Unsere Seelen bei Nacht

Roman. Originaltitel: Our Souls at Night.
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Ein lebensweiser Roman über zweite Chancen.
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Produktdetails

Titel: Unsere Seelen bei Nacht
Autor/en: Kent Haruf

ISBN: 3257069863
EAN: 9783257069860
Roman.
Originaltitel: Our Souls at Night.
Übersetzt von Pociao
Diogenes Verlag AG

22. März 2017 - gebunden - 208 Seiten

Beschreibung

Holt, eine Kleinstadt in Colorado. Eines Tages klingelt Addie, eine Witwe von 70 Jahren, bei ihrem Nachbarn Louis. Sie macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag: ob er nicht ab und zu bei ihr übernachten möchte. Louis lässt sich darauf ein. Und so liegen sie Nacht für Nacht nebeneinander und erzählen sich ihre Leben. Doch ihre Beziehung sorgt für Aufsehen in dem Städtchen.


Portrait

>Unsere Seelen bei Nacht<, wurde zum Bestseller und mit Jane Fonda und Robert Redford in den Hauptrollen verfilmt. Haruf starb 2014.
Empfehlungen Ihres Buchhändlers
J.L.
von J.L. - Hugendubel Buchhandlung Greifswald Markt - 11.04.2018
Absolut Lesenswert!!! Zwei Menschen, die den Mut aufbringen ihre Einsamkeit entgegenzuwirken und über antiquierte Moralvorstellungen einer (amerikanischen) Kleinstadt.
Bewertungen unserer Kunden
Ein unaufgeregter Roman
von Janine2610 - 28.01.2018
Der Roman »Unsere Seelen bei Nacht« von dem bereits 2014 verstorbenen Autor Kent Haruf umfasst nur 197 Seiten, und selbst auf diesen wenigen Seiten findet sich nicht so viel Geschichte (wegen der großen Text-Aussparung an den Rändern und den vielen kurzen Kapiteln), weswegen man mit dem Büchlein schnell fertig sein dürfte. Gerade deswegen finde ich es bei derartigen Büchern wichtig, dass mich der Inhalt schnell abholen und überzeugen kann. Leider waren mir die ersten 20 Seiten noch etwas zu zäh. Die Geschichte hat nämlich erst langsam an Fahrt aufgenommen. Und zwar frühestens dann, als man die beiden Charaktere Addie und Louis näher kennengelernt hat. Sodann wurde es endlich interessanter für mich, also ich wollte das Buch dann kaum mehr aus der Hand legen und unbedingt wissen, wie sich die Beziehung der beiden Senioren weiterentwickelt. Dass die Leute gerne mal lästern und hinter dem Rücken über einen herziehen, ist wahrscheinlich rund um den Globus in den verschiedensten gesellschaftlichen Schichten Thema. So auch im fiktionalen Holt in den USA. Genau das ist nämlich die Hauptthematik in diesem Roman. Besonders interessant ist es in diesem Fall deshalb, weil es um zwei betagtere Menschen geht, von denen der eine mitten in der Nacht anfängt ins Haus der anderen zu schlüpfen - und das bekommt scheinbar jeder in der Nachbarschaft mit. Für viele scheinen diese nächtlichen Ausflüge ein Problem zu sein. Da dies aber aus vollkommen harmlosen Gründen geschieht, können und wollen die Protagonisten sich dadurch nicht beirren lassen ... Einerseits geht es also um das Gerede der Leute mit all seinen möglichen negativen Auswirkungen, ganz speziell, was die eigene Familie, sprich den Sohn und Enkel von Addie betrifft. (Dabei spielt auch Erpressung eine Rolle!) Und andererseits kann man bei dieser Lektüre lernen zu verstehen, was es bedeutet, älter zu werden, den Partner an den Tod zu verlieren und mit der damit einhergehenden Einsamkeit umzugehen. Addie und Louis haben ihre Situation bestmöglich zu lösen versucht - und dabei gab es die eine oder andere erheiternde, aber bestimmt auch traurige Szene, die mich ans Buch fesseln konnte. »Unsere Seelen bei Nacht« ist eine in ruhigem Ton geschriebene Geschichte über zwei Menschen, die an ihrem Lebensabend noch zueinander finden und sich über alle Hindernisse hinwegsetzen, um zusammen sein zu können - auch wenn dies schlussendlich nur mehr über intime Gespräche geschehen kann ...
Freundschaft im Dunkeln
von Tintenherz - 04.06.2017
Das Cover ist zwar auf den ersten Blick unscheinbar, aber beim längeren Betrachten erkennt man die Tiefgründigkeit dieser Gestaltung. Der Text liest sich leicht verständlich und angenehm flüssig; aber bei den Dialogen muss man aufmerksam lesen, um zu erkennen, von wem die Rede ist, da die Zeichen der wörtlichen Rede fehlen. In diesem Buch beweisen zwei ältere Menschen, Addie Moore und Louis Waters, dass man mit Beharrlichkeit ans Ziel kommt, um die Einsamkeit im Alter zu überwinden. Sie erzählen sich gegenseitig ihren Lebensverlauf, um sich besser kennenzulernen. Die Geschichte wird sehr liebevoll, sensibel und emotional erzählt. Fazit: Eine wunderschöne anrührende Handlung, die ans Herz geht.
