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Rückwärtswalzer

oder Die Manen der Familie Prischinger.
Buch (gebunden)
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Der neue große Roman der SPIEGEL-Bestseller-Autorin.
Voller Verve, Witz und Herzenswärme erzählt Vea Kaiser von einer Familie aus dem niederösterreichischen Waldviertel, von drei Schwestern, die ein Geheimnis wahren, von Bärenforschern, die die Zeit a … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Rückwärtswalzer
Autor/en: Vea Kaiser

ISBN: 3462051423
EAN: 9783462051421
oder Die Manen der Familie Prischinger.
Kiepenheuer & Witsch GmbH

7. März 2019 - gebunden - 419 Seiten

Beschreibung

Der neue große Roman der SPIEGEL-Bestseller-Autorin.
Voller Verve, Witz und Herzenswärme erzählt Vea Kaiser von einer Familie aus dem niederösterreichischen Waldviertel, von drei Schwestern, die ein Geheimnis wahren, von Bärenforschern, die die Zeit anhalten möchten, und von den Seelen der Verstorbenen, die uns begleiten, ob wir wollen oder nicht.
Als Onkel Willi stirbt, stehen der Drittel-Life-Crisis geplagte Lorenz und seine drei Tanten vor einer Herausforderung. Willi wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro begraben werden. Doch da für eine regelkonforme Überführung der Leiche das Geld fehlt, begibt man sich kurzerhand auf eine illegale Fahrt im Panda von Wien Liesing bis zum Balkan. Auf der 1029 Kilometer langen Reise finden die abenteuerlichen Geschichten der Familie Prischinger auf kunstvolle Weise zueinander.
Mirl, die älteste der Schwestern, muss nach dem Krieg schon früh Verantwortung übernehmen und will nur weg aus dem elterlichen Gasthof, weg vom Land. Doch weder die Stadt noch ihre Ehe entwickeln sich so, wie sie es sich erträumte. Wetti interessiert sich bereits als Kind mehr für Tiere als für Menschen. Als Putzfrau im Naturhistorischen Museum kennt sie die Präparate der Sammlungen bald besser als jeder Kurator, und als alleinerziehende Mutter einer dunkelhäutigen Tochter schockiert sie die Wiener Gesellschaft. Und Hedi, die Jüngste im Bunde, lernt Willi zu einem Zeitpunkt in ihrem Leben kennen, an dem sie mit selbigem fast schon abgeschlossen hat. Denn die drei Schwestern haben in jungen Jahren einen schweren Verlust erlitten. Und sie alle geben sich die Schuld daran.

Portrait

Vea Kaiser wurde 1988 geboren und lebt in Wien, wo sie Altgriechisch, Latein und Germanistik studierte. Mit 23 Jahren veröffentlichte sie ihren Debütroman »Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam«, der ebenso wie ihr Zweitling »Makarionissi oder Die Insel der Seligen« zum Bestseller avancierte und in mehrere Sprachen übersetzt wurde. »Rückwärtswalzer« ist ihr dritter Roman.

Pressestimmen

"eine tragikkomische Road-Novel [...] herzerwärmend gut gemacht" Günter Kaindlstorfer WDR 5 20190406
Bewertungen unserer Kunden
Roadmovie mit einem Toten
von Anonym - 07.06.2019
Der arbeitslose Schauspieler Lorenz muss ganz viel auf einmal verkraften: Er ist pleite, sein erhofftes Engagement löst sich in Luft auf, und seine Freundin trennt sich von ihm. Selbstmitleid ist zunächst angesagt. Doch dann stirbt Onkel Willi, und seine Frau möchte ihn in seiner Heimat Montenegro vergraben, so wie er es sich immer gewünscht hat. Das Geld für die Überführung ist allerdings bereits verbraten, und so bricht Lorenz mit dem toten Willi und seinen Tanten im Auto auf nach Montenegro. Eine liebenswürdig-chaotische Familie ist das, die dem leiblichen Wohl ausgiebig fröhnt. Die Mengen an Speisen, die dieses Buch erwähnt, sind schon sehr enorm. Ausgefallen und skurril ist die Geschichte um Willis Tod und um seine Vergangenheit, die parallel zur Gegenwart aufgerollt wird. Da kommt so manches Geheimnis zu Tage. Da schimmert dann durch die manchmal etwas unfreiwillig komische Geschichte eine unerwartete Tragik hindurch. Ein Buch, das gut unterhält und zum Lachen wie auch zum Nachdenken verführt, deshalb sehr empfehlenswert ist.
Für literarische Feinschmecker
von Manfred Fürst - 30.05.2019
Vea Kaiser bleibt ihrem außergewöhnlichen Schreibstil und dem Gesellschaftsroman treu. Und das ist gut so. Erfolg verpflichtet. Über 60 Jahre Familiengeschichte der Familie Prischinger, mit wienerischem Flair, balkanischen Einschlag und montenegrinischer Exkursion. Lorenz, arbeitsloser Schauspieler und pleite, aber von sich sehr überzeugt muss sich der harten Realität stellen. Und das Ende seiner Fernbeziehung mit Stephi bringt ihn am Ende des Romans zu einer wahren Erkenntnis. Seine 3 Tanten Hedi, Wetti und Mirl durchleben mit Ehemann und Lebensgefährten ein Leben voll mit alltäglichen Glücksmomenten und Katastrophen. Willi, eigentlich Koviljo aus Montenegro, Lebenspartner von Hedi ist der weise Ratgeber, mit schwachem Herz, aber er will unbedingt in Montenegro begraben werden. Die Altphilologin Vea Kaiser gibt ihrem Roman die altgriechische Lehre bei, dass die Seele eines Toten erst dann ruht, wenn die Verwandten seinen letzten Willen - was die Bestattung betrifft - erfüllt haben. Weil sich die drei Schwestern dieses zu Herzen genommen haben, Willi in Montenegro zu bestatten wird die Fahrt über 1000 km mit Lorenz als Chauffeur gestartet. Auf dieser Fahrt kann und wird vieles passieren. Der Schreibstil von Vea Kaiser ist ein Lesegenuss. Sie verfügt mit ihren 30 Jahren über einen reichhaltigen Erfahrungsschatz was zwischenmenschliche Beziehungen und Kommunikation betrifft. Dialoge werden pointiert kommentiert, witzig und humorvoll. Skurrile Situationen auf der Fahrt sind reine Slapstick.
