Lebenssekunden

Roman. Von der Autorin von "Zwei Handvoll Leben". 4. Auflage.
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Zwei Frauen, zwei Leben, ein Traum

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Produktdetails

Titel: Lebenssekunden
Autor/en: Katharina Fuchs

ISBN: 342628264X
EAN: 9783426282649
Roman. Von der Autorin von "Zwei Handvoll Leben".
4. Auflage.
Droemer HC

1. März 2021 - gebunden - 416 Seiten

Beschreibung

Zwei Frauen, zwei Leben, eine Fotografie
Die Geschichte der ersten deutschen Foto-Journalistin und einer Leistungsturnerin aus der DDR - ein bewegendes Stück Zeitgeschichte

Der große Traum von Angelika Stein scheint geplatzt, als sie mit 15 von der Schule fliegt: Kein Fotograf in Kassel will einem Mädchen, noch dazu ohne Schulabschluss, eine Lehrstelle geben. Doch Angelika gibt nicht auf - und bekommt schließlich eine Chance von einem Fotografen, der vor Kurzem aus der DDR gekommen ist. Zur selben Zeit wird in Ostberlin die junge Leistungsturnerin Christine Magold darauf gedrillt, die DDR bei den Olympischen Spielen zu vertreten. Doch ist das wirklich ihr Traum? Beim Bau der Berliner Mauer 1961 treffen die beiden jungen Frauen unter dramatischen Umständen aufeinander.

Mit viel Liebe zum Detail und großem Einfühlungsvermögen erzählt Katharina Fuchs die Geschichte zweier ebenso eigensinniger wie mutiger junger Frauen in Westdeutschland und der DDR. Zeitgeschichte wird dabei ebenso lebendig wie zwei bewegende Frauen-Schicksale.

Portrait

Katharina Fuchs, geboren 1963 in Wiesbaden, verbrachte ihre Kindheit am Genfer See und in einer hessischen Kleinstadt. Nach ihrem Studium der Rechtswissenschaften in Frankfurt am Main und in Paris wurde sie Rechtsanwältin und Justiziarin eines daxnotierten Unternehmens. Katharina Fuchs lebt mit ihrer Familie im Taunus. "Zwei Handvoll Leben" und "Neuleben" basieren auf ihrer eigenen Familiengeschichte.  "Unser kostbares Leben" ist nach "Lebenssekunden" ihr jüngster Roman.

Leseprobe

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Pressestimmen

"Katharina Fuchs erzählt auf faszinierende Art von starken Frauen, die im Nachkriegsdeutschland, im Wirtschaftswunderland der 1950er Jahre ihren Weg gehen. Auf unwiderstehliche Weise!" www.denglers-buchkritik.de

"Zeitgeschichte pur, eindringlich und sehr emotional." Mainhattan Kurier

Katharina Fuchs hat sich mit "Lebenssekunden" noch einmal selbst übertroffen." Sommerleses Bücherkiste (Blog)