Ein ungewöhnlicher Genuss
von Lemmiliest - 01.06.2017
Addie und Louis sind beide verwitwet und wohnen in der Nachbarschaft. Sie kennen sich lose vom sehen. Umso überraschter ist Louis, als Addie ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag unterbreitet. Ob er nicht abends zu ihr kommen und die Nacht gemeinsam mit ihr verbringen möchte?! Was sich anfangs vielleicht verrucht anhört, ist der liebenswerte Versuch einer einsamen Frau, das Dunkel der Nacht und die Einsamkeit mit Gesprächen und einem Menschen an der Seite zu verbringen. Doch natürlich bleibt dieses 'Treiben' in der Kleinstadt nicht unentdeckt und bald erfahren auch die Kinder der beiden davon. Und die sind alles andere als begeistert.... Ein leiser Roman, der zum Nachdenken anregt. Was denken die Anderen?  Sollte uns das nicht egal sein? Wenn man niemandem schadet sollte man das Recht haben so leben zu dürfen, wie man möchte... Anfangs hat es mich etwas irritiert, dass im ganzen Roman keine wörtliche Rede vorkommt. Stattdessen wird nur beschrieben. Nach kurzer Zeit hatte ich mich jedoch daran gewöhnt und konnte mich gut auf die Geschichte einlassen. Der eher unaufdringliche, schlichte Stil hat mir gut gefallen.  Ich habe mich den beiden Senioren sehr zugetan gefühlt und mich mit ihnen gefreut und mit ihnen gelitten. Irgendwie konnte man sich sehr gut in die Situation hineinversetzen und ich habe Addie und Louis für ihr Arrangement bewundert.  Das relativ kurze Büchlein war schnell gelesen und hat mich etwas wehmütig zurückgelassen.
Für die zweite Chance im Leben ist man nie zu alt !
von HK1951 - 31.05.2017
Addie Moore und Louis Walters, beide bereits über 70 Jahre alt, sind Nachbarn und leben beide seit dem Verlust des jeweiligen Partners allein. Addie leidet unter der Einsamkeit und macht Louis eines Abends einen ungewöhnlichen Vorschlag, obwohl sie sich beide nicht sonderlich gut kennen: Ob sie nicht ab und zu die Nacht zusammen verbringen wollen? Denn nachts ist die Einsamkeit am schlimmsten. Es geht nicht um Sex, sondern um Nähe und Geborgenheit. Louis ist zunächst verblüfft, doch er will es versuchen. Bald geht er jeden Abend zu Addie und übernachtet bei ihr. Sie liegen im Dunkeln nebeneinander, unterhalten sich und lernen sich immer besser kennen. Zwischen den beiden entsteht eine innige Verbindung und schließlich auch eine Liebe. Dass die gesamte Kleinstadt sich das Maul über sie zerreißt, ist ihnen egal. Dass ihre Kinder die Beziehung nicht gutheißen, schon weniger - aber sie wollen sich ihr Glück dadurch nicht verderben lassen. Dass dieser Roman als "lebensweise" bezeichnet wird, trifft es auf den Punkt - besser kann man das gar nicht ausdrücken. Ein Buch, das einem viel gibt, von dem man lernen kann, das berührt und einen nicht mehr so schnell loslässt. Nicht nur für ältere Leser, aber vielleicht gerade für diese... Die, die sich auch einsam fühlen im Alter und denken, da kommt jetzt nichts mehr... Doch, das kann es ! Und die Autorin erzählt das so wundervoll, dass man aus diesem Buch auch Mut schöpfen kann. Für die zweite Chance im Leben ist man nie zu alt. Und ich fand auch, dass das Buch sehr lebensnah geschrieben ist, voll aus dem Leben gegriffen eben. Als seien Addie und Louis meine Nachbarn. Sie könnten durchaus im Haus nebenan wohnen und in der Nebenstrasse... Und auch dass die Kinder mit wenig Begeisterung auf dieses ungewöhnliche "Arrangement" reagieren, halte ich für authentisch, denn das muss auf die Kinder doch erstmal ein wenig komisch/gewöhnungsbedürftig wirken...
Ein berührender Roman über das Leben
von Bambisusuu - 18.05.2017
Von außen wirkt das Buch schlicht, einfach und unauffällig. Der Umfang des Buches scheint keine großen Erwartungen zu wecken. Doch der Autor zaubert mit diesem Roman eine wunderschöne Geschichte, die mitreißt und dafür keinen großen Schnickschnack benötigt. Der Schreibstil des Autors ist ruhig und in sich gekehrt. Die Kulisse gibt keine Spannung, sodass man das Gefühl hat ein alltägliches Leben vorgeführt zu bekommen. Ohne jeglichen Aufwand schafft der Autor Kent Haruf den Leser zu fesseln. Das Lesen der Geschichte gibt ein wohliges Gefühl, das durch kurze Kapitel unterstützt wird. Die wörtliche Rede hat außerdem keine Anführungszeichen, sodass man eine kleine Eingewöhnung zu Anfang brauch, was jedoch keine negative Auswirkung auf die Handlung hat. Umgeschmückt ist die Geschichte kaum, sodass das Leben der zwei Menschen interessant in den Vordergrund gestellt wurde. Es sind zwei alte Menschen, die ihre Höhen und Tiefen bereits erlebt haben. Eine Verabredung soll zu einem neugierigen Neuanfang werden. Gespannt erfahren wir die Hintergrunde und interessante Gespräche. Addie ist eine starke Frau, sie riskiert ihr Ansehen und trifft sich trotz aller Konventionen mit ihrem Nachbar Louis. Die gemeinsame Zeit wächst zu einer innigen Freundschaft. Beide berichten über ihre Vergangenheit, lernen sich besser kennen und finden ihre Liebe zueinander. Durch den Schreibstil wirkt die Geschichte authentisch. Viel wörtliche Rede haben mir das Gefühl gegeben als wäre ich vor Ort. Schnell kommt es zu Gerüchten und Missgunst in der Kleinstadt. Addie und Louis möchten sich davon aber nicht abbringen lassen. Zur Enttäuschung erfahren sie auch von der Familie Ablehnung und versuchen alles um ihre Einsamkeit gemeinsam zu verbringen. Die Krise schweißt Louis und Addie zusammen. Hautnah wird der Leser Teil des Geschehen und wird voller Emotionen mitgerissen. Viele Momente regen zum Nachdenken an. Mit überraschenden Wendungen wurde ich berührt und habe noch lange nach dem Buch die Geschichte verarbeiten wollen.
