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Das wilde Leben der Cheri Matzner

Roman. Originaltitel: Happy Family.
Buch (gebunden)
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Alle glücklichen Familien gleichen einander, aber eine Cheri Matzner hat die Welt noch nicht gesehen.
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Das wilde Leben der Cheri Matzner als Buch

Produktdetails

Titel: Das wilde Leben der Cheri Matzner
Autor/en: Tracy Barone

ISBN: 3257070551
EAN: 9783257070552
Roman.
Originaltitel: Happy Family.
Übersetzt von Stefanie Schäfer
Diogenes Verlag AG

24. April 2019 - gebunden - 500 Seiten

Beschreibung

Der Radiologe Solomon Matzner und seine italienische Frau freuen sich auf ihr Kind. Da erleidet Cici eine Fehlgeburt, die sie so verstört zurücklässt, dass Sol sich nicht anders zu helfen weiß, als hinter ihrem Rücken schnellstens ein Ersatzkind zu adoptieren: Cheri. Ein rebellisches Mädchen, das auch später als Frau nicht ansatzweise dazu bereit ist, die Erwartungen anderer zu erfüllen. Ein Buch über die Familie, an der man sich die Zähne ausbeißt und ohne die man trotzdem nicht sein kann.

Portrait

Tracy Barone, geboren 1962 in Hartford, Connecticut, studierte Religionswissenschaften und Szenisches Schreiben an der NYU. Sie arbeitete zuerst als Theater- und Drehbuchautorin, ehe sie nach Hollywood ging, wo sie sich als Executive Producer von Kinofilmen und TV-Produktionen (u.a. >Wild Wild West<, >Rosewood<, >Ein Präsident für alle Fälle< und >Money Train<) einen Namen machte, außerdem war sie an der Entwicklung von >Men in Black< und >Ali< beteiligt. Sie hat eine Tochter und lebt in Los Angeles.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 12.06.2019

Verschiedene Leute sterben, aber sonst geht's
Tattoosprüche: Tracy Barones Debütroman über die Fehden und Versöhnungen einer unglücklichen Sippe

Im August 1962 kommt in New Jersey ein Mädchen zur Welt, das von seiner Mutter im Krankenhaus zurückgelassen wird. Über Umwege landet das Baby in den Armen von Cici und Sol Matzner, einem ungleichen Paar mit ungleichem Kinderwunsch. Sie, eine junge katholische Italienerin. Er, ein älterer jüdischer amerikanischer Arzt. Sie fühlt tiefe Trauer über eine gerade erlittene Fehlgeburt. Er erlebt den Verlust so abstrakt, dass er einen unbeholfenen Entschluss fasst: "Sol muss viertausend Dollar auftreiben, um seiner Frau ein Baby zu kaufen." Aus dem namenlosen Baby wird die titelstiftende Cheri Matzner.

Der Roman ist mit den immer wieder zitierten ersten Zeilen von Leo Tolstois "Anna Karenina" überschrieben: "Alle glücklichen Familien gleichen einander. Jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Art unglücklich." Und auch wenn das Buch im Original "Happy Family" heißt, erzählt die ebenfalls 1962 geborene Debütautorin Tracy Barone, die zuvor an Hollywood-Produktionen wie "Wild Wild West" und "Men in Black" beteiligt war, nicht von einer solchen. "Sie sind jetzt zu dritt", überlegt Sol. "Er spürt das Ungleichgewicht dieser Zahl, das Potential für Lücken, für Dreiecke." Behält man beim Lesen diese klassische Einzelkind-Geometrie im Kopf, erkennt man schnell, dass das Dreieck der Matzners alles andere als gleichseitig ist. Es verzieht sich durch familiäre Allianzen und Fehden immer weiter.

Das Land steuert derweil auf die Kuba-Krise zu. Präsident Kennedy verkündet, er habe nachgewiesen, dass die Sowjetunion auf Kuba angriffsfähige Raketen entwickle. Das zeitgeschichtliche Echo folgt vierzig Jahre später, im Jahr 2002. Cheri ist mittlerweile Altorientalistik-Dozentin an der Universität von Chicago. Auf keinen Fall will sie, dass sich George W. Bushs Behauptung über Saddam Hussein und etwaige Massenvernichtungswaffen als wahr herausstellt. Jedoch nicht aus Pazifismus, sondern um eine Forschungsreise in den Irak antreten zu können.

Dazu kommt es zunächst aus anderen Gründen nicht. Ein kreationismusgläubiger katholischer Student, dessen Vater der Uni viel Geld spendet, beschwert sich über eine Drei minus in Cheris Seminar. Professorin Matzner (von Haus aus eigentlich selbst Katholikin) habe ihn aufgrund seines Glaubens diskriminiert. Sie wird suspendiert. Von da an geht es bergab. Cheri trennt sich von ihrem Ehemann Michael, wenig später erhält dieser eine Krebsdiagnose. So viel läuft schief, dass es schon fast unglaubhaft wirkt, dass dann auch noch das Baby einer Bekannten bei einem Autounfall stirbt und die traurigen Eheleute nun zusammen zur Trauerfeier müssen.

Man weiß allerdings, worauf man sich einlässt. Der Abschnitt des Buches heißt ganz trocken "Verschiedene Leute sterben". Trotz Überschrift und Ereignisdichte hat man am Ende der Sektion einen Kloß im Hals. Denn dass wir - und diverse Romanfiguren - irgendwann tot sind, ist ja kein Spoiler. Es ist banal. Sterben nicht, Überleben auch nicht. Barone macht diesen Unterschied bedrückend fühlbar.

Genau wie die Tatsache, dass die Liebe zu einem Familienmitglied manchmal einem anderen weh tut. Sommer 1970: Cheri besucht mit ihrer Mutter die italienische Familie. Frühmorgens, als alle anderen noch schlafen, lernt Cheri ihren wortkargen Stiefgroßvater kennen. Er nimmt sie kurzerhand mit auf die Jagd, wo sie einen Vogel schießt. "Cheri ist von Stolz erfüllt. Marco D'Ameri ist für sie der mächtigste Mann, den sie je getroffen hat, und sie ist ein Mitglied seiner Familie. (. . .) Es spielt keine Rolle, dass er sie nicht liebt. Sie liebt ihn und wird ihn immer lieben."

