titel "Stella" ist kurz und knapp und erschließt sich dem Leser während der Lektüre.
Berührender Anfang, aber dann enttäuschend
von Lia48 - 09.02.2019
INHALT: Friedrich wächst 1922 in der Villa seiner Eltern bei Genf auf. An Geld mangelt es ihm nicht. 1942 zieht es ihn trotz des Krieges nach Berlin. Er bewundert die Stärke der Deutschen. In der dortigen Kunstschule lernt Friedrich Kristin kennen, die ihn mit in die geheimen Jazzclubs nimmt. Friedrich ist fasziniert von dieser außergewöhnlichen Frau. So dauert es nicht lange, bis sie ein Paar werden. Doch mit der Zeit muss sich Friedrich eingestehen, dass Kristin noch eine andere, äußerst dunkle Seite in sich trägt. Plötzlich steht sie als die jüdische Stella schwer verletzt vor seiner Tür... Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht - über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe. MEINUNG: Ich wollte mir gerne eine eigene Meinung zu diesem Buch bilden, nachdem in letzter Zeit so häufig darüber diskutiert wurde. Vom Anfang des Buches war ich ziemlich begeistert. Schließlich gefiel mir der Schreibstil sowie die Tiefe in manchen Sätzen. Ich konnte alles bildlich vor mir sehen. Und obwohl die Sprache recht einfach wirkt, haben mich die Schilderungen berührt. Ich hatte großes Mitgefühl mit dem Protagonisten Friedrich, dessen familiäre Lebensumstände mir sehr zu Herzen gingen. Viele Gefühle kamen in mir hoch. Deshalb war ich froher Hoffnung, dass mir das Buch auch weiterhin gefallen würde... Doch nach etwa 1/4 der Geschichte, mit der Ankunft von Friedrich in Berlin, muss ich leider sagen, dass das Buch für mich immer schwächer wurde. Ich empfand den Protagonisten als zu übertrieben dargestellt. Seine Naivität wurde mit der Zeit ziemlich anstrengend und ich hätte ihn so gerne von seiner rosaroten Wolke geschubst. Klar, er ist verliebt. Aber wie er so blind Kristin vertraut und die Ausmaße des Krieges dabei fast komplett ausblendet, das wirkte auf mich irgendwann leider nicht mehr authentisch, sondern unglaubwürdig. Ich konnte kein Mitgefühl mehr für ihn aufbringen und hatte das Gefühl, immer mehr Distanz zu den Figuren zu erlangen. Gegen Ende empfand ich auch manche von Friedrichs Handlungen als untypisch für ihn. Von Stella hätte ich gerne noch mehr erfahren, als das, was der verliebte Friedrich durch seine rosarote Brille an ihr wahrgenommen hat. Das sind meine Hauptkritikpunkte. Und dann gibt es da draußen noch die heißgeliebte Diskussion darüber, inwieweit man in so einem Buch Tatsachen und Fiktion miteinander vermischen darf. Schwierige Frage. Klar wird bei einem fiktiven Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht, einiges dazuerfunden. Aber warum ändert man z.B. die Jahreszahlen, wenn man als Autor den tatsächlichen Zeitpunkt des Geschehens doch vorher recherchiert hat? Wegen mir hätte sich das Buch gerne noch mehr an den Tatsachen orientieren dürfen... FAZIT: Das Buch fing sehr stark an, doch dann wurde es für mich leider immer schwächer, konnte mich nicht mehr berühren und der Protagonist wirkte auf mich nicht mehr authentisch genug. Außerdem hatte ich gehofft, noch deutlich mehr von Stella zu erfahren. Ein Buch, das meiner Meinung nach leider zu viele Schwächen aufweist. 2,5/5 Sterne.
Das Unbeschreibliche berührend erzählt
von Callmeabookaholic - 09.02.2019
Diese Frau trug so viele Rollen in sich, das Aktmodell, die Sängerin mit der dünnen Stimme, die Schönheit in meiner Badewanne, die Büßerin, die Lügnerin, das Opfer, die Täterin. Stella Goldberg, die Greiferin, meine Frau. Ich weiß nicht, ob es falsch ist, einen Menschen zu verraten, um einen anderen zu retten. Ich weiß nicht, ob es richtig ist, einen Menschen zu verraten, um einen anderen zu retten. Ich wollte mich irgendwo verkriechen, weil ich wusste, dass ich dem Schicksal nicht gewachsen war, aber es mischte sich ein anderes Gefühl dazu. Ich spürte eine Verbundenheit mit Stella.[...] Der junge Schweizer Friedrich kommt 1942 mitten in den Wirren des Krieges nach Berlin, um seine Ausbildung als Maler fortzusetzen. Dort begegnet er der jungen, aufgeweckten Kristin, die mit ihm zusammen durch die Clubs von Berlin zieht, Cognac trinkt und die Friedrich zunehmend in ihren Bann zieht. Sie werden ein Paar. Eines Tages jedoch muss er erfahren, dass Kristin nicht die ist, die sie vorgibt zu sein... Über dieses Buch wurde schon viel gesagt und geschrieben. Auch ich kann mich buchstäblich nicht dem Bann entziehen und muss sagen, dass es sehr lange in mir gearbeitet hat. Mehr noch, ich habe angefangen, mich nicht nur mit den damaligen Umständen auseinanderzusetzen, sondern mich auch mit der echten Stella Goldberg zu beschäftigen. Das ist ohne Zweifel ein mutiges und auch schon lange überfälliges Buch. Ich wusste bis dato nichts von Stella. Es beschäftigt sich mit der Frage, wie weit ein Mensch in einer echten lebensbedrohlichen Situation gehen würde, um diejenigen vor dem sicheren Tod zu retten, die er liebt. Und dabei gleichzeitig ohne Skrupel - aber vielleicht aus einem echten Übelebensinstinkt heraus, mit einem verbrecherischen Regime zu sympathisieren. Ich finde, es gelingt Takis Würger wunderbar sich dem Charakter und der Person Stella aus Sicht des (vielleicht fiktiven) Charakters Friedrich zu nähern. Erzählt wird die kurze Zeit der stürmischen Beziehung zwischen Friedrich und Stella im Jahr 1942. Dabei wird die Handlung immer wieder durch echte Zeugenaussagen aus den damaligen Gerichtsakten des Prozesses gegen Stella unterbrochen. Gerade in diesen Momenten werde ich als Leser wieder daran