Lied der Weite

Roman. Originaltitel: Plainsong.
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Victoria, siebzehn und schwanger, wird von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt. Da überredet ihre Lehrerin Maggie die Brüder McPheron, zwei alte Viehzüchter, das Mädchen bei sich aufzunehmen. Ein erst widerwilliger Akt der Güte, der das Leben von sieben … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Lied der Weite
Autor/en: Kent Haruf

ISBN: 3257070179
EAN: 9783257070170
Roman.
Originaltitel: Plainsong.
Übersetzt von Rudolf Hermstein
Diogenes Verlag AG

12. Januar 2018 - gebunden - 379 Seiten

Beschreibung

Victoria, siebzehn und schwanger, wird von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt. Da überredet ihre Lehrerin Maggie die Brüder McPheron, zwei alte Viehzüchter, das Mädchen bei sich aufzunehmen. Ein erst widerwilliger Akt der Güte, der das Leben von sieben Menschen in der Kleinstadt Holt in Colorado umkrempelt und verwandelt. Vom Autor des Bestsellers 'Unsere Seelen bei Nacht'.

Portrait

Kent Haruf (1943-2014) war ein amerikanischer Schriftsteller. Alle seine sechs Romane spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado. Er wurde unter anderem mit dem Whiting Foundation Writers' Award, dem Wallace Stegner Award und dem Mountains & Plains Booksellers Award (für >Lied der Weite<) ausgezeichnet. >Unsere Seelen bei Nacht< ist sein letzter Roman, den er kurz vor seinem Tod beendete.

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von Kent Haruf
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Empfehlungen Ihres Buchhändlers
Ihrem Buchhändler
von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung Hannover Bahnhofstraße - 22.10.2018
Eine ruhig erzählte Geschichte, die mit wenigen Worten - wie mit leichtem Pinselstrich hingetüftelt - Charaktere, Landschaften, Gefühle lebendig werden lässt. Melancholisch, liebevoll - und die Brüder McPheron werde ich so schnell nicht vergessen ...
Ihrem Buchhändler
von Ihrem Buchhändler - Hugendubel Buchhandlung Potsdam Stern-Center - 22.10.2018
Die Weite Colorados breitet sich in diesem Roman auch über die Sprache aus. Unter dem endlosen Himmel begegnen die unterschiedlichen Charaktere den Ereignissen, die da kommen, auf ihre ganz eigene Weise. Eine wunderbar dichte Atmosphäre.
A.G.
von A.G. - Hugendubel Buchhandlung Stralsund Ossenreyerstr. - 24.05.2018
Mit viel Verständnis und Geduld erzählt K. Haruf von anz normal komplizierten Menschen. Er zeigt uns, dass Liebe auch von außen kommen kann und nicht nur aus der Familie.
Bewertungen unserer Kunden
Reise nach Holt - Teil 3
von Kaffeeelse - 05.07.2020
Meinen ersten Haruf habe ich hier gelesen und dieses Buch hat mir sehr gefallen und ich kann jetzt sehr gut verstehen, warum er seine Fans hat. Mir geht es nicht anders! In einer absolut unaufgeregten Weise beschreibt Kent Haruf das Leben einiger Bewohner der fiktiven Kleinstadt Holt im Bundesstaat Colorado in den High Plains der USA. Dabei zeichnet dieser Autor seine Charaktere in einer empathischen und liebevollen Weise, beim Lesen wachsen diese einem ans Herz. In kurzen Kapiteln, die mit den Namen der Hauptpersonen seines Romans überschrieben wurden, beschreibt Kent Haruf herzerwärmend seine Protagonisten. Und wen haben wir alles in diesem Roman? Als erstes gibt es die 17-jährige Victoria Roubideaux, von einer Sommerliebe schwanger, möchte sie das Kind behalten. Das missfällt ihrer Mutter und diese wirft Victoria schließlich aus dem Haus. Auf der Suche nach Hilfe kontaktiert Victoria ihre Lehrerin, Maggie Jones. Maggie hilft und bringt Victoria bei den eigenbrötlerischen und verschrobenen McPheron-Brüdern unter. Diese wohnen etwas abseits von Holt auf einer Farm und kümmern sich rührend um Victoria, Krusten brechen auf/Mauern reißen ein. Tom Guthrie, ein Kollege von Maggie, versorgt seine Söhne Ike und Bobby allein, denn seine Frau Ella hat gerade eine Krise. Ella wirkt depressiv, fühlt sich in ihrer momentanen Situation gefangen, möchte ausbrechen. Alle Charaktere werden von Kent Haruf nicht wertend beschrieben. Der Leser kann sich ein eigenes Urteil bilden. Besonders die McPheron-Brüder haben es mir hier angetan. Und die Schreibe Harufs versetzt mich als Leserin neben die im Buch dargestellten Szenen und ich wurde zu einer Beobachterin kleinstädtischen Lebens in den High Plains. Gerade jetzt in dieser reisearmen Zeit ist ein Haruf genau die richtige Wahl und ich kehre erfrischt in mein Leben zurück. Und ich vermute es wird nicht mein letzter Haruf gewesen sein. Love it! Im Titel meiner Rezension verwende ich die Bezeichnung 3. Teil, Lied der Weite ist das dritte Buch in der Reihenfolge amerikanischen Erscheinens. Insgesamt hat Kent Haruf sechs Bücher herausgebracht und alle sechs Bücher führen die Leser und auch mich nach Holt.