Auf Stolz folgt Streit. Für Cici ist die Zuneigung zwischen ihrer Tochter und deren Stiefgroßvater eine Bedrohung, denn der hat sie wegen ihres Umzugs nach Amerika "verstoßen wie Dreck". Und nun dieser Anblick: "tote Vögel auf dem Küchentisch, Schrotflinten zur Reinigung zerlegt, das Gesicht ihrer Tochter zerkratzt, Hände voller Schnitte und mit Schwarzpulver und Blut bedeckt, Marco D'Ameri, der in aller Ruhe seine Waffe ölt". Nach einer Tirade schleudert Cici ihrem Stiefvater den von Cheri geschossenen Vogel entgegen. "Der Vogel knallt gegen die Wand und landet auf dem Boden, den Hals in einem unnatürlichen Winkel verrenkt." Es ist eine der stärksten Szenen, weil sie die Ambivalenz familiärer Liebe sichtbar macht. Der Vogel stirbt zweimal: einmal durch die Kugel, einmal als Kugel.

Das alles ist im Präsens erzählt, Ausdruck der für Barone zentralen Unfähigkeit, das Leben nahestehender Menschen in seiner ganzen zeitlichen Breite zu sehen. "Es ist viel Zeit zwischen jetzt und ewig", erklärt dazu eine Figur. So eine typische Zeile, die man entweder profund findet oder platt wie einen schlechten Tattoospruch, je nach Beschaffenheit der Geschichte, die ihn umgibt. Die vorliegende schafft es meist, ihrer Tiefe gerecht zu werden.

Deshalb ist es schade, dass ein bis dahin schöner Roman auf den letzten hundert Seiten kitschig wird (und von Diogenes mit einem schmalzigen Coca-Cola-haften Cover vermarktet wird). Muss während einer Versöhnungsszene unbedingt "The Way You Look Tonight" von Frank Sinatra laufen? Braucht man wirklich den rauchigen tätowierten Mann, Marke Vin Diesel, der unheimlich gern Cheris Problemen zuhört, mit gut sichtbarem Bizeps Steak grillt und beiläufig Dylan Thomas zitiert?

Auf der Zielgeraden ordnet sich die Handlung dem Verlangen unter, die vielen losen Stränge zusammenzubinden, die sich angesammelt haben. Nicht, dass sie einen nicht interessierten. Die Geschichte von Cheri Matzner ist spannend und voller Figuren, denen man sich nach wenigen Seiten nahe fühlt. Das aufgeräumte Ende ist zwar enttäuschend, der Roman insgesamt aber gut lesbar.

Sein Fazit oszilliert zwischen Weisheit und Allgemeinplatz: Wenn wir nur ein bisschen herauszoomen könnten, sähen wir das Leben als Fluss, der irgendwann doch noch da mündet, wo er soll. Und wir akzeptierten die Mängel unserer Verwandten. Von Cheri etwas weniger feierlich gedacht: "Das alles war Teil ihrer verdammten Familienscheiße." Es verhält sich so ähnlich wie mit den Punkten eines Dreiecks: Sie können endlos auseinandergezerrt werden, sich einander annähern oder die Positionen tauschen. Solange sie nicht gerade auf einer Linie liegen, heißt die Figur immer gleich: Dreieck. Beziehungsweise Familie.

CORNELIUS DIECKMANN

Tracy Barone: "Das wilde Leben der Cheri Matzner". Roman.

Aus dem Amerikanischen von Stefanie Schäfer.

