Napoleon

Ein Leben. Originaltitel: Napoleon. The Man Behind the Myth. mit 39 Abbildungen und 28 Karten. gebunden.
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«Was für ein Roman war mein Leben», hat Napoleon einmal gesagt. Der Sohn aus einer armen Familie wird mit 26 Jahren General, kaum zehn Jahre später ist er Herr über Europa. Monarchen zittern vor ihm, die Völker bejubeln ihn als Herold einer Zeitenwen … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Napoleon
Autor/en: Adam Zamoyski

ISBN: 3406724965
EAN: 9783406724961
Ein Leben.
Originaltitel: Napoleon. The Man Behind the Myth.
mit 39 Abbildungen und 28 Karten.
gebunden.
Übersetzt von Ruth Keen, Erhard Stölting
Beck C. H.

18. September 2018 - gebunden - 863 Seiten

Beschreibung

«Was für ein Roman war mein Leben», hat Napoleon einmal gesagt. Der Sohn aus einer armen Familie wird mit 26 Jahren General, kaum zehn Jahre später ist er Herr über Europa. Monarchen zittern vor ihm, die Völker bejubeln ihn als Herold einer Zeitenwende. Doch der korsische Komet verglüht so rasch, wie er aufgestiegen ist. Nach den gefeierten Bestsellern "1812" und "1815" legt Adam Zamoyski nun sein Meisterwerk vor - die Biographie des berühmtesten Feldherrn und Herrschers in der Geschichte Europas.

Mit der souveränen Sachkenntnis einer lebenslangen Beschäftigung entführt uns der geborene historische Erzähler Zamoyski in eine Epoche, wie sie dramatischer nicht sein könnte. Er begreift Napoleon im Kontext der Aufklärung, schildert die Stationen dieses unglaublichen Lebens, illuminiert mit sicherer Hand Charaktere und Konstellationen. Aber zugleich versteht er es auf unnachahmliche Weise, den Leser zu unterhalten und die Geschichte mit Leben zu erfüllen. Sein «Napoleon» ist prallvoll mit Anekdoten und ein opulentes historisches Lesevergnügen voller Pointen und scharfsichtiger Beobachtungen.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt



Vorwort

1. Ein scheuer Messias

2. Inselträume

3. Der Kadett

4. Freiheit

5. Korsika

6. Frankreich oder Korsika

7. Der Jakobiner

8. Jugendlieben

9. General Vendémiare

10. Italien

11. Lodi

12. Sieg und Legende

13. Herr über Italien

14. Lockendes Morgenland

15. Ägypten

16. Pest

17. Der Retter

18. Nebel

19. Der Konsul

20. Konsolidierung

21. Marengo

22. Caesar

23. Frieden

24. Der Befreier Europas

25. Ihre konsularische Majestät

26. Auf dem Weg zum Imperium

27. Napoleon I

28. Austerlitz

29. Kaiser des Westens

30. Der Herr Europas

31. Der Sonnenkaiser

32. Kaiser des Ostens

33. Der Preis der Macht

34. Apotheose

35. Zenit

36. Blinde Macht

37. Der Rubikon

38. Nemesis

39. Pyrrhussiege

40. Letzte Chance

41. Der verwundete Löwe

42. Vereinsamung

43. Der Verbannte

44. Eine Dornenkrone



Anhang

Anmerkungen

Personenregister

Portrait

Adam Zamoyski lebt als freier Autor und Historiker in London. Seine Bücher «1812. Napoleons Feldzug in Russland» und «1815. Napoleons Sturz und der Wiener Kongress» waren international erfolgreich und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien sein Buch «Phantome des Terrors. Die Angst vor der Revolution und die Unterdrückung der Freiheit 1789 1848».

Pressestimmen

"Napoleon soll am Ende seines Lebens gesagt haben: 'Was für ein Roman war mein Leben.' Zamoyski hat diesen Roman meisterhaft erzählt."
Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Gerd Fesser

"Ein jeder Leser wird das Buch mit Vergnügen und auch mit Gewinn lesen."
sehepunkte, Manfred Hanisch

"Zamoyski zeichnet das Bild einer Epoche."
Neue Zürcher Zeitung

"Mit vielen Anekdoten gespickte Biografie."
HÖRZU Wissen, Sabine Ulrich

"Zamoyski ist ein großartiger Schriftsteller, das Buch liest sich spannend wie ein Roman."
Dresdner Morgenpost

"In diesem Buch ist jedes Kapitel pure Unterhaltung. Eine lesenswerte Biographie."
Kölner Stadt-Anzeiger, Michael Hesse

