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Die Entspannung unzerstörbar machen

Internationale Beziehungen und deutsche Frage 1974 - 1982. 1. , Aufl. Zahlreiche Abbildungen.
Buch (gebunden)
Das internationale Umfeld für die Entspannungspolitik wurde ab der zweiten Hälfte der 70er Jahre immer schwieriger. Die Konfrontation der Supermächte spitzte sich zu. Die amerikanisch-sowjetische Détente und Brandts Ostpolitik, die mit der Helsinki-K … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Die Entspannung unzerstörbar machen
Autor/en: Willy Brandt

ISBN: 3801203093
EAN: 9783801203092
Internationale Beziehungen und deutsche Frage 1974 - 1982.
1. , Aufl.
Zahlreiche Abbildungen.
Bearbeitet von Frank Fischer
Herausgegeben von Helga Grebing, Gregor Schöllgen, Heinrich August Winkler
Dietz Verlag J.H.W. Nachf

12. März 2003 - gebunden - 500 Seiten

Beschreibung

Das internationale Umfeld für die Entspannungspolitik wurde ab der zweiten Hälfte der 70er Jahre immer schwieriger. Die Konfrontation der Supermächte spitzte sich zu. Die amerikanisch-sowjetische Détente und Brandts Ostpolitik, die mit der Helsinki-Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) und den Wiener Abrüstungsverhandlungen (MBFR) multilateral fortgesetzt werden sollten, gerieten dadurch in Gefahr.Die über 80 Dokumente dieses Bandes - Reden, Artikel, persönliche Vermerke, Protokolle, Interviews und Briefe - zeigen, wie der SPD-Parteivorsitzende sein großes Ansehen in die Waagschale warf und der weltpolitischen Trendwende mit einer "aktiven Friedenspolitik" zu begegnen suchte. Besonders intensiv gestaltete sich dabei der Gedankenaustausch mit dem sowjetischen Generalsekretär Leonid Breschnew: Briefwechsel und Gesprächsnotizen im Zeitraum von 1974 bis 1982 werden hier erstmals zugänglich gemacht.Neben den Erfolgen werden auch die Grenzen des Brandtschen Dialoges mit den östlichen Machthabern erkennbar, z.B. im Zusammenhang mit dem NATO-Doppelbeschluss 1979. In der Debatte um die Stationierung amerikanischer Raketen in der Bundesrepublik richteten sich die Erwartungen großer Teile der SPD und in der Friedensbewegung auf Willy Brandt. In schwierigsten Zeiten verkörperte er Versöhnung, Frieden und Vertrauen und hatte seinen Anteil daran, dass das mit den Ostverträgen gelegte Fundament erhalten blieb.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 28.06.2003

Den gefährdeten Frieden bewahren
Willy Brandt als Entspannungspolitiker im neuen Kalten Krieg der Jahre 1974 bis 1982

Willy Brandt: Die Entspannung unzerstörbar machen. Internationale Beziehungen und deutsche Frage 1974-1982. Band 9 der Berliner Ausgabe, bearbeitet von Frank Fischer. Im Auftrag der Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung herausgegeben von Helga Grebing, Gregor Schöllgen und Heinrich August Winkler. Verlag J. H.W. Dietz Nachf., Bonn 2003. 499 Seiten, 27,60 [Euro].

Sechs der auf zehn Bände veranschlagten Berliner Willy-Brandt-Ausgabe liegen mittlerweile vor. Der von Frank Fischer bearbeitete Band dokumentiert Willy Brandts Tätigkeit im Feld der äußeren und internationalen Politik während der Jahre von 1974 bis 1982. Ihre Dramatik ist dazu geeignet, eine frühe Einsicht des späteren Regierenden Bürgermeisters, Außenministers und Kanzlers zu bestätigen, die dieser auf einer Konferenz der Kreis- und Abteilungsfunktionäre seiner Partei am 14. Januar 1949, also zur Zeit der Berliner Blockade, so umschrieb: "Kein denkender Deutscher kann sich mehr darüber im unklaren sein, daß für unsere Epoche das Primat der Außenpolitik gilt. Seit 1945 erleben wir in Deutschland - und ganz besonders in Berlin - an jedem Tage, daß die Innenpolitik in vielen und meist den entscheidenden Fällen eine Funktion des weltpolitischen Geschehens ist."

Brandt "stand für Versöhnung, Frieden und Vertrauen", urteilt der Bearbeiter am Ende seiner gelungenen Einleitung in den Untersuchungsgegenstand: "Selbst in den schwierigsten Zeiten resignierte er nicht, sondern kämpfte für die Fortsetzung der Entspannungspolitik. Es ist ein Teil des historischen Verdienstes von Willy Brandt, hierdurch zum dauerhaften Abbau von Spannungen in Europa und in der Welt beigetragen zu haben." Zu dieser Würdigung gelangt Fischer vor dem Hintergrund der Lektüre jener 79 Dokumente, die - weitgehend aus dem Willy-Brandt-Archiv der Friedrich-Ebert-Stiftung gehoben - in diesem Band zum Abdruck gelangen.

