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Tod auf der Warteliste

Roman. 6. Auflage.
Buch (gebunden)
Ein neuer Fall für Kommissar Proteo Laurenti: Seit beim Gipfeltreffen des deutschen Bundeskanzlers mit Berlusconi ein nackter Mann von der Limousine des Staatsgasts überfahren wurde, spielt Triest verrückt. Jeder verdächtigt jeden, sogar Laurenti ger … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Tod auf der Warteliste
Autor/en: Veit Heinichen

ISBN: 3552052771
EAN: 9783552052772
Roman.
6. Auflage.
Zsolnay-Verlag

4. August 2003 - gebunden - 336 Seiten

Beschreibung

Ein neuer Fall für Proteo Laurenti, den Kommissar aus Triest: Seit beim Gipfeltreffen des deutschen Bundeskanzlers mit Berlusconi ein nackter Mann von der Limousine des Staatsgastes überfahren wurde, spielt Triest verrückt. Jeder verdächtigt jeden, sogar Laurenti gerät ins Fadenkreuz. Als dann noch der Arzt einer exklusiven Beauty-Klinik vor den Toren Triests auf brutale Weise ermordet wird, beginnt das Klima zu kippen. Laurenti muss ein übles Geflecht aus Protektion, Korruption, Denunziation, Mord und Totschlag auseinander nehmen, um zum Kern der Gewalt vorzudringen. Alle Fäden laufen in der Klinik am Karst zusammen und am Ende stellt sich heraus, dass hinter den hohen Mauern nicht nur Fett abgesaugt wird.

Portrait

Veit Heinichen wurde 1957 zwischen Bodensee und Schwarzwald geboren. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft und einem kurzen Abstecher in die Automobilindustrie arbeitete er als Buchhändler und anschließend für namhafte Verlage in der Schweiz und in Deutschland. 1994 war er Mitbegründer des Berlin Verlags und dessen Geschäftsführer bis 1999.Nach Triest, die Stadt, die seine zukünftige Heimat werden sollte, kam Heinichen erstmals 1980. Und hier erweckte er auch Commissario Proteo Laurenti zum Leben, der nun in bislang sieben Romanen (Gib jedem seinen eigenen Tod, 2001; Die Toten vom Karst, 2002; Tod auf der Warteliste, 2003; Der Tod wirft lange Schatten, 2005; Totentanz, 2007; Die Ruhe des Stärkeren, 2009; Keine Frage des Geschmacks, 2011, Im eigenen Schatten, 2013, alle im Paul Zsolnay Verlag) den Verbrechern in der Stadt am Karst auf der Spur ist. Seine Krimis werden in das Italienische, Niederländische, Spanische, Französische, Slowenische, Griechische, Tschechische,Polnische und Norwegische übersetzt. Die Toten vom Karst und Tod auf der Warteliste wurden bei der Vergabe des Premio Franceo Fedeli in Bologna 2003 und 2004 zu den drei besten italienischen Kriminalromanen des Jahres gewählt. Im September 2005 erhielt Veit Heinichen zudem den Radio-Bremen-Krimipreis für seine "feinfühlige, unterhaltsame und genaue Erforschung der historisch-politischen Verflechtungen, die Triest als Schauplatz mitteleuropäischer Kultur kennzeichnen" (Begründung der Jury).2010 wurde Die Ruhe des Stärken bei der Vergabe des Premio Azzercagarbugli als bester fremdsprachiger Roman ausgezeichnet, 2011 erhielt Veit Heinichen den 13. Internationalen Literaturpreis Città die Trieste, 2012 wurde er für sein schriftstellerisches Schaffen mit dem Gran Premio Noè ausgezeichnet.Neben seinem literarischen Schaffen ist er Autor kulturhistorischer Beiträge und, zusammen mit der Triestiner Starköchin Ami Scabar, Verfasser des kulturgeschichtlich-kulinarischen Reisebuchs Triest - Stadt der Winde (2005, Sanssouci im Carl Hanser Verlag). Der 90minütige Dokumentarfilm Le lunghe ombre della morte, den Veit Heinichen zusammen mit Regisseur Giampaolo Penco drehte, dokumentiert den Hintergrund seines vierten Kriminalromans Der Tod wirft lange Schatten und wurde im Dezember 2005 vom italienischen Staatsfernsehen RAI ausgestrahlt. Fünf seiner Kriminalromane wurden mit Henry Hübchen als Commissario Laurenti und Barbara Rudnik als dessen Frau Laura für die ARD verfilmt. Im Juli 2008 präsentierte Veit Heinichen in einer Folge der 3sat-Reihe Inter-City spezial "sein" Triest."Der Kriminalroman ist ein ideales Mittel, um die moderne Gesellschaft abzubilden", so Veit Heinichen. "Die Neurosen einer Epoche und eines Raumes kommen im Roman am stärksten zum Ausdruck. Triest, die Hafen- und Grenzstadt am nördlichen Golf der Adria, ist Schnittstelle zwischen romanischer, slawischer und germanischer Kultur, hier begegnen sich die mediterrane Welt und die des Nordens, Osteuropa und der Balkan treffen auf Westeuropa, sowie die ,geistigen Formationen' Meer und Berg. Eine Stadt voller Kontraste, Gegensätze, Widersprüche und der Brücken zwischen diesen. Triest ist, wie Le Monde schrieb, der Prototyp der europäischen Stadt - und eine Fundgrube für denjenigen, der begreifen will, wie dieses Europa funktioniert."

