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Gesammelte Werke 21. Eigensinnige Ansichten

'Gesammelte Werke'. 2. Auflage. Lesebändchen.
Buch (gebunden)
Gut sechzig Texte Vladimir Nabokovs aus der gesamten Zeit eines russisch-amerikanischen Schriftstellerlebens in fünf Ländern, entstanden zwischen 1921 und 1977, hat Dieter E. Zimmer versammelt: Interviews, Feuilletons, Vorträge, Rezensionen, Nachrufe … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Gesammelte Werke 21. Eigensinnige Ansichten
Autor/en: Vladimir Nabokov

ISBN: 3498046624
EAN: 9783498046620
'Gesammelte Werke'.
2. Auflage.
Lesebändchen.
Herausgegeben von Dieter E. Zimmer
Übersetzt von Katrin Finkemeier, Gabriele Forberg-Schneider, Christel Gersch
Rowohlt Verlag GmbH

1. Juli 2003 - gebunden - 656 Seiten

Beschreibung

Gut sechzig Texte Vladimir Nabokovs aus der gesamten Zeit eines russisch-amerikanischen Schriftstellerlebens in fünf Ländern, entstanden zwischen 1921 und 1977, hat Dieter E. Zimmer versammelt: Interviews, Feuilletons, Vorträge, Rezensionen, Nachrufe, Umfrageantworten, Leserbriefe. Sie stammen aus vierzig verschiedenen Quellen, die meisten entlegen und einige nahezu verschollen. Mehrere sind Erstdrucke aus dem Nachlaß.
So verschieden die Anlässe dieser Texte, ihr Umfeld, ihr Ton, durchzieht sie dennoch ein roter Faden. Es ist Nabokovs emphatische und unbedingte Liebe zur konkreten Einzelheit und seine Abneigung gegen Verallgemeinerungen, Allgemeinbegriffe, Klischees. "Eigensinnige Anisichten" ergänz Nabokovs eigene Sammlung "Deutliche Worte" (1973) und weitet gleichzeitig deren zeitlichen, räumlichen und thematischen Rahmen.

Portrait

Vladimir Nabokov wird am 22. April 1899 in St. Petersburg geboren. Nach der Oktoberrevolution flieht die Familie 1919 nach Westeuropa. 1919-1922 in Cambridge Studium der russischen und französischen Literatur. 1922-1937 in Berlin, erste Veröffentlichungen, meist unter dem Pseudonym W. Sirin. 1937-1940 nach der Flucht aus Nazideutschland in Südfrankreich und in Paris, seit 1940 in den USA. 1961-1977 wohnt Nabokov im Palace Hotel in Montreux. Er stirbt am 2. Juli 1977.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 11.07.2004

Das drückt keinen Rücken

Zwei Kilo und 780 Gramm: Das ist doch nichts, da läuft der Rucksackträger beschwingt zum nächsten Strand, setzt sich in den Liegestuhl, packt den Discman aus, läßt sich von Murray Perahia Bach vorspielen, schwitzt unter der sizilianischen Sonne des "Leoparden" und trinkt Bier mit Nabokov.

Die Katze, die dem Buch seinen Titel gibt, heißt Pardelkatze auf deutsch, gattopardo auf italienisch; die zoologische Bezeichnung heißt Leopardus pardalis, und vermutlich ist es eben doch die schlechteste Lösung, wenn die neue Übersetzung dieses Romans (dessen alte Übersetzung nicht übel war) jetzt Der Gattopardo heißt (Piper, 22,90 Euro), obwohl wir das Buch und die Verfilmung doch unter dem Titel "Der Leopard" seit langem kennen, was bei einem zoologischen Fachbuch vielleicht fahrlässig wäre - aber hier haben wir doch einen Roman, eine Hitzewallung von einem Roman, geschrieben von Giuseppe Tomasi, dem Fürsten von Lampedusa, der beim Schreiben nicht ganz so alt und müde wie sein Held war, aber der Jüngste war er auch nicht mehr, und so klingt auch seine Prosa, womit sie sich auf der Höhe ihres Gegenstandes bewegt, des alten Siziliens, in welches mit Garibaldi und mit Verspätung die Moderne einbricht, und die Antwort, welche die Sizilianer auf diese Herausforderung finden, ist der berühmte Satz, wonach, wenn alles gleichbleiben solle, alles sich ändern müsse. Das Buch erzählt, wie Mythos und Geschichte mit der Gegenwart zusammenkrachen, es ist, unter dem alten Titel, selbst Mythos und Geschichte (was in Sizilien kein Gegensatzpaar ist) geworden, und wer Luchino Viscontis geniale Verfilmung gesehen hat, wird auch beim Lesen den Fürsten Salina mit Burt Lancaster besetzen, seinen Neffen Tancredi mit dem jungen Delon, und natürlich sieht man Claudia Cardinale vor sich, wenn man von Angelica Sedara liest. Die Hitze ist hier nicht bloß eine physische, sondern eine metaphysische Gewalt. Man sollte dieses Buch im Süden lesen. Oder mittags, in der Sonne.

cls.

