Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit

Historischer Roman. Originaltitel: The Evening and the Morning. Empfohlen von 16 bis 99 Jahren. 4. Aufl.…
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Ein Epos um Gut und Böse, Liebe und Hass - die Vorgeschichte zu Ken Folletts Weltbestseller "Die Säulen der Erde"

England im Jahr 997. Im Morgengrauen wartet der junge Bootsbauer Edgar auf seine Geliebte. Deshalb ist er der Erste, der die Gefahr am Ho … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit
Autor/en: Ken Follett

ISBN: 3785727003
EAN: 9783785727003
Historischer Roman.
Originaltitel: The Evening and the Morning.
Empfohlen von 16 bis 99 Jahren.
4. Aufl. 2020.
m. Illustriert.
Illustriert von Markus Weber
Übersetzt von Dietmar Schmidt, Rainer Schuhmacher
Lübbe

15. September 2020 - gebunden - 1017 Seiten

Beschreibung

Ein Epos um Gut und Böse, Liebe und Hass - die Vorgeschichte zu Ken Folletts Weltbestseller "Die Säulen der Erde"

England im Jahr 997. Im Morgengrauen wartet der junge Bootsbauer Edgar auf seine Geliebte. Deshalb ist er der Erste, der die Gefahr am Horizont entdeckt: Drachenboote. Jeder weiß: Die Wikinger bringen Tod und Verderben über Land und Leute.

Edgar versucht alles, um die Bürger von Combe zu warnen. Doch er kommt zu spät. Die Stadt wird beinahe völlig zerstört. Viele Menschen sterben, auch Edgars Familie bleibt nicht verschont. Die Werft der Bootsbauer brennt nieder. Edgar bleibt nur ein Ausweg: ein verlassener Bauernhof in einem Weiler fern der Küste.

Während Edgar ums Überleben kämpft, streiten andere um Reichtum und Macht in England. Unter ihnen: der gleichermaßen ehrgeizige wie skrupellose Bischof Wynstan, der idealistische Mönch Aldred und Ragna, die Tochter eines normannischen Grafen ...

Edgar, Ragna, Wynstan, Aldred - ihre Schicksale sind untrennbar miteinander und mit ihrer Zeit verbunden. Ihr Land, das England der Angelsachsen, ist eine Gesellschaft voller Gewalt. Eine Gesellschaft, in der selbst der König es schwer hat, Recht und Gerechtigkeit durchzusetzen.

Gemeinsam mit Edgar, Ragna, Wynstan und Aldred erleben wir den Übergang von dunklen Zeiten ins englische Mittelalter - und den Aufstieg eines unbedeutenden Weilers zum Ort Kingsbridge, den wir seit "Die Säulen der Erde" kennen und lieben.


Portrait

Ken Follett, geboren 1949 in Cardiff, Wales, gehört zu den erfolgreichsten Autoren der Welt. Mit seinen Romanen Die Säulen der Erde und der Fortsetzung Die Tore der Welt, die beide auch erfolgreich verfilmt wurden, führte er das Genre des Historischen Romans zu neuer Beliebtheit. Nach einigen Thrillern hat er mit Sturz der Titanen, Winter der Welt und Kinder der Freiheit eine groß angelegte Chronik des 20. Jahrhunderts vorgelegt. Danach wandte er sich mit Das Fundament der Ewigkeit und Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit wieder der englischen Geschichte zu.

Pressestimmen

"Ein spannend geschriebenes Buch, das Einblick in die Lebensverhältnisse und politischen Wirren in der Zeit um das Jahr 1000 in England gibt." Robert Boecker, Kirchenzeitung, 02.07.2021 "Eindrucksvoll und detailverliebt zeichnet [Ken Follett] beim Leser lebhafte Bilder im Kopf und lässt ihn in Geschichten eintauchen, die sich vor langer Zeit so oder so ähnlich abgespielt haben könnten." Oberösterreichisches Volksblatt, 19.12.2020 "Auch mit diesem Roman erweist sich Follett erneut als Meister historischer Spannung. Kingsbridge ist die beste Lektüre für lange Herbstabende." Renate Kruppa, Norddeutsche Neueste Nachrichten, 27.11.2020 "Prallvoll mit denkwürdigen Figuren [...], pulsbeschleunigenden Abenteuern und epischen Gefühlen wie Liebe, Hass und Verzweiflung. Grandios!" Grazia, 29.10.2020 "In der dichten Beschreibung des gewöhnlichen Lebens der Zimmerleute, Bauern, Wirte, Dirnen und Sklaven ergibt sich ein faszinierendes, historisch genaues Bild der Zeit von vor einem Jahrtausend." Welt am Sonntag, 11.10.2020 "Der perfekte Schmöker für lange Herbstabende" ULRIKE SCHÄDLICH, FREUNDIN, 30.09.2020 "Auch in KINGSBRIDGE beweist Follett sein dramaturgisches Geschick." NZZ AM SONNTAG, 27.09.2020 "Ken Folletts neuer Roman glänzt durch genaue Recherche." Markus Reiter, Stuttgarter Nachrichten, 24.09.2020 "Folletts neuer Roman: 1000 Seiten Spannung" CHRIS MELZER, DPA, 16.09.2020 "Große Rechercheleistung [...] Lebendige Zeitgeschichte [...] Spannend und unterhaltsam" LINA KOKALY, RADIO BREMEN, 15.09.2020