"Schicksal & Zeitgeschichte." FÜR SIE

"Katharina Fuchs hat einen festen Platz in vielen Bücherregalen. Ihre Art zu schreiben und historische Fakten mit Familiendramen zu verknüpfen, ist unvergleichlich. (...) ein sehr empfehlenswertes Buch!" Julian Hübecker, Belletristik-couch.de
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Claudia S.
von Claudia S. - Hugendubel Buchhandlung Lübeck Königstraße - 18.06.2021
Ende der 50iger Jahre wachsen zwei fast gleichaltrige Mädchen in beiden Teilen Deutschlands auf, deren Lebensweg sich später auf dramatische Weise kreuzen wird. Erzählt wird das Leben der ersten deutschen Foto-Journalistin und einer Leistungsturnerin aus der DDR und gleichzeitig ein bewegendes Stück Zeitgeschichte. Ein Roman mit Sogwirkung, dem man sich als Leser nicht entziehen kann und der vor allen Dingen durch die überzeugende Verknüpfung von Realität und Fiktion besticht. Absolute Leseempfehlung!
Bewertungen unserer Kunden
Zwei junge Frauen in einem geteilten Deutschland
von Gisel - 01.06.2021
Während in der noch jungen BRD Angelika Stein davon träumt, als Fotografin zu arbeiten, wird in der DDR Christine Magold zur Leistungsturnerin gedrillt. Die beiden Frauen kennen sich nicht, und doch wird das Schicksal sie irgendwann zusammenführen. Die Autorin Katharina Fuchs versetzt mit ihrer Geschichte um Christine und Angelika den Leser in die Zeit der 1950er Jahre. Die beiden Mädchen sind gleich alt, und auch wenn beide in Deutschland leben, so verläuft ihr Leben äußerst unterschiedlich. Mit ihrem Talent zur Fotografie ist Angelika auf der Suche nach Lebenssekunden, die sie für immer auf einem Bild festhalten will. So unterschiedlich die beiden Frauen sind, sympathisch sind beide für den Leser, und so ist es kein Wunder, dass man erfahren möchte, wie sich die Lebenswege der beiden jungen Frauen treffen werden. Mit viel Einfühlungsvermögen und gut eingebettet in die geschichtlichen Ereignisse werden die Geschehnisse erzählt. Gebannt liest man von den Schikanen in der DDR genauso wie von den Schwierigkeiten, denen sich Angelika als Frau in der Bundesrepublik entgegenstellen muss. Diese ergreifende deutsch-deutsche Geschichte hat mich gut unterhalten können, es zeichnet ein realistisches Bild der damaligen Zeit. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe alle 5 möglichen Sterne.
2 Frauen ein geteiltes Deuschland
von Jaq - 25.05.2021
In dem Buch Lebenssekunden von Katharina Fuchs geht es um zwei Frauen im gleichen Alter, die in einem geteilten Deutschland vor dem Mauerbau aufwachsen und ihre Wege in den Systemen gehen und ihr Glück suchen. In dem Buch geht es um Angelika Stein und Christine Magold. Beide sind 1940 wärend dews Krieges geboren worden und haben besonders die Nachkriegszeit mitbekommen. Angelika wächst in Kassel auf, dort lebt sie mit Ihren Eltern und Geschwistern. Nach der Zusammenlegung der Jungen- und Mädchenschule werden ihre Noten immer schlechter bis sie von der Schule fliegt. Ihr Traum ist es Fotografin zu werden, was in der damaligen Zeit aber ein reiner Männerberuf war, weil ein Bild in einer Zeitung über das Unglück bei dem Ihre beste Freundin umgekommen ist für Sie überhaupt nicht gepasst hat. Christine wächst wären dessen in Ost Berlin auf und wird Linientreu von Ihrer Mutter erzogen und als Leistungssportlerin gefördert. Sie gehört zu den auserwählten die für die DDR zu den Olympischen Spielen fahren soll. Dafür muss sie Hart trainieren und entbärgen. Der Druck der auf Ihr lastet immer perfekte Leistung zu bringen ist beim Lesen spürbar. Doch dann lernt sie eine Jungen aus Westdeutschland bei einem Turnier kenne. Beide Frauen sin in ihrem Systemen gefangen und sehnen sich danach das ihre Träume war werden und kämpfen dafür. Der Schreibstil des Buches ist sehr schön, spannend, emotional und mitreisend. Man kann sich sofort in beide Protagonisten hinein versetzen und fiebert, leidet und fühlt mit Ihnen. Gut fand ich auch das immer Abwechselnd aus dem Leben von beiden Mädchen/Frauen erzählt wurde. Für mich war diese Buch ein Highlight bisher in diesem Jahr und ich empfehle es gerne weiter
Leben in Ost und West
von dartmaus - 20.05.2021
Inhalt: Der große Traum von Angelika Stein scheint geplatzt, als sie mit 15 von der Schule fliegt: Kein Fotograf in Kassel will einem Mädchen, noch dazu ohne Schulabschluss, eine Lehrstelle geben. Doch Angelika gibt nicht auf - und bekommt schließlich eine Chance von einem Fotografen, der vor Kurzem aus der DDR gekommen ist. Zur selben Zeit wird in Ostberlin die junge Leistungsturnerin Christine Magold darauf gedrillt, die DDR bei den Olympischen Spielen zu vertreten. Doch ist das wirklich ihr Traum? Beim Bau der Berliner Mauer 1961 treffen die beiden jungen Frauen unter dramatischen Umständen aufeinander. Meine Meinung: Ein wirklich tolles Buch über das Leben in West und Ostberlin. Mich hat das Buch wirklich vom ersten Moment an fasziniert. Ich konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen. Sehr detailliert und gut recherchiert wird das Leben der beiden jungen Frauen in unterschiedlichen Welten beschrieben. Doch obwohl die Lebensumstände unterschiedlicher nicht sein könnten, so haben beide doch, wie alle Mädchen ihre Träume. Auch die geschichtlichen Hintergründe sind sehr gut recherchiert und realistisch beschrieben. Gerade während des Treffens der beiden während des Mauerbaus hat man förmlich das Gefühl, daneben zu stehen. Toll ist hier auch, das immer abwechselnd aus der Sicht Angelikas und Christines berichtet wird. So kann man sich in die beiden deutlich besser rein versetzen und viele Dinge besser verstehen. Aber auch die Gedanken der Beiden über die Zukunft der beiden Länder kann man förmlich spüren. Insgesamt ein wirklich tolles Buch, mit sehr guten Recherchen über die geschichtlichen Hintergründe zweier Länder, die mittlerweile wieder zusammen gewachsen sind. Mein Fazit: Ganz klare Leseempfehlung. Volle 5 Sterne.
