Willkommen in Lake Success

Roman - "Eines der 100 besten Bücher 2018" - The New York Times. Originaltitel: Lake Success.
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Am Puls des heutigen Amerika - »man möchte schreien, weil dieser Roman so wahr und so unglaublich lustig ist« (Richard Ford)

Eines frühen Morgens entledigt sich Barry Cohen, Master of the Universe, der Fesseln seines allzu perfekten Lebens. Der Sohn e … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Willkommen in Lake Success
Autor/en: Gary Shteyngart

ISBN: 3328600698
EAN: 9783328600695
Roman - "Eines der 100 besten Bücher 2018" - The New York Times.
Originaltitel: Lake Success.
Übersetzt von Ingo Herzke
Penguin Verlag

15. April 2019 - gebunden - 432 Seiten

Beschreibung

Am Puls des heutigen Amerika - »man möchte schreien, weil dieser Roman so wahr und so unglaublich lustig ist« (Richard Ford)

Eines frühen Morgens entledigt sich Barry Cohen, Master of the Universe, der Fesseln seines allzu perfekten Lebens. Der Sohn eines jüdischen Poolreinigers hat eine traumhafte Karriere gemacht: Seine Hedgefonds spülen ihm Millionen aufs Konto, für ihn zählen nur Status, Ruhm, Prestige und Perfektion. Doch dann kommt der Tag des tiefen Falls: Er begreift, dass sein Sohn niemals in seine Fußstapfen treten wird. Mit nichts als seinen Lieblingsuhren im Gepäck flieht Barry mit einem Greyhound-Bus aus New York. Sein irrwitziger Plan: nach zwanzig Jahren seine College-Liebe Layla in El Paso zu treffen. Ob er mit ihr das echtere Leben von damals wieder aufnehmen kann? Bestsellerautor Gary Shteyngart nimmt uns in dieser Great American Novel mit auf eine turbulente Reise durch das zutiefst gespaltene Amerika der Vor-Trump-Ära - und erzählt von der Suche eines Mannes nach dem wahren Glück. Großherzig, klug und witzig!


Portrait

Gary Shteyngart wurde 1972 als Sohn jüdischer Eltern in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg, geboren und kam im Alter von sieben Jahren in die USA. Er legte 2002 mit »Handbuch für den russischen Debütanten« seinen Erstling vor, ein New-York-Times-Bestseller, der u.a. mit dem National Jewish Book Award for Fiction geehrt wurde. Es folgten die vielfach ausgezeichneten Erfolgsromane »Absurdistan« und »Super Sad True Love Story« sowie zuletzt sein autobiografisches Buch »Kleiner Versager«. »Willkommen in Lake Success« ist der vierte Roman des New Yorker Kultautors, er wurde mehrfach zu einem der besten Bücher des Jahres 2018 gekürt und wird von HBO als Serie mit Jake Gyllenhaal in der Hauptrolle verfilmt.

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Pressestimmen

»Gary Shteyngart karikiert die New Yorker Elite im Sommer vor der Trump-Wahl. ... Es macht großen Spaß, die Absurditäten zu lesen, die Shteyngart sich für dieses Buch ausgedacht hat.« FAZ, Cornelius Dieckmann

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 18.04.2019

Selbst der Schuft hat eine Seele
In der Not hilft nur noch ein Trip mit dem Greyhound-Bus: Gary Shteyngart karikiert die New Yorker Elite im Sommer vor der Trump-Wahl

Barry Cohen besitzt ein Vermögen von sechzig bis hundertfünfunddreißig Millionen Dollar und ein ziemlich ärmliches Leben. Ersteres lässt sich in seiner Branche, der New Yorker Hedgefonds-Welt, nicht so genau bemessen. Letzteres ist dafür umso offensichtlicher.

Mit seiner Frau Seema, die er - und die ihn - nicht mehr liebt, wohnt Barry in einem Manhattaner Hochhaus, dessen obere drei Stockwerke Rupert Murdoch gehören, geht zu Dinner-Verabredungen mit Nachbarpärchen, die er nicht leiden kann, und hat das kleine Problem, dass jederzeit das FBI durch die Tür stürzen könnte - Börsenbetrug. Seinen dreijährigen Sohn Shiva hat Barry zwar lieb, sieht ihn aber vor allem als eines: nicht normal. Jüngst wurde bei Shiva Autismus diagnostiziert - was im Laufe des Romans erfreulicherweise nicht witzereißend weggewinkt, sondern durchaus sensibel vertieft wird. Der Vater aber begreift seinen Sprössling nicht. Warum nur lässt Shiva sich nicht von Papas Luxusuhrensammlung begeistern? Barry hat genug. Er braucht das Allheilmittel für unruhige Herzen: den Greyhound-Bus und eine Reise nach Westen.