Ein bisschen Wärme gegen die Einsamkeit im Alter
von Gisel - 29.04.2017
Addie Moore und Louis Waters sind beide über siebzig und seit Jahren verwitwet. Sie sind Nachbarn und kennen sich schon lange, wenn auch nicht besonders gut. Einsam fühlen sie sich beide, und so treffen sie eine Übereinkunft: Louis kommt des Abends zu Addie und sie verbringen die Nacht gemeinsam. Ungewohnt ist das zunächst, und Louis kommt gleich nach der ersten Nacht ins Krankenhaus mit einer Harnwegsinfektion, so dass umgehend das erste Missverständnis da ist. Doch sie schaffen es, wieder zu ihren gemeinsamen Nächten zurückzufinden, auch gegen das Geschwätz der Nachbarn, und erzählen sich vorsichtig aus ihrer Vergangenheit. Es beginnt eine leise Geschichte zwischen den beiden, die mit Sex überhaupt nichts zu tun hat. Durch die Erzählungen aus ihrem Leben ist es gleichsam ein vorsichtiges Kennenlernen wie auch ein Nachdenken über die eigenen Verfehlungen und glücklichen Momente des Lebens. Doch kann das wirklich gut gehen in einer Kleinstadt, wenn gleichzeitig auch noch die Kinder sich einmischen? Darf so etwas Unerhörtes überhaupt geschehen? Diese äußerst pikante Frage begleitet die beiden alten Menschen und wird ihre gemeinsame Zeit beeinflussen. Vieles davon meistern sie mit einer gehörigen Portion Mut und Humor. So entsteht eine ganz zarte Romanze, von der man sich wünschen würde, dass sie niemals endet Der Autor Kent Haruf hat mit dieser Geschichte einen Hauch Wärme ausgebreitet, die sich gegen die Angst vor dem Altern und der oft damit verbundenen Einsamkeit stellt. Ein berührendes Büchlein, das ich gerne weiterempfehle.
Ein Buch voller Lebenslust
von jewi - 28.04.2017
Unsere Seelen bei Nacht ist das letzte Werk des 2014 verstorbenen Autors Kent Haruf. Im kleinen fiktiven Ort Holt im Bundesstaat Colorado verabreden sich die beiden verwitweten Nachbarn Addie und Louis, um gemeinsam die Nächte zu verbringen. Ohne erotischen Hintergrund, nur um die Nacht zu überstehen , da beide alleine leben. Während ihrer nächtlichen Verabredungen erzählen sie sich von ihrem Leben, ihren Familien und ihren Träumen. Aus der Nachbarschaft entsteht so eine Freundschaft und späte Liebe, die trotz neugieriger Blicke und Einmischungen von außen erblüht. Mir hat das Buch sehr gefallen. Es ist voller Lebenslust, Energie und Glück. Man freut sich für Addie und Louis, dass sie trotz ihres fortgeschrittenen Alters noch einmal die Liebe finden. Das Besondere ist auch die Aktivität der beiden. Sie gehen spazieren und unternehmen Ausflüge, schaukeln, campen und genießen das Leben. Das Cover ist mit der Farbgebung (Gelbe Hauswand, blaues Fenster, grüne Blätter) sehr ansprechend. Der Schreibstil ist gut zu lesen. Anstrengend waren jedoch die fehlenden Anführungszeichen bei direkter Rede der Protagonisten. Man gewöhnt sich zwar schnell daran, aber es ist gewöhnungsbedürftig. Unsere Seelen bei Nacht ist ein besonderes Buch, was das Glück im Alter feiert, jedoch mit seinem bittersüßen Ende etwas sprachlos zurücklässt. Auf der Rückseite des Buches steht, dass eine Verfilmung mit Robert Redford und Jane Fonda in Vorbereitung ist. Hinter dem Projekt steckt der Streaming Anbieter Netflix. Der Film ist bereits abgedreht und soll im Laufe dieses Jahrs auf Netflix abrufbar sein. Ich habe bei Netflix den Eintrag für den Film finden können. Diesen können Netflix Kunden in ihre Liste aufnehmen und werden benachrichtigt, wenn dieser verfügbar ist. Ich bin gespannt auf die Umsetzung!
ruhige, unaufgeregte Worte, mit einer starken Botschaft
von JDaizy - 26.04.2017
Das ist mir gleich. Es kommt ohnehin raus. Irgendwer wird es mitkriegen. Komm lieber über den Bürgersteig, zur Vordertür. Ich habe mir das genau überlegt - es ist mir egal, was die Leute denken. Viel zu lange habe ich darauf geachtet, mein ganzes Leben lang. Aber damit ist jetzt Schluss. Wenn du von hinten über den Seitenweg kommst, wirkt es, als würden wir etwas Unrechtes oder Ungehöriges tun. Etwas, wofür man sich schämen muss. Alle Romane des amerikanischen Autors Kent Haruf spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado. Unsere Seelen bei Nacht ist sein letzter Roman und erschien in den USA unter dem Originaltitel Our Souls at Night kurz vor seinem Tod. Addie und Louis wohnen seit vielen Jahrzehnten nur einen Häuserblock voneinander entfernt in der Ceddar Street, im ältesten Teil der Kleinstadt Holt. Eines Tages fasst Addie einen folgenschweren Entschluss und macht dem verwitweten Louis ein ungewöhnliches Angebot: Ich wollte fragen, ob du dir vorstellen könntest, hin und wieder zu mir zu kommen und bei mir zu schlafen. Louis ist überrumpelt, lässt sich aber darauf ein. Die zwei starten in ein aufregendes Abenteuer, bei dem sie sich, eng nebeneinander liegend, mit Geschichten aus ihrem Leben, die triste Einsamkeit vertreiben. Dabei kommen sie sich näher und nicht jeder ist mit dieser Liason einverstanden. Ihre Beziehung weckt nicht nur bei Addies Sohn Neid und Missgunst. Auch in der Kleinstadt wird hinter vorgehaltener Hand über das späte Glück gelästert. In der Nacht sind alle Katzen grau. Doch was passiert, wenn sich jemand dieser Tristess, der Einsamkeit und der Vernunft widersetzt? Ist es das Risiko wert? Ist es wirklich egal, was andere Leute denken oder glauben? Oder wird die zwei ihre Vergangenheit einholen, noch bevor der nächste Tag anbricht? Die Geschichte um Addie und Louis hat mich