Lebenswege von zwei unterschiedlichen Frauen
von leseratte1310 - 07.05.2021
Die Autorin Katharina Fuchs erzählt in diesem Roman die Geschichte von zwei Mädchen in der Zeit kurz vor dem Mauerbau. Beide wurden im Sommer 1940 geboren. Auch wenn sie die Kriegsjahre noch miterlebt haben, so haben sie erst die Nachkriegszeit bewusst erlebt. Angelika Stein lebt mit ihrer Familie in Kassel und träumt davon Fotografin zu werden. Doch dann fliegt sie von der Schule und niemand will ihr eine Lehrstelle geben. Doch zum Glück trifft sie einen Fotografen, der kürzlich aus der DDR gekommen ist und der ihr eine Chance gibt. Zeitgleich bereitet sich in Ostberlin die Leistungsturnerin Christine Magold auf die Olympischen Spiele vor. Sie wird auf dieses Ziel hin gedrillt und hat keine Möglichkeit zu entscheiden, was sie wirklich will. Dann treffen die beiden jungen Frauen unter dramatischen Umständen aufeinander. Die Autorin erzählt eindringlich über die damalige Zeit und das Leben der jungen Frauen. Abwechselnd wird mal aus der Sicht von Angelika und mal aus der Perspektive von Christine erzählt. Die Verbindung zwischen den beiden handlungssträngen ergibt sich erst ziemlich zum Schluss. Angelikas Vater ist ein Künstler und hat daher einige Freiheiten, die zu der Zeit nicht unbedingt normal waren. In der Schule läuft es für Angelika nicht so gut und dann erfolgt sogar der Rauswurf. Es ist aber auch nicht leicht, wenn die kleine Schwester fast schon ein Streber ist. Angelikas Mutter sieht vieles wesentlich enger als der Vater. Natürlich möchte sie das Beste für ihre Tochter, aber bitte in einem für Frauen angemessenen Beruf. Für sie ist Fotografieren brotlose Kunst. Aber auch Christine hat es nicht leicht. Für sie gibt es neben der Schule nur den Sport. Ihre Mutter erhofft sich Vorteile, wenn ihre Tochter erfolgreich ist. Aber auch der Trainer macht Druck. Dann lernt Christine Thomas aus Westdeutschland kennen und sie verliebt sich. Doch wie soll das gehen? Ich konnte mich gut in beide Protagonistinnen hineinversetzen und habe ihnen gewünscht, dass sich ihre Träume erfüllen, denn beide hatten es nicht leicht. Mir hat dieser Roman gut gefallen.
von schliesi - 03.05.2021
Inhalt und meine Meinung: 1956 in Kassel und Ostberlin, zwei 15jährige Mädchen, recht unterschiedlich aber beide mit einem starken Willen. Angelika Stein wird in Kassel von der Schule verwiesen und kämpft nun ohne Abschluss darum, einen Ausbildungsplatz als Fotografin zu bekommen. In Ostberlin soll die Leistungsturnerin Christine Magold die DDR bei den Olympischen Spielen vertreten. Der Roman erzählt die Geschichten dieser beiden starken Persönlichkeiten, ihre Lebenswege, die sehr unterschiedlich sind, die beide aber sehr prägt. Schließlich treffen Angelika und Christine auch noch aufeinander. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, sie ist sehr bewegend und vor allem einfühlsam erzählt, man kommt den Frauen sehr nah und kann sich gut durch die detaillierte und bildhafte Erzählweise in Angelika und Christine hineinversetzen.
Interessanter Roman über zwei Frauen - sowie ein Stück Zeitgeschichte
von adel69 - 27.04.2021
Worum geht es in dem Buch? Im Jahr 1956 muss Angelika Stein in Kassel die Schule abbrechen. Einige Zeit später bekommt sie die Chance, eine Ausbildung zur Fotografin zu beginnen. Sie meistert ihre Lehre vorbildlich und landet anschließend bei einer großen Tageszeitung. Dort muss sie sich in einer - in der damaligen Zeit - Männerdomäne als Frau behaupten. 1956 wird Christine Magold als Sportlerin für die DDR entdeckt und muss sich von da an einem harten körperlichen Training unterziehen. Sie meistert es mit Bravour. Als sie sich in einen westdeutschen Sportler verliebt, spürt sie die volle Härte des DDR-Systems, das Kontakte zu Westdeutschland nicht dulden. Sie muss eine Entscheidung treffen. Meine Leseerfahrung: Das Buch ist in der Vergangenheit in der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler) verfasst. Der Leser bekommt abwechselnd Ereignisse aus dem Leben vorwiegend von Angelika und Christine mit. Das liest sich flüssig und interessant - denn in diesen Roman fließt immer wieder Zeitgeschichte ein. Die Hauptprotagonistinnen Angelika und Christine waren mir beim Lesen immer sympathisch. Ich fühlte mit ihnen mit. Ich habe auch viel Geschichtliches durch diesen Roman gelernt. Beispielsweise, welche Vorurteile gegenüber Frauen in den 1950er-Jahren bestanden. So muss sich Angelika als Fotografin gegenüber einigen profilierten männlichen Kollegen behaupten, kämpfen, um das tun zu dürfen, wofür sie fähig ist. Und damit ihre Arbeit die Würdigung erfährt, die sie verdient hat. Christine, die Top-Sportlerin, lernt, dass das DDR-System nicht nur Lob für seine Sportler übrig hat, sondern sie auch gewaltig unter Druck setzen kann. Als Leserin konnte ich sehr gut in die Handlung eintauchen und beim Lesen oft die Welt um mich herum vergessen. Lange Zeit habe ich mich gefragt, wie die Schicksale von Angelika und Christine zusammenhängen könnten - im Laufe des Buches offenbaren sich einige Bezugspunkte zwischen beiden Frauen. Der Schluss ist spannend und nicht vorhersehbar. Mich hat dieses Buch auf weitere Bücher der Autorin neugierig gemacht. Mir gefällt der Schreibstil und die Art, wie die Bücher der Autorin aufgebaut sind. Ich vergebe dem Buch "Lebenssekunden" fünf Sterne und eine Leseempfehlung.
