Zugvögel

Roman. Originaltitel: Migrations. 4. Auflage. 2 s/w-Abbildungen.
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Auf der Suche nach Erlösung folgt eine junge Frau den letzten Küstenseeschwalben in die Antarktis

Franny hat ihr ganzes Leben am Meer verbracht, die wilden Strömungen und gefiederten Gefährten den Menschen vorgezogen. Als die Vögel zu verschwinden beg … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Zugvögel
Autor/en: Charlotte McConaghy

ISBN: 3103974701
EAN: 9783103974706
Roman.
Originaltitel: Migrations.
4. Auflage.
2 s/w-Abbildungen.
Übersetzt von Tanja Handels
FISCHER, S.

26. August 2020 - gebunden - 398 Seiten

Beschreibung

Auf der Suche nach Erlösung folgt eine junge Frau den letzten Küstenseeschwalben in die Antarktis

Franny hat ihr ganzes Leben am Meer verbracht, die wilden Strömungen und gefiederten Gefährten den Menschen vorgezogen. Als die Vögel zu verschwinden beginnen, beschließt die Ornithologin den letzten Küstenseeschwalben zu folgen. Inmitten der exzentrischen Crew eines der letzten Fischerboote macht sie sich auf den Weg in die Antarktis. Schutzlos ist die junge Frau den Naturgewalten des Atlantiks ausgeliefert, allein die Vögel sind ihr Kompass. Doch wohin die Tiere sie auch führen, vor ihrer Vergangenheit kann Franny nicht fliehen. Ihr folgt das Geheimnis eines Verbrechens, die Geschichte einer außergewöhnlichen Liebe. Und schon bald entwickelt sich die Reise zu einem lebensbedrohlichen Abenteuer.

Charlotte McConaghys »Zugvögel«, in deutscher Übersetzung von Tanja Handels, ist eine Ode an die wilden Geschöpfe dieser Erde und eine bewegende Geschichte über die Wege, die wir für die Menschen gehen, die wir lieben.

»Eines der schönsten und herzzerreißendsten Bücher, die ich je gelesen habe!« Emily St. John Mandel, Bestsellerautorin von »Das Licht der letzten Tage«

Portrait

Charlotte McConaghy, Jahrgang 1988, hat irisch-schottische Wurzeln und wuchs in Australien auf. Ihre Passion für die Natur und Tierwelt und ihre Erschütterung über die Auswirkungen des Klimawandels inspirierten sie zu »Zugvögel«, ihrem literarischen Debütroman, mit dem sie den internationalen Durchbruch erreichte. Sie hat einen Abschluss als Drehbuchautorin der Australian Film Television and Radio School. McConaghy lebt heute in Sydney.

Tanja Handels, geboren 1971 in Aachen, lebt und arbeitet in München, übersetzt zeitgenössische britische und amerikanische Romane, u.a. von Zadie Smith, Anna Quindlen, Pamela Moore und Elizabeth Gilbert, und ist auch als Dozentin für Literarisches Übersetzen tätig. Für ihre Übersetzungen wurde Tanja Handels 2019 mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis ausgezeichnet. 

Pressestimmen

ein intensives, einprägsames Buch, das einen nicht so schnell loslässt. Wochenspiegel Thüringen

Zugvögel enthält irre gute Naturbeschreibungen und hat eine tolle Atmosphäre. Michael Steinberg, Hannoversche Allgemeine Zeitung

Wahnsinnig schöne Naturbeschreibungen runden die Geschichte ab und machen aus diesem Roman ein Fest des Lesens. Mike Altwicker, WDR

Ein Roman, der faszinierende Naturbeschreibungen und die tragische Geschichte einer jungen Frau vereint. Kathrin Meyer, Hessische/Niedersächsische Allgemeine

ein Buch über die tiefe Liebe zur Natur, aber auch eins über Kämpfe - [...] wie überlebt man denn nicht auf Kosten der anderen? Elke Heidenreich, Kölner Stadt-Anzeiger

In Zugvögel [...] begleitet Forscherin Franny Vögel [...]. Sie bleiben in der Ferne, und doch berühren sie Franny zutiefst wie auch die Leserin. Lisa Goldmann, Madame

Die Passagen auf dem Meer sind wirklich spannend erzählt Dorothee Meyer-Kahrweg, hr2

Zugvögel ist keine normale Geschichte. Sie ist außergewöhnlich. Außergewöhnlich emotional und außergewöhnlich geschrieben. livebreathwords

Charlotte McConaghy hat einen spannenden, düsteren Roman über den Klimawandel, das Artensterben und die tragische Geschichte einer jungen Frau geschrieben. Flow

Die Autorin bedient sich einer poetischen, aber auch oft sehr klaren Sprache. Jo Moskons, Buchkultur

Eine Heldin, deren Trauer zu Tränen rührt, und deren Tapferkeit hoffen lässt, dass doch noch nicht alles zu spät ist. Angela Wittmann, Brigitte

augenöffnender, als es eine Kundgebung je sein könnte. Eine Thematik, brandaktuell, eingewoben in einen fiktiven Roman, so sanft wie dramatisch. Stefanie Sappara, Heilbronner Stimme

eine Ode an die wilden Geschöpfe dieser Erde Buch-Magazin

ein federleicht und eiskalt glitzerndes Roman-Experiment Sabine Busch-Frank, Passauer Neue Presse

ein wichtiges Thema unserer Zeit. Anne Preger, WDR5

Ein einzigartiges, großartiges und unvergessliches Leseerlebnis Elisabeth Evertz, Westdeutsche Allgemeine Zeitung