tief im Herzen berührt. Sie zeigt, dass es nie zu spät ist für seine Träume und Sehnsüchte einzustehen. Liebe, Glück und die Erfüllung unserer Träume sind an kein Alter gebunden. Sie zeigt aber auch, dass wir alle Brüche in unserem Lebenslauf haben und das wir nicht immer selbstbestimmt sein dürfen. Die Anwandlungen ihres egoistischen Sohnes, für den ich zu Beginn sogar Mitgefühl empfand, haben mich wirklich fassungslos und wütend gemacht. Für mich gab es da eine starke Parallele zwischen Jamie und Addie, die beide hilflos seinen Launen ausgesetzt sind. Ist es wirklich so, dass sich die (Familien-)Geschichte immer wieder wiederholt? Ich hoffe sehr, dass das zumindest für Jamie nicht zutreffen wird. Einfühlsam gelingt es dem Autor dabei, die Seele des Lesers zu berühren und dann wieder - für mich unerwartet - aus ihrer Seeligkeit zu reißen. Wahrscheinlich habe ich ein anderes Ende erwartet und doch - oder gerade deshalb - lässt mich die Geschichte mit all ihren alltäglichen Wahrheiten und Problemen nachdenklich und aufgewühlt zurück. Das Buch wurde 2017 im Diogenes-Verlag veröffentlicht. Es überzeugt mit einer gut lesbaren Schrift und überschaubaren, kurzen Kapiteln. Das Cover ist eher unscheinbar. Man sieht eine gelbe Hauswand, mit einem Fenster mit zurückgezogener Gardine, für den Leser aber uneinsehbar. Wahrscheinlich hätte ich es in der Buchhandlung nicht spontan in die Hand genommen. Schade, denn dann hätte ich ein kleines, aber feines Buch verpasst. Der Schreibstil des Autors ist gut zu lesen. Ruhig und unaufgeregt, mag das zeitweise einfach anmuten. Aber die Kraft dieses Buches entfaltet sich zwischen den Zeilen und ohne große Worte. Etwas, das mich im Lesefluss allerdings gestört hat, waren die fehlenden Anführungsstriche in der wörtlichen Rede, die Kent Haruf aber in jedem seiner Bücher konsequent ignoriert. Fazit: Ein ruhiges, berührendes Buch mit einer starken Stimme, die zwischen den Zeilen den Weg zu ihren Lesern findet. Mit einer Botschaft, die ans Herz geht und die mich sehr nachdenklich und betroffen, aber auch voller Hoffnung und Zuversicht zurückgelassen hat.
Schlicht
von Pedi - 15.04.2017
Eine kleine Geschichte. Auf knapp 200 sehr luftig bedruckten Seiten erzählt der 2014 mit 71 Jahren verstorbene amerikanische Autor Kent Haruf von zwei älteren, verwitweten Menschen, die der Einsamkeit entkommen möchten. Der Roman erschien posthum und es ist berührend zu wissen, dass Haruf wohl von seinem baldigen Sterben wusste, während er ihn schrieb. Es ist die Geschichte von Addie und Louis, seit langer Zeit Nachbarn, nun beide Anfang 70 und eigentlich ganz gut eingerichtet in ihr Leben, zumindest nach außen hin. Beide sind anfangs unsicher, doch bald merken sie, wie gut ihnen diese Zweisamkeit tut, auch wenn die Gerüchte und Tuscheleien in der kleinen Gemeinde Holt, irgendwo in der Weite Colorados, hochkochen. Sie leben ein harmonisches, ruhiges, einfaches Zusammensein, auch als Addies Enkel Jamie, dessen Eltern sich gerade getrennt haben, bei der Großmutter für einige Zeit "geparkt" wird. Fast ein Idyll, das letztendlich aber an der Kleingeistigkeit und Intoleranz, nicht der Öffentlichkeit, nein der eigenen Familie scheitert.ss Haruf wohl von seinem baldigen Sterben wusste, während er ihn schrieb. Es ist die Geschichte von Addie und Louis, seit langer Zeit Nachbarn, nun beide Anfang 70 und eigentlich ganz gut eingerichtet in ihr Leben, zumindest nach außen hin. Beide haben ihre langjährigen Ehepartner verloren, die Kinder leben schon geraume Zeit ihr eigenes Leben fern des Elternhauses. Einsamkeit ist da ein häufig einkehrender Gast. Doch warum eigentlich? Addie fasst sich eines Tages ein Herz, klingelt bei Louis und macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag: Warum nicht fortan die Nächte, in denen der Schlaf so zögerlich kommt, gemeinsam verbringen, im selben Bett schlafen, reden, sich nah sein. Um Sex geht es (zumindest zu Beginn) nicht. Beide sind anfangs unsicher, doch bald merken sie, wie gut ihnen diese Zweisamkeit tut, auch wenn die Gerüchte und Tuscheleien in der kleinen Gemeinde Holt, irgendwo in der Weite Colorados, hochkochen. Sie leben ein harmonisches, ruhiges, einfaches Zusammensein, auch als Addies Enkel Jamie, dessen Eltern sich gerade getrennt haben, bei der Großmutter für einige Zeit "geparkt" wird. Fast ein Idyll, das letztendlich aber an der Kleingeistigkeit und Intoleranz, nicht der Öffentlichkeit, nein der eigenen Familie scheitert. Kent Haruf ist mit großer Sympathie und Empathie bei seinen Figuren. Er erzählt mit Ruhe und Leichtigkeit vom alltäglichen Glück und Unglück ganz normaler Menschen. Er tut das sehr zurückhaltend, zart und leicht melancholisch. Zum Glück wird das Buch niemals kitschig oder pathetisch. Das Thema, das Thema, die Suche nach Glück und Gemeinsamkeit, ein selbstbestimmtes Leben auch im Alter, wird überaschend selten verhandelt in Romanen, spricht den Leser an. Das merkt man den sehr wohlwollenden bis begeisterten Kritiken an. Mir war das dennoch nicht genug. Die sehr reduzierte Sprache, die sich zum großen Teil in einfachen Beschreibungen alltäglicher Handlungen oder simplen Dialogen erschöpft, war mir auf Dauer genauso zu wenig wie die Ausgestaltung und letztlich Auflösung der Thematik. Vieles wird einfach nur beschrieben, bleibt äußerlich, spröde und gedämpft. Das vermeidet den Kitsch, für mich aber auch die echte Anteilnahme.