Lied der Weite
von Bibliomarie - 02.05.2018
In Kent Harufs Roman "Lied der Weite" ist die Kleinstadt Holt in Colorado Mittelpunkt und Hauptperson gleichzeitig. Die Geschichte spielt in einer ungenannten Zeit, auf Grund der Beschreibung von Technik würde ich die frühen 60iger Jahre annehmen. Es sind wenige Figuren die dieses Buch prägen, in einzelnen den einzelnen Kapiteln werden sie jeweils in den Vordergrund gestellt um dann zum Ende doch zu einem Ganzen zu werden. Da ist die 17jährige Victoria, die ungewollt schwanger wurde und von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt wird. Sie vertraut sich ihrer Lehrerin Maggie Jones an. Die bringt Victoria bei zwei alten Farmerbrüdern, den MacPhersons unter, die unbeeindruckt vom Lauf der Jahre ihr Land bestellen. Sie sind ein wenig eigenbrötlerisch und kauzig, aber von einer anrührenden Menschlichkeit. Dann gibt es noch Tom Guthrie, Lehrerkollege von Maggie, der mit seinen zwei Söhnen allein lebt. Seine Frau litt schon sehr lange unter Depressionen und hat die Familie verlassen um bei ihrer Schwester zu leben. Tom hilft ab und zu auf der Farm der MacPherson, dort halten sich auch seine zwei Söhne gerne auf. In der Schule hat Tom ziemlich Probleme, denn einer seiner Schüler, der verwöhnte Sohn der Beckmans, spielt gedeckt von seinen einflussreichen Eltern und einer konfliktscheuen Schulleitung übel auf. Mit Maggie verbindet ihn wohl mehr, als nur der gemeinsame Arbeitgeber. Sicher sind die MacPhersons die Personen, die mir am stärksten im Gedächtnis bleiben werden. Unbeirrt, gütig und wortkarg nehmen sie sich des jungen Mädchens an und verändern sich zu ihrer eigenen Überraschung zu einer Art liebevoller Ersatzonkels für Victoria, der Wohl ihnen bald sehr wichtig wird. Es gibt keine großen Spannungsbögen in diesem Buch, die Stadt und ihre Menschen mit allen ihren zwischenmenschlichen Problemen werden wie in einer Chronik erzählt. Sehr ruhig, sehr zurückgenommen und immer sehr einfühlsam. Wenn es auf den ersten Blick auch wie eine schlichte Erzählung wirkt, steckt doch so viel Weisheit und Menschenliebe in den Zeilen, dass es mir noch lange im Gedächtnis blieb. Vielleicht hat mich das Buch deshalb so beeindruckt, weil es wie aus der Zeit gefallen scheint und doch zeitlos aktuell ist. Kent Haruf ist leider schon verstorben, sein Werk deshalb auch überschaubar, aber nicht zu übersehen.
Ein Buch der leisen Töne
von Nela - 09.04.2018
Die 17-jährige Victoria wird ungewollt schwanger. Nachdem sie von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt wird, kommt sie vorübergehend bei ihrer Lehrerin Maggie Jones unter. Diese kann die schon älteren und alleine lebenden McPheron Brüder überzeugen, Victoria bei sich aufzunehmen. Tom Guthrie ist ebenfalls Lehrer an der Schule und muss sich zudem alleine um seine beiden Söhne Bobby und Ike kümmern, da deren Mutter depressiv ist und die Familie vernachlässigt bzw. verlässt. Kent Haruf überzeugt bei diesem Buch wie auch schon bei "Unsere Seelen bei Nacht" wieder mit seinem unaufgeregten und warmherzigen Erzählstil. Er nimmt sich Zeit, die Charaktere zu beschreiben, wodurch man den Figuren als Leser sehr nahe kommt. So erlebt man zum Beispiel unmittelbar die Wandlung der eigentbrötlerischen Viehzüchter, die ihre fürsorgliche und nahbare Seite entdecken. Die Handlung ist unspektakulär, was jedoch den Charme des Buches ausmacht. Es macht Spaß, einen Einblick in das Leben einzelner Personen in der amerikanischen Kleinstadt Holt zu bekommen. Ich werde noch weitere Bücher des Autors lesen.
Melancholisch und poetisch
von amena25 - 05.04.2018
Als die siebzehnjährige, schwangere Victoria Roubideaux von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt wird, nimmt sie ihre Lehrerin Maggie Jones zunächst bei sich auf. Doch Maggie hat auch ihren demenzkranken Vater zu pflegen, und so überredet sie die beiden alten Brüder McPheron, Victoria auf ihrer Farm aufzunehmen. Für die beiden über Siebzigjährigen eine echte Herausforderung, haben sie doch immer nur zusammen, ohne Frau im Haushalt gelebt und kennen sich auch besser mit Vieh als mit Menschen aus. Der leider 2014 verstorbene Autor Kent Haruf erzählt geradlinig, unprätentiös, fast schon sachlich. Doch hinter dem scheinbar einfachen Erzählstil offenbart sich eine ganz eigene Poesie. Die Menschen in Kent Harufs Roman wirken oft einsam, melancholisch. Dennoch funkeln immer wieder hoffnungsfrohe und komische Momente auf. Herzzerreißend, gerade durch die nüchterne Sachlichkeit, wirkt z.B. der Moment, als Victoria nach der Schule nach Hause kommt und ihre Mutter ihr einfach die Tür nicht mehr öffnet. Großartig dagegen der Moment, als die Brüder McPheron mit dem schwangeren Mädchen über Getreide und Schweinebäuche sprechen, nur um Konversation zu betreiben und ihr - auf ihre Art - Geborgenheit zu vermitteln. Tom Guthrie, Lehrerkollege von Maggie Jones, lebt allein mit seinen zwei Söhnen, nachdem die schwer depressive Mutter die Familie verlassen hat. Ergreifend wird in kleinen Szenen geschildert, wie die beiden neun- und zehnjährigen Jungen mit diesem Verlassenwerden umgehen. Während Maggie Jones und Tom Guthrie sich näher kommen, lernt Victoria behutsam, ihren eigenen Weg zu gehen. Die kurzen, episodenhaften Kapitel, die jeweils andere Figuren ins Zentrum rücken, wirken wie Ausschnitte aus einem Mosaik, das erst nach und nach zu einem bedeutsamen Ganzen zusammenwächst. Ein stiller, oft traurig-melancholischer Roman, der bewegend und poetisch von Menschlichkeit, Güte, Freundschaft und Liebe erzählt.