Das ist sehr spannend und sehr bewegend geschrieben Elke Heidenreich, WDR4
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Ihrem Buchhändler
von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung Erfurt Anger - 06.11.2021
In diesem großartigen Roman geht es um eine ganz besondere, junge Frau, um eine außergewöhnliche Liebe und um die Natur und Welt und wie wir mit ihr umgehen. Lieblingsbuch!
Ihrem Buchhändler
von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung Mainz Am Brand - 23.10.2020
Mein Lesehighlight für diesen Herbst! Die eigenwillige Franny reist den letzten existierenden Küstenseeschwalben zum Südpol nach und begibt sich auf eine Reise zu sich selbst. In Rückblicken wird ihre Geschichte erzählt. Doch neben Franny steht die Natur im Vordergrund - ein nachdenkliches Buch, das noch lange nachwirkt!
Jens M.
von Jens M. - Hugendubel Buchhandlung Frankfurt am Main Steinweg - 23.10.2020
Wie in einigen Romanen unserer Zeit, spielt in McConaghys Roman "Zugvögel" die Natur die Hauptrolle, in diesem Fall das Meer und die Küstenseeschwalben, eine vom Aussterben bedrohte Vogelart und seit jeher Frannys Passion. Und "natürlich" auch eine tragische Liebesgeschichte. Mich hat es sehr gut unterhalten.
Paule-Francoise Goyheneix
von Paule-Francoise Goyheneix - Hugendubel Buchhandlung Flensburg Holm - 17.09.2020
Große Leinwand für diese Erzählung, die spannend und hoch unterhaltend viele Register zieht : Umweltschäden in einer nahen Zukunft, eine kuriose junge Frau, die Vögel zähmt, Männer manchmal auch, die wie ein Fisch schwimmt und auf einem Schiffkutter anheuert für eine Reise von einem Pol zum anderen, nicht zuletzt auf die Suche nach sich selbst. Zeitsprünge erzeugen etwas Verwirrung am Anfang, die Geschichte geht jedoch nie wirklich in die Tiefe, was eine angenehme Lektüre zulässt.
Hedda Freier, Buchhandlung Hugendubel Flensburg
Großartiger Roman
von Hedda Freier, Buchhandlung Hugendubel Flensburg - Hugendubel Buchhandlung Flensburg Holm - 08.09.2020
Ein Roman, der mich von der 1. Seite an in seinen Bann gezogen hat. Die Geschichte liest sich fast wie ein Märchen und ist in einer sehr schönen Sprache geschrieben. Sie ist gleichzeitig ein Ausblick in die Zukunft. Was passiert mit der Natur, wenn wir mit unserer Umwelt weiter so umgehen wie bisher. Die Geschichte handelt von Franny, einer jungen Frau, die sich vorgenommen hat, den letzten Seeschwalben auf ihrem Flug über die Meere zu folgen. Wir lesen von diesem großen Abenteuer und tauchen mit ihr in ihre private Vergangenheit. Ein wirklich großartiges Buch, das sicherlich viele begeisterte LeserInnen haben wird.
Bewertungen unserer Kunden15
Etwas überladen
von Minijane - 18.03.2021
Die Vorstellung, dass mit dem Fortschreiten des Kllimawandels unsere Erde still wird, weil es keine Vögel mehr gibt und auch die meisten anderen Tiere ausgestorben sind oder zumindest kurz davor stehen für immer von unserem Planeten zu verschwinden, ist einfach furchtbar. In ihrem Debütroman Zugvögel entwirft die australische Autorin mit irischen Wurzeln, Charlotte McConaghy, genau dieses leider gar nicht so undenkbare dystopische Szenario. In dieser Zeit, nicht fern der unseren lebt Franny Lynch. Sie fühlt sich von jeher mit der Natur, dem Meer und besonders den Vögeln verbunden, die sie erforscht hat ohne je studiert zu haben. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, dem vermutlich letzten Vogelflug der Küstenseeschwalben auf ihrem weiten Weg von der Arktis in die Antarktis zu folgen. Nachdem sie die Vögel mit Peilsendern ausgestattet hat, gelingt es ihr eine Passage auf einem der selten gewordenen Fischerboote zu bekommen, indem sie den Kapitän überzeugt, dass ihre Mission auch den Fischern dienlich ist. Das Meer ist zwar quasi leergefischt, was Fischer und Umweltschützer immer wieder aneinandergeraten lässt, aber den Vögeln auf ihrerr Route zu folgen, heißt auch ihre Nahrungsquelle, die Fische zu finden. Es beginnt eine abenteuerliche Reise, wobei es der Autorin eindrucksvoll gelingt die Schönheit der Natur zu beschreiben und gleichzeitig immer wieder auf ihre Zerstörung durch den Menschen hinzuweisen. Gerade jetzt sterben wieder Tausende von Spezies, ohne dass ihnen jemand Beachtung schenkt. Wir rotten sie aus. Lebewesen, die gelernt haben, alles und jedes zu überleben, alles nur nicht uns. Mit der Protagonistin und den Nebenfiguren hatte ich allerdings meine Schwierigkeiten. Franny trägt eine komplizierte Familiengeschichte und jede Menge psychologischer Probleme mit sich herum. Sie ist nicht gerade eine Sympathieträgerin, genauso wenig wie die Mitglieder der grummeligen Schiffscrew mit dem eigenbrötlerischen Kapitän Ennis Malone, der mich ein bisschen an Kapitän Ahab in Moby Dick erinnerte. Franny und Ennis ist ihr unbändiger Freiheitsdrang gemein. Beide sind sie Getriebene,die ihre Leidenschaft und Liebe zur Natur verbindet und die im normalen Leben kaum zurechtkommen. Charlotte McConaghy arbeitet immer wieder mit Zeitsprüngen, und zu den Hintergründen von Frannys Geschichte werden nur kleinste Andeutungen eingestreut, was natürlich einen Sog erzeugt, immer weiter lesen zu wollen, um diese rätselhafte Frau am Ende endlich zu verstehen. Begeistert hat mich die poetische Sprache und die Beschreibungen der Natur, der interessante und fazinierende Plot. Für meinen Geschmack wollte die Autorin aber einfach zu viele Themen in ihrem Roman unterbringen, so dass ich ihn auch als überladen empfunden habe. Für mich war Zugvögel aber auf jeden Fall ein beeindruckender literarischer Debütroman mit kleinen Einschränkungen, den ich gerne gelesen haben und deshalb auch gerne weiterempfehle.
von SusanK - 19.01.2021