Ein Mittel gegen die Einsamkeit
von takabayashi - 10.04.2017
Eines Tages klingelt die siebzigjährige verwitwete Addie Moore bei ihrem ebenfalls verwitweten Nachbarn Louis Waters und macht ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag: da sie beide schon viel zu lange allein seien, wolle sie ihn bitten, bei ihr zu übernachten und mit ihr zu reden. Es gehe ihr nicht um Sex, sondern darum, die Nacht zu überstehen. Es gemütlich und warm zu haben. Zusammen im Bett zu liegen, die ganze Nacht. Denn die Nächte seien am schlimmsten. Louis bittet sich etwas Bedenkzeit aus, ruft aber Addie am nächsten Tag an und besucht sie am selben Abend, um die Nacht bei ihr zu verbringen. Sie unterhalten sich lange. Dann schläft Addie ein, doch er ist ziemlich aufgeregt und kann nicht schlafen, auch wenn er sich bei ihr wohl fühlt. Am frühen Morgen geht er nach Hause, fühlt sich aber krank, so dass er Addie anruft und für die kommende Nacht absagt. Auf sie wirkt das wie eine Ausrede. Als es ihm am nächsten Tag noch schlechter geht, lässt er sich untersuchen und wird mit einer Harninfektion ins Krankenhaus eingewiesen. Addie hat er nicht benachrichtigt, aber nachdem sie herausgefunden hat, wo er ist, besucht sie ihn im Krankenhaus. Und beide versichern sich, dass sie das Experiment fortführen wollen, sobald er wieder gesund ist. Von da an verbringen sie regelmäßig die Nächte beieinander und erzählen sich von ihrem Leben. Addies Sohn Gene, der in der Großstadt lebt, bringt seinen Sohn Jamie zu seiner Mutter, als seine Frau ihn verlassen hat. Der kleine Junge ist ziemlich verstört, aber Addie und Louis kümmern sich liebevoll um ihn, so dass er allmählich Zutrauen zu ihnen fasst und sich wohlzufühlen beginnt. Besonders Louis hat immer wieder gute Einfälle, z.B. hat er die Idee, aus dem Tierheim einen Hund für den Kleinen zu besorgen, der auch prompt zu dessen bestem Freund wird. Die drei machen Ausflüge, Picknicks etc. und genießen diese harmonische gemeinsame Zeit. Die Dorfbewohner zerreissen sich kurzzeitig die Mäuler über diese unmoralische Affäre , beruhigen sich aber bald wieder. Wirklich harter Widerstand kommt dann erst von Gene, als er Jamie nach ein paar Wochen wieder abholt und dann erst mitkriegt, dass Addie und Louis eine Beziehung haben. Ein kurzer Roman aus dem ländlichen Amerika, in dem zwei alte Leute die Grenzen der Konvention überschreiten und ihr Leben dadurch wieder interessanter und erfreulicher gestalten. Eine schöne Idee. Der Wermutstropfen ist Addies eigener Sohn, der sich als Moralapostel aufspielt und seine Mutter unter Druck setzt, anstatt sich darüber zu freuen, dass es ihr gut geht. Das Buch ist schnell gelesen, die beiden Protagonisten sind sympathisch, hinterlassen allerdings keinen bleibenden Eindruck, und ich blieb als Leser eher distanzierter Beobachter. Das etwas traurige Ende, das ich so nicht erwartet hatte, hat mich etwas enttäuscht - ich finde, es passt nicht zu dem Rest der Geschichte.
Schmales Buch über das späte Glück
von Anonym - 03.04.2017
Ein ungewöhnliches Angebot erhält der Rentner Louis von seiner Nachbarin Addie. Sie möchte mit ihm die Nächte verbringen. Das Ungewöhnliche an diesem Angebot ist, dass beide um die 70 sind und dieses Angebot rein gar nichts mit Sex zu tun hat. Es geht darum ein den Nächten nicht einsam zu sein, jemanden neben sich zu haben, mit dem man über Gott und die Welt reden kann. Und da Louis Addie sympathisch ist, fragt sie ihn, ob er dieser Jemand sein möchte. Die beiden kommen außerordentlich gut klar mit dieser Konstellation, sie verstehen sich gut, genießen die Gesellschaft des anderen und stellen sich gemeinsam gegen das Gerede der Nachbarn, Freunde und Bekannten. Beide kümmern sich gemeinsam um Addies Enkel, dem die Fürsorge der beiden gut tut und der sich positiv entwickelt. Doch leider werden den beiden Steine von unerwarteter Seite in den Weg gelegt und diesen Stein aus dem Weg zu räumen stellt eine große Herausforderung dar. Dieses Buch hat mich gerührt. Die Protagonisten erlauben es sich lediglich ein Leben zu leben, das nicht unbedingt den Konventionen entspricht. Und nur um diese Konventionen durchzusetzen versucht man die beiden dort zu treffen, wo sie am empfindlichsten sind. Ich habe mit den Protagonisten genossen, mitgelitten, mitgefreut, mitgehofft. Eine wahre Leseempfehlung!