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Die Säulen der Erde
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von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung Konstanz Bodanstraße - 31.12.2020
Was für ein Buch! Der Leser liebt, lebt und leidet mit den Hauptfiguren in diesem gewaltigen Roman. Das Ganze katapultiert einen ins 1. + 2. Jh. Englands. TOP!
Social Media Team
Actiongeladenes Epos mit Spannung und tollen Protagonisten
von Social Media Team - Hugendubel Buchhandlung München Karlsplatz - 20.10.2020
Kaum jemand schafft es so spannend die Geschichte des Mittelalters mit der Geschichte seiner Hauptfiguren zu verweben. Und nun springt Ken Follett zum Anfang seiner Die Säulen der Erde -Trilogie und schenkt uns eine Vorgeschichte, die sich sehen lassen kann! Was macht man im Jahr 997 als Engländer, wenn man Drachenboote am Horizont sieht? Ja, genau. Laufen! Denn Drachenboote bedeuten Wikinger, und was Wikinger bedeuten, ist ja wohl klar, oder? Edgar schafft es sich zu retten, aber die Stadt Combe ist verloren. Für genügend Abwechslung ist mit den anderen Protagonisten gesorgt: Wynstan führt sein reiches Bischofsleben, Ragna zeigt uns ihre eigene Version einer Coming-of-Age Geschichte als normannische Prinzessin und Aldred tut alles für seine Religion...
Bewertungen unserer Kunden
Eher mittelmäßig
von Marion - 19.07.2021
Ich war ein bißchen enttäuscht. Das Ende war ziemlich vorhersehbar. Die adlige Dame heiratet den jungen Baumeister, der sich aus dem Nichts hochgearbeitet hat. Nehmen wir mal an, das war als Parallele zu Säulen der Erde gedacht. Aber auch die Sprache fand ich sehr einfach. Ich hatte mir das Buch extra in Englisch gekauft, um den O-Ton von Ken Follett zu haben. Aber es klang an vielen Stellen so, als wären Herr Follett oder der Lektor in Eile gewesen. So richtig begeistern konnte ich mich für das Buch nicht.
Wie aus einem kleinen Weiler der Bischofssitz Kingsbridge entsteht ...
von Rolands Bücherblog - 26.06.2021
Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit ist der vierte Band der Kingsbridge-Reihe von Ken Follett. Zeitlich spielt er aber vor allen anderen Bänden und bildet daher die Vorgeschichte zu Die Säulen der Erde . Der Autor beschreibt die Entstehungsgeschichte von Kingsbridge. Im Mittlepunkt steht der junge Edgar, Sohn eines Bootsbauer, der aus der Not heraus nach einem Überfall der Dänen gezwungen ist mit seiner Familie als einfache Bauern in Drengs Ferry neu zu starten. Während er mit seinem Tatendrang und Geschick seine Brüder und seine Mutter mit unterstützt, heiratet sein Aldermann die junge normannische Grafentochter Ragna. Diese muss aber schnell lernen welchen Stellenwert ein Frau im Königreich England hat. Denn die Familie ihres Gatten ist nur auf Macht und Geld aus, allen voran ihr Schwager Bischof Wynstan. Und so wird nicht mal vor der Ermordung des Aldermann zurückgeschreckt. Ragna ist klug, aber ihre Position ist nicht gefestigt genug, dass sie den Verschwörungen her wird. Unterstützung findet sie aber in Edgar und dem Mönch Aldred, Aber es wird Jahre dauern, bis zusammenfindet was zusammengehört. Ken Follett erzählt in diesem Band zum einen wie aus dem kleinen Weiler am Fluss die spätere Stadt Kingsbridge entsteht. Woher der Name kommt, wie der Aufstieg begann und sie Bischofssitz wird. Zum anderen erzählt er aber auch die Liebesgeschichte von Ragna und Edgar, die jahrelangen Hürden und Stolpersteine, bis die beiden zueinanderfinden konnten. Manches ist dabei natürlich weniger historische Fakten als einfach nur eine nette Story, dann aber sind doch wieder spannende Momente, die besonders durch die Intrigen um die Machtverhältnisse interessant werden. Gut finde ich aber dass Ken Follett es schafft, dass er einen die über 1000 Seiten bei der Stange hält. Dies schafft er mit einem Schreibstil, der sich zum einen flüssig lesen lässt, zum anderen aber auch einen konsequenten Handlungsstrang verfolgt. Denn am Ende bleibt der Eindruck eines gelungenen Prequels zur Entstehungsgeschichte von Kingsbridge und dem Übergang ins englische Mittelalter. Sicherlich nicht der beste Band der vier Kingsbridge-Romane, aber trotzdem einer der die Reihe gut ergänzt.
Die Entstehung von Kingsbridge
von buecherwurm_01 - 17.01.2021
Das Buch startet mit einem brutalen Angriff der Wikinger auf die Südküste Englands Ende 900. Daraus entwickelt sich eine Geschichte, die über eine Zeitspanne von 10 Jahren die Entstehung des Ortes Kingsbridge erzählt und von vier Protagonisten geprägt ist. Der Bootsbauer Edgar verlässt seine zerstörte Heimat und baut sich mit seiner Familie ein neues Leben etwas nördlicher auf. Etwa zur gleichen Zeit kommt die normannische Edelfrau Ragna in die Gegend, um den Aldermann zu heiraten. Dann wäre da noch der skrupellose Bischof, Halbbruder des Aldermann sowie der Mönch Aldread, der sich mit Edgar anfreundet. Das Land der Angelsachsen ist von Gewalt geprägt, die Macht des Königs hält sich in Grenzen. In dieser düsteren Zeit erzählt Ken Follett eine lesenswerte Geschichte in vier Teilen mit vielen, auch überraschenden, Wendungen und Passagen mit grausamen wie gewaltsamen Szenen. Letztendlich genügt ein Satz, um die Entstehung des Namens Kingsbridge zu beschreiben, wenn auch die Geschichte davor entscheidend dazu beiträgt. Mir gefällt gut, dass die Geschichte aus den verschiedenen Perspektiven der Protagonisten erzählt wird, Der gelernte Bootsbauer Edgar ist handwerklich äußerst geschickt und entwickelt sich zu einem Baumeister, der große Bauwerke erschaffen möchte. Er überzeugt mit Denkvermögen und Ausgeglichenheit, wobei es glaubwürdiger gewesen wäre, wenn nicht alles, was er plant, auf Anhieb klappen würde. Ragna ist eine starke Frau, die sich selbstbewusst in dieser für eine Frau nicht einfachen Zeit durchzusetzen weiß, die zudem strategisch denken kann und vielen Männern überlegen ist. Aldread ist ein gütiger und ambitionierter Mönch, sehr belesen und wissbegierig. Mit seinen mit kleinen Fehlern weiß er seine vielen Pläne umzusetzen. Der intrigante Bischof ist von edlem Blut, äußert selbstsüchtig und eine unsympathische Figur, die die Machtgier des Klerus in dieser Zeit zeigt und dafür lebt. Mir gefällt der typische Follett-Stil, die Geschichte ist ergreifend und fesselnd erzählt, die Charaktere wurden konsequent entwickelt und detailreich aufgebaut. Auch die dramatischen Elemente haben ihren Reiz, da sie gut in die Geschichte integriert wurden. Viele der Nebenfiguren, die zur Untermalung der Geschichte passen, haben mir gut gefallen. Der Aufbau des als Happy End gestalteten Schlusses ist mir zu überhastet und äußerst kurz geraten; da hättet ich mir einen langsameren Aufbau gewünscht. Die Karten auf der inneren Seite der Umschlagseiten sind hilfreich, auch wenn wichtige Orte, z. B. Shiring, fehlen. Ein kleiner Kritikpunkt: ich hätte mir noch ein Personenverzeichnis gewünscht, um einen besseren Überblick zu haben, da es teilweise doch recht viele Personen gibt, die man sich merken muss. Das Cover gefällt mir sehr, schlicht und passend. Für Fans historischer Romane und von Ken Follett ist dieses Buch eine Empfehlung wert.
Ein absoluter Pageturner und ein ganz besonderes Lesehighlight!
von Gina1627 - 30.11.2020