Wir befinden uns in einer Welt in der Zukunft, in der das Artensterben weit vorangeschritten ist. Die Ornithologin Franny hat ein paar Küstenseeschwalben mit Sendern ausgestattet, um ihnen auf ihrem vermutlich letzten Vogelzug zu begleiten. Dazu heuert sie auf einem der letzten existierenden Fischerboote an und findet sich inmitten einer exzentrischen Crew wieder, der Gewalt des Meeres ausgeliefert, nur mit den Vögeln als Kompass, und gerät schließlich selbst in Lebensgefahr. Der Debütroman Zugvögel von Charlotte McConaghy ist eine DYstopie, die mich auf besondere Weise berührt hat. Zugegeben: Anfangs wurde ich nicht mit dem Buch warm, konnte keinerlei Zugang zu der merkwürdigen Franny finden und hielt mich nur anhand des wundervollen Schreibstils bei der Stange. Doch mit Fortschreiten der Geschichte wurde ich immer tiefer hineingesogen in die Welt und vor allem die Gefühle der Ornithologin. Erst nach und nach wird die Erzählsituation deutlich und die Handlung springt zwischen verschiedenen Zeiten hin und her, so dass der Leser hier gefordert ist. Obgleich von Beginn an klar ist, dass etwas Schlimmes mit Franny passieren wird ( Wenn ich in der Antarktis angekommen bin und meine Wanderung beendet ist, dann werde ich sterben ), ohne dass dem Leser die Hintergründe dazu klar sind, besteht nur sehr wenig Spannung; die Erzählung fließt leise vor sich hin. Dabei gibt es allerdings schon immer wieder Aufregungen und einzelne Zeitabschnitte werden geschickt miteinander verwoben - bis hin zu einer völlig überraschenden Wendung am Ende. Wirklich besonders ist in diesem Debütroman der Schreibstil. Trotz meiner anfänglichen Distanz gelang es McConaghy, mich tief zu berühren und viele Sätze habe ich allein wegen ihrer Schönheit und Ausdrucksstärke mehrfach gelesen! Die Poesie der Sprache wird dabei jedoch niemals kitschig oder gleitet ins Melodramatische ab, was für mich ganz große Erzählkunst ist. Die Figuren sind ausnahmslos ungewöhnliche, wenn nicht gar exzentrische Persönlichkeiten, die allesamt Sonderlinge, die nicht in die Welt passen. Dabei sind sie genau gezeichnet und scheinen mit einer besonderen Liebe der Autorin versehen zu sein und werden so auch immer liebenswerter. Insbesondere die Hauptfigur ist extrem schwierig und kompliziert in ihrem Dasein, das von zahlreichen Verlusten und Ängsten getragen ist, dabei jedoch immer sehr authentisch und mehrdimensional. Lange Zeit hatte ich Probleme mit ihr, da sie mir absolut unsympathisch war und ihre Mission mir unverständlich. Die Dystopie entwickelt sich dann immer mehr zu einer besonderen Liebesgeschichte, die sich ebenfalls vom Gewöhnlichen abhebt und einen neuen Weg geht. Und hier beginnt auch langsam das Verständnis für Franny und ihre Eigenarten, die auf anrührende Weise ans Herz gehen. Doch auch das Artensterben, die Zerstörung der Natur durch die Menschen und die Umweltprobleme und der Klimawandel werden mehr wie deutlich, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger dargestellt zu werden, was sie ungleich einprägsamer macht. Ich bin froh, dass ich das Buch nicht zur Seite gelegt habe und vergebe für die berührende, poetische Geschichte der Zugvögel und der Ornithologin Franny vier Sterne. Ein absolut lesenswertes Buch, das den Leser allerdings herausfordert.
Hat mich zunächst sprachlos hinterlassen
von Gisel - 25.11.2020
In einer Welt, in der es kaum noch Vögel gibt, will Franny den letzten Küstenseeschwalben in die Antarktis folgen. Sie findet einen Kapitän, der sie nach einiger Überzeugungsarbeit mit auf die Fahrt nimmt. Doch sie birgt ein Geheimnis, das sie vor allen verborgen hält - und das sie rastlos weiter treibt, auf einer Mission, die nur sie kennt. Ich muss zugeben, anfangs tat ich mich eher schwer mit Franny, die sehr labil daherkommt. Ihr Geheimnis scheint kein gutes zu sein, und meine Gedanken sind ihr nicht zugeflogen. Doch je mehr ich in die Geschichte hineinfand, umso mehr Puzzle-Teile fanden an ihren Platz, und erst ganz zum Schluss kann der Leser diese ergreifende Erzählung in all ihren Einzelheiten erfassen. Als ich die letzte Seite gelesen hatte, war ich zunächst sprachlos ob dieser Erzählung, die nun so völlig anders daherkam als anfangs gedacht. Die Bilder, die das Buch heraufbeschwört, sind besonders einprägsam, sei es, wenn es um den Flug der Küstenseeschwalben geht, sei es, wenn es um Frannys Liebe zu Niall geht oder auch um ihre Familiengeschichte. Diese beeindruckende Geschichte möchte ich sehr gerne weiter empfehlen und vergebe begeistert alle 5 möglichen Sterne.
Das melancholische Leben von Franny in einer traurig-tierlosen Zukunft. Sehr spe
von Petra Sch. - 24.11.2020
Kurz zum Inhalt: Franny ist schon ihr ganzes Leben lang von Vögeln fasziniert. Ihren Mann Niall lernt sie in einer Vorlesung kennen; er unterrichtet Ornithologie an der Universität. Als nach und nach alle Vögel beginnen zu verschwinden, beschließt sie, den letzten Küstenseeschwalben auf ihrer Reise zu folgen und macht sich mit der ausgefallenen Crew eines der letzten Fischerboote auf den Weg in die Antarktis. Auf der Suche nach den letzten Fischen, immer den roten Punkt der GPS-Sender der Vögel im Auge; allen Naturgewalten zum Trotz. Doch wohin die Tiere sie auch führen, ihrer Vergangenheit kann Franny nicht entfliehen... Meine Meinung: Die Schreibweise von Zugvögel ist am Anfang speziell, aber wenn man sich darauf eingelassen hat, ist man von der blumig umschreibenden Sprache gefangen genommen. Die Atmosphäre ist düster und melancholisch. Die Autorin arbeitet mit vielen Zeitsprüngen, die leider nicht chronologisch sind. So muss man sich erst zurechtfinden. Durch die vielen Dialoge ist die Geschichte lebendig; und die Autorin hat schöne Naturbeschreibungen (was davon noch übrig ist) eingefügt - auch wenn man erst mal herausfinden musste, dass die Geschichte wohl in einer fiktiven, nicht so fernen Zukunft spielt, da die Natur zerstört ist und es fast keine Wildtiere mehr gibt. Somit beinhaltet das Buch das aktuelle und brisante Thema Umweltzerstörung und Klimawandel. Die Atmosphäre, die Verzweiflung und Angst vor der Naturgewalt, aber auch den Zusammenhalt und die Hilfe beim Seesturm hat die Autorin aufwühlend emotional beschrieben, man leidet mit Franny und der Crew mit und hat Kopfkino pur. Die handelnden Personen sind detailreich beschrieben, sodass man sie bildlich vor Augen hat. Mir haben v.a. die total verschiedenen Charaktere der Crew auf dem Fischerboot gefallen; jeder ist anders mit Ecken und Kanten, speziell und eigen. Vor allem der Kapitän Ennis geht einem Nahe. Franny ist ein vielschichtiger Charakter mit einer geheimnisvollen Vergangenheit, von der man viele Gedanken zu lesen bekommt. Sie will einerseits zu sich selbst finden, ist andererseits ruhelos und rastlos. Sie kann nicht an einem Ort sesshaft werden und hat Wanderfüße , wie sie immer sagt. Auch ist sie psychisch angeschlagen und instabil. Sie ist hin- und hergerissen und hat Selbstzweifel; weiß nicht, wo sie hingehört. Doch sie weiß, wo sie hinwill: den Küstenseeschwalben über den Ozean bis in die Antarktis folgen. Nachdem die Autorin anfangs immer nur kleine Puzzlestücke über die Person Franny hinwirft, ist die Neugierde über ihre Vergangenheit geweckt. Anfangs kann man die Bruchstücke noch nicht zusammensetzen, um zu erkennen, was in ihrem Leben passiert ist. Leider ging mir genau das nach einiger Zeit auf die Nerven, da diese kleinen Happen immer wiederholt wurden, aber man keine weiteren Infos bekam und die einzelnen Teile nicht zusammensetzen konnte. Erst gegen Ende der Geschichte eröffnet sich das Gesamtbild, das sich aber schon früher herauskristallisiert hatte. Das Ende ist schön, emotional, und gibt Hoffnung. Fazit: Die melodramatische Geschichte einer jungen Frau, die Erlösung sucht, indem sie den letzten Küstenseeschwalben in die Antarktis folgt. Speziell, aufwühlend, tief berührend.