"Ein blendender Erzähler"
Süddeutsche Zeitung, Gustav Seibt

"Wahrscheinlich die ehrlichste Napoleon-Biographie, die jemals geschrieben wurde."
The Times

"Jetzt legt Zamoyski sein Meisterwerk vor. (...) Mit der souveränen Sachkenntnis einer lebenslangen Beschäftigung entführt uns der geborene historische Erzähler in eine Epoche, wie sie dramatischer nicht sein könnte."
Der neue Tag

"Magnificent new biography."
Economist

"Monumentale Biografie."
ZEIT, Jens Jessen

"Das Herausragende an der umfangreichen und fesselnd geschriebenen Napoleon-Biografie des Historikers Adam Zamoyski ist, dass er dessen Persönlichkeit und sein politisches Werk jenseits von jeglicher Anbetung oder Verteufelung sichtbar werden lässt."
Frankfurter Rundschau, Wilhelm von Sternburg

"Adam Zamoyskis 'Napoleon' (...) ist, traut man den bereits erschienenen englischsprachigen Besprechungen, das unterhaltsamste, anekdotenreichste Buch über den Feldherrn und Herrscher, das seit langer Zeit geschrieben wurde."
Berliner Morgenpost, Felix Müller

"Napoleon ist ein Meisterwerk durch und durch und Lesevergnügen pur."
Antony Beever

"Adam Zamoyski entrümpelt zwei Jahrhunderte voller Mythen, räumt mit apokryphen Geschichten und Legenden auf und schenkt uns endlich den wirklichen Napoleon."
Anne Applebaum

"Eine ganz hervorragende Biographie Napoleons: frisch, nuanciert, hinreißend geschrieben und vor allem: spannend. Adam Zamoyski zeigt uns Napoleon ebenso als Triumph der Fortüne und der Macht der Umstände wie als das unbesiegbare Genie der Legenden."
Simon Sebag-Montefiore

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 06.10.2018

Der Wahrheit stets eine Nasenlänge voraus

Ein schlechter Reiter und lausiger Kutscher: Adam Zamoyski nimmt sich Napoleon vor und gerät ins Raunen. Auch des Kaisers Intimleben wird nicht ausgespart.

Von Andreas Kilb

Die Schlüsselszene dieses Buches spielt in Italien. Die französische Revolutionsarmee unter ihrem General Napoleon Bonaparte hat ein österreichisches Korps in Mantua eingeschlossen. Zwei Entsatzheere nähern sich Anfang November von Norden und Osten. Bonaparte will dem östlichen Angriffskeil in die Flanke fallen, während ein Teil seiner Armee die übrigen Österreicher nördlich von Verona aufhält. Der Flankenstoß führt über den Alpone, einen Nebenfluss der Etsch. Die entscheidende Brücke liegt bei dem Dorf Arcole.

Die Franzosen versuchen sie am 15. November im Sturm zu nehmen, aber die Verteidiger sind gut verschanzt. Als die erste Attacke scheitert, steigt der General vom Pferd und ergreift eine Fahne. Der Trupp, den er anführt, wird von einer gut gezielten Salve empfangen, die seinen Adjutanten tötet. Seine überlebenden Begleiter stoßen Bonaparte in einen Entwässerungsgraben. Triefnass, aber unverletzt wird er aus dem Wasser gezogen. Die Brücke bleibt in österreichischer Hand. So weit die Fakten.

In Bonapartes Bulletin an das fünfköpfige Direktorium in Paris, das nach dem Sturz Robespierres die Revolutionsgeschäfte führt, klingt alles ganz anders. Hier verschmilzt die Schlappe bei Arcole mit den Gefechten der folgenden Tage, die die Österreicher schließlich doch zum Rückzug zwingen, zu einem einzigen, durch Bonapartes Fahnenmarsch ausgelösten Triumph. Noch im selben Monat beginnt Antoine-Jean Gros, der die französische Armee begleitet, mit seinem Ölbild "Bonaparte an der Brücke von Arcole".

Es zeigt den General in Galauniform mit gezücktem Schwert und wehendem Haar. Das Gemälde, durch zahlreiche Drucke verbreitet, wird zur Ikone der siegreichen Revolution. Im Jahr darauf richtet das Direktorium für Bonaparte, der auf eigene Faust mit dem Kaiser in Wien Frieden geschlossen hat, eine Staatsfeier aus. Zwei Jahre später wird es von ihm gestürzt.