erinnert, dass es eben nicht die liebevolle Romanze ist. Gut fand ich auch, wie der Autor jeden Monat mit geschichtlichen Fakten und Ereignissen des Jahres 1942 beginnt und den Leser damit buchstäblich in die brutale Realität zurückholt. Und das war auch gut so. Takis Würger überlässt es meiner Ansicht nach durchaus dem Leser ein Urteil über Stella zu fällen. Der Schreibstil ist darüber sehr angenehm. Die Covergestaltung mit dem Foto der echten Stella ist meiner Meinung nach dezent, zurückgenommen, aber auch sehr fokussiert und dadurch irgendwie packend. Aufgrund des Themas wird hier bewusst und auch genau richtig, auf viel Schnörkel verzichtet. Mein Fazit: Für mich sicherlich eines der Lesehighlights in diesem Jahr. Packend, nachdenklich machend und auch berührend einfach. Takis Würger gelingt es hervoragend das menschlich Unbegreifliche mit einfacher Sprache zu erzählen. Wunderbar.
Macht nachdenklich
von AKRD - 09.02.2019
Macht nachdenklich Takis Würger's Werk "Stella" ist mir so oft empfohlen worden, dass ich quasi gar nicht mehr umhin kam, es auch mal zur Hand zu nehmen... Es ist 1942. Friedrich, ein stiller junger Mann, kommt vom Genfer See nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in die geheimen Jazzclubs. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht: Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt. Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Wird sie, um ihre Familie zu retten, untergetauchte Juden denunzieren? Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht - über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe. Man muss schon "schlucken" an der einen oder anderen Stelle, leichte Kost ist anders. Aber das weiß man anhand des Klappentextes auch schon... Ich habe mir für das Buch entsprechend auch Zeit und Ruhe genommen - und die brauchte ich auch, denn ich habe es ein paar Mal aus der Hand legen müssen. Schonungslos und interessant, berührend, nachdenklich machend.
Keine leichte Kost, aber sehr lesenswert und wichtig
von tr - 09.02.2019
Keine leichte Kost, aber absolut lesenswert und wichtig "Stella" ist eins von den Büchern, das bei uns im Familien- und Freundeskreis herumgereicht wurde, weil jeder meinte, das MUSS man gelesen haben. Und dem kann ich mich nun auch nur anschließen, denn "Stella" ist ein ganz besonderes Buch. Ein wichtiges Thema, das der Autor Takis Würger auch phantastisch umgesetzt hat. Mit viel Finesse, sehr viel Einfühlungsvermögen und man kann sich der Geschichte nicht entziehen. Es ist 1942. Friedrich, ein stiller junger Mann, kommt vom Genfer See nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in die geheimen Jazzclubs. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht: Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt. Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Wird sie, um ihre Familie zu retten, untergetauchte Juden denunzieren? Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht - über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe. Wir haben dieses Buch weiterempfohlen und bislang habe ich nichts "Negatives" gehört. Leichte Kost ist dieses Buch natürlich nicht, es lässt sich nicht einfach so "runterlesen". Man braucht Zeit und Raum für dieses Buch. Das braucht es und hat es auch verdient.
Geschichte zwischen Fiktion und Realität
von Sarah - 08.02.2019
Friedrich, ein Schweizer, wächst mit einem Vater auf, der den Nazis skeptisch gegenüber steht, aber oft nicht zu Hause und mit einer Mutter, die mit den Nazis sympathisiert und sich um ihren Sohn kümmert. Mehr als das. Ihren eigenen Traum vom Malen konnte sie sich nicht erfüllen, so dass sie diesen auf ihren Sohn projiziert. Doch nach einem schrecklichen Unfall verliert ihr Sohn die Fähigkeit Farben zu unterscheiden. Um Distanz zu seiner Familie zu gewinnen und weil er neugierig auf die unfassbaren Ereignisse in Berlin ist, beschließt er nach Berlin zu fahren. Dort macht er die Bekanntschaft mit Kristin, einer Frau, die ihn sofort in ihren Bann schlägt mit ihren vielseitige Facetten. Würger beschreibt die Geschichte in knappen Sätzen, die oftmals maximal aus einem Haupt- mit Nebensatz bestehen. Auch haben die aufeinander folgenden Sätze nicht immer einen Bezug zum nächsten Satz. So startet er jedes Kapitel mit einer Aufzählung von mehr oder weniger historischen Ereignissen, die in diesem Monat passieren. Das können Nazierlässe sein oder Geburten von heutigen hochrangigen Politikern oder auch ganz andere gesellschaftliche Veränderungen. So vermittelt Würger oftmals relevanten Informationen in Nebensätzen oder sie müssen sich erschlossen werden. Eine schnelle Identifikation mit den Personen wird auf jeden Fall erschwert und oftmals bleiben Handlungshintergründe unklar. Positiver formuliert lässt Würger viel Raum für eigene Interpretation. Wirken tut das Buch dennoch. So begleitete mich die Geschichte im Alltag und auch nachts in meinen Träumen. Durch den Mix an Realität und Fiktion bekommt das Buch eine ganz eigene Dynamik und Spannung. Auch weil alleine durch den Titel schon viel vorweg genommen wird, was sich erst im letzten Drittel des Buches aufklärt. So war das Buch ein interessantes Lesevergnügen, auch wenn ich am Ende ein wenig verwirrt zurück gelassen wurde. Zum einen was die Intention des Autors anging und zum anderen wo nun Fiktion anfing und Realität aufhörte. Leider gab es dazu auch kein informatives Nachwort. Der Epilog könnte ggf. damit gemeint sein, aber da ein solcher eigentlich immer zur Geschichte gehört, würde ich ihn ungern als bare Münze nehmen.