Wer in diesem Sommer in seinen Reiserucksack nicht den Philosophie-Atlas von Elmar Holenstein (Ammann-Verlag, 43,90 Euro) hineinpackt, der macht einen schweren Fehler. Gut, so zur direkten Wegesorientierung taugt er wenig. Aber zur Geistesorientierung ist er unabdingbar. Jede Seite ist ein philosophisches Reiseerlebnis. Auf bunten Karten deutet eine Vielzahl von bunten Pfeilen und Diagrammen die Richtungen an, die das Denken einst genommen hat. Von den Anfängen menschlicher Kognition, von Sprache, Technik und Kunst in Afrika und Australien handeln die ersten Seiten. Von den Anfängen der Domestikation von Pflanzen und Tieren im Jahr 7000 vor Christus die nächsten. Wo liegen die Ursprünge der ersten alphabetischen Schriften, wie reisten diese um die Welt? Wie und wann vermischten sie sich mit anderen Sprachen anderer Herkunft? Welche philosophischen Schulen gab es um 1500 in Afrika? Und wie würde die Welt aussehen, wenn sie Hegels Geschichts- und Denkentwicklungsmodell gefolgt wäre?

Wann wurde die Schule der Weisheit in Darmstadt gegründet, und wohin machte sich Buddha auf, nachdem er zuletzt auf Adam's Peak in Sri Lanka gesehen wurde? Und wie könnte ein Weltdenkmodell der Zukunft aussehen? All diese Reisen des Kopfes kann man mit diesem herrlich bunten Weltphilosophiebuch unternehmen. Paßt in jeden etwas größeren Rucksack. Und eines Tages reist man all diesen Gedanken vielleicht einmal hinterher. Und erfährt: Die Welt ist rund, weil das Denken in der Geschichte schon so oft die Richtung gewechselt hat.

vw.

Was für eine aufdringliche Platte. "Ein Lied ohne Botschaft / Ist wie ein Land ohne Botschaft / Eine Stadt ohne Plan", singt Jens Friebe. Und meint es. Jedes Lied eine Botschaft, jeder Text eine Mission. Der Berliner Friebe singt auf seinem Debüt Vorher Nachher Bilder (ZickZack/Indigo) für das Schöne und Wahre ("Wirf einen Schatten in meine Richtung / Licht und Lichtvernichtung") und gegen den deutschen Film ("Es ist ja nicht so, dass man bei so etwas gerne Recht behält / Doch das deutsche Kino ist nun mal das schlechteste der Welt"). Dazu spielt er wahlweise Elektro- oder Gitarren-Pop.

Die Elektronik liegt ihm mehr, da vermischen sich scheppernder Baß und Glockenspiel-Synthesizer wie im Eröffnungstitel "Gespenster" leicht, unangestrengt und doch intensiv. Die Gitarren-Lieder sind einfacher gestrickt, Hauptsache geradeaus. Aber das macht sowieso auch nichts, denn eigentlich steht nur Friebes Stimme im Vordergrund.

Die ist oboenhaft hoch und nasal. Und drängelt sich ständig zu einem durch, wie jemand, der einem beim Tanzen zu nahe kommt. Wie jemand, der sich viel zu ausladend bewegt, der einen ständig anrempelt und da, wo man mit ihm zusammenstößt, einen dünnen Film Schweiß hinterläßt. Man könnte auch sagen: eine verschwitzte, leicht klebrige Platte. Aber was könnte einem in diesem schweißarmen Sommer Besseres passieren?

pilar.

Das Staunen ist nicht nur der Beginn der Philosophie, es sorgt auch für gute Lektüre, daher ist Wolfgang Ludewigs kretische Reiseerzählung Glücksritter im Labyrinth der Leidenschaften (Conte-Verlag, 12,90 Euro) eine hervorragende, eine unverzichtbare Reisebegleitlektüre. Sie schildert die Kretareise der beiden saarländischen Langzeitstudenten und alkoholfreundlichen Alltagsphilosophen Birdy und Mollie, die im September 1991 für einige Wochen in Hellas urlauben. Es passiert auch weiter nichts, aber, wie in Eckhard Henscheids "Dolce Madonna Bionda", verfolgt man atemlos das Nicht-Geschehen, weil man über jedes Detail staunen muß: über die Platon nachempfundenen Dialoge der beiden Helden, in denen Themen wie "Ist der menschliche Wille frei?" und "Was ist besser: Pop oder Klassik?" verhandelt werden, über den Umfang ihres Bierkonsums und über die unterkapitalisierte, aber kommentarfreudige saarländische Art, die Welt zu erfahren und zu beschreiben.

Die "Glücksritter" sind die unverlangte saarländische Antwort auf Sven Regeners "Herr Lehmann", allerdings ohne Mauerfall, was aber durch Anekdoten aus der Saarbrücker Wohngemeinschaftsszene der achtziger Jahre mehr als wettgemacht wird.

mink.