Leseprobe

Proteo Laurenti sah auf die Uhr und stand auf. Der Fluch der nahen Wege. Seit er sein Büro in der Questura bezogen hatte, waren es immer nur ein paar Meter zur nächsten Sitzung, und er kam fast immer zu spät.
Einen Meter hinter dem Polizeipräsidenten betrat er den Sitzungssaal, in welchem die Vertreter aller in der Stadt versammelten Ordnungskräfte um den Tisch saßen. Carabinieri-Offiziere, die Herren von der Guardia di Finanza, die beiden Chefs der Polizei-Sondereinheiten, der Kommandant der Stadtpolizei sowie Ettore Orlando und sein Stellvertreter von der Küstenwache und schließlich Laurenti und sein Chef.
»Dies ist die letzte Sitzung in dieser Sache, meine Herren«, sagte der Questore. Auf dem Tisch vor ihm stand ein verschlossener, grauer Karton. »Ab heute abend wird's ernst. Wir können Gott danken, daß es nur ein kleiner Gipfel sein wird, nachdem die deutschen Minister alle abgesagt haben - auch wenn das für unsere Regierung und die Stadt natürlich schade ist. Aber wenigstens wir haben es dafür ein bißchen leichter.«
Bis vor kurzem sprachen die Medien noch vom großen italienisch-deutschen Gipfeltreffen, einer mehrtägigen Konferenz über die Zusammenarbeit der beiden Länder, das für
die ersten Märztage angesetzt war. Mißklang kam auf, als
der Chef der Lega Nord wieder einmal einem seiner verbalen Ausfälle erlag, »Europa fascista« schrie und die EU als »Sowjetunion des Westens« bezeichnete. Daraufhin fiel vier deutschen Ministern zufälligerweise eine Woche vor dem Gipfeltreffen ein, daß in ihren Terminkalendern keine Luft war
für das seit langem vereinbarte Treffen mit den italienischen Kollegen. In den beiden Hauptstädten deutete man dies als stummen Protest der Deutschen gegen die aktuelle römische Regierung, doch versuchten die beiden Regieru
ngschefs, die Sache so gut wie möglich zu übertünchen. Sie würden sich also alleine treffen, für ein paar Stunden und nur in Begleitung von je einem Staatssekretär.
»Die Absperrung verläuft wie die letzten Male auch«,
fuhr der Questore fort. »Die Wahrscheinlichkeit, daß Triest morgen zum Ziel eines terroristischen Anschlags wird, ist zwar gesunken, aber nicht aus der Welt. Die Türkei ist unser Nachbarland geworden, vergessen Sie das nicht! Wenn via Istanbul tonnenweise Heroin aus Afghanistan über den Seeweg zu uns findet, dann ist dies auch für Terroristen möglich. Berlusconi hat sich nicht als Freund der Islamisten gezeigt, als er nach dem 11. September sagte, daß er die westliche Kultur der arabischen für überlegen hält. Sie erinnern sich. Einhundertdreißigtausend LKWs nutzen jährlich das Türkei-Terminal. Tendenz rapide steigend, vor zehn Jahren waren es nur dreizehntausend. Wir sind der Brückenkopf Europas zum Nahen Osten und Kleinasien. Die Fahrzeugkontrollen werden erheblich verschärft und LKWs schon vorne am Campo Marzio umgeleitet. Dennoch, man weiß nie. Stellen Sie sich vor, jemand versucht, die Sperre mit einem Sattelschlepper voller Sprengstoff zu durchbrechen. Also seien Sie wachsam!«
Laurenti hielt diese Befürchtungen für schwer übertrieben. Seiner Ansicht nach gab es keinen Grund, daß Terroristen derzeit die Regierungschefs Deutschlands und Italiens im Visier hatten, und erst recht nicht in Triest, wo man seiner Meinung nach gerne mit Superlativen lebte und sich wichtiger machte, als man war.
»Außerdem«, fuhr der Chef fort, »ist immer noch zu befürchten, daß sich die Internationale der Neonazis trotz meines Verbots zu versammeln und eine Demonstration abzuhalten versucht. Das darf auf keinen Fall passieren, und ich bitte Sie, wenn es sein mu&