Rückwärtswalzer
von simi159 - 12.05.2019
Warum ist man so wie man ist? Wo kommt man her? Antworten darauf findet man wahrscheinlich in der eigenen Familiengeschichte, die uns geprägt hat. In dem neuen Buch von Vea Kaiser "Rückwärtswalzer" geht es auch um eine Familiengeschichte. Familie Prischinger, alle ein bisschen besonders, allen voran Lorenz, der sich als erfolgloser Schauspieler so durchschlägt. Mit seinen drei Tanten. Mirl, Wetti und Hedi macht er sich auf den Weg von Österreich nach Montenegro um dort den verstorbenen Onkel Willi zu seiner letzten Ruhestätte zu bringen und ihm damit seinen letzten Wunsch zu erfüllen. In den Roadtrip sind in Rückblenden, die Lebensgeschichten mit Glück und Leid aller Familienmitglieder verwoben. Und schon nach wenigen Seiten ist man mitten in der Familie Prischinger, vor allem in der Wohnung und Küche von Tante Hedi, angekommen. Wie Lorenz sitz man mit ihnen am Tisch und hat dabei das Gefühl nicht nur von außen zu beobachten sondern auch ein Teil von ihnen zu sein. Vea Kaisers Sprache ist dabei so bildlich, detailliert und genau, da riecht man jedes Staubkorn und jedes leckere Gericht das da gekocht wird. Diese Liebe zum Detail spürt man auch bei den Charaktere, denn jeder einzelne ist voller Ecken, Kanten einfach anders und dabei liebenswert und authentisch. Die Charaktere sind es auch, die die Geschichte über 500 Seiten tragen, denn Spannung und Tempo gibt es wenig und es bedarf Geduld und Durchhaltevermögen des Lesers, am Rückwärtswalzer dran zu bleiben. Auch wenn es hier Absurditäten und verrückte Begebenheiten gibt, fehlte mir die Leichtigkeit aus Vea Kaisers letzten Buch "Makarionissi". Dennoch ist dies ein toller Roman, mit einer sehr gut konstruierten Familiengeschichte voller liebenswerter, ungewöhnlicher Charaktere. Lesenswert mit kleinen Abzügen 4 STERNE.
Der neue große Roman der SPIEGEL-Bestseller-Autorin Vea Kaiser.
von Inge Weis - 05.05.2019
1.029 Kilometer Instant-Therapie. Ein skuriller, spannender Roman der in ganz Europa spielt und kein Auge trocken lässt! Detailreich und sehr phantasievoll entsteht hier eine ganz eigene Welt mit grotesken Situationen, merkwürdigen Bräuchen, politischen Katastrophen und persönlichen Turbolenzen. Leichtfüßig erzählt und voller verrückter Einfälle; komisch und tragisch zugleich. Es macht einfach Spaß, dieser Geschichtenerzählerin zu folgen. Als Onkel Willi stirbt, stehen der Drittel-Life-Crisis geplagte Lorenz und seine drei Tanten vor einer Herausforderung. Willi wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro begraben werden. Doch da für eine regelkonforme Überführung der Leiche das Geld fehlt, begibt man sich kurzerhand auf eine illegale Fahrt im Fiat Panda von Wien bis auf den Balkan. Auf der Reise finden die abenteuerlichen Geschichten der Familie Prischinger auf kunstvolle Weise zueinander. Mirl, die älteste Schwester, musste nach dem Krieg früh Verantwortung übernehmen und wollte nur weg vom Land. Wetti interessierte sich bereits als Kind mehr für Tiere als für Menschen. Und Hedi zerbrach fast an einem Schicksalsschlag, kurz bevor sie Willi traf. Doch stets waren die drei Schwestern füreinander da. Denn sie haben in jungen Jahren einen schweren Verlust erlitten. Und sie alle geben sich die Schuld daran. Voller Witz und Herzenswärme erzählt Vea Kaiser von einer Familie aus dem niederösterreichischen Waldviertel, von drei Schwestern, die ein Geheimnis wahren, von Bärenforschern, die die Zeit anhalten möchten, und von den Seelen der Verstorbenen, die uns begleiten, ob wir wollen oder nicht. Der Roman Rückwärtswalzer ist so fröhlich und komisch, so frisch und witzig. Der Wandel der Gesellschaft mal witzig mal nachdenklich. Kurzum ein Kaleidoskop, das in den schönsten Farben leuchtet. Liebevoll ironisch und intelligent, erzählt die Autorin mit viel Phantasie einen Heimatroman der etwas anderen Art und eine Familie der besonderen Art - eine gelungene, unterhaltsame Mischung!! Was so alles in einem kleinen österreichischen Alpendorf passieren kann, schildert Kaiser mit viel Witz. Komisch und tragisch zugleich! Eine Familien-Geschichte, die jeden mitreißen wird! Dem Charme der Charaktere und dem unverwechselbaren Schreibstil kann man sich nicht entziehen! Die Autorin hat eine unglaublich Lust und Begabung verrückte Familiengeschichten zu erzählen. Es macht absolut Spaß ihrer Fabulierkunst zu folgen. So eine wahnwitzige Story, die in einer ganz eigenwilligen und einzigartigen Weise geschrieben wurde. Dieser Roman wird den Leser verzaubern. Danke für diesen Lesegenuss!
Zauberhaft schräg
von raschke64 - 23.04.2019
Onkel Willi ist gestorben. Onkel Willi stammt aus Montenegro, lebt schon viele Jahre lang in Wien bei Tante Hedi und möchte nach seinem Tod in Montenegro begraben werden. Nur hatte inzwischen Tante Heidi das Geld, dass für die Überführung nach Montenegro gedacht war, ihrer Tochter Nina gegeben. Es fehlt also für die Überführung. Hedi und ihre zwei Schwestern beschließen mit dem Auto nach Montenegro zu fahren. Nur, dass sie selbst nicht Auto fahren und zu muss Neffe Lorenz einspringen. Lorenz ist ein arbeitsloser Schauspieler, der sehr in den Tag hinein lebt, der eine Menge Schulden hat und aufgrund dessen wieder bei der Familie lebt. Gerade ist auch seine Beziehung gescheitert. Ob er will oder nicht, er muss das Abenteuer mitmachen. So wird Onkel Willi eingefroren und die Reise über mehrere Ländergrenzen beginnt. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. In den ersten Kapiteln fand ich diesen oft schrägen Humor einfach zauberhaft. Ich habe mich sehr amüsiert über diese unterschiedlichen Schwestern und ihre doch teilweise komischen Ideen. Doch je länger ich das Buch las umso mehr zog es mich insofern in den Bann, als dass die Familie in den Vordergrund trat und die Geschichten von früher. Zugleich interessant, aber auch tragisch. Obwohl viele Dinge in der Familie schief liefen, hielten sie immer wie Pech und Schwefel zusammen. Dazu kommt noch, dass der Schreibstil mir ebenfalls gefallen hat. Die Geschichte an sich ist nicht neu, aber die Umsetzung fand ich richtig stark.