Wie heutzutage eine Roadtrip-Geschichte schreiben, ohne sich bloß mit Klischees zum Affen zu machen? Zum Beispiel: indem man sich absichtlich mit Klischees zum Affen macht. Zwar könnte Barry ja problemlos erste Klasse fliegen oder zumindest Zug fahren, "aber dies war die freie Straße, und wenn du erst einmal auf der freien Straße warst, dann eilte das ganze Land herbei, um dich zu begrüßen und deinen Eistee nachzufüllen". Der "weltgrößte Verfechter des Trickle-down-Effekts" dürstet nach Authentizität und wird Tourist im Land der Brotlosigkeit. Schon bald landet die Kreditkarte im Müll; nur von seinen Uhren mag er sich noch nicht trennen. In der Greyhound-Halbwelt riecht es zwar nach Fuß, Fischbrötchen und Urin, aber das bringt Barry nicht vom Ziel ab: seine College-Freundin im texanischen El Paso auftreiben, möglicherweise ein paar Kinder mit ihr zeugen, sexy und glücklich sein. Und nebenbei die einfachen Leute verstehen, die in diesem Sommer 2016 mit dem absonderlichen Gedanken spielen, Donald Trump zum Präsidenten zu wählen.

Barry kennt die Gebrauchsanweisung. Jack Kerouacs 1957 erschienener Beat-Roman "On the Road" (deutsch: "Unterwegs") ist für viele junge Männer, meist weiße Mittelschichtssöhne mit geisteswissenschaftlichem Studienabschluss, eine Art Bibel. Gepredigt werden sexuelle Befreiung und literarisches Vagabundentum. Zu dieser Gemeinde gehört auch Barry, der in Princeton im Nebenfach Kreatives Schreiben studiert hat, Hemingways supermännliche Prosa bewundert und sich mit Anfang vierzig noch einbildet, in ihm schlummere ein Schriftsteller. "Sogar seine Träume von einer Reise quer durchs Land waren von der Möglichkeit unterfüttert, seine Erinnerungen eines Tages zu Papier zu bringen. So eine Art Unterwegs, nur in nachdenklicher, gereifter Sprache." Zur Beruhigung sei schnell gesagt, dass der Autor Gary Shteyngart viel zu scharfsinnig ist, um unironisch in der Road-Erotik Kerouacs zu schwelgen. Barry zeichnet er als narzisstischen Loser, der elegante Tragik mit Selbstmitleid verwechselt.

Dass einem dreijährigen Kind und dessen junger Mutter durchaus Besseres widerfahren kann als ein eskapistischer Vater, fällt Barry nicht ein. Dessen Odyssee unterbrechen Kapitel aus Sicht der in New York gebliebenen Seema, der Shivas Erziehung nun allein zufällt. Seema ist zwar deutlich jünger als Barry, emotional aber weitaus reifer. Unlängst hat sie sich eingestanden, dass der Finanz-Machismo ihres Mannes genau der Systemfehler ist, durch den "der zutiefst gestörte New Yorker Geschäftsmann" Trump gerade ins Amt zu kommen droht (Seema unterstützt Hillary Clinton, Barry Marco Rubio). Und statt Shivas Autismus weiter zu leugnen, beginnt Seema zu erkennen, dass ihr Kind eben so ist, wie es ist. So ängstlich, so eigen, so phantasievoll, so schön.

Fröhlich, unverfroren und mitunter ganz unkomödiantisch zeigt der Roman die Prätentionen der berüchtigten oberen 0,1 Prozent. Mit Vorliebe veralbert Shteyngart Gesellschaftsgruppen, denen er selbst angehört, vor allem wohlhabende Manhattanites. Denn die meisten Milieus, das ein vertrauter Shteyngart-Modus, sind gleichzeitig liebenswürdig und lächerlich. Schon in seinem Satireroman "Absurdistan" (2006) machte er sich vergnügt über einen jüdischen russisch-amerikanischen Schriftsteller namens Jerry Shteynfarb lustig. Shteyngart selbst wurde 1972 in Leningrad geboren und emigrierte als Siebenjähriger mit seinen Eltern in die Vereinigten Staaten. 2002 veröffentlichte er seinen Erstling "Handbuch für den russischen Debütanten". Noch immer, sagt er, verstehe er Russland besser als Amerika. "Willkommen in Lake Success" beweist nun, dass er auch Trumps Amerika und "die Langeweile eines kriegerischen Landes, das keinen richtigen Krieg zur Hand hatte", bestens begreift.