ich liebe die Bücher dieser Autorin
von Marita Robker-Rahe - 26.04.2021
Katharina Fuchs ist wirklich eine meiner Lieblingsautorinnen. Jedes Mal überrascht sie mich wieder mit ihrer tollen Recherche und ihrem so flüssigen Schreibstil. Auch ihr neues Buch Lebenssekunde habe ich wieder verschlungen und war traurig, als es zu Ende war. In diesem Buch, das Mitte der 50 ziger Jahre im geteilten Berlin beginnt, erzählt sie den Lesern die Lebensgeschichte zweier Frauen. Angelika Stein lebt in Kassel und siedelt später nach Westberlin über , um ihren Traum als Fotografin zu verwirklichen. Wie schwer ihr diese Entscheidung gemacht wird und wie schwer es war in der damaligen Zeit in einer Männerdomäne zu behaupten, erzählt die Autorin spannend und flüssig. Christine Magold wächst im Ostteil Deutschland auf und siedelt später mit ihren Eltern nach Ost -Berlin um, da da die Chancen der hochtalentierten Kunstturnerin besser sind. Was sie als Kunstturnerin alles erlebt und wie die politischen Ereignisse die beiden Frauen zusammenführen, aber auch Menschen aus Ost und West trennen, lässt sich hier wirklich sehr interessant geschildert nachlesen. Hier erlebt man Zeitgeschichte pur, aber noch ein bisschen mehr, nämlich empathisch nachempfundene Lebenswege der damaligen Zeit sehr flüssig umgesetzt. Ich liebe diese Bücher und bin jetzt schon gespannt auf das nächste Werk der Autorin.
Zwei Leben in Deutschland
von Smberge - 22.04.2021
Inhalt: 2 Frauen in den 50er Jahren in Deutschland, eine in der DDR, eine in Westdeutschland. Angelika, die junge Frau, die in Westdeutschland aufwächst, hat Probleme in der Schule. Sie ist 15 Jahr alt, als sie von der Schule fliegt. Angelika möchte gerne Fotografin werden, doch niemand in Kassel möchte eine Frau ohne Schulabschluss als Auszubildende. Nach langer Suche bekommt sie eine Chance bei einem Fotografen, der vor Kurzem aus der DDR geflohen ist. Christine wächst in der DDR auf. Schon früh wird ihr Talent für das Turnen entdeckt und ihr Talent wird vom Staat gefördert. Sie besucht eine Sportförderinternat unterliegt so komplett er staatlichen Macht, der es nur wichtig ist, dass der Staat bei internationalen Wettbewerben erfolgreich ist. Wie es den Sportlern und ihrer Gesundheit dabei geht, interessiert in der Sportförderung niemanden. Zwei Frauen, die anscheinend in vollkommen getrennten Welten leben. Beim Bau der Mauer 1961 treffen die beiden aufeinander und entdecken mehr Gemeinsamkeiten, als zu erwarten war. Meine Meinung: Es ist sehr interessant anhand dieser beiden Frauen das Leben in den beiden deutschen Staaten kennenzulernen. Angelika, die unter dem konservativen Rollenbild in den jungen Jahren der Bundesrepublik leidet. Ein Schulleiter, der Probleme damit hat, dass seine ehemalige Jungenschule jetzt auch von Mädchen besucht wird und das die Mädchen auch spüren lässt. Dann die klare Vorstellung, das Frauen gewisse Berufe nicht ausüben sollen und ihre eigentliche Rolle ja eh ist, Kinder zu erziehen und den Haushalt zu führen. Christine hat zwar eigentlich eine privilegierte Rolle in der DDR. Die Sportförderung bekommt die beste Förderung und auch Reisen in den Westen sind möglich. Dafür geben die Mädchen aber auch ihre Freiheit beinahe komplett auf. Als Christine sich in einen Turner aus dem Westen verliebt, wird extremer Druck auf die ausgeübt. Auch wenn die Autorin hier 2 Lebensläufe beschreibt, die anscheinend für das jeweilige Land beispielhaft sein sollen, schafft sie es doch, die Charaktere sehr menschlich und lebensnah darzustellen. Für den Leser entsteht so ein gutes Bild des Lebens in den beiden Staaten. Ich habe mich beim Lesen gefragt, wie wohl ein Leser das Buch liest, der im Osten aufgewachsen ist. Warum werden in Büchern häufig Leistungssportler oder andere privilegierte Personen als Hauptdarsteller gewählt? Mir ist bekannt, dass Sportförderung eine wichtig rolle gespielt hat, aber es war auch dort nur eine Minderheit. Für Frauen im Westen war es in der Zeit sehr schwer, einen eigenen Beruf zu erlernen, der nicht als typische weiblich ansehen wurde. Insofern ist Angelika eine interessante Protagonistin, die erfolgreich versucht, die gesellschaftlichen Grenzen zu erweitern. Die Handlung ist von Anfang bis zu Ende hin sehr spannend und hält immer wieder einige Überraschungen bereit bis hin zu Finale am Tag des Mauerbaus. Ich kann dieses Buch sehr empfehlen. Sehr angenehm geschrieben, gut zu lesen und es enthält ein gutes Stück deutsche Zeitgeschichte.
Ein wahres Werk
von hoonili - 10.04.2021
In diesem Buch lernt der Leser Angelika und Christine kennen, die ein sehr unterschiedliches Leben führen. Angelika möchte unbedingt Fotografin werden, hat jedoch ohne Schulabschluss schlechte Chancen. Doch plötzlcih wendet sich das Blatt, als ein Fotograf, der aus der DDR kommt, ihr ein Angebot macht. Christine ist Leistungssportlerin in Ostberlin und hat es nicht einfach mit dem Drill des Sports. Als die beiden jungen Frauen aufeinander treffen, ist dies ein einschneidendes Erlebnis... Beide Charaktere haben mich stark beeindruckt. Ich habe sehr mitgefühlt und den flüssigen Schreibstil geliebt. Die Geschichte der beiden Frauen wird lange in meinem Gedächtnis bleiben, so sehr hat sie mich beeindruckt.