Sinn des Werkes erschließt sich mir nicht... Beim nächsten Mal wäre eine ...
von Sandra8811 - 06.02.2019
... Dokumentation besser! Warum habe ich mich für das Buch entschieden? Ich kannte bereits die Geschichte von Stella Goldschlag und war interessiert, wie der Autor sie darstellen würde. Cover: Das Cover ist leider nicht so mein Fall... Ich finde es eher langweilig und hätte mir vielleicht noch was anderes als nur den Kopf gewünscht. Stella könnte ja theoretisch jeder sein. Inhalt: Friedrich kommt 1942 nach Berlin um dort die Wahrheit über den Krieg zu finden und um eine Kunstschule zu besuchen. Dort trifft er auf Kristin, die ihm hilft, dass es so wirkt als wären sie nicht im Krieg. Kristin schleicht sich jedoch immer weg und kommt sogar eines Tages mit etlichen Striemen am Körper zurück. Handlung und Thematik: Es handelt sich hierbei um ein sehr ernstes Thema, da Stella Goldschlag untergetauchte Juden denunziert hat und somit an ihrem Tod beteiligt war. Der Autor hat zwischendrin immer wieder Protokolle zu den Verhaftungen der Opfer mit eingebaut. Diese Protokolle sorgen zwar dafür, dass man in die Stimmung dazu kommt, es würde aber auch reichen, wenn nicht wirklich die Namen der Opfer genannt werden würden. Die Handlung an sich ist leider nicht ganz so fesselnd wie erwartet sondern plätschert nur so dahin. Charaktere: Friedrich ist ein armer Junge, ihm ergeht es in seiner Kindheit nicht gerade gut. Auch seine Eltern stehen nicht hinter ihm, seine Mutter trinkt und sein Vater reist viel. Anfangs hatte ich Mitleid, aber ich wurde irgendwie nicht wirklich mit ihm warm. Er ist naiv und ohne Hirn unterwegs. Kristin wirkt irgendwie kalt, hirn- und gefühllos. Auch ihre Gesprächsdialoge waren nicht wirklich sinnhaft. Schreibstil: Leider konnte mich der Schreibstil des Autors gar nicht fesseln. Zu Beginn war es toll, die einfachen Sätze und auch das Kurze half, dass man sich in Friedrichs Leben hineindeckt. Mit der Zeit war es aber viel zu wenig. Obwohl das Ganze aus der Ich-Perspektive von Friedrich geschrieben wurde, kamen absolut Null Gefühle oder Gedanken vor. Auch Stellas Hintergründe wurden nicht erläutert. Persönliche Gesamtbewertung: Leider ein sehr enttäuschender Roman! Mir erschließt sich im Nachhinein nicht, was der Autor mit diesem Werk bezwecken wollte. Man konnte weder Stellas mögliche Hintergründe erkennen, noch konnte man Friedrich verstehen, der ja mit ihr zusammen war. Wegen der Opfer-Erwähnungen in den Protokollen laufen aktuell ebenso hitzige Diskussionen, dies war das Einzige, das einem wirklich das Gefühl des zweiten Weltkrieges und der Ungerechtigkeiten gegenüber der Juden näherbringen hätte können und wenn ich sowas will, lese ich eine Dokumentation. Leider absolut gar nicht mein Fall. Keine Empfehlung von mir!
Der menschliche Abgrund - eine moralische Zerreißprobe
von nil_liest - 06.02.2019
Die Fakten über den Holocaust und den zweiten Weltkrieg sind schnell erzählt und aufgezählt. Aber die Bedeutung, das Ausmaß an Leid und die gesellschaftliche Tragödie die sich abspielte, ist ohne eine Auseinandersetzung mit Einzelschicksalen kaum greifbar. Erst beim Lesen von Zeugenberichten, von historischen Aufarbeitungen und eben von Romanen, die teils fiktiv und auch Lebensschicksale erzählen, kann man das grausamste Stück Geschichte überhaupt ansatzweise begreifen. Takis Würger greift mit seinem Roman Stella die Geschichte einer Berliner Jüdin auf, die es wirklich gab, natürlich fiktiv verarbeitet. Es ist eine polarisierende Geschichte. Unfassbar, aus meiner Sicht erzählenswert, auch wenn es abstoßend ist. Eine moralische Zerreißprobe. Interessant an diesem Roman ist, dass es die Hauptperson, Stella, so wenig greifbar ist. Einiges bleibt wage und nur manches löst sich zum Schluss auf. Den Roman habe ich in kürzester Zeit verschlungen. Das lag sicherlich an dem unfassbaren Inhalt, aber auch am Schreibstil, den ich persönlich sehr mag. Takis Würger schafft es distanziert, fast emotionslos, unglaubliche Szenen zu Papier zu bringen, die der Wahrheit sicherlich recht nahe kommen. Zum Beginn eines jeden Kapitels erfahren wir Fakten des jeweiligen Monats und tauchen dann wieder in die eigentliche Geschichte ein. Somit entsteht ein historisches Setting. Mich hat Stella überzeugt, auch wenn sehr viele Personen die hier beschrieben werden abgrundtief unsympathisch sind. Fazit: Interessant, schockierend, wichtig! Man kann gar nicht oft genug das historische Rad drehen und aufzeigen was passiert, wenn die falschen Kräfte im Land wirken und hier besonders die moralische Zerreißprobe!