Außerdem ist er bekannt dafür, pausenlos Empfehlungen auf den Klappentexten anderer Autoren unterzubringen (empfohlen sei die kurze, sehr lustige Youtube-Doku "Shteyngart Blurbs"). Auch in seinem vierten Roman lässt er es nicht aus, liebevoll die Literatenzunft zu karikieren. Für Barrys verhassten Nachbarn etwa, den Schriftsteller Luis, ist "jede Art von Realismus reaktionär. Luis jedenfalls gab sich nicht der Illusion hin, er könne die Welt verändern. Er wollte bloß in seinen schlecht verkäuflichen Büchern über sie schreiben und sie für seine neunhundert Twitter-Follower in der Luft zerreißen."

Es wird kaum Zufall sein, dass der Vorname des Protagonisten sich auf den des Autors reimt. Und es macht großen Spaß, die Absurditäten zu lesen, die Shteyngart sich für dieses Buch ausgedacht hat. Obwohl "adaptiert" es vielleicht besser träfe. So erwirtschaftet ein Pharmaunternehmen, in das Barry Millionen investiert hat, ordentlich Kapital damit, den Monatspreis eines lebensrettenden Medikaments mal eben von dreißig auf siebenhundert Dollar zu erhöhen. Man fühlt sich sofort an den mittlerweile im Gefängnis sitzenden Hedgefonds-Manager Martin Shkreli erinnert, dessen price-hiking-Strategie ihm den unschmeichelhaften Spitznamen Pharma-Bro einbrachte. Barry and Shkreli hätten sich verstanden.

Unser Held hält sich dennoch für einen inspirierten Philanthropen. Vorübergehend plant er, "Milliardärssammelkarten für arme Kinder herauszubringen, (. . .) damit ,schwarze Jugendliche angespornt würden, sich in der Schule mehr anzustrengen'. (. . .) Sein Milliardärsfreund in Miami war anscheinend zur Finanzierung bereit - niemand liebte arme schwarze Kinder so sehr wie weiße Milliardäre." Shteyngart trifft damit einen Nerv. Im Musical "Hamilton", das Seema sich an einer Stelle am Broadway ansehen möchte, heißt es, gleichsam den Barry-Komplex diagnostizierend: "There's nothing rich folks love more than going downtown and slummin' it with the poor."

Zuletzt noch zur Frage, ob Barry dank seiner Reise, die - wie Kerouacs "On the Road" - bis nach Mexiko führt, zumindest seine Trump feiernden Landsleute versteht. Nun ja: "Auf seiner Greyhound-Fahrt war es Barry öfter mal durch den Kopf geschossen, dass er seine Mitreisenden zwar aus tiefstem Herzen liebte, ihnen aber in der Wahlkabine nicht trauen konnte, weil sie keine Aktionäre waren. Sie begriffen die Erregung, den Schmerz und die Verpflichtung nicht, die daraus erwuchsen, einen Teil ihres Landes zu besitzen." Mal bemitleidet man Barry, mal verabscheut man ihn, hier eher Letzteres. Insgesamt ist er vermutlich ein Schwein. Aber wie sang Neil Young über einen der bekanntesten amerikanischen Verbrecher? "Even Richard Nixon has got soul." Barry Cohen somit wohl auch. Dieser Roman sowieso.

CORNELIUS DIECKMANN

Gary Shteyngart:

"Willkommen in Lake

Success". Roman.

