Nichts weniger als ein Wunder

Roman. Originaltitel: Bridge of Clay. Deutsche Erstausgabe.
Buch (gebunden)
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Von Millionen Lesern sehnsüchtig erwartet - der neue große Roman vom preisgekrönten Autor des Weltbestsellers "Die Bücherdiebin".

Dies ist die Geschichte der fünf Dunbar-Brüder. Nach dem Tod der geliebten Mutter und dem Weggang ihres Vaters leben sie … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Nichts weniger als ein Wunder
Autor/en: Markus Zusak

ISBN: 3809027065
EAN: 9783809027065
Roman.
Originaltitel: Bridge of Clay.
Deutsche Erstausgabe.
Übersetzt von Alexandra Ernst
Limes Verlag

4. Februar 2019 - gebunden - 634 Seiten

Beschreibung

Von Millionen Lesern sehnsüchtig erwartet - der neue große Roman vom preisgekrönten Autor des Weltbestsellers "Die Bücherdiebin".

Dies ist die Geschichte der fünf Dunbar-Brüder. Nach dem Tod der geliebten Mutter und dem Weggang ihres Vaters leben sie nach ihren ganz eigenen Regeln. Sie trauern, sie lieben, sie hassen, sie hoffen und sie suchen. Nach einem Weg, mit ihrer Vergangenheit klarzukommen, nach der Wahrheit und nach Vergebung. Schließlich ist es Clay - angetrieben von den Erinnerungen an ihren tragischen Verlust -, der beschließt, eine Brücke zu bauen. Eine Brücke, die Vergangenheit zu überwinden und so sich selbst und seine Familie zu retten. Dafür verlangt er sich alles ab, was er geben kann, und mehr: nichts weniger als ein Wunder.

Portrait

Der Bestsellerautor Markus Zusak hat sechs Romane geschrieben, darunter »Die Bücherdiebin« und »Der Joker«. Seine von Publikum und Presse gleichermaßen gefeierten Bücher sind in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Er lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Sydney.

Leseprobe

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Pressestimmen

"Dass Zusak ein begnadeter Geschichtenerzähler ist, beweist er nun endlich nicht nur auf der Bühne, sondern wieder mit einem neuen Roman." Brigitte

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - RezensionBesprechung vom 09.05.2019

Schreibmaschine und Schlangenknochen

Zum Kern der Zwiebel: Der australische Autor Markus Zusak ließ die Leser 14 Jahre auf den Nachfolger seiner "Bücherdiebin" warten. Es hat sich gelohnt.

Ein Mann schleicht sich in das Haus in einer Siedlung an der Peripherie von Sydney, in dem er früher einmal glückliche Jahre verbracht hat. Sonderlich erwünscht ist er dort nicht, und als seine fünf Söhne aus ihren Zimmern kommen und den fremd gewordenen Vater mustern, fehlt nur noch ein Funken zur Explosion: Wut auf den Mann, der nach dem Tod der Mutter einfach gegangen ist und seine Söhne, die meisten von ihnen Teenager oder noch jünger, alleingelassen hat, Wut auf all die Jahre, in denen Lebensträume der Jungen zerstoben sind, weil die Verhältnisse danach waren, und schließlich Wut auf das Schicksal, das ihre Mutter an Krebs erkranken ließ.

Nun steht der Vater vor ihnen und bittet um Hilfe. Er lebt inzwischen auf dem Land, in unmittelbarer Nähe eines ausgetrockneten Flussbetts. Bei starkem Regen wird es einen reißenden Strom in sich führen, eine Brücke muss her, und allein kann sie der Vater nicht bauen. Seine Söhne, die ihn unter sich den "Mörder" nennen, setzen ihn brüsk vor die Tür.

Doch die Brüder - der zwanzigjährige Matthew, es folgen Rory, Henry, Clay und der dreizehnjährige Tommy - kennen einander zu gut, um die Sache mit diesem Rauswurf für abgeschlossen zu halten. Einer von ihnen, der erstaunliche Clay, wird ausscheren, den verfemten Vater aufsuchen, mit ihm zusammen Fachbücher studieren und Bauzeichnungen anfertigen, das Fundament ausheben und schließlich das Werk vollenden, gerade noch rechtzeitig, bevor das Wasser kommt. Und trotzdem den Boden unter den Füßen verlieren.

Der australische Autor Markus Zusak, Jahrgang 1975, der mit seinem 2005 erschienene Roman "Die Bücherdiebin" auch hierzulande bekannt geworden ist, hat sich mit dem Folgeroman viel Zeit gelassen: Erst im Herbst des vergangenen Jahres ist "Bridge of Clay" im Original erschienen, die deutsche Übersetzung liegt seit kurzem unter dem Titel "Nichts weniger als ein Wunder" vor, wohl weil das Wortspiel des Originals - "Lehmbrücke", aber auch "Clays Brücke" - nicht übersetzbar ist. Und während "Die Bücherdiebin" vom Tod höchstselbst erzählt wird, der den Werdegang eines Mädchens in einer deutschen Kleinstadt mitten im Zweiten Weltkrieg schildert, die Verluste ihrer Angehörigen registriert und sie schließlich viele Jahrzehnte später als alte Frau zu sich nimmt, ist hier der älteste Brüder der Erzähler.