Diogenes Verlag, Zürich 2019. 512 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Bewertungen unserer Kunden
Konnte mich nicht überzeugen
von Gisel - 15.07.2019
Der Arzt Solomon Matzner und seine Frau Cici freuen sich auf ihr Kind. Doch als sie eine Fehlgeburt erleidet, droht sie in Trauer zu versinken. Solomon arrangiert in Windeseile eine Adoption, ein kleines Mädchen, dem sie den Namen Cheri geben. Cici verliebt sich sofort in ihre Tochter. Das Leben wird noch einige Geheimnisse und unerwartete Wendungen für die kleine Familie mit sich bringen. Das erhoffte Glück stellt sich leider nicht ein, denn Cheri wird die Erwartungen der Eltern nicht ganz erfüllen. Ich habe mich in diesem Buch schwer getan mit den handelnden Personen, denn keine erscheint mir so richtig sympathisch, trotz des tragischen Schicksals, das sie alle begleitet. Erst auf den letzten 100 Seiten hat sich das gelegt, und erst dann konnte ich mit den Protagonisten mitfühlen. Die Handlungsfäden laufen in mehreren Zeitebenen, was manchmal etwas irritierend war. Viele Themen werden in diesem Buch angesprochen: Adoption und die Suche des Kindes nach der eigenen Identität, Trauer über den Verlust eines Kindes, gegenseitiges Verzeihen, Neubeginn. Meines Erachtens hat die Autorin Tracy Barone zu viel in die Geschichte hinein verfrachtet. Der Roman stellt den Wert der Familie in den Mittelpunkt, mit all den Verfehlungen, die in diesem Buch geschehen, und lässt die Erkenntnis reifen, wie wichtig es ist, sich gegenseitig verzeihen zu können. Zum Schluss erst entsteht daraus eine Geschichte, die in sich gereift wirkt, doch sie gibt sich manchmal etwas sperrig, so wie auch Cheri Matzner immer wieder geschildert wird. Allerdings finde ich den Titel der deutschen Ausgabe nicht wirklich gelungen, hier wäre eine eher wörtliche Übersetzung des amerikanischen Titels viel besser gewesen. Mich hat die Lektüre etwas zwiespältig hinterlassen, so ganz überzeugen konnte mich das Buch nicht, auch wenn meine Erwartungen zum Ende hin doch noch annähernd erfüllt wurden. Zwischen dem spannenden Einstieg und dem erklärenden Ende allerdings war mir manches etwas zu langatmig geraten, trotz der vielen unerwarteten Wendungen, die die Geschichte nimmt. Ich vergebe knappe 4 von 5 Sternen.
wunderbarer Familienroman
von E. - 27.06.2019
Cheri Matzner ist die Adoptivtochter von Solomon und Cici Matzner, die nach einer Fehlgeburt in ein tiefes Loch fallen und sich unbedingt ein Kind wünschen und deswegen Cheri aufnehmen, die von ihrer Mutter bei der Geburt zurück gelassen wurde. Cheri wächst zwar sehr behütet auf, erfährt aber als Kind, dass sie adoptiert wurde und führt von nunan eine Rebellion gegen die gutbürgerlichen Verhältnisse der Adoptivfamilie. Sie geht gegen den Willen der Eltern zur Polizei und lebt ihr Leben über jegliche Stränge. Der Leser begleitet Cheri Matzner durch ein Leben voller Höhen und Tiefen, gepaart mit Sucht, Depressionen und Verlustängsten. Auch der Schreibstil hat mir außerordentlich gut gefallen und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Am Ende zählt aber dennoch die Botschaft: Familie ist alles!
Tragische und wirre Familiengeschichten
von WrittenArt - 24.06.2019
Das Buch: "Das wilde Leben der Cheri Matzner" ist ein Familienroman, der als gebundene Ausgabe und als E-Book am 24. April 2019 im Diogenes Verlag erschienen ist. Der Inhalt: Der Arzt Solomon Matzner und seine italienische Frau freuen sich auf ihr erstes Kind. Als Cici dann eine Fehlgeburt erleidet, stürzt sie in eine tiefe Depression. In seiner Hilflosigkeit adoptiert ihr Mann hinter ihrem Rücken ein Kind, damit sich alles wieder zum Guten wendet. Cici liebt das Baby, welches den Namen Cheri trägt, und überschüttet es förmlich mit ihrer Liebe. Doch im Laufe der Jahre entwickelt sich Cheri nicht so, wie ihre Eltern es sich vorgestellt hätten. Sie ist zu rebellisch, eigensinnig und wenn es nach ihrer Mutter geht, nicht mädchenhaft genug. Die Streitigkeiten sind vorprogrammiert, doch Cheri bleibt ihrem Wesen treu und trifft im Laufe ihres Lebens auf die unterschiedlichsten Probleme und Familiengeheimnisse. Meine Meinung: Der Anfang des Buches begann wirklich vielversprechend. Sowohl der Schreibstil, als auch die Charaktere haben mir gut gefallen. Ab dem Zeitpunkt der Adoption wurde die Geschichte von Seite zu Seite langatmiger. Unnötige Informationen, langgezogene Szenen und wirre Familiengeschichten haben das Lesen teilweise regelrecht anstrengend werden lassen. Ich musste mich zeitweise zum Lesen zwingen und habe mich Stück für Stück durch das Buch gekämpft. Das Ende war wiederum genauso gut wie der Anfang, aber dennoch kann ich nicht sagen, dass es sich dafür gelohnt hätte das Buch zu lesen. Die eigentliche Geschichte wäre durchaus interessant und auch die Charaktere wären tiefgründig genug dafür, aber die Umsetzung sagt mir leider überhaupt nicht zu. Fazit: Eine viel zu langatmige Story, über die dramatischen Erlebnisse einer Frau. Von einem wilden Leben kann nicht die Rede sein, allenfalls traurig.
Amerikanische Familiengeschichte
von canchita - 19.06.2019
Ein intelligenter und berührender amerikanischer Familienroman. Das Buch handelt von Cheri Matzner, die von ihrer Mutter direkt nach der Geburt in einer Klinik in Trenton verlassen wird und dann von einem Salomon und Cici Matzner adoptiert wird. Das eigne Kind der beiden stirbt kurz nach der Geburt und Cici wird die Gebärmutter herausgenommen, um ihr über den Verlust hinwegzuhelfen adoptiert Salomon das Baby Cheri. Cheri hat keine leichte Kindheit, von der Mutter überbemuttert, der Vater eifersüchtig eckt sie im Vorort von New York überall an. Das Buch handelt im wesentlichen von der 40 jährigen Cheri, die als Professorin von der Universität zeitweise suspendiert wird und deren Ehemann an Krebs erkrankt. Nach und nach wird mehr über Cheris Kindheit, das Verhältnis zu ihren Adoptiveltern und ihrer Zeit als Polizistin in NYC erzählt. Mir hat der Erzählstil sehr gut gefallen und ich finde den Vergleich mit den Romanen von John Irving gar nicht so weit hergeholt. Trotz ihrer abweisenden Art wird einem Cheri sehr schnell sympatisch und man leidet und trauert mit ihr. Titel und Titelbild sind m.E. gar nicht gelungen. Das Leben von Cheri ist weder besonders wild noch entspricht die Frau auf dem Bild dem wie Cheri beschrieben wird. Der Orginaltitel Happy Family passt viel besser.
