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Den Vögeln zum Fraß

Ein altes Testament und seine tödliche Vollstreckung. 3. Auflage.
Buch (gebunden)
Bei einem Hamburger Antiquar taucht überraschend das Tagebuch des Reisläufers Franz Anton von Haggenegg auf. Da es voll pikanter Familiengeheimnisse ist, reist der Bankier Hans Haggenegg, Nachfahre in direkter Linie, überstürzt in die Elbestadt, um e … weiterlesen
Buch

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Produktdetails

Titel: Den Vögeln zum Fraß
Autor/en: Ulrich Knellwolf

ISBN: 3312002869
EAN: 9783312002863
Ein altes Testament und seine tödliche Vollstreckung.
3. Auflage.
Nagel & Kimche

16. August 2001 - gebunden - 191 Seiten

Beschreibung

Bei einem Hamburger Antiquar taucht überraschend das Tagebuch des Reisläufers Franz Anton von Haggenegg auf. Da es voller pikanter Familiengeheimnisse ist, reist der Bankier Hans Haggenegg, Nachfahre in direkter Linie, überstürzt in die Elbestadt, um es zu ersteigern. Dort muss er feststellen, dass an dem Dokument noch andere, höchst dubiose Käufer interessiert sind. Nach dem ersten Mord steht fest: In dem Tagebuch steht mehr drin als nur ein paar historische Aufzeichnungen. Die Jagd kann beginnen.

Portrait

Ulrich Knellwolf, geboren 1942, wuchs in Zürich und Olten auf. Er studierte evangelische Theologie. Bis 1996 arbeitete er als Pfarrer an der Predigerkirche in Zürich, seither als Mitarbeiter der Stiftung Diakoniewerk Neumünster, Zollikon. Für seine Romane und Erzählungen wurde er vielfach ausgezeichnet.