Matthew berichtet aus weitem Abstand, ein gutes Jahrzehnt nach der kurzen Rückkehr des Vaters. Er schildert, unter welchen Umständen er erzählt und wie er dafür erst einmal das Haus in einer entfernten Stadt aufsucht, in dem sein Vater aufwuchs und einst im Garten die Schreibmaschine seiner Mutter vergrub, zusammen mit ein paar Hundeknochen sowie den Überresten einer Schlange - die überraschten jetzigen Bewohner verlangen dafür von ihm, dass er nicht nur das Schreibgerät, sondern auch die Knochen mitnimmt.

Er kommt mühsam in Gang, betont immer wieder, dass er gerade erzählt und eben nicht einfach seinem Erinnerungsstrom folgt, und ein Gegenüber wird erwähnt, für das er all dies berichte, ein ungenannter Zuhörer, dem manches offenbar bekannt ist, das Matthew daher übergehen kann, und dem der Erzähler andererseits manche Dinge ausdeuten muss, die er nicht falsch interpretiert sehen will. Die Chronologie ist auf den ersten Blick verworren und auf den zweiten durchaus strukturiert, wenn auch eigenen Gesetzen folgend, und dass Matthew am Ende all diese Fäden zusammenbindet, gleicht tatsächlich einem Wunder: an Bewältigung einer erzählerischen Aufgabe ebenso wie eines Gruppenschicksals, das mehr als einmal die schlimmstmögliche Wendung genommen hat.

Der Blick geht weit zurück, nach Europa im letzten Jahrzehnt des Kalten Krieges, als dessen Ende noch nicht abzusehen war und eine junge polnische Pianistin namens Penelope von ihrem Vater in die Emigration geschickt wird, was sie schließlich nach Australien führt. Ein Klavier, das sie kauft und das falsch zugestellt wird, bringt sie in Sydney - der Name der Stadt wird im Buch nicht genannt, ist aber leicht erschließbar - mit ihrem späteren Mann zusammen, der von seiner ersten Frau verlassen wurde, ein Versehrter auch er. Fünf Söhne werden geboren, drei Jahre lang kämpft die Mutter gegen den Krebs, während ihre Söhne in die Schule gehen, einander stützen und bezanken, sich verlieben, um Geld wetten und immer um Normalität ringen in einem Haus, über dem ein Schatten liegt.

All dies erzählt Matthew in konzentrischen Kreisen, in deren innerstem der Moment liegt, in dem die Mutter stirbt, etwas also, das Schicht um Schicht freigelegt werden muss. "Eine tragische Bruchbude von einer Familie", so nennt Matthew sich und seine Brüder schon früh im Roman und schreibt, dass sie miteinander aussahen "wie Pokale für Zweitplatzierte" - wie es dazu gekommen ist, erzählt er viel später. Und wenn anfangs des Romans das Leben in der Rumpffamilie ohne die Eltern noch einigermaßen funktioniert, dann wird im Verlauf immer deutlicher, wie sehr der zusätzliche Verlust des Vaters die Jungen erschüttert, verstört und erzürnt: "Von unserem Vater erhofften wir uns Hoffnung, glaube ich. Mut und Geborgenheit, wir hofften, dass er uns einen nach dem anderen umarmte und uns wieder aufrichtete. Aber nichts dergleichen geschah." Stattdessen zieht er sich immer weiter zurück, verschwindet vor ihren Augen, "langsam, Stück für Stück". Als er dann eines Morgens auch physisch abwesend ist, zieht Clay, der Zweitjüngste, jeden Morgen barfuß los, um ihn zu suchen.

Es ist sehr leicht, das Buch manieriert, aufgeblasen und effekthascherisch zu finden, die Symbolik des Brückenbaus bemüht oder die Worte der Hebamme bei Clays Geburt ("Herr Jesus!", ruft sie aus) allzu vorausdeutend auf die erlösende Rolle, die der Junge spielen wird. Weiter kommt man, wenn man den nicht zufällig anfangs so genau geschilderten Schreibprozess vor Augen behält, das Bemühen Matthews also, eine Vergangenheit zu bewältigen, die ihn zu Beginn seiner Arbeit zu erdrücken droht. Er sucht und wägt die passenden Worte dafür, spürt im Chaos der Unfälle und Katastrophen einem möglichen Sinn nach und weiß, dass er dabei nur Angebote machen kann, dass es also seinem Gegenüber innerhalb des Romans ebenso wie dem Leser überlassen bleibt, diese Angebote anzunehmen oder auszuschlagen.

