Homo Deus

Eine Geschichte von Morgen. Originaltitel: Homo Deus. A Brief History of Tomorrow. mit 57 teils farbigen…
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In seinem Kultbuch Eine kurze Geschichte der Menschheit erklärte Yuval Noah Harari, wie unsere Spezies die Erde erobern konnte. In "Homo Deus" stößt er vor in eine noch verborgene Welt: die Zukunft. Was wird mit uns und unserem Planeten passieren, we … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Homo Deus
Autor/en: Yuval Noah Harari

ISBN: 3406704018
EAN: 9783406704017
Eine Geschichte von Morgen.
Originaltitel: Homo Deus. A Brief History of Tomorrow.
mit 57 teils farbigen Abbildungen.
gebunden.
Übersetzt von Andreas Wirthensohn
Beck C. H.

17. Februar 2017 - gebunden - 576 Seiten

Beschreibung

In seinem Kultbuch Eine kurze Geschichte der Menschheit erklärte Yuval Noah Harari, wie unsere Spezies die Erde erobern konnte. In "Homo Deus" stößt er vor in eine noch verborgene Welt: die Zukunft. Was wird mit uns und unserem Planeten passieren, wenn die neuen Technologien dem Menschen gottgleiche Fähigkeiten verleihen - schöpferische wie zerstörerische - und das Leben selbst auf eine völlig neue Stufe der Evolution heben? Wie wird es dem Homo Sapiens ergehen, wenn er einen technikverstärkten Homo Deus erschafft, der sich vom heutigen Menschen deutlicher unterscheidet als dieser vom Neandertaler? Was bleibt von uns und der modernen Religion des Humanismus, wenn wir Maschinen konstruieren, die alles besser können als wir? In unserer Gier nach Gesundheit, Glück und Macht könnten wir uns ganz allmählich so weit verändern, bis wir schließlich keine Menschen mehr sind.

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 Die neue menschliche Agenda

Teil I: Homo sapiens erobert die Welt

Kapitel 2 Das Anthropozän

Kapitel 3 Der menschliche Funke

Teil II: Homo sapiens gibt der Welt einen Sinn

Kapitel 4 Die Geschichtenerzähler

Kapitel 5 Das seltsame Paar

Kapitel 6 Der moderne Pakt

Kapitel 7 Die humanistische Revolution

Teil III: Homo sapiens verliert die Kontrolle

Kapitel 8 Die Zeitbombe im Labor

Kapitel 9 Die große Entkopplung

Kapitel 10 Der Ozean des Bewusstseins

Kapitel 11 Die Datenreligion

Danksagung

Anmerkungen

Bildnachweis

Register

Portrait

Yuval Noah Harari wurde 1976 in Haifa, Israel, geboren. Er promovierte 2002 an der Oxford University. Aktuell lehrt er Geschichte an der Hebrew University in Jerusalem mit einem Schwerpunkt auf Weltgeschichte. Sein Weltbestseller Eine kurze Geschichte der Menschheit wurde in fast 40 Sprachen übersetzt.

Pressestimmen

"Hararis Buch hat mich und viele Leute um mich herum sehr beschäftigt. Komischerweise hat es mich im Chaos der heutigen Zeit auch beruhigt, da Harari in seiner klugen Tour d'Horizon vieles fassbar macht."
Pauline de Bok, Die Welt, 12. Mai 2018

"Harari ist ein hervorragender Geschichtenerzähler. Das Buch ist kurzweilig, gut verständlich, auch lustig und eine fantastische Grundlage für Diskussionen."
Giulio Superti-Furga, Der Standard, 29. April 2018

"Keine leichte Lektüre, doch wer auf den Horizont blickt, kann diesen auch erweitern."
Thorsten Schäfer-Gümbel, vorwärts.de, Lesetipp von SPD Spitzenpolitikern, 15. August 2017

"Das beste Buch dieses Frühjahrs."
Thorsten Giersch, Carina Kontio, Handelsblatt online, 29. Juni 2017

"Ein Sachbuch, so anregend, dass man dazu tanzen möchte!"
Denis Scheck, ARD Druckfrisch, 2. Juli 2017

"A thoughtful look of what may be in store for humanity (...). It is a deeply engaging book with lots of stimulating ideas (...). It makes you think about the future, which is another way of saying it makes you think about the present."
Bill Gates, via Facebook, 4. Juni 2017