von Ihrem Buchhändler - 20.11.2020
Der Roman führt den Leser ins eisige Grönland, in eine nahe Zukunft, in der das Artensterben schon weit fortgeschritten ist. Die Protagonistin Franny hat sich ganz den letzten noch lebenden Küstenseeschwalben verschrieben und versucht, den Vogelflug von Arktis zu Antarktis auf einem Fischerboot zu begleiten. Verbunden mit der Nähe zu den Vögeln ist die Liebe zu ihrem Mann Niall, die sie auf dieser Reise begleitet. Durch die Ich-Erzählung identifiziert sich der Leser mit Franny besonders stark. Ein atmosphärischer Erzählstil berührt zusätzlich. Mir hat "Zugvögel" ausgesprochen gut gefallen!
Auf der Suche nach Erlösung folgt eine junge Frau den letzten Küstenseeschwalben
von Inge Weis - 07.11.2020
Hommage an die wilden Geschöpfe der Erde und das Leben einer Außenseiterin. Als die Vögel ihrer Heimat nach und nach verschwinden, beschließt die Ornithologin Franny, den letzten Küstenseeschwalben zu folgen. Franny, eine junge Frau, fühlt sich schon ihr gesamtes Leben zum Meer und den Vögeln hingezogen. Als selbsternannten Ornithologin schließt sie sich einem der letzten Fischerboote an, um einer mit einem Sender beringten Küstenseeschwalbe zu folgen. Sowohl diese Vogelart als auch die Fische sind vom Aussterben bedroht und Franny bringt sich bei dieser abenteuerlichen Reise oft selbst in Lebensgefahr. Auf einem Fischerboot inmitten seiner exzentrischen Crew macht sie sich auf in die Antarktis. Doch wohin sie auch geht, ihre Vergangenheit folgt ihr und damit das Geheimnis eines Verbrechens und die Geschichte einer außergewöhnlichen Liebe. Schutzlos ist die junge Frau den Naturgewalten des Atlantiks ausgeliefert, allein die Vögel sind ihr Kompass. Doch wohin die Tiere sie auch führen, vor ihrer Vergangenheit kann Franny nicht fliehen. Ihr folgt das Geheimnis eines Verbrechens, die Geschichte einer außergewöhnlichen Liebe. Und schon bald entwickelt sich die Reise zu einem lebensbedrohlichen Abenteuer. Zwischen Charity und Vergeltung. Eine berührende Geschichte von Franny, der selbsternannte Ornithologin, von der Zerbrechlichkeit und der Schönheit der Natur. Dieses Buch steckt voller Sonne, Sand und Meer. Der Leser bekommt in zeitlichen Rückblenden, Einblick in die Vergangenheit der Protagonistin. Wir lernen Niall kennen, ihre große Liebe, ihre zerrissene Familie und wir erfahren, dass Franny im Gefängnis war. Eine feine, aufwühlende und mitreißende Geschichte über die aussterbende Natur, über Familie und Verzeihen. Kann man der eigenen Vergangenheit entkommen? Beeindruckender Roman, der um die Themen Natur, Liebe und Familie kreist, und in dem höchstes Glück und tiefste Verzweiflung dicht beieinander liegen. Wunderschöne Naturbeschreibungen, ein Kriminalfall, eine tragische Familiengeschichte und eine lebenslange Liebe ein echter Schmöker! Da steckt Spannung drin und jede Menge Lebensweisheit. Zugvögel von Charlotte McConaghy ist die perfekte Herbstlektüre. Eine Ode an alle Geschöpfe dieser Welt und an alle Menschen, die wir lieben!
Berührende Geschichte
von AnabellB - 01.11.2020
Charlotte Mc Conaghy erzählt in Ihrem Roman "Zugvögel" von der jungen Franny, die ihr ganze Leben am Meer verbracht hat und sich diesem und ihren gefiederten Freunden immer näher gefühlt hat als den Menschen. Mit dem Verschwinden der Vögel aufgrund des Klimawandels entscheidet sie sich, den Küstenseeschwalben auf ihrem Weg in den Süden zu folgen. Hierfür sucht sie eine Fischerboot, welches sie mitnimmt. Die Autorin nimmt uns mit auf diese beschwerliche Reise, die für Franny zu einem lebensbedrohlichen Abenteuer wird. Das wunderschöne Cover und der Klappentext des Buches hatten mich direkt angesprochen. Als ich dann mit dem Lesen begonnen habe, hat mich der leichte Schreibstil der Autorin, die liebevolle Beschreibung der Umgebung und die fesselnde Lebensgeschichte der Franny so in den Bann gezogen, dass ich das Buch an einem Tag ausgelesen habe. Die Autorin hat es geschafft durch einen Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit die Spannung vom Anfang bis zum Ende aufrecht zu erhalten. Mein Fazit: Der Autorin ist mit ihrem ersten Roman ein berührendes, wunderschönes Werk gelungen. Von dieser "Feder würde ich gerne mehr lesen und werde es meinen Freundinnen wärmstens empfehlen.
Zunehmend begeistert...
von MB - 29.10.2020
Die junge australische Autorin Charlotte McConaghy (irische Wurzeln) hat mit Zugvögel einen fantastisch-bewegenden und von seiner Dramaturgie her exzellent konstruierten Roman geschrieben. Sie Verknüpft darin Lebensverzweiflung und (Über-) Lebensmut, Todessehnsucht und Liebessehnsucht, Bleibenwollen und expansive Wildheit, Bindungswunsch und Autonomie; genau in diesen Spannungsfeldern lässt die Autorin ihre Hauptfigur Franny - eine Australierin mit irischen Wurzeln - agieren und führt uns Leser*innen in literarisch hervorragender Weise das Drama des Menschseins vor Augen, in einer Zeit des Artensterbens. Den roten Faden bildet Frannys Vorhaben, den letzten Küstenseeschwalben zu folgen zu diesem Zweck macht sie sich nicht nur auf eine weite und gefährliche Reise in die Gefilden der Antarktis, sondern auch eine Reise zu sich selbst, in ihre Vergangenheit, die sie so noch nicht akzeptiert hat, dabei ihrem vermeintlichen Familienschicksal entfliehend, sich am Ende der Reise die Frage nach leben oder sterben wollen stellend. Eine düster-bewegende Geschichte ohne happy end, aber dafür mit einer großen Portion Ermutigung! Schade, dass die 400 Seiten ausgelesen sind...
Anders als alles bisher Gelesene
von Lisa - 26.10.2020
"Zugvögel" von Charlotte McConaghy zeichnet sich sowohl durch seine einzigartige Protagonistin als auch durch sein besonders Setting aus. Franny hat Wanderfüße und so verschlägt es die junge Frau auf den Spuren der Küstenseeschwalben in die Arktis, wo sie den Vögeln auf einem der letzten Fischerboote auf ihrer langen Reise in die Antarktis folgen will. Die Geschichte thematisiert dabei offen und erschreckend wie eine großflächiges Artensterben aussehen könnte und was dies für Auswirkungen auf die Menschen haben wird. Der Schreibstil ist filigran, ausgereift und literarisch äußerst ansprechend. Ein wahrer Lesegenuss, welcher nachdenklich macht. Mit jedem Satz spürt man Franny`s Getriebenheit und erfährt durch Zeitsprünge nach und nach ihre ganze Geschichte. Es gab immer wieder überraschende Wendungen und Enthüllungen, mit welchen ich nicht gerechnet hätte. Jeder einzelne Charakter ist hier ausgereift und stimmig. Das Buch hat mich auf eine ganz besondere Art berührt. Eine fast schon dystopisch anmutende Welt, verbunden mit einer literarisch so gut ausgearbeiteten Geschichte habe ich bisher noch nie gelesen und bin einfach nur begeistert. Bisher definitiv mein Buchhighlight im Jahr 2020!