sehr lesenswert
von brauchnis - 06.02.2019
Wenn man den Wikipedia-Eintrag über das Leben der Stella Goldschlag gelesen hat, dann weiß man, dass so ein dünnes Büchlein wie Stella von Takis Würger dem Leben dieser Frau nicht gerecht werden kann. Um zu verstehen, warum sie so und nicht anders gehandelt hat, bräuchte es viele psychologische Abhandlungen und viele Zeugenaussagen und Gespräche. Takis Würger umreißt hier eine Figur der nahen Zeitgeschichte, die unvorstellbares getan hat und deren Beweggründe er nur anreißt. Dennoch ist das Buch einen Blick wert. Stella war die vielleicht erfolgreichste jüdische Denunziantin des zweiten Weltkrieges. Man vermutet im schlimmsten Fall bis zu 3.000 Verhaftungen, die auf ihr Konto gingen. Die meisten dieser jüdischen Menschen kamen in Lagern um. Stella überlebte den Krieg und wurde 72 Jahre alt. Dies alles ist für das Buch nur am Rande von Bedeutung, denn darum ging es Takis Würger nicht wirklich. Er wollte nicht anklagen und wohl auch nicht erklären. Er wollte ins Gedächtnis rufen und erzählen. Und das tut er auf unnachahmliche Art und Weise. Er schildert aus der Sicht des jungen Schweizers Friedrich, wie der Berlin in den 40ger Jahren des letzten Jahrhunderts erlebt. Wie er Stella kennen- und lieben lernt und auch über die Anfänge und Gründe ihrer Arbeit für die Gestapo. Das Buch ist aufwühlend. Die klare Sprache, die Metaphern und Beschreibungen, die Gespräche, die mehr Abgründe offenbaren, als man glaubt zu verkraften. Ein gehaltvolles Buch. Schwer obwohl es so schmal ist. An einigen Stellen konnte ich Takis Würger nur widerwillig folgen. Nicht immer fand ich den Ton passend für das schwierige Thema. Dennoch würde ich es sehr empfehlen, denn einige Passagen waren wirklich großartig und lösten bei mir als Leser heftige Emotionen aus.
Berlin 1942
von Odenwaldwurm - 04.02.2019
Es ist 1942. Friedrich, ein stiller junger Mann, kommt vom Genfer See nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in die geheimen Jazzclubs. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht: Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt. Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Wird sie, um ihre Familie zu retten, untergetauchte Juden denunzieren? Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht - über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe. (Klappcovertext vom Buch) Ich bin sehr gut in die Story gekommen. Der Schreistil ist gut, sachlich und flüssig zu lesen. Die Charaktere sind sehr schon und gut dargestellt. So das ich das Buch nur kaum aus den Händen legen kann. Da die historische Geschichte sehr interessant und bildlich geschrieben ist. Es dreht sich um einen jungen Schweizer namens Friedrich, der nach Berlin kommt. Dort lernt er Kristin, in der Kunstschule kennen. Sie verbringen viel Zeit miteinander und sie führt Friedrich in das Berliner Nachleben ein. Aber dann wird stellt er fest das sie nicht die ist, die sie vorgibt zu sein. Sie ist eine Jüdin, die von der Gestapo enttarnt wird. Ab jetzt passiert noch einiges, aber das lest ihr bitte selbe. Auf jeden fall ist es sehr interessant zu lesen. Ich kann das Buch nur sehr empfehlen, mir hat es sehr gut gefallen und war interessant zu lesen. Wer gerne historische Bücher um die 40er Jahre liest, ist hier sehr gut aufgehoben und wir auch von dem Buch begeistert sein.
Ein Blick auf Stella
von Kaffeeelse - 01.02.2019
Ja, er kann schreiben, der Herr Würger. Schon Der Club hat mir gefallen. Aber jetzt bei Stella merkt man, er kann noch mehr Tiefe herstellen in seiner Charakterzeichnung. Und ich muss sagen, Hut ab vor jemandem, der es wagt zu so einem Thema einen Roman zu schreiben. Und an den Diskussionen sieht man wieder, ein großer Teil von uns neigt zu Schubladendenken, Schwarz- oder Weiß-Einteilung. Tja, so einfach ist das aber nicht! Ich bewerte hier den Roman Stella , nicht die Person Stella. Und ich muss sagen, der Roman Stella hat mir gefallen. Es hat für meine Begriffe nur wenig zu einer 5 Punkte Bewertung meinerseits gefehlt. Der Charakter Stella im Roman hat mich gefangen genommen, Takis Würger ist es gelungen uns einen Menschen mit Gefühlen zu zeigen. Warum auch nicht? Jeder Mensch hat diese. Auch eine Stella Goldschlag wird ihre Eltern geliebt haben, wird ein Leben gehabt haben, wird Männer geliebt haben, wird ihr eigenes Leben geliebt haben. Dieses Buch empfand ich als einen Versuch eines Blickes auf Stella, einen gelungenen Versuch. Ein Versuch, der in mir Mitgefühl für Stella hochkommen ließ. Erstaunlich und ein Zeichen dafür, dass der Autor sein Handwerk versteht. Die Person des Friedrich fand ich ebenso interessant, die Zeichnung der Kindheit, die Rollen der Mutter und des Vaters und das Kind dazwischen. Den Einfluss, den die Eltern auf das Kind haben und was dieser Einfluss mit dem Kind macht. Die Liebe und was diese mit Friedrich macht. Das Hin- und Herschwanken des verliebten Friedrich mit seinem Wissen um die Taten der Stella. Kennen wir das nicht alle, dass wir eine geliebte Person anders sehen, anders sehen wollen? Und erst später Wahrheiten zulassen. Warum soll das bei einer Stella Goldschlag und ihren Geliebten anders gewesen sein? Wegen ihrer schlimmen Taten? Können wir die Liebe steuern oder steuert die Liebe uns? Die Figur des Tristan fand ich interessant, aber definitiv noch ausbaufähig. Soll sie uns die Figur des mitlaufenden Deutschen mit Schwächen präsentieren? Ich weiß nicht. Ich stelle mir die vollkommen Überzeugten immer als sehr überkorrekte Menschen vor. Aber jeder Mensch hat Fehler, auch