"Yuval Noah Harari's insights are compelling."
Paul Collier, TLS, 25. November 2016

"Challenging, readable and thought-provoking."
Bill Gates, Gates Notes, Bill Gates' Sommer-Buchtipps, 22. Mai 2017

"Man sollte alle Geschichtslehrer von Harari coachen lassen."
Christian Jostmann, Die Furche, 20. April 2017

"Vielleicht brauchen wir ja düstere Szenarien, wie Hararis Buch 'Homo Deus', um den Mut für neue Utopien zu finden."
Sven Waskönig, ARD ttt, 30. April 2017

"In einer verblüffenden Tour d'Horizon durch die Menschheitsgeschichte beschreibt Harari, wie der Mensch in einem Akt wachsender Selbstermächtigung zum Homo Deus avanciert."
Adrian Lobe, Zeit Online, 10. April 2017

"(Harari) hat ein anmaßendes Buch geschrieben. Und ein aufregendes."
Erik Raidt, Stuttgarter Nachrichten Online, 31. März 2017

"Intelligent, scharfsinnig und manchmal sogar überraschend witzig (...) eröffnet einen ganz anderen Blick auf Geschichte."
Klaus Bittermann, taz literataz, 22. März 2017

"Überraschend, informativ, abwechslungsreich und leicht zu lesen."
Hildegard Lorenz, Münchner Merkur, 21. März 2017

"Sehen, wie die Welt ist, ohne auf die Bremse zu treten. Das ist der Sound von Yuval Noah Hararis 'Homo Deus'."
Adolf Holl, Die Presse, 18. März 2017

"Hararis packendes Buch ist ein Bekenntnis zum Humanismus."
Thomas Vasek, P.M., 10. März 2017

"Überaus anregende und fesselnde Lektüre."
Wolfgang Schneider, SWR2, 19. Februar 2017

"Fulminant, klug und düster."
Deutschlandradio Kultur, März 2017

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 18.03.2017

Wir Angestellten des großen Google

Was das nächste Ufer bringt: Der Historiker Yuval Noah Harari blickt in die Zukunft des menschlichen Geschlechts und entdeckt dort viele Algorithmen und eine neue Religion.

Von Hannes Hintermeier

Im Jahr 1993 kam Yuval Noah Harari das erste Mal in Kontakt mit dem Internet. Eine Erfahrung, die er mit Millionen von Menschen teilt, die sich früh für die neue Technologie interessierten. Ein Nerd an der Highschool demonstrierte seinen Freunden, wie er seinen PC - nach dem damals obligatorischen "Piepsen, Fiepsen und Summen" - mit dem Zentralrechner der Universität verband. Auf die Frage, was dort zu finden sei, wusste der Pionier keine rechte Antwort. Man könne dort "alle möglichen Dinge ablegen". Das beeindruckte seine Kommilitonen nicht sonderlich, sie gingen lieber Tischtennis spielen und machten sich in den Wochen danach über ihren begeisterten Freund lustig. "Das war vor nicht einmal 25 Jahren", schreibt Harari und fährt fort: "Wer weiß, was in 25 Jahren sein wird?"

Niemand. Aber das hat noch nie jemanden davon abgehalten, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Schon gar nicht einen quirligen Themenverdauer wie den 1976 geborenen Historiker Yuval Noah Harari, der Militärgeschichte zu seinen Spezialdisziplinen zählt. Mit seinem vor vier Jahren auf Deutsch erschienenen Buch "Eine kurze Geschichte der Menschheit" landete er einen weltweit beachteten Erfolg. Seither wird er als "Jungstar" - auf dem Sachbuchmarkt setzt der Ruhm meist später ein als in der Belletristik - herumgereicht. Politiker lesen und empfehlen ihn, und mit dem Nachfolgeband "Homo Deus" hat er es auch hierzulande innerhalb kurzer Zeit auf die Bestsellerliste geschafft.

Harari holt tief Luft und verspricht das Unmögliche, für das sich sonst nur Science-Fiction-Autoren und Zukunftsforscher, nicht aber Historiker zuständig fühlen - "Eine Geschichte von Morgen", so der Untertitel. Den an der Hebrew University in Jerusalem lehrenden Autor interessieren die Grenzen seines Faches nicht im Geringsten. Er möchte den Leser an die Hand nehmen, ihm zeigen, wie man groß und neu denkt. Man befasse sich mit Geschichte, "um sich von der Vergangenheit zu befreien und sich andere Ziele auszumalen". Fünfundzwanzig Seiten zuvor hatte er noch behauptet, Wissenschaftler, die versuchten, das Jahr 2100 vorherzusagen, betrieben reine Zeitverschwendung.