Ken Follett ist ein Meister der Erzählkunst! Ich habe seinen Roman "Die Säulen der Erde" vor Jahren gelesen und geliebt und bin mit seinem Prequel Kingsbridge auch wieder voll abgeholt worden. Ein bildgewaltiger Roman, mit außerordentlich starken und polarisierenden Charakteren! Was für ein Lesegenuss! Combe, England 17. Juni 997. Voller Vorfreude wartet der 18-jährige Bootsbauer Edgar im Morgengrauen am Strand von Combe auf seine große Liebe Sungifu um mit ihr gemeinsam durchzubrennen, als er plötzlich von Weitem eine Armada von Drachenbooten auf sich zukommen sieht. Sein frühzeitiger Alarm rettet viele Menschenleben, doch zu seinem Leidwesen nicht das von seiner Geliebten. Wikinger morden, plündern und zerstören fast die ganze Stadt. Auch seine Familie bleibt nicht verschont. Sein Vater wurde niedergestreckt und die Werft gleicht einem Trümmerfeld. In Drengs Ferry, einem kleinen Dorf im Landesinnerinnen, versucht er sich mit seiner Mutter und seinen zwei Brüdern eine neue Existenz aufzubauen und für alle wird es ein Kampf ums Überleben. Diese Sorgen haben einige vermögende und einflussreiche Menschen in der nahegelegenen Stadt Shiring nicht. Sie kämpfen um Macht, Reichtum und Anerkennung ihrer Rechte. Zu ihnen gehören die temperamentvolle normannische Grafentochter Ragna von Cherbourg, der kluge und vorrauschauende Mönch Aldred und der gewissenlose und gerissene Bischof Wynstan. Ken Follet ist mit "Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit" wieder ein 1017-seitiges Meisterwerk gelungen! Sein Schreibstil ist wie immer unglaublich fesselnd, atmosphärisch, spannend und leicht zu lesen. Man fühlt sich sofort zurückversetzt in die Dunkle Zeit, in der die Lebensumstände der Menschen geprägt wurden durch einen stetigen Überlebenskampf, Entbehrungen, Mühseligkeit, Unterdrückung, Ausbeutung und Krieg. Alle dies hat der Autor emotionsvoll und unglaublich bildlich in seiner Geschichte zum Leser transportiert. Es war ein ganz besonderes Erlebnis in den vier Teilen "Die Hochzeit", "Der Prozess", "Der Mord" und "Die Stadt" mitzuverfolgen, welche Hochs und Tiefs die faszinierenden Charaktere durchmachen mussten und wie aus dem kleinen Dorf Drengs Ferry die aufstrebende und florierende Stadt Kingsbridge wurde. Alle vier Hauptprotagonisten sind gleichwertig reizvoll und ihre Handlungen, Empfindungen, Antriebe und Leiden haben bei mir Bewunderung, Abscheu, Entsetzen, Mitleid und Wut ausgelöst. Ragna ist eine selbstbewusste, starke, leidenschaftliche und gerechtigkeitsliebende Frau, deren Markenzeichen ihre rote Lockenpracht und ihre Schönheit ist. Sie verdreht nicht nur Wilwulf, dem Adlermann von Shiring den Kopf, sondern schafft es auch durch ihre Offenheit, Hilfsbereitschaft und ihr intuitives und kluges Handeln und Urteilsvermögen, die Menschen für sich einzunehmen. Ich habe die ganze Zeit ihren Kampfgeist bewundert und mit ihr mitgelitten, als ihr Stolz verletzt und sie gedemütigt, ausgetrickst und missbraucht wurde. Nicht ganz unschuldig daran ist der überaus intrigante, selbstsüchtige und skrupellose Bischof Wynstan, der mich unglaublich polarisiert hat und den perfekten Antisympathisant verkörperte. Mein Gott was habe ich mich über ihn aufgeregt und ihn oft zum Teufel gewünscht. Ein Mann, der unheimlich durchtrieben, manipulierend und nur auf seine Vorteile aus ist. Den Leuten, die ihm in die Quere kommen, wirft er ihr Leben lang nur noch Steine in den Weg. Unheimlich gut gefallen hat mir auch Edgar, der ein wahrer Erfindergeist und ganz besonders feinfühliger Mensch ist. Durch seine schnelle Auffassungsgabe, seine Lernfähigkeit, sein handwerkliches Geschick und seinen Ideenreichtum stellt er sich jeder Herausforderung. Lange musste man darauf warten, dass ihn auch noch einmal das Glück der Liebe erfüllt und er auf eine hoffnungsvolle Zukunft blicken darf. Doch auch Aldred, ein sehr belesener und idealistisch eingestellter Mönch, der klug, mutig und vorrausschauend ist, hat mich begeistert. Bewundernswert, wie er immer wieder Niederlagen eingesteckt und stetig einen Ausweg aus verzwickten Situationen gefunden hat. Viele weitere Charaktere bereichern noch die Geschichte, zu denen auf jeden Fall Gytha und Wigelm gehören, die mich mit ihrer Falschheit, Gehässigkeit und Gewaltbereitschaft zur Weißglut gebracht haben. Mein Fazit: "Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit" ist einfach nur von außen und innen wunderschön!!! Ein Eyecatcher und eine unglaublich fesselnde Geschichte! Von mir erhält dieser historische Roman eine unbedingte Leseempfehlung und hochverdiente 5 Sterne!
Abenteuerliche Reise ins 10. Jahrhundert
von Martin Schult - 08.11.2020
Der junge Bootsbauer Edgar lebt am Ende des 10. Jahrhunderts mit seiner Familie im englischen Ort Combe. Obwohl es ihnen sehr gut geht und sie sich innerhalb der Familie gut ergänzen, will Edgar im Morgengrauen seine Heimat verlassen, um sich mit seiner Geliebten eine Zukunft aufzubauen. Aber es kommt alles ganz anders, denn die Wikinger überfallen an diesem Morgen die Ortschaft und hinterlassen viel Leid und Trauer. So ändert dieser Angriff das Leben von Edgar völlig, er bleibt bei seiner Familie und seine Zukunft soll nun ein hinterlassener Bauernhof sein. Ein Umstand, den der findige und clevere Bootsbauer nicht akzeptieren will. Gleichzeitig findet ein Kampf um die Macht über das Land statt, in dem die Kirche und die Landherren zu allen Mitteln bereit zu sein scheinen... Der mehr als erfolgreiche Autor Ken Follett hat mit seinen historischen Romanen einen Maßstab für das Genre gesetzt und so bin ich mit einer hohen Erwartungshaltung und viel Vorfreude in sein neues Werk gestartet. Schnell hatte er mich mit seinem bildreichen und lebendigen Schreibstil ins 10. Jahrhundert entführt. Ihm gelingt es aus meiner Sicht hervorragend, die Bilder der damaligen Zeit in den Köpfen hervorzurufen und das Geschehen für den Leser sehr erlebbar zu machen. Der Hauptprotagonist Edgar konnte mit seinem Charakter bei mir schnell die ersten Sympathiepunkte gewinnen und es machte Spaß ihn auf seinem abenteuerlichen und ereignisreichen Leben zu begleiten. Die historischen Hintergründe wirken, wie man es von Ken Follett gewohnt ist sehr gut recherchiert und es entwickelt sich eine clever konzipierte und fesselnde Geschichte um Macht und Liebe im mittelalterlichen Kontext. Das Finale rundet die Geschichte aus meiner Sicht gelungen ab und ich hatte trotz der über 1000 Seiten niemals das Gefühl, mich zu langweilen. Insgesamt wird in Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit der Autor Ken Follett aus meiner Sicht seinem Ruf eines guten Geschichtenerzählers mehr als gerecht. Er entführt den Leser in eine entfernte Zeit und lässt ihn daran teilhaben. Eine packende Geschichte fesselnd und ergreifend erzählt, was mich das Buch gerne weiterempfehlen und mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerten lässt.
Kingsbrige 997
von odenwaldwurm - 08.11.2020
Ein Epos um Gut und Böse, Liebe und Hass - die Vorgeschichte zu Ken Folletts Weltbestseller Die Säulen der Erde England im Jahr 997. Im Morgengrauen wartet der junge Bootsbauer Edgar auf seine Geliebte. Deshalb ist er der Erste, der die Gefahr am Horizont entdeckt: Drachenboote. Jeder weiß: Die Wikinger bringen Tod und Verderben über Land und Leute. Edgar versucht alles, um die Bürger von Combe zu warnen. Doch er kommt zu spät. Die Stadt wird beinahe völlig zerstört. Viele Menschen sterben, auch Edgars Familie bleibt nicht verschont. Die Werft der Bootsbauer brennt nieder. Edgar bleibt nur ein Ausweg: ein verlassener Bauernhof in einem Weiler fern der Küste. Während Edgar ums Überleben kämpft, streiten andere um Reichtum und Macht in England. Unter ihnen: der gleichermaßen ehrgeizige wie skrupellose Bischof Wynstan, der idealistische Mönch Aldred und Ragna, die Tochter eines normannischen Grafen ... Edgar, Ragna, Wynstan, Aldred - ihre Schicksale sind untrennbar miteinander und mit ihrer Zeit verbunden. Ihr Land, das England der Angelsachsen, ist eine Gesellschaft voller Gewalt. Eine Gesellschaft, in der selbst der König es schwer hat, Recht und Gerechtigkeit durchzusetzen. Gemeinsam mit Edgar, Ragna, Wynstan und Aldred erleben wir den Übergang von dunklen Zeiten ins englische Mittelalter - und den Aufstieg eines unbedeutenden Weilers zum Ort Kingsbridge, den wir seit Die Säulen der Erde kennen und lieben. (Klappcovertext und Kurzbeschreibung vom Buch) Da ich alle drei Bänder von Kingsbridge kannte, war ich total neugierig auf die Geschichte zur Entstehung von Kingsbridge. Ich bin gut in die Story gekommen. Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen. Die Charaktere sind sehr bildlich dargestellt. Wieder dreht sich die Geschichte um die Herrscher, Reichen und auch um die Kirche. Aber es geht nicht nur um sie. In dieser Geschichte geht es um zwei Brüder- Trios, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Es erwartet euch eine Spannende Geschichte, dir mir bis zum Ende sehr gut gefallen hat. Nur das Ende war für mich etwas übertrieben, obwohl die Böse ihre Strafe bekommen. Trotzdem kann ich das Buch nur sehr empfehlen, weil der überwiegende Teil mir sehr gut gefallen hat. Jetzt wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen.
