Das wirkliche Leben

Roman. Originaltitel: La Vraie Vie.
Buch (gebunden)
Kundenbewertung: review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.5 review.image.2
Die geheime Macht der Beute




Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt ein Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten.

Buch (gebunden)

18,00 *

inkl. MwSt.
Portofrei
Sofort lieferbar
Das wirkliche Leben als Buch (gebunden)

Produktdetails

Titel: Das wirkliche Leben
Autor/en: Adeline Dieudonné

ISBN: 3423282134
EAN: 9783423282130
Roman.
Originaltitel: La Vraie Vie.
Übersetzt von Sina De Malafosse, Sina de Malafosse
dtv Verlagsgesellschaft

24. April 2020 - gebunden - 238 Seiten

Beschreibung

»Nach kaum einer Seite wusste ich, dass ich diesen Roman lieben würde. Zart und roh, magisch und schmerzhaft, wunderschön und gleichzeitig furchterregend hässlich bildet Adeline Dieudonné Das wirkliche Leben in all seinen Facetten ab. Ein wahres, kleines Kunstwerk.« Romy Hausmann
Eine Reihenhaussiedlung am Waldrand, wie es viele gibt. Im hellsten der Häuser wohnt ein zehnjähriges Mädchen mit seiner Familie. Alles normal. Wären da nicht die Leidenschaften des Vaters, der neben TV und Whisky vor allem den Rausch der Jagd liebt.
In diesem Sommer erhellt nur das Lachen ihres kleinen Bruders Gilles das Leben des Mädchens. Bis eines Abends vor ihren Augen eine Tragödie passiert. Nichts ist mehr wie zuvor. Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt das Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten. Von Sommer zu Sommer spürt sie immer deutlicher, dass sie selbst die Zukunft in sich trägt, wird immer selbstbewusster ihr Körper aber auch immer weiblicher, sodass sie zusehends ins Visier ihres Vaters gerät.

Portrait

Adeline Dieudonné, 1982 in Brüssel geboren, wo sie mit ihren beiden Töchtern auch heute wieder lebt, ist von Beruf Schauspielerin. Nach mehreren preisgekrönten Erzählungen und einem erfolgreichen One-Woman-Theaterstück hat ›Das wirkliche Leben‹ die Herzen der französischsprachigen Leser im Sturm erobert: Das grandiose Romandebüt stand monatelang auf der französischen Bestsellerliste, wurde mit 14(!) Literaturpreisen ausgezeichnet und wird in 20 Sprachen übersetzt.