Warmherzig, skurril, berührend und komisch - eine Familiengeschichte und ein Roa
von takabayashi - 20.04.2019
Mein erstes Buch von Vea Kaiser hat mich gleich überzeugt - ihre anderen Romane werde ich auch noch lesen! Es geht um die österreichische Familie Prischinger, vor allem um die drei Schwestern Mirl, Wetti und Hedi und ihren Neffen Lorenz, einen zur Zeit gerade arbeitslosen jungen Schauspieler in einer Lebenskrise. Der Lebenspartner von Hedi, der jüngsten der drei Tanten, Willi aus Montenegro, ist überraschend gestorben. Hedi hatte ihm versprechen müssen, ihn in seiner Heimat zu begraben. Allerdings ist eine offizielle Überführung durch ein Bestattungsinstitut viel zu teuer, so dass die drei Tanten Lorenz überreden, mit ihnen im Panda Onkel Willi nach Montenegro zu transportieren, was natürlich höchst illegal ist. Doch Versprechen müssen gehalten werden und so brechen sie auf zu ihrer abenteuerlichen Reise. Diese Fahrt ist quasi die Rahmenhandlung, auch hier erfahren wir schon viel über die fünf Hauptprotagonisten (inklusive Onkel Willi) und diverse andere Familienmitglieder, auch aufgrund turbulenter Reiseerlebnisse und der Art, wie die einzelnen damit umgehen und durch die während der Fahrt geführten Gespräche. Dazwischen gibt es aber immer wieder ausgedehnte Kapitel mit Rückblenden auf Episoden aus dem Leben der einzelnen Personen, denen wir dadurch sehr nahe kommen. Das Motto bei den Prischingers hat immer geheißen: Keiner wird zurückgelassen, und von seinem Onkel Willi, der ihm sehr nahestand, hat Lorenz gelernt, dass man nicht jedem jede Geschichte erzählen kann. Manche Geschichten sind dafür da, dass man sie allen erzählt. Andere dafür, dass man sie nur mit wenigen ausgewählten Menschen teilt. Willis Tod und die Reise nach Montenegro haben bei allen Beteiligten viel in Bewegung gebracht und zu Veränderungen in ihrem Leben geführt. Mir sind diese etwas schrulligen Prischingers alle sehr ans Herz gewachsen und ich habe mich über den positiven Ausblick am Ende gefreut. Diese warmherzige Familienchronik, in der auch der Humor nicht zu kurz kommt, läßt die einzelnen Familienmitglieder gleichberechtigt zu Wort kommen, zeigt uns ihre unterschiedlichen Lebenswege, die Fehler, die sie machen und wie sie diese zu korrigieren versuchen und wie sie trotz aller Unterschiede doch unverbrüchlich zusammenhalten. Man liest mit einem lachenden und einem weinenden Auge und wird insgesamt sehr gut und mit Tiefgang unterhalten.
Onkel Willis letzte Reise
von jenvo82 - 18.04.2019
"Wir haben gelernt, dass man nicht jedem jede Geschichte erzählen kann. Manche Geschichten sind dafür da, dass man sie allen erzählt. Andere dafür, dass man sie nur mit wenigen ausgewählten Menschen teilt." Inhalt Lorenz Prischinger wird von seinen Tanten mit einer ebenso schwierigen wie verantwortungsvollen Aufgabe betreut. Er soll seinen toten Onkel Willi zusammen mit den drei alten Damen von Wien nach Montenegro bringen, damit Willi dort seine letzte Ruhestädte findet, so wie er es sich zu Lebzeiten gewünscht hat. Als einziges Transportmittel kommt nur das Auto in Frage, da allen Prischingers das Geld für eine offizielle Überführung des Leichnams fehlt. Nach anfänglichen Zweifeln bleibt dem jungen Mann, der selbst gerade eine schwierige Lebensphase durchmacht, nichts weiter übrig als sich den Wünschen seiner drei beherzten Tanten zu beugen. Und gemeinsam erleben sie auf einer gut 12 stündigen Fahrt allerlei turbulente Vorkommnisse und ganz nebenbei führen sie tiefgreifende Gespräche über ihr Leben, die Vergangenheit und erfüllte oder verschobene Lebenswünsche. Onkel Willis letzte Reise setzt ihm ein Denkmal, ist Totenwache und Familienrat gleichermaßen und bestärkt die Prischingers in ihrem seit Kindertagen geltenden Motto: "Niemand wird zurückgelassen." Meinung Dies war mein erster Roman aus der Feder der österreichischen Autorin Vea Kaiser, die mit ihren anderen Werken "Blasmusikpop" und "Makarionissi" bereits Bestseller landete. Die vielen positiven Lesermeinungen haben mich darin bestärkt, nun endlich mal ein Buch der Jungautorin kennenzulernen. Und tatsächlich, der Roman verspricht eine unterhaltsame Geschichte, einen abenteuerlustigen Roadtrip und letztlich ein unvergessliches Familienepos und kann all das irgendwie auch bieten. Das große Plus dieser Erzählung ist nicht unbedingt der Humor, obwohl auch dieser nicht fehlt, nein es sind die warmherzigen Charakterbeschreibungen mehrerer Familienmitglieder, die hier alle gleichberechtigt und authentisch zu Wort kommen und die trotz ihrer Macken und Fehler, immer beherzte Entscheidungen treffen und sich mit den Konsequenzen arrangieren. Dieses sehr genau Bild gelingt durch ein stilistisches Mittel noch besser, denn abgesehen von der Gegenwartshandlung in einem beengten Panda mit einer gefrorenen Leiche auf dem Beifahrersitz, entführt Vea Kaiser den Leser in die Vergangenheit der jeweiligen Protagonisten. So lernt man die älteste Schwester Mirl kennen, die sich mit dem dicken Gottfried einen echten Schürzenjäger als Mann zulegt, dessen Bauch als Beamter ebenso schnell wächst, wie als hungriger Ehemann. Die mittlere Schwester Wetti, die immer sehr präsent ihr Wissen kundgibt und sich für die Natur und ihre Entwicklung weit mehr interessiert als für Liebesgeplänkel und letztlich die jüngste Hedi, die sich mit Willi als Ehemann glücklich schätzt, sich aber doch nicht immer verstanden fühlte und auch den ein oder anderen Fehltritt zu