Von hinten aufgerollt
von Sago - 06.11.2020
Ich gebe es zu, dies war mein erster Roman von Ken Follett, aber es wird auf keinen Fall der letzte sein. Die Kingsbridge-Trilogie kannte ich also nicht. Da es sich bei Der Morgen einer neuen Zeit aber um ein Prequel dazu handelt, rolle ich das Feld eigentlich doch nicht von hinten auf. Ich bin eher unvoreingenommen ohne große Erwartungen eingestiegen, sogar ein wenig mit dem Vorurteil, dass es männlichen Autoren in historischen Romanen eher um Schlachten und Versorgungsprobleme geht und das Zwischenmenschliche wenger interessiert. Weit gefehlt, zum Glück! Der junge Bootsbauer Edgar verliert Ende des 10. Jahrhuderts nicht nur seine Geliebte, sondern auch seinen Vater bei einem Wikingerüberfall. Völlig verarmt, zieht seine Mutter mit ihren drei Söhne auf einen kärglichen Hof in Drengs Ferry, um dort ein neues Auskommen zu finden. Dorthin verschlägt es auch die junge Fürstentochter Ragna, die in der Ehe mit dem Alderman Wilfulf hofft, ihr Glück zu finden. Dritter im Bunde der Protagonisten ist der aufrechte Mönch Aldred, der hofft, in der Kirche aufzusteigen, um ein Zentrum der Gelehrsamheit zu gründen. Doch Drengs Ferry und das nahe gelegene Shiring entpuppen sich als wahrer Sündenpfuhl. Da ist nicht nur der Gastwirt Dreng, der seine blutjunge Sklavin jedem Gast für eine Nacht verkauft. Da sind auch Drengs machtgierige Verwandte, allen voran Bischof Wynstan, ein Bruder Wilfwulfs, der vor keiner Schandtat zurückschreckt. Und auch Wilwulf ist alles andere als ein Heiliger. Dass Ragna und Edgar, zwei unglaubliche sympathische Menschen, trotz ihres Standesunterschieds füreinander bestimmt sein könnten, hofft und ahnt man bald. Auf dem Weg dahin hat ihnen aber der Autor derart viele einallsreiche Steine in den Weg gelegt, dass ein wahrer Lesesog entstand. Zudem ist der Roman und die damalige Zeit außerordentlich anschaulich geschildert. Wenn sich Edgar Mutter aufmachen muss, um sich irgendwo ein Stück Schnur zu borgen, wird einem klar, wie wertvoll der heutige Luxus ist. Neu war mir, dass in England walisische Sklaven gehalten wurden. Deren Elend und überhaupt die weitestgehend rechtlose Stellung der Frauen haben mich ebenso erschüttert wie die Allmacht der Kirchenmänner, die sich selbst über alle Gebote hinegsetzen. Für Kenner der Serie wird natürlich Edgars allmähliche Weiterbildung zum Baumeister von Iteresse sein, denn er mausert sich vom Boots zum Erbauer der Kingsbridge und wagt sich schließlich sogar an eine Kathedrale. Ja, Edgar, Ragna und Aldred sind einfach zu gut um wahr zu sein und Wynstan ist ein derartiger Bösewicht, dass vielleicht ein paar Zwischentöne nicht geschadet hätten. Dennoch muss ich sagen, dass dieses Konzept hier im Vergleich zu anderen Werken nicht nur funktioniert, sondern eine wahre Leselust schafft.
Kingsbridge - Detailreich erzählte Vorgeschichte zu "Die Säulen der Erde"
von Snarky - 05.11.2020
Wer noch ein Buch für gemütlichen Herbstabend sucht, dem empfiehlt sich das neuste Werk von Ken Follett - "Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit". Der 1024 Seiten umfassende historische Roman ist die Vorgeschichte zu dem Weltbestseller "Die Säulen der Erde" und erzählt die Anfänge von Kingsbridge. Es ist das Jahr 997 n. Chr. in England schleicht sich der junge Bootsbauern im Morgengrauen aus dem Elternhaus, um sich mit seiner Geliebten zu treffen. Deshalb ist er derErste, der die in Drachenboote aufziehende Gefahr sieht. Die Vikinger überfallen die Küstendörfer und hinterlassen nichts als Zerstörung und Tote. Auch Edgars Familien bleibt nicht verschont. Nach dem die Werft zerstört wurde, bleibt Edgar und seine Familie nichts anderes übrig als auf einen verlassenen Bauernhof fern der Küste neu anzufangen. Währenddessen verlässt Range, eine normannische Adlige, ihre Familie, um nach England zu gehen und den Mann zu heiraten, den sie liebt. Schnell muss sie feststellen, dass sie einen großen Fehler gemacht hat, weil die Lebensbedingungen viel härter sind, als sie gewohnt ist. Der Mönch Aldred träumt davon, die bescheidenen, verarmte Abtei zum Zentrum der Wissenschaft und Bildung in ganz Europa zu machen. Dem entgegen steht der machthungrige Bischof Wynstan. Kein Preis ist zu hoch, damit er sein Ziel erreicht. Ken Follett vereint in "Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit" die Charaktere, sowohl gut als auch böse in einem Dorf und gibt dem Leser so Einblick in das Leben der damaligen Zeit. Es war eine dunkle Zeit und Ken Follett scheut sich nicht, dieses harte Leben zu zeigen durch brutale Kämpfe, Vergewaltigungen und Umgang mit Sklaven. "Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit" wird in vier Abschnitte erzählt. Dabei ändert Ken Follett im Laufe der Geschichte das Erzähltempo. In den ersten zwei Abschnitten werden die Charaktere vorgestellt und positioniert. Da Ken Follett ein sehr detailreich beschreibender Autor ist, nahm dies einiges an Erzählzeit in Anspruch. Die anderen beiden Abschnitte wurden dann schneller erzählt, wodurch einige Themen sehr schnell abgearbeitet wurden. Dass zum Ende von "Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit" sich einige Themen wiederholen, stört etwas das Lesevergnügen. Ken Follett "Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit" ist die Vorgeschichte von "Die Säulen der Erde" und bietet somit einen guten Einstieg in die Buchreihe.
Ein Follett nach meinem Geschmack
von Nicis Buchecke - 05.11.2020