Zwei Frauen, zwei Schicksale
von Lea - 04.04.2021
Das ist das dritte Buch von Katharina Fuchs, das ich lese - und in meinen Augen bisher auf jeden Fall das beste. Die Geschichte ist so gut und authentisch geschrieben und nimmt den Leser gefangen, dass man eigentlich gar nicht mehr mit Lesen aufhören will. Dafür gibt es von mir auf jeden Fall fünf Sterne. In dem Buch geht es um zwei junge Frauen. Angelika lebt in Kassel und hat gerade die Schule abgebrochen. Sie träumt von einer Ausbildung als Fotografin, was sie später auch bekommt und sie schließlich als eine der ersten Frauen Fotojournalistin werden lässt. Christine wächst hingegen in der DDR auf. Sie ist eine Kunstturnerin mit viel Talent. Dafür trainiert sie hart, eigentlich sogar zu hart. Aber wenn sie die DDR bei den Olympischen Spielen vertreten will, bleibt ihr keine Wahl. Die Geschichte wird im Wechsel zwischen Angelika und Christina erzählt, was nicht nur für die Spannung sehr zuträglich ist, sondern auch sehr gut den Vergleich zwischen West- und Ostdeutschland zur Geltung bringt. Da merkt man auch, dass hier eine super Recherchearbeit von der Autorin geleistet wurde. Die beiden Mädchen schließt man von der ersten Seite an ins Herz und fiebert auf ganz unterschiedliche Weisen mit ihnen mit. Auch die Beschreibungen ihrer "Berufe" sind sehr gut gelungen. Bei Angelika lernt man viel über Fotografie und dann später auch über den Journalismus der damaligen Zeit. Bei Christine über den Sport in der DDR. Besonders die Beschreibung der Wettkämpfe war da sehr interessant. Ich hätte wirklich gerne noch weiter vom Schicksal dieser beiden jungen Frauen gelesen, auch wenn das Buch an sich einen guten Schlusspunkt findet. Aber es war einfach so schön und spannend. Ein Pluspunkt ist noch die Nachlese am Ende des Buchs, wo der weitere Werdegang der Hauptpersonen beschrieben wird, sodass man da keine Spekulationen ansetzen muss.
Auf jeden Fall ein Highlight
von lisbethsalander - 31.03.2021
Da ich bereits andere Bücher der Autorin kenne, hatte ich hohe Erwartungen an das Buch, die sich mehr als erfüllt haben! Soviel schon mal vorweg. Handlung: Wir befinden uns am Anfang in Deutschland im Jahr 1956, es wird auf zwei unterschiedlichen Handlungssträngen - Kapitel weise wechselnd - in Kassel bzw. (Ost) berlin erzählt. Angelika im Westen erlernt gegen gesellschaftliche und familiäre Widerstände ankämpfend den Beruf der Fotografin und beweist sich dann in ihrem ersten Job in Berlin als Fotojournalistin; Christine ist im Ostteil der später geteilten Stadt bereits von frühster Jungend an Leistungssportlerin und hat sich dem Turnen verschrieben. Im Rahmen der 1961 endgültig manifestierten Teilung Berlins berühren sich die Lebenswege der beiden jungen Frauen. Meinung: Durch die hin und her springende Erzählweise zwischen den beiden Protagonistinnen wird von Anfang an von Katharina Fuchs ein unglaublicher Spannungsbogen aufgebaut, dem sich der Leser kaum entziehen kann, man mag das Buch eigentlich nicht aus der Hand legen! Mich hat das Leben von Christine ein kleines bisschen mehr interessiert, weil ich so mit ihr gelitten habe, wie sehr sie unter Druck in dem System der späteren DDR stand. Zum einen wollte ihre Mutter in meinen Augen eigene Träume in ihrer Tochter verwirklicht sehen, zum anderen dann der Leistungssport in einer Diktatur, der natürlich einen jungen talentierten Menschen faszinierte, andererseits komplett jeden Anflug von Individualität unterdrückte, ganz schrecklich! Die Autorin hat einen sehr flüssigen angenehmen Schreibstil, das Lesen ist ein einziges Vergnügen! Alle Charaktere sind so empathisch und authentisch geschildert, dass man sich alles bildlich vorstellen kann. Es steckt viel Emotionalität in diesem Roman, die Autorin zeigt uns anhand von zwei Frauenschicksalen auf spannende Art ein wichtiges Stück Zeitgeschichted! Fazit: Katharina Fuchs hat in meinen Augen hier ihr bisher bestes Buch vorgelegt. Von mir gibt es 5 Sterne, die eigentlich fast zu wenig sind. Ich wünsche den Lebenssekunden ganz ganz viele Leser!
Fesselndes Zeitgeschehen
von Renate Dill - 26.03.2021
In dem Buch LEBENSSEKUNDEN von KATHARINA FUCHS wird von 2 jungen Frauen aus beiden deutschen Ländern sehr eindrucksvoll erzählt. Die junge Angelika Stein aus Kassel fliegt von der Schule und will unbedingt Fotografin werden. Sie lebt diesen Beruf, hat aber ersteinmal Schwierigkeiten eine Lehrstelle zu bekommen, da sie kein Mann ist. Die Leistungsturnerin Christine Magold aus der jungen DDR erlebt den Drill zum Erfolg in den Olympiakader. Das hat mich als Leserin sehr schockiert, denn so schlimm und brutal, eigentlich Menschenunwürdig hat man das damals nicht mitbekommen. Beide Frauen lernen sich kennen, Christine verliebt sich in einen jungen Mann aus der BRD. Sehr zum Leidwesen der DDR Funktionäre. Die Geschichte wird abwechseln aus der Sicht von Angelika und Christine, also BRD und DDR, auf dem Weg ins Erwachsenen Alter erzählt, was Katharina Fuchs sehr gut gelungen ist. Sie hat mich von Anfang an gefesselt. Vor allem weil ich als junge Frau die DDR noch mitbekommen habe. Ich finde es sehr wichtig, dass solche wahren Begebenheiten nicht vergessen werden. Und durch solche Bücher wird ein Stück Geschichte lebendig gehalten. Und deshalb bekommt das Buch 5 Sterne von mir
Aufwachsen zweier junger Mädchen Mitte der 50ziger Jahre bis zum Mauerbau in Ost
von Isabell - 25.03.2021