Berücksichtigt werden in der Anthologie, die sich "an eine breite historisch-politisch interessierte Öffentlichkeit" richtet, ganz unterschiedliche publizierte sowie unpublizierte Quellentypen: Reden und Artikel, handschriftliche Vermerke und zahlreiche Briefe aus der Feder Brandts, ebenso wie Aufzeichnungen über seine Gespräche und Interviews. Sie erlauben dem Leser, an Brandts Gedankenaustausch mit Spitzenpolitikern aus Ost und West wie Tito, Ceausescu, Kádár, Gierek oder Jaruzelski auf der einen und Mitterrand, Haig oder Kissinger auf der anderen Seite, aber auch mit Regimekritikern und Dissidenten aus dem mittlerweile untergegangenen Ostblock wie Lew Kopelew oder Jiri Hájek teilzuhaben. "Das Rückgrat des Dokumententeils" aber, so informiert der Bearbeiter den Leser einleitend, "bildet zweifellos der erstmals zugänglich gemachte, überaus dichte Schriftwechsel Willy Brandts mit dem sowjetischen Generalsekretär Leonid Breschnew bis zu dessen Tod am 10. November 1982." In der Tat, diese Briefe stellen eine Fundgrube für jeden Interessierten aus Politik, Öffentlichkeit und Wissenschaft dar. Auf einen allgemeinen Leserkreis zugeschnitten ist auch die Kommentierung der Texte durch den Bearbeiter, die durchweg hilfreich ist.

Worum geht es im vorliegenden Band? Nach seinem Rücktritt vom Amt des Bundeskanzlers am 6. Mai 1974 intensivierte Brandt vor allem als Parteivorsitzender der SPD seine außenpolitischen und internationalen Aktivitäten. Angesichts der sowjetischen Raketenrüstung gegen Westeuropa, des Ausgriffs der Russen in die Dritte Welt, des Konflikts um die "Neutronenbombe", des Nato-Doppelbeschlusses, der sowjetischen Intervention in Afghanistan und der Krise des kommunistischen Systems in Polen drohte ein neuer Kalter Krieg. Als "Mentor der Entspannungspolitik" suchte der ehemalige Bundeskanzler von dieser zu retten, was noch zu retten war.

Die weltpolitische Strömung der Détente, die ihn während der sechziger und siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts so erfolgreich getragen hatte, wurde inzwischen von einer ganz und gar gegenläufigen Woge abgelöst. Zutiefst davon überzeugt, daß es zur Politik des unermüdlichen Spannungsabbaus und der aktiven Friedenssicherung keine Alternative gebe, hielt Brandt an der Entspannungspolitik fest - "widerspruchsvoll, wie sie ist und bleibt", räumte er am 28 Januar 1976 in einem Schreiben an den Chefredakteur des "Stern", Henri Nannen, durchaus ein. Gleichwohl nahm er den Kampf auf gegen die neuen, geschichtsmächtigen Tendenzen in den Vereinigten Staaten von Amerika und in der Sowjetunion und ließ es darüber auch zum bitteren Konflikt mit Bundeskanzler Helmut Schmidt kommen, der seinerseits die Gleichgewichtslogik der militärischen Kräfte konsequent verteidigte, der sich dadurch mit seiner eigenen Partei entzweite und der schließlich "durch Verlieren gewonnen" hat. Dagegen büßten Willy Brandts Entspannungsanstrengungen, zumindest im weltpolitischen Zusammenhang, an Terrain ein; die voranschreitende Zeit begünstigte das Erbe der Détente zunehmend weniger; Russen und Amerikaner wagten eine weitere, ihre letzte Machtprobe - ohne daß die Alternative zur Entspannung der Krieg gewesen wäre.

Aufschlußreich zu lesen ist freilich auch, wie Brandt mit sich rang, wenn es um die Frage ging, ob er sich, um den gefährdeten Frieden zu bewahren, an die Mächtigen in den Diktaturen halten oder sich, um dem Verlangen nach Freiheit nachzugeben, an die Seite der im Ostblock aufbegehrenden Menschenrechtsbewegungen stellen sollte. Und im Rückblick auf die noch ganz frische Vergangenheit dieses Zeitraums stimmt es nachdenklich, wie rasch und gründlich Überzeugungen widerlegt worden sind, die während der siebziger und achtziger Jahre von nicht wenigen so unbeirrbar geteilt wurden: Damals galt es als realistisch, davon auszugehen, keine der beiden Weltmächte könne der anderen im Zuge einer neuen Konfrontation den eigenen Willen aufzwingen; inzwischen hat die Geschichte diesen scheinbaren Realismus gründlich in Zweifel gezogen. Allein, was die schwierigen Fragen nach den ungemein komplizierten Ursachen und Anlässen für das Ende der amerikanisch-sowjetischen Konkurrenz im zurückliegenden Jahrhundert angeht, sollte man im Hinblick auf noch ausstehende Forschungen ebenso wie im Hinblick auf die in der Zukunft aufgehobenen Entwicklungen eine Maxime Willy Brandts nicht aus dem Auge verlieren: "Die Geschichte kennt kein letztes Wort."

KLAUS HILDEBRAND

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