Bonapartes Schlachtberichte und die Bilder, die sie begleiteten, schufen "ein unterschwelliges Gefühl des Übernatürlichen, des Wunderbaren, eines Abenteuers, das von Männern bestritten wurde, die so übermenschlich wirkten wie die Helden der ,Ilias'", schreibt Adam Zamoyski in seiner Napoleon-Biographie. Sie gaben einem Land, das seine Führungsschicht geköpft oder vertrieben hatte, und einem Kontinent, der sich nach Reformen sehnte, einen neuen Heldentypus, dessen Faszination nie ganz erloschen ist und mit dem sich jeder Biograph ein weiteres Mal auseinandersetzen muss.

Der Brite Zamoyski, der vor sechs Jahren bereits die Mythen, die sich um Napoleons Russland-Feldzug ranken, in einer vielbeachteten Studie dekonstruiert hat, schien dafür der richtige Mann zu sein, und die ersten Kapitel des Buches, in denen er die Kindheit und Jugend seines Helden und dessen wachsende Fähigkeit zur Selbststilisierung vor dem Hintergrund der politischen Umwälzungen seiner Zeit beleuchtet, bestätigen diese Erwartung. Leider bleibt es nicht dabei. Das liegt nicht daran, dass Zamoyski, wie viele Biographen vor ihm, seinem Gegenstand auf den Leim gegangen wäre. Aber er ist der Versuchung erlegen, die ein Projekt dieser Größe unvermeidlich mit sich bringt. Je weiter Zamoyskis Studie vorankommt, desto störender macht sich sein Ehrgeiz bemerkbar, das endgültige, abschließende Buch zum Thema zu schreiben. Die Furcht, etwas Wichtiges auszulassen, zieht seine Darstellung oft ins Pedantische, etwa bei den Details von Napoleons Eheleben mit Joséphine de Beauharnais oder der Holland-Reise mit seiner zweiten Frau Marie-Louise von Österreich.

Umso oberflächlicher wird die Militär- und Sozialgeschichte des Revolutionszeitalters abgehandelt. Napoleons Ruhm als Feldherr war kein reiner Propagandaeffekt. Die schulbuchmäßig geführten Armeen des Absolutismus hatten seinen Kolonnenangriffen auf ihr Zentrum nichts entgegenzusetzen. Die Massen, die dabei zum Einsatz kamen, waren selbst ein Produkt der Revolution, und sie trugen die nationale Idee, der sie auf dem Schlachtfeld Form gaben, in die von ihnen besetzten Länder. Zamoyski kennt zwar jedes Gefecht beim Namen, aber der Gedanke, dass Napoleons Taktik eine Form des Politischen war, ist ihm fremd, weshalb er auch die Pointe verpasst, dass ihre Übernahme durch die Koalitionsheere seinen politischen Untergang bedeutete.

Überhaupt leidet dieses Buch nicht gerade an einem Übermaß an analytischer Kraft. Weil Zamoyski keine klare Haltung zu seinem Gegenstand hat, erzählt er einfach alles Mögliche, und am besten ist er im Anekdotischen. Napoleon ist ein schlechter Reiter und lausiger Kutscher, als er einen Sechsspänner lenkt, fährt er ihn gegen einen Poller; vor der Überquerung des Njemen scheut sein Pferd vor einem Hasen, was als schlechtes Omen gilt; beim Kongress in Erfurt schurigelt er die gekrönten Häupter ("Schweigen Sie, König von Bayern!"); seine Gattin besitzt 498 Blusen und 785 Paar Schuhe; in Burgos lässt er sich "eine junge Jungfrau zuführen", wird aber von ihrem starken Parfüm abgeschreckt. Hier tut die unbeholfene Übersetzung ein Übriges, um Zamoyskis Prosa an den nächsten Poller zu fahren; aber auch an besser übersetzten Stellen ist kein Gedanke in Sicht.

"Napoleon. Ein Leben" ist eher ein Katalog als eine Biographie, mit Zamoyski als übereifrigem und zugleich überfordertem Kurator. Dabei wäre eine medienkritische Betrachtung von Napoleons Kaisertum in Zeiten der Twitter-Demokratie und der türkisch-russischen Bildschirmdiktatur mehr als willkommen gewesen. Friedrich der Große hatte als Erster begriffen, dass absolute Herrschaft im Zeitalter der europäischen Aufklärung eine Frage der Selbstinszenierung war. Aber während der Preußenkönig seine Kriegsberichte und Pamphlete vor allem für andere gekrönte Häupter und lange nach den Ereignissen verfasste, lenkte Napoleons Propaganda die Öffentlichkeit gleichsam in Echtzeit. Die Bulletins der Grande Armée, von ihm selbst verfasst oder mindestens redigiert, erschienen im "Moniteur", bevor irgend ein Gerücht über den tatsächlichen Ausgang der Schlachten die Runde machen konnte; die Lüge war der Wahrheit um eine Nasenlänge voraus. Um diese Imagepolitik zu perfektionieren, brauchte Napoleon den Apparat des Kaiserreichs, und um sie durchzusetzen, musste er ihren Geltungsbereich immer weiter ausdehnen. Er war also nicht im Widerspruch mit sich selbst, als er sich die Krone aufsetzte, wie Zamoyski meint, sondern erst richtig bei sich angelangt.

