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Der Untergang

Hitler und das Ende des Dritten Reiches. Eine historische Skizze. 6. Auflage. Mit Abbildungen und Ktn. -Skizz.…
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Die neuere Geschichte kennt nichts, was den Ereignissen des Frühjahrs 1945 vergleichbar wäre.
Niemals zuvor sind im Untergang eines Reiches so viele Menschenleben vernichtet, so viele Städte ausgelöscht worden. Joachim Fest erinnert an ein Geschehen, … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Der Untergang
Autor/en: Joachim Fest

ISBN: 3828601723
EAN: 9783828601727
Hitler und das Ende des Dritten Reiches. Eine historische Skizze.
6. Auflage.
Mit Abbildungen und Ktn. -Skizz.
Fest, Alexander Verlag

22. März 2002 - gebunden - 192 Seiten

Beschreibung

Die neuere Geschichte kennt nichts, was den Ereignissen des Frühjahrs 1945 vergleichbar wäre.
Niemals zuvor sind im Untergang eines Reiches so viele Menschenleben vernichtet, so viele Städte ausgelöscht worden. Joachim Fest erinnert an ein Geschehen, das nicht nur politisch-historisch, sondern für ungezählte Mitlebende vor allem menschlich nichts anderes als ein Weltuntergang war.

Portrait

Geboren am 20. 5.1921. Borchert war zunächst Buchhändler und Schauspieler. 1941 wurde er alsa Soldat an die Ostfront verlegt; zwei Mal wurde er wegen "Zersetzung" zu Haftstrafen verurteilt. Als er 1945 wieder in Hamburg, war er bereits schwerkrank. Am 20. 11. 1947 starb er, gerade 26 Jahre alt, in Basel. Wie kein anderer artikulierte er in seinen von Melancholie durchzogenen Gedichten und Erzählungen die Bitterkeit und Trauer einer "verratenen Generation". Die Erzählung "Die Hundeblume" machte ihn mit einem Schlag berühmt: In ihr ist das traumatische Erlebnis der Gefangenschaft auf eine immer neu variierte Situation reduziert: den täglichen Hofgang der Gefangenen. Seinen größten Erfolg erzielte er mit seinem in ungeheurer Intensität gehaltenen Drama "Draußen vor der Tür", das, zunächst als Hörspiel gesendet, einen Tag nach seinem Tod in den Hamburger Kammerspielen uraufgeführt wurde. Wolfgang Borchert gilt als Repräsentant der sog. "Trümmerliteratur" und Wegbereiter der Nachkriegsliteratur.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 18.03.2002

Der Untergeher
Joachim Fests Endabrechnung mit Adolf Hitler und den Bunker-Domestiken

Joachim Fest: Der Untergang. Hitler und das Ende des Dritten Reiches. Alexander Fest Verlag, Berlin 2002. 207 Seiten, 17,90 Euro.

22. April 1945 im "Führerbunker" der Reichskanzlei in Berlin: Während der dramatischen Lagebesprechung, die sich durch ständiges Kommen und Gehen von drei Uhr nachmittags bis acht Uhr abends hinzieht, bricht das System der Täuschungen und Selbsttäuschungen, ja die Irrwelt der nur noch in der Vorstellung mancher Bunkerinsassen marschierenden deutschen Truppen zur Verteidigung der Reichshauptstadt und des "Führers" endgültig zusammen. Hitler tobt und schreit wie nie zuvor, fühlt sich von seinen Generälen hintergangen. Tränen laufen über seine Wangen, und er ruft aus: "Der Krieg ist verloren!"

Dieser Einsicht hat er sich seit Dezember 1941 - seit der militärischen "Wende vor Moskau" - immer und immer wieder durch Autosuggestion, Hoffnungen auf Wunder und Wunderwaffen sowie das Geschwätz seiner liebedienerischen sogenannten Berater verschlossen. "Aber wenn Sie, meine Herren, glauben, daß ich Berlin verlasse, irren Sie sich gewaltig! Eher jage ich mir eine Kugel durch den Kopf!" Davon wollen ihn goldbetreßte Lakaien aus Partei und Wehrmacht nun doch abhalten. Am Abend dieses Tages ist der "Führer" aber sogar das Führen endgültig leid. Das durch keinen Lagevortrag mehr zu entwirrende militärische Chaos in und um Berlin nimmt er zum Anlaß für eine erste Selbstkapitulation in kleinem Kreise, acht Tage vor dem Selbstmord: "Tun Sie, was Sie wollen! Ich habe keine Befehle mehr."