Pressestimmen

»Das Überraschende an 'Das wirkliche Leben' ist seine überzeugende Mischung aus Märchen und Thriller, aus Gesellschaftsroman und Horrorgeschichte.«
Judith Peters, BRF 01.07.2020
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Ihrem Buchhändler
von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung Neumünster Gänsemarkt - 12.10.2020
Eine Reihenhaussiedlung irgendwo im Nirgendwo. Im schönsten und hellsten Haus der Siedlung lebt - im Schutz eines Waldes - eine vierköpfige Familie. Auf den ersten Blick eine Idylle. Doch der Schein trügt! Der Vater hat zwei Obsessionen, die Jagd und den Alkohol. Als sich vor dem zehnjährigen Mädchen - der namenlosen Ich-Erzählerin - und ihrem jüngeren Bruder eine Tragödie ereignet, gerät das Leben der Familie vollkommen aus den Fugen ... "Das wirkliche Leben" ist schonungslos und zutiefst schockierend, atemlos zieht der Roman seinen Leser in eine Welt, die zwischen Wirklichkeit und (Horror-)Märchen hin- und herpendelt.
Ingrid S.
von Ingrid S. - Hugendubel Buchhandlung Neubrandenburg Stargarder Str. - 12.10.2020
Ein Buch wie ein "Faustschlag" - wenn man es zu Ende gelesen hat, muss man erstmal die Luft anhalten. Gewalt in der Familie - schwere Kost -, aber sprachlich in einer Form verarbeitet ... Man kann nicht aufhören zu lesen.
Jens M.
von Jens M. - Hugendubel Buchhandlung Frankfurt am Main Steinweg - 16.07.2020
Man kann sich der Geschichte der Ich-Erzählerin nicht entziehen. In eher tristen, jedenfalls wenig […] und […] Lebensumständen beweisen die Helden immer wieder ungeheuren Lebenswillen!
Bewertungen unserer Kunden
Eine grausame Kindheit + stellenweise schaurige Schreibweise (oder Übersetzung)
von Xirxe - 27.07.2020
Ein namenloses junges Mädchen erzählt von ihrer Kindheit bis hin zu dem Tag, an dem das Grauen jener Zeit fast so endete wie es begann - mit einem zerstörten Gesicht. Obwohl - das Grauen begann schon viel früher ... Die Eltern des kleinen Gilles und seiner vier Jahre älteren Schwester sind ein ungleiches Paar und alles andere als glücklich. Der Vater grobschlächtig, cholerisch, dominant, gewalttätig; die Mutter voller Angst, ohne Selbstbewusstsein, wie eine Amöbe wie ihre Tochter sie nennt. Regelmäßig wird sie wegen Nichts von ihrem Mann verprügelt, ohne dass sie sich wehrt. Und die Kinder wissen, irgendwann wird es auch sie treffen. Doch die große Schwester schützt ihren Bruder, bis dieser wie auch sie Zeuge eines entsetzlichen Unglücks wird. Ab diesem Tag zieht Gilles sich von seiner Schwester zurück und beginnt, sich in Richtung seines Vater zu entwickeln. Es ist eine grauenvolle und auch brutale Geschichte, die im Tonfall eines jungen Menschen erzählt wird. Grundsätzlich gelingt dies recht gut, aber wie manche Stilmittel völlig überzogen werden, ist stellenweise wirklich gruselig. Beispielsweise Vergleiche wie Denn das Leben war nun mal eine Ladung Fruchtpüree in einem Mixer und man musste aufpassen, in dem Strudel nicht von den Klingen nach unten gezogen und zerkleinert zu werden. oder Allegorien wie Die tief stehende Morgensonne leckte mir die Tränen von den Wangen. oder ... ein Schluchzen legte seine Tentakeln um meine Kehle.. Was hat die Autorin während des Schreibens denn zu sich genommen? Und falls sie das wirklich geschrieben haben sollte: So etwas mögen tatsächlich die französischen Buchhändlerinnen? Oder liegt es vielleicht an der Übersetzung? Störend empfand ich auch die Verachtung des jungen Mädchens gegenüber seinem ganzen Umfeld. Die anderen Schülerinnen und Schüler ihrer Klasse: praktisch alles Deppen. Die Nachbarschaft in ihrem Zuhause: alles Idioten. Merkwürdigerweise sind jedoch die Leute, die sie näher kennenlernt, dann plötzlich alles tolle Menschen - wie kann das denn sein? Meine Begeisterung hält sich aus diesen Gründen in Grenzen, auch wenn ich trotz der sprachlichen Schaurigkeiten unbedingt wissen wollte, wie die Geschichte endet. Ein Lieblingsbuch von mir wird es aber bestimmt nicht.
Völlig unerwartete, verstörende Geschichte
von Gisel - 23.07.2020
In einer gesichtslosen Reihenhaussiedlung wohnt ein zehnjähriges Mädchen mit seiner Familie. Besonders kümmert es sich um seinen kleinen Bruder Gilles, denn sonst tut das niemand: Der Vater liebt vor allem den Rausch der Jagd, ansonsten seinen Fernseher und Whisky, die Mutter ist fast ausschließlich damit beschäftigt, unscheinbar zu sein, damit der Vater sie nicht verprügelt. Als beide Kinder eine traumatische Situation erleben, bleiben sie mit ihrem Schrecken allein. Das Mädchen will dem Bruder unbedingt sein Lachen wieder zurückbringen¿ Diese Geschichte kommt bereits auf den ersten Seiten mit einer Wucht daher, die sich kaum aushalten lässt. Das Mädchen erhält nie einen Namen in dieser Geschichte, dafür aber ist es eine Heldin und Kämpferin wie kein anderer in dieser Erzählung. Ist es zunächst die Mutter, die als Punchingball für die Launen des Vaters herhalten muss, geschieht dies später auch mit dem Mädchen selbst, auf eine Art und Weise, die mich sprachlos hinterlassen hat. Wobei die Erwachsenen in diesem Buch fast allesamt schlecht dabei wegkommen, auf die eine oder andere Weise. Hier gerät m.E. die Geschichte zu sehr schwarz-weiß. Und dennoch ist die Erzählung beklemmend und verstörend, sie bringt das wichtige Thema häusliche Gewalt auf einen erschütternden Höhepunkt. Dieses Buch mit dieser völlig unerwarteten, verstörenden Geschichte und einem äußerst wichtigen Thema empfehle ich sehr gerne weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.
Eine unverblümte schockierende Erzählung über das Leben
von Bookflower173 - 16.07.2020