Seinen Tiefpunkt erreicht Zamoyskis Buch bei den Kommentaren zu Napoleons Intimleben. Kein Biograph kann heute gänzlich auf Schlafzimmerblicke verzichten, aber eine Bemerkung wie jene, die Vorliebe des jungen Bonaparte für erfahrene Frauen sei typisch "für die sexuell Unversierten", streift die Grenze zum Peinlichen. Über Napoleons Geliebte Maria Walewska raunt Zamoyski, es sei "unwahrscheinlich, dass sie seiner sexuellen Leistungsfähigkeit gegenüber kritisch gewesen" sei. Man fragt sich, wo bei solchen Patzern das sonst so leistungsfähige Lektorat des Beck Verlags geblieben ist. Wahrscheinlich bei den Unversierten.

Adam Zamoyski: "Napoleon". Ein Leben.

Aus dem Englischen von Ruth Keen und Erhard Stölting.

Verlag C. H. Beck, München 2018. 863 S., Abb., Karten, geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Bewertungen unserer Kunden
Napoleon - detailverliebte Biographie
von Sikal - 06.12.2018
Von Napoleon wollte ich schon immer eine Biographie lesen, um endlich mal mein Wissen aufzustocken. Irgendwie hatte ich das immer wieder verschoben. Als nun die Biographie von einem absoluten Kenner Napoleons und seiner Zeit - Adam Zamoyski - erschien, wollte ich unbedingt endlich mehr über diesen Machtmenschen wissen. Der Autor erklärt in einer Einleitung seine Intention, seinen Schwerpunkt und weist auf die Anfangsjahre und Lehrjahre hin, denen er mehr Raum gibt als den Machtjahren, da diese Anfänge seiner Meinung nach für das Gesamtverständnis wichtiger sind. Alles schön und gut - doch mit einer solchen Ausführlichkeit habe ich hier nicht gerechnet. Jedes kleinste Detail, wann denn jemand von A nach B oder retour kommt, wann jemand aufsteht, mit jemandem spricht oder ob die Sonne scheint, sind belanglose Kleinigkeiten, die nur mit Mühe durchzustehen sind. Natürlich wird der Lebensweg Napoleons nachgezeichnet (ist ja auch der Sinn einer Biographie), werden die politischen Querelen aufgearbeitet und analysiert, doch im Großen und Ganzen steht immer sein persönliches Umfeld, seine familiären Belange und sein Machtstreben im Vordergrund. Klar hervorkommen sein plötzlicher Sinneswandel und der Hang zum Luxus als er dazu die Möglichkeit hat. Der Schreibstil Zamoyskis ist ausführlich und romanhaft, trotzdem musste ich mich manches Mal zum Weiterlesen zwingen. Die Kapitel sind relativ kurz und geben dem Buch so auch Struktur. Doch hätte ich mir über die militärischen Belange, die strategischen Überlegungen und auch den Russlandfeldzug mehr erwartet. Dass Zamoyski seine subjektiven Ansichten einfließen lässt und Napoleons Taten quasi beschönigt, kann ich in einem Sachbuch nicht ganz nachvollziehen. Hier hätte ich mir mehr Objektivität gewünscht. Wenn ich nun (nach immerhin weit mehr als 700 Seiten) nachdenke, welche Erkenntnis ich nun aus diesem Buch ziehe, fällt mir nichts ein. Dinge, die ich bereits wusste, habe ich wieder gelesen. Auf viele Belanglosigkeiten hätte ich verzichten können. Nun hoffe ich, eine Biographie zu finden, die mich begeistert und mein Wissen erweitert. Dieser hier kann ich leider nur 2 Sterne geben.
Hat mich nicht vollends überzeugt
von bellis-perennis - 27.11.2018