Wo Francis Fukuyama 1992 in seinem Welterfolg "Das Ende der Geschichte" den Liberalismus als Sieger über totalitäre Herrschaftsformen ausmachte, ist Harari nicht nur mit dem Liberalismus ganz schnell fertig. Er weiß: "Geschichte duldet kein Vakuum", es geht immer weiter, im Augenblick so schnell wie noch nie zuvor in der Geschichte der Spezies Homo sapiens. Harari will zeigen, dass die Menschheit einen Weg eingeschlagen hat, angesichts dessen Sarrazins deutsche Abschaffungsängste ein Treppenwitz sind.

"Morgen" ist freilich ein dehnbarer Begriff, das wird im Verlauf der mehr als fünfhundert Seiten schnell deutlich. Morgen kann in zwanzig Jahren und vielleicht erst in hundert Jahren sein. Noch leben wir im Anthropozän, aber wir ahnen schon, dass wir mit der Bindung an die Maschinen einen Weg eingeschlagen haben, der uns am Ende überflüssig machen könnte. Harari präsentiert in mehreren Zusammenhängen ein düsteres Bild, in dem er der Menschengattung das Schicksal der Nutztiere prophezeit. Wir nähmen keine Rücksicht auf die subjektiven Bedürfnisse der Tiere; ebenso mies wie wir mit diesen umgingen, werde es uns eines Tages selbst ergehen. Harari ist "vielleicht" überzeugt, wir würden demnächst eine "niedere Lebensform".

Selbstredend haben wir - wie die Nutztiere auch - keine Seele, die hat man schließlich nirgends entdeckt im Körper. Wir wissen wenig bis nichts über Geist und Bewusstsein, falls es so etwas überhaupt geben sollte. Dennoch haben wir einen Vorteil, der uns im Lauf der Evolution an die Spitze gehievt hat: Wir können "viele Menschen miteinander in Verbindung bringen." Hätten wir das nicht gelernt, "würden unsere schlauen Hirne und flinken Hände noch immer Feuersteine spalten und nicht Urankerne."

Eingestreut in diese Demontage-Vorhersage sind viele lehrreiche, gut geschriebene Ausflüge in alle möglichen Wissensgebiete sowie zahlreiche Anekdoten. Der Autor erzählt die Geschichte des Rasens als Statussymbol; er deutet den Zusammenhang von Grillfesten und Orthodoxie; erläutert die Bedeutung der Schwulenparade in Jerusalem; interpretiert den Moment des Umsturzes, als einer der Jubelperser vor dem Palast des rumänischen Diktators Ceausescu beschloss, "Buh" zu rufen. Harari zeigt, wie Bonobos Sex als Deeskalationsstrategie einsetzen; warum wir immer wieder auf Demagogen und erfundene Ordnungen hereinfallen und wie Aristides de Sousa Mendes 30 000 Juden vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten rettete. Er zieht mit den Engländern in den Krieg gegen das Reich des Mahdi im Sudan und versetzt sich auch mal in den Kopf eines jungen englischen Kreuzritters, um "Sinngeflechte" herzustellen.

Mit Gott geht Harari, wie er in der Danksagung vermeldet, "nachsichtig" um. Das liest sich freilich anders, denn Gott, eine Erfindung des Sapiens, ist naturgemäß "tot - es dauert nur eine Weile, den Leichnam loszuwerden". Man glaube nicht an Gott, man glaube in Wirklichkeit an sich selbst. Die Bibel - ein Buch voller Mythen und Irrtümer, ein Buch der Autorität, nicht der Kreativität, eine Innovationsbremse. Religionen insgesamt: Note ungenügend. Der Katholizismus verlange "im Kleingedruckten blinden Gehorsam gegenüber einem ,unfehlbaren' Papst". Judentum und Islam seien einer Vergangenheit verhaftet, die keine Antworten auf Heute und Morgen gebe. Das gelte besonders für den radikalen Islam, dem zur Gegenwart gleich gar keine Strategie einfalle, die auf irgendjemand außerhalb seines Dunstkreises attraktiv wirken könnte.