die Überkorrekten, vielleicht auch gerade diese. Die Einschübe mit den historischen Daten fand ich sehr gut gemacht. Das hat immer wieder den furchtbaren Hintergrund vor dem geistigen Auge entstehen lassen. Und damit vielleicht auch den Druck unter dem die Menschen damals gestanden haben. Womit wir bei der Bewertung des damaligen Geschehens wären. Natürlich gibt es Taten die definitiv verachtungswürdig sind. Trotzdem sollten wir uns vorsehen allzu viel des damaligen Geschehens bewerten zu wollen. Es gibt die Bezeichnung des Glücks der späten Geburt. Und wir alle haben wirklich Glück später geboren zu sein. Ich habe in einer Doku gesehen/gehört, dass eine Frau in Nürnberg zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, weil sie geweint hat, als eine Gruppe jüdischer Häftlinge an ihr vorbeigetrieben wurde. Der Druck, unter dem die Bevölkerung damals gestanden hat, wird ein Großer gewesen sein. Und Druck verändert. Genauso wenig wissen wir alle, oder ein Glück die meisten von uns, was wir bereit sind zu tun, wenn Menschen die wir lieben bedroht sind oder unser eigenes Leben bedroht ist. Und noch etwas, ich finde auch die Diskussionen um dieses Buch teilweise als unsinnig. In diesem Buch wird meiner Meinung nach nichts verharmlost oder negiert oder verkitscht!
Verharmlosende Geschichte?
von Silke Tellers - 01.02.2019
Wir schreiben das Jahr 1942 als der junge Friedrich vom Genfer See nach Berlin reist. Er hat sich an der Kunsthochschule eingeschrieben, doch eigentlich ist es mehr die Neugier, die ihn nach Berlin treibt. Doch an der Kunsthochschule trifft er auf die junge und völlig unkonventionelle Kristin, die ihn von Beginn an fasziniert. Sie nimmt ihn mit auf eine Reise durch die Nachtclubs Berlins, erzählt Friedrich aber nur wenig über sich. Bis sie plötzlich verschwindet und nach einiger Zeit wieder in seinem Hotelzimmer auftaucht. Sie gesteht ihm, dass ihr Name Stella Goldschlag ist und ihre Eltern sich noch im Sammellager in der Hamburger Straße befinden. Nur durch einen Pakt sei sie diesem entkommen, doch worum es dabei geht, will sie nicht verraten. Meine Meinung Das schwarze Cover mit dem Gesicht einer jungen Frau tauchte plötzlich überall auf und als ich all die Diskussionen rund um das Buch las, wollte auch ich mir ein Bild über die Geschichte machen. Ich muss zugeben, dass ich mir selbst jetzt, beim Schreiben der Rezension, nicht richtig sicher bin, was ich nun letzten Endes von dieser Geschichte halten soll und selten fiel es mir schwerer, ein Urteil über etwas zu fällen, da es hier nicht nur um den persönlichen Geschmack geht, sondern auch darum, dass Takis Würger hier Bezug auf reale Geschehnisse nimmt. Die Geschichte selbst ist in einer leichten, beinahe stakkatohaft wirkenden Sprache erzählt, was auf mich zum einen eindringlich wirkte, zum anderen Raum für Interpretationen lässt. Rein von diesem Stil her, hat mir die Geschichte gefallen. Jedoch ist es der Inhalt, der mich sehr nachdenklich stimmt und mich zwiegespalten zurücklässt. Das Geschehen rund um Friedrich bleibt eher im Hintergrund, was die gesamte Geschichte harmloser darstellt als sie ist. Denn in seinem Buch geht es auch unter anderem um Stella Goldschlag, deren Geschichte man im Internet schnell recherchieren kann. Genau dieser Bezug auf die reale Stella macht mir diese Geschichte sehr madig, denn Würger rückt diese Person hier in ein viel zu harmloses Licht. Zwar wird betont, dass es sich bei der Stella im Buch um eine fiktive Person handelt, doch warum musste man dann den Namen einer real existierenden Person nehmen? Hätte es für dieses Buch nicht auch gereicht, wenn auch die Person, in die sich Friedrich verliebt, eine fiktive Person gewesen wäre? Hätte Würger hier nur den Zwiespalt einer so genannten Greiferin einbauen wollen, hätte es ebenfalls ausgereicht, eine fiktive Person zu wählen, so wie auch Friedrich rein fiktiv ist. So wird aber die reale Handlung der Stella Goldschlag nicht mit dem dafür nötigen Tiefgang dargestellt, sondern etwas in ihre Persönlichkeit hinein interpretiert, was man einfach nicht wissen kann. Ich müsste lügen, dass Würger mich nicht mit dem ein oder anderen Mittel berührt hätte. So nimmt er zu Beginn der Kapitel reale Ereignisse auf, die zum jeweiligen Handlungs-zeitraum im Buch passten. Auch die Prozessakten am Ende der Kapitel schockieren und beühren. Doch auch wenn das das rein geschichtliche aufgreift, bleibt es für mich nur ein Stilmittel, um den Leser zu packen, was mit der Handlung zwischen Friedrich und Stella eher blass bleibt. Auch die wenigen Charaktere der Geschichte hätten für mich mehr Tiefe erreichen müssen. Friedrich ist ein sehr naiver, junger Mann, der in Stella etwas hineininterpretiert und glaubt, sie zu lieben. Die fiktive Stella bleibt auch hinter meinen Erwartungen, aber das habe ich ja bereits erklärt. Bleiben noch Friedrichs Eltern durch die man ein wenig mehr Friedrichs Charakterentwicklung erklärt bekommt und den jungen Obersturmbann-führer Tristan von Appen. Dieser hätte eine durchaus interessante Persönlichkeit sein können, wird aber zum Ende hin zu schnell abgehandelt. Mein Fazit Es gibt viele Bücher aus und über den zweiten Weltkrieg und über all seine Schrecken. Auch Stella hätte eine sehr interessante Geschichte ergeben, wäre hier nicht zu viel, zu frei interpretiert worden. Wäre Würger bei rein fiktiven Personen geblieben, hätte mich die Geschichte mehr mitgenommen. Trotzdem lässt mich Würger nach wie vor über seinen Text grübeln und damit hat er zumindest etwas erreicht, nicht wahr?