Unaufgeregter Kleinstadtroman
von KrimiElse - 02.04.2018
Seine sechs Romane hat der amerikanische Autor Kent Haruf in einer fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado spielen lassen. Wenn man sich die Bilder des Journalisten Max Liu anschaut, die er 2014 bei einem Interview mit dem amerikanischer Autor aufnahm und die die Gegend von Colorado zeigen, in der Holt angesiedelt sein könnte, erblickt man karges, braunes, trockenes, baumloses und flaches langweiliges Land mit ein paar spärlichen Farmerhäusern und schnurgeraden Wegen und Straßen. Kein Ort, an den ich auch nur einen Gedanken verschwenden würde, geschweige denn mich wohlfühlen könnte. Dennoch wuchs mir der Ort Holt und die darin lebenden Personen beim Lesen des preisgekrönten Romans "Lied der Weite" so sehr ans Herz, dass ich traurig war zu gehen und sehnsüchtig auf weitere Veröffentlichungen von Kent Haruf in deutscher Übersetzung hoffe. Die 17jährige Victoria wird von ihrer Mutter hinausgeworfen nachdem sie schwanger von ihrer Sommerliebe Dwayne geworden war. Sie möchte das Kind austragen, auch wenn sie keine Ahnung hat, wo der Vater des Kindes lebt, den sie eigentlich kaum kennt. Ihre Lehrerin Maggie schickt sie zu den Brüdern McPheron, zwei alten Viehzüchtern, die seit Jahrzehnten allein auf ihrer abgelegenen Farm leben. Nachdem die beiden anfangs etwas widerwillig Victoria bei sich aufnehmen, entwickelt sich bei Raymond und Harold etwas schwerfällig und sehr unbeholfen eine tiefe Zuneigung zu dem schüchternen und stillen jungen Mädchen. Sie haben keinerlei Erfahrung mit jungen Frauen, sind aber auf absolut rührende und beim Lesen oft witzige Weise bemüht, alles richtig zu machen, um das Mädchen nicht zu verschrecken und zu vertreiben und ihr ein Heim zu bieten. Tom Guthrie, ebenfalls Lehrer an der Highschool von Holt, kämpft nach einer zerbrochenen Ehe gemeinsam mit seinen beiden Söhnen Ike und Bobby gegen die Einsamkeit. Die beiden Jungen haben einen einfachen und festen Tagesrhythmus mit Zeitung Austragen, Schule und Arbeit am Nachmittag, der vom Auszug der Mutter durcheinander gebracht wird. Kindlich und eng aneinander gebunden finden sich die Jungen in ihr Schicksal, versuchen Auswege aus der Langeweile während der Ferien zu finden und bemühen sich bei Besuchen um ihre depressive Mutter. Tom Guthrie sucht und findet neue Liebe auf die typisch kleinstädtische Art unter Beobachtung aller Augen. Es ist kein schönes oder angenehmes Leben in der langweiligen Prärie von Colorado, das der Roman beschreibt, sondern das harte Erarbeiten von Lebensmut in karger und abweisender Umgebung. Im Gegensatz dazu beschreibt Kent Haruf seine Figuren voller warmer Melancholie und Aufrichtigkeit, lässt sie ohne große Abschweifungen ihren Alltagsgeschäften nachgehen. Man spürt jedoch in jedem Satz, wie sehr die Menschen aufeinander aufpassen und füreinander da sind, auch wenn dies erst auf den zweiten Blick deutlich wird und manch einer einen Schubs aus seiner Einsamkeit und Eingefahrenheit heraus braucht. Es wird im Laufe der Geschichte sehr deutlich, dass nicht nur Blutsverandschaft Familie und Geborgenheit ausmacht, sondern dass sich Zusammengehörigkeit manchmal erst ergeben muss und man sich seine Familie selbst sucht. Mit großer Selbstverständlichkeit und knapper, fast spröder Sprache wird die Geschichte aufgerollt. Obwohl wenig Spannung in die Geschehnisse gebracht wird nimmt das Buch sehr gefangen und wenn man sich einmal auf die Kleinstadt Holt und die manchmal fast ruppigen Figuren eingelassen hat, lässt es den Leser nicht mehr los. Mich hat diese Art des Erzählens in all ihrer Gelassenheit und Unaufgeregtheit sehr fasziniert, ich habe beim Lesen die Kraft und den Sog deutlich gespürt, den die Geschichte entwickelt und habe am Ende das Buches sehr ungern zugeklappt. Für mich ist der preisgekrönte Roman "Lied der Weite" ein sehr beeindruckendes und nachhaltig wirkendes Stück Literatur eines großen Schriftstellers, den man als Liebhaber tiefgründiger Romane gelesen haben sollte.
Einfühlsam
von Keks - 30.03.2018
Kent Haruf ist bekannt für seine Darstellungen ungewöhnlicher Beziehungen zwischen verschiedenen Personen sowie für seine feinfühligen Einblicke in die menschlichen Handlungsweisen. In seinem neu übersetzten Roman "Lied der Weite" steht gleich eine ganze Gruppe von Personen in Zentrum des Geschehens: die schwangere Schülerin Viktoria, die Lehrerin Maggi, der Lehrer Tom Guthrie, dessen Söhne Ike und Bobby, sowie die beiden alten Farmerbrüder McPheron. Alle haben mit ihren ganz individuellen Schwierigkeiten zu kämpfen. Viktoria wurde von ihrer Mutter aufgrund der Schwangerschaft vor die Tür gesetzt und auch der Vater des Kindes ist ihr nicht unbedingt wohlgesonnen. Maggi kümmert sich um ihren dementen Vater. Tom Guthrie lebt in Trennung von seiner depressiven Frau, was auch seine Kinder Ike und Bobby sehr belastet. Zusätzlich muss Guthrie sich mit einem aufmüpfigen Schüler herumschlagen, der letzten Endes auch seine Söhne misshandelt. Und auch die McPheron Brüder haben in ihrer Vergangenheit so einiges Leid erlebt als ihre Eltern bereits in jungen Jahren verstarben. Seit dem leben sie zurückgezogen und allein mit ihren Kühen auf ihrer abgelegenen Farm. Doch die festgefahrenen Konstellationen werden durchbrochen. Viktoria zieht auf die Farm der McPheron Brüder. Maggi und Tom entdecken ihre Zuneigung zueinander. Und die Kinder Ike und Bobby finden durch die Unterstützung ihres Vaters sowie durch eine Begegnung mit den McPherons ebenfalls ihren Weg. Alles wendet sich zum Guten, neue ungeahnte Wege eröffnen sich. Kent Haruf erzählt in seinem Roman von den Widrigkeiten des Lebens das jeden auf die eine oder andere Weise trifft. Doch die Personen des Romans haben ihre ganz eigenen Strategien damit umzugehen. Sie geben Hoffnungen und machen Mut etwas Neues zu wagen und sich frei von den Meinungen andere zu machen, seinen eigenen Weg zu finden. Ein einfühlsames und berührendes Buch.
Amerikanisches Kleinstadtleben
von honigkeks - 24.03.2018
Eine Geschichte, in die man herein finden muss. Aber wenn man erstmal alle Charaktere kennengelernt und sich auch mit der Erzählweise angefreundet hat, ist es ein wunderbares Buch. Sehr unaufgeregt lässt der Erzähler in die Schicksale einzelner Bewohner eines Orts in Colorado blicken. Gerade die fast schon nüchterne Erzählweise macht die Feinheit dieses Romanes aus. Es gibt hier nicht den einen Helden, es hat vielmehr alle Facetten des echten Lebens. Der Handlungsstrang, in dem sich alle Protagonisten treffen, ist die 17-jährige Victoria, die von ihrer Mutter wegen ihrer Schwangerschaft vor die Tür gesetzt wird. Von dort aus bekommt der Leser Einblicke in die Schule dort, Ihre Lehrer, dem Farmerleben und anderen Familienschicksale - während im Hintergrund immer das Lied der Weite stimmungsmäßig seinem Namen alle Ehre macht. Ein wirklich toller Roman, der Lust auf mehr von diesem Autor macht.