Lebenssekunden von Katharina Fuchs erzählt wechselweise aus dem dem Leben zweier jungen Mädchen, derjenigen aus Kassel, Angelika, und der in Ostberlin lebenden Christine. Während Angelika Schwierigkeiten am Gymnasium bekommt, als dieses mit einer Jungenschule zusammengelegt werden und ihre Begabungen im künstlerisch/musischen Bereich nicht mehr zählen, so dass sie von der Schule fliegt, wird Christine im Leistungssport gedrillt. Angelika findet durch viel Glück eine Lehrstelle bei einem Fotografen in Kassel und geht in ihrer Leidenschaft der Fotografie auf. Um sich herum muss sie einige Schicksalsschläge hinnehmen, doch sie gibt nicht auf. Christine wiederherum, die eine begnadete und begeisterte Turnerin ist, lernt sehr viele Seiten des Systems kennen. Jahre später werden sie sich persönlich gegenüberstehen, wobei beide eine schnelle Entscheidung getroffen haben. Mich hat diese Geschichte total bewegt, denn ich bekam einen guten Einblick in das unterschiedliche Leben der beiden Frauen. Egal, ob im Westen oder Osten beide Frauen haben sich durchkämpfen müssen. Die Härte des Leistungssports, die Intrigen, die verblendeten Ansichten, die politischen Entwicklungen..... all dies wird sehr eindrücklich dargestellt. Ich fühle mit Christine ihre Zerrissenheit, sehe in der Mutter und dem Stiefvater wie unterschiedliche Ansichten sich auch durch eine Ehe fräsen und diese fast zerbrechen lassen, spüre mit Christine die Liebe, die sie durchflutet ebenso wie die Schmerzen..... Angelika und ihre Persönlichkeit, ihr Umfeld, ihre Verluste..... auch dies nehme ich ebenso wahr. Die Entscheidungen, die beide treffen, geschehen in Sekunden und verändern viel. Der Titel des Buches ist genial gewählt und während das Cover im Vordergrund mir irgendwie Unbeschwertheit suggerierte, könnte man Hintergrund evtl. erahnen, dass dies nicht so ist. Mich hat dieser Roman begeistert - ein Stück Zeitgeschichte wundervoll erzählt. Fünf Sterne!
Zeitgeschichte
von Anonym - 23.03.2021
Die Geschichte zweier Frauen im geteilten Deutschland wird durch die Kunstturnerin Christine aus der DDR sowie die in Kassel aufgewachsene Angelika gezeichnet. Man taucht ein in die Lebens- und Gedankenwelt der beiden und bekommt einen guten Einblick in das deutsche Leben in der Nachkriegszeit. Die Geschichten der beiden Frauen verbinden sich auf eine spannende Art und Weise und man lernt die beiden gut kennen. Man hat das Gefühl dabei zu sein und selbst dieser Zeit zu sein. Es entstehen klare Bilder vor dem inneren Auge des Lesers und ich musste oft an Filme, die in dieser Zeit spielen denken. Dir Geschichte der beiden Frauen könnte sicher auch gut verfilmt werden. Die Geschichte hat definitiv das Potential dazu. Es hat mir große Freude gemacht das Buch zu lesen und so Teil dieser spannenden Zeit zu werden. Die Protagonistinnen sind mir ebenfalls ans Herz gewachsen und ich habe seufzend mit einem Lächeln das Buch geschlossen.
Zwei Frauenschicksale in Ost- und Westdeutschland
von Karinita - 23.03.2021
Mir hat der Roman Lebenssekunden von den ersten Kapiteln an gut gefallen. Mit viel Liebe zum Detail erzählt Katharina Fuchs die Geschichte zweier junger Frauen: Christine, Leistungssportlerin in Ostberlin und Angelika, Schulabbrecherin, künstlerisch talentiert und eigensinnig mit einer ausgeprägten Begeisterung für Fotografie in Kassel. Im Wechsel taucht der Leser Kapitel für Kapitel tiefer ein die Leben der beiden Frauen und erfährt nebenbei eine Menge über den Alltag auf beiden Seiten des geteilten Deutschlands. Besonders spannend fand ich die Schilderungen der ostdeutschen Leistungssportszene: Als wäre sie dabei gewesen erzählt die Autorin vom Drill und der Disziplin, mit der Trainer und Staat junge Menschen benutzt und über die Grenzen ihrer eigenen Belastbarkeit hinaus zu immer neuen Höchstleistungen angetrieben haben. Gut aufgebaut und schön, wie am Ende alle Fäden zusammenkommen. Ich würde das Buch empfehlen.
Ein absoluter Pageturner
von karo_liest - 21.03.2021
1956 in Kassel: Angelika ist fast 16, geht aufs Gymnasium und hat eine Leidenschaft für die Fotografie. Eine Ausbildung in diesem Bereich zu machen, scheint aussichtslos, als die Schülerin von der Schule fliegt. Gleichzeitig in Ostberlin: Christine wird ebenfalls bald 16. Ihr Alltag ist bestimmt vom Leistungssport in der DDR. Als erfolgreichreiche Kunstturnerin soll sie darauf getrimmt werden, ihr Land bei den Olympischen Spielen zu vertreten. Geprägt von einschneidenden Erlebnissen müssen beide Mädchen ihren Alltag meistern und den richtigen Lebensweg finden in einer Zeit, die nicht einfach ist. Als schließlich 1961 in Berlin die Mauer gebaut wird, treffen die zwei jungen Frauen aufeinander. Die Bestseller-Autorin Katharina Fuchs hat mit "Lebenssekunden" ein beeindruckendes Buch geschrieben - ein Buch, das berührt, bewegt, das einen aufwühlt und auch zornig macht, wenn man sich das damalige Zeitgeschehen bewusst vor Augen führt. Der Roman springt in einzelnen Kapiteln zwischen den Protagonistinnen hin und her, wodurch ein enormer Spannungsbogen entsteht. Durch diesen gewinnt das Buch unheimlich an Fahrt und wird zu einem regelrechten Pageturner. Absolut empfehlenswert!
Als wäre man selbst dabei gewesen!
von Bookflower173 - 19.03.2021