szlig;, sofort durchzugreifen. Ansonsten das übliche: Ab zwanzig Uhr gilt die Absperrung. Die noch in der roten Zone verbliebenen Autos werden von der Stadtpolizei abgeschleppt und am Molo IV im alten Hafen abgestellt. Wegen möglicher Bomben werden die Müllcontainer schon heute nachmittag weggeschafft und die Papierkörbe in der Zone abgeschraubt. Ab morgen sechs Uhr gilt die Vollsperrung auch für Fußgänger. Die üblichen Kontrollen aller Zufahrten, Scharfschützen auf den Dächern, Panzerwagen an den Kreuzungen, zwei Helikopter kreisen ständig über dem Zentrum, fünfzehn Einheiten sperren das Meer ab, zwei Fregatten der Marine kreuzen weiter draußen, um einlaufende Frachtschiffe zu blockieren. Der Deutsche wird sich sofort nach der Ankunft ins Goldene Buch der Stadt eintragen, danach, um elf Uhr fünfundvierzig, empfängt Berlusconi seinen Kollegen auf der Piazza Unità. Gegen vierzehn Uhr dreißig die abschließende Pressekonferenz in den Räumen der Handelskammer an der Piazza della Borsa. Kurz darauf fährt der Kanzler zurück zum Flughafen, während unser Regierungschef noch eine Nacht bleibt, wegen des Abendessens mit den Industriellen. Ab Samstag morgen zehn Uhr geht alles wieder seinen normalen Gang. Noch Fragen?«
Er grinste in die Runde, wußte genau, daß nichts kommen würde. Jetzt nicht mehr. Sie waren längst vorbereitet und hatten alles bis ins kleinste durchgeplant. Die Zusammenarbeit zwischen den sonst häufig konkurrierenden Sicherheitskräften lief bei offiziellen Anlässen stets reibungslos. Niemand hatte das geringste Interesse, daß bei einer solchen Angelegenheit auch nur der Anschein eines falschen Lichtes auf ihn fiel. Das würde die sichere Versetzung ans Ende der Welt bedeuten, ins Aostatal, nach Südtirol oder in eine abgelegene kalabrische Landgemeinde.
»Heute steht der
Appell der Kaufmannsvereinigung in der Zeitung, die Absperrung auf der Piazza della Borsa ein Stück Richtung Palazzo Modello zu verschieben, damit alle Läden dort öffnen können«, sagte der Kommandant der Vigili urbani, der Stadtpolizei, die für die kleineren Wehwehchen Triests zuständig war.
»Nichts zu machen!« Der Questore hob die Hände und ließ sie wieder fallen. »Die Absperrung verläuft so, wie wir
sie zusammen mit den Spezialisten vom Innenministerium festgelegt haben.« Er räusperte sich, dann griff er nach dem Karton vor sich und klappte ihn auf. »Ich wollte Ihnen noch eine Sache zeigen, Signori, die ich heute mit der Hauspost bekommen habe. Schauen Sie sich diese Schachtel an. Kein Absender. Und das ist auch besser so. Denn der Inhalt ist nicht besonders erfreulich und löste nicht nur bei meiner Sekretärin Brechreiz aus.«
Er mußte aufstehen, um den großen Glasbehälter aus der Schachtel zu ziehen. In einer gelblichen Flüssigkeit schwamm ein Gegenstand, den Laurenti erst nach einigen Augenblicken identifizieren konnte. Auch bei den Kollegen entstand erst spät hektisches Gemurmel.
»Das wollte ich Ihnen nicht vorenthalten. Die Flüssigkeit ist Formalin, und was darin schwimmt, Signori, trägt hoffentlich jeder noch von Ihnen zwischen den Beinen. Allerdings ist dieses Geschlechtsteil von starken Wucherungen befallen. Es kann nur aus einer uralten anatomischen Sammlung stammen, in der solche Besonderheiten einst zu Studienzwecken aufbewahrt wurden. Zu meiner Erleichterung darf ich hinzufügen, daß auch der Präfekt eine ähnliche Sendung erhalten hat. Bei ihm handelt es sich allerdings um ein verwachs

Pressestimmen

"Heinichens Krimis überzeugen, mit ihrer Härte, ihrem bitteren Realismus, aber auch mit ihrem zynischen Witz." Claudia Toll, NDR kultur, 21.08.03 "In der Reihe der seit Jahren so überaus erfolgreich ermittelnden Regional-Kommissare ist Proteo Laurenti aus Triest einer der kauzig-köstlichsten. ... Heinichen beherrscht sein Krimi-Handwerk mit erfreulicher Professionalität." Der Spiegel, 06.10.03 "Der Autor hat nicht nur Sinn für spannende Plots und das Lokalkolorit des Schmelztiegels Triest; seine Hauptfigur Laurenti ist auch ein sturer, sympathischer Dickschädel, der sich weder von selbstgefälligen Würdenträgern noch von beamteten Wichtigtuern in seine Ermittlungen hineinreden lässt. ... Man kann nur hoffen, dass Veit Heinichen nun möglichst bald den nächsten Laurenti-Roman vorlegt." Peter Münder, Spiegel Special, 01.10.03 "Ein bravouröser Triest-Krimi." Dirk Schümer, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.03
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