Sensibel, einfühlsam und sehr lesenswert!
von leseratte54 - 14.03.2018
Das Lied der Weite von Kent Haruf ist ein sensibler Roman über eine Handvoll Menschen in der Kleinstadt Hold in Colorado, USA. Es geht um Guthrie, alleinerziehender Vater zweier Söhne und Lehrer einer Schule mit mindestens einem schwierigen Schüler. Es geht um die Söhne Ike und Bobby, irgendwie auf sich allein gestellt müssen sie sich in ihrem Umfeld behaupten und beobachten Victoria. Es geht um Victoria, werdende junge Mutter auf der Suche nach einem beständigen Zuhause, dass sie bei den Mc Pherons Brüdern nach und nach findet. Es geht um die Mc Pherons Brüder, die ohne Frauen nun im hohen Alter ihre Farm verwalten. Das Buch ist aus der Erzählperspektive geschrieben und stellt einfühlsam die mitunter schwierigen Leben der einzelnen Charaktere dar, ohne zu dramatisieren. Es benötigt keinen Spannungsaufbau um weiterzulesen. Vielmehr fühlt man sich in die Personen ein und lebt ein Stück weit mit ihnen mit. Aus meiner Sicht hat sich gelohnt, jede einzelne Zeile zu lesen und ich kann nur jedem empfehlen einfach mal dieses Buch zu lesen, welches man zunächst nicht konkretisieren kann und man es doch schon nach den ersten Seiten mag.
tolles Leseerlebnis
von bblubber - 02.03.2018
"Das Lied der Weite" heißt das neue Buch von Kent Haruf. Was mir daran gefallen hat? Das Cover passt gut zum Setting. Irgendwo in der Mitte der Vereinigten Staaten. Pferde und Rinder sind Bestandteil des Lebens dieser Menschen. Und die Weite der Felder. Die Protagonisten der Geschichte sind sympathisch. Mit großem Interesse verfolgt man die Geschehnisse. Dabei ist für jede Generation etwas dabei. Es gibt das junge Mädchen, welches ungewollt schwanger wird und - nachdem sie keine Unterstützung von der eigenen Mutter bekommt - bei einer Lehrerin Hilfe sucht. Es gibt den Vater, der sich alleine um seine Söhne kümmern muss, da die Mutter die Familie wegen psychischer Probleme verlässt. Es gibt zwei Farmer, die schon gut über 70 noch immer ihre Ranch alleine bewirtschaften und eigentlich ganz zufrieden mit ihrem einsamen unspektakulären Leben sind, bis sie einwilligen, dem Mädchen und dem Baby Unterkunft in ihrem Haus zu geben. Nach und nach werden all diese Geschichten miteinander verwoben. Dies geschieht ganz leise und unauffällig. Ohne viel Worte. Erfrischend sind die Dialoge. Hier zeigt sich, wie gut Haruf seine Charaktere beschreiben kann. Das bringt zum Lachen, aber berührt auch. Am Ende bleibt manches ungesagt und dennoch ist man zufrieden und hofft, dass sich alles weiter zum Positiven entwickelt. Was mir nicht so gefällt? Das Buch ist vom Diogenesverlag und gewohnt hochwertig aber auch ziemlich dünn. Dafür ist es wirklich sehr teuer. Dafür gibt es natürlich keinen Stern Abzug aber ich denke, so manchen könnte der Preis abschrecken, was schade ist, denn es ist ein echtes Leseerlebnis.
Fasziniert mit ruhigem Schreibstil
von Bambisusuu - 26.02.2018
Der verstorbene amerikanische Autor Kent Haruf hat den berührenden Roman Lied der Weite geschrieben, welcher im Diogenes Verlag erschienen ist. Umhüllt von Leinenband beinhaltet die Geschichte 384 Seiten. Mit 17 Jahren wird Victoria vor die Tür gesetzt. Sie ist schwanger, verlassen worden von ihrem Freund und seither einsam. Ihrer Lehrerin Maggie bietet ihr eine Bleibe bei den Brüdern McPheron, zwei Viehzüchter. Das Leben von sieben Menschen wird in der Kleinstadt Holt in Colorado komplett auf den Kopf gestellt. Nach dem Bestseller Unsere Seelen bei Nacht von Kent Haruf ist auch dieser Roman neu aufgelegt worden. Der unverkennbare, ruhige Schreibstil ist in der Handlung erhalten geblieben. Anders als bei klassischen Belletristik-Büchern gelingt es Kent Haruf Spannung aufzubauen ohne viel Schnickschnack. Die fiktive Kleinstadt Holt in Colorado bildet den Mittelpunkt seiner Geschichte. Eine einfache und ruhige Stadt, die aber den Alltag von sieben Menschen umkrempelt und vielfältiger nicht sein könnte. Bei dem Schreibstil fällt dabei die Eintönigkeit auf. Die wörtliche Rede wird ohne Anführungszeichen geführt und verschwimmt mit der Erzählung. Das wollige Gefühl wird dadurch nicht gestört. Bei sieben Charakteren ist die Tiefgründigkeit auf 384 Seiten keine Leichtigkeit, was aber Kent Haruf mit Bravur meistert. Victoria erfährt zu Beginn in ihren jungen Jahren starke Schicksalsschläge. Die Ablehnung der Mutter, kein Dach über dem Kopf und dann ein neues Leben schaffen. Die Brüder McPheron sind nachvollziehbar skeptisch und wissen nicht, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollen. Der Zwiespalt und die Emotionen werden schlicht verpackt, treffen aber direkt und sind mitreißend. Mitfühlend erlebt man das Zusammenleben. Tiefgang entsteht ebenfalls durch den Wechsel der Protagonisten. Die Gefühle von Victoria und Einblicke in das Leben ihrer Lehrerin werden offen gelegt. Gleichzeitig kämpfen Tom Guthrie und seine Söhne Ike und Bobby Guthrie für ein normales und bodenständiges Leben. Die Charaktere werden hierbei liebenswert beschrieben. Schicksale, Sorgen, Ängste und andererseits Freude, Liebe und Zuneigung, die die Mitbewohner der Kleinstadt Holt widerfahren. Als Leser liest man die Zeilen und hat das Gefühl, als wäre man vor Ort. Sieben Menschen und dessen Erlebnisse werden mit Tiefgründigkeit emotional beschrieben. Ein faszinierender Roman mit typischem Schreibstil des Autors Kent Haruf!