Unerwartet fesselnd
von Rabentochter - 12.06.2019
Der Klappentext klang spannend und ich war neugierig, dennoch hatte ich nicht erwartet, dass mich dieses Buch so fesseln würde. Es ist der Stil, in dem erzählt wird, der mich packte. Er vermag es subtil Emotionen zu wecken und anzusprechen. Ein Verständnis für die handelnden Figuren des Romans wird vermittelt, ohne dabei zu aufdringlich zu werden oder sich zu sehr in den Vordergrund zu spielen. Die Familiengeschichte steht dabei im Fokus, wobei man sich konstant fragt: Welche Familie?! Denn familiärer Zusammenhalt scheint in allen Teilen und Generationen zu fehlen. Dennoch sind diese seltsam, nach Zufall aussehenden Konstellationen so stark miteinander verbunden, dass sie nicht voneinander loskommen. Dieses Debüt ist phantastisch, stark und überwältigend in seiner psychologischen Vielschichtigkeit und seienr atmospährischen Dichte. So wie die Familienmitglieder nicht voneinander loskommen, so kommt man auch lange nicht von den Figuren los. Man schwankt zwischen Abscheu und Verständnis, Unverständnis und Faszination. Es ist ein klug geschriebenes Buch, das man gelesen haben muss! Fazit: umwerfendes Debüt einer Autorin, die mit stilistischer Stärker und Kraft zu überzeugen und den Leser umzuhauen weiß.
Kinderwunsch und seine Folgen
von Emmmbeee - 10.06.2019
Miriam und Cici: zwei Frauen, die zur selben Zeit entbinden. Doch die Minderjährige sieht sich als Mutter überfordert und verschwindet gleich nach der Geburt. Währenddessen verliert die italienische Ehefrau des fürsorglichen Solomon ihr Wunschkind und wird auch zukünftig keines mehr bekommen können. Sol ist verzweifelt und entschliesst sich zu einem barmherzigen Schritt, um Cici aus ihrer Depression zu befreien. Durch die Adoption des mutterlosen Töchterchens von Miriam muss sie nun doch nicht ohne Baby bleiben, und Cheri hat liebevolle Eltern erhalten. Das Kind wächst behütet auf, ist trotzdem tief unglücklich und fühlt sich nirgends zugehörig, bis sein rebellisches Wesen sich endlich entfalten kann und das Mädchen zu einer Frau wird, deren Entwicklung mehr als nur überraschend verläuft. Besonders die weiblichen Figuren haben sehr unterschiedliche Erwartungen an das Leben. Doch was wird schlussendlich daraus? Eine weitere grosse Frage durchzieht das Buch: Wo bin ich zu Hause, wo gehöre ich eigentlich hin? Doch das nun in gute Bahnen gelenkte Leben der Familie verläuft keineswegs glatt, und meine Sympathien für die einzelnen Figuren haben beim Lesen mehrfach gewechselt. Und was den Kinderwunsch betrifft, so ist das Thema nach den ersten Kapiteln keineswegs abgeschlossen. Die Zeitebenen liegen teils viele Jahre auseinander. Und wild , naja, wild ist Cheris Leben eigentlich nicht, eher turbulent. Tracy Barone hat in ihrem Erstlingsroman bereits viele Register gezogen, um bei den Lesern gut angekommen. Ein durchgehender Spannungsbogen, eine süffige, erfrischende Sprache, dazu der passende Schreibstil und viele verblüffende Wendungen könnten den Roman zu einem Bestseller machen. Das Coverbild ist den Gemälden von Roy Lichtenstein nachempfunden, was gut zum Inhalt passt. Ich finde, es ist eine atemlos geschilderte Familiengeschichte, die nach einer Fortsetzung ruft. Empfehlenswert für alle, die immer neue Stories lesen wollen.
Von der Bedeutung der Kommunikation
von Kaffeeelse - 04.06.2019
Ein richtig starkes Buch über eine außergewöhnliche Frau, so könnte man dieses Buch beschreiben. Denn für mich steht hier nicht die Familie im Vordergrund, sei sie nun glücklich oder nicht. Den Vordergrund nimmt für mich das Leben der Cheri Matzner ein, von daher finde ich den Titel schon passend. Und da ich Cheri als eine recht unangepasste Seele erlebe, die mich schwer begeistern konnte, fand ich auch ihr wildes Leben passend. Sie geht an ihre Grenzen und dies recht radikal. So etwas wird nicht jeder tun und so etwas wird nicht jedem gefallen. Die meisten Menschen gehen doch lieber die einfachen Pfade. Von daher lege ich meine anfänglichen Bedenken gegenüber der Veränderung des Titels ab und stimme dem Titel Das wilde Leben der Cheri Matzner vorbehaltlos und applaudierend zu. Der Anfang des Buches war für mich nicht ganz so stimmig, die Beschreibung der Eltern Matzner empfand ich als zu unausgewogen und auch teilweise etwas unglaubwürdig. Aber vielleicht lag das auch an einer gewissen Antipathie meinerseits den beiden Elternpersonen gegenüber. Denn beim Rest des Buches habe ich keine Ungereimtheiten mehr entdecken können, die Geschichte verläuft stimmig und der Hauptcharakter und andere (auch die Eltern) wachsen mir ans Herz. Vielleicht war diese Beschreibung der beiden Personen auch ein Stilmittel, um zu zeigen, dass Beide weder vollkommen noch unfehlbar sind. Und auch, um zu zeigen in was für eine Familie Cheri hineinkommt. Ebenso stimmt das Buch nachdenklich zum Thema Adoption. Es zeigt deutlich was so ein Hintergrund mit den betreffenden Personen machen kann. Und es zeigt auch unter was für einem Druck Adoptierte stehen. Dieses Buch könnte eine Lektüre sein, welche mit dem Thema konfrontierte Menschen weiterbringen könnte. Ebenso finde ich in dem Buch das Spiel mit dem Thema des Einflusses der Herkunft und/oder der Erziehung auf den Werdegang des Menschen recht interessant. Wunderbar und vollkommen richtig ist, dass dies nur angerissen wird, der Leser eigene Schlussfolgerungen ziehen darf. Zur Handlung. Es geht hier um das Leben einer recht interessanten Frau, mit Ecken und Kanten, authentisch gezeichnet, adoptiert und mit den Ursachen/Folgen hadernd, willensstark, auf Konfrontationskurs mit der Umwelt/gegen die Ungerechtigkeiten des Lebens, aber auch mit Ängsten behaftet und manchmal schwach. Ein realer Mensch und für mich ein liebenswerter Charakter! Es geht einfach gesagt um Das wilde Leben der Cheri Matzner ! Schlussendlich habe ich wieder ein Buch gelesen, welches mir sehr gefallen hat! Und am Ende drängten sich mir unweigerlich Gedanken auf, die einen teil autobiographischen Inhalt vermuten lassen. Wenn dies so sein sollte, spende ich auch dafür tosenden Applaus!!!