Aus dem Englischen von Ingo Herzke. Penguin Verlag, München 2019. 432 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Bewertungen unserer Kunden
Ein US-Broker aus einer anderen Welt landet in der Realität von Trumps Amerika
von BigZ - 14.05.2020
Barry ist Broker, einer von denen, die nur in mehrstelligen Millionenbeträgen denken und danach handeln. Doch dann kommt es zum Bruch, im familiären Gefüge und auch im beruflichen Bereich ist der Supergau nicht mehr weit. Spontan steigt er in einen Überlandbus und macht sich auf den Weg zu seiner großen Jungensliebe. Das Roadmovie durch die USA der weiten Landflächen, des nicht nur subtilen Rassismus, der politischen Haltung des kleinen Mannes und des Mühlsals der armen Bevölkerung beginnt und führt zu erstaunlichen Erkenntnissen, bei Barry, dem Mann aus kleinen Verhältnissen, der es geschaftt hat nach ziemlich weit oben. Das Buch behandelt auf seiinem Weg durchaus ernsthafte Themen, aber auf eine so humorvolle, literarisch fein beschriebene Art, dass man sich erst im Nachklingen einer ordentlichen Portion Tiefgang bewusst wird. Aber das ist ja absolut nichts schlechtes und mal ganz einfach betrachtet, dieser Roman ist es einfach richtig gute Unterhaltung.
Ein Blick auf die USA zur Zeit der Präsidentschaftswahl 2016
von Kaffeeelse - 03.07.2019
Dies wird keine einfache Rezension, ich bin mir nicht sicher, ob ich diesem recht weitgreifendem Roman gerecht werden kann. Ich versuche es mal. Ich hatte beim Lesen und besonders danach das Gefühl, dass in diesem Roman eigentlich mehrere Geschichten gleichzeitig erzählt werden. Die nachfolgenden Abschnitte sollen die verschiedenen Geschichten zeigen, dadurch wird vielleicht auch der Erfolg des Buches in Amerika verdeutlicht. Einerseits geht es um die USA, und die Gemengelage der politischen Empfindungen in diesem Land kurz vor den Präsidentschaftswahlen 2016. Es wird verdeutlicht, dass die Bevölkerung der USA extrem gespalten ist. Schon durch die Größe des Landes ist diese Spaltung durch die verschiedenen Wohngegenden und ihre wirtschaftliche Situation bedingt (Ostküste, Südstaaten, mittlerer Westen, Südwesten, Westküste), dazu kommt dann noch die soziale Spaltung der Bevölkerung und die Spaltung nach Hautfarben/Nationen. Diese Spaltung wird von bestimmten Kreisen natürlich forciert, um die Unzufriedenheit zu befeuern und eigene Fankreise zu erschaffen. Dann haben wir das zentral gestellte Paar Seema und Barry Cohen in New York. sie ist eine in Amerika geborene Tamilin, er ist ein Sohn eines jüdischen Poolreinigers, sie ist Anwältin, er ist millionenschwerer Hedgefondmanager, sie ist Mitte 20 und er ist Mitte 40. Die Ehe der beiden wird nicht etwa wegen der Gefühle geschlossen, die Mutter von Seema stößt ihr Kind eher in die Richtung: Suche dir einen reichen Mann und alles wird gut!. Beide haben ein Kind zusammen, den dreijährigen Shiva, ein schwer autistisches Kind. Natürlich ist die eheliche Situation, die vorher schon nicht gut war, durch die Probleme wegen dem Jungen noch angespannter. Bei der Beschreibung der Lebensumstände der Cohens und ihrer Umgebung wird deutlich wie sehr der Autor sich über die Superreichen Amerikas lustig macht. Köstlich! Schließlich kommt es zum Eklat zwischen Seema und Barry und die Folge ist Barrys Flucht aus New York mit dem Greyhound quer durch die USA. Mit auf die Reise darf nur ein Teil der heißgeliebten superteuren Uhren von Barry, diese liebt Barry innig. Der Entschluss zur Flucht entsteht nicht nur durch den Streit mit Seema, sondern auch durch gewisse berufliche Schwierigkeiten mit ungewissen juristischen Folgen. Auf der Reise durch die USA lernt Barry ein Sammelsurium an verschiedenen skurrilen Personen kennen, die den schon beschriebenen Blick auf die verschiedenen Bevölkerungsgruppen ermöglichen. Dass ernannte und heiß ersehnte Ziel der Reise von Barry ist seine Jugendliebe Layla in El Paso, Texas. Auf dieser Reise wird nach und nach klar, dass der anfänglich unsympathische Charakter Barry, deutliche Defizite