Leseprobe

DIE NÄCHSTE SALVE muss den Schalter getroffen und einen Kurzschluss bewirkt haben. Das Licht ging wieder aus.
Als ich mich endlich aus meiner Erstarrung lösen konnte, waren wertvolle Sekunden verstrichen. "Hippe", flüsterte ich voller Angst. Er gab keine Antwort. Ob aus Vorsicht oder weil er nicht mehr konnte, wusste ich nicht. Ich musste zu ihm hin. Es brauchte Überwindung, sich zu bewegen. Es gelang mir zu Hippe zu kriechen und seinen Brustkorb abzutasten. Ich griff in klebrige Feuchtigkeit. Er gab keinen Laut von sich. Hippe war tot. Mir wurde schlecht und ich hätte am liebsten geheult. Das hier war viel zu groß und zu gefährlich für mich. Trotzdem dachte ich an die vierzig Millionen. Atemlos tastete ich nach Hippes Schulter und von da den Arm hinunter. Er hatte den Safeschlüssel in der linken Hand gehalten. Jetzt war sie zur Faust geballt. Es kostete mich große Anstrengung, sie zu öffnen. Schließlich drücke ich nicht gerade jeden Tag einem Toten die Hand. Die Faust war leer. Er musste den Schlüssel fallen gelassen haben, als er
sich zu Boden warf. Mir blieb keine Zeit, danach zu suchen. Wenn ich nicht wie Hippe erschossen werden wollte, musste ich sehen, dass ich hier hinauskam. Ich hob den Kopf und horchte. Nichts war zu hören. Sicher lagen die Schützen draußen auf der Lauer. Sie waren vorsichtig und ließen sich Zeit. Sie wussten nicht, ob sie Hippe oder einen anderen oder niemanden getroffen hatten. Vielleicht dachten sie, Hippe sei bewaffnet und warte nur darauf, dass sie ins Haus einzudringen versuchten, um sie abzuknallen. Wahrscheinlich hatten sie durch das erleuchtete Fenster auch mich gesehen. Ich musste jetzt meine Kräfte sammeln und ihre Vorsicht nutzen. Nur wusste ich nicht, auf welchem Weg ich hinausgelangen sollte. Das große Fenster war zersplittert. Mit einem Sprung durch den leeren Rahmen wäre ich im Freien gewesen. Doch den traute
ich mir nicht zu. Die Haustür hingegen war von innen verschlossen, und ich glaubte mich zu erinnern, dass der Schlüssel steckte. Selbst wenn sie einen Schlüssel haben sollten, konnten sie also nicht herein. Wie viele mochten es sein? Ich rechnete mit mindestens zwei. Wenn sie aber zu zweit und keine Dummköpfe waren, dann lag der eine vor dem Fenster und der andere an der Haustür. Einen anderen Ausgang gab es nicht.
Ich entschied mich dennoch für die Haustür. Ich nahm all meinen Mut zusammen, dachte an die Soldaten aus der Familie, an Kampf und Kanonen und kroch aus dem Wohnzimmer und durch den Korridor. Dabei fasste ich den Plan, die Tür zu öffnen, im Innern stehen zu bleiben und jedem, der hereinkam, mit einem schweren Gegenstand den Schädel einzuschlagen. Auf der Kommode hatte ich einen eisernen Kerzenständer gesehen. Ich suchte im Dunkeln danach, fand ihn und kroch damit weiter. Als ich an der Tür war, merkte ich, dass sie nach außen aufging. Darauf hatte ich beim Hereinkommen nicht geachtet. Es war ein Vorteil für mich. Ich legte den Kerzenständer beiseite, setzte mich neben die Tür und drehte den Schlüssel so geräuschvoll, wie es nur ging. Ich öffnete die Tür einen Spaltbreit und erhob mich vorsichtig. Dann fing ich an, Lärm zu schlagen, indem ich den Kerzenständer auf den Boden und gegen die Wand hämmerte. Nach ein paar Sekunden hielt ich inne und horchte. Die Rechnung ging auf. Jemand schlich sich draußen heran. Als ich ihn unmittelbar vor der Tür vermutete, trat ich sie mit aller Kraft auf. Sie erwischte ihn tatsächlich am Kopf. Der Kerl fiel nach hinten. Mit einem Sprung setzte ich über ihn hinweg und rannte, was ich konnte. Ich lief bis zur Lorbeerhecke, die das Grundstück umzäunte. Dahinter ließ ich mich ins Gras fallen und schaute zurück.
Der Lärm hatte den zweiten Mann von der Rück
seite des Hauses herbeigelockt. Zögernd kam er um die Ecke und trat zu seinem Kollegen. Dieser rappelte sich auf. Sie flüsterten miteinander, dann erhoben sie sich und betraten vorsichtig
das Haus. Als sie verschwunden waren, sprang ich auf und rannte die fünfzig Meter bis zum Nachbarhaus, ein verschlossenes Wochenendhaus wie das von Hippes Freund.
Mein Wagen stand auf einem Parkplatz in der Nähe. Im Schutz der Häuser und Hecken hätte ich ihn im Dunkeln ungesehen erreichen können, selbst wenn die zwei Gangster aus dem Haus kamen. Aber ich blieb im Schutz der Hausecke stehen. Trotz meiner Angst und meines Zitterns musste ich wissen, was sie weiter taten. Mein Erfolg machte mich mutiger.
Sie schienen anzunehmen, dass ich mich in Sicherheit gebracht hatte, und konnten davon ausgehen, dass ich nicht bewaffnet war. Ohne jede Vorsicht verließen sie das Haus und kamen schnell und entschieden den Weg entlang. Sie mussten gefunden haben, was sie suchten, und das konnte nur der Safeschlüssel sein. Nachdem sie verschwunden waren, kauerte ich so lange angespannt und bewegungslos an der Hausecke, bis ich einen Wagen wegfahren hörte.
Ich fragte mich, ob ich noch einmal nach Hippe sehen sollte. Es hatte keinen Sinn. Ich musste machen, dass ich wegkam. Wenn jemand in der Umgebung die Schüsse gehört und die Polizei benachrichtigt hatte, würde sie bald auftauchen, und dann geriet ich in Teufels Küche.
Ich lief also zu meinem Wagen und startete. Die Scheinwerfer machte ich erst an, als ich in die nächste größere Straße einbog. Zwischen Friedrichskoog und dem Nachbarort kam mir ein Polizeiwagen mit Blaulicht und Sirene entgegen. Ich bemühte mich, nicht das Gaspedal durchzudrücken, um nur möglichst schnell zu verschwinden.

 



Pressestimmen

"Knellwolf verknüpft mit leichter und präziser Hand vermeintlich weit auseinander Liegendes und bewegt die Haggeneggs quer durch Länder und Epochen, in denen sie gelebt haben sollen. Höchst amüsant und überdies auch hintergründig, wie sich hier verbürgte Geschichte und erfundene Geschichte auf fast schon unentrinnbare Weise verknüpfen und bisweilen vermengen und verwischen - am Ende sogar so sehr, dass FIktionen unvermittelt Fakten schaffen, brutale Fakten, versteht sich." Martin Zingg, Neue Zürcher Zeitung, 29.08.2001 Neue Zürcher Zeitung
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