Unvergessliches, sehr emotionales Leseerlebnis
von bookloving - 18.10.2020
Mit "Zugvögel" hat die australische Autorin Charlotte McConaghy einen bemerkenswerten Roman vorgelegt, der mit seiner erschütternden Thematik und Intensität unter die Haut geht und sehr nachdenklich stimmt. In ihrem Roman ist McConaghy ein abwechslungsreicher und faszinierender Genremix aus bewegendem Familiendrama, unterhaltsamen Abenteuerroman, wunderschönem Nature Writing, bedrückender "Climate Fiction"und schockierendem Endzeitroman gelungen. Behutsam führt uns die Autorin in das beklemmende und erschreckend realistisch wirkende Setting ihrer in einer nahen Zukunft angesiedelten Geschichte ein und es dauert eine Weile bis man voller Beklommenheit erkennt, dass wegen des Klimawandels nicht nur einzelne Tierarten vom Aussterben bedroht sind, sondern dass die komplette Tierpopulationen betroffen ist und Fische, Reptilien, Affen, Bären, Großkatzen oder Wölfe fast völlig aus ihrem Lebensraum verschwunden sind. Sogar Wälder stehen vor dem totalen Kollaps und werden in einigen Jahren nicht mehr existieren, so dass es Wartelisten für Naturliebhaber gibt, um diese noch ein letztes Mal besuchen zu dürfen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die etwas seltsame Protagonistin Franny Stone, die sich in den Kopf gesetzt hat, die letzten Küstenseeschwalben auf ihrer möglicherweise letzten beschwerlichen Reise von Grönland bis zur Antarktis zu folgen. Alles setzt sie daran, um an Bord der Saghani, eines der wenigen verbliebenen Fischereiboote, zu kommen sowie Kapitän und Crew davon zu überzeugen, den mit Peilsendern markierten Vögeln auf ihrer "Wanderung" Richtung Süden zu folgen - in der Hoffnung, dass diese sie zu großen Fischschwärmen und einem ertragreichen Fang führen. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich in die recht düstere Erzählung hineingefunden habe und insbesondere mit der sehr außergewöhnlichen Protagonistin und Ich-Erzählerin, ihrer zunächst unverständlichen Getriebenheit und ihren dunklen Geheimnissen warm wurde. Doch dann konnte ich mich der enormen Sogwirkung dieser eindringlichen, bisweilen verwirrenden und aufwühlenden Geschichte nicht mehr entziehen. Bald war ich völlig von der dichten, melancholischen Stimmung und den atemberaubenden Naturbeschreibungen gefesselt. Franny ist ein vielschichtiger, schwieriger und sehr ambivalenter Charakter, der von den Schatten der Vergangenheit gezeichnet ist und oft von ihren irritierenden Seelenzuständen und düsteren Obsessionen in die Tiefe gezogen wird. Sehr eindringlich bringt sie uns Frannys unentwegten Kampf gegen ihre inneren Dämonen näher und konfrontiert uns mit den Abgründen ihrer instabilen Psyche. Geschickt präsentiert die Autorin in den eingestreuten Rückblenden schrittweise Einblicke in Frannys tragische Vergangenheit und leidenschaftliche, impulsive Ehe mit dem Wissenschaftler Niall, so dass immer mehr Geheimnisse aber auch traumatische Ereignisse und Verluste ans Licht kommen. So beginnt man allmählich die Hintergründe für Frannys fatale "Wanderlust" zu verstehen, bewundert ihre Stärke und leidet mit ihren Qualen. Schließlich begreift man auch den Beweggrund für ihre besessene Jagd nach den letzten Vögeln der Welt, mit der sie sich eine letzte Chance auf persönliche Erlösung und Selbstvergebung erhofft. Sehr faszinierend sind auch die übrigen, teilweise sehr exzentrischen Charaktere der Crew des Fischerboots, die auf ihre Weise alle sehr »speziell« und mit vielen Ecken und Kanten sind und ihre besondere Rolle während ihrer oft herausfordernden und lebensbedrohlichen Reise übernehmen. Die Autorin beendet ihren aufwühlenden und eindringlich geschriebenen Roman trotz aller Düsternis mit einem berührenden und hoffnungsvollen Ausklang, der sehr nachdenklich aber auch versöhnlich stimmt. FAZIT Ein eindringlicher, bewegender Roman mit einer aufwühlenden, sehr bemerkenswerten Geschichte und einer faszinierenden Heldin. Ein herausforderndes, aber unvergessliches Leseerlebnis!
Berührend und tiefsinnig
von Stergios Mavridis - 06.10.2020
Der Roman Zugvögel von Charlotte McConaghy befasst sich mit der Zukunft, in der durch den Klimawandel und den Menschen fast alle Tiere ausgestorben sind. Nur ein paar Küstenseeschwalben sind übriggeblieben und die Protagonistin Fanny beschließt ihren bis zu ihrer Reise in die Antarktis zu folgen. Ein Fischerboot begleitet sie auf ihrer merkwürdigen Reise mit einer Besatzung exzentrischer Charakteren. Der Erzählton des Romans ist eher ruhig, zum Teil poetisch und es werden so einige Denkanstöße gegeben, manche aber bleiben recht flach, von daher könnte ein wenig mehr Tiefgang wünschenswert sein. Die Protagonistin Franny ist ein symphatischer, vielschichtiger Charakter, die auf Sinnessuche geht und sich auf eine Reise in ihr selbst begibt. Dies mitzuverfolgen war fesselnd und bewegend zugleich. Ein gelungener Debutroman mit noch ein wenig Luft nach oben.
Jahreshighlight
von Claudias Bücherhöhle - 02.10.2020
Zum Buch Das Cover dieses Buches ist schlicht und ergreifend und passt daher hervorragend zur Geschichte. Geschildert wird diese im personalen Erzählstil, was mir sehr gut gefiel. Franny hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Sie strahlt eine Ruhe und Kompetenz aus, die man ihr auf jeden Fall abnimmt. Die junge Frau schildert nicht nur die immer weiter fortschreitende Zerstörung unseres Planeten, sondern auch ihre eigenen verschiedenen Lebensabschnitte. Sie hat einiges aushalten müssen und durch die Erzählform ist man als Leser einfach ganz nah bei ihr, erlebt ihre Gefühle wesentlich intensiver als bei jeder anderen Erzähl-Perspektive. Es herrscht viel Traurigkeit in dieser Geschichte, aber vielleicht auch ein Fünkchen Hoffnung was den Klimawandel betrifft. Einige Passagen regen durchaus zum Nachdenken an. Charlotte McConaghy hat es geschafft, mich mit diesem ganz besonderen Buch zu begeistern. Sie hat eine tolle Protagonistin erschaffen, die mir mit jeder Seite mehr ans Herz wuchs. Die Autorin zeigt hier einen Lebensweg, der zwar von Traurigkeit und Schicksalsschlägen geprägt ist, aber einen als Leser nicht verzweifeln lässt. Es werden einige Themen aufgegriffen, die sehr zum Nachdenken anregen. Die Vogelkunde ist ein interessant gestaltetes Element in dieser Geschichte, was ich anfangs nicht vermutet hätte. Ich bin wirklich froh, mich auf diese Reise mit Franny begeben zu haben! Der Schreibstil ist wunderschön, ebenso die verwendete Sprache, die stellenweise auf mich schon poetisch wirkte. Der Leser wird in eine ganz andere und auch vielseitige Welt entführt, was mich noch nachhaltig begeistert. Ein absolutes Jahres-Highlight, das ich jedem nur ans Herz legen kann.