Lied der Weite
von nellsche - 26.02.2018
In der beschaulichen Kleinstadt Holt in Colorado lebt die siebzehnjährige Victoria zusammen mit ihrer Mutter. Als das Mädchen schwanger wird, setzt ihre Mutter sie einfach vor die Tür. Die Lehrerin Maggie kümmert sich um Victoria und überredet die beiden alten Viehzüchter Raymond und Harold McPheron, dass sie das Mädchen bei sich aufnehmen. Ein erst widerwilliger Akt der Güte, der das Leben von sieben Menschen in der Kleinstadt umkrempelt und verwandelt. Dies ist ein Buch, das mich nach der ersten Eingewöhnung verzaubert hat. Der Einstieg gelang mir nicht ganz so gut, weil die Anführungszeichen fehlen und ich den Dialogen zuerst nicht richtig folgen konnte. Daran musste ich mich gewöhnen, was mir recht zügig gelang, so dass ich danach komplett in die Geschichte eintauchen konnte. Die einzelnen Kapitel tragen als Überschriften die Namen der Personen, von denen der Abschnitt handelt. Dadurch hatte ich keinerlei Probleme mich zurechtzufinden. Die Protagonisten sind mir alle ans Herz gewachsen. Ich empfand auch keinen als Hauptprotagonisten, sondern jeder von ihnen hatte seinen gleichrangigen Platz in dieser Geschichte. Besonders liebgewonnen habe ich allerdings die beiden McPherons, die einfach herzensgut und fürsorglich waren, obwohl sie eher eigenbrötlerisch und ungewohnt im Umgang mit einer jungen Frau waren. Aber genau das, sowie ihre Entwicklung, fand ich einfach schön. Der Autor erzählt die Geschichte dieser Menschen aus einer, wie ich finde, zuschauenden und neutralen Perspektive. Die Erzählungen sind dabei sehr ruhig, warmherzig und tiefgehend und ich fühlte mich wohl während des Lesens. In die Gefühle und Gedanken erhält man als Leser wenig Einblicke. Auch Hintergründe werden wenig bis kaum erzählt. Doch das brauchte es hier auch nicht. Der Leser bekommt einfach viel Raum für seine eigenen Gedanken. Ich konnte sehr gut die Rolle des Beobachters einnehmen, das Geschehen verfolgen und die Personen verstehen. Ich hätte noch viel länger weiterlesen können. Dies war mein erstes Buch von Kent Haruf. Da ich es als besonders empfand, möchte ich seine anderen Bücher ebenfalls lesen. Ich kann dieses Buch absolut empfehlen und vergebe 4 von 5 Sternen.
Sehr vielseitig
von Schwarz - 14.02.2018
Cover Das Cover-Bild finde ich passend zum Inhalt gewählt! Ein einsames Haus fern von allen anderen. Ganz allein. Also genau wie das Haus der Brüder, bei denen das junge Mädchen unterkommt. Inhalt und eigene Meinung Besonders gut gefällt mir die Ausleuchtung der verschiedenen Geschichten und Charaktere. Angefangen mit den beiden kleinen Jungs, die Ihre ersten Erfahrungen mit dem Tod und Sex machen, über Ihren Vater, der Lehrer ist und sich über einen Schüler ärgert. Die verschiedenen Geschichten sind um die Geschichte eines jungen Mädchens gebaut, die ungewollt Schwanger wird und von Ihren Eltern rausgeworfen wird. Ihre Lehrerin bietet Ihr Hilfe an, kann selbst aber nicht viel bewirken, so zieht das Mädchen schließlich raus aus der Stadt zu zwei älteren Herren. Besonders gut an den Konstellationen gefällt mir, dass sie doch alle verzweigt sind und die Wege der verschiedenen Personen immer auf die eine oder andere Weise kreuzen. Haruf ist definitiv einer meiner neuen Lieblingsautoren. Sein Schreibstil gefällt mir sehr gut.
Einzigartig! Eine Geschichte, die sich heimlich in dein Herz schleicht!
von Gina1627 - 12.02.2018
"Lied der Weite" ist das Auftaktbuch einer Trilogie von Kent Haruf und erzählt über das Leben im kleinen Städtchen Holt in Colorado. Hier bricht gerade für die 17 jährige Victoria eine Welt zusammen als sie erfährt, dass sie schwanger ist und von ihrer eigenen Mutter aus dem Haus gejagt wird. Unerwartete Hilfe kommt von ihrer Lehrerin Maggie, die Ihr jedoch nur einen befristeten Unterschlupf anbieten kann, da sie selber noch ihren pflegebedürftigen Vater bei sich beherbergt. Verwegen kommt sie auf die Idee, Victoria auf der Farm der zwei alleinstehenden älteren Mc Pheron Brüder unterzubringen. Mit Maggies Überzeugungskraft lassen sie sich überreden und nehmen das junge Mädchen bei sich auf. Für einige Menschen öffnet das einen ganz anderen Blickwinkel in ihrem Leben und bietet ihnen neue Möglichkeiten. Mit "Lied der Weite" hat Kent Haruf einen wunderschönen Roman über das Miteinander in einer Kleinstadt in Colorado erschaffen, der ein literarisches Kleinod ist. Der Schreibstil ist einzigartig. Mit seiner ruhigen, bildhaften und authentischen Erzählweise macht der Autor das Buch zu einem besonderen Leseerlebnis. Er schreibt ehrlich, sachlich, detailgenau und mit einer unglaublichen Beobachtungsgabe von Mensch und Natur. Seine Charaktere strahlen wenig Emotionen aus, aber irgendwie schafft er es unvergleichlich, dass sie einen in den Bann ziehen. Er animiert den Leser sich seine eigenen Gedanken zu den Protagonisten und den Geschehnissen zu machen und schafft es dadurch gekonnt, dass man jede Art der Gefühle selber entwickelt. Es entsteht eine sehr besondere Atmosphäre beim Lesen. Maggie ist die gute Seele im Buch, die vielen Menschen zur Seite steht und sich selber dabei zurücknimmt. Man erlebt mit Guthrie und seinen Söhnen Ike und Bobby bedrückende Familienerlebnisse und mit Victoria zusammen, wie aus zwei raubeinigen Farmersleuten fürsorgliche, verantwortungsvolle und liebevolle Männer werden. Die Szenen mit ihnen und Victoria sind das Lesehighlight im Buch und zeigen einem auf, wie wichtig es ist, aufeinander zuzugehen, zuzuhören und sich zu öffnen. Raymond und Harold bringen einem zum Schmunzeln und haben sich heimlich mit ihrer besonderen Art in mein Herz geschlichen. Aber auch Victoria selber hat ihren speziellen Reiz. Ihr Wunsch nach einer heilen und intakten Familie bringt sie zwischendurch auch mal auf zweifelhafte Wege und man ist die ganze Zeit gespannt drauf, wie sich ihr Lebensweg und aller anderen weiterentwickelt. Das Leben in Holt ist nicht aufregend aber sehr besonders und menschlich erzählt. Mein Fazit: Für mich war "Lied der Weite" ein außergewöhnliches Leseerlebnis. Der Schreibstil, die Erzählkunst und das Leben der Menschen in Holt haben mich in den Bann gezogen und ich kann für diesen Roman nur eine unbedingte Leseempfehlung aussprechen. Ich bin schon sehr gespannt auf die Fortsetzung des Romans. Verdient vergebe ich 5 Sterne.