Seit ich gesehen habe, dass dieser Roman erscheint wollte ich ihn lesen. Ich bin ehrlich, ich hatte nicht mit einem erneuten Roman zu Kingsbridge gerechnet, aber Ken Follett ist eben immer für Überraschungen gut. Nach dem Lesen der Leseprobe wollte ich unbedingt wissen wie es weiter geht. Die Geschichte beginnt mit Edgar und mit dem Überfall auf seine Stadt. Edgar ist einer unserer Hauptprotagonisten, der mir im Verlauf der Handlung wirklich ans Herz gewachsen ist. Er ist ist gänzlich anders als die Männer seiner Zeit und hat moralische Grundsätze, die manch anderem nicht schaden könnten. Zudem ist er wirklich ein schlauer Kopf, der jede Lebenslage als Herausforderung sieht und mit seinem Intellekt und seinem Handeln das Dorf voranbringt. An ihm macht uns der Autor deutlich das es solche Menschen waren, die die Zivilisation voranbrachten. Er nimmt nicht alles als gegeben hin, bringt sich viel selbst bei, erweitert seine Sachkenntnisse und ist stehts bemüht Dinge zu optimieren und für die Menschen in seiner Umgebung die Situation zu verbessern. Er ist wirklich ein starker Charakter mit einem starken Willen und guten moralischen Grundsätzen. Ja ich gebe zu ich bin ein kleiner Fan von ihm. Sein weibliches Gegenstück ist hier Ragna. Sie ist zwar eine Edelfrau und ihr mangelte es nie an Essen oder Geld, aber ihr sind die kleinen Leute nicht egal. Sie ist bemüht gerechte Entscheidungen zu treffen und jedem Aufmerksamkeit zu schenken. Ich fand sie einfach großartig. Sie lässt sich nicht unterkriegen und versucht mit ihrer Intelligenz immer einen Ausweg zu finden. Das Schicksal spielt ihr im Verlauf der Handlung übel mit und sie muss sich gegen mächtige Männer zur Wehr setzen, aber wie sie das meistert ist bewundernswert. Ich weiß nicht, ob ich nicht manchmal an ihrer Stelle einfach aufgegeben hätte. Und zu einem Mann und einer Frau des Guten kommt noch der gute Geistliche, unser Aldred. Er ist mir besonders sympathisch gewesen, weil sein Herz für das geschriebene Wort schlägt. Aber nicht nur das macht ihn zu einem Sympathieträger, auch das er für die kleinen Leute da ist und versucht ihnen gerecht zur Seite zu stehen egal welchen Gegenwind er bekommt. Denn auch er hat es nicht ganz einfach. Denn es gibt natürlich gerade in kirchlichen Kreisen Männer die nach Macht streben und denen er ein Dorn im Auge ist. Überhaupt hat Ken Follett in diesem Roman eine schöne Mischung aus guten und bösen Charakteren geschaffen und gerade die Bösen haben mich manchmal ganz schön wütend gemacht. Wenn man denkt sie kommen mit ihren Handlungen immer durch egal wieviel gegen sie spricht, dann kann einen das schon sehr erzürnen. Dieser Roman umfasst 10 Jahre und man ist erstaunt was alles in 10 Jahren so passieren kann. Wie Menschen kommen und gehen, ein Dorf sich entwickelt und wie gute Menschen schwere Schicksale erleiden und doch nie aufgeben. Dieser Roman hat etwas mehr als 1000 Seiten, doch einmal begonnen kann man kaum aufhören zu lesen. Die Handlung zieht einen mit sich, es passiert ständig etwas Neues und es wird nie langweilig. Bis zum Schluss wusste ich nicht, ob ich das Ende erhalte, was ich mir so sehnlichst gewünscht habe. Immer wieder geschehen unvorhergesehene Dinge, der Autor überrascht einen immer wieder aufs neue und die Charaktere wachsen einen ans Herz. Nun ist das Buch beendet und doch wünschte ich mir es hätte noch mehr Seiten gehabt, damit ich noch ein wenig Zeit mit Edgar, Ragna und den anderen verbringen könnte. Dieser Teil hat mir noch besser als der letzte Kingsbridgeroman gefallen und ich überlege schon, ob ich mich nochmal auf den ersten Teil stürze. Ken Follett hat hier wirklich wieder großartige Arbeit geleistet und hat hier eine wunderbare Vorgeschichte geschaffen, die es sich auf jeden Fall zu lesen lohnt.
Gewohnte Qualität von Ken Follett, auch wenn es nicht ganz an "Die Säulen der Er
von Hermione - 04.11.2020
Edgar, der Sohn eines Schiffbauers in Combe im Süden Englands, überlebt den Überfall von Wikingern in dem kleinen Ort. Mit seiner Mutter und seinen Brüdern bricht er danach nach Dreng¿s Ferry auf, um sich eine neue Existenz aufzubauen. Parallel strebt Mönch Aldred danach, der Bibliothek seines Klosters möglichst viele kostbare Bücher zuzuführen. Und Ragna, Grafentochter aus der Normandie, heiratet einen Alderman in England. Der ehrgeizige Bischoff Wynstan strebt nach weiterer Macht und Einfluss¿ Meine Meinung: Dieser dicke Wälzer von über 1.000 Seiten, der - als Vorgeschichte von "Die Säulen der Erde" um das Jahr 1.000 in England spielt, hat alle Zutaten, die ein guter Ken Follett-Roman braucht: ein interessantes historisches Setting (gründlich recherchiert!), eindeutig gute und eindeutig böse Personen, die die Handlung dominieren und jede Menge Intrigen, Not und Elend, Kämpfe, Leidenschaft¿ Insofern ließ sich der Roman wirklich sehr spannend lesen und ich habe mit den sympathischen Figuren Edgar (der an Tom Builder aus den Säulen der Erde), Aldred und Ragna mitgefiebert. Bischoff Wynstan erinnert auch an den Fiesling Waleran Bigott aus den Säulen der Erde und er wird auch hier fast schon zu klischeehaft hinterhältig und machthungrig dargestellt. Man muss es schon mögen, dass die Personen sehr klar in Schwarz und Weiß eingeteilt sind, Graustufen gibt es eigentlich so gut wie nicht. Daher ist die Handlung - trotz vieler Wendungen, auch durch grausame Ereignisse - aber eigentlich recht klar vorherbestimmt und in sich auch stimmig / glaubwürdig. Sehr gut gefallen hat mir wieder, dass ich einiges über den Alltag der Menschen zu der Zeit lernen konnte. Der Autor hat wieder sehr fundiert recherchiert und versteht es meisterhaft entsprechende Details aus dem Alltag der Menschen in die Erzählung einzuflechten. Man sollte den Roman allerdings nicht lesen, wenn man schwache Nerven hat und keine grausamen Szenen voller Gewalt ertragen kann. Fazit: Insgesamt hielt der Roman, was ich mir von ihm versprochen habe, auch wenn er leider nicht ganz an die Klasse von "Die Säulen der Erde" herankommt.
Kingsbridge
von Steliyana Dimitrova - 02.11.2020
Ken Follett hat einfach einen guten Schreibstil, der einen dazu bringt, seine Bücher einfach zu mögen und gerne zu lesen. Mit Kingsbridge entführt er uns in die Zeit vor Die Säulen der Erde . Wir befinden uns im kleinen Drengs Ferry und treffen viele Personen. Manche sind sympathisch, andere mag man eher weniger. Mit Ragna und Edgar hat Follett Charaktere geschaffen, die mir sehr gut gefallen haben und die ich gerne über die 1000 Seiten begleitet habe. Die Namenauswahl fand ich lustig: drei Ws und drei Es. Edgar ist ein Protagonist, den man nur mögen kann. Er ist geschickt und intelligent ist er auch noch. Es gibt keine Aufgabe, die unser Edgar meistern kann. Der Autor hat ihm viele Steine in den Weg gelegt, der junge Mann ist aber sich und seinen Gefühlen treu geblieben. Genau das hat ihn für mich so sympathisch gemacht. Es gab viele Momente, in denen ich mit ihm gelitten habe und mir mehr Gerechtigkeit für ihn gewünscht habe. Aber so ist es eben, wenn man nicht in einer reichen Familie geboren ist. Ragna ist eine starke Frau, die den Mut hatte, ihren Traum zu verfolgen: Den Mann zu heiraten, den man liebt. Für diese Zeit eigentlich eher untypisch, denn durch die Ehe musste die Familie ja profitieren. Ragna hat viel erlebt und sie hat der Ungerechtigkeit auch ins Gesicht geschaut. Sie hat gelernt, dass Liebe verblassen kann und dass man oft Entscheidungen treffen muss, die alles verändern werden. Besonders in der Familie der Ws. Noch jemand, der positiv in Erinnerung bleiben wird, ist Aldred. Der Mönch hat auch viel Ungerechtes erlebt (irgendwie war es für alle so), er hat aber sein Ziel verfolgt und dieses auch erreicht. Die Gefühle musste er vergessen und sich auf das Wichtige fokussieren. Es gab eine Figur, deren Schicksal sehr unfair war! Ich habe Edgars Mutter Mildred unglaublich sehr gemocht. Sie verkörpert die starke Mutter, die immer für ihre Kinder da ist und für sie alles tun wird, egal wie schwer es ihr fällt. Sie hat es versucht, aus ihren Kindern starke und kluge Männer zu machen. Applaus für alle Mamis! :) Einen Stern muss ich aber für das Ende abziehen. Es war mir einfach zu süß. Ja, der Mensch mag ein Happy-End, aber für dieses Buch war es einfach zu happy. Somit hat sich der Autor keinen großen Gefallen getan, da das Buch etwas an Authentizität verloren hat. Trotzdem habe ich es gerne gelesen und es hat mir gut gefallen.
Etwas enttäuscht
von Kerstin Klaar - 02.11.2020