Leider eine Enttäuschung
von Buecherberge - 31.01.2019
Selten wurde ein Buch bereits vor dem Erscheinungsdatum so heftig kritisiert wie "Stella" von Takis Würger. Dabei bezieht sich einer der Hauptkritikpunkte darauf, den Nationalsozialismus als Kulisse für einen Liebesroman zu verwenden. Ich finde es grundsätzlich nicht moralisch verwerflich dies zu tun- wenn es denn gut gemacht ist... Leider enttäuscht das Buch aber auf der ganzen Linie. Die Geschichte wird von Friedrich erzählt, einem jungen, naiven Schweizer. Bereits seine Beweggründe 1942 nach Berlin zu gehen, sind nicht nachvollziehbar. Dort stürzt er sich Hals über Kopf in eine Liebesbeziehung mit Stella. Beide sind darüber hinaus noch mit dem SS-Mann Tristan "befreundet". Alle drei Charaktere bleiben blass und durchlaufen so gut wie keine Entwicklung. Dazu trägt auch der emotionslose Sprachstil mit kurzen, knappen Sätzen bei. Stella Goldschlag ist in meinen Augen eine psychologisch sehr spannende Person. Hier wäre sehr viel mehr Tiefgang in der Darstellung nötig gewesen. Bei der Beschreibung des SS-Mannes Tristan werden sämtliche Klischees bedient. Die fiktive Liebesgeschichte wird durch Auszüge aus Prozessakten ergänzt. Das es sich hierbei um den Prozess gegen Stella Goldschlag handelt erfährt der unwissende Leser erst spät. Das Ausmaß der Taten von Stella findet sich in dem Roman nicht wieder. Hier liegt in meinen Augen die große Gefahr. Für Leser ohne Vorwissen ist dieses Buch in meinen Augen zu unkritisch und verharmlosend. Es gibt einen weiteren Punkt, der mich enttäuscht zurücklässt. Takis Würger hat für dieses Buch wohl lange recherchiert. Er hatte auch die Chance mehrere Interviews mit Noah Klieger, einem Überlebenden zu führen. Diese Möglichkeit wird nicht mehr lange bestehen, denn auch Klieger ist mittlerweile verstorben. Ich hätte mir gewünscht Takis Würger hätte dieses wertvolle Wissen niveauvoller umgesetzt.
Im Grunde unerzählbar...
von cabotcove - 29.01.2019
Im Grunde unerzählbar... "Stella" von Takis Würger wurde mir mehrfach empfohlen und obwohl es so gar nicht in meine sonstigen "Lesegepflogenheiten" hinein passt, habe ich es mir in der Bücherei geliehen, weil ich einfach so neugierig darauf war und es kann ja auch nicht schaden, seinen Horizont mal zu erweitern. »Das Unerzählbare erzählen. Man beginnt dieses Buch mit Skepsis, man liest es mit Spannung und Erschrecken, man beendet es mit Bewunderung.« Daniel Kehlmann Dieses Zitat von Daniel Kehlmann musste ich fast schon übernehmen, denn nichts, was ich bisher gelesen habe über dieses Buch, beschreibt so punktgenau meine Gefühle beim Lesen. Es ist 1942. Friedrich, ein stiller junger Mann, kommt vom Genfer See nach Berlin. In einer Kunstschule trifft er Kristin. Sie nimmt Friedrich mit in die geheimen Jazzclubs. Sie trinkt Kognak mit ihm und gibt ihm seinen ersten Kuss. Bei ihr kann er sich einbilden, der Krieg sei weit weg. Eines Morgens klopft Kristin an seine Tür, verletzt, mit Striemen im Gesicht: Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt. Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie zu einem unmenschlichen Pakt: Wird sie, um ihre Familie zu retten, untergetauchte Juden denunzieren? Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht - über die Entscheidung, sich selbst zu verraten oder seine Liebe. Man muss beim Lesen schon mehrfach "schlucken", Einiges ist heftig, aber es ist eben auch authentisch geschrieben, man wähnt sich dabei und nah am Geschehen - deswegen berührt dieses Buch wahrscheinlich auch so... Dieser Zwiespalt - verrätst Du Dich selbst oder die Liebe ist so eindringlich erzählt, dass er beinahe mit den Händen greifbar ist. Ein sehr mutiges und wichtiges Buch, das nachdenklich macht, zu Tränen rührt und noch lange "nachhallt" nach dem Lesen....