Die Kleinstadt Holt ist überall
von Hennie - 11.02.2018
Es ist lange her, dass ich auf so wenigen Seiten so viele realistische Einblicke in die Lebens- und Arbeitswelt von Menschen bekommen habe. Kent Haruf erzählt in einem beobachtenden, unaufgeregten Stil von sieben Personen, die mehr oder weniger miteinander in Beziehung stehen. Der Alltag, das Leben wurde von ihm meisterhaft in Szene gesetzt. Das Ganze passiert in der fiktiven Kleinstadt Holt in Colorado, in der Weite der Prärie. Alle sieben sind wunderbar beschrieben. Übrigens auch die anderen handelnden Personen. Zuerst möchte ich Victoria Roubideaux nennen, die kurzerhand von ihrer kaltherzigen Mutter nicht mehr ins Haus gelassen wird. Sie ist schwanger mit 17, geht noch zur Schule. Sie steht plötzlich vor dem Nichts. Vorläufig gibt ihr Maggie Jones, die Lehrerin, Halt und Heim. Dann haben wir da den alleinerziehenden Lehrer Tom Guthrie mit seinen Söhnen Ike und Bobby. Die Mutter Ella verläßt ihre Familie. Die beiden neun- und zehnjährigen Jungen sind für ihr Alter meiner Meinung nach viel zu vernünftig. Das tägliche Leben ist bei Ike und Bobby schon so durchstrukturiert wie bei den meisten Erwachsenen nicht. Ja, und dann erleben wir die beiden kauzigen, wortkargen Brüder McPheron! Herrlich! So viel menschliche Wärme und Herzensbildung bei zwei alten Männern, die ihr ganzes Leben nur mit sich und den Tieren zu tun hatten! Durch die kurzen Kapitel kam ich mit dem Lesen sehr schnell voran. Sie sind überschrieben mit den Namen der handelnden Personen. Dass die Dialoge nicht angezeigt werden, störte meinen Lesefluß nicht. Der Autor wertet nicht. Er läßt seine unverfälschten, lebensechten Sätze wirken und erzielte bei mir sehr schnell Reaktionen. Das Kopfkino ließ sich bis zum Ende des Romans, und eine ganze Weile darüber hinaus, nicht abschalten. Bei mir lösten die Ereignisse unterschiedliche Emotionen wie z. B. Unverständnis/Verständnis, Empörung, Ohnmacht, Mitgefühl oder Ablehnung aus. Durch die durchgängig neutrale Draufsicht auf die Geschehnisse provoziert der Schriftsteller Reaktionen beim Leser. Bei mir funktionierte das. Doch mit den unzähligen Fragen bleibt man allein. Da die Begebenheiten weitgehend in der Gegenwart spielen ohne nennenswerte Rückblicke in die Vergangenheit, ist der Spielraum für Interpretationen groß. Manche Dinge sind eben so wie sie sind und können im Moment nicht gelöst werden. Wie im realen Leben! Das Verhältnis der Mutter zu ihren beiden Jungen und zu ihrem Mann zähle ich dazu. "Das Lied der Weite" - das waren für mich 377 Textseiten mit bewegenden, aufwühlenden, sehr menschlichen Emotionen. Mein Fazit: Kent Haruf erzählt in einer ruhigen, bildhaften und einfachen Sprache von den Einwohnern der kleinen Stadt Holt. Unverfälscht, echt, authentisch, richtig aus dem Leben gegriffen! Es ist sehr traurig, dass der Autor bereits 2014 starb. Ich bewerte diesen wunderbaren Roman mit fünf von fünf Sternen und vergebe meine unbedingte Lese-/Kaufempfehlung.
Wunderbar zeitlos und real
von LadyIceTea - 11.02.2018
In der kleinen Stadt Holt in Colorado wird die 17jährige Victoria schwanger und prompt von Zuhause verstoßen. Sie wendet sich in ihrer Not an ihre Lehrerin Maggie. Maggie überredet die alten Brüder McPheron, das Mädchen bei sich aufzunehmen. Zunächst ein wenig befremdet, finden die drei doch zueinander und sind bald wichtiger füreinander, als sie es erwartet hätten. Ich habe zuvor Unsere Seelen bei Nacht von Kent Haruf gelesen und war erfreut, seinen Schreibstil in Lied der Weite wiederzufinden. Kent Haruf versteht sich darin, Geschichten zu erzählen, die durch die fast schon knappen Gespräche und absolut normalen Ereignisse, einfach real wirken. So als wären sie im Dorf um die Ecke vor kurzem erst passiert. Und auch das zeichnet sein Buch aus. Denn auch wenn man an einigen Punkten eine ungefähre Jahreszahl ausmachen kann, könnte die Geschichte genauso gut auch letzte Woche passiert sein. Das Verhalten der Menschen und die Gespräche sind einfach wunderbar zeitlos. Jede seiner Figuren ist einzigartig gezeichnet und in diesem Buch habe ich besonders die beiden McPheron Brüder ins Herz geschlossen. Seine Figuren sind unglaublich greifbar und wirken überhaupt nicht beschönigt. Kent Haruf versucht keine überdramatisierte oder extra schöne Geschichte, mit perfekten Charakteren zu schreiben. Er erzählt lieber Geschichten, wie das Leben sie schreiben könnte. Ich bin nach diesem Buch wirklich zu einem Fan seiner Werke geworden und hoffe, dass bald noch seine anderen Bücher übersetzt werden.