Das Geschehen von Kingsbrigde, der Morgen einer neuen Zeit beginnt im Jahr 997. In der Vorgeschichte zu Die Säulen der Erde , geht es wie nicht anders im Mittelalter zu erwarten, um Intrigen, Macht, Hass und Liebe. Edgar wünscht sich eine andere Zukunft, als wie sie für ihn vorbestimmt ist. Mit seiner großen Liebe möchte er aus seinem Heimatort Combe fortgehen, doch dann geschieht etwas Schreckliches. Die Wikinger machen Combe fast dem Erdboden gleich und die Menschen werden zum Teil abgeschlachtet, gebranntschatz und vergewaltigt. Von nun an ist für Edgar, seiner Mutter und seinen Brüdern, nichts mehr wie es einmal war. Sie werden aus Combe fortgeschickt und müssen in Drengs Ferry ein neues Leben beginnen. Es wird eine harte und entbehrungsreiche Zeit, bis sich das Blatt zu wenden beginnt. Ragnar, die nach England kommt um Wilf zu heiraten ergeht es ebenfalls nicht so, wie sie sich ihre Zukunft vorgestellt hat. Ihre Stiefschwiegermutter Gytha und deren beiden Söhne Wynstan und Wigelm werden ihr Leben und Wirken mehr als erschweren. Es geht um Macht und das Erbe, um Aufstieg und Fall. Nur wer am längsten durchhält und wer am strategischsten denkt, dem wird es gelingen die Oberhand zu gewinnen. Doch wer dies sein wird blieb lange im Unklaren. Dann ist da noch Aldred und die Kirche. Auch er, der die Absicht hatte dem Bischof das Handwerk zu legen, erlebt eine bittere Enttäuschung und wird verbannt. Aber, Alfred ist ein Mann mit großer Willensstärke und macht das Beste aus seiner neuen Situation. Er hat sich ein Ziel gesetzt, welches es gilt umzusetzen. Wynstan, der Schrecklichste und Unbarmherzigste von allen, verfolgt nur ein Ziel. Er will Macht und immer mehr Macht. Dafür tut er alles und ein jeder der sich ihm in den Weg stellt muss vernichtet werden. Doch er muss es geschickt anstellen, damit die Spur nicht zu ihm zurück verfolgt werden kann. All diese Personen verbindet etwas, ihre Schicksale sind untrennbar. Meine Meinung Ich bin als Ken Follett Fan natürlich mit einer hohen Erwartung an sein neues Werk gegangen. Der Schreibstil hat sich nicht verändert und reißt einen nach wie vor mit. Die Recherchearbeit, soweit wie sie aus dieser Zeit möglich ist , haben mir gefallen. Natürlich sind die historischen Hintergründe mit viel Fiktion vermischt, was mir ebenfalls gut gefallen hat. So könnte ein kleiner unbedeutender Ort zu Kingsbrigde geworden sein. Was mir nicht gefallen hat, die häufigen Wiederholungen und Andeutungen, wer alles homosexuell ist oder sein könnte. Da hätte eine einmalige Erwähnung in meinen Augen auch gereicht. Die Geschehen der letzten Kapitel gingen mir zu schnell, dass war wie ein Sprint ins Ziel. Die Ereignisse überschlugen sich nur so. Und auch wenn ich ein Happyend mag, war es mir hier ein wenig zu viel des Guten. Das hat Herr Follett schon besser gemacht. Ebenfalls habe ich ein Personenregister und einen Glossar vermisst, aber das kennt man ja auch schon von Ken Follett. Alles in allem ein guter historischer Roman, auch wenn ich schon bedeutend bessere vom Autor gelesen habe.
Kingsbridge, als es noch nicht Kingsbridge war
von gagamaus - 02.11.2020
Ken Follett gehört zu den Altmeistern des historischen Schmökers. Seine Säulen der Erde wurden auf der ganzen Welt millionenfach verkauft und später auch verfilmt. Ähnlich Tolkien für die Fantasy ist Follett in seinem Genre einer, dessen Romane man zum Vergleich heranzieht, wenn man die Qualität anderer Autoren und ihrer Bücher misst. Mit zwei Nachfolgeromanen hatte er sein Kingsbridge in den Köpfen der Leser manifestiert und man kehrte immer wieder mit Vergnügen in diese Stadt zurück. Kein Wunder, dass es Follett erneut nach Kingsbridge gezogen hat. Diesmal handelt es sich aber um ein sogenanntes Prequel, denn wir landen in einer Zeit, als Kingsbridge noch nicht das große Kingsbridge war sondern noch ein kleines unscheinbares Dorf namens Drengs Ferry. Was mir gefallen hat? Follett gibt in seinem neuen Buch den einfachen Leuten und ihrem Leben Ende des ersten Jahrtausends viel Raum. Auch wenn aus der damaligen Zeit wenig Genaues bekannt ist, so hatte ich doch das Gefühl, dass der Autor gut recherchiert und Faktenlücken plausibel geschlossen hat. Die Herrscher und Reichen und auch die Kirche spielen natürlich auch eine Rolle aber es geht wohltuend mal nicht hauptsächlich um sie. Mit Ragna, der Frau des amtierenden Aldermanns, und Edgar, einem jungen blitzgescheiten Handwerker, hat er zwei Hauptdarsteller geschaffen, die einem schnell ans Herz wachsen und deren Leben man gerne und neugierig folgt. Es gibt mehrere sehr starke Nebenfiguren. Allen voran den Mann von Ragna und dessen zwei machtbesessene hinterhältige Brüder. Mehr als einmal lehren sie unsere Helden das Fürchten und lange Zeit scheint es, als könnten sie jede Schandtat ohne Gefahr auf Strafe begehen. Der Spannungsbogen ist von Anfang an sehr hoch und das Buch liest sich trotz seines nicht unbeträchtlichen Umfangs flugs und ohne Längen weg. Was mir nicht gefallen hat? Vor allem bei den Bösewichten fehlen mir die wirklichen Facetten. Ihre Handlungen sind einfach durch und durch mies und bis zum Finale gebietet ihnen niemand Einhalt, was wirklich irgendwann nervt. Und am Ende kippt das Ganze dann plötzlich und eitel Sonnenschein und Harmonie zieht in Kingsbridge ein. Das ist zwar nett zu lesen aber ich finde, da hat Ken Follett es zu gut mit uns Lesern gemeint. Wir hätten ein etwas realistischeres Ende auch verkraftet. Fazit: Ein empfehlenswerter Histo-Schmöker, der sich sehr gut liest aber ein paar Schwächen im Abgang hat.
Zurück zu den Anfängen - Kingsbridge erwacht
von Elke - 02.11.2020
Die Geschichte der Kathedrale von Kingsbridge hat mit Ken Folletts neuem Roman Zuwachs bekommen. Nach "Die Säulen der Erde", "Die Tore der Welt" und "Das Fundament der Ewigkeit" reisen wir nun zurück in die "Dark Ages", das Dunkle Zeitalter, und erfahren mehr darüber, wie aus Dreng`s Ferry, dem kleinen Provinznest im Nirgendwo, über die Jahre das prosperierende Städtchen "Kingsbridge" wird. Gleichzeitig begleiten wir über einen Zeitraum von zehn Jahren Menschen der verschiedensten Gesellschaftsschichten, deren Schicksal untrennbar mit diesem Ort verbunden ist. Allen voran auf Seiten der "Guten" ist Edgar, Sohn eines Bootsbauers, der im Laufe des Romans seine handwerklichen Fertigkeiten immer weiter entwickelt, so dass am Ende ein begnadeter Baumeister aus ihm wird. Einen Verbündeten findet er in Aldred, dem bibliophilen Mönch, der ihm zeitlebens freundschaftlich zugetan ist und ihn bei der Realisierung seiner Projekte unterstützt. Gegen alle Widerstände sind diese beiden schlussendlich dafür verantwortlich, dass sich Kingsbridge zu einer wohlhabenden Handelsstadt und einem spirituellen Zentrum entwickelt, woran die von Edgar gebaute Steinbrücke über den Fluss, die namensgebende "Kingsbridge" einen wesentlichen Anteil hat. Auf Schurkenseite dominiert Bischof Wynstan das Geschehen. Bösartig, korrupt und grausam, besessen von Geld, Macht und Einfluss, ein Mensch ohne Prinzipien und Moral, der in seinem schändlichen Treiben von seinen Brüdern unterstützt wird. Und dann ist da noch Ragna, die normannische Edelfrau, Angetraute von Aldermann Wil, dem Bruder Wynstans, die schon kurz nach der Eheschließung ihre Träume von der romantischen Liebe begraben muss. Zahlreiche Nebenfiguren, deren Schicksale immer wieder Schnittstellen mit den Hauptpersonen aufweisen, runden das Personenkarussell ab. Herrscher und Beherrschte, Adlige und Bauern, Sklaven und Mönche, alle nehmen mehr oder weniger bedeutende Rollen im Fortgang der Handlung und der Entstehung von Kingsbridge ein. Sehr interessant waren die informativen Einschübe des Autors zu dieser Epoche, die mangels vorhandener Exponate den Historikern wenig konkrete Anhaltspunkte liefert und sich eher auf Vermutungen als Beweise stützt. Aber die Erklärungen scheinen einleuchtend, so könnte es tatsächlich gewesen sein. Follett schreibt in eingängiger Sprache und hält den Leser durch die verschiedenen Erzählstränge, die die Handlung vorantreiben, bei der Stange. Aber leider vergibt er die Chancen, die dieses Genre bietet, und bleibt, besonders am Ende, den Klischees der üblichen historischen Schmöker verhaftet, die die Welt in Schwarz und Weiß einteilen. Ein märchenhafter Schluss, bei dem die Schurken ausnahmslos ihre gerechte Strafe erhalten und sich für die "Guten" und Kingsbridge alles zum Besten wendet. Aber dennoch hat mich der Roman gut unterhalten. Ich habe ihn gerne gelesen, was mit Sicherheit der Fähigkeit des Autors geschuldet ist, lebendige Szenarien zu kreieren und Emotionen beim Leser zu wecken.