hervorragend
von gloger - 28.01.2019
Ob wohl Takis Würger einkalkuliert hat, dass sein zweiter Roman "Stella" einen solchen Sturm in der Literaturszene auslösen würde. Selbst Menschen, die den Roman gar nicht auf dem Schirm hatten, werden jetzt aufmerksam, wenn TAZ und FAZ und Spiegel Rezensionen schreiben, in denen teilweise mit der wirklich großen Rezensentenkeule auf dieses sehr dünne und äußerlich eher unscheinbare Büchlein eingedroschen wird. Das Thema Nationalsozialismus und Judenverfolgung sind in den letzten Jahren sehr en vogue geworden im Belletristikbereich und werden auf jede nur erdenkliche Art und Weise in Romanen verwurschtet. Die Frau, die seinem Buch den Namen Stella gibt, hat es wirklich gegeben. Sie war Jüdin und gleichzeitig eine der größten Denunziantinnen im Dritten Reich. Dafür wurde sie im realen Leben auch verurteilt und sie nahm sich das Leben. In Würgers fiktiven Buch - auf das Wort Fiktion muss man hier speziell nochmal hinweisen - verliebt sich ein junger Schweizer in eine Frau namens Kristin, von der er erst später erfährt, dass sie Jüdin ist und Stella heißt. Und auch, wie sie ihr Überleben in einer Diktatur sichern will, die jeden Juden vernichtet, dessen sie habhaft wird. Wie gesagt, die Geschichte ist schmal und schnell erzählt. Würger findet treffende Worte, spart sich Ausschmückungen und Schönfärberei. Sein Held ist ein naiver Kerl, der lange vor Liebe blind ist und dem nicht mal auffällt, dass er einen bekennenden Nazi als Freund hat. Er bewegt sich wie ein Traumwandler in diesem NS-Deutschland und erst am Schluss ringt er sich durch, Farbe zu bekennen und Stellung zu beziehen. Viele Rezensionen der Literaturkritiker bemängeln, dass Thema und reale Person der Stella hier in einem fiktiven Roman spielen. Mir hat gefallen, wie Würger das Leben dieser Frau aufgreift, die polarisiert und deren Schicksal doch nicht vergessen werden sollte. Man redet sich im Nachhinein leicht, dass man den Nazis Stand gehalten hätte, dass man so eine Geschichte nicht so scheinbar trivial erzählen darf. Aber ist nicht das Leben trivial? Ist Takis Würger nicht in Wirklichkeit erschreckend nah dran an den Menschen? Und darf nur große gewichtige vielseitige Literatur sich solch eines Themas annehmen? Ich vergebe 5 Sterne für den Mut, für den Schreibstil, für die Anregung sich mit der Geschichte dieser Frau zu beschäftigen.
Eine Geschichte über Angst und Hoffnung und über die Entscheidung, sich selbst z
von Inge Weis - 26.01.2019
Horrorfahrt in die Realität. Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht. Takis Würger erzählt schnörkellos und kompromisslos die Geschichte von Friedrich und Stella in einer dunklen Zeit . Ein junger Mann auf der Suche nach der Wahrheit hat in diesem Roman eine ebenso abenteuerliche wie erschreckende Geschichte zu erzählen. Sie könnte ganz einfach sein. Aber sie spielt in Berlin im Jahr 1942. Friedrich ist äußerst behütet in einer wohlhabenden Familie am Genfer See aufgewachsen. Dann trifft er mit knapp 20 Jahren den Entschluß, für eine Weile nach Berlin zu ziehen. weil er wissen will, was tatsächlich in Deutschland vor sich geht. Das wäre gar nicht so bemerkenswert, wäre Deutschland nicht mitten im Krieg. Das stört Friedrich wenig, ist er doch durch seinen Schweizer Pass und das Geld seines Vaters vor der Willkür des Staates ebenso geschützt wie vor den schlimmen Folgen des Krieges im täglichen Leben. Wie unter einer Schutzglocke verbringt er einige Wochen in Berlin und ist schon kurz davor, wieder abzureisen, als sich alle seine Pläne ändern. Zufällig trifft er eine junge Frau, die ihn fasziniert und die sich auch für ihn interessiert. Kristin arbeitet als Modell in einer Zeichenschule und singt in einem eigentlich verbotenen Jazzlokal. Schon bald verbringt Kristin viel Zeit in Friedrichs Zimmer im Luxushotel. Sie ist geheimnisvoll, lebenshungrig und zeigt Friedrich, dem jungen Schweizer, das nächtliche Berlin mitten im Krieg. Kristin verrät ihrem Liebhaber so gut wie nichts über sich. Friedrich weiß nicht, wo sie wohnt oder wie sie Geld verdient. Aber er bemerkt, dass sie sehr gute Beziehungen zu den Mächtigen zu haben scheint. Durch sie lernt Friedrich einen Mann kennen, der eindeutig zu den Nazis gehört und sich ausschließlich um sein eigenes Wohlbefinden kümmert. Friedrich versteht die Wirklichkeit um ihn herum nicht einmal in Ansätzen. Bis zu dem Tag, an dem Kristin mit deutlichen Zeichen von Misshandlungen zu ihm ins Hotel kommt. Nun erfährt er, dass ihr wirklicher Name Stella ist und sie sich in einer Notsituation befindet. Sie lieben sich, aber Stella hat ein furchtbares Geheimnis. Sie hat sich mit der Gestapo auf ein schmutziges Geschäft eingelassen, um ihre Eltern vor dem KZ zu bewahren. Nun ist Friedrich in der Realität angekommen. Er versucht sogar, sich für Stellas Eltern einzusetzen, scheitert aberr an seiner Naivität. Er fühlt sich unwohl in Berlin, die Beziehung zu Stella hat ihre unschuldige Basis verloren. Aus der Liebesgeschichte ist eine Horrorfahrt in die Realität geworden. Der Autor versteht es sehr geschickt, Friedrichs naive Sicht auf die Welt mit der grauenhaften Realität zu kombinieren. Der wahre Horror der Geschichte geht viel tiefer, ein erheblicher Teil des Romans beruht auf Tatsachen. Es gab tatsächlich während des Zweiten Weltkriegs in Berlin eine Jüdin Stella, die mit der Gestapo zusammenarbeitete. Takis Würger erzählt mit Tempo und Wucht die Geschichte einer Liebe im Jahr 1942. Ich kenne wenige Autoren, die mit so viel Herzenswärme und feinem Humor schreiben. Wunderbar wehmütig und einfach schön erzählt. Einfühlsame Einblicke in ein nicht immer idyllisches Studentenleben. Ganz großes Kino!
