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Märzgefallene

Gereon Raths fünfter Fall. 'Gereon Rath'.
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Soldatenmorde im Schatten des Reichstagsbrandes: Gereon Rath ermittelt hart am Rande der Legalität
Rosenmontag 1933: Gereon Rath feiert Karneval in Köln, und der Morgen danach beginnt für ihn mit einem heftigen Kater, der falschen Frau im Bett und ein … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Märzgefallene
Autor/en: Volker Kutscher

ISBN: 3462047078
EAN: 9783462047073
Gereon Raths fünfter Fall.
'Gereon Rath'.
Kiepenheuer & Witsch GmbH

6. November 2014 - gebunden - 602 Seiten

Beschreibung

Soldatenmorde im Schatten des Reichstagsbrandes: Gereon Rath ermittelt hart am Rande der Legalität
Rosenmontag 1933: Gereon Rath feiert Karneval in Köln, und der Morgen danach beginnt für ihn mit einem heftigen Kater, der falschen Frau im Bett und einem Anruf aus Berlin: Der Reichstag steht in Flammen! Sofortige Urlaubssperre!Seinen neuen Fall aber erbt Gereon Rath von seinem ungeliebten Vorgesetzten Wilhelm Böhm, der sich unter dem neuen Nazi-Polizeipräsidenten ins politische Abseits manövriert hat: Ein Obdachloser ist erstochen am Nollendorfplatz gefunden worden.Dessen Vorgeschichte führt weit zurück in den Krieg, in den März 1917, als deutsche Soldaten während der "Operation Alberich" in Nordfrankreich verbrannte Erde hinterließen. Ungesühnte Morde, unterschlagene Goldbarren einer französischen Bank und ein in eine perfide Sprengfalle geratener Hauptmann münden sechzehn Jahre später in eine Mordserie. Der Schlüssel zu all dem scheint der kurz vor der Veröffentlichung stehende Kriegsroman des Leutnants a.D. Achim Graf von Roddeck zu sein.Rath ermittelt, doch immer wieder funken ihm andere Dinge dazwischen, und da sind die Vorbereitungen für seine Hochzeit mit Charlie Ritter noch das geringste Problem. Er wird in die Kommunistenhatz der Politischen Polizei eingebunden, muss sich mit SA-Hilfspolizisten und dem neuen Polizeipräsidenten herumschlagen und einen Geschäftsfreund des Gangsterbosses Johann Marlow aus den Klauen der SA befreien.Volker Kutscher ist wieder ganz auf der Höhe: atemlose Spannung, ein komplexer Fall, zwischenmenschliche Komplikationen und historische Genauigkeit und Anschaulichkeit.

Portrait

Volker Kutscher, geboren 1962, arbeitete nach dem Studium der Germanistik, Philosophie und Geschichte zunächst als Tageszeitungsredakteur, bevor er seinen ersten Kriminalroman schrieb. Heute lebt er als freier Autor in Köln. Mit dem Roman »Der nasse Fisch«, dem Auftakt seiner Krimiserie um Kommissar Rath im Berlin der Dreißigerjahre, gelang ihm auf Anhieb ein Bestseller, dem bisher fünf weitere folgten. Die Reihe ist inzwischen in viele Sprachen übersetzt.

Pressestimmen

"Volker Kutscher erzählt eine spannende, schlüssige Kriminalstory vor dem Hintergrund einer kurzen, äußerst dynamischen und dabei politisch höchst aufgeladenen Zeitspanne." Hamburger Lokalradio 20150201

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 15.12.2014

Im Minenfeld der Politik
Kurzer Dienstweg: Volker Kutschers "Märzgefallene"

Über die Jahre werden manche Romanfiguren einem so vertraut wie entfernte Familienangehörige, und wenn dieser Zustand einmal eingetreten ist, dann spielt es auch keine Rolle mehr, ob diese fiktiven Verwandten nun sonderlich sympathisch sind oder nicht. Hauptsache, sie überraschen einen immer wieder aufs Neue und haben eine gute Geschichte zu erzählen, so dass man sich auf jedes Wiedersehen freut.

Gereon Rath, der junge Kommissar, der 1929 aus Köln zur Berliner Mordkommission kam, ist eine solche Bekanntschaft. Man ist gerne mit ihm nach Masuren gereist, hat ihn einen Mord im Stummfilmstudio aufklären oder einen jüdischen Gangster aus Amerika verfolgen sehen. Wir haben Rath durch dunkle Nächte begleitet, aus denen noch dunklere Geheimnisse rühren, die nicht einmal seine Verlobte kennt, und wir waren und sind erstaunt über seine politische Blindheit, die ihn bislang den Aufstieg der Nazis mit Desinteresse zur Kenntnis nehmen ließ.