Lebzeiten zu verantworten hat. Tatsächlich haben mir die eher ernsthaften Ausflüge in die Familiengeschichte weit besser gefallen als die skurrilen Begebenheiten der "Leichenfahrt", dort waren mir stellenweise die Handlung und die Vorkommnisse etwas zu dick aufgetragen und nicht mehr ganz so lustig wie beabsichtigt, obwohl es natürlich ein erfundener Roman mit einem bewusst gewählten Szenario ist, hätte ich mir an dieser Stelle eine etwas realistischere Ausführung gewünscht. Fazit Ich vergebe 4 Lesesterne für einen sehr unterhaltsamen, humorvollen Roman voller Empathie und kleiner liebenswerter Anekdoten, der in seinem Gesamtbild eine unverwechselbare, einprägsame Familiengeschichte erzählt, die einem ans Herz wächst. Die Reise wird nur zum Anlass genommen, um die eigentliche durch Jahrzehnte reichende Lebenswelt der Familie Prischinger lebendig werden zu lassen. Ein Buch, welches unter der Hand an das Verständnis des Lesers appelliert, an die Möglichkeit trotz verschiedener Lebenswege einen intakten Zusammenhalt zu wahren und sich nicht davor zu verstecken, zu den eigenen Fehlern zu stehen, aber anderen diese ebenso großmütig zu verzeihen. Empfehlenswert ist das Buch für alle engagierten, lebensbejahenden Menschen, die sich gerne auf eine kleine Reise zu den Herzen anderer Menschen begeben möchten. Vielleicht nehmen sie sogar ein Stück Kuchen mit, für ihr eigenes Leben - denn auch darin sind sich die Prischingers einig: mit Essen wird alles etwas leichter.
Ein toller Roadtrip mit Humor und Tiefgang
von nellsche - 11.04.2019
Onkel Willi ist gestorben. Er wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro bestattet werden. Diesen letzten Wunsch wollen ihm Lorenz und seine drei Tanten unbedingt erfüllen. Da für eine offizielle Überführung der Leiche jedoch das Geld fehlt, entschließen sie sich kurzerhand, ihn tiefgefroren bei einer illegalen Fahrt mit dem Fiat Panda selbst zu überführen. Auf der 1029 Kilometer langen Reise erlebt die Familie Prischinger die abenteuerlichsten Dinge, und kommen sich wieder näher. Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Beschreibung sprach mich sofort an und ich habe Auf einen humorvollen, aber auch tiefgründigen Roman gehofft - und bekommen. Der Einstieg gelang mir problemlos und ich konnte bestens folgen. Die Charaktere wurden hervorragend gezeichnet und besaßen Tiefe und spezielle Eigenarten, so dass ich sie mir gut vorstellen und sie auch auseinanderhalten konnte. Die drei Tanten fand ich absolut super beschrieben, teilweise schräg und skurril, aber immer herzlich. Ich habe sie ganz schnell ins Herz geschlossen. Lorenz passte mit seiner chaotischen und unstrukturierten Art hervorragend in die Geschichte. Seine Entwicklung im Laufe der Reise hat mir sehr gut gefallen. Die Reise der Familie Prischinger war skurril und humorvoll und bot so manche witzige Szene, die für herrliches Kopfkino sorgte, so dass ich teilweise Tränen lachen musste. Neben dieser Reise gab es auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit der Familie. Hier kamen teils ernste und bedrückende Dinge ans Licht, die den Tanten früher widerfahren sind und die mir sehr nahe gingen. Und auch deren Geheimnisse kommen zutage. Diese Hintergründe und Einblicke gaben der Geschichte und den Personen sehr viel Tiefe und ich konnte mit ihnen mitfühlen. Dieser Roman hat mir aufgrund der tollen Mischung aus Tiefgang und tollem Humor sehr gut gefallen. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.
Ein toller Roadtrip mit Humor und Tiefgang
von nellsche - 11.04.2019
Onkel Willi ist gestorben. Er wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro bestattet werden. Diesen letzten Wunsch wollen ihm Lorenz und seine drei Tanten unbedingt erfüllen. Da für eine offizielle Überführung der Leiche jedoch das Geld fehlt, entschließen sie sich kurzerhand, ihn tiefgefroren bei einer illegalen Fahrt mit dem Fiat Panda selbst zu überführen. Auf der 1029 Kilometer langen Reise erlebt die Familie Prischinger die abenteuerlichsten Dinge, und kommen sich wieder näher. Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Beschreibung sprach mich sofort an und ich habe Auf einen humorvollen, aber auch tiefgründigen Roman gehofft - und bekommen. Der Einstieg gelang mir problemlos und ich konnte bestens folgen. Die Charaktere wurden hervorragend gezeichnet und besaßen Tiefe und spezielle Eigenarten, so dass ich sie mir gut vorstellen und sie auch auseinanderhalten konnte. Die drei Tanten fand ich absolut super beschrieben, teilweise schräg und skurril, aber immer herzlich. Ich habe sie ganz schnell ins Herz geschlossen. Lorenz passte mit seiner chaotischen und unstrukturierten Art hervorragend in die Geschichte. Seine Entwicklung im Laufe der Reise hat mir sehr gut gefallen. Die Reise der Familie Prischinger war skurril und humorvoll und bot so manche witzige Szene, die für herrliches Kopfkino sorgte, so dass ich teilweise Tränen lachen musste. Neben dieser Reise gab es auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit der Familie. Hier kamen teils ernste und bedrückende Dinge ans Licht, die den Tanten früher widerfahren sind und die mir sehr nahe gingen. Und auch deren Geheimnisse kommen zutage. Diese Hintergründe und Einblicke gaben der Geschichte und den Personen sehr viel Tiefe und ich konnte mit ihnen mitfühlen. Dieser Roman hat mir aufgrund der tollen Mischung aus Tiefgang und tollem Humor sehr gut gefallen. Ich vergebe 5 von 5 Sternen.