in der empathischen Wahrnehmung seiner Mitmenschen hat und auch im Miteinander mit Ihnen und durch dieses Zeichnen dem Leser etwas sympathischer. Shteyngart schreibt seinen Roman/seinen Blick auf Amerika mit einem gewissen Humor/einem gewissen Sarkasmus/Zynismus. Vieles wird deutlich überzeichnet, vieles polarisierend dargestellt und auch vieles polemisierend. Dadurch stößt dieser Roman auch ab, mir hat dieses Bild von Amerika und seiner Einwohner aber sehr gefallen, dieses Buch ist ein sehr gesellschaftskritischer, aber in meinen Augen ein sehr realer Blick. Und entgegen sehr vieler anderer Rezensenten sehe ich definitiv in diesem Roman einen Entwicklungsroman, die Charaktere Seema und Barry durchlaufen sehr wohl eine Entwicklung. Interessant finde ich auch welche Bedeutung hier dem Thema Autismus und den betroffenen Menschen gegeben wird, dabei wird auch gezeigt wie unterschiedlich autistische Formen sein können.
Uhren
von mayada - 25.05.2019
Dieses Buch ist wunderbar zu lesen aber auch verstörend. Wenn Amerika wirklich so tickt - und ich hoffe doch sehr dass der Autor da überspitzt hat - muss einen an der dortigen Politik nichts mehr wundern. Es geht den meisten Menschen wohl hauptsächlich um Geld, Sex und Drogen, so auch der Hauptperson. Er begibt sich auf eine Reise auf der Suche nach Liebe zu der aber nicht fähig ist. Für dieses Buch sollte man Uhren- und andere Luxusmarken kennen, da ansonsten einiges an Lesespass verloren geht.
Ein selbstsüchtiger und unverschämter Mann, der sich nur selbst bemitleidet
von Bücherwurm - 24.05.2019
Ich habe schon häufiger die Erfahrung gemacht, dass Bücher, die so angepriesen und ausgezeichnet wurden, es in meinen Augen nicht verdient haben. Leider gehört "Willkommen in Lake Success" dazu. Barry Cohen (und auf seine Ehefrau) sind nur darauf aus, den Schein zu waren. Der arme Sohn eines jüdischen Poolreinigers, der sich alles erkämpfen musste, weil niemand ihn mag. Kein Wunder! Schon während seiner Kindheit hat er nur geheucheltes Interesse an seinen Altersgenossen gezeigt und "Freundschaften" nur geschlossen, wenn er einen längeren Nutzen daraus ziehen konnte. Nach diesem Prinzip hat er sich auch seine Ehefrau ausgesucht. Eine wunderschöne, kluge Inderin, die, obwohl sie Jura studiert hat, nach der Hochzeit nicht mehr in ihrem Berufsfeld weiter arbeiten durfte, weil es für Menschen mit Barrys Stand ein Statussymbol ist, kluge Frauen vom Arbeitsmarkt zu nehmen. Überhaupt ziehen sich reihenweise Klischees durch das Buch. Es gibt bestimmt finanziell Bessergestellte, die so denken und handeln, aber in diesem Roman gab es nur verabscheuungswürdige Leute. Barrys Sohn hat stark ausgeprägten Autismus. Man spürt den ganzen Roman über, wie peinlich dass Barry ist. Von seiner Schulzeit an, hat er sich sein perfektes Leben vorgestellt. Er hat schon vor der Schwangerschaft seiner Frau angefangen ein Haus zu bauen, mit drei nebeneinander eingebauten Waschbecken, damit seine drei zukünftigen, perfekten und klugen Kinder, sich gegenseitig mit Wasser bespritzen können. Dass sein Sohn mit Autismus "bestraft" wurde, ist natürlich nur die Schuld der indischen Wurzeln seiner Frau. Überhaupt gibt Barry an seinem momentanen Zustand jedem anderen die Schuld (sogar Leuten, die er gerade erst kennen lernt), nur er selbst ist perfekt und über allem erhaben. Sein Sohn liebt ihn nicht? Die Schuld seiner Frau und des Kindermädchens. Es liegt nicht daran, dass er nie da ist, sich nicht mit seinem Kind beschäftigt, denkt, dass er dumm ist und sowieso nicht versteht, was um ihn herum geschieht. Seine finanzielle Lage? Die Schuld seiner Mitarbeiter, seiner Sekretärin, der Inverstoren und der ganzen, gemeinen Welt. Anstatt dazu zustehen, dass er Mist gebaut hat, haut Barry in einer Kurzschlussreaktion ab, nimmt nur einem Haufen teurer Uhren mit (unglaublich, dass er an gefälschte Ausweispapiere gedacht hat), verlässt seinen über alles geliebten Sohn (an den er während der Reise höchstens fünf Mal denkt), und will mit seiner