Etwas enttäuscht
von boglogka2002 - 01.11.2020
Das Geschehen von Kingsbrigde, der Morgen einer neuen Zeit beginnt im Jahr 997. In der Vorgeschichte zu Die Säulen der Erde , geht es wie nicht anders im Mittelalter zu erwarten, um Intrigen, Macht, Hass und Liebe. Edgar wünscht sich eine andere Zukunft, als wie sie für ihn vorbestimmt ist. Mit seiner großen Liebe möchte er aus seinem Heimatort Combe fortgehen, doch dann geschieht etwas Schreckliches. Die Wikinger machen Combe fast dem Erdboden gleich und die Menschen werden zum Teil abgeschlachtet, gebranntschatz und vergewaltigt. Von nun an ist für Edgar, seiner Mutter und seinen Brüdern, nichts mehr wie es einmal war. Sie werden aus Combe fortgeschickt und müssen in Drengs Ferry ein neues Leben beginnen. Es wird eine harte und entbehrungsreiche Zeit, bis sich das Blatt zu wenden beginnt. Ragnar, die nach England kommt um Wilf zu heiraten ergeht es ebenfalls nicht so, wie sie sich ihre Zukunft vorgestellt hat. Ihre Stiefschwiegermutter Gytha und deren beiden Söhne Wynstan und Wigelm werden ihr Leben und Wirken mehr als erschweren. Es geht um Macht und das Erbe, um Aufstieg und Fall. Nur wer am längsten durchhält und wer am strategischsten denkt, dem wird es gelingen die Oberhand zu gewinnen. Doch wer dies sein wird blieb lange im Unklaren. Dann ist da noch Aldred und die Kirche. Auch er, der die Absicht hatte dem Bischof das Handwerk zu legen, erlebt eine bittere Enttäuschung und wird verbannt. Aber, Alfred ist ein Mann mit großer Willensstärke und macht das Beste aus seiner neuen Situation. Er hat sich ein Ziel gesetzt, welches es gilt umzusetzen. Wynstan, der Schrecklichste und Unbarmherzigste von allen, verfolgt nur ein Ziel. Er will Macht und immer mehr Macht. Dafür tut er alles und ein jeder der sich ihm in den Weg stellt muss vernichtet werden. Doch er muss es geschickt anstellen, damit die Spur nicht zu ihm zurück verfolgt werden kann. All diese Personen verbindet etwas, ihre Schicksale sind untrennbar. Meine Meinung Ich bin als Ken Follett Fan natürlich mit einer hohen Erwartung an sein neues Werk gegangen. Der Schreibstil hat sich nicht verändert und reißt einen nach wie vor mit. Die Recherchearbeit, soweit wie sie aus dieser Zeit möglich ist , haben mir gefallen. Natürlich sind die historischen Hintergründe mit viel Fiktion vermischt, was mir ebenfalls gut gefallen hat. So könnte ein kleiner unbedeutender Ort zu Kingsbrigde geworden sein. Was mir nicht gefallen hat, die häufigen Wiederholungen und Andeutungen, wer alles homosexuell ist oder sein könnte. Da hätte eine einmalige Erwähnung in meinen Augen auch gereicht. Die Geschehen der letzten Kapitel gingen mir zu schnell, dass war wie ein Sprint ins Ziel. Die Ereignisse überschlugen sich nur so. Und auch wenn ich ein Happyend mag, war es mir hier ein wenig zu viel des Guten. Das hat Herr Follett schon besser gemacht. Ebenfalls habe ich ein Personenregister und einen Glossar vermisst, aber das kennt man ja auch schon von Ken Follett. Alles in allem ein guter historischer Roman, auch wenn ich schon bedeutend bessere vom Autor gelesen habe.
Hättest du doch geschwiegen
von tomstein - 29.10.2020
Oje, oje. Aus Vorfreude wurde Langeweile. Die Sprache einfach, die Protagonisten austauschbar und vor allem, der Plott absolut voraussehbar. Da gibt es keine überraschende Wendung, keine Dramatik, von Spannung gar nicht zu reden. Alles plätschert so dahin und auch nach 400 Seiten ist die Geschichte noch nicht in Gang gekommen. Wenn ich schon nach wenigen Seite weiß, wer wen am Ende heiraten wird, dann läuft etwas schief. Kraft und saftlos der gute Ken. Schade drum. Wer diese ereignisreiche Zeit der englischen Geschichte mit all ihren Facetten nacherleben will, dem seien die Bücher von Bernard Cornwell empfohlen; ebenso die darauf aufbauende Netflix Serie: das letzte Königreich.
Ein typischer Follett: großartig, historisch perfekt recherchiert, ungemein fess
von Daniela Anders - 28.10.2020
Hier geht es um Macht, um politische Verbindungen/Ehen, um Liebe und um Verrat, um Krieg und Versklavung, um abgrundtiefen Hass, um Klüngelei und um die Gier nach Ruhm, Geld und - vor allem - Macht. Das alles vor dem Hintergrund der damaligen Lebenssituation, die natürlich alles andere als einfach war. Mit den armen Bauern, Fischern und sonstigen Bürgern, die ihre Pacht an den jeweiligen Herren abgeben müssen. Mit einem König, der es nicht schafft, durchzugreifen und die höheren Kirchenmänner und Adligen in ihre Schranken zu weisen. Mit Sklaven, die weniger wert sind als Müll. Mit Hungersnöten auf der einen Seite und Völlerei und Dekadenz auf der anderen. Es macht unheimlich Spaß mitzuerleben, wie aus dem winzigen, runtergekommenen Weiler Drengs Ferry - nicht zuletzt durch den Bau der Brücke - über die Jahre ein aufsteigendes Dörfchen wird, sich immer mehr Leute dort ansiedeln und die Kirche dort wieder das tut, was sie soll (nämlich für die Menschen da sein und nicht, diese zu betrügen und auszunutzen, um die eigenen Taschen voll zu machen). Es passiert so viel in diesem Buch und alles fügt sich am Ende zusammen zu einem perfekten Ganzen. Es ist - wie immer bei Ken Follett - ein absolutes Erlebnis, dieses Buch zu lesen, in diese extrem fesselnde Geschichte einzutauchen und die Zeit um das 9. Und 10. Jahrhundert mitzuerleben. Ich weiß nicht, wie er das macht, aber er schafft es immer, mich nicht nur einfach abzuholen und mitzunehmen, sondern mich mitten rein zu werfen in die Story. Und da "stehe" ich dann und würde am liebsten ins Geschehen eingreifen: Edgar und Ragna warnen und helfen, Wynston und Dreng wegsperren, bevor sie noch mehr Schaden anrichten können und mithelfen beim Bau der Brücke, die dem kleinen Weiler Drengs Ferry letztlich seinen titelgebenden Namen verleiht: Kingsbridge. Die Charaktere - egal ob gut, böse oder neutral - sind wunderbar lebendig beschrieben, sie und ihre Erlebnisse und Schicksale gehen mir direkt unter die Haut und berühren mich sehr. Im positiven wie im negativen Sinne. Ich habe - das kenne ich aber auch schon von "Die Säulen der Erde" - beim Lesen viel vor mich hingemurmelt und geflucht, war entsetzt, erfreut oder wirklich wütend und es fühlte sich an, als wäre ich mit dabei gewesen. Mein Mann hat immer nur noch gelacht, wenn aus meiner Ecke wieder ein: "oh dieser mistige Widerling (Wynston)" kam oder etwas ähnliches. Und: er wusste auch, dass er mich gar nicht ansprechen braucht, während ich lese, da er dann ohnehin keine Antwort bekommt - so vertieft war ich in das Buch. Kingsbridge ist mal wieder ein follett¿sches Meisterwerk. Und auch, wenn er hier sehr viel in Schwarz-Weiß schreibt und die grauen Zwischentöne irgendwie sehr zu kurz kommen (es gibt entweder die Guten oder die Bösen und irgendwie nichts dazwischen) und mir das Ende dann doch ein wenig zu happy ist, finde ich das Buch richtig klasse.
Tolle mittelalterliche Atmosphäre
von Annabell95 - 25.10.2020