"Religionen, die den Bezug zu den technologischen Realitäten der Gegenwart verlieren, verlieren ihre Fähigkeit, die Fragen, die gestellt werden, überhaupt zu verstehen." Rabbinern und Muftis sei im zwanzigsten Jahrhundert nichts eingefallen, was sich nur annähernd mit der Entdeckung von Antibiotika, Computern und Feminismus vergleichen könne. Und auch der Humanismus ist eben ein Auslaufmodell.

Immer wieder zieht der Autor Analogieschlüsse, die auf dem Angebot-Nachfrage-Mechanismus fußen. "So wie im heutigen San Francisco John bei Google arbeitet, während Mary bei Microsoft beschäftigt ist, so war im antiken Uruk der eine Angestellter des großen Gottes Enki, während seine Nachbarin für die Göttin Inanna tätig war (...) Für die Sumerer waren Enki und Inanna genauso real, wie es Google und Microsoft für uns sind." Wenn Götter aber Unternehmer sind, und die heutige Menschheit auf dem Weg ist, sich selbst zu einem Homo Deus zu entwickeln, wird auch sie im Unternehmerlager enden, sofern sie nicht mehrheitlich in virtuellen Spielewelten ruhiggestellt wird. Dass Google, Facebook, Apple et alii private Firmen sind, die mit allen Risiken für eine endliche Lebensdauer behaftet sind, kann nur ignorieren, wer sie bereits als gottgegeben verbucht hat. Dass wir sie, die wir eigentlich "keine Götter brauchen, die unsere Macht begrenzen", freiwillig als Götter in unser Leben integrieren, das steht für Harari ebenso fest wie einst für Mose die Zehn Gebote.

Der Gottesmenschsucher ist niemals um ein starkes Wort verlegen. Coca-Cola stelle ein weitaus größere Bedrohung für den Durchschnittsamerikaner oder -europäer dar als Al Qaida. Terrorismus gilt ihm als " reine Show", der Tod als Verbrechen gegen die Menschheit, weswegen man "totalen Krieg" gegen ihn führe. Bestimmte Fragestellungen - wie etwa jene, woher die ganze Energie für diese von Algorithmen beherrschte Welt kommen soll, lässt er aus. Auch zum Ende der Demokratie entwickelt der Autor starke Meinungen, die Populisten gefallen dürften. Menschen fühlten sich durch demokratische Wahlen nur dann gebunden, "wenn sie mit den meisten anderen Wählern eine grundlegende Beziehung verbindet". Fehle diese Gemeinsamkeit bei Meinungsverschiedenheiten, würden Wahlentscheidungen auch dann nicht akzeptiert, wenn man hundertfach überstimmt werde.

Zum Finale dann der "Dataismus", die Datenreligion, das Internet aller Dinge, das am Ende ins Universum ausgreifen werde. Gefühle gehen in den Ruhestand, und mit ihnen die ganze Menschheit: "Im Augenblick sitzt nur ein Kandidat im Empfangsraum der Geschichte und wartet auf ein Vorstellungsgespräch. Dieser Kandidat ist die Information. Die interessanteste Religion, die gerade entsteht, ist der Dataismus, der weder Götter noch den Menschen verehrt - er huldigt den Daten."

Harari schreibt auf den Schultern von Riesen, und er bedient ein Genre. Viele seiner Prognosen findet man in Romanen der Science-Fiction, 1985 hat Bruce Sterling in "Schismatrix" den Transhumanismus ausgemalt, in dem eine Hälfte der Menschheit mittels Gentechnik Gehirne manipuliert, die andere sich mit Computerhilfe zu Robotern umbaut. Dass man die nachmenschliche Zivilisationsentwicklung ab dem Punkt nicht mehr vorhersagen könne, ab dem die Technologie die Oberhand gewinnt, hat Vernor Vinge 1993 in dem Aufsatz "The Coming Technological Singularity" beschrieben. Zur gleichen Zeit betrat Raymond Kurzweil die Bühne, den Harari zitiert.