Dieses Buch wird Sie nicht mehr loslassen
von G. Schad Hugendubel Landshut - 03.04.2017
Addie und Louis, zwei alte Nachbarn, die sich ihr Recht auf Glück von niemandem nehmen lassen wollen. Sehr mutige und sehr kämpferische alte Leute gehen ihren Weg: gemeinsam! Eine zauberhafte Geschichte
Ein leises Buch, dass den Leser aufgewühlt zurücklässt.
von Hagazussa - 02.04.2017
Die gelbe Hauswand auf dem Cover wirkt fröhlich. Dem Leser wird ein Liebesroman angekündigt. Die Protagonisten sind bereits 70 Jahre alt. Das macht neugierig. Zwei Menschen kommen mit der Einsamkeit ihrer Nächte nicht gut zurande und tun sich zusammen, diese zu verscheuchen. Sie reden über Früher, ihre Geschichte, ihr Leben und kommen sich einander näher. Die Nächte haben ihren Schrecken verloren und auch der Tag wird durch gemeinsame Unternehmungen angenehmer und schön. Die Leute im Ort wissen zu Reden. So ist das immer. Doch sie beruhigen sich und akzeptieren das ungewöhnliche Arrangement. Auch die erwachsenen Kinder der beiden haben ein Problem damit. Während sich Hollie jedoch raushält, wie sie sich das auch bei ihrem eigenen Leben wünscht, benutzt Gene seinen Sohn als Druckmittel gegen die Großmutter, so dass Addie schließlich nachgibt um nicht ihren Enkel zu verlieren. Doch nun ist sie trauriger und einsamer als zuvor Diese bittersüße Geschichte wirbt in leisen Tönen um Akzeptanz und Vertrauen, um Leben und leben lassen und gegen Vorverurteilung und falschen Schein.
Ein wunderbares und sympathisches Buch
von adel69 - 31.03.2017
Die Handlung: Zwei alte Menschen treffen sich. Es handelt sich um Addie Moore und um Louis Waters. Beide sind verwitwet, beide leben alleine in der US-amerikanischen Kleinstadt Holt im Bundesstaat Colorado. Addie macht Louis den Vorschlag, dass sie miteinander Abende und Nächte verbringen könnten. Also sich in ihren Wohnungen treffen, zusammen in einem Bett schlafen und sich unterhalten. Sex wollen sie nicht haben - sie könnten nur miteinander die Nacht überstehen. Louis zögert zuerst, lässt sich aber dann auf den Vorschlag ein. Er und Addie treffen sich immer wieder. Vorwiegend in Addies Haus. Er lässt seinen Schlafanzug und seine Zahnbürste dort, um nicht jedes Mal alles hin- und herschleppen zu müssen. Sie unterhalten sich und schlafen nebeneinander in einem Bett. Addie hat einen guten Schlaf, und Louis immer wieder Probleme mit dem Einschlafen. Sie freunden sich an und lernen sich besser kennen. Ihre Treffen wollen sie nicht mehr missen. Aber es bleibt nicht aus, dass die Leute im Ort munkeln. Addie und Louis lassen sich dadurch nicht irritieren und zeigen sich ihren neugierigen Mitmenschen bei Tag beim Stadtbummel in Holt. Eines Tages kommt Jamies, Addies Enkel, für einige Wochen zu ihr zu Besuch. Auch diese Situation versuchen Addie und Louis gemeinsam zu meistern. Meine Meinung zu diesem Buch: Die Handlung dieses Buch fängt sofort an. Eine lange Vorgeschichte gibt es nicht, was mir sehr gut gefällt. Auch sonst ist das Buch lesenswert und interessant. Addie und Louis sind sofort sympathisch. Zwei alte Menschen, die sich als Nachbarn schon lange kennen. Nun wird aus Nachbarschaft Freundschaft. Sie erzählen sich einander, was sie in der Vergangenheit erlebt haben. Jeder von ihnen musste schon ein schweres Schicksal meistern. Addie hat ihre Tochter Connie verloren und sie erzählt Louis davon, wie es passiert ist. Und Louis hat einmal seine Frau Diane mit einer Lehrerkollegin betrogen - und kehrte wieder zurück zu Diane. Es ist rührend und nie kitschig, was Addie und Louis miteinander unternehmen und wie sie versuchen, Zeit miteinander zu verbringen. Dem üblichen "Dorftratsch", der nicht ausbleibt, können sie nicht ausweichen. Aber er bringt sie nicht dazu, ihre Freundschaft aufzugeben. Ein größeres Problem sind die "lieben" Verwandten - Addies Sohn und Louis Tochter -, die meinen, ihren Eltern Vorschriften machen zu müssen. Dieser Roman bleibt also immer interessant. Leicht lesbar ist er geschrieben, in einem einfachen, schönen Schreibstil, aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler) in vorwiegend kurzen Sätzen. Sympathisch sind Addie und Louis schon ab dem ersten Kapitel und als Leserin wünschte ich mir gleich zu Anfang, dass ihre Freundschaft sich entwickeln darf. Mein Fazit: Für mich ist "Unsere Seelen bei Nacht" von Kent Haruf ein wunderbar leichtfüßiger Roman mit sympathischen Hauptcharakteren, den ich sehr gerne gelesen habe. Ich vergebe diesem Buch alle Sterne und eine Weiterempfehlung.
Alleine im Alter
von Marilou - 28.03.2017
Addie und Louis wohnen in derselben Kleinstadt nur ein paar Häuser voneinander entfernt. Beide sind um die siebzig, verwitwet und einsam. Die Kinder haben ihr eigenes Leben und wenden sich an den verbliebenen Elternteil meist dann nur wenn sie etwas von denen wollen. Das ist nicht nur in diesem Buch so, das ist leider viel zu oft Realität. Der Schriftsteller Kent Haruf hat dieses Schicksal, welches viele ältere Menschen erleiden, auf den Punkt gebracht. Hier in dieser Geschichte macht Addie Louis den Vorschlag dass er die Abende und Nächte bei ihr verbringt. Es geht nicht um Sex sondern um Gespräche und darum, die Nacht nicht alleine und wach zu verbringen. Erst zögert er etwas, dann macht er einen Versuch und danach lässt er auch seinen Schlafanzug und seine Zahnbürste dort. Die beiden erzählen sich des Nachts vieles aus ihrer Vergangenheit was nicht unbedingt immer schön für die betroffenen Personen war. Leider kommen dann, wie man es in einer Kleinstadt meist nicht vermeiden kann, die ersten Gerüchte der Nachbarn auf. Aber die beiden stehen darüber. Doch dann bittet Addies Sohn sie darum dass sie den Enkel eine Weile bei sich aufnimmt da er selber familiäre Probleme hat. Auch das scheint für Addie und Louis erst mal kein Problem zu sein doch dann erfährt der Sohn von der Beziehung der beiden und es ändert sich einiges. Ein wunderschöner Roman und ich würde mich sehr darüber freuen wenn es, wie in dem Leseexemplar angekündigt, eine Verfilmung darüber geben wird. Das Cover ist schlicht gehalten, eine Hauswand mit einem Fenster hinter dem vermutlich ein Schlafzimmer liegt. Passt sehr gut zu dem Inhalt! Ein tolles Buch welches mir sehr unter die Haut ging!