Kassel 1956. Wir begleiten die jungen Frauen Christine und Angelika. Christine hat nun die Chance erhalten, die DDR bei den Olympischen Spielen zu vertreten. Doch ist dies wirklich ihr Traum, oder will sie ihre Mutter nicht enttäuschen? Angelika hingegen wird von der Schule geworfen und möchte das tun, was sie schon immer fasziniert hat. Nämlich Fotografieren! In Westberlin findet sie zunächst keine Lehrstelle, doch das Schicksal meint es gut mit ihr, weil sie bald einen Fotografen kennenlernt, der ihr eine Chance gibt. Der Roman geht bis 1961, das auch das bewegendste Jahr für die beiden Protagonistinnen sein wird. Meinung: Nach den ersten Seiten war ich fasziniert davon, wie detailliert und lebendig Katharina Fuchs schreibt. Ich hatte bis zum Ende das Gefühl, als wäre ich die ganze Zeit dabei gewesen. Auch die Emotionen werden intensiv vermittelt, sodass sie auf mich übertragen wurden. Ich habe mit den beiden jungen Frauen mitgelitten und mitgefiebert, was dadurch verstärkt wurde, dass die Geschichte abwechselnd aus Angelikas und Christines Sicht erzählt wird. Die Protagonistinnen sind sehr mutig und sympathisch. aber auch ihre Familien und Freunde werden mit einbezogen und sehr liebevoll in die Geschichte eingebettet. Angelika ist bewundernswert, weil sie an ihrem Traum festhält und nicht auf sich sitzen lässt, dass sie in einer Männerdomäne nicht als Fotografin wertgeschätzt wird. Mit Christine erleben wir, wie das Leben als LeistungssportlerIn in der DDR gewesen ist. Ich wusste noch nichts darüber und habe durch diesen Roman unglaublich viel dazu gelernt. Ich war schockiert darüber, was Christine alles durchmachen musste. Der Roman vereint historische Fakten und eine fesselnde Geschichte auf perfekte Weise. Auf jeder Seite wird deutlich, wie intensiv die Autorin Katharina Fuchs recherchiert hat. Egal ob es um den Leistungssport, die Fotografie, die Funktionen der Kameras, die Geschichte im geteilten Deutschland oder die Politik geht, all das wird mit einer großen Sicherheit und Detailliertheit beschrieben. Es ist selten, dass ein Roman auf eine so gelungene Weise lebendig, emotional, spannend und informativ zugleich ist. Fazit: Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich habe es sehr gerne gelesen und hatte das Gefühl, als wäre ich live dabei gewesen. Die Entwicklung der Protagonistinnen habe ich mit großer Interesse verfolgt. Absolut lesenswert!
lebendige Zeitgeschichte
von Marakkaram - 17.03.2021
** Mit Willensstärke geht sowas! Und als Roland die Augenbrauen hochzog, fügte sie hinzu: Und mit Tabletten. Jetzt wurden Rolands Augen auf einmal weit, voller Mitgefühl mit seiner Schwester die dort regungslos saß, mit ihrem geschundenen fünfzehnjährigen Körper. ** 1956: Unterschiedlicher könnten ihre Leben nicht sein... Die 15-jährige Angelika aus Kassel, sehr selbstbewusst und selbstbestimmend, bricht die Schule ab und möchte Fotografin werden, während die gleichaltrige Leistungssportlerin Christine schon von klein auf in einem DDR-Trainingskader gedrillt wird und über sie und ihren Körper nur noch andere entscheiden. Katharina Fuchs erzählt die Geschichte der beiden jungen Frauen abwechselnd und so packend, dass man sich dem nicht entziehen kann. Obwohl so unterschiedlich, sind mir beide Charaktere sehr nahe gekommen. Sie sind Teenager, unheimlich authentisch mit Ecken und Kanten. Man kann ihre Gedanken und Handlungen nachvollziehen, auch wenn man selber vielleicht anders gehandelt hätte, sieht und fühlt man es aus ihrer Sicht. Dazu trägt auch bei, dass Katharina Fuchs ein Händchen dafür hat, die damalige Zeit mit all ihren Facetten wieder aufleben zu lassen. Man wird beim Lesen einfach hineingesogen in die 50-iger und hat das Gefühl alles hautnah mitzuerleben. So ging es mir jedenfalls. Ich stand mit Angelika in der Dunkelkammer und habe mit Christine im Kader gelitten. Man hat ja schon einiges vom ostdeutschen Leistungssport bzw. Drill gehört, aber das hier ging tatsächlich nochmal eine Lade tiefer. Das war schon ganz großes Kino. Auch, weil die Autorin das aktuelle Zeitgeschehen ganz geschickt mit einbaut, von Willy Brandt bis zum Bau der Mauer, den man hier mal aus einem ganz anderen Blickwinkel miterlebt. Ihr Schreibstil ist flüssig und trotzdem sehr eindringlich, emotional und völlig unverkitscht. Lebensgeschichten, die noch lange nachhallen. *Lebenssekunden war mein erster Roman von Katharina Fuchs und ich freue mich schon auf Zwei Handvoll Leben und Neuleben von ihr.
Bewegend und mitreißend
von Anonym - 17.03.2021
1956 schwärmt die Schülerin Angelika Stein für Fotografie. Das sympatische Mädchen lebt mit ihrer Familie in Kassel. Lernen und die Schule ist nicht so ihr Ding. Als sie vom tragischen Unfall ihrer Freundin erfahren muss, ist sie zutiefst verstört, gleichzeitig ist dies der Zeitpunkt in dem sich ihr Leben ändern wird, bis sie eines Tages in Westberlin als Fotojournalistin steht! Christine lebt in Ostberlin, ist Kunstturnerin und vertritt die DDR im sportlichen Wettbewerb. Sie ist da so reingerutscht und muss sich nach und nach fragen, ob das alles überhaupt ihr Traum ist...die DDR hat aber eigene Mittel um zu bekommen was sie wollen! Die Geschichte wird Kapitelweise aus Sicht von Angelika und Christine erzählt. Erst laufen die Geschichten mehr oder weniger nebeneinander her, in der zweiten Hälfte verweben sie sich aber immer mehr ineinander. Da das eine Mädchen in Ostberlin aufwächst, das andere in Westdeutschland wird man als Leser natürlich sehr oft auf die Unterschiede aufmerksam gemacht, obwohl zu diesem Zeitpunkt ja noch keine Mauer steht. Angelika hat ganz am Anfang des Buches einen Auftritt, bei dem ich herzlich lachen musste und von diesem Moment an war mir das Mädchen vom Fleck weg sympathisch! Von Anfang an merkt man, wie die junge Frau für Fotografie brennt, dass dies das richtige für sie ist. Trotzdem muss sie erst einen steinigen Weg gehen, bis sie in