Cheri
von Anonym - 31.05.2019
Ich finde das Cover schön und auch von der Farbgestaltung her bin ich begeistert aber es ist für ihre Geschichte nicht das perfekte Cover. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen aber manchmal etwas langatmig. Was mich nicht stört weil es sehr viel Info gibt. Ich finde auch der Titel ist nicht so gut gewählt weil es eher kein wildes Leben ist sondern tragisch. Trotzdem alledem mag ich das Buch sehr gerne weil Cheri eine so starke Frau ist, die mit so einigen Schicksalsschlägen umgehen musste. Ich finde die Ausführungen und Ehrlichkeit von Cheri und ihrer Mutter schön. Es hat mir auch gefallen, wie schonungslos die Beziehung zwischen Mutter, Tochter und Vater aufgezeigt wurde. Hier ist nichts verschönert wurden damit es gut von außen aussieht, dass hat mir sehr imponiert. Dieses Buch ist ein einmaliges Zeugnis wie eine Familie funktionieren kann und das nicht alles so ist wie es scheint.
Authentische Familiengeschichte
von buchverrückt - 29.05.2019
Der Diogenes-Verlag ist mein absoluter Lieblingsverlag, sodass ich mich sehr auf dieses Buch gefreut habe. Dass es sich um einen Debütroman handelt, macht es noch besser. Im Roman "Das wilde Leben der Cheri Matzner" von Tracy Barone geht es um eine Familiengeschichte rund um Cheri Matzner, die als Baby adoptiert wurde, nachdem ihre Adoptiveltern ihr leibliches Kind verloren haben. Cheri kommt unter furchtbaren Umständen zur Welt. Ihre Mutter ist scheinbar drogenabhängig und verschwindet nach der Geburt aus dem Krankenhaus. Ein Junge, der seine Sozialstunden im Krankenhaus ableisten muss, beobachtet sie und seine Familie nimmt das Baby so lange auf, bis es von den Matzner adoptiert wird. Die Matzners widerum haben ihr Baby kurz nach der Geburt verloren und Mutter Cici ist so traurig, dass ihr Mann Sol in seiner Verzweiflung Cheri zu sich holt. Barones Roman besticht durch einen berührenden Schreibstil, Die eindringlichen Schilderungen ziehen den Leser bereits nach kurzer Zeit in den Bann der Geschichte. Die Autorin hat eine präzise Beobachtungsgabe und einen sehr guten Blick für Details. Man mag kaum glauben, dass es sich um ihren Debütroman handelt. Der Leser wird allerdings schnell vom stillen Beobachter zum Teil der Familie, der Cheri bei ihrer Entwicklung zu einer eindrucksvollen Frau begleitet. Der Verlust des Babys und die Adoption haben weitreichende Konsequenzen, auch für die Entscheidungen und Lebenswege der Zukunft. Das wird hier sehr gut verdeutlicht und kann eine ganze Familie auf den Kopf stellen. Der Blick hinter die Kulisse einer Familie ist immer faszinierend, besonders wenn die Charaktere unterschiedlicher nicht sein könnten. Da lassen Spannungen nicht lange auf sich warten. Der kindliche Blickwinkel Cheris verleiht dem Roman zusätzliche Tiefe. Man begleitet Cheri durch ihr ganzes Leben und erlebt jeden Schicksalsschlag mit ihr. Davon ist keine Familie befreit und man findet sich in der ein oder anderen Situation als Leser wieder. Das Buch ist sehr emotional und tiefsinnig, das hätte ich am Anfang zugegebenermaßen nicht unbedingt erwartet. Die Charaktere entwickeln sich und werden reifer. Zusammenfassend handelt es sich um eine spannende Familiengeschichte, die sehr authentisch geschildert ist und kein Thema unausgesprochen lässt.
Ein aufgebrachtes ruheloses und sehr anstrengendes Leben, bis dahin
von BigZ - 27.05.2019
Der Radiologe Solomon Matzner und seine italienische Frau Cici erwarten ihr erstes Kind und freuen sich sehr darauf. Doch dann kommt es zu einer Fehlgeburt, die zudem dazu führt, dass das Paar keine eigenen Kinder mehr haben kann. Solomons geliebte Frau stürzt in eine tiefe Depression und er weiß sich nicht anders zu helfen, wie die sich ihm bietende Gelegenheit zu nutzen und die Adoption eines Babys zu bewerkstelligen. Cici ist überglücklich über dieses ihr geschenkte Kind und sie überschüttet die kleine Cheri mit ihrer Liebe. Cheri zeigt schon früh ein ruheloses, sich gegen alles auflehnendes Wesen. Sie hat manchmal das Gefühl, das ihre Familie nicht wirklich ihr Zuhause ist. Als sie dann relativ spät erfährt, das sie adoptiert wurde, trifft sie das sehr und macht ihr Leben als junges Mädchen und später als Erwachsene für sie selbst nicht leichter. Es ist unstet und von Brüchen durchzogen. Und es ist ihr auch nicht möglich in einer eigenen Familie eine innere Heimat zu finden. Die Geschichte selbst ist unruhig und hektisch und drückt so Cheris pure Rebellion gegen irgendwie die ganze Welt aus. Dem gegenüber steht der tolle, eher ruhige Schreibstil der Autorin, der der Ruhelosigkeit entgegensteht, aber nicht in einem negativen Sinne. Ich finde, die Wahl des Erzählstils hält die Geschichte auf diese Weise richtig gut zusammen und macht den Roman letztendlich zu einem schlüssigen Werk mit einem Ende, mit dem ich sehr zufrieden bin, wenn mir auch beim Nachsinnieren über Cheris Geschichte kurz der Gedanke kam, wie ihr Leben wohl weiter geht. So ganz zu Ende erzählt scheint es mir noch nicht zu sein.
Cheri Matzner - das Adoptivkind
von Philo - 21.05.2019
Zunächst einmal ist der Titel des Buches verwirrend. Cheri Matzner führt kein Wildes Leben, sondern eher ein bewegtes und nicht immer leichtes. Zuerst erfährt man von ihr, wie sie in die jüdische Familie von Cici und Sol Matzner aufgenommen wird, nachdem die lebenslustige und temperamentvolle Cici eine Fehlgeburt erlitten hat. Ihre Fröhlichkeit geht ihr dadurch verloren und Cheri hat es nicht immer leicht in diesem Elternhaus. Der erste Teil des Buches hat mir sehr gut gefallen. In bewegender Weise erfährt der Leser von den schwierigen Umständen der Geburt von Cheri und auch viel von Cici und Sol, bei denen Cherie aufwächst. Dann macht das Geschehen einen großen Sprung. Wir erleben Cheri als 40-jährige Universiätsprofessorin, nachdem sie ihre Arbeit bei der Polizei aufgegeben hat. Sie ist jetzt verheiratet mit Michael, einem viel ältern Mann. Die Ehe ist nicht glücklich, und beide denken über Trennung nach, als Michael schwer erkrankt, was Cheri vor neue Probleme stellt. Von einem wilden Leben der Cheri Matzner kann also keine Rede sein. In einer von Männern dominierten Welt bei der Polizei und auch an der Universität ist sie immer eine Kämpfende. Sie hat einen starken Willen, aber nicht immer gelingt es ihr, sich durchzusetzen. Schade, daß der Titel und die Buchbeschreibung nicht zum Inhalt passen, was aber keinen Einfluß auf meine Leseempfehlung hat. Interessant ist es allemal, sich mit dem Leben der Cheri Matzner auseinanderzusetzen.