Es geht um ein zehnjähriges Mädchen, welches mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder Gilles in einer Reihenhaussiedlung wohnt. Von ihren Eltern hat sie nie Geborgenheit und Liebe erfahren, weshalb Gilles ihre einzige Stütze in der Familie ist. Sie tut alles, um ihren Bruder fröhlich zu machen und zum Lachen zu bringen, damit wenigstens er mit Liebe aufwächst. Eines Tages jedoch kommt es zu einem schlimmen Unfall, der das Leben dieser Kinder auf den Kopf stellt. Meine Meinung Durch den einfachen Schreibstil ließ sich das Buch sehr schnell lesen. Ich habe das Buch in einem Stück durchgelesen, weil nach jeder einzelnen Seite wissen wollte, wie es weitergeht. Es werden wichtige und ernstzunehmende Themen behandelt, die leider bei einigen zum wirklichen Leben dazugehören. Es ist bewundernswert, wie liebevoll die Protagonistin ist, obwohl sie in ihrer Familie nie Liebe erfahren hatte. Ihre Herzlichkeit hat sie trotz der vielen schlimmen Ereignisse nie verloren. Man konnte ihrer Entwicklung zu einer selbstbewussten jungen Frau sehr gut folgen, obwohl man diese Entwicklung an einigen Stellen noch stärker hätte hervorheben können. Die Geschichte ist sehr heftig und nichts für schwache Nerven, da viele brutale und schockierende Szenen vorhanden sind Fazit Ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, weil die Thematik sehr wichtig ist und man das Buch nicht vergessen kann, nachdem man es einmal gelesen hat.
Spannend und erschütternd zugleich ...
von Mona Lena - 14.07.2020
Die belgische Autorin Adeline Dieudonne hatte mit ihrem Debütroman Das wirkliche Leben in Frankreich einen riesigen Erfolg mit einem Buch, das den Leser sprachlos zurück lässt, erzielt. Kurz zur Geschichte: Sie ist geschrieben aus der Sicht eines 10 jährigen Mädchens, welches mit Vater, Mutter und kleinem Bruder in einer ruhigen Reihenhaussiedlung lebt. Eine heile Welt auf den ersten Blick. Allerdings liebt der dominante Vater die Jagd und hat auch Zuhause die Macht. Das Mädchen bemüht sich sehr ihren kleinen Bruder von allem fernzuhalten und sein Lachen zu bewahren. Dazu erfindet sie eine Parallelwelt. Als ihr nach einem traumatischen Erlebnis nicht mehr gelingt den Zugang zu ihm zu bekommen, versucht sie alles um sein Lachen wieder zurück zu holen Die Geschichte erschrickt teilweise durch die Brutalität der Lebensumstände. Aber Dank dem ungebrochenen Mut des Mädchens, welches uns zeigt das Aufgeben und zur Amöbe werden, so wie ihre Mutter, keine Lösung ist. Sie macht sich auf,einen Weg in die Zukunft zu finden um das Leid ungeschehen zu machen. Gelingt es ihr? Das Buch hat mich sehr bewegt. Einerseits hat es mich sehr interessiert, andererseits echt geschockt. Meiner Ansicht nach nur zu empfehlen für Leser mit guten Nerven.
Das gallische Dorf
von Kaffeeelse - 12.07.2020
Das ist ein Buch, von dem ich gar nicht gedacht hätte, dass es so bei mir einschlägt. Kindlich, leicht und locker, genauso wirkt dieses Buch, wenn es vor mir liegt. Vor allem das pinke Kaninchen strahlt etwas lockeres und fluffiges aus. Oder wird man hier in die Irre geführt. Denn der Klappentext klingt gar nicht fluffig. Wenn man dieses Buch dann liest, verliert es schnell das Lockere und Fluffige, entwickelt es einen Sog, der mitreißt, der dich dieses Buch nicht mehr weglegen lässt. Und im Hintergrund lauert beim Lesen ein Grauen, dass mich erschauern lässt, ab und zu kommt es vor und schockiert, tief und schmerzhaft, manchmal kommt es völlig unerwartet, manchmal wartet man förmlich auf das grauenhafte Geschehen. Ein junges Mädchen erzählt, ein von der Liebe zu ihrem Bruder erfülltes Mädchen erzählt. Sie erzählt vom Älter werden, sie erzählt vom erwachsen werden, vom erwachsen werden müssen. Dabei strahlt die Erzählerin aber eine innere Stärke und Lebendigkeit aus, die unheimlich berührt. Durch einen richtig heftigen Sog kann man dieses Buch nicht mehr weglegen, denn man will wissen, wohin führt diese Handlung. Und trotz der gewählten, auch etwas eigenwilligen Erzählweise wirkt dieser Coming of age Roman anders; etwas düsteres, brutales, rohes, brachiales wird verbunden mit einer kindlichen Sichtweise in einer kleinen und langweiligen Örtlichkeit, verstörend passt hier wohl am besten. Thematisch ist dieses Buch von Adeline Dieudonné wirklich heftig, Kinder, die dem Grauen gegenüber stehen, hilflos und machtlos, die das wirkliche Leben wieder haben wollen, dieses wirkliche Leben mit aller Kraft ihrer Fantasie wieder beleben wollen, die sehen müssen, wie der Vater die Mutter schlägt, sich in eine Bestie verwandelt, die sich selbst in einer latenten Gefahr befinden und manchmal wird diese Gefahr auch wirklich/wahr/real. Ertragbar macht dieses Buch, dass dieser Horror vordergründig immer nur kurz anwesend ist, eher latent im Hintergrund lauert. Doch man spürt was er macht/ was er bewirkt. Und ist zutiefst schockiert. Weiß man doch, dass dieses Buch zwar Fiktion ist, aber solch ein Horror im realen Leben zu finden ist. Eigentlich sind die Kinder hilflose Opfer. Doch die Erzählstimme erkennt, dass sie kein Opfer sein will und verändert sich dementsprechend. Was wie ein Streifen Hoffnung wirkt. Ich kann dieses Buch wirklich empfehlen. Aber Vorsicht! Dieses Buch ist nichts für empfindsame Gemüter!
Das wirkliche Leben
von Gelinde - 10.07.2020
Das wirkliche Leben, von Adeline Dieudonné Cover: In das rosa Kaninchen kann man bestimmt viel hinein interpretieren (nicht so meins). Inhalt: Eine "normale" Familie!? Ein dominanter Vater der alle in Angst und Schrecken hält. Ein traumatisches Ereignis, das das Gefüge in der Familie schleichend ändert. Ein schockierendes Ende. Meine Meinung: Alles beginnt sehr zart und rührend emotional. Die Bindung der Geschwister und der unbedingte Wille der Schwester ihren Bruder zu "retten" wird sehr gut geschildert. Dann wird es immer makaberer, ja grausam, der reinste Horror. Wir werden mit häuslicher Gewalt, Narzissmus, Leid und Schmerz, aber auch mit Mut, Durchhaltevermögen und Liebe konfrontiert. Der Schreibstil ist sehr flüssig und wahnsinnig eindringlich. Die Gedanken und das Handeln des Mädchens wird in phantasievollen und gewaltigen Bildern und Metaphern beschrieben Die Charaktere sind sehr vielschichtig und sehr realistisch, genauso wie die Handlung. Autorin: Adeline Dieudonné, 1982 in Brüssel geboren, wo sie mit ihren beiden Töchtern auch heute wieder lebt, ist von Beruf Schauspielerin. Nach mehreren preisgekrönten Erzählungen und einem erfolgreichen One-Woman-Theaterstück hat 'Das wirkliche Leben' die Herzen der französischsprachigen Leser im Sturm erobert: Das grandiose Romandebüt stand monatelang auf der französischen Bestsellerliste, wurde mit 14 (!) Literaturpreisen ausgezeichnet und wird in 20 Sprachen übersetzt. Mein Fazit: Herzzerreißend, schockierend, spannend, monströs und brutal, aber getragen und getrieben von einer tiefen unauslöschlichen Liebe.