Adam Zamoyski hat nach seinen Werken "1812 - Napoleons Feldzug in Russland", "1815 - Napoleons Sturz und der Wiener Kongress" und "Phantome des Terrors" eine Biografie des Kaisers der Franzosen nachgereicht. Anders als in anderen Biografien nehmen Napoleons Jugend einen verhältnismäßig großen Raum ein. Der Autor begründet dies so: "Ich habe Napoleons Lehrjahren im Vergleich zu der Zeit, als er an der Macht war, mehr Raum gewidmet, weil ich der Meinung bin, dass sich in ihnen der Schlüssel zum Verständnis seines außerordentlichen Lebensweges befindet." (S. 14f) In insgesamt 44 Kapiteln versucht der polnisch-amerikanische Sachbuchautor die Person Napoleon Bonaparte auszuleuchten. Nicht immer ist der Autor hier objektiv. Vor allem, weil Zamoyski vorranging französische Quellen heranzieht, die naturgemäß eher pro-napoleonisch gefärbt sind. Hier wäre ein bisschen mehr Vielfalt angebracht gewesen. Die militärischen Ereignisse sind Zamoyski jeweils oft nur wenige Seiten wert, was er aber in seiner Einleitung begründet. So berichtet er über den Russlandfeldzug nur rund 50 Seiten, die, wenn man das Geschwurbel abzieht, maximal 25 Seiten lang sind. Hier keimt leise der Verdacht auf, die Leser sollen Zamoyskis Buch "1812" lesen. Mit jedem weiteren Jahr seiner Herrschaft klaffen Napoleons Selbstbild und Fremdwahrnehmung auseinander. Spätestens bei der Hochzeit mit der Habsburgerin Louise wäre ein Umdenken seiner Politik opportun gewesen. Mit den Jahren wirkt er "beratungsresistent". Von den meisten alten Monarchien als Parvenu angesehen, fühlt er sich in seiner Position angefeindet und entwickelt eine Paranoia. Selbst langgedienten Weggefährten unterstellt er Verrat. Viele seiner Generäle murren, doch Staatsstreich wagt keiner. Zwar gibt es mehrere Attentatsversuche, die allesamt entweder rechtzeitig aufgedeckt oder misslingen. Allerdings ist auch hier nicht ganz klar, welche davon real waren oder aber der Propaganda Napoleons entsprangen, um den Nimbus des "Unzerstörbaren" zu schüren. Was also erfährt der Leser Neues über den Emporkömmling und Usurpator? Je nachdem wie intensiv man sich bereits vorher mit Bonaparte beschäftigt hat, wenig bis nichts. Dass er ein Blender, ein Menschenfänger und ein Machtmensch war? Dass er es geschickt vermochte, Steuergeld in seine eigenen Taschen umzuleiten? Dass er ein Familienoberhaupt, ähnlich einem Mafiapaten war? Dass seine Geschwister ihm seine Positionen zu verdanken hatten? Der interessierte Leser hat dies schon länger gewusst. Dazu braucht es diese Biografie nicht unbedingt. Manche Kapitel lesen sich eher wie ein Roman und weniger wie ein Sachbuch. Unbestritten war sein Organisationstalent, ob er wirklich das militärische Genie war, als das er häufig hingestellt wird, kann und darf in manchen Fällen in Frage gestellt werden. Sein Charisma hat zwar viel dazu beigetragen, dass sich seine Soldaten mit letztem Einsatz in oft hoffnungslosen Situationen begeben haben, die er letztlich selbst verschuldet hat. Als "Erfinder" der Propaganda macht er aus jeder Lappalie einen riesigen militärischen Erfolg. Aus der revolutionären Medienvielfalt wird eine von Napoleon gelenkte Einheitspresse. Gedruckt wird nur, was der Kaiser befiehlt. In den letzten Kapiteln, der Verbannung nach Sankt Helena, erleben wir einen beinahe wehleidigen Bonaparte. Er schreibt neben einer Vielzahl von Beschwerden über seine Behandlung seine Memoiren, die in gewohnter Weise eine sehr eingeschränkte Sichtweise bieten. Adam Zamoyskis Biografie hätte sich gut und gerne um ein Drittel kürzen lassen. Oftmals wird der Leser mit Geschwurbel und belanglosen Details überfrachtet. So ist es für das Verstehen von Napoleons Charakter völlig unerheblich, ob Joséphine in Malmaison Tiere wie Lamas oder Gazellen in einer Menagerie sammelt oder nicht (S. 370). Fazit: Nicht die beste Biografie über Napoleon und schon gar nicht das beste Buch von Adam Zamoyski. Ich kann hier nur mit Anstrengung 3 Sterne vergeben.
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