"Homo Deus" demonstriert über weite Strecken ein Denken, das sich hoch über den Dingen wähnt. Aber das Hochrechnen einer oder einiger weniger Tendenzen auf ein Zukunftsbild hat nichts mit dem Verlauf der Geschichte zu tun, die stets mehrgleisig fährt. Hararis Leistung bei dieser Form von Tendenzgeschichtsschreibung ist seine überschäumende erzählerische Wucht. Ob ein kreativer, widerspenstiger Kopf wie er in der Welt, die er hier wortreich entwirft, seinen Platz finden wird, ist nicht auszumachen. Aber es kann ja alles noch ganz anders kommen.

Yuval Noah Harari: "Homo Deus". Eine Geschichte von Morgen.

Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn.

C.H. Beck Verlag, München 2017. 576 S., Abb., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
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Johanna S.
von Johanna S. - Hugendubel Buchhandlung München Willy-Brandt-Platz - 22.10.2018
Hariris Thesen mögen auf den ersten Blick als gewagt erscheinen. Doch der Autor führt sie so gekonnt und überzeugend zu Ende, dass man als Leser nur staunen kann. Absolut spannend und zugleich informativ ist diese Lektüre auch für Leser ohne Fachkenntnisse. Sehr empfehlenswert!
Bewertungen unserer Kunden
Ein must read!
von Wedma - 15.10.2017
Homo Deus von Harari sticht deutlich aus der Reihe von Sachbüchern hervor, die man zum Thema Zukunft der Menschheit heute lesen kann. Auf jeden Fall ist es ein Buch, das man gelesen/gehört haben muss. Zweifelsohne ist es kein Wohlfühlbuch. Ganz im Gegenteil. Harari hat gezielt darauf angelegt, die Leser zu provozieren, sie aus der Komfortzone zu locken, über den Tellerrand eigener Überzeugungen und Vorstellungen von Gut und Böse zu schauen, uvm. Bei vielen seiner Ausführungen lässt er bewusst einige wichtige Aspekte des Menschseins aus und hebt ganz andere hervor. So dargestellt stehen Menschen eher wie ferngesteuerte Zombies da und man fragt sich, ob das nur Hirngespinste eines "verrückten" Professors sind oder ist da mehr dran, bzw. ob das insg. angehen kann. Harari serviert seine Sicht der Dinge durchaus so, dass einem, je nach Gemüt und seelischer Verfassung, die Haare zu Berge stehen, man ggf. einen dicken Hals kriegt und evtl. gute Lust bekommt, das Ganze in die hinterste Ecke zu pfeffern. Aber das ist Teil seiner Show, da liegt u.a. das Geheimnis seines Erfolges. Durch gezielt provozierende Äußerungen bekommt er seine Leser aus der (antizipierten) Egal-Haltung heraus und, was noch wichtiger ist, überhaupt dazu, über solche Themen nachzudenken und sich solche Fragen zu stellen, die man sich nicht unbedingt jeden Tag stellt, wie: Was heißt es eigentlich, Mensch zu sein? Was gehört dazu? Und was nicht? Und warum? Wo geht das alles hin? Warum unbedingt so und nicht anders? Wollen wir es überhaupt? Und was ist mit ethischen Aspekten solcher Entwicklungen? Können wir uns nicht einen anderen Ausweg überlegen, andere Zukunftsvisionen entwickeln, die vllt nicht so brutal ausfallen, und uns daran machen, diese auch umsetzen? uvm. In der Hinsicht liest sich Hararis Werk wie eine düstere Dystopie. Von der Infoseite her liefert er nicht wirklich viel Neues, vielmehr größtenteils gutes altes, bloß unter etwas anderem Blickwinkel betrachtet und recht reißerisch dargeboten. Infotainmenteinlagen gibt es reichlich, man kennt den Stoff aber auch schon von woanders, wenn man paar Sachbücher zu dem oder auch verwandten Themen gelesen hat. Das Spannendste war für mich das Wie des Erzählten. Seine Art zu argumentieren erschien mir reichlich fragwürdig, so gar nicht professorlike. Steile Thesen wurden in den Raum geworfen und wenig bis nicht begründet dagelassen, aber immerhin eindrucksvoll zur Sprache gebracht. Zudem wiederholte er sich recht oft, er wiedersprach sich selbst auch oft genug. Aus