Unglaibliches Debüt
von Quincyliest - 09.07.2020
Dieser Debütroman zieht einen von der ersten Seite an in seinen Bann. Die Protagonistin des Buches, ein junges Mädchen, lebt mit ihrer Familie in einer Reihenhaussiedlung, doch es geht alles andere als idyllisch zu, denn der Vater ist ein brutales und gewalttätiges Monster. Die Autorin beschreibt eindringlich, wie es dem Mädchen gelingt, sich aus der Opferrolle zu befreien und es an innerer Stärke und Kraft gewinnt. Sie will ihre Träume verwirklichen und glaubt an ein echtes und wirkliches Leben. Zum Schluss spitzt sich die Handlung nochmal dramatisch zu, bis es zum Finale kommt. Der Roman hat eine starke Sogwirkung, ist spannend bis zur letzten Seite. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Thematik sehr vielschichtig ist, es geht um Traumatabewältigung, Gewalt, aber auch um liebe, Hoffnung und Stärke. Eine Geschichte, die beim Leser noch lange nachhallt. Empfehlenswert!
Fesselnder Roman
von Bücherwelt1967 - 08.07.2020
Das Buch war ein riesiger Publikumserfolg in Frankreich und erhielt zahlreiche Preise, deswegen war ich sehr gespannt. Die Hauptfigur ist ein junges Mädchen, das mit ihrem geliebten jüngeren Bruder, der stillen Mutter und dem gewalttätigen Vater in einer Reihenhaussiedlung lebt. Der Vater trinkt, quält Tiere, schlägt die Mutter und im späteren Verlauf auch die Tochter. Doch diese erträgt nicht stillschweigend ihr Schicksal, sondern wehrt sich, lässt sich nicht zum Opfer machen und befreit sich letztendlich aus der Opferrolle. Trotz aller Dramatik verliert das Mädchen nicht seinen Lebenswillen und Optimismus, denn es glaubt weiterhin an ein besseres, wirkliches Leben danach . Das Buch ist schonungslos, unglaublich fesselnd und schildert die Geschehnisse eindringlich. Man muss es gelesen haben!
Der Schrei der Hyäne
von milkysilvermoon - 22.06.2020
In einer französischen Reihenhaussiedlung am Waldrand: Mit ihrem jüngeren Bruder Gilles und den Eltern wohnt ein zehnjähriges Mädchen zusammen. Nach außen wirkt die Familie ganz normal, obwohl der Vater einen bedenklichen Hang zu Whisky und die Jagd auf Großwild hat. Doch die Geschwister halten zusammen - bis zu dem Tag, als eine Tragödie vor den Augen der beiden passiert. "Das wirkliche Leben" ist der Debütroman von Adeline Dieudonné. Meine Meinung: Der Roman besteht aus vielen kurzen Kapiteln. Erzählt wird in chronologischer Reihenfolge in der Ich-Perspektive aus der Sicht des Mädchens, allerdings mit erheblichem zeitlichen Abstand. Der Schreibstil ist nüchtern und direkt, aber auch anschaulich und atmosphärisch dicht. Auffallend sind die ungewöhnlichen Metaphern, die ich teils als sehr gelungen, teils als etwas unpassend empfunden habe. Schon nach wenigen Kapiteln entwickelt die Geschichte einen starken Sog, sodass ich das Buch nur ungern zur Seite gelegt habe. Der Fokus liegt auf den vier Familienmitgliedern. Die Gedanken und Gefühle des namenlosen Mädchens lassen sich sehr gut nachvollziehen. Sie ist einerseits kindlich und naiv, aber andererseits zugleich mutig und intelligent. Auch von ihrem Bruder und den Eltern entsteht ein deutliches Bild. Obwohl das Verhalten von Vater und Mutter krass ist, wirken die Figuren nicht unglaubwürdig. Inhaltlich ist der Roman nichts für schwache Gemüter. Dass Gewalt eine große Rolle spielt, wird schon nach wenigen Seiten klar. Auch im weiteren Verlauf schockiert die Geschichte und macht betroffen. Doch es geht nicht nur um Grausamkeiten, sondern auch um die Liebe und den Zusammenhalt zwischen Geschwistern, das Erwachsenwerden und den Kampf um Emanzipation. Bis zum Schluss herrscht eine unterschwellige Spannung, die immer stärker wird. Die Handlung kann mit einigen Wendungen überraschen, ist im letzten Drittel allerdings stellenweise etwas übertrieben. Das Ende konnte mich jedoch wieder überzeugen. Die ungewöhnliche Optik des deutschen Covers weckt Aufmerksamkeit, könnte aber falsche Erwartungen wecken. Gut gefällt mir, dass der sehr treffende Originaltitel ("La vraie vie") ins Deutsche wörtlich übersetzt wurde. Mein Fazit: "Das wirkliche Leben" von Adeline Dieudonné ist ein Roman, der zwar nicht ohne Schwächen ist, aber mich dennoch beeindruckt und berührt hat. Eine empfehlenswerte und außergewöhnliche Lektüre.
Hochgelobt
von Gavroche - 13.06.2020
Ein hochgelobtes Buch, das viele Preise in Frankreich eingeheimst hat und wahnsinnig gute Kritiken erhalten hat. Darum war ich auch so begierig und neugierig auf dieses Buch der belgischen Schriftstellerin Adeline Dieudonné. Eine Geschichte, in der es um Gewalt in der Familie, Traumata, ein Mädchen, das für seinen kleinen Bruder und auch ein wenig für sich selbst kämpft mit einem beängstigenden, gewalttätigen Vater und einer Mutter, die sie nur als Amöbe bezeichnet, die nur aufblüht, wenn sie sich um ihre Ziegen kümmert, die sie hinten im Garten hält. Ein Mädchen, das in einer tristen Wohngegend aufwächst, das anders ist, das sich für Physik und die Naturwissenschaften fasziniert - und das eigentlich nur aus einem Grund. Ja, alles sehr interessant, aber ich kam mit dem Schreibstil und der Art zu erzählen nicht klar. Dabei mag ich französischsprachige Autoren sehr und ihre oft andere Art, aber mit diesem Buch bin ich leider nicht warm geworden.
Chapeau!
von SuPro - 08.06.2020
Kann man die Zeit zurückdrehen, um die Ereignisse ungeschehen zu machen? Ein mächtiger, angsteinflößender, jähzorniger, gewalttätiger und unberechenbarer Vater mit einem Faible für Jagd, Whisky und Fernsehen. Eine schwache, eingeschüchterte und unscheinbare Mutter, die wie eine Maschine ihre Funktion erfüllt und ihrem Mann nur die Stirn bietet, wenn es um ihre geliebten Zwergziegen geht. Sie ist ¿Eine schlaffe, leere Hülle ohne eigene Ziele und Wünsche.