Joachim Fest schildert die letzten drei Wochen des "Dritten Reiches" - von der Eröffnung der Schlacht um Berlin durch die sowjetische Großoffensive am 16. April 1945 bis zur Schlußschau für das sowjetische Oberkommando in Berlin-Karlshorst am 9. Mai 1945, als der hitlerhörige Chef des Oberkommandos der Wehrmacht, Wilhelm Keitel, mit arroganter Miene, Marschallstab und Goldenem NSDAP-Parteiabzeichen auf der Ordensbrust die Kapitulationsurkunde unterzeichnete. Fest weiß natürlich, daß die Überlieferung über das Bunkerleben oft widersprüchlich ist. Im Nachspann seines Buches begründet er daher den Verzicht auf einen wissenschaftlichen Anmerkungsappart mit dem "oftmals heillosen und großenteils nicht mehr aufklärbaren Durcheinander der Zeugenaussagen". Eigentlich müsse ein Chronist "jede noch so geringe Unstimmigkeit verzeichnen". Fest aber folgt statt dessen jeweils der Version, "die von dem oder den glaubwürdigsten Zeugen stammt oder der Wahrscheinlichkeit am nächsten kommt". Seine Rekonstruktion ist spannend geschrieben und wie aus einem Guß, atmosphärisch derartig dicht, daß selbst der Leser, der den "Stoff" längst kennt, sich das Buch in einem Zuge zu Gemüte führen wird.

Neben der Chronik legt Fest eine Art Endabrechnung mit Hitler und seiner Entourage vor, zieht die Summe aus Themen, über die er seit fast vierzig Jahren publiziert hat und von denen er nie mehr losgekommen ist. Er stellt unter anderem den bis Ende April 1945 unbeirrbaren Glauben Hitlers heraus, "daß allein der Wille jede materielle Unterlegenheit wettmache". Er erinnert daran, wie in Deutschland bis zum bitteren Ende jene "idealisierte Lebensverachtung gefeiert wurde, die in der Vergangenheit so viel dunkle Anziehungskraft auf das deutsche Gemüt geübt hatte" - und daran, mit welcher verzweifelten Energie Hitler und seine fanatische Bunkerbesatzung darauf aus waren, "die Niederlage zur Katastrophe auszuweiten. Sollten wir nicht siegen, hatte Hitler schon Anfang der dreißiger Jahre in einer seiner Phantasien über den kommenden Krieg erklärt, ,so werden wir selbst untergehend noch die halbe Welt mit uns in den Untergang reißen'. Jetzt war er dabei, seine Vorhersage wahrzumachen."

Der "gänzliche Mangel an überpersönlichem Verantwortungsbewußtsein, an nüchtern selbstlosem Dienstethos und an historischer Moral" habe Hitler von jedem denkbaren Vorgänger unterschieden: "Mit einer in aller Geschichte beispiellosen Egozentrik hat er die Existenz des Landes mit der eigenen Lebenszeit gleichgesetzt", also neben dem rassenideologischen Vernichtungskrieg auch die Strafaktion gegen das eigene Volk geführt. Aus Hitlers Sicht hatten stets die anderen versagt, hatten ihn verraten. Die Frage, wie es dazu kommen konnte, beantwortete er sich selbst einfach damit, daß ausgerechnet er es an Härte gegenüber Freund und Feind habe mangeln lassen. Dabei wurden ihm bis zum letzten Atemzug Ergebung und blinde Unterwürfigkeit entgegengebracht.

Keinem der Bunkergenerale kam während der Lagebesprechung vom 22. April 1945 der Gedanke, Hitler bei seinem Wort zu nehmen, daß der Krieg verloren sei. Vielmehr bestärkten sie den "Führer" darin, den vollkommen sinnlosen Kampf fortzusetzen. Unter meterdickem Beton habe sich daher keine wirkliche Tragödie abgespielt, weil nicht einmal in der Welt des Theaters, erst recht aber nicht auf der Bühne der Geschichte "Platz für die Domestiken" sei. In Hitlers Umgebung - so Fests Resümee - gab es "Gefügigkeit über jeden Begriff und alle Verantwortung hinaus. Sie ließ keine Grundsätze mehr erkennen. Was statt dessen in der gesamten Szenenfolge vorherrscht und unzählige Opfer kostete, waren ein in seiner Wahnwelt eingesperrter, niemals zu schreckender Wille auf der einen und allzuviel dressierte Willfährigkeit auf der anderen Seite."

RAINER BLASIUS

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