Westberlin als Fotojournalistin steht. Christine hat mir am Anfang einfach nur Leid getan, der ständige Drill des Trainings war richtig spürbar. Entsetzt habe ich über die verschiedenen Praktiken gelesen, die damals in der DDR für Sportler Gang und Gäbe waren und entsetzt war ich auch über die Blauäugigkeit der Mutter. Sehr lebendig und berührend wird ihr tägliches Leid als Sportlerin beschrieben. Nach und nach verweben sich beide Geschichten und gegen Ende muss man einfach mitfiebern, mithoffen, man erlebt ein Stück Zeitgeschichte wie am eigenen Leib mit! Am Ende hatte ich sogar Pipi in den Augen, da die Handlung einfach so unglaublich ergreifend ist und die Geschichte genau so passiert ist... Der Autorin ist hier eine unglaublich tolle, berührende Geschichte gelungen! Man fiebert und leidet mit beiden Mädchen mit, hofft und bangt! Ich bin absolut begeistert und spreche eine riesen Leseempfehlung aus und gebe verdient die volle Punktzahl!
Ein wunderbarer Roman, mein absolutes Buchhighlight in 2021
von sommerlese - 16.03.2021
Kassel, 1956: Mit gerade mal 15 Jahren fliegt Angelika Stein vom Gymnasium, sie entstammt einer Künstlerfamilie, die Fotografie liegt ihr im Blut, doch niemand will ein Mädchen und noch dazu ohne Schulabschluss einstellen. Angelika auch möchte keinen typischen Frauenberuf erlernen, sie will Fotografin werden. Schließlich bietet sich ihr die Chance bei einem aus der DDR geflohenen Fotografen zu lernen und sie entwickelt sich zu ersten deutschen Foto-Journalistin. Gleichzeitig bereitet sich die Turnerin Christine Magold im DDR- Kader auf die Olympischen Spiele vor. Als Ausnahmetalent trainiert sie neben der Schule die gesamte Woche, auch unter Schmerzen und geht damit körperlich an ihre Grenzen. Den harten Drill der Leistungsturner lässt sie über sich ergehen, denn sportliche Erfolge sind das Aushängeschild der DDR und so gewähren sie ihren Sportlern auch Vergünstigungen, von denen auch die Familienmitlieder profitieren. Doch Christine wird vom Regime besonders streng beäugt, schliesslich ist sie die Tochter eines Republikflüchtlings. Beim Berliner Mauerbau 1961 kommt es zu einer entscheidenden Begegnung zwischen Angelika und Christine. Es ist der Moment, ... wenn man merkt, man hat einen besonderen Augenblick für immer festgehalten und ihm Dauer gegeben. Zitat Seite 181 Im Mittelpunkt von Katharina Fuchs berührendem Roman stehen die unterschiedlichen Lebenswege zweier deutscher Frauen aus Ost und West: Christine, die Leistungsturnerin und Angelika, die angehende Foto-Journalistin. Der Autorin gelingt es spielerisch leicht, zwischen der Entwicklung der Figuren hin und her zu springen und beide mit ihren Erlebnissen hautnah vorzustellen. Was am Anfang nach losen Handlungssträngen aussieht, verbindet sich im Laufe der Geschichte und beide Leben verknüpfen sich zu einer mitreißenden Geschichte. Als Leserin ist man hautnah dabei, bangt, hofft und freut sich mit den Protagonistinnen und taucht dabei in die deutsch-deutsche Geschichte ein. Der flüssige und packende Erzählstil der Autorin trägt den Leser spielerisch leicht durch all die Höhen und Tiefen im Leben ihrer Protagonistinnen. Die westdeutsche Angelika ist eine kämpferische junge Frau, sie hat das künstlerisches Talent ihres Vaters geerbt, doch ihr Berufswunsch als Fotografin scheint unerreichbar. In dieser Branche sind Frauen in den 50er Jahren nicht gern gesehen. Und doch erreicht sie mit viel Ausdauer und Mut ihr Ziel. Die Drangsale als Frau in einer Männerdomäne begleiten sie auch später als Journalistin, doch sie hat gelernt damit umzugehen und ihre Entschlossenheit und ihre berufliche Erfolge öffnen ihr so manche Tür. Das Turntalent Christine übt diszipliniert und wird von ihrer regimetreuen Mutter zur Ausbildung beim DDR Kader angemeldet. Wer dieser ideologischen Aufgabe folgt, muss täglich körperliche Höchstleistungen erbringen, bei der Disziplin gefordert wird und täglicher Drill und Schmerzen ohne Widerworte hinzunehmen sind. Sehr eindringlich beschreibt die Autorin wie Hungern, Medikamentenvergabe und sogar Gewalt durch die Trainer dieser jungen Sportlerin Tag für Tag das Leben vergällen und man leidet sehr mit ihr. Denn sie stellt sich irgendwann die Frage, ob sie dieses Leben wirklich will. Doch der Druck vom Regime auf ihre Familie wäre das Letzte was sie will. Die Gegenüberstellung dieser zwei Lebenswege zeigt den historischen Rahmen und damit die Möglichkeiten in beiden politischen Systemen offen auf. Es wird klar, wie unterschiedlich sich beide entwickeln können und als der Mauerbau ansteht, gerät die Handlung in einen dramatischen Strudel unterschiedlicher Ereignisse, die fesselnder nicht sein können. Zu den Charakteren muss ich noch anmerken, alle Personen überzeugen mit ihren speziellen Ecken und Kanten. Sie wirken lebensnah und selbst das Aussehen passt perfekt zu ihrer jeweiligen Rolle. Man glaubt beim Lesen einen Film ablaufen zu sehen und erlebt mit Spannung die verschiedenen Ereignisse und dramatischen Vorgänge mit. Einige Cliffhanger sorgen zusätzlich noch für Lesesog. Sehr berührend und mit viel Herzblut erzählt Katharina Fuchs vom Leben zweier deutscher Frauen aus Ost und West, welches von den Widrigkeiten der Gesellschaft und den politischen Systemen beeinflusst wird. Liest sich fesselnd wie ein Pageturner. Es ist mein Buchhighlight des Jahres und auerdem der beste Roman von Katharina Fuchs. Sie hat sich mit Lebenssekunden selbst noch einmal übertroffen.
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