Ein außergewöhnlicher Roman
von Diamondgirl - 11.04.2019
Lorenz ist eine Art verkrachte Existenz. Er hat nur bescheidenen Erfolg als Schauspieler, führt eine nicht gerade glückliche Fernbeziehung und weiß wieder einmal nicht, wie er seine nächste Miete bezahlen soll. Also kommt er für einige Zeit bei Onkel und Tante unter, in der Hoffnung auf bessere Zeiten. Mirl, Wetti und Hedi sind 3 in den 40ern geborene Schwestern. Alle leben in Wien - trotz separater Wohnungen - praktisch im Haushalt von Hedi und deren Mann Willi zusammen. Als Willi eines Tages überraschend stirbt, werden die Schwestern vor ein Problem gestellt, denn Hedi hat ihrem Mann immer versprochen, dass er einmal in seiner Heimat Montenegro beerdigt werden würde. Da für eine Überführung das Geld fehlt, macht sich Lorenz mit seinen 3 Tanten und einem tiefgekühlten Onkel Willi im Panda auf den über 1000 km langen Weg nach Montenegro. Eingangs möchte ich gleich erwähnen, dass diese Reise eigentlich nicht das Kernstück des Romans darstellt, sondern eher einen Rahmen für längst Vergangenes. Nicht jeder Roman, der von einer Reise handelt, ist ein Roadmovie. Aktuelle Kapitel lösen sich mit Rückblenden in die Vergangenheit ab. So gleitet man immer mehr in die Geschichte der Geschwister Prischinger und Willis hinein und langsam ergibt sich ein komplexes Bild, wie alles zusammen hängt. Auch Lorenz lernt einiges über sich selbst und seine Mitmenschen. Vea Kaiser beherrscht bravourös die Gratwanderung zwischen Ernsthaftigkeit und Groteske. Ihr Roman gleitet nie ins Comedyhafte ab sondern er sprüht vor charmantem, typisch österreichischem Witz. Die Charaktere sind so tief und liebevoll entwickelt, dass man sie förmlich vor sich sieht. Die Anerkennung in der Gesellschaft suchende Mirl, bei der immer alles herausgeputzt und 1a aussehen muss. Die recht unkomplizierte Hedi, die von allen Schwestern am meisten Schuldgefühle mit sich herum schleppt oder die etwas spezielle Wetti, für die Natur immer wichtiger war als menschliches Miteinander. Eines jedoch eint die Schwestern: ihr Familiensinn und das Zugehörigkeitsgefühl zu den 3 weiblichen Musketieren. Und Willi ist ohnehin ein Goldstück! Vea Kaisers Schreibstil ist unglaublich locker und gekonnt. Man fühlt sich sofort mitgenommen und legt das Buch nur höchst ungern aus der Hand. Die Dialoge sind spritzig und das Geschehen - vor allem das der Vergangenheit - fesselt bis zur letzten Seite. Für mich ist dieses Buch das bisherige Highlight des Jahres!
Schwungvolle und skurrile Familiengeschichte
von amena25 - 06.04.2019
Lorenz, erfolgloser Schauspieler und phlegmatisch, lebt gerne auf großem Fuß. Als seine in Heidelberg lebende Freundin Stephanie sich von ihm trennt, versinkt er in Selbstmitleid. Zuflucht und Trost findet er bei seinen drei Tanten Mirl, Hedi und Wetti und Onkel Willi, die ihn mit guten Ratschlägen und viel gutem Essen wieder aufpäppeln. Bei den exzentrischen Tanten findet er Familie, Heimat und Geborgenheit. Als dann plötzlich Onkel Willi stirbt, der unbedingt in seiner Heimat Montenegro begraben werden wollte, ist klar, dass die Familie diesen Wunsch erfüllen muss. Da die legale Überführung viel zu teuer ist, wird der in der benachbarten Metzgerei tiefgekühlte Leichnam des Onkels in die Familienkutsche, ausgerechnet einen Fiat Panda, gepackt und Lorenz und seine drei Tanten machen dich auf die 1029 Kilometer weite Reise. Passend zum Titel ,,Rückwärtswalzer wird die Schilderung der Reise immer wieder unterbrochen durch Rückblicke in die Vergangenheit, durch Kapitel, die das Leben der drei Schwestern, aber auch das von Lorenz Eltern erzählt. Die teils tragischen, teils skurrilen Begebenheiten werden mit viel Humor und Wärme, aber ohne Pathos oder Gefühlsduselei geschildert, was den besonderen Reiz des Buches ausmacht. So verweben sich die Lebensgeschichten der ungleichen Schwestern zu einer Art Patchwork-Familiengeschichte und am Ende versteht man, warum die drei im Alter zusammenleben. Auch der recht unentschlossene Lorenz scheint durch den abenteuerlichen Roadtrip erwachsener zu werden und endlich eine Richtung für sein Leben zu finden. Ein unterhaltsames Buch über Familienbande, das einen tief berührt und zum Nachdenken und Lachen gleichzeitig bringt.
Voller Witz und Herzenswärme wird hier eine Familiengeschichte erzählt
von Lilofee - 01.04.2019
Es geht in dieser Geschichte um Mirl, Wetti und Hedi, drei Schwestern, die in der unmittelbaren Nachkriegszeit im niederösterreichischen Waldviertel aufwachsen. Untermieter auf dem Hof sind Soldaten der russischen Besatzungsmacht und deren dressierter Bär. Onkel Willi, der eigentlich Koviljo heißt, verlebt seine Kindheit in den montenegrinischen Bergen. Durch eine Verkettung glücklicher Umstände zieht er ans Meer. Dort, nimmt sein Leben eine Wendung. Die zweite folgt einige Jahre später im Krankenhaus, wo er nach einem schlimmen Unfall von Hedi gesundgepflegt wird. Die beiden verlieben sich und ziehen nach Wien. Sie treffen dort auf die Schwestern wo Mirl mehr mäßig als glücklich Verheiratet ist und auf Wetti, die im Naturkundemuseum putzt. Als Onkel Willi stirbt, stehen der Drittel-Life-Crisis geplagte Lorenz und seine drei Tanten vor einer großen Herausforderung. Vea Kaiser kann erzählen. Und es macht so großen Spaß ihr zu folgen. Sie schafft es spielend ihre Geschichten mit Leben aufzufüllen. Ihre Charaktere haben nicht unbedingt Tiefe, sind aber mit der angemessenen Schrulligkeit und Herzenswärme versehen. Sie schafft es, vor allem kleine Situationen groß herauszustellen. Der Schreibstil ist so wunderbar sarkastisch, ironisch und auch wieder voller Herzlichkeit. Der Aufbau dieses Roadmovie mit all seinen Verstrickungen und mehr als skurrilen Erlebnissen ist einfach nur schön. Voller Witz und Herzenswärme wird hier eine Familiengeschichte erzählt. Eine Geschichte über eine Familie, die eigentlich viel lieber die Zeit anhalten möchte. Die von den Seelen der Verstorbenen begleitet wird, ob sie wollen oder nicht. Ein toller Roman über den Zusammenhalt einer Familie mit einem überraschenden Ende.