Von Menschen, Möglichkeiten und Neuanfängen
von jenvo82 - 11.02.2018
"Schauen Sie sich doch an. Eines Tages werden Sie sterben, ohne jemals im Leben genug Sorgen gehabt zu haben. Jedenfalls nicht die richtige Sorte. Das ist ihre Chance." Inhalt Für Victoria, die mit 17 schwanger ist und von ihrer Mutter nicht mehr unterstützt wird, stellt sich die Frage, wohin sie soll, in ihrem Zustand und dann bald noch mit einem Baby. Ihre Vertrauenslehrerin Maggie hat da eine passable Idee: Am Stadtrand von Holt wohnen zwei ältere Herren, beide Farmer und ohne Familie. Sie ist der Ansicht, dass die beiden Männer und das junge Mädchen eine gelungene Zweckgemeinschaft werden könnten und konfrontiert die Herren, mit ihrem Vorschlag. Tatsächlich sind diese bereit, sich darauf einzulassen und so kann das Leben weitergehen. Doch in Holt gibt es noch mehr Baustellen. Männer, die von Frauen verlassen wurden, Kinder, die ohne Mutter aufwachsen, Schüler die andere ausbeuten und solche, die anderen helfen. Alte und Junge, Starke und Schwache, Schlaue und Dumme - das Kleinstadtleben mit all seinen Vorteilen aber auch den unvermeidlichen Nachteilen, geprägt von Menschen jeglicher Art ist das Herzstück dieses Romans und zeigt, wie es aussehen könnte das Leben. Meinung Der im Jahre 2014 verstorbene amerikanische Autor Kent Haruf hat die idyllische Kleinstadt Holt eigens für seine Geschichten erdacht und nimmt den Leser nun mit auf eine Reise ins Zentrum seines kleinen Universums. Dort, wo die Landschaft noch urig ist, die Menschen bodenständig leben und ihrer geregelten Arbeit nachgehen, dort wo der Ackerbau und die Viehzucht als Wirtschaftszweige dominieren, treffen wir Menschen aller Art, deren Charakterstärken und Ambitionen ebenso zu Tage treten wie ihre Schwächen und Unzulänglichkeiten. Dieser Roman ist eine sehr liebevoll gezeichnete, unaufgeregte Menschenstudie über das Zusammenleben mehrerer Bewohner dieser Kleinstadt und gleichermaßen die Erzählmöglichkeit, wie es sein kann, wenn sich nicht jeder selbst am nächsten steht, wenn fast Fremde bereit sind, nur durch den ein oder anderen Kompromiss einne Neuanfang zu wagen, um den Gemeinschaftssinn zu stärken. Zunächst einmal besticht der Roman durch einen humorvollen, ambitionierten Schreibstil, der ebenso Raum lässt für Gefühle wie Einsamkeit, Traurigkeit und Zuversicht als auch für ganz alltägliche, wenn auch leicht abschreckende Abläufe im ländlichen Tagesablauf. Mensch und Tier bildet eine Einheit, ist voneinander abhängig und wirkt aufeinander ein. Das Sterben, die Geburt, Krankheiten und Sorgen, die erste Liebe, der erste Verrat, das schlechte Gewissen, die elementare Wut - ganz egal was es ist, der Leser kann es nachvollziehen, selbst wenn der Autor aus einer übergeordneten Erzählperspektive heraus agiert und ersichtlich wird, das viele Menschen lieber schweigen als ihren Wünschen Ausdruck zu verleihen. Mein persönlicher Kritikpunkt bezieht sich im Wesentlichen auf recht lose Erzählstränge, die immer wieder wechseln und dann doch recht oberflächlich aus der Außenperspektive schildern, was den Menschen widerfährt. Inhaltlich konzentriert sich die Geschichte auf mehrere Aspekte und Menschen, die mir durch den häufigen Wechsel nicht so recht ans Herz wachsen konnten. Am meisten gestört hat mich dabei die fehlende Reflexion über die Gefühlsebene. Der Leser weiß genau, wie viel Mut oder Überwindung hinter einer entsprechenden Verhaltensweise steckt, aber er entdeckt das nur über die Handlung, nicht über die inhaltliche Auseinandersetzung. Bereits nach der Hälfte des Buches war ich mir sicher, dass mich das Geschehen in einer verfilmten Variante noch mehr angesprochen hätte, da dort auch zwischenmenschliche Töne, wie Körpersprache oder Stimmvariationen wirken können. Fazit Ich vergebe 4 Lesesterne für diesen stillen, aber eindringlichen Roman, der Menschlichkeit und Aufopferungsbereitschaft fokussiert. Ich mag Bücher, in denen man eine echte Aussage, eine Botschaft findet und die man mit einem Lächeln zuklappen kann und all das bietet dieses Buch. Es zeigt, auf einfühlsame Art und Weise, wie Nähe entstehen kann, wenn man bereit ist, sie zuzulassen. Der große Vorteil des Buches ist seine leichte Hand, mit der es geschrieben scheint und deshalb auch so wirkt - gleichermaßen interessant wie verständlich, ebenso erschütternd wie aufrüttelnd und doch in sich geschlossen und mit einem hoffnungsfrohen Ende. Ich empfehle den Roman all jenen, die gerne Erzählungen hören, die viele Wahrheiten und lebensnahe Momente aufgreifen und dabei auch noch unterhalten.
Ein faszinierendes Landleben
von Martin Schult - 08.02.2018
Victoria ist siebzehn Jahre alt und nach ihrer ersten Schwärmerei für einen Jungen und den darauffolgenden Treffen mit ihm wird sie schwanger. Ihre alleinerziehende Mutter reagiert gefühlskalt, hat kein Verständnis für das naive Verhalten ihrer Tochter und setzt sie einfach vor die Tür. In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an ihre Lehrerin Maggie, die mit einer außergewöhnlichen Idee aufwartet. Sie überredet die beiden älteren und zurückgezogen lebenden Mc Pherson-Brüder Victoria aufzunehmen. Kann das Zusammenleben der völlig unterschiedlichen Charaktere funktionieren? Kent Haruf hat mit Lied der Weite einen absolut fesselnden Roman geschrieben. Seine bildreiche und unaufgeregte Schreibweise hat mich schnell in den Bann gezogen und seine Hauptprotagonisten werden sehr interessant und ausführlich charakterisiert. Ich konnte aufgrund der authentischen Erzählweise als Leser in die Welt von Farmern, Kindern, Eltern und jungen Müttern eintauchen. Das Buch überzeugt nicht mit spektakulären und überfrachteten Situationen, sondern mit der Schlichtheit der einzelnen Schicksale, die alle miteinander verwebt werden. Die Geschichte erzeugt so im Verlauf des Buches einen immer größeren Spannungsbogen, da die Protagonisten so nah und real erscheinen. Auch die härteren Seiten des Landlebens, wie die schwierige und blutige Geburt eines Kalbes oder die Obduktion eines toten Pferdes werden schonungslos geschildert und auch die jüngeren Charaktere haben sich solchen Situationen zu stellen. Insgesamt war es für mich ein Buch, welches mich zunehmend in Beschlag genommen hat, und bei dem ich noch viele Seiten hätte weiterlesen können. Das Ende ist auch offen gestaltet und es sind bereits zwei Folgebände erschienen. Aus meiner Sicht handelt es sich bei Lied der Weite um einen äußerst lesenswerten Roman, den ich gerne weiterempfehle und mit fünf von fünf Sternen bewerte.