¿ (Pos. 1087, Kindle) Ein 10-jähriges intelligentes Mädchen, das ihren kleinen Bruder beschützt und selbst von dessen Lachen und von der Liebenswürdigkeit und den Geschichten ihrer freundlichen und warmherzigen Nachbarin Monica lebt. Ein 6-jähriger Junge, der sich an seine Schwester klammert und der im Verlauf des Romans eine erschütternde Entwicklung und Verwandlung durchmacht. Das ist kurz und knapp die Beschreibung einer Familie, die im schönsten und größten Haus in einer hässlichen Reihenhaussiedlung am Rand des sog. Galgenwäldchens lebt und die wir 5 Jahre lang begleiten. Es ist eine Familie, in der Zärtlichkeiten, Gespräche und der Austausch über Gefühle keine Rolle spielen und die in kühler, liebloser, distanzierter und angespannter Atmosphäre vor sich hin lebt. Dann, eines Tages ereignet sich ein Unfall, der den 6jährigen Gilles verstummen, erstarren und verhaltensauffällig werden lässt, weshalb seine Schwester, angetrieben von Liebe und Schuldgefühlen, einen Plan ersinnt, ihr Ziel beharrlich, eifrig und ehrgeizig verfolgt und über sich hinaus wächst... Durch die eindrückliche und bildhafte Sprache und durch den fesselnden Inhalt fliegt man gebannt und gespannt durch das Buch und durchlebt Erschütterung, Enttäuschung, Verzweiflung und Wut der Ich-Erzählerin mit. Das rasante Erzähltempo wird zeitweise unterbrochen durch zeitlupenartiges Fokussieren von Ereignissen. Adeline Dieudonné streift oder überspringt Belangloses und stoppt bei wichtigen Ereignissen, die sie dann detailliert und mit schönen Vergleichen und Metaphern beschreibt. Für mich ist ¿Das wirkliche Leben¿ ein radikaler, wuchtiger und gewaltiger Roman mit einer fesselnden und brillanten Erzählweise voller Energie und Sprungkraft, die ich in dieser Form noch nicht erlebt habe. Dieses Romandebüt der 1982 geborenen Adeline Dieudonné ist definitiv nichts für schwache Nerven und gleichzeitig ein must read!
Chapeau!!!
von SuPro - 08.06.2020
Kann man die Zeit zurückdrehen, um die Ereignisse ungeschehen zu machen? Ein mächtiger, angsteinflößender, jähzorniger, gewalttätiger und unberechenbarer Vater mit einem Faible für Jagd, Whisky und Fernsehen. Eine schwache, eingeschüchterte und unscheinbare Mutter, die wie eine Maschine ihre Funktion erfüllt und ihrem Mann nur die Stirn bietet, wenn es um ihre geliebten Zwergziegen geht. Sie ist ¿Eine schlaffe, leere Hülle ohne eigene Ziele und Wünsche.¿ (Pos. 1087, Kindle) Ein 10-jähriges intelligentes Mädchen, das ihren kleinen Bruder beschützt und selbst von dessen Lachen und von der Liebenswürdigkeit und den Geschichten ihrer freundlichen und warmherzigen Nachbarin Monica lebt. Ein 6-jähriger Junge, der sich an seine Schwester klammert und der im Verlauf des Romans eine erschütternde Entwicklung und Verwandlung durchmacht. Das ist kurz und knapp die Beschreibung einer Familie, die im schönsten und größten Haus in einer hässlichen Reihenhaussiedlung am Rand des sog. Galgenwäldchens lebt und die wir 5 Jahre lang begleiten. Es ist eine Familie, in der Zärtlichkeiten, Gespräche und der Austausch über Gefühle keine Rolle spielen und die in kühler, liebloser, distanzierter und angespannter Atmosphäre vor sich hin lebt. Dann, eines Tages ereignet sich ein Unfall, der den 6jährigen Gilles verstummen, erstarren und verhaltensauffällig werden lässt, weshalb seine Schwester, angetrieben von Liebe und Schuldgefühlen, einen Plan ersinnt, ihr Ziel beharrlich, eifrig und ehrgeizig verfolgt und über sich hinaus wächst... Durch die eindrückliche und bildhafte Sprache und durch den fesselnden Inhalt fliegt man gebannt und gespannt durch das Buch und durchlebt Erschütterung, Enttäuschung, Verzweiflung und Wut der Ich-Erzählerin mit. Das rasante Erzähltempo wird zeitweise unterbrochen durch zeitlupenartiges Fokussieren von Ereignissen. Adeline Dieudonné streift oder überspringt Belangloses und stoppt bei wichtigen Ereignissen, die sie dann detailliert und mit schönen Vergleichen und Metaphern beschreibt. Für mich ist ¿Das wirkliche Leben¿ ein radikaler, wuchtiger und gewaltiger Roman mit einer fesselnden und brillanten Erzählweise voller Energie und Sprungkraft, die ich in dieser Form noch nicht erlebt habe. Dieses Romandebüt der 1982 geborenen Adeline Dieudonné ist definitiv nichts für schwache Nerven und gleichzeitig ein must read!
Erschreckend und berührend
von Anonym - 03.06.2020
Das Buch hat mich sofort neugierig gemacht. Was auch an dem interessanten, aber nicht sehr aufschlussreichen, Cover liegen mag. Meine Neugier wurde geweckt und ich wurde nicht enttäuscht. Diese Geschichte ist so unglaublich berührend und so erschreckend zu gleich. Es geht um ein Mädchen, ihren Namen erfahren wir nicht. Sie erzählt aus der Ich-Perspektive aus ihrem Leben. Zusammen mit ihrem Bruder und ihren Eltern lebt sie in einer Reihenhaussiedlung. Ihre Familie ist alles andere als glücklich, denn der Vater ist gewalttätig gegenüber der Mutter. Die beiden Kinder halten stets zusammen, bis der kleine Bruder des Mädchens anfängt dem Vater nachzueifern und seine Charakterzüge anzunehmen. Das Mädchen versucht alles, um ihren Bruder wieder zurück zu bekommen und wird dabei schnell selbst zur Zielscheibe. Sie versucht trotz kaputter Familie ihr Leben zu leben und ihre Ziele zu verfolgen, doch das ist gar nicht immer so leicht. Eine tolle Geschichte die mich sehr berührt hat und auch nachdenklich stimmt. Ich finde das Mädchen so beeindruckend, da sie trotz dem ganzen Chaos ihre Ziele verfolgt und so viel Liebe für ihren Bruder hat.
Der Geist der Hyäne
von Martin Schult - 01.06.2020
Ein zehnjähriges Mädchen lebt mit ihrer vierköpfigen Familie in einem schmucklosen und einfachen Haus am Waldrand. Der Alltag ist von Tristesse und Angst geprägt, da der Vater in immer wiederkehrenden Momenten der Gewalt freien Lauf lässt, die die willenlose und ihrem Schicksal ergebende Mutter zu erdulden hat. Das Mädchen und ihr jüngerer Bruder Gilles halten in der schwierigen Situation zusammen, was sich aber nach einem Trauma-tischen Vorfall ändert. Das Mädchen kämpft um ihren Bruder, scheint ihn aber immer mehr und mehr an ihren Vater zu verlieren. Das wirkliche Leben ist ein beeindruckendes Debüt der französischen Autorin Adeline Dieudonne, das aus meiner Sicht zu Recht mit bisher 14 Literaturpreisen ausgezeichnet wurde. Adeline Dieudonne erzählt die ergreifende Geschichte in einem markanten und auf den Punkt gebrachten Schreibstil, der mich in die Welt der tapferen Hauptprotagonistin entführte. Hier gibt es für das zehnjährige Mädchen keine Zuneigung oder gar Liebe, ihr einziger Rettungsanker ist ihr Bruder, und als sie auch ihn noch droht zu verlieren, nimmt sie ihr Leben selber in die Hand, um nicht in der Opferrolle ihrer Mutter zu verfallen. Ihr leidenschaftlicher und zunächst hoffnungsloser Kampf wird fesselnd beschrieben und ich litt mit der mir sympathischen und sicherlich auch bewundernswerten Protagonistin. Das Buch ließ mich nicht los und konnte mich auch mit dem dramatischen Finale voll und ganz überzeugen. Insgesamt ist Das wirkliche Leben ein aus meiner Sicht packender und absolut lesenswerter Roman, der in der Heimat der Autorin bereits einen entsprechenden Erfolg feiern konnte. Aufgrund der vielen guten Bewertungen, die das Buch hierzulande erlangt, sollte ihm eine entsprechende und wohlverdiente Aufmerksamkeit sicher sein. Ich empfehle den Roman auf alle Fälle sehr gerne weiter und bewerte ihn eines meiner diesjährigen Lesehighlights mit den vollen fünf von fünf Sternen.