diesem Blickwinkel betrachtet ist er eher ein passionierter Entertainer, ein Showman, dem die Stringenz seiner Logik, die Unerschütterlichkeit seiner Beweise nicht so wichtig erscheinen, dafür aber der Eindruck, den er mit seinem Auftritt hinterlässt, der Grad der Aufrüttelung, der Anteilnahme seiner Leser/Zuhörer und dergleichen. Polemisieren war wohl eher sein Ziel, was er auch erreicht hat. Die Frage, die oft auftauchte, war: Was will Harari mit seinen Ausführungen insg. erreichen? Dass sich seine Intentionen auf pures Infotainment beschränkten, fiel mir gewissermaßen schwer zu glauben. In der Hinsicht drängte sich: Ist es schon alles, weshalb er die ganze Arbeit geleistet hat? Oder sieht er vielmehr die Menschheit am Rand des Abgrunds, es ist in etwa fünf vor zwölf, und er will aufwecken und zum Umdenken, zu grundsätzlich anderem Handeln anregen? Fragen über Fragen. So oder so: Harari schafft es, seinen Lesern genug Stoff zum Nachdenken und Diskutieren zu bieten. Darin sehe ich seinen Verdienst. Bei Homo Deus muss man nicht zu allem Ja und Amen sagen, um das Buch gut zu finden, bzw. es in vollem Umfang zu schätzen wissen, aber gelesen und darüber nachgedacht haben, sollte man es. Das Buch habe ich auch gehört. Jürgen Holdorf hat sehr gut gelesen. Gut geübte, wohlklingende Profi-Stimme, die er effektvoll einzusetzen weiß und die zu der Geschichte insg. ganz gut passt. Ich hatte keine Probleme, stundenlang zuzuhören. Seine Art vorzutragen hat die Wirkung des Harari Werkes gut verstärkt, sodass die Zukunftsvisionen &Co. so bestimmt klangen, als ob sie im Stein gemeißelt wären. Vllt war es auch eine gezielte Wirkung, die dann auch sehr gut gelungen ist. Hörbuch, Spieldauer 17 Stunden und 13 Minuten, ungekürzte Ausgabe.
Der Mensch von morgen: Leben in einem düsteren Technologiezeitalter?
von Tarika - 27.08.2017
In seinem neuen Buch "Homo Deus" beschäftigt sich Yuval Noah Harari mit der Zukunft, genauer gesagt mit einer möglichen Menschheit der Zukunft. Hunger, Krankheit und Krieg gehören in dieser Zukunftsvision der Vergangenheit an, Homo Sapiens steht an einer Grenze und wann wir er den Homo Deus erschaffen, einen durch Technik verbesserten Menschen? Einen Homo Deus, der sich vom Homo Sapiens deutlich mehr unterscheidet als dieser vom Neandertaler. Harari fragt sich, was dann aus der Menschheit wird, aus dem Humanismus, wenn Maschinen geschaffen werden, die in allerlei Hinsicht besser sind als wir. Was ist, wenn wir uns in unserem Streben nach Gesundheit, Glück und Macht soweit von dem Entfernen, was wir Menschen nennen? Sind wir dann überhaupt noch Menschen? »Die Menschen haben üblicherweise Angst vor Veränderungen, weil sie das Unbekannte fürchten. Doch die größte Konstante der Geschichte ist die, dass sich alles verändert.» (S. 97) Yuval Noah Harari, geboren 1976 in Haifa, Israel, promovierte 2002 an der Oxford University. Der Historiker lehrt seit 2005 Geschichte an der Hebrew University in Jerusalem. Er beschäftigt sich derzeit mit Weltgeschichte und makrohistorischen Prozessen. Seine populärwissenschaftliche Monographie "Eine kurze Geschichte der Menschheit" wurde zum Weltbestseller und in fast 40 Sprachen übersetzt. Harari schafft es, mit seinem anschaulichen, kurzweiligen Schreibstil, die Leser mitzunehmen. Manchmal mag er gar zu übertreiben in seinen Anschauungen, was andererseits aber auch wieder dazu führt, dass man darüber nachdenkt, was er da schreibt. Kann das wirklich so sein bzw. werden? Wieviel Wahrheit steckt darin? Und wenn es eine mögliche Option ist, was kann ich dafür oder dagegen unternehmen? Ganz klar schafft es Harari, dass man über das, was er schreibt, nachdenkt und eine Diskussion sucht, mit sich selbst oder mit anderen. Denn das Thema des Buches verlangt es einfach, dass man sich damit