Eher tragisch als komisch
von liesmal - 19.05.2019
Solomon Matzner liebt seine italienische Frau Cici mit ganzem Herzen und beide freuen sich auf ihr erstes Kind. Doch nach einer Fehlgeburt kapselt Cici sich ab und verkriecht sich in einer eigenen Welt. Solomon adoptiert ein Kind um Cici wieder Freude am Leben zu schenken. Cici liebt ihre Tochter Cheri abgöttisch und sie konzentriert sich fast ausschließlich auf ihr Kind. Mir hat der Anfang des Buches sehr gut gefallen. Das Mädchen Miriam geht in eine Klinik, bekommt ihr Kind und lässt es dort zurück. Billy Beal leistet in der Klinik Sozialstunden ab und ist sogleich fasziniert von Miriam und von dem Baby, das zunächst als Pflegekind in Billys Familie kommt und bald danach von Solomon adoptiert wird. Ich habe lange darauf gewartet, dass Billy und auch Miriam noch einmal auftauchen, doch stattdessen konzentrierte sich das Geschehen sehr stark auf Cici. Dieser Teil des Romans zieht sich für meinen Geschmack wie ein Kaugummi in die Länge und es geschieht irgendwie nichts. Irgendwann nimmt die Geschichte dann an Fahrt auf, als es um Cheris Leben geht. Sie weiß nicht wirklich etwas über ihre Vergangenheit und sie ist mit ihrem Leben nicht so wirklich zufrieden. Nach dem ersten Drittel ist es der Autorin Tracy Barone endgültig gelungen, mich zu begeistern für ihren Schreibstil und die etwas ungewöhnliche Art, Cheris Geschichte zu erzählen. Sehr gut gefällt mir das Vorgehen von Cheris Psychologin, Dr. Marlene Vega, die sehr einfühlsam und empathisch Cheri dazu bringt, sich mit ihrem Leben und ihrer Familie auseinanderzusetzen. Traurig macht mich das Verhältnis zwischen Cheri und ihrem Vater Solomon, von dem sie sich nie angenommen und geliebt fühlte. Das Wissen, dass der Leser über Solomons Leben und die Gründe für sein Verhalten erlangt hat, fehlt Cheri natürlich. Cheri hat ein sehr bewegtes und bewegendes Leben geführt, das erst nach und nach fühlbar und greifbar wird und mich hin- und hergerissen zurücklässt.
Vom Schicksal vorbestimmtes Leben?
von dj79 - 15.05.2019
Hundert Prozent "Happy Family", so der Titel der englischen Originalausgabe, ist vermutlich nicht zu erreichen. Manchmal spielt einem das Schicksal übel mit, dann wieder bekommt man ein besseres Lebenslos zugeteilt. Das turbulente, aber nicht unbedingt wilde Leben der Cheri Matzner spiegelt genau diese Grundthematik wider. Der vierteilige Roman beginnt mit den Umständen, wie Cheri auf ihre Adoptiveltern Cici und Solomon Matzner trifft, wie die beiden sich kennengelernt hatten. Wir lesen über die ablehnende Haltung ihrer Familien bezüglich ihrer Beziehung und begleiten Cici im Krankenhaus bei der Fehlgeburt ihres Kindes. Als sie danach in ein emotionales Loch fällt, weiß sich Solomon nicht anders zu helfen, als schnellstmöglich ein "neues" Kind - Cheri - zu adoptieren. Während der Roman im ersten Teil recht chronologisch erzählt wird, sind die Teile zwei und drei eher von spontanen Sprüngen an verschiedene Punkte in Cheris Leben gekennzeichnet. In meiner Wahrnehmung steht dabei weniger eine vollständige Geschichte im Vordergrund, sondern vielmehr eine Begründung oder Herleitung von Cheris Gefühlsleben, ihrer Zweifel und Gedanken nach dem Ursache-Wirkungs-Prinzip. Die Ereignisse untereinander stehen kaum im Zusammenhang, hatten jedoch starken Einfluss auf ihre Entwicklung. Meine liebste Szenerie im Roman erlebt Cheri gemeinsam mit ihrem grummeligen "Großvater", weil bei mir diese Stelle tatsächlich einen wilden Eindruck hinterlassen hat. Ansonsten war Cheris Leben turbulent, manchmal gefährlich, zeitweise frustrierend und nervig, Leben halt. Der vierte Teil lässt schließlich dieses Tohuwabohu im Roman rund erscheinen, bildet gemeinsam mit Teil eins einen gelungenen Rahmen. Auch wenn der Roman insgesamt gut erzählt ist, war es mir teilweise zu viel, zu viele Ereignisse und zu viele Personen. Bis auf Cici und Cheri, die wir näher kennenlernen durften, blieben die Personen blass, nur angerissen, charakterisiert oft nur durch eine einzige Handlung. Die meisten tauchen kurz in der Geschichte auf und verschwinden wieder. Das fand ich schade. Ich hätte lieber weniger Charaktere kennengelernt, dafür aber intensiver. Fazit: Wer für ein Lesevergnügen Chronologie benötigt, sollte hier lieber verzichten. Allen, die beim Lesen gern Puzzleteile sammeln, diese zum Ende hin zusammensetzen und fehlende Teile mit eigenen Gedanken füllen, kann ich die vielseitige Cheri Matzner nur empfehlen.
Nicht so wild wie erwartet
von Zafer - 09.05.2019
Leider hatte ich mir ein bisschen was anderes vorgestellt unter dem Titel. Das wilde Leben ist dann nun doch nicht ganz so wild. Man begleitet Cheri eher während ihrer goldenen Jahre und ihrem steten auf und ab im Leben. Der Erzähl - und Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Aber obwohl an einigen Stellen Sachen schonungslos ehrlich beschrieben werden, fehlt mir an anderen Stellen der Input. Sachen werden angedeutet, aber nicht deutlich genug damit sich sicher sein kann. Die Spannung im Buch kommt und geht. Mal möchte man wissen, wie etwas weiter geht und dann kommen Seiten, durch die man sich eher langwierig durcharbeitet. Auch konnte ich mich mit Cheri nicht ganz so identifizieren, in einigen Situationen fragt man sich warum sie so reagiert, wie sie reagiert.
Sehr emotional !
von marpije - 01.05.2019