Einsamkeit macht krank
von sommerlese - 28.03.2017
Holt ist eine Kleinstadt in Colorado. Als Addie bei ihrem Nachbarn Louis klingelt, macht sie ihm einen ungewöhnlichen Vorschlag: Ob er nicht ab und zu bei ihr übernachten möchte? Beide sind über 70 und verwitwet. Louis lässt sich darauf ein. Und so liegen sie Nacht für Nacht nebeneinander und erzählen sich ihre Leben. Doch ihre Beziehung weckt in dem Städtchen Argwohn und Missgunst. Ich fürchte, wir werden die ganze Nacht so getrennt liegen. Dann schicke ich dir ein paar warme Gedanken. Aber keine zu anzüglichen. Sie könnten meinen Schlaf stören. Das weiß man nie. Zitat S. 87 Dieses Buch erzählt die späte Liebesgeschichte des verwitweten Louis und seiner verwitweten Nachbarin Addie. Beide sind verwitwet, leben seit Jahren Haus an Haus in Holt und kennen sich dennoch sehr wenig. Solange bis Addie Moore bei Louis Waters klingelte, um ihm ein Angebot zu machen. Sie fühlt sich in der Nacht häufig allein und möchte das ändern. Dabei geht es ihr nicht um Sex, sondern nur um Gesellschaft und den Wunsch, ihrer Einsamkeit zu entrinnen. Louis mag Addie und so verbringen sie die Nächte nebeneinander in Addies Bett, während sie sich unterhalten und über ihr Leben, ihre Fehler und Schicksalsschläge berichten. Aber auch tagsüber unternehmen sie gemeinsam etwas, immer missgünstig beäugt von anderen Menschen, die ihre Beziehung intolerant kritisch sehen. Die Protagonisten wirken sehr authentisch, dabei sehr ruhig und harmonisch und absolut lebenserfahren. Man merkt, wie die gemeinsame Nähe ihnen wieder mehr Lebensfreude und Energie in ihren Alltag bringt. Dabei scheren sie sich nicht um die Gedanken anderer, sie trotzen den üblichen Konventionen. Es ist ihnen egal, was andere von ihnen denken. in diese Situation hinein bekommt Addie Besuch von ihrem Enkel Jamie. Dieser bereichert das Leben der alten Leute und auch sie können ihm viel von sich geben. Sie werden fast wie eine kleine Familie. Es entwickelt sich ein Glücksgefühl, das auf den Leser übergeht. Man muss das Glück ins Leben lassen, sich auf Abenteuer einlassen, um selbst glücklich werden zu können. Der Schreibstil von Kent Haruf ist sehr einfach und schlicht, er beschreibt lediglich die wesentlichen Dinge. Alles wird in direkter Rede erzählt, es kommen jedoch keine Emotionen oder Gefühle zum tragen. Dennoch bringt das Buch seine Aussage ganz klar zum Ausdruck. Ich hätte mir mehr Selbstreflexion von Addie und Louis gewünscht. Da dieses Buch verfilmt wird, liegt es an den Schauspielern, ob oder wie sie Emotionen sichtbar machen. Dieses Buch liest sich gut, es polarisiert, indem es das Zusammensein älterer Menschen zeigt. Aber Einsamkeit macht krank, deswegen berührt mich dieses Buch in besonderer Weise.
Anrührend
von Nicole Groß - 26.03.2017
Unsere Seelen bei Nacht (Originaltitel Our Souls at Night )ist das letzte Werk des Schriftstellers Kent Harouf,der 2014 starb. Addie und Louis,beide in den 70ern und verwitwet leben in Holt,einer Kleinstadt in Colorado. Beide sind sehr einsam. So kommt es, dass Addie Louis einen mehr als ungewöhnlichen Vorschlag unterbreitet.Louis solle ab und an bei ihr die Nacht verbringen. Dabei geht es jedoch nicht um Sex, sondern darum zu reden und so die Nacht , in der die Einsamkeit am größten ist, zu überstehen. So kommt es, dass sie Fast jede Nacht zusammen nebeneinander im Bett liegen und sich gegenseitig ihre Leben erzählen. Doch Holt ist eine Kleinstadt und ihre ungewöhnliche Beziehung wird sehr schnell zum Stadtgespräch , das bald auch zu Addies Sohn Gene vordringt, der darüber Not amused ist. Addie Moore ist eine wunderbare und starke Persönlichkeit. Ich war von Anfang an von ihr total fasziniert und bewundere ihre Stärke. Trotz ihres Alters ist sie sofort bereit, ihren kleinen Enkel Jamie bei sich aufzunehmen, als dessen Eltern sich kurzzeitig getrennt haben. Auch Louis ist ein sehr netter und aufrichtiger Mensch, der zu seinen Fehlern, die er in der Vergangenheit gemacht hat steht. Addie ist jedoch eindeutig die stärkere Persönlichkeit von den zweien. Ich glaube, dass Louis sie dafür bewundert. Das wird schon gleich zu Beginn deutlich als Louis sagt: Dir kann ich vertrauen. Das sehe ich jetzt schon. Aber ich weiß nicht, ob ich dir gewachsen bin. Addies Sohn Gene ist der typische verzogene Sohn. Im Beruf und privat ein Looser , aber natürlich sind alle daran Schuld, nur er nicht und wenn es eng wird, dann hilft ja die Mama. Der sieht natürlich mit dem Auftauchen von Louis seine Felle,(sprich Mutters Geld),davonschwimmen und macht Addie fortan das Leben ziemlich schwer. Er schreckt auch nicht davor zurück , sie mit seinem Sohn Jamie, den Addie über alles liebt zu erpressen. Kent Harouf ist ein wundervoller Erzähler. Er schreibt in einer sehr klaren Sprache ohne Schwülstigkeit und Pathos über das Tabuthema Liebe im Alter. Jedoch nicht über Sex, sondern über das Zusammensein,über die Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit in einer Beziehung.Dieses Buch ist ein wundervolles kleines Schatzkästchen, das den Leser berührt und zum Nachdenken anregt. Ein türkisches Sprichwort sagt: Frühe Liebe kommt von der Erde,späte Liebe vom Himmel ! Dieses Buch ist ein wunderbares Beispiel dafür.Es bekommt meine absolute Lese-und Kaufempfehlung!