Ein humorvolles & warmherziges Buch mit einem Roadtrip der besonderen Art
von Tara - 31.03.2019
"Rückwärtswalzer oder Die Manen der Familie Prischinger" ist der dritte Roman der Autorin Vea Kaiser, in dem sie ihre Leser an dem Familienleben der Familie Prischinger teilhaben lässt. Bei Lorenz läuft es gerade alles andere als rund. Seine Freundin hat ihn verlassen, als Schauspieler bekommt er keine Angebot und verschuldet ist er auch. Deswegen vermietet er seine Wohnung und kommt bei seinem Onkel Willi und seiner Tante Hedi unter, wo auch immer Miri und Wetti - seine beiden anderen Tanten - zu finden sind. Als Onkel Willi dann überraschend verstirbt, wollen Lorenz und seine drei Tanten ihm seinen letzten Wunsch - eine Beerdigung in Montenegro - erfüllen. Doch die Überführung ist teuer und so planen die vier einen Roadtrip mit einem eisgekühlten Willi von Wien nach Montenegro. Der Schreibstil der Autorin ist einfach nur genial. Auf sehr humorvolle Art und Weise beschreibt sie die skurrilen Ereignisse spannend und unterhaltsam zugleich. Die Charaktere sind jeder für sich ein wenig gewöhnungsbedürftig, abgedreht, gleichzeitig authentisch, aber irgendwie auch liebenswert. Durch Rückblicke erfährt man nach und nach viele Ereignisse und Einzelheiten aus dem Leben der einzelnen Familienmitglieder der Familie Prischinger. Das Familienmotto - "Niemand wird zurückgelassen" - zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Man spürt den Zusammenhalt zwischen den Schwestern und ich finde es ganz süß, wie alle für Lorenzo da sind, der im Verlauf der Handlung eine positive Verwandlung durch macht. Es steckte so unglaublich viel in diesem Buch - Liebe, Freundschaft, Tod, Zusammenhalt, Vergeben¿ ach ich weiß gar nicht was noch alles und das erzählt Vea Kaiser so humorvoll und fesselnd, dass es einfach Spaß gemacht hat dieses warmherzige, skurrile und amüsante Buch zu lesen.
Warmherzig und humorvoll
von Ela58 - 30.03.2019
Lorenz, ein junger Mann Mitte 30, ist an einem Tiefpunkt in seinem Leben angekommen. Er bekommt keine Jobangebote als Schauspieler, hat jede Menge Schulden und zu allem Überdruß verläßt ihn seine Freundin Stephi. Um sich finanziell über Wasser zu halten, muß er seine schicke Wohnung untervermieten und findet Unterkunft bei seiner Tante Hedi und deren Mann Willi. Aber nicht nur Lorenz geht bei Hedi und Willi ein und aus, sondern auch Hedis beide Schwestern Mirl und Wetti. Ein tägliches Ritual der Familie ist zum Beispiel das gemeinsame Kochen und Essen. Als Onkel Willi plötzlich verstirbt, beschließt die restliche Familie, seinem Wunsch folgend, ihn in seinem Geburtsland Montenegro zu bestatten. Da die finanziellen Mittel für eine Überführung fehlen, überreden die drei alten Damen Lorenz, sie mitsamt Willis tiefgefrorenen Leiche in einem Panda nach Montenegro zu kutschieren und auf dem Weg dorthin, gibt es manche brenzlige Situation zu meistern... Ich finde, Vea Kaiser ist mit Rückwärtswalzer ein wundervoller, warmherziger und zugleich humorvoller Roman über eine Familie gelungen. Drei Schwestern, deren Charakter unterschiedlicher nicht sein könnte, halten nach verschiedenen Schicksalschlägen fest zusammen und lassen auch ihren Neffen Lorenz nicht hängen. Aber ganz besonderst mag ich die Figur Willi. Er scheint mir der ruhende Pol der Familie, hat immer ein offenes Ohr für die Belange der Familie, schlichtet bei Streitigkeiten und sorgt für Harmonie. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, Rückwärtswalzer zu lesen!
Das Versprechen
von Langeweile - 28.03.2019
Klappentext: Als Onkel Willi stirbt, stehen der Drittel- Life-Crisis- geplagte Lorenz und seine drei Tanten vor einer besonderen Herausforderung. Willi wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro begraben werden. Doch da für eine regelkonforme Überführung der Leiche das Geld fehlt, begibt man sich kurzerhand auf eine illegale Fahrt im Panda von Wien Liesing bis zum Balkan. Auf der 1029 km langen Reise finden die abenteuerlichen Geschichten der Familie Prischinger auf kunstvolle Weise zueinander. Mirl, die älteste der Schwestern, muss nach dem Krieg schon früh Verantwortung übernehmen und will nur weg aus dem elterlichen Gasthof, weg vom Land. Doch weder die Stadt noch ihre Ehe entwickelt sich so, wie sie es sich erträumt. Wetti interessiert sich bereits als Kind mehr für Tiere als für Menschen. Als Putzfrau im Naturhistorischen Museum kennt sie die Präparate der Sammlungen bald besser als jeder Kurator und als allein erziehende Mutter einer dunkelhäutigen Tochter schockiert sie die Wiener Gesellschaft. Und Hedi, die Jüngste im Bunde, lernt Willi zu einem Zeitpunkt in ihrem Leben kennen, als sie mit selbigem fast abgeschlossen hat. Denn die drei Schwestern haben in jungen Jahren einen Verlust erlitten. Und sie alle geben sich die Schuld daran. Meine Meinung: Ich kannte bisher noch kein Buch dieser Autorin und bin von ihrem besonderen Schreibstil total begeistert. Sie nahm mich mit in diese leicht skurille Familie und ließ mich an ihrem Alltag teilnehmen. Ich hatte das Gefühl beim Lesen mit in Hedis Küche zu sitzen und an den Essensorgien teilzuhaben. Auf der langen Reise zum Geburtsort von Onkel Willi wird Stück für Stück die Vergangenheit aufgearbeitet. Geschickt spielt die Autorin mit den Gefühlen der Leser. Diese wechseln ständig zwischen starker Betroffenheit, schmunzeln und lautem Lachen. Außerdem wurden ständig wichtige Lebensweisheiten in die Geschichte eingefügt. Es wird eindrucksvoll geschildert, wie wichtig der Zusammenhalt der Familie und das Einhalten von gegebenen Versprechen ist. Am Ende der Reise gibt es für alle Familienmitglieder wieder eine neue Lebensperspektive. Danke Onkel Willi. Fazit: Ich habe das Buch in relativ kurzer Zeit mit großer Begeisterung gelesen und spreche eine Leseempfehlung hierfür aus.