Jugendliebe eine neue Familie gründen. Seinen Sohn wird er ab und zu mal besuchen, der wird aber immer etwas total Tolles geschenkt bekommen. "Guck mal, Häschen, Daddy ist mal wieder da und was er alles für dich mitgebracht hat". Die Wahl ist grad im vollem Gange und alle sind so fest davon überzeugt, dass Trump natürlich nicht gewählt wird, weil er ja so ein Böser ist, obwohl er ja die Steuern senken will, also währe sein Sieg vielleicht doch nicht so schlecht Vom gespalteten Amerika habe ich nichts zu lesen gekommen. Da erfährt der Interessierte mehr beim Nachrichten sehen. Witzig fand ich das Buch nicht, es waren lauter Fachbegriffe für Uhrenfreunde und Finanzinteressierte drinnen, die mich überhaupt nicht interessiert haben und mit denen ich teilweise auch nichts anfangen konnte. Er bricht vor Hunger zusammen, weil er seine Kreditkarten wegbeworfen hat (ohne sie sperren zu lassen, der Finder wird sich freuen), schleppt aber einen Uhrenkoffer mit sich herum, von der jede Einzelne laut seiner Aussage, teuer, wertvoller und seltener als Rolex Uhren sein sollen. Ein Wunder, dass die ihm nicht sofort geklaut werden. Barry möchte alles selbst regeln, ruft aber auf den ersten drei Seiten seine Sekretärin an, damit die ihm ein Busticket besorgt, da der Schalter geschlossen ist. Und überhaupt ist es eine Unverschämtheit, wie man ihn behandelt. Weiß den niemand, wer Barry Cohen ist? Fazit: Ein Mann verlässt Frau und Kind (die ihm egal sind), um mit seiner alten Jugendliebe neu anzufangen. Die hat er übrigens zuletzt vor zwanzig Jahren gesehen und es ist ihm egal, was sie seitdem erlebt hat, oder überhaupt Interesse an ihm hat. Das sie höchstwahrscheinlich nicht mehr dieselbe Person ist wie damals, kommt ihm gar nicht in den Sinn. Barry Cohen sagt von sich selbst, dass er keine Ahnung hat, wie er so reich werden konnte und eigentlich die Dümmsten Menschen auf der Welt das meiste Geld, Macht und Ansehen genießen. Kein Wunder, dass Trump Präsident der USA wurde!
Greyhound-Trip durch USA
von leseratte1310 - 06.05.2019
Der Hedgefonds-Manager Barry Cohen hat eine Bilderbuch-Karriere gemacht, da er über die nötige Skrupellosigkeit verfügte. Nun aber ist die Börsenaufsicht ihm auf den Fersen. Auch zu Hause läuft es nicht rund, denn sein dreijähriger Sohn Sheeva hat eine autistische Störung und er und seine Frau Seema tun alles, um das zu überspielen. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Da erinnert sich Barry an seine Jugendliebe. Ohne Gepäck, aber mit seinen Lieblingsuhren, macht er sich per Greyhound auf einen Weg durch Amerika, um nach zwanzig Jahren Layla in El Paso zu treffen. Der Schreibstil ist wirklich toll, allerdings konnte mich die Geschichte überhaupt nicht packen. Diese überstürzte Flucht von Barry geschieht zu Zeiten, als Donald Trump seinen Wahlkampf in Amerika führt. Er begegnet vielen unterschiedlichen Menschen auf dieser Tour. Man begreift im Laufe der Geschichte, wie gespalten Amerika ist. Gesellschaftspolitisches wird angerissen, aber nie vertieft. Neben dem Protagonisten gibt es noch eine ganze Reihe von unterschiedlichen Charakteren, die gut beschrieben sind. Barry Cohen ist Sohn eines jüdischen Poolreinigers. Aber er hat Karriere gemacht, gut verdient und eine wundervolle Frau ergattert. Eigentlich ist doch alles perfekt - oder? Er hat sich ursprünglich ein ganz anderes Leben erträumt und nun versucht er diesen Traum zu finden. Doch es ist nur eine Flucht vor den Realitäten. Barry war mir von Anfang an nicht sympathisch. Er ist ein Mensch, mit dem ich nie etwas zu tun haben möchte. Ich konnte auch nicht erkennen, dass er auf seinem Trip wirklich etwas reflektiert hat und sich damit entwickelt hat. Daher ist auch das Ende für mich nicht schlüssig. Dies war mein erstes Buch des Autors Gary Shteyngart. Ich hatte wohl aufgrund der Kritiken andere Erwartungen, so dass mich die Geschichte nicht packen konnte und der großartige Schreibstil hat es nicht rausgerissen.
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