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Die hellen Tage

Roman.
Buch (gebunden)
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In einer süddeutschen Kleinstadt erlebt das Mädchen Seri helle Tage der Kindheit: Tage, die sie im Garten ihrer Freundin Aja verbringt, die aus einer ungarischen Artistenfamilie stammt und mit ihrer Mutter in einer Baracke am Stadtrand wohnt.
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Produktdetails

Titel: Die hellen Tage
Autor/en: Zsuzsa Bánk

ISBN: 3100052226
EAN: 9783100052223
Roman.
FISCHER, S.

11. Februar 2011 - gebunden - 544 Seiten

Kurzbeschreibung

In einer süddeutschen Kleinstadt erlebt das Mädchen Seri helle Tage der Kindheit: Tage, die sie im Garten ihrer Freundin Aja verbringt, die aus einer ungarischen Artistenfamilie stammt und mit ihrer Mutter in einer Baracke am Stadtrand wohnt.
Aber schon die scheinbar heile Welt ihrer Kindheit in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat einen unsichtbaren Sprung: Seris Vater starb kurz nach ihrer Geburt, und Ajas Vater, der als Trapezkünstler in einem Zirkus arbeitet, kommt nur einmal im Jahr zu Besuch. Karl, der gemeinsame Freund der Mädchen, hat seinen jüngeren Bruder verloren, der an einem hellblauen Frühlingstag in ein fremdes Auto gestiegen und nie wieder gekommen ist.
Es sind die Mütter, die Karl und die Mädchen durch die Strömungen und Untiefen ihrer Kindheit lotsen und die ihnen beibringen, keine Angst vor dem Leben haben zu müssen und sich in seine Mitte zu begeben.
Zsuzsa Bánk erzählt die Geschichte dreier Familien und begleitet ihre jungen Helden durch ein halbes Leben: Als Seri, Karl und Aja zum Studium nach Rom gehen, wird die Stadt zum Wendepunkt ihrer Biographien - und zur Zerreißprobe für eine Freundschaft zwischen Liebe und Verrat, Schuld und Vergebung.
Nach ihrem hochgelobten Debütroman Der Schwimmer schreibt Zsuzsa Bánk die bewegende Geschichte dreier Kinder, die den Weg ins Leben finden. Die hellen Tage ist ein großes Buch über Freundschaft und Verrat, Liebe und Lüge - über eine Vergangenheit, die erst allmählich ihre Geheimnisse enthüllt, und die Sekunden, die unser Leben für immer verändern.

Trailer

Portrait

Zsuzsa Bánk, geboren 1965, arbeitete als Buchhändlerin und studierte anschließend in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Heute lebt sie als Autorin mit ihrem Mann und zwei Kindern in Frankfurt am Main. Für ihren ersten Roman »Der Schwimmer« wurde sie mit dem aspekte-Literaturpreis, dem Deutschen Bücherpreis, dem Jürgen-Ponto-Preis, dem Mara-Cassens-Preis sowie dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet. Für »Unter Hunden« aus ihrem Erzählungsband »Heißester Sommer« erhielt sie den Bettina-von-Arnim-Preis. Zuletzt erschienen ihre Romane »Die hellen Tage« und »Schlafen werden wir später«.


Literaturpreise:

Open Mike-Preis 2000
Jürgen-Ponto-Preis 2002
aspekte-Literaturpreis 2002
Deutscher Bücherpreis 2003
Mara Cassens Preis 2003
Bettina-von-Arnim-Preis 2003
Adelbert-von-Chamisso-Preis der Robert Bosch Stiftung 2004

Pressestimmen

Das Paradies der Kindheit, in dem die Mädchen Seri und Aja dem Buben Karl begegnen, liegt in einer bukolischen süddeutschen Zauberlandschaft, am Badesee und unter Birnbäumen dampfen die Gerüche des Sommers. Schon in früheren Büchern wie "Der Schwimmer" hat Zsuzsa Bánk virtuos die Magie der heißen und der hellen Tage des Jahres beschworen, hier tut sie es so hingebungsvoll, dass man schnell merkt: Es lauert ein Schrecken im Idyll. Seris Vater ist tot, ein Kind ist verschwunden, es ist Karls Bruder. In einem zwar eleganten, aber auch topschwülstigen Sehnsuchtssound schildert Bánk, wie die Kinderfreunde trotz aller Nöte zusammen halten, wie sie älter werden und zum Studieren und Leben lernen nach Rom ziehen, wo plötzlich ein gröberes Licht fällt auf die Rätsel der Vergangenheit - und auf eine unparadiesische Erwachsenengegenwart.
Wolfgang Höbel, KulturSPIEGEL 2/2011

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 13.03.2011

Plötzlich im letzten Sommer

Bilder des Schreckens, Bilder des Glücks - Zsuzsa Bánks zweiter Roman "Die hellen Tage" nimmt uns mit auf eine lange Reise in die Kindheit

Dies ist ein zweites Buch. Und wie jedes zweite Buch wird es am ersten gemessen und entsprechend gezaust. Einerseits, heißt es, gleiche es dem erfolgreichen Vorgänger zu sehr, andererseits zu wenig. Zu sehr, weil es die gleichen Themen und Stimmungen habe, Schwermut, Heimatlosigkeit, das Ende der Kindheit, die kaputten Seelen der Erwachsenen, Freundschaft, Familie, Verlust. Und zu wenig, weil es eben auch wieder anders sei, an anderen Orten, zu anderen Zeiten spielend, mit einer anderen Ich-Erzählerin, die irgendwie nicht so konkret, nicht so packend, nicht so hautnah sei wie die erste. Ach.