Eine Familienreise der etwas anderen Art
von Xirxe - 26.03.2019
Die Prischingerfamilie ist ein liebenswerter, lebhaft-chaotischer Haufen, in deren Mittelpunkt die drei ungleichen Schwestern Mirl, Wetti und Hedi stehen. Als völlig unvermittelt der Lebensgefährte Hedis stirbt, gibt es ein Problem: Willi wollte unbedingt in seinem Heimatland Montenegro beerdigt werden, doch die Überführung von Wien ist schlicht zu teuer. So verdonnern sie ihren Neffen Lorenz, der sich gerade in einer Drittel-Life-Krise befindet, sie alle incl. des tiefgefrorenen Willis nach Montenegro zu fahren. Diese etwas skurrile Reise macht nur die eine Hälfte des Buches aus, wobei der andere Teil aber mindestens ebenso unterhaltsam und amüsant ist. Er beginnt Anfang der Fünfziger Jahre und erzählt in einzelnen Episoden den Lebensweg Willis sowie den der drei Schwestern, die jeweils einen ihnen nahestehenden Menschen verloren haben, über die man jedoch beharrlich schweigt. Dies ist ebenfalls eine Reise, wenn auch nicht im räumlichen Sinn, sondern eine durch die jüngere Vergangenheit unserer bzw. der österreichischen Geschichte. Immer wieder bricht der Weltenlauf in die Familien der Schwestern ein und jede schaut, wie sie auf ihre Weise damit zurecht kommt. Aber klar ist: Niemand wird zurückgelassen - die Schwestern bleiben und halten zusammen. Es ist eine humorvolle und herzerwärmende Lektüre mit einem Hauch Melancholie, die ich nur schwer aus der Hand legen konnte. Die einzelnen Personen sind trotz ihrer Macken (oder vielleicht gerade deshalb ;-)) überaus liebenswert sympathisch und selbst mit dem anfangs so selbstmitleidigen Lorenz empfand ich irgendwann Mitgefühl. Denn mit drei solchen Tanten ist es nicht ganz so einfach. Ein rundum schönes und auf jeden Fall empfehlenswertes Buch!
Wenn die Geister der Toten den Lebenden helfen
von Klaraelisa - 24.03.2019
"Rückwärtswalzer" von Vea Kaiser erzählt die Geschichte der Familie Prischinger über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren. In der Erzählgegenwart geht es um die illegale Überführung von Onkel Willis Leiche von Wien nach Montenegro. Der plötzlich verstorbene Willi war der Lebenspartner von Hedi, aber auch ihre Schwestern Wetti und Mirl sowie der Neffe Lorenz, Sohn des einzigen überlebenden Bruders Sepp, haben Willi geliebt und wollen seinen Wunsch nach einem Begräbnis in Montenegro erfüllen, wo er seine Kindheit verbracht hat und seine Angehörigen begraben sind. Lorenz ist ein Schauspieler ohne Engagement und mit einem Berg Schulden, der immer wieder die Hilfe seiner Familie in Anspruch nehmen muss. Aber auch im Leben der drei Schwestern läuft es nicht rund. Mirl zum Beispiel ist von ihrem Mann Gottfried geschieden. Die Beschreibung dieser Ehe mit dem immer fetter werdenden und nach gärendem Sauerkraut stinkenden Mann, der immer neue knackige "Popscherl" für seine immensen sexuellen Bedürfnisse benötigt, gehört neben dem Transport der Leiche mit allen skurrilen Komplikationen zu den komischen Höhepunkten des Romans. Im Wechsel mit dem Roadtrip wird die Geschichte der Geschwister und Willis Vorgeschichte erzählt, beginnend in der harten Nachkriegszeit im von Russen besetzten Österreich, chronologisch und mit wechselnder Erzählperspektive. Dabei erfahren teilweise auch die Protagonisten erst spät von Familiengeheimnissen. Alle Beteiligten haben immer nach der Devise gehandelt, dass man nicht jedem alles erzählt. Der Roman ist eine wunderschöne Familiengeschichte, die auch am Beispiel der so unterschiedlichen Schwestern zeigt, dass einzig familiärer Zusammenhalt zählt und man im Zweifelsfall für einander einstehen muss. Dazu gehört auch, dass man aus Liebe die Wünsche der Verstorbenen respektiert, selbst wenn man dabei gegen das Gesetz verstößt. Im Roman werden nicht nur immer wieder antike Mythen und Riten zitiert, hier glauben auch die Überlebenden an den einenden und hilfreichen Einfluss der Totengeister, der ihnen einen Neuanfang und ein erfolgreiches Weiterleben ermöglicht. Eine sehr schön erzählte empfehlenswerte Geschichte.