auseinandersetzt. Der Aufbau des Buches besteht aus einer knapp 100 Seiten langen Einleitung, der neuen menschlichen Agenda sowie drei Teilen (Homo sapiens erobert die Welt, Homo sapiens gibt der Welt einen Sinn, Homo sapiens verliert die Kontrolle). Während er sich in der Einleitung noch damit beschäftigt, wie aus dem Jäger und Sammler der heutige Homo sapiens werden konnte, der viele Ursachen für Tode zu früheren Zeiten - Hunger, Krankheit, Krieg - dezimiert hat, so schafft er es in den nächsten Teilen einen Bogen zu schlagen von der Entwicklung, wie der Mensch seine Umwelt beeinflusst hat, wie sich der Humanismus entwickelt hat bis schließlich zum jetzigen Zeitpunkt und darüber hinaus. Während homo sapiens in den ersten beiden Teilen noch an Kontrolle gewinnt, so verliert er im letzten Teil zunehmend die Kontrolle, denn wenn alle Prozesse automatisiert werden, wo bleibt hier die Kontrolle? Entscheidungen werden Algorithmen überlassen und eine Datenreligion, der Dataismus, löst zunehmend humanistische Werte wie Individualismus, Seele und den freien Willen ab. »Doch sobald die Menschen ihre funktionale Bedeutung für das Netzwerk verlieren, werden sie erkennen, dass sie gar nicht die Krone der Schöpfung sind. [] Rückblickend betrachtet, wird die Menschheit nichts weiter gewesen sein als ein leichtes Kräuseln im großen kosmischen Datenstrom.« (S.534) "Homo Deus" ist intelligent, unvoreingenommen und notwendig. So düster die Zukunftsvision von Harari auch sein mag, so sehr regt sie zum Nachdenken an. Dennoch kann das Buch auf hohem Niveau unterhalten!
Heute ist morgen gestern
von bellis-perennis - 19.08.2017
In seinem zweiten Buch (nach "Eine kurze Geschichte der Menschheit") führt uns Yuval Noah Harari in elf, unterschiedlich langen Kapiteln in neue, teilweise verstörend wirkende Hypothesen ein. Zu Beginn erzählt er die "Erfolgsgeschichte" des Homo Sapiens, der sich vom einfachen Jäger und Sammler über feudale Herrschaftsstrukturen zu heute aktuellen Zusammenlebensformen entwickelt hat. Viele der ehemaligen Bedrohungen wie Seuchen oder Kriege sind (beinahe) ad acta gelegt. Auch, wenn es an manchen Orten der Welt zu Kriegen und/oder Ausbruch von Krankheiten kommt, ist Homo Sapiens eigentlich recht sicher. Allerdings hat er es selbst in der Hand, diese Pseudoidylle wieder zu zerstören. Wir sind auf dem besten Weg dazu, wenn wir so weiter machen wie bisher. Hararis Hypothesen klammern Gefühle und Religion aus. Es zählen für ihn nur nackte Tatsachen und harte Fakten. Die interessante These, dass er auch den Kommunismus zu den Religionen zählt, ist angesichts des Personenkults um Lenin, Stalin, Mao, Castro etc. nicht von der Hand zu weisen. Den Gläubigen wirft er Nietzsches "Gott ist tot" an den Kopf und die Humanisten schaffen sich, seiner Meinung nach, gleich selbst ab. Interessant (und gleichzeitig erschreckend) finde ich seine Hinweise zur "Maschinenwelt", in der Cyborgs den Menschen zum Großteil ersetzen (können und werden). Das ist nun nicht ferne Zukunft à la Science Fiction sondern teilweise schon Wirklichkeit. Die Wandlung von Dienstleistung, die von Menschen erbracht wird/wurde und nun von einer Maschine verrichtet/erledigt wird, ist schon längst eingezogen. Man denke nur an eine Bankdienstleitung. Früher (vor weinigen Jahren) ist man noch mit einem Zahlschein zum Schalter gelatscht und der physische Mitarbeiter hat die Überweisung erledigt. Heute, im Zeitalter von Smartphone macht der "Kunde" alles selbst (und wird trotzdem zur Kasse gebeten). Das Buch ist sehr sachlich geschrieben. Harari provoziert mit einem Großteil seiner Thesen, regt aber auch zum Nachdenken an. Manchmal blitzt ein etwas schräger Humor durch. Da habe ich den Eindruck, er verschaukelt sich selbst und seine Leser. Hin und wieder sind