Nie wieder Beute sein
von S.Kuehn - 31.05.2020
Ein unglaubliches Romandebüt ist der Autorin Adeline Dieudonné hier mit "Das wirkliche Leben" gelungen. Erzählt wird vom Familienleben aus der Sicht der älteren Tochter im Rückblick. Als die Geschichte beginnt ist sie 10 Jahre alt, hat einen jüngeren Bruder, den sie sehr liebt, einen Vater, der trinkt und jagen geht und eine Mutter, die so anteilslos ist, dass sie als Amöbe bezeichnet wird. Alles spielt in einer unscheinbaren Reihenhaussiedlung, die den perfekten Rahmen für das Geschehen bildet. Die beiden Kinder erleben einen Vorfall, der ihr Leben von einer Minute zur anderen prägt und ändert. Komplett und unwiderruflich. Das Mädchen muss stark um ihr Glück, ja um ihr Leben kämpfen und vor allen Dingen auch um ihren Bruder. Das geschieht auf sehr vielfältige Weise. In dem Buch geht es um Gewalt, um Brutalität, um das Erwachsenwerden und auch um Träume, grosse und kleine. Es ist mit klaren, erschütternden Worten geschrieben und brennt sich ins Gedächtnis ein. Trotz all der Gewalt und Tristesse gibt es am Ende doch Hoffnung. Für mich ist es ein großartiges Buch über das Leben in all seinen Facetten.
Die geheime Macht der Beute.
von Inge Weis - 27.05.2020
Das wirkliche Leben ist ein grandioses Buch. Heimatroman, Gespenstergeschichte, Thriller, es ist wie ein Bluessong: Man weiß, dass einen nicht viel Heiteres erwarten wird. Die Autorin fesselt den Leser durch einen frivol kalkulierten Thrill an die zutiefst introvertierte Erzählung eines vom Schmerz verschnürten Überlebens. Kein Plot, ein Zustand. Eine Reihenhaussiedlung, wie es viele gibt. Am Waldrand wohnt eine vierköpfige Familie, im schönsten und hellsten Haus. Bei uns zu Hause gab es vier Schlafzimmer. Meines. Das meines Bruders Gilles. Das meiner Eltern. Und das der Kadaver. Die Kadaver, das sind die ausgestopften Jagdtrophäen, die der Vater der zehnjährigen Ich-Erzählerin von seinen Großwildsafaris mit nach Hause bringt. Alles normal. Wären da nicht die Leidenschaften des Vaters, der neben TV und Whisky vor allem den Rausch der Jagd liebt. Und die er mehr liebt als seine Familie, für die er nur Verachtung und Prügel übrig hat. Mutig und voller Liebe versucht das Mädchen, ihren jüngeren Bruder vor der väterlichen Gefühlskälte und Gewalt zu schützen. Tagsüber geht sie mit ihm auf dem Autofriedhof spielen und abends zum Eiswagen, der mit Tschaikowskis Blumenwalzer sein Kommen ankündet. In diesem Sommer erhellt nur das fröhliche Lachen ihres kleinen Bruders das Leben des 10jährigen Mädchens. Bis eines Abends vor ihren Augen eine Tragödie passiert und nichts mehr ist wie zuvor. Es geschieht eines Tages ein schrecklicher Unfall, der nicht nur das fröhliche Lachen des Bruders verstummen lässt. Nichts ist mehr wie zuvor. Von Sommer zu Sommer spürt sie immer deutlicher, dass sie selbst die Zukunft in sich trägt, wird immer selbstbewusster - ihr Körper aber auch immer weiblicher, sodass sie zusehends ins Visier ihres Vaters gerät. Schon nach kaum einer Seite dieses Romans wusste ich, dass ich das Buch lieben würde. Zart und roh, magisch und schmerzhaft, wunderschön und gleichzeitig furchterregend hässlich bildet die Autorin Das wirkliche Leben in all seinen Facetten ab. Entfremdung und Verlust in der Familie, die Suche nach Nähe und Liebe - alles Themen, von denen wir oft in Romanen lesen. Man muss einfach hingerissen sein, von diesem großartigen, heranwachsenden Mädchen, das so klug, sensibel, sinnlich ist und einen so unbändigen Lebenstrieb hat. Ein bewegender Roman, der von Liebe und Verlust erzählt, vom Erwachsenwerden und der Einsamkeit, von Momenten des Glücks und des Staunens. Man möchte immerzu weiter und weiterlesen, und ist traurig, wenn man die letzte Seite umgeblättert hat! Sehr zu Herzen gehend! Wärmstens empfohlen!
Jäger oder Beute
von Julia Lindner - 25.05.2020
Das wirkliche Leben ist kein Wohlfühlroman, auch wenn der pinke Einband vielleicht anderes vermuten lassen könnte. Das Leben des 10-jährigen Mädchens und ihres kleinen Bruders Gilles in einer kargen Reihenhaussiedlung ist dank eines gewalttätigen Vaters und einer unterwürfigen Mutter kein besonders angenehmes. Aber nach einem schrecklichen Vorfall beginnt sich auch ihr Bruder zu verändern und das Mädchen versucht fortan alles, um diesen Vorfall rückgängig zu machen. Diese Geschichte liest sich überraschend flüssig, die Erzählung fliegt wie im Zeitraffer an einem vorbei. Dieser nahtlose Übergang von Tagen in Wochen, Monate und bald auch Jahre betont umso stärker die Tristesse und Gleichgültigkeit, die im Leben dieser Familie herrscht. Der trockene, abwechslungsarme Erzählstil verdeutlicht den Aufruhr, der im Inneren dieses jungen Menschen umher wirbelt; die Emotionen treten dadurch, dass sie unausgesprochen bleiben, umso stärker ins Bewusstsein. Es ist nur schwer zu ertragen, beobachten zu müssen, welche Grausamkeiten dieses Mädchen dazu zwingen, viel zu früh erwachsen zu werden, Verantwortung zu übernehmen und die Entscheidung zu treffen, ob sie lieber Jäger oder Beute sein will. Gleichzeitig wirkt die Erzählung wie eine Allerweltsgeschichte und macht damit nur umso deutlicher, dass sich eben solche Schreckgespenster wie die hier auftretende häusliche Gewalt hinter jeder Fassade verstecken können. Fazit: Dieses Buch ist keine leichte Lektüre, dafür aber umso eindringlicher.
Der Blumenwalzer, der unser ganzes Leben verändern sollte
von claudi-1963 - 24.05.2020