Cheri Matzner ist ein Adoptivkind, ihre leibliche Mutter hat sie nach den Geburt in Krankenhaus gelassen. Sie hat Glück im Unglück sie geht in die Familie Matzner, der Radiologe und seine italienische Frau Cici haben das Kind verloren und mit Cheri wollen sie eine glückliche Zukunft haben. Doch Cheri ist anders und füllt sich ganze Zeit unwohl, sie ist unglücklich und baut immer mehr Barikaden ....die Verstädnis zwischen die Tochter und die Eltern gleicht null und statt mit den Zeit besser werden ist immer schwieriger.... Was für ein emotionales Buch, der eine Schicksal jagt die nächste und wenn kommt ein bisschen Ruhe dann nur für kurze Moment und dann kommt der nächste Groll. Cheri ist schwierig von Anfang an und erst habe ich mit sie geschimpft, warum ? solche Eltern wie Solomon und Cici kann sich das Kind nur wünschen, dann kommt der Zweifel, wäre Cheri anders wenn die Eltern reden mit sie ein bisschen mehr ? sie war immer auf die Seite geschoben und in der Zuckerwatte gewickelt ,über die wichtigsten Sachen hat sie keine Ahnung fast ganze Leben so wie bei der verloren Kind von Cici. Ich glaube Cheri wollte von die viel Zucker und Unehrlichkeit einfach weg sein, und darum wollte sie das Leben von die härteste Seite ausprobieren. Und dann noch die Geschichte mit Michael, hart aber absolut realistisch. Der Schreibstil ist vielleicht nicht ganz einfach zum lesen aber sehr bildhaft und authentisch, die Autorin hat das Leben schonungslos und ohne kein einziges Make Up beschrieben, tiefgrundig und berührend. Die Personen sind bestimmt nicht zum verlieben aber dank die genauen und detellierten Beschreibungen sehr lebendig und greifbar nah. Die Atmosphäre ist traurig und bedrückend und der Leser bleibt mit vielen Fragen im Kopf, aber das Buch ist auf jeden Fall SEHR LESENSWERT !!!
Happy Family
von kiki - 30.04.2019
Dieser Familienroman beginnt am 5.August 1962. Die junge Miriam kommt mit starken Wehen in eine Klinik. Nach der Geburt eines kleinen Mädchen verschwindet sie und läßt ihr Baby zurück. Zur gleichen Zeit erleidet Cici eine Fehlgeburt, sie wird nie wieder Kinder bekommen können und verfällt deshalb in Depressionen. Solomon, ihr Mann, adoptiert hinter ihrem Rücken das kleine zurückgelassene Mädchen : Cheri . Jetzt sind sie doch noch eine richtige kleine Familie. Der Roman fährt im Jahr 2002 fort. Cheri ist Professorin und verheiratet. Aber es verläuft in ihrem Leben nicht alles nach Plan. Sie ist auch als Erwachsene noch genauso rebellisch wie sie als Teenager war. Eine gut erzählte Familiengeschichte.
Cheris Leben
von Anonym - 29.04.2019
Das Paar Matzner wünscht sich nichts mehr als ein Kind. Als sie die kleine Cheri adoptieren, ist es jedoch anders als sie es erwartet haben und ihr Familienleben entwickelt sich in eine ungeahnte Richtung. Am Anfang der Geschichte haben mich die Perspektivsprünge etwas verwirrt, doch man gewöhnt sich schnell daran. Nach ein paar Kapitel habe ich auch verstanden, dass sich so die ganze Geschichte wie ein Puzzle zusammen setzt, was sie sehr interessant macht. Und interessant ist die Familiengeschichte auf jeden Fall, denn sie ist tiefgründig und es passiert viel. Trotz einiger Längen, wollte ich das Buch deswegen garnicht mehr aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte wie alles zusammenpasst und worauf es hinausläuft. Dabei hat die Autorin alles so detailliert und emotional geschrieben, dass ich diese bedrückende und tragische Stimmung manchmal richtig fühlen konnte. Und auch die Personen konnte mich überzeugen. Sie wirkten so echt und haben so real gehandelt. Beinahe habe ich gedacht, dass es eine echte Biographie wäre. Ich konnte gut mit jeden mitfühlen, da ihre Probleme so menschlich beschrieben wurden. Letztendlich ist das hier eine sehr gefühlvolle und tiefgründige Geschichte über Familienbeziehungen und über das Leben einer Frau, die lange braucht um sich selbst zu finden. Das Buch ist sehr ergreifend geschrieben und bringt zum Nachdenken. Ein tolles Werk!
Höhen und Tiefen im Leben von Cheri Matzner
von Anonym - 28.04.2019
Das Cover passt nicht zu dem Titel und ist irreführend. Man stellt sich ein mondänes Luxusweibchen vor, denn die Protagonistin ist im Stil der Sechziger aufgebrezelt, im Bikini und mit Palmen im Hintergrund. Cheri ist jedoch völlig anders: Piercings, Tattoos, Second Hand Klamotten in ihrer wilden Studentenphase. Auch als Ehefrau und Universitätslehrerin nicht angepasst, in jeder Hinsicht. In jedem Fall ist das Buch aber lesenswert durch den mitreißenden Schreibstil, durchsetzt mit italienischen Wörtern, denn die vielschichtige Charakterdarstellung der Protagonistin macht ihre Entwicklung in den einzelnen Lebensphasen sehr authentisch. Dieser Roman besteht aus vier Teilen, dabei dreht sich der erste Teil um Cheri als Baby. Das ungleiche Ehepaar Cici und Solomon ist durch die Totgeburt des Sohnes traumatisiert. Solomon adoptiert daraufhin ein kleines Mädchen, Cheri genannt, welches von der Mutter völlig vereinnahmt und verhätschelt wird, da sie selbst keine Kinder mehr bekommen kann. Solomon fühlt sich aber ausgeschlossen und entwickelt eine distanzierte Beziehung zu seiner Adoptivtochter. Der zweite Teil springt dann auf Cheri mit 40 Jahren um. Nur in ständigen Retrospektiven werden die verschiedenen Lebensphasen der Protagonistin im Folgenden dargestellt. Cheri erfährt durch einen Zufall als kleines Mädchen, dass sie adoptiert wurde. Das erklärt auch, warum sie anders als ihre ¿Eltern¿ aussieht und sich auch völlig anders verhält. Immer unangepasst und aufmüpfig, lehnt sie sich gegen die gutbürgerliche Welt ihrer Adoptiveltern auf. Als Jugendliche hat sie nur eine Freundin und will einfach nur weg. Ihr Leben als Studentin der Religionswissenschaften wird von Drogen und Sex bestimmt, daher auch der Titel: ¿ Das wilde Leben...¿. Sie verdient sich ihren Lebensunterhalt selbst und fühlt sich zu Leuten aus niederen sozialen Schichten und auch Outcasts hingezogen. Nach einigen Jahren schmeißt sie ihr Studium und geht zur New Yorker Polizei, muss dort aber erfahren, dass sie als Frau aus einer höheren sozialen Schicht mit Studium von ihren Kollegen nicht anerkannt wird. Sie kehrt also zur Uni zurück, lehrt dort sehr erfolgreich, heiratet einen weitaus älteren Mann und muss sich den Schwierigkeiten stellen, die dieser Altersunterschied mit sich bringt, besonders als dieser lebensbedrohlich erkrankt. Leider kann sie keine Kinder bekommen, was für sie umso schmerzlicher ist, da sie das Doppelleben ihres Vaters entdeckt hat.
Familie ist eine schädliche Einrichtung