Umso gespannter muss man sein, wohin Raths Erfinder Volker Kutscher seinen Helden bei dessen fünftem Auftritt schickt, nachdem er in der "Akte Vaterland" den "Preußenschlag" im Juli 1932 erlebte. Rath darf in dem neuen Roman "Märzgefallene" anfangs noch Karneval in Köln feiern, wo auch schon die Hakenkreuzfahnen flattern, aber noch im Februar 1933 ist seine Weltsicht nicht erschüttert, obwohl immer mehr Kollegen und Freunde längst begriffen haben, dass die Nazis auch in der Polizei keinen Stein auf dem anderen lassen werden.

Der Untergang der Weimarer Republik ist so gut wie besiegelt. Die Nazis haben sich an die Macht gedrängt, die bürgerlichen Politiker und Industriellen haben sie ihnen, mit ihren illusionären Einrahmungsphantasien, überlassen. Kurz vorm Reichstagsbrand, kurz vor Raths Hochzeit mit seiner Verlobten Charlotte "Charly" Ritter, an die man kaum noch geglaubt hat, setzt der Roman ein.

Rath geht einem Fall nach, der tief in die Schützengräben des Ersten Weltkriegs zurückführt. Die von der Kommunistenjagd besessene und dabei von der SA "unterstützte" Berliner Polizeispitze interessiert das nicht, weil es scheinbar nur um eine verrückte Halbwüchsige und um einen ermordeten Obdachlosen am Nollendorfplatz geht. Und weil Rath der Dienstweg wie immer zu umständlich ist, nimmt er eine Abkürzung, die ihn direkt in ein politisches Minenfeld führt. Veteranen aus dem Ersten Weltkrieg tauchen als Leichen auf, ein ehemaliger Offizier, der sich nach einem Intermezzo als Eintänzer nun als stramm nationaler Buchautor versucht, macht dem Kommissar Schwierigkeiten.

Kutscher-Lesern möchte man gar nicht mehr verraten. Für Einsteiger muss man aber dringend hinzufügen, dass Volker Kutscher wieder einen Plot konstruiert hat, der Komplexität nicht mit Kompliziertheit verwechselt. Seine Figurenregie, wenn man das in einem Roman so nennen will, ist umsichtig und stringent. Und dass der Germanist und Historiker Kutscher sich im Berlin von damals so gut auskennt, als sei er dort zu Besuch gewesen, versteht sich mittlerweile fast von selbst. Die Qualität seiner historischen Erfindungen und Konjekturen erkennt man paradoxerweise daran, dass die Nahtstellen zwischen Fiktion und Zeitgeschichte kaum zu erkennen sind.

Und deshalb hofft man natürlich, dass Kutscher bei seiner Ankündigung bleibt, Rath bis zu den Olympischen Spielen 1936 ermitteln zu lassen. Einen Nationalsozialisten werde er aus dem politischen Indifferenten nicht machen, hat Kutscher in einem Interview bereits erklärt. Das könnte er nun auch weder Rath noch uns Lesern zumuten. Denn es wäre, abgesehen von allem anderen, einfach sterbenslangweilig.

PETER KÖRTE

Volker Kutscher: "Märzgefallene". Gereon Raths fünfter Fall. Roman.

Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln 2014. 608 S., geb., 19,99 [Euro].

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.

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Kutscher:Märzgefallene
von Gebine S. - 11.12.2014
Ein verwickelter Mordfall mit falschem Mordopfer und falschem Mörder fordert alle Beteiligten extrem heraus: Für einen Krimi nichts besonderes, natürlich! Was mich an diesem fünften Fall um Gereon Rath fasziniert hat, ist die Geschichte drumherum. Was keiner wirklich wahrhaben wollte, ist geschehen: Die Nazis haben die Macht übernommen und jeder Polizist sieht sich plötzlich vor die Entscheidung gestellt, ob er diesem Staat weiter dienen will. Macht man schnell Karriere, wird man degradiert sogar entlassen, oder zieht man die Konsequenzen und quittiert den Dienst? Seien Sie gespannt und tauchen Sie ein in das hochexplosive Berlin des Jahres 1933, von Volker Kutscher gewohnt gekonnt in Szene gesetzt!
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