Es ist ein Kreuz mit den zweiten Büchern: Sie können es denen, die die ersten Bücher gelesen haben, nie recht machen. Dabei sollte man erst einmal froh sein, dass es das zweite Buch überhaupt gibt. Dass es die sprachliche, die gedankliche, die thematische Höhe des ersten hält. Und dass es dazu noch eine andere, breiter angelegte, aber der vorigen wiederum nicht völlig entgegengesetzte Geschichte erzählt. Es gibt ja so viele Anfänge in der deutschen Literatur - und so wenig Kontinuität. So viel Tasten und Ausprobieren und Originellseinwollen - und so wenig Sicherheit in Stil und Form. Unsicher aber, tastend, unbeholfen, ist dieses Buch gerade nicht. Es weiß ganz genau, was es will und wie es seinen Willen bekommt. Es biegt mit uns nicht um drei Ecken und setzt uns dann vor irgendeiner aufzementierten Binsenweisheit ab, sondern nimmt uns mit auf eine lange, beseelte Reise in die Melancholie.

Vor neun Jahren veröffentlichte die damals siebenunddreißigjährige Zsuzsa Bánk ihren Debütroman "Der Schwimmer". Das Buch, das die Odyssee einer Rumpf-Familie - Vater, Sohn und Tochter, die Mutter ist in den Westen geflohen - im sozialistischen Ungarn schilderte, wurde ein Verkaufserfolg, empfing Preise und hymnische Kritiken. Danach bekam die Autorin zwei Kinder, publizierte einen Band mit Erzählungen und nahm einen langen Anlauf für ihren zweiten Roman: "Die hellen Tage". Jetzt ist das Buch da. Es erzählt von Therese, genannt Seri, und ihrer Freundin Aja, die in den sechziger Jahren in einem Dorf in Süddeutschland aufwachsen. Aber hören wir selbst:

"Wir müssen uns im Sommer begegnet sein, im Sommer, der Aja umgab, als gehöre er ihr, als gehörten sein Licht, sein Staub, seine langen hellen Abende ihr . . . Wir küssten und umarmten uns schnell, wie Mädchen es häufig tun, auch wenn es Aja sonst mit niemandem tat, auch später nicht, und wir ließen nicht mehr voneinander, auch wenn ich nicht weiß, warum Aja ausgerechnet mich aussuchte, mich einlud und in ihr Leben bat, ein Leben, das anders war alles, was mir zuvor begegnet war, anders als alles, was ich kannte, und das mir fern erschien, größer und weiter als meines, und sich abspielte an einem Ort ohne Zeit und Grenzen. Ich weiß nicht, was es war, das sie in meine Nähe drängte . . . Ich habe Aja nie danach gefragt, und heute spielt es keine Rolle mehr. Heute sind wir, wer wir sind, und wir fragen nicht danach, wir suchen nicht nach Gründen."

Wenn man solche Sätze liest, wird klar, dass man dieses Buch nicht allein von seinem Inhalt her verstehen kann. Es hat einen Ort, es hat Figuren und eine Handlung, aber vor allem hat es einen Klang, der in der deutschen Literatur vorher nicht zu hören war, eine Art des Sprechens, die an die Satzperioden eines Thomas Bernhard und zugleich an die wehmütigen Ekstasen eines Sándor Márai erinnert, an Hofmannsthal wie an Handke (den Handke des "Gewichts der Welt", nicht den der "Niemandsbucht"), einen Ton, der in "Der Schwimmer" schon da war, aber hier noch nachgestimmt und verfeinert ist. Es gibt ein Heute und ein Damals in diesem Roman, und zwischen beiden fließt ein gleichmäßig an- und abschwellender Strom rhapsodischen Erzählens, ein Pulsieren von Worten, das immer wieder zurück an den Anfang drängt, in die früheste, die unschuldigste Zeit, die Zeit der hellen Tage.

Dort liegt das Glück. Und dort liegt zugleich die Wurzel des Unglücks, denn das Bretterhäuschen am Dorfrand, in dem Aja zusammen mit ihrer Mutter Évi wohnt, hat eine Vorgeschichte, und ihr Vater, der sich von den Kindern Zigi rufen lässt, wenn er sich für jeweils drei, vier Monate bei Évi einquartiert, bevor er wieder den Dampfer nach New York besteigt, hütet ein Geheimnis, das Ajas Leben viele Jahre später aus den Angeln heben wird. Auch Seri hat ein solches Familiengeheimnis: Ihr Vater, ein Spediteur, ist kurz nach einer Geschäftsreise nach Rom gestorben und hat nur einen Koffer hinterlassen, den ihre Mutter jahrzehntelang auf dem Beifahrersitz ihres Autos spazieren fährt, als fürchte sie sich, darin eine Bombe zu finden. Sie fürchtet sich zu Recht.