seine Mantra-artigen Wiederholungen mühsam bis lästig. Da bin ich schon versucht zu sagen, "Ja, hallo, ich habs schon gelesen und kapiert" Ich glaube, dass keines dieser Szenarien in der angesprochenen, extremen Form eintreten wird. Das eine oder andere Segment ist bereits oder wird demnächst Wirklichkeit sein. Wir müssen in Zukunft in kleineren Zeitdimensionen rechnen - 10 Jahre sind eine extrem kurze oder lange Zeitspanne. Ob aus dem "Homo Sapiens" wirklich ein "Homo Deus" wird, wage ich zu bezweifeln. Herrenmenschenallmachtsfantasien haben die Menschheit schon mehrmals an den Rand des Abgrunds gedrängt. Hoffen wir, dass nicht ausgerechnet der "Homo Deus" einen Schritt weitergeht. Fazit: Auch wenn ich nicht mit allen Aussagen von Harari daccord gehe, gebe ich diesem Werk fünf Sterne. Vor allem deshalb, weil man über den Inhalt trefflich diskutieren und auch streiten kann.
Die Zukunft des Menschens
von Janine V. - 04.07.2017
Wie wird unsere Welt von morgen aussehen? Welche Probleme und welche Herausforderungen erwarten den Menschen? Das Technologie-Zeitalter schreit mit großen Schritten voran und verleiht dem Menschen ganz neue Fähigkeiten und Möglichkeiten. Doch es ergeben sich auch ganz neue Gefahren und droht der Humanismus auf der Strecke zu bleiben? Der Autor beginnnt sein Buch mit der Erläuterung, dass die Menschheit ihre größten Feinde bereits besiegt hat: Hunger, Krankheit und Krieg. Zwar gäbe es diese zwar noch, aber im Vergleich zu früher wurden sie ordenltich in ihre Schranken verwiesen. Danach macht Harari einen Streifzug durch die Geschichte des Menschens und springt von einem Beispiel zum nächsten, um seine Hypthesen zu untermauern. Vieles von den Dingen ist einem bekannt, aber es ist dennoch interessant in welchem Kontext er seine Beispiele einfügt. Der Autor zeigt auf in wie fern sich der Mensch von den Tieren unterscheidet, was ihn so einzigartig macht. Erst im letzten, aber leider nicht größten Teil, prognostiziert er die Zukunft des Menschens. Ein Welt in der es ganz andere Wertvorstellungen und Prioritäten geben wird. Die Hyopthesen des Autors regen sehr zum Nachdenken an. Viele Dinge waren mir so gar nicht bewusst. Er stellt interessante Zusammenhänge dar und lässt vieles in einem neuen Licht erscheinen. Der Autor verfügt über ein fundiertes Allgemeinwissen auf das er sehr kreativ zurückgreift. Allerdings empfand ich viele seine Ausführungen in die Vergangenheit als zu langatmig. Wie bereits geschrieben ist einem vieles bekannt und man lernt wenig neues, höchstens neue Zusammenhänge. Der wirklich spannende Teil, nämlich die Zukunft des Menschens, wird erst ganz zum Schluss kurz abgehandelt. Obwohl ser seine Progonosen auf einem sehr guten Fundament aufbaut, bin ich der Meinung, dass er wesentliche Punkte unberücksichtigt lässt. Es wird in Zukunft nicht nur darum gehen, ob Maschinen mit einer hohen Intelligenz in vielen Bereichen den Menschen ersetzen werden, was aus unseren Religionen wird oder ob wir unsterblich werden. Ich persönlich finde es viel spannender, wie lange es die Menschheit überhaupt noch geben wird bei der ganzen Umweltverschmutzung, Ausbeutung und der zunehmenden Fettleibigkeit und Zivilisationskrankheiten. Ich habe eher den Eindruck, dass der Mensch sich selbst ausrottet, wenn er so weitermacht. Aber das sind Themen, die der Autor gar nicht aufgreift. Mit diesem Hintergrund bröckelt die Zukunfsversion des Autors und kann nur als unvollständig bezeichnet werden. Ein Buch, dass mit Hilfe von Allgemeinwissen seine Hyopthesen aufbaut und zum Nachdenken anregt. Der Autor zeigt eine Zukunftsversion auf, die einem Geisteswissenschaftler zu entstammen scheint. Einem Naturwissenschaflter fallen sicherlich einige andere Szenaren ein.
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