Wir schreiben das Jahr 997 n. Chr.. Die Geschichte beginnt mit dem Wikingerüberfall auf die Hafenstadt Combe. Der junge Bootsbauer Edgar sah das nahende Grauen im Morgengrauen als er auf seine Geliebte wartete. Er tat alles um die Bürger noch rechtzeitig zu warnen. Doch es war schon zu spät. Die Sadt ist nach dem Angriff fast völlig zerstört und auch seine Familie bleibt nicht ganz verschont. Der einzige Ausweg: ein verlassender Bauernhof nahe Drengs Ferry, meilenweit weg von Combe. Dorthin zieht er mit seiner Mutter und seinen zwei älteren Brüdern. Während die Familie ums Überleben kämpft, streiten sich andere über die Macht. Darunter der skrupellose Bischof Wynstan und seine Familie, der idealistische Mönch Aldred und Ragna, die Tochter eines normannischen Grafen. Deren aller Geschichten mit einander verwoben sind. Der Morgen einer neuen Zeit ist der 4. Band der Kingsbridge-Romane, spielt zeitlich jedoch noch vor Die Säulen der Erde . Für mich war es der erste Roman dieser Reihe und mir fehlte zu keiner Zeit Vorwissen. Eher im Gegenteil, da es zeitlich noch vor den anderen Bänden spielt ist es viellicht empfehlenswert mit diesem Band zu starten. Die Geschichte konnte mich sofort in ihren Bann ziehen. Es war spannend und packend. Zwischendurch gab es auch mal eine Prise Humor zum Auflockern. Der Schreibstil lässt sich flüssig und angenehm lesen. Die Redensart war der damaligen Zeit gemäß angepasst, wodurch man das mittelalterliche Flair bekommen hat. Durch die sehr bildlichen und detailreichen Beschreibungen konnte ich mir alles sehr bildlich vorstellen und bin während des Lesen in eine dunkle, schmutzige, raue Zeit eingetaucht. Follett hat damit eine tolle mittelalterliche Atmosphäre geschaffen. Durch die unterschiedlichen Perspektiven der einzelnen Hauptcharakteren wurde es nie langweilig. Eher im Gegenteil. Ich habe immer weiterlesen wollen, weil ich wissen wollte wie die Geschichte der einzelnen Charakteren weitergeht. Die Hauptcharaktere waren lebendig gestaltet. Die guten Personen waren sympatisch und die Bösewichte waren mir unsympatisch. So wie es Follett vermutlich gewollt hat. Man begleitet die Charaktere ein Stück ihres Lebenswegs mit und schließ sie ins Herz und fiebert mit. Mein Fazit: Liebe, Hass, Macht, Elend und schmutzige Intrigen hier bekommt der Leser alles aus der dunklen Zeit Englands zu bieten. Ich war begeistert von dem Buch. Ein dicker Wälzer, der eine klare Leseempfehlung von mir bekommt.
ein sehr spannendes Prequel
von moehawk - 25.10.2020
Ken Follett kehrt zurück zu den Anfängen seiner Histo-Reihe um die Kathedrale in Kingsbridge. In seinem gleichnamigen Prequel lässt er die die Zeit um 1000 nach Christus in Britannien wiederaufleben Ein englischer Alderman gewinnt das Herz einer normannischen jungen Edelfrau, holt sie nach England und heiratet sie. Ragna ist eine starke und kluge Heldin in einem Epos voller Liebe, Hass und Gewalt. Schnell schließt man sie ins Herz. Mit Edgar besetzt Follett seine männliche Hauptrolle wieder mit einem jungen Mann aus dem Volk, dem der Baumeister im Blut steckt und der sich mit Edelmut, Treue und technischem Geschick nach oben arbeitet. Ihn verschlägt es an einen kleinen Ort, der später zu dem großen Kingsbridge werden soll, welches wir schon aus anderen Romanen lieben gelernt haben. Follett schreibt süffig und nah dran an seinen Charakteren. Seine Stärke liegt nicht unbedingt in den Grautöne seiner Figuren, als vielmehr der Freude daran, richtige Helden und Heldinnen und fürchterliche Bösewichte zu erschaffen. Und da ist er wirklich große Klasse, denn die Feinde von Ragna und Edgar sind erschreckend, mörderisch, grausam und es scheint sehr lange, als wäre kein Kraut gegen sie gewachsen. In seinem kurzen Nachwort erwähnt der Autor, dass die Zeit auch als die Dunkle bekannt wurde, auch, weil man wenig davon weiß. Es fehlen ausreichend schriftliche Belege oder bauliche Zeugnisse aus dieser Zeit und Follett hat sich wohl einige Freiheiten genommen für seine Geschichte. Nichts desto trotz nimmt das Buch den Leser schnell gefangen. Ich kann nicht abschätzen, wie viel der Wahrheit entspricht und wie viel der Autor sich zurecht erzählt hat, aber ich hatte das Gefühl, genau so könnte es damals gewesen sein. Das Leben der einfachen Menschen ebenso wie dass der Könige und ihrer Aldermänner. Es war spannend zu erfahren, wie damals gelebt und geliebt wurde, wie Recht gesprochen wurde, wie es den Frauen erging und wie den zahlreichen Sklaven, die ein hartes Schicksal zu tragen hatten. Mit Kringsbridge hat er mich wunderbar unterhalten und den heftigen Wunsch geweckt, im Anschluss gleich wieder mal die "Säulen der Erde" zu lesen, einfach, um noch ein wenig länger dort zu verweilen, wo nun tatsächlich eine große Kathedrale gebaut wird.
Ein würdiges Prequel
von wanderer.of.words - 03.10.2020
Seit Ankündigung habe ich darauf gewartet und war sehr gespannt auf den neuen Roman von Ken Follett der gleichzeitig die Vorgeschichte zum »Die Säulen der Erde«-Epos darstellt. Für mich war es sehr spannend ein Buch über diese sehr frühe Zeit Englands zu lesen. Mein Gebiet ist sonst das spätere Mittelalter und so konnte ich hier viel Neues lernen. Follett beschreibt detailliert, aber nie langweilig, das damalige Leben, Handwerk und Rechtsprechung. Wobei natürlich auch einige Fakten seiner Fantasie entspringen, was aber einfach daran liegt, das aus dem Zeitalter vergleichsweise wenige Informationen vorliegen. Doch seine Details erscheinen stets plausibel und so vermischt er sehr gekonnt seine umfangreiche Recherche mit fundierter Fiktion. Schade finde ich allerdings, dass das Buch mit nur 10 Jahren eine sehr kurze Zeitspanne behandelt. Ich hätte mir erhofft, dass er noch William den Eroberer berücksichtigt, der ja immerhin ein wichtiger Meilenstein der englischen Geschichte war, doch Follett lässt sein Buch noch vor der Landung des Normannen enden. Wie wir es von Ken Follett kennen erzählt er in seinem Buch mehrere ineinander verwobene Geschichten. Da ist zum einen Bootsbauer Edgar, der mit der Zeit auch ein großes Talent für den Bau von Gebäuden entwickelt. Neben ihm spielt die Adlige Ragna eine Rolle, geboren und aufgewachsen in der Normandie verschlägt es sie nach England. Und dann sind da noch drei mächtige und undurchsichtige Brüder, die um Reichtum und Macht kämpfen. Diese Handlungsfäden verwebt Ken Follett zu einer fesselnden Story. Natürlich bedient er sich dabei auch einiger Klischees und wer bereits in der Vergangenheit seine Bücher gelesen hat wird ein gewisses Muster bei seinen Charakteren entdecken, dennoch hat mich das an keiner Stelle gestört. Bei Bootsbauer Edgar hätte ich mir allerdings etwas mehr Tiefe gewünscht, von den Charakteren ist er der eindimensionalste, was ihn etwas langweilig erscheinen lässt. Auf den letzten 200 Seiten wirken zudem manche Dialoge etwas platt, zum Glück aber nur sehr vereinzelt, sodass es nicht weiter ins Gewicht fällt. Die Entwicklung des unbedeutenden Weilers zur Stadt King¿s Bridge ist hingegen sehr gut dargestellt. Es macht großen Spaß, immer wieder parallelen zu den nachfolgenden Romanen zu entdecken. ¿ ¿¿¿¿¿¿¿¿¿¿ Bereits nach wenigen Seiten ist man von der Geschichte gefangen und muss einfach weiterlesen um zu wissen welche Geschehnisse, Intrigen oder Freuden auf den nächsten Seiten warten. Ken Follett Fans werden an dem Buch ohnehin nicht vorbeigehen können, aber auch allen anderen geschichtsinteressierten Lesern ist »Kingsbridge« sehr zu empfehlen. Da es sich um die Vorgeschichte handelt ist eine Kenntnis der bereits erschienenen Bücher nicht notwendig, um in die Reihe einzusteigen kann man sehr gut mit »Kingsbridge« beginnen.
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