Auch das ist Geschichte
von raschke64 - 23.01.2019
Der Schweizer Friedrich ist Anfang 20, als er Berlin einen Besuch abstattet. Es ist das Jahr 1942. Friedrich stammt aus einer reichen Schweizer Familie. Sein Vater verdient gutes Geld mit Stoffhandel, seine Mutter sah sich als Künstlerin und hatte wenig Liebe für ihren Sohn übrig Friderichs Kindheit war nicht besonders gut. Der Vater war wenig zu Hause und Friedrich erhielt die meiste Liebe von der jüdischen Köchin. In Berlin will er Stärke von den Deutschen lernen und trifft auf Kristin, eine junge Frau, die ihn bezaubert. Er wohnt in einem noblen Hotel und mit seinem Geld bekommt er auch in Kriegszeiten doch jedes Lebensmittel. Eines Tages steht Kristin vor seiner Tür: kahl rasiert, gefoltert. Und sie erklärt ihm, dass sie die Jüdin Stella ist und seine Hilfe braucht. Er hilft ihr ziemlich bedingungslos Das Buch ist nach einer Einführung in die Jugend von Friedrich in zwölf Kapitel eingeteilt, jeweils einen Monat des Jahres 1942. Am Kapitelanfang stehen jeweils die Ereignisse, die in diesem Monat stattgefunden haben. Oft folgen auch Auszüge aus den Verhörprotokollen beziehungsweise Zeugenaussagen von Stellas Prozessen. Und dann wird die Geschichte zwischen Stella und Friedrich erzählt. Das alles hat mehr den Anschein eines Protokolls. Kurze, sehr sachliche Sätze. Wenige bis fast keine Emotionen. Damit hatte ich meine Schwierigkeiten, weil so überhaupt nicht erklärt wurde, warum Stella was tat, wie ihre Gefühle waren und was sie darüber wirklich dachte. Alles war sehr emotionslos. Warum ich trotz dieser Kritik dem Buch eine so gute Bewertung gebe liegt daran, das ist zum einen sehr gut lesbar war. Zum anderen zeigt es eine Geschichte, die zumindest mir überhaupt nicht bekannt war und die mich zum Nachdenken und auch zum Weiterrecherchieren anregte. Das Buch wirft viele Fragen auf. Es enthält sich fast jeder Art Bewertung. Dem kann ich insofern zustimmen, weil ich nicht einschätzen könnte, wie man sich selbst in solchen Zeiten wirklich verhalten hätte, wie man nach Folter und Angst um die Eltern entschieden hätte. Ich glaube, aus heutiger Sicht in einem doch relativ sicheren Deutschland - ohne Krieg und Verfolgung - kann man zwar darüber reden, aber es nicht wirklich nachvollziehen
Wie weit würdest du gehen?
von Fornika - 21.01.2019
In den 1940ern treibt es Friedrich vom beschaulichen Genf ins aufregende Berlin. Der zurückhaltende Mann will endlich etwas erleben, will ins schillernde Nachtleben eintauchen, und den Krieg vergessen. Er trifft auf Kristin, die all seine Träume zu verkörpern scheint. Doch auch sie hütet ein Geheimnis. Der neueste Roman von Takis Würger beruht auf wahren Begebenheiten, was für mich ein Buch immer noch ein kleines bisschen interessanter macht. Stella hat es wirklich gegeben, dem Leser wird das immer wieder durch Einschübe aus ihren Prozessakten verdeutlicht. Um ihre Figur spinnt Würger seine z.T. fiktive Handlung, die einem trotzdem sehr authentisch anmutet. Friedrich ist ein etwas naiver junger Mann, ich habe ihm allerdings nicht so richtig abgekauft, dass ihn das Kriegsgeschehen und auch das Leben unter den Nazis so wenig tangiert haben soll. Die Stella, die uns der Autor hier zeigt, ist nur auf den ersten Blick eine leichtlebige Frau, im Laufe der kurzen Geschichte kann man ihre Beweggründe für ihre Taten gut nachvollziehen und wird sicherlich immer über die Frage nachgrübeln: was hätte man selbst an ihrer Stelle getan? Keine leichte Frage, am Ende des Buches sucht man immer noch nach Antworten. Mir hat der Erzählstil prinzipiell ganz gut gefallen, allerdings hätte ich das Geschehen gerne doch nicht ganz so distanziert beobachten wollen. Emotionen fallen schwer, man fühlt sich immer wie ein Außenstehender und fällt nicht richtig in die Geschichte hinein. Die hat mich trotz Kleinigkeiten überzeugt, ein gelungener und wichtiger Roman.
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