Anschaulich erzählter Unterhaltungsroman, der mir etwas zu flach geriet
von helena - 27.09.2020
Im Mittelpunkt steht die psychisch sehr angeschlagene Franny, die wegen Mordes vier Jahre in Haft verbüßt hat. Sie möchte den letzten verbliebenen Küstenseeschwalben in die Antarktis folgen. Ein Fischerboot mit einer Besatzung voll interessanter Persönlichkeiten nimmt sie mit. Innerlich lehnt sie die Fischerbootbesatzung jedoch ab. Aktuell gibt es nämlich kaum noch Tierarten geschweige denn Fischarten auf der Welt. Franny sowie ihr Ehemann Niall, ein Ornithologe und Universitätsprofessor setzten sich vehement für Natur- und Umweltschutz ein. Doch nun sind sie getrennt und Franny muss allein den Küstenschwalben folgen... Der Roman handelt zum einen auf dem Fischerboot. Stürme und andere Hindernisse müssen bewältigt werden. Die Dynamik zwischen der Besatzung wird gut, wenngleich etwas oberflächlich skizziert und das Leben dieser Seeleute interessant beleuchtet. Zum anderen gibt es häufige Rückblenden in verschiedene Zeiten. Frannys Kindheit wird erzählt: sie lebte mit ihrer Mutter in Irland, wurde von dieser aber recht früh verlassen und musste zu ihrer Großmutter väterlicherseits nach Australien. Diese Jahre waren ziemlich hart. Sie kehrt zurück nach Irland, dabei stets auf der Suche nach ihrer Mutter und anderen Verwandten. Ihren zukünftigen Ehemann, Niall, lernt sie dabei an der Universität in Galloway kennen und lieben. Dieser Unterhaltungsroman ist eine Mischung aus Krimi, Abenteuerroman, psychologischem Familienroman, Liebesgeschichte und Dystopie mit Schwerpunkt Tierschutz. Zu Beginn gibt es viel Spannung, da nur Schritt für Schritt die Ereignisse der Vergangenheit gelüftet werden. Es gibt viele Andeutungen, vieles klingt geheimnisvoll und sehr dramatisch. Die erste Hälfte gefiel mir dementsprechend sehr gut. Doch dann geriet es mir leider zu vorhersehbar. Recht schnell wurde mir klar, worauf alles hinauslief, wobei mich dennoch einige Details überraschen konnten. Auch geriet mir das Ganze leider insgesamt zu naiv, zu flach und eindimensional. Die Figuren konnten mich nicht mehr gut überzeugen und wirkten zu schablonenhaft. Zudem hatte ich mir erhofft, mehr über die Küstenseeschwalben zu erfahren oder mehr Hintergründe zum Artenschutz, doch blieb es hier bei recht knappen und oberflächlichen Informationen. Beim Anbringen der Peilsender hätte sich z.B.angeboten, die negativen Folgen von Vogelberingungen zu erwähnen.... Der Hauptfokus lag jedoch auf Franny und ihrer zerbrochenen Biographie. Sie ist traumatisiert und hat schwere Verluste erlitten. Sie ist düster, schwermütig, tieftraurig und verzweifelt über sich selbst. Sie hat "sich selbst satt", kann nirgends lange bleiben, hat "Wanderfüße" und fällt ihrem "entsetzlichen" Willen immer wieder zum Opfer. Ihr Leben war "ein Vogelzug ohne Ziel" und sie ist nun auf dem Weg, sich selbst zu zerstören. Richtig warm wurde ich allerdings nie mit ihr und auch ihr Ehemann Niall blieb mir sehr fremd, ihn konnte ich am wenigsten verstehen. Wie kann man frei und sich selbst treu sein, aber dennoch zuverlässig in familiären Bindungen leben? Die Frage stellt sich Franny immer wieder. Und auch die Seeleute leben in diesem Zwiespalt. So meint und betitelt der Roman nicht nur die Küstenseeschwalben als Zugvögel, sondern auch jene Menschen, die diesen "Wanderdrang" in sich spüren. Der anschaulich erzählte Roman überzeugte mich nicht so ganz, wird mir aber im Gedächtnis bleiben und gab mir einige Gedankenanstöße sowie einige eindrucksvolle Bilder vom Meer, von Krähenschwärmen, die einem Mädchen folgen sowie von Rettungsaktionen im eisigen Wasser.
Nicht nur für Vogelfreunde!
von nil_liest - 22.09.2020
"je stärker man ist, desto gefährlicher wird die Welt." (S. 284) Ich bin kein Vogelfreund und trotzdem schockverliebt in dieses Buch! Ich bin nicht mal ein besonders großer Tierfreund¿ Darf man das überhaupt heutzutage noch sagen? Egal! Dieses Buch trägt den Titel "Zugvögel"(O-Ton: Migrations) und handelt in der Tat auch von Vögeln, aber das ist bei weitem nicht alles. Fast eine Nebensächlichkeit und doch ein zentrales Element. Im Fokus dieser Geschichte steht Franny, eine Frau Mitte 30 die uns als Ich-Erzählerin mitnimmt auf ein großes Abenteuer und eine Reise durch ihr Leben. Kurios und sehr speziell ist Franny und verfolgt fanatisch ihr Ziel. "Im "Was wäre, wenn" kann nur Reue gedeihen, und davon habe ich schon ein ganzes Meer voll." (S. 281) Während des Lesens entwickeln sich viele Fragezeichen, die sich dann wiederum auflösen und den Leser verstehend verabschiedet und versöhnt. Charlotte McConaghy merkt man die Sorge um unsere Natur und ihren Tieren an und verarbeitet dieses anprangernde Element in dieser Geschichte geschickt um literarisch wachzuschütteln. Innerlich spürte ich regelrecht, dass wir alle jetzt aktiv werden müssen um den Zustand der hier futuristisch skizziert wird nicht eintrifft. Die Sprache ist schnörkellos und doch durchdringt sie mit ihrem Text Tiefen! " er antwortete, unser Leben habe gar keinen Sinn, es sei nur ein Kreislauf ständige Erneuerung, und wir sein unfassbar kleine Funken, sowie die Tiere, wir seien kein bisschen wichtiger als sie, des Lebens nicht würdiger als jedes andere Geschöpf." (S. 306) Wunderbar an diesem Roman ist, dass es einerseits eine fassbare Zukunft zeigt und zugleich surreal in der Handlung wirkt. Ein Abenteuer, ein andersartige Geschichte und eine irritierende Protagonistin! Ich mochte es sehr!
Nicht nur für Vogelfreunde!
von nil_liest - 22.09.2020