Traurige Melodie
von BR - 08.02.2018
Meine Favoriten in dieser Geschichte waren die beiden Brüderpaare: Ike und Bobby Guthrie sind erst neun und zehn Jahre alt. Ihre Mutter ist ganz in einer Depression gefangen und die Brüder müssen ohnmächtig zusehen, wie ihre Mutter immer weniger am Familienleben teilnimmt. Schließlich verlässt sie die Familie endgültig, die Jungs bleiben beim Vater zurück und leiden sehr unter dem Weggang der Mutter. Die Brüder Raymond und Harold McPheron sind beide unverheiratet geblieben und führen zusammen die Farm ihrer Eltern weiter. Mittlerweile sind sie alt und kauzig geworden. Trotz des Altersunterschieds gibt es einige Parallelen im Leben der beiden Brüderpaare: Sie versuchen gemeinsam ihr oft mühseliges Leben zu meistern und können sich ganz aufeinander verlassen. Und sie stehen oft sprachlos und unbeholfen vor den Ereignissen. Ich habe es genossen, die Geschichten dieser Menschen aus Holt zu begleiten, auch wenn die Einsamkeit, Traurigkeit und Ungerechtigkeit manchmal schwer auszuhalten war. Schön zu wissen, dass es weitere Geschichten über die Menschen aus Holt gibt. Dieser melancholische Schreibstil, der besondere Menschen zeichnet, hat mich sehr angesprochen. Deshalb hoffe ich, dass nach dem großen Erfolg der aktuellen Bücher auch die anderen von Kent Haruf ins Deutsche übertragen werden.
Kleinstadtleben
von Andrea Karminrot - 08.02.2018
In einer Kleinstadt wird die 17 jährige Victoria von ihrer Mutter vor die Tür gesetzt, weil sie schwanger ist. Damit das Mädchen nicht auf der Straße leben muss, überredet die Lehrerin des Mädchens zwei alte Viehzüchter, Victoria bei sich aufzunehmen. Die McPherons sind freundlich, aber wortkarg und leben schon sehr lange alleine. Sie machen ihre Arbeit immer gemeinsam und verstehen sich ohne Worte hervorragend. Sie gehen darauf ein, das Mädchen bei sich aufzunehmen. Damit verändert sich Einiges auf der Farm der Alten. Kent Haruf beschreibt das Leben in einer fiktiven Kleinstadt in Colorado, in der Nähe von Denver. Die Einwohner sind teilweise verschroben und haben noch nie viele Worte verloren. Er beschreibt seine Romanhelden mit knappen Worten und so Manches bleibt dem Leser verborgen. Alleine durch die Handlungen seiner Figuren, versteht man diese am Ende, oder kann seine Gedanken hinein interpretieren. Als Leser schwebt man förmlich über den Protagonisten. Haruf schreibt, zart, humorvoll und unaufdringlich. Ich hatte ständig das Gefühl, über der Geschichte zu schweben. Immer wieder musste ich schmunzeln, vor allem über die McPherons-Brüder. Nie hatte ich das Gefühl, dieses Buch aus den Händen legen zu wollen. Die unaufgeregte Schreibweise, deutet auf einen Sturm hin, der aber niemals auftaucht. Trotzdem ist es auf keinen Fall langweilig und zieht einen magisch in diese Kleinstadt, mit dem Verlangen, mehr über seine Bewohner zu erfahren. Die Wortlosigkeit, die Stille und Weite spricht aus den Seiten. Ein wunderbares Buch, mit der Erkenntnis, dass mit Worten und Taten Vieles geschaffen und verändert werden kann.
Ruhig und einfühlsam
von Tara - 06.02.2018
"Das Lied der Weite" ist einer der sechs Romane des amerikanischen Schriftstellers Kent Haruf. Wie auch seine anderen Romane spielt die Geschichte in Colorado in der fiktiven Kleinstadt Holt. Als die siebzehnjährige Victoria schwanger wird, setzt ihre Mutter sie vor die Tür. Ihre Lehrerin Maggie Jones sorgt dafür, dass sie auf der Farm von zwei alten Viehzüchtern - den McPherons-Brüdern - aufgenommen wird. Außerdem sind da noch die beiden Brüder Ike und Bobby. Ihre Mutter hat die Familie verlassen und nun kümmert sich ihr Vater Tom Guthrie um sie. Nach und nach lernt der Leser die Einwohner der Kleinstadt Holt kennen und muss feststellen, dass jeder sein Päckchen zu tragen hat. Die McPherons sind zwei ganz wundervolle Charaktere, die ich direkt in mein Herz geschlossen hatte. Obwohl sie keine Ahnung von schwangeren Frauen und Babys haben, kümmern sich ganz rührend um Victoria und machen sich viele Gedanken. Ihre Ideen, Überlegungen und Handlungen sind liebevoll und gleichzeitig zum Schmunzeln und unterhaltsam. Tom Guthrie wirkt, obwohl er sich liebevoll um seine Söhne bemüht, eher distanziert und unnahbar. So beschreibt der Autor jeden seiner Charaktere sehr differenziert und man bekommt ein gutes Bild der einzelnen Personen, die stets authentisch wirken. Dabei sind die Beschreibungen stets neutral und ohne Wertung, so dass man sich als Leser ein ganz eigenes Bild machen kann. Seine Charaktere sind weder weiß noch schwarz, sondern tragen immer beide Seiten in sich. Der Schreibstil von Kent Haruf ist ruhig, unaufgeregt, einfühlsam, intensiv und lässt sich flüssig lesen. Durch die kurzen Kapitel mit den Perspektivwechseln, wurde ich immer zum Weiterlesen animiert und habe das Buch nur ungern aus der Hand gelegt. "Lied der Weite" ist eine Geschichte über Freundschaft und Liebe, Familie und Beziehungen, in der die Leser tief in die Gefühlswelt der Charaktere eintauchen kann. Das Buch ist der erste Band einer Trilogie, von dem die beiden Folgebände bisher noch nicht ins Deutsche übersetzt wurden. Ich hoffe, dass dies noch geschieht und gebe eine klare Leseempfehlung.
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