Noch schwärzer ist das Schicksal von Karl, dem Jungen, den Aja und Seri als Dritten in ihren Bund aufnehmen und der während ihres gemeinsamen Studiums als Gegenstand geteilter erotischer Interessen zwischen ihnen stehen wird. Ben, Karls kleiner Bruder, ist eines Tages am helllichten Tag in ein fremdes Auto gestiegen und verschwunden, seine Eltern, schon vorher getrennt, haben ihren Schmerz unter Sprachlosigkeit und Apathie begraben. Wie als Zeichen seines Versehrtseins trägt Karl eine dreieckige Narbe auf seiner Stirn, dort, wo ihn als Baby ein fallendes Bügeleisen getroffen hat, während Aja zwei Finger an einer Hand fehlen, abgetrennt von einem zersplitterten Laternenglas an einem lange zurückliegenden Wintertag. Nur Seri trägt kein sichtbares Wundmal, vielleicht, weil sie die wunde Stelle der Geschichte selbst ist, die Wunde, aus der die Erinnerung fließt.

Denn je klarer die Figuren dieses Romans den Riss in ihrer Idylle sehen, je deutlicher sie ihr Unglück, ihren Verlust, ihre Selbstverstümmelung erkennen, desto sehnsüchtiger blicken sie auf die Tage zurück, an denen sie noch nichts von alledem wussten, an denen ihr Bild vom Leben und der Welt noch heil war. Und die Kunst der Erzählerin Zsuzsa Bánk besteht darin, diese Sehnsucht und die Wirklichkeit, der sie entkommen will, immer genau im Gleichgewicht zu halten, die Bilder des Schreckens und die Bilder der Lust, den schwarzen Vogel, der sich in Karls Gedanken drängt, und die Elfen, die er mit seiner allerersten Kamera fotografiert, die Eifersucht Seris auf Karl und Aja und das Glück, das sie in ihrer Gegenwart genießt.

Deshalb überschreitet dieser Roman, in dem es von Linden, Platanen, Weizenfeldern, Klatschmohn, und Efeu wimmelt, in dem eine Rosenhecke das Haus des verschwundenen Jungen überwuchert und der Bach vor Évis Fenster rauscht, auch nie die Grenze zum Kitsch. Denn es kennt die hellen Tage nur als Vorderseite der dunklen. In die Seiten seines Poesiealbums ist der Totenkopf eingestempelt. Keine der zentralen Figuren stirbt in "Die hellen Tage", aber bei manchen kann man schon den Punkt in der Ferne sehen, an dem ihre Lebenslinien enden. Selbst in dem, was es auslässt, ist das Buch so präzise wie eine von Karls geisterhaften Fotografien.

Kirchblüt heißt das Dorf. Évi und Zigi, ihr saisonweise wiederkehrender Mann, sind Zirkusartisten, ebenso wie jene Frau, die man nur unter ihrem Codenamen "Libelle" kennenlernt und deren Rolle in Ajas Leben erst ganz zum Schluss enthüllt wird. Einige der wichtigsten Szenen der Geschichte spielen in Heidelberg, und als die drei Freunde entscheiden müssen, wo sie ihr Studium beginnen wollen, gehen sie selbstverständlich nach Rom. Es sind die Wege und Welten der deutschen Romantik, die hier in der Maske einer Sechziger-Jahre-Kindheit beschworen werden, von Eichendorffs "Taugenichts" bis zu den späten Prosablumen eines Hermann Hesse. Dass jemand diesen Sehnsuchtston noch einmal treffen würde, war in den Zeiten von Facebook und Youtube nicht zu erwarten. Um so beglückender, dass es Zsuzsa Bánk gelungen ist, in einem Buch, dessen einziger Makel darin besteht, dass es irgendwann aufhört.

ANDREAS KILB

Zsuzsa Bánk: "Die hellen Tage". Roman. S. Fischer, 541 Seiten

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Bewertungen unserer Kunden
Die hellen Tage
von Gisela B. - 19.09.2013
In leiser Sprache und poetischen Bildern erzählt die Autorin nicht nur die Geschichte dreier Kinder und ihrer Familien, die in den 60er Jahren in Süddeutschland zusammenwachsen, sondern auch von uns allen, wer wir sind, was uns ausmacht. Und über die Wichtigkeit der Menschen, die uns begegnen und durch's Leben begleiten. Eine höchst lesenswerte Hommage an Freundschaft, Liebe und Zusammenhalt.
Die hellen Tage
von Freiderike H. - 19.05.2011
Freundschaft, Liebe, Lüge, das sind Themen die schon in der scheinbar heilen Kinderwelt spürbar sind, aber sie begleiten das ganze Leben und immer wieder sind sie die großen Herausforderungen. Großartiger Roman!
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