"je stärker man ist, desto gefährlicher wird die Welt." (S. 284) Ich bin kein Vogelfreund und trotzdem schockverliebt in dieses Buch! Ich bin nicht mal ein besonders großer Tierfreund¿ Darf man das überhaupt heutzutage noch sagen? Egal! Dieses Buch trägt den Titel "Zugvögel"(O-Ton: Migrations) und handelt in der Tat auch von Vögeln, aber das ist bei weitem nicht alles. Fast eine Nebensächlichkeit und doch ein zentrales Element. Im Fokus dieser Geschichte steht Franny, eine Frau Mitte 30 die uns als Ich-Erzählerin mitnimmt auf ein großes Abenteuer und eine Reise durch ihr Leben. Kurios und sehr speziell ist Franny und verfolgt fanatisch ihr Ziel. "Im "Was wäre, wenn" kann nur Reue gedeihen, und davon habe ich schon ein ganzes Meer voll." (S. 281) Während des Lesens entwickeln sich viele Fragezeichen, die sich dann wiederum auflösen und den Leser verstehend verabschiedet und versöhnt. Charlotte McConaghy merkt man die Sorge um unsere Natur und ihren Tieren an und verarbeitet dieses anprangernde Element in dieser Geschichte geschickt um literarisch wachzuschütteln. Innerlich spürte ich regelrecht, dass wir alle jetzt aktiv werden müssen um den Zustand der hier futuristisch skizziert wird nicht eintrifft. Die Sprache ist schnörkellos und doch durchdringt sie mit ihrem Text Tiefen! " er antwortete, unser Leben habe gar keinen Sinn, es sei nur ein Kreislauf ständige Erneuerung, und wir sein unfassbar kleine Funken, sowie die Tiere, wir seien kein bisschen wichtiger als sie, des Lebens nicht würdiger als jedes andere Geschöpf." (S. 306) Wunderbar an diesem Roman ist, dass es einerseits eine fassbare Zukunft zeigt und zugleich surreal in der Handlung wirkt. Ein Abenteuer, ein andersartige Geschichte und eine irritierende Protagonistin! Ich mochte es sehr!
Nicht nur für Vogelfreunde!
von nil_liest - 22.09.2020
"je stärker man ist, desto gefährlicher wird die Welt." (S. 284) Ich bin kein Vogelfreund und trotzdem schockverliebt in dieses Buch! Ich bin nicht mal ein besonders großer Tierfreund¿ Darf man das überhaupt heutzutage noch sagen? Egal! Dieses Buch trägt den Titel "Zugvögel"(O-Ton: Migrations) und handelt in der Tat auch von Vögeln, aber das ist bei weitem nicht alles. Fast eine Nebensächlichkeit und doch ein zentrales Element. Im Fokus dieser Geschichte steht Franny, eine Frau Mitte 30 die uns als Ich-Erzählerin mitnimmt auf ein großes Abenteuer und eine Reise durch ihr Leben. Kurios und sehr speziell ist Franny und verfolgt fanatisch ihr Ziel. "Im "Was wäre, wenn" kann nur Reue gedeihen, und davon habe ich schon ein ganzes Meer voll." (S. 281) Während des Lesens entwickeln sich viele Fragezeichen, die sich dann wiederum auflösen und den Leser verstehend verabschiedet und versöhnt. Charlotte McConaghy merkt man die Sorge um unsere Natur und ihren Tieren an und verarbeitet dieses anprangernde Element in dieser Geschichte geschickt um literarisch wachzuschütteln. Innerlich spürte ich regelrecht, dass wir alle jetzt aktiv werden müssen um den Zustand der hier futuristisch skizziert wird nicht eintrifft. Die Sprache ist schnörkellos und doch durchdringt sie mit ihrem Text Tiefen! " er antwortete, unser Leben habe gar keinen Sinn, es sei nur ein Kreislauf ständige Erneuerung, und wir sein unfassbar kleine Funken, sowie die Tiere, wir seien kein bisschen wichtiger als sie, des Lebens nicht würdiger als jedes andere Geschöpf." (S. 306) Wunderbar an diesem Roman ist, dass es einerseits eine fassbare Zukunft zeigt und zugleich surreal in der Handlung wirkt. Ein Abenteuer, ein andersartige Geschichte und eine irritierende Protagonistin! Ich mochte es sehr!
Ein besonderes Buch, das nachhallt
von adel69 - 19.09.2020
Worum geht es in dem Buch? Franny Stone ist Ornithologin. Sie hat eine irische Mutter und einen australischen Vater und wächst in der Nähe des Meeres auf. Mal in Galway in Irland, mal in Australien. Von ihrer Mutter wird sie verlassen. Das trifft sie sehr, und sie ist immer wieder auf der Suche nach ihrer Mutter. Schon während ihrer Kindheit hat Franny eine Liebe zu Vögeln entwickelt. Sie möchte den Küstenseeschwalben bis zum Südpol folgen. Unter dem Vorwand, dass die Küstenseeschwalben wissen, wo sich Fische aufhalten, schafft es Franny, auf einem Fischerboot durch die Antarktis mitreisen zu können. Auf dem Schiff hat sie es mit Menschen mit unterschiedlichen Charakteren zu tun. Aber auch Franny ist kein "unbeschriebenes Blatt". Ihre Vergangenheit ist mysteriös, viel liegt im Dunkeln. Was ist beispielsweise mit ihrem Mann Niall und ihrer Tochter Iris passiert? Und warum war Franny im Gefängnis? Meine Meinung zu diesem Buch: Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Franny im Präsens (Gegenwart) erzählt. Als Leser lernt man mehrere Episoden aus Frannys Leben kennen, die in unterschiedlichen Jahren passiert sind. Einmal geht es um eine Zeit in der (wahrscheinlich nicht allzu fernen) Zukunft, in der schon viele Tiere ausgestorben und weitere Tierarten vom Aussterben bedroht sind. Franny will Vögel retten und sie erforschen - zum Beispiel die Küstenseeschwalben. Allerdings ist sie nicht legal unterwegs. Wenn die Behörden sie erwischen, droht ihr eine Gefängnisstrafe. Die Autorin hat eine schöne poetische Sprache, die ich sehr gerne gelesen habe. Und auch, dass die Handlung immer wieder in verschiedenen Jahren stattfindet, hat mich nicht gestört oder durcheinandergebracht, da durch passende Überschriften ganz klar ist, worüber man gerade liest - über Begebenheiten auf dem Fischerboot Saghani oder dem Eheleben von Franny und Niall oder anderen Ereignissen. Und langsam offenbaren sich die Antworten rund um die Rätsel, die Franny umgeben. Nicht nur die Vögel, die Franny am Herzen liegen, sind Zugvögel - auch viele Menschen, die in dem Buch vorkommen. Franny beispielsweise und auch einige Leute auf dem Schiff. Als ich das Buch zu Ende gelesen hatte, musste ich erst einmal viele Eindrücke "sacken" lassen, darüber nachdenken. Dieses Buch erstaunte mich vom Anfang bis zum Ende - das komplett unerwartet ist. Es ist aber ein Ende, das ich als Leserin in Ordnung finde und das mich - trotz einiger düsterer Momente in der Handlung - zufrieden zurücklässt. Mein Fazit: "Zugvögel" ist ein besonderes Buch. Ein Buch mit einer interessanten Handlung in einer schönen Sprache. Ein Buch, das mitreißt, fasziniert und zum Nachdenken anregt. Ich vergebe fünf Sterne und eine Weiterempfehlung.
Eine Klimareise
von Sikal - 19.09.2020