Gilles kam jeden Abend zu mir ins Bett gekrochen. Mein Gesicht in seinen Haaren vergraben, konnte ich seine Albträume in den Nächten beinahe hören. Was hätte ich alles dafür gegeben, die Zeit zurückdrehen zu können, bis zu dem Moment, als ich das Eis bestellt hatte. (Buchauszug) In einer Reihenhaussiedlung am Waldrand wohnt ein 10-jähriges Mädchen mit ihrer Familie. Alles könnte so normal sein, wäre da nicht die einzige Leidenschaft ihres Vaters für Whisky, TV und das jagen. Von seinen Großwildsafaris, für die er selten genug Geld hatte, bringt er regelmäßig Trophäen mit nach Hause, für die er eigens ein Zimmer eingerichtet hat. In einer solch bedrückenden Atmosphäre zu leben ist nicht einfach, weshalb sie mit Gilles meist zum Autofriedhof spielen geht und sie sich freuen wenn abends der Blumenwalzer des Eismanns ertönt. Doch dann geschieht eines Tages eine unfassbare Tragödie. Fortan ist nichts mehr wie zuvor, den diese Bilder haben sich in ihre Augen gebrannt. --- Meine Meinung: Die Geschichte die Adeline Dieudonné in diesem Buch beschreibt, hat mich mitgenommen in eine Umgebung voller Angst, Gewalt und Bedrohung. Der Schreibstil ist einfach, reduziert, sehr bildhaft, ich hatte öfters sogar das Gefühl, das beim Lesen der Film dazu ablief. Zudem gibt es einige Szenen, mit unbeschreiblichen Bildern voller unfassbarer Poesie, gleichzeitig aber auch kindhaft gut umschrieben. So beschreibt sie zum Beispiel ihre Mutter als eine Amöbe , weil sie so unscheinbar, farblos und ängstlich auf sie wirkt. Ihre Aufgaben beschränken sich mehr oder minder aufs Kochen und selbst das kann sie nicht besonders gut. Lediglich ihren Ziegen widmet sie alle Zeit und schenkt ihnen ihre ganze Liebe. Ihr Vater dagegen ist ein Koloss , breite Schultern wie ein Abdecker und Hände wie ein Riese. Der gewalttätige Vater scheint seine Probleme regelrecht in sich hineinzufressen, bis er dann wieder einmal auf eine Großwildjagd gehen muss oder gar explodiert und auf die Mutter losgeht. Nur bei der Jagd scheint er seine Wut loswerden zu können, in dem er sich eine neue Trophäe schießt. Selbst im Hochzeitsfoto ihrer Eltern sucht sie vergebens nach Liebe, Bewunderung, Freude oder einem Lächeln. Das 10-jährige Mädchen im Buch bleibt leider namenlos, doch nicht blass, den ihr Wille ist unfassbar stark. Selten habe ich so ein Kind erlebt, das so um ihren Bruder und ihr eigenes Leben kämpft. Der 6-jährige glückliche, fröhliche Bruder Gilles wirkt nach dem Unglück apathisch, kraftlos und stumm, sodass sie Angst hat in seinen Augen jene Tragödie explosionsartig ablaufen zu sehen. Von der Hyäne einer Jagdtrophäe, die hier als eine Art Tod steht, wird er quasi angezogen. Weil sie sich die Schuld für die Tragödie gibt, möchte sie am liebsten alles ungeschehen machen. Doch die Zeit vergeht und die Sorgen, Ängste und Probleme nehmen weiter zu und sie wird immer mehr in die Opferrolle gedrängt wie ihre Mutter. Das einzige, was mir weniger gefallen hat, sind die sexuellen Gefühle für ihren verheirateten Nachbarn, wo sie doch sonst eher so konservativ erzogen war. Trotzdem bleibt das Mädchen für mich sehr mutig, entschlossen und äußerst fokussiert auf das einzige Ziel ihren Bruder zu retten. Das Ende kam dann explosionsartig und hat mich wirklich schockiert und unfassbar zurückgelassen. Dabei lässt die Autorin einem den Raum zum Revue passieren und nachdenken. Der Bestseller bekam verdient 14 Literaturpreise und die Filmrechte in 20 Ländern. Für mich ist es ebenfalls ein starkes, sprachgewaltiges und ungewöhnliches Buch und ich bin gespannt, wie dieses filmisch umgesetzt wird. Von mir gibt es darum 5 von 5 Sterne dafür.
Hyänen
von Ecinev - 24.05.2020
Ein wirklich starker Debutroman einer jungen Autorin. Erzählt aus Sicht eines anfangs 10-jährigen Mädchens in einer ganz normalen Reihenhaussiedlung. Sie liebt ihren jüngeren Bruder Gilles und beschützt ihn vor dem gewalttätigen Vater. Die Mutter hat Angst vor ihrem Mann der außer der Jagd nur seinen Whiskey und Fernsehen mag. Ein tragisches Ereignis im Sommer verändert alles. Das Mädchen sucht nach jemanden der sie in den Arm nimmt und die Welt wieder geraderückt. Der Bruder verändert sich zusehends. Er spricht nicht mehr und verbringt viel Zeit in dem Zimmer in dem der Vater seine Jagdtrophäen aufbewahrt. Das Mädchen hat den sehnlichsten Wunsch eine Zeitmaschine zu bauen und die Zeit zurück zu drehen. Sie entwickelt einen starken Ehrgeiz für alles Naturwissenschaftliche. Etwas Normalität findet sie bei einem älteren Professor. Um die vor dem Vater geheimgehaltenen Stunden zu bezahlen, geht sie Babysitten bei einer jungen Familie in der Siedlung. Als sie bemerkt das sie älter wird, fürchtet sie sich vor den Ausbrüchen des Vaters und fühlt sich zu dem Familienvater hingezogen. Der Schreibstil ist schnörkellos und doch gewaltig. Man kann sich gut in die Gemütslage des Mädchens hineinversetzen und ist geschockt von dem Familienleben. Das Cover ist verwirrend und erinnert mit dem springenden Hasen eher an ein anderes bekanntes Buch. Auf jeden Fall ist es ein Hingucker und absolut lesenswert.
Bewegend
von Anonym - 22.05.2020
Das Cover dieses Buches hat mich direkt angesprochen, zum Glück, denn dieses Buch hat mich nachhaltig begeistert und sehr bewegt! Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen. Als Leser kann man sich perfekt in das kleine Mädchen hineinversetzen und erlebt die Geschichte somit hautnah. Die ganze Geschichte ist aus der Sicht eines kleinen Mädchens geschrieben, ihren Namen erfahren wir nicht. Ihr Vater ist ein wahrer Tyrann, der der Familie das Leben zur Hölle macht. Die Mutter hat sich ihrem Schicksal gefügt und lässt alles über sich ergehen. Das kleine Mädchen hat nur ihren Bruder, bis dieser plötzlich anfängt die Wesenszüge ihres Vaters zu übernehmen. Nun ist das kleine Mädchen auf sich allein gestellt. Sie weiß, dass sie niemals so enden möchte und beschließt sich selbst zu helfen, denn in ihrer Familie interessiert sich niemand für sie. Sie soll unauffällig bleiben und sich, wie ihre Mutter, ihrem Schicksal fügen. Doch das kleine Mädchen beschließt zu kämpfen. Ein wirklich beeindruckendes Buch.
Alle Kundenbewertungen anzeigen
Eigene Bewertung schreiben Zur Empfehlungs Rangliste
Servicehotline
089 - 70 80 99 47