Gespräche in der Nacht
von yellowdog - 25.03.2017
Unsere Seelen bei Nacht von Kent Haruf ist ein ruhiges Buch, mit einer unaufgeregten Sprache. Addie und Louis, beide verwitwet, sind Bekannte und sie finden zueinander, um die Einsamkeit zu besiegen. Nachts erzählen sie sich viel, auch was es in ihrem Leben an guten und schweren gab. Sie lernen sich dadurch besser kennen und auch die Leser finden gut Zugang zu ihnen. Sie sind realistische Figuren. Dass Jane Fonda und Robert Redford in der kommenden Verfilmung die Rollen von Asddie und Louis spielen werden, habe ich zum Glück erst Mitte des Buches gelesen. Da hatte ich mir schon mein eigenes Bild von den Figuren gemacht. Als Addies kleiner Enkel Jamie einige Zeit bei ihnen verbringt, sind sie fast eine kleine Familie. Sogar eine Hündin nehmen sie für Jamie zu sich. Letztlich zeigt das Buch ein Stück US-amerikanischen Alltag. Der Roman ist kurz und gut lesbar, deswegen schnell durch. Ich werde Addie und Louis vermissen, hoffe jedoch, noch weitere Romane von Kent Haruf zu lesen. Unsere Seelen bei Nacht ist übrigens auch als Hörbuch, gelesen von Ulrich Noethen, erschienen.
Berührend und Realistisch
von Inge H. - 25.03.2017
Unsere Seelen bei Nacht - Kent Haruf Dieser in ruhiger Sprache geschriebene Roman ist ein Kleinod. Der Autor war mir kein Begriff, schade aber vielleicht finde ich noch mal etwas von ihm, er ist ja leider nicht mehr am Leben. Addie und Louis sind Nachbarn, beide Rentner und über 60 als Addie Louis bittet bei ihr zu übernachten, nur damit sie nicht so allein ist. Man kann sich ja vorstellen, wie sie in einer amerikanischen Kleinstadt erst mal zum Stadtgespräch werden. Louis Tochter und Addies Sohn sind auch nicht begeistert. Berührend wird es, als Addies Enkel JMIE eine Zeit bei ihr wohnt und an Alpträumen leidet. Zusammen mit Louis geht es dem Jungen langsam besser. Wunderschön sind die Ausflüge und Aktivitäten der Drei beschrieben. Ich konnte mich so richtig hineinfühlen. Der Roman ist sehr realistisch gehalten und ich war traurig, das der Roman so schnell durchgelesen war. Aber nur so ging es, es gab keine Längen. Für mich war es eine gute Lektüre und ich kann "Unsere Seelen bei Nacht" nur empfehlen.
Liebe und Würde
von D. Brown - 25.03.2017
Lieben in Würde ist für alte Menschen offenbar nicht gedacht. So erfahren dies Addie Moore und Louis Waters, seit Jahrzehnten Nachbarn, verwittet und einsam in ihren Häusern lebend. Bis eines Tages Addie genug hat vom Alleinsein, und Louis besucht um ihn einzuladen ihr nachts Gesellschaft zu leisten. So beginnt eine zarte Liebensgeschichte zwischen den beiden Alten , die sich sehr vorsichtig und rücksichtsvoll einander annähern. Nachts liegen sie beieinander in Addies Bett und erzählen sich gegenseitig ihre Lebensgeschichten. Die Beziehungen zu ihren verstorbenen Partnern, ihren Kindern und von ihrer Jugendzeit als das Leben noch voller Möglichkeiten war. Dabei entdecken sie, wie wenig man eigentlich über seine Nachbarn weiß oder auch wie wenig man seinen eigenen Lebensgefährten kennen kann. Sie verbringen wunderbare Zeiten miteinander, machen Ausflüge, besuchen Veranstaltungen, lauter Dinge die sie alleine nie tun würden. Eines Tages kommt Jamie, Addies Enkel über die Sommerferien zu Besuch, da Jamies Eltern sich getrennt haben und Gene, Addies Sohn, nicht weiß wo er Jamie sonst unterbringen kann. Jamie ist zu Beginn sehr verstört, doch Dank Addies und besonders Louis liebevoller Zuwendung und Aufmerksamkeit kommt er zur Ruhe, und beginnt die Zeit bei seiner Großmutter zu genießen. Jedoch ihr Ausbruch aus den gesllschaftlichen Konventionen der Kleinstadt in der sie leben, stößt bei vielen von Addies und Louis Bekannten und leider besonders bei Addies Sohn Gene auf Unverständnis und schließlich auch auf offene Ablehnung und Wut. Addie muß sich zwischen ihrer Familie und ihrer Liebe zu Louis entscheiden. Kent Haruf hat ein wunderschönes Buch über das was wirklich wichtig ist im Leben geschrieben. Höchst lesenswert!
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