von cosmea - 27.04.2019
In Tracy Barones Debütroman mit dem albernen deutschen Titel Das wilde Leben der Cheri Matzner geht es um den Radiologen Solomon Matzner und seine italienische Frau Cici, die einen Säugling adoptieren, kurz nachdem die hochschwangere Cici eine Fehlgeburt und eine Operation erlebt hat, die ihrem Kinderwunsch ein Ende setzen. Das Baby wird zu Beginn des Romans von seiner sehr jungen Mutter im Krankenhaus zurückgelassen. Zeuge dieser Szene ist der Schüler Billy Beal, der dort Sozialstunden ableisten muss und seine Mutter überredet, das Baby als Pflegekind aufzunehmen. Die Geschichte der Cheri Matzner wird auf zwei Zeitebenen erzählt, 1962 - dem Jahr ihrer Geburt - und 2002. Cheris Verhältnis zu den Adoptiveltern ist sehr gespannt. Die Mutter erstickt sie mit ihrer erdrückenden Liebe, der Vater ist äußerst distanziert, u.a. weil die Adoption sich sehr nachteilig auf die Ehe ausgewirkt hat. Nach den frühen Jahren, in denen Cheri alles versucht, ihre Eltern zu provozieren, z.B. mit Drogenkonsum, gefährlichem Umgang und unzähligen Piercings, hat sie in den mittleren Lebensjahren berufliche und private Probleme. Nach dem unrühmlichen Ausscheiden aus dem Polizeidienst wird sie auch in ihrer akademischen Karriere ausgebremst. Nach dem Tod ihres Mannes Michael muss sie einen Neuanfang wagen und sich mit den losen Enden in ihrem Leben auseinandersetzen, unter denen ihre Adoption nicht das geringste Problem ist. Michaels Vermächtnis sind Informationen eines von ihm engagierten Privatdetektivs über ihre Herkunft. Sie sollen Cheri helfen, endlich ihren Frieden mit ihren Adoptiveltern zu machen und sich selbst zu akzeptieren. Die Autorin schildert diesen Reifungsprozess überzeugend, der die Protagonistin zu einer gewissen Gelassenheit und Demut bringt angesichts der zugleich schrecklichen und schönen Erfahrung, am Leben zu sein. Der sehr detailfreudige Erzählstil der Autorin führt zu einigen Längen, die die Lektüre mühsam machen. Schon im ersten Teil fragt sich der Leser, warum die Situation der Familie Beal mit dem cholerischen, gewaltbereiten Vater und Ehemann derartig ausführlich ausgebreitet wird. Sie spielt im weiteren Verlauf bis fast zum Schluss keine Rolle, außer dass sie ein weiteres Beispiel für eine dysfunktionale Familie darstellt. Der Originaltitel Happy Family kann nur ironisch verstanden werden, denn glücklich sind die Paare in diesem Roman - wenn überhaupt - nur vorübergehend. Da wird gelogen und betrogen, und Geheimnisse müssen über den Tod hinaus gewahrt werden. Barones Debüt gehört mit der Thematik der dysfunktionalen Familie zu einer wichtigen Untergruppe des amerikanischen Gegenwartsromans. Ich empfehle das Buch mit gewissen Einschränkungen.
Glückliche Familie
von M. - 27.04.2019
Zuerst einmal: Titel und Coverbild passen ganz und gar nicht. Die Frau auf dem Cover passt nicht zu einer Frau, die Polizistin war und derzeit als Universitätsdozentin (Religionswissenschaft) arbeitet und ihr Steckenpferd in der Keilschrift - Forschung sieht. Sie führt auch kein wildes Leben. Der Originaltitel Happy family passt wesentlich besser. Im Mittelpunkt des Romans steht die mittlerweile 40 jährige Cheri Matzner. Ihre Ehe ist an einem Tiefpunkt. Trotz aufwendiger Versuche wird sie einfach nicht schwanger. Zudem erkrankt ihr Ehemann Michael schwer. Gleichzeitig stagniert ihr Forschungsprojekt aufgrund des beginnenden Irakkriegs und sie wird wegen eines Vorfalls sogar von der Uni suspendiert. Sie stürzt in eine Krise. In Rückblenden erfährt der Leser ihren Lebensweg, der schon recht holprig begann. Von einem jungen cracksüchtigem Mädchen geboren, im Krankenhaus zurückgelassen, kurzzeitig in einer Pflegefamilie untergebracht und dann von der gutsituierten Familie Matzner adoptiert. Die Beziehung zu den Eltern entwickelt sich eher schwierig. Von ihrer Mutter Cici fühlt sie sich erdrückt, von ihrem (mittlerweile verstorbenen) Vater Sol nicht gemocht. Auch Cici und Sol haben ihre Geschichte und es gibt Schwierigkeiten in ihrer Ehe. In dieser Familie wurde nie ehrlich gesprochen und es existierten mehrere - toxische - Familiengeheimnisse. Es gab Lügen, Missverständnisse, Schweigen und doch auch immer wieder Annäherungen und den Wunsch nach Liebe und Zusammenhalt. Cheri entwickelt sich zu einer starken, aber auch zerrissenen Frau. Sie behauptet sich in einer Männerwelt und stößt doch immer wieder an Grenzen. Zudem versäumte sie bis zum Ausbruch ihrer Krise, sich ehrlich mit sich selbst auseinanderzusetzen, sich ihren Ängsten zu stellen und zu wissen, wer sie wirklich ist. Was macht ihre Identität aus, warum ist sie so wie sie ist? Was prägt mehr- die Gene oder die Umwelt? Der Schreibstil zog mich sehr in den Bann. Die Autorin kann toll beschreiben, es liest sich stets leicht, flüssig und klug. An einigen Stellen hätte es aber durchaus etwas kürzer sein können. Ich begann kurzzeitig ungeduldig, auch etwas gelangweilt zu werden, war nicht sicher, worauf den nun alles hinauslaufen solle. Erst am Ende begrifff ich, dass einfach nur die Entwicklung der Cheri Matzner erzählt wurde, wie sie lebte und mit ihren Beziehungen und Krisen umging. Wie sie letztendlich zu sich selbst findet und ein Stück weit einen Frieden mit sich und ihrer Familie finden kann. Einige Szenen berührten dabei sehr, waren sehr eindrücklich und hallten lange nach. Ich konnte mich in Teilen ganz gut mit Cheri identifizieren und fand etliche der Figuren sehr sympathisch. Die Figuren, besonders natürlich Cheri, sind als komplexe Persönlichkeiten tief gezeichnet, entwickeln sich im Laufe der Zeit und sind somit sehr glaubhaft. Auch die Beziehungen der Figuren sind sehr glaubhaft, nämlich vielschichtig und ambivalent - wie im realen Leben. Vor allem die familiären Beziehungen werden angesehen: zwischen Mutter und Tochter, Vater und Tochter sowie zwischen den Eheleuten der zwei Generationen. Fazit: Die Figuren, ihre Entwicklungs- und Beziehungsbeschreibungen sind die besonderen Stärken des Romans, machen ihn interessant und lesenswert. Er ist flüssig, spannend und intelligent geschrieben, manchmal allerdings etwas zu ausufernd. Er berührt und wirkt nach.
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