Mo. - Fr. 8.00 - 20.00 Uhr
Sa. 10.00 - 20.00 Uhr
Filialhotline
089 - 30 75 75 75

Mo. - Sa. 9.00 - 20.00 Uhr
Sicher & bequem bezahlen:
Bleiben Sie in Kontakt:
Hugendubel App
Zustellung durch:
1 Mängelexemplare sind Bücher mit leichten Beschädigungen, die das Lesen aber nicht einschränken. Mängelexemplare sind durch einen Stempel als solche gekennzeichnet. Die frühere Buchpreisbindung ist aufgehoben. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den gebundenen Preis eines mangelfreien Exemplars.

2 Diese Artikel unterliegen nicht der Preisbindung, die Preisbindung dieser Artikel wurde aufgehoben oder der Preis wurde vom Verlag gesenkt. Die jeweils zutreffende Alternative wird Ihnen auf der Artikelseite dargestellt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

4 Der gebundene Preis dieses Artikels wird nach Ablauf des auf der Artikelseite dargestellten Datums vom Verlag angehoben.

5 Der Preisvergleich bezieht sich auf die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) des Herstellers.

6 Der gebundene Preis dieses Artikels wurde vom Verlag gesenkt. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

7 Die Preisbindung dieses Artikels wurde aufgehoben. Angaben zu Preissenkungen beziehen sich auf den vorherigen Preis.

10 Ihr Gutschein TONIE10 gilt bis einschließlich 31.07.2020. Sie können den Gutschein ausschließlich online einlösen unter www.hugendubel.de. Keine Bestellung zur Abholung in der Buchhandlung möglich. Der Gutschein gilt nur auf Tonie-Figuren, Tonie-Transporter und Lauscher und nur solange der Vorrat reicht. Der Gutschein ist nicht mit anderen Gutscheinen und Geschenkkarten kombinierbar. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Ein Weiterverkauf und der Handel des Gutscheincodes sind nicht gestattet.

11 Bestellungen ins Ausland und der DHL-Paketversand sind von der kostenfreien Lieferung ausgeschlossen.

* Alle Preise verstehen sich inkl. der gesetzlichen MwSt. Informationen über den Versand und anfallende Versandkosten finden Sie hier.