Die Protagonistin Franny Stone beschließt den letzten Küstenseeschwalben in die Antarktis zu folgen. Es gelingt ihr von einem Fischerboot mitgenommen zu werden, auf dem sie eine eigenartige - etwas schräge - Crew vorfindet. Sie lernt neben Knoten in allen Varianten auch noch sich den Naturgewalten zu stellen und mit den durchgedrehten Fischern klarzukommen. Dass Franny Klimawandel und Umweltschutz aus einer anderen Perspektive betrachtet als die Fischer, die von einem guten Fang leben müssen, erleichtert die Sache nicht gerade. Zwischendurch erfährt man immer wieder einiges über Frannys Vergangenheit, sowie der Suche nach ihrer Mutter, Weggehen und Ankommen und der Konstante in ihrem Leben - die Vögel. "Eine Geschichte über die Wege, die wir gehen für die Menschen, die wir lieben. Und sei es bis zum äußersten Rand der Welt." (Klappentext) Die Autorin Charlotte McConaghy hat mit "Zugvögel" einen überraschenden Debütroman geschrieben, der wichtige Themen hervorkehrt ohne gleich den Zeigefinder drohend zu erheben. Der Schreibstil wartet mit einer intensiven und zum Teil poetischen Sprache auf und lässt den Leser in eine besondere Atmosphäre eintauchen. Die Protagonistin Franny ist ein sehr vielschichtiger Charakter, der durchaus schwierig ist und der man nicht immer mit Sympathie begegnet. Ihre Gedankengänge schwirren oft durch die Luft, ohne dass man eine Chance bekommt, diesen gleich folgen zu können. Irgendwie bleibt mir während des Lesens eine gewisse Distanz erhalten. Auch unter den Mitgliedern der Crew kann ich keinen Sympathieträger ausmachen. Und trotzdem hat mich das Buch berührt. Viele offene Fragen werden bis zum Ende beantwortet und zeigen ein rundes Bild. Gerne vergebe ich 4 Sterne und hoffe, dass diese Utopie des Artensterbens nicht eines Tages doch noch Wirklichkeit wird.
Mit den Küstenseeschwalben auf Wanderschaft
von luisa_loves_literature - 18.09.2020
Frannys Vergangenheit hat sie zu einer schwierigen, komplexen und traumatisierten Persönlichkeit heranwachsen lassen, die sich in der nahen Zukunft auf eine Schiffsreise begibt, um den verbliebenen Küstenseeschwalben, den letzten ihrer Art, nachzujagen. Diese Schiffspassage ist für Franny ein Übergangsritus - so wie man es aus der Literatur hinlänglich kennt - denn sie stellt sich ihren Dämonen, ergründet ihre eigene Geschichte, wirft Ballast ab und findet eine neue Familie. Zugvögel ist ein außergewöhnlicher, besonderer, aktueller, intensiver und bestechender Roman. Zwar gibt es auch schwächere (vielleicht auch für den Leser unangenehmere) Etappen in diesem Buch, aber insgesamt macht dieser Roman sehr, sehr viel so richtig, dass es zeitweise fast schwindelerregend ist. Die Handlung ist in Grundzügen die der klassischen "rites of passage", des Übergangs zwischen zwei Lebensabschnitten, der durch die Schiffspassage repräsentiert wird und Franny verändert und reifen lässt. Dabei bekommt diese Reise retrospektiv schon fast einen biblischen Charakter, deutliche Assoziationen mit einer umgekehrten Schöpfungsgeschichte oder der Arche Noah sind kaum auszublenden. Und genau das ist es, was diesen Roman dann auch groß macht: er ist keinesfalls Unterhaltungsliteratur, page turner oder annehmbare "Fridays for Future"-Variation, sondern zeigt auf allen Ebenen deutliche literarische Ambitionen, die man in den mannigfaltigen Interpretationsmöglichkeiten spüren kann. Dieser Anspruch macht sich auch im Gattungsmix bemerkbar, denn der Roman vereinigt Krimihandlung, Liebesgeschichte, Coming-of-Age-Elemente und vor allem ökologische Gedanken, die ein Lesen des Textes vom Ansatz des Ecocriticism aus unabdingbar machen. Auch wenn die ökologische Kritik den Roman wie ein roter Faden durchzieht, so verzichtet er doch darauf, allzu plump oder mit erhobenem Zeigefinger Missstände hervorzuheben, vielmehr schwebt auf subtile Weise ein melancholischer Klang über allem, was erzählt wird. Die verschiedenen Genres, die der Roman vereint, werden durch die geschickte Handlungsstruktur gekonnt kombiniert. So erfährt der Leser in zahlreichen Rückblenden, die nicht chronologisch erfolgen, sondern von einer Zeitebene zur nächsten springen und wieder zurück, viel über die Protagonistin Franny, ihre Vergangenheit und ihr Wesen. Allerdings sind diese Einblicke immer kurze Schlaglichter, sodass alles, was Franny betrifft, sehr mysteriös bleibt und man sich nur sehr langsam dem Kern der Geschichte annähert. Verwirrend ist der Roman dennoch nicht, da er von der Schiffsreise zusammengehalten wird und die einzelnen Erinnerungsteile klar als solche markiert werden. Franny ist dabei zwar der Orientierungs-, aber sicher nicht der Ordnungspunkt. Zu eigenwillig, beladen und nebulös ist sie als Protagonistin und unzuverlässige Erzählerin. Als Figur ist sie jedoch ausgezeichnet konzipiert. Sie ist widersprüchlich und schwierig, unverständlich und durchaus auch unsympathisch, aber gerade deswegen äußerst spannend. Dies gilt auch für ihre "neue" Familie, die Crew der Saghani, in deren Mitte sie eine Art Heimat findet. Heimat findet auch der Leser in diesem sprachlich sehr anrührenden, bewegenden und stilistisch konsequenten Roman, der sicherlich auch von seiner herausragenden deutschen Übersetzung profitiert. Der Text ist zeitweise distanziert, fast emotionslos und holt einen dann wieder mit seiner Sprachgewalt, seinem Vermögen, die Kraft des Meeres, des Windes, der Wellen, die Schönheit Irlands und die Einsamkeit der Welt aufs Papier zu bannen, wieder ein. Das ist absolut begeisternd. Bis auf einen kleinen Makel, der für mich an einer Stelle in einer etwas unausgereiften Handlungskonstruktion im letzten Teil deutlich wird, ist Zugvögel für mich sicher einer der Top-Romane 2020. Er ist einfach besonders, wichtig, packend, ruhelos und poetisch.
Spannende Handlung, schwache Protagonistin
von BücherwurmNZ - 17.09.2020
Der Einstieg in das Buch ist nicht leicht. Der Schreibstil ist geheimnisvoll und mystisch. Am Anfang muss man viel zwischen den Zeilen lesen bzw. kann für sich selbst weitere Überlegungen anstellen, da vieles nur angedeutet wird. Man erfährt nicht wirklich viel über die Protagonistin, obwohl man sich in der Ich-Perspektive befindet. Einerseits macht das auch die Spannung und den Reiz des Buches aus, andererseits fande ich es etwas nervig, wenn man nach vielen gelesenen Seiten nicht mehr erfährt. Dies ändert sich aber später, da man durch viele Zeitsprünge zu unterschiedlichen Zeiten in die Vergangenheit sich langsam ein Gerüst über das Leben der Protagonistin erstellen kann. Allerdings muss man aufmerksam lesen, dass man die vergangenen Zeitpunkte nicht durcheinanderbringt. Hat man sich erstmal an die Erzählweise gewöhnt, ist das Buch spannend und lässt sich schnell und flüssig lesen. Die Handlung ist gut aufgebaut und nicht vorhersehbar. Allerdings bleibt Franny trotz der Ich-Perspektive unnahbar, ihre Gedanken, Motive und ihr Verhalten nicht nachvollziehbar. Und das bleibt leider auch bis zum Schluss so. Zudem ist sie mir zu verstört. Auch die Beziehung zu ihrem Mann ist undurchsichtig und unverständlich, er selbst bleibt blass. Gefallen hat mir, dass die Besatzung des Schiffes nicht oberflächlich bleibt. Fazit: Eine spannende Dystopie, die einen Zustand der Tierpopulation aufzeigt, zu der wir hoffentlich nie kommen. Großes Manko ist die Protagonistin und ihr Wesen, daher nur ein mittelmäßiges Buch.
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