Italien war sehr weit weg, damals, im frühen 18. Jahrhundert, man kam, über den Brenner und dann immer weiter Richtung Süden, nicht viel schneller voran als einst die Goten und Wandalen, die ja, aus guten Gründen, auch niemals zurückgekehrt sind, man blieb also, wenn man, zum Beispiel, Johann Sebastian Bach hieß und in Weimar wohnte, in den Gegenden, die bequemer zu erreichen waren, und wenn so einer trotzdem eine Sehnsucht nach Italien bekam, dann lag das daran, daß er den Süden zwar nie gesehen, dafür aber intensiver gehört hatte, 1713 soll es gewesen sein, als Bach, damals 28 Jahre alt, zum erstenmal die Musik Vivaldis kennenlernte, und natürlich war er nicht der einzige, der Konzerte im italienischen Stil schrieb; es klang aber bei ihm am heitersten, seine Brandenburgischen Konzerte (die nicht brandenburgisch klingen sollten; sie waren nur dem Markgrafen gewidmet) werden bleiben, wenn die Erinnerung an Brandenburg längst erloschen sein wird, und wenn man heute, an einem Tag, der sich beim Hören zwangsläufig aufheitert, Murray Perahia Plays Bach (Sony) auflegt, das Italienische Konzert in F-Dur vielleicht, oder das Brandenburgische Konzert Nummer fünf, dann meint man, erstens, in der Spielfreude Perahias fast die Freude Bachs an seinen neuen Cembali zu hören. Und man kriegt eine ungeheure Sehnsucht danach, sich, wie vor Jahrhunderten, nach Italien zu sehnen. Zu Hause zu bleiben ist etwas anderes mit dieser Musik.

cls.

Als würde man ein kühles Getränk trinken und einen Roman lesen, der von der Liebe handelt, irgendwo im Schatten eines Baums: Diese Platte ist perfekt für einen Sommertag. Wie ein Wasserfall wirkt die elektronische Musik, die einen an Björk erinnern könnte, dezent arrangiert und in ihrem Minimalismus sehr effektiv. Die Beats treiben dahin, schnell ist man von ihnen gefangen, einem Tagtraum gleich. Darüber schwebt eine Stimme, die zu sich selbst zu sprechen scheint; sie erzählt in aller Einfachheit von großen Gefühlen, immer ein wenig von Melancholie erfüllt, in welche das Glück mit kurzen Refrainzeilen tritt: You make me feel (erschienen bei Plug). Endlich: Ein Sonnenstrahl, der einem die Seele wärmt. Diese Verbindung aus Elektronik der neunziger Jahre und einer männlichen Soulstimme ist ungewöhnlich, sie ist weder Ohrwurm noch Sommerhit, vielmehr ein tiefer Pool, in den man sich kopfüber fallen lassen kann. Und wenn man wieder auftaucht, fragt man sich: Wer ist eigentlich dieser Mike Milosh? Über den jungen Mann aus Toronto und seine erste Platte, die im Juni erschien, wurde noch nicht viel berichtet. Vielleicht ist das wie mit diesem Sommer, der auch manchmal auf sich warten läßt. Aber wenn er erst mal kommt, dann ist es klar wie in einem der schönsten Lieder der Platte, dessen Text man sofort glauben will: "Something good is going to happen". Ein großes Versprechen wie der Sommer selbst.

smag.

Nicht mal das Bier kann man sich selber aussuchen, wenn man sich mit Vladimir Nabokov trifft. "Was? Feldschlößchen?" ruft er lauthals in der nächtlichen Hotellobby und weckt mit seiner Empörung das ganze Haus. "Feldschlößchen ist etwas für Feldmäuse! Probieren Sie ein deutsches Bier!" fährt er den verschüchterten Journalisten an, der sich beim Interview ein Getränk seiner Wahl bestellen wollte. Nein, mit Herrn Nabokov würde man vielleicht nicht gerne verreisen. Immer muß er recht haben. Immer muß man ihn noch ein wenig mehr verehren. Immer ist er unzufrieden. Man liegt vielleicht mal so am Strand und fragt ganz leicht so was dahin. Und er: "Die Frage zerkrümelt schlaff und glitschig wie ein teegetränkter Butterkeks." Könnte er zum Beispiel sagen, so wie er es dem Reporter von "Newsweek" 1972 sagte, der das Interview dann lieber nicht veröffentlicht hat.

Jetzt ist es aber doch veröffentlicht. Genau wie all die anderen, noch auffindbaren Interviews, die Nabokov zeit seines Lebens gegeben hat. In der herrlichen, von Dieter E. Zimmer herausgegebenen, weinrot eingebundenen, silberbeschrifteten Gesamtausgabe. Unter dem Titel Eigensinnige Ansichten (Rowohlt, 38 Euro). Und so nimmt man den selbstherrlichen Herrn gerne mit auf Reisen. Da kommt er nur heraus, wenn man ihn ruft. Und beschimpft so dreist und gut wie keiner sonst seinen Lieblingsfeind Thomas Mann und verweist, bei der Umfrage nach dem schönsten Leseerlebnis des letzten Sommers, gerne auf den erstaunlichen Roman "The Original of Laura". Autor: Nabokov. Wohl fünfzigmal hat er's gelesen. Mit einem kleinen Traumpublikum zusammen. Und es war toll.

vw

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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