Die Familie kommt an erster Stelle
von Philo - 24.03.2019
Dies ist die außergewöhnliche Geschichte der drei Schwestern Mirl, Wetti und Hedi sowie ihrem Neffen Lorenz und Onkel Willi, dem Ehemann von Hedi. Alle fünf Protagonisten habe ich ins Herz geschlossen, mit ihnen gelacht und auch gelitten. Hier und im Jetzt leben alle eng zusammen in Wien und können sich nicht vorstellen, an ihrer Familienkonstellation etwas zu ändern. Nur Willi wird es manchmal zu eng. Die Übermacht der drei Schwestern ist zu groß. Und jetzt ist auch noch Lorenz bei den Tanten untergeschlüpft, nachdem er als Schauspieler kein Engagement in Aussicht hat und pleite ist, so daß er seine Wohnung nicht mehr bezahlen kann. Zu allem Unglück hat ihn auch noch seine Freundin Stephi verlassen und ist von Wien nach Heidelberg gezogen. Die drei Schwestern und Willi hatten in ihrer Jugend ein traumatisches Erlebnis, an dessen vemeintlicher Schuld sie alle ein Leben lang litten, auch deswegen, weil nicht darüber geredet wurde. Als Willi plötzlich stirbt, sind alle gefordert, seinen letzten Willen zu erfüllen. Willi möchte in seiner Heimat in Montenegro im Familiengrab bestattet werden. Da das Geld für eine offizielle Überführung fehlt, wird der Onkel kurzerhand in sein Auto gesetzt und unter Begleitung der ganzen Familie - Lorenz fungiert als Fahrer - geht die Fahrt in Richtung Montenegro. Die Fahrt ist abenteuerlich und aufregend, manchmal auch heiter, dann wieder angsteinflößend, weil man an den Grenzen mit dem toten Willi im Auto um die Weiterfahrt bangen muß. Via Kaiser hat eine ganz wunderbare Familiengeschichte geschrieben und dabei ihr besonderes Augenmerk auf die Charakterisierung ihrer Protagonisten gelegt. In Rückblicken erzählt sie in ihrem unverwechselbaren Schreibstil von deren Leben bis hin zu ihrer Jugendzeit. Und was sie ihren Lesern erzählt, und vor allem, wie sie es erzählt, ist so interessant und spannend, daß man das Buch gar nicht aus der Hand legen möchte. Es regt sehr zum Nachdenken an. Nicht nur die Protagonisten wissen jetzt, wie wichtig die Familie ist. 5 Sterne für ein besonderes Buch, für das ich gerne eine Leseempfehlung ausspreche.
Lesevergnügen
von Ann Bee - 23.03.2019
Lorenz, Schauspieler in seinen 20ern, ist pleite. Selbst verschuldet und in der Annahme, dass ihm schon irgendwer aus der Patsche helfen wird, sei es seine Familie oder hart arbeitende Freundin. Alles andere wäre halt auch ziemlich unbequem für ihn...aber es kommt anders: Seine Freundin verlässt ihn, seine Tanten haben auch kein Geld, dann stirbt auch noch Onkel Willi. Weil der unbedingt in seiner Heimat Montenegro begraben werden wollte, machen Lorenz und seine Tanten Hedi, Wetti und Mirl sich mit dem tiefgefrorenen Willi im Auto von Wien aus auf den Weg. Das ist alles sehr amüsant und gut geschrieben, macht wirklich Spaß zu lesen. Die Kapitel alternieren zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit der drei Tanten. Diese sind wirklich zauberhaft, ganz eigene Charaktere, die vor allem zusammen großartig funktionieren. Insgesamt hat das Buch so viel Herz wie Humor. Gestört hat mich etwas, dass ich das Gefühl nicht loswurde, den Film schon zu kennen - sowohl was die Handlung als auch die Art des Erzählens angeht. Außerdem fand ich Lorenz wirklich schwer zu ertragen. Am Ende des Buches scheint er dann noch die Kurve zu kriegen und tatsächlich so etwas wie Stolz in sich zu entdecken. Das wiederum kam für mich aber viel zu plötzlich und wurde sehr schnell abgehandelt, so als ob halt noch schnell ein gutes Ende her muss. Kurz: Ein Buch über die drei Tanten mit Lorenz als Randfigur hätte wahrscheinlich 5 Sterne von mir bekommen - so stand leider der uninteressanteste Charakter sehr im Mittelpunkt. Insgesamt aber dennoch ein großes Lesevergnügen!
SChatten der Vergangenheit
von bellis-perennis - 17.03.2019
"Rückwärtswalzer" ist nach Blasmusikpop und Makarionissi der dritte Roman von Vea Kaiser. Mittelpunkt dieser montenegrinisch-österreichischen Familiengeschichte ist einer seits der erfolglose Schauspieler Lorenz und andererseits sein plötzlich verstorbener Onkel Willi. Gemäß Willis letzten Willen soll er in Montenegro, seiner alten Heimat, begraben werden. Doch was tun, wenn das Geld für eine ordnungsgemäße Überführung und eine würdevolle Bestattung nicht reicht? Würde kostet fast achttausend Euro, Lorenz. Wenn du irgendwann gelernt hättest, wie viel ein Euro wert ist, dann würdest du nicht so groß reden. Nun sind Kreativität und starke Nerven gefragt. Ersteres ist bei Lorenz und seinen Tanten vorhanden, zweitere flattern mehrfach, als man Willis Leiche tiefgekühlt und illegal mit einem Fiat Panda gegen Südosten bringt. Im Grunde argumentierten seine Tanten und Herr Ferdinand wie Antigone: Was ist schon das Gesetz, wenn es darum geht, einem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen. Meine Meinung: Der Roman spielt in mehreren Zeitebenen. Zum einen ist die Familie Prischinger in der Gegenwart vereint. Auf der anderen Seite enthüllen sich auf der über 1.000 km langen Fahrt nach Montenegro die Schicksale, Wünsche und (Alb)Träume der einzelnen Familienmitglieder in der entsprechenden Epoche. So erfahren wir, dass Willi eigentlich gar nicht so heißt. Oder, warum die drei Schwestern Mirl, Wetti und Hedi die Leben führen, die sie eben führen. Einige Passagen und Charaktere sind liebevoll überzeichnet. Mit Lorenz selbst konnte ich nicht so richtig warm werden. Im Gegensatz zu seinen Tanten hätte er alle Möglichkeiten eines geordneten Lebenswandels, die er leichtfertig verspielt. Die drei Tanten sind patent und in gewisser Weise schlitzohrig. Dennoch hat jede ein Schicksalspäckchen zu tragen, die eben auf der Autofahrt aufgedeckt wird. Der Schreibstil ist locker, witzig und geistreich. Es gibt immer wieder Austriazismen und Hinweise, die für Nicht-Wiener ungewöhnlich sind. Das Hin- und Herspringen durch Zeit und Raum ist aber mittels Kapitelüberschriften inklusiver Jahreszahlen leicht möglich. Immer wieder blitzt die humanistische Bildung der Autorin durch, wenn lateinische oder altgriechische Dichter erwähnt werden. Die Verwandtschaftsverhältnisse der Familie Prischinger sind komplex. Da wäre ein Stammbaum manchmal hilfreich. Fazit: Ein gut erzählte Geschichte um den Zusammenhalt in einer Familie. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
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