Trost finden er, seine Geschwister, seine Eltern und sogar sein Großvater in den Epen Homers, die Penny ihren wilden Jungen vorliest. Wozu aber ein Erzähler in der Lage ist, der damit aufwächst, führt der Roman auf glänzende Weise vor.

TILMAN SPRECKELSEN

Markus Zusak: "Nichts weniger als ein Wunder". Roman.

Aus dem Englischen von Alexandra Ernst. Limes Verlag, München 2019. 640 S., geb.

© Alle Rechte vorbehalten. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, Frankfurt.
Bewertungen unserer Kunden
Großartiges Erzählepos mit außergewöhnlicher sprachlicher Fingerfertigkeit
von Lesendes Federvieh - 17.03.2019
Nach dem Tod ihrer Mutter Penelope und dem Fortgang ihres Vaters leben die fünf Dunbar-Brüder nach ihren eigenen Regeln in ihrem Haus in der Archer Street. Jeder einzelne von ihnen trauert, liebt, hasst und sucht, in der Hoffnung mit der Vergangenheit abzuschließen, die Wahrheit zu finden und zu vergeben. Der Zweitjüngste ist es schließlich, der angetrieben von Erinnerungen an ihren tragischen Verlust den Stein ins Rollen bringt, indem er beschließt eine Brücke zu bauen. Eine Brücke, die aus ihm gemacht ist, die Vergangenheit überwindet und einen Versuch wagt die Familie zu retten - nichts weniger als ein Wunder. Nach dem riesigen Erfolgt des Weltbestsellers Die Bücherdiebin mussten wir einige Jahre auf ein weiteres Buch aus der Feder von Markus Zusak warten, doch nun ist sein neues Meisterwerk der Erzählkunst endlich da. Es bedurfte nur weniger Worte und schon hatte mich Nichts weniger als ein Wunder vollkommen in seinen Bann gezogen. Die Geschichte beginnt mit einem Anfang von vielen, einem alten Klapperkasten, einer Schlange, einem Hund und nicht zuletzt mit Matthew, dem ältesten der fünf Dunbar-Brüdern, der aus der Ich-Perspektive die Geschichte seiner Familie und vor allem die seines Bruders Clay erzählt. Es ist eine mitreißende, hochgradig emotionale Geschichte von Verlust, Trauer und Schuld aber auch von Neuanfängen, Hoffnung und Liebe, sie handelt vom Brückenbauen, Pferderennsport und nicht zuletzt von Familie und Zusammenhalt. All das ist mit außerordentlicher sprachlicher wie erzählerischer Fingerfertigkeit fein in einen Kokon eingewoben, dessen umhüllender Wärme man nur äußerst ungern verlässt. Markus Zusak ist wahrlich ein Meister der Metaphern, was er mehrmals eindrucksvoll unter Beweis stellt. Meine persönliche Highlights waren jedoch die unnachahmlichen Szenenwechsel, die eine ungeheure Faszination auslösten, denn beinahe schon fließend gelingt die Überleitung von einer Ebene der Vergangenheit in die nächste. Im einen Moment beschreibt Matthew die helle Röte des abgehusteten Blutes, welches sich als Warnzeichen für die sich verschlimmernde Krankheit der Mutter abzeichnete, nur um darauf den Wert seines Blutes mit dem ihren zu vergleichen, das er in einer zugleich sinnlosen wie unumgänglich wegweisenden Prügelei vergossen hatte. Er erkennt die Poesie in den alltäglichen Dingen und drückt diese in glasklarer Sprache aus, so wird Penelopes Vater, die Statue von Stalin, nicht einfach nur äußerlich alt, sondern sein Schnurrbart nahm die Farbe von Asche an. (S. 86). Oder auch die Beschreibung der letzten Minuten seiner Großmutter, auf deren Schreibmaschine Matthew die Geschichte der Dunbar-Brüder tippt: Sie war am Esstisch gestorben, vermutlich am späten Abend. Sie hatte gerade einen letzten Brief an eine Freundin getippt. Sieht so aus, als hätte sie ihn fertig geschrieben, ihre Brille abgenommen und den Kopf neben die Remington gelegt , sagte er. Es war traurig und schmerzhaft, aber wunderschön. Eine letzte tödliche Buchstabenfolge. Ein hart gesetzter Schlusspunkt. (S. 274). Die überwältigend treffsichere Präzision, die jeder Formulierung, jedem Wort innewohnt, ist von erstaunlicher Eindringlichkeit und brennt sich ins Gedächtnis ein. Bemerkenswert sind auch die unvorhersehbaren Wege, die die Erzählung geht, denn es ist nicht bloß die Geschichte von fünf Brüdern, deren brutale wie liebenswürdige Kabbeleien herrlich amüsant und rührend zu lesen sind, vielmehr fließen zahlreiche Handlungsstränge von Penelopes Flucht aus Osteuropa über Careys Faszination für den Pferderennsport bis hin zu Clays zunehmender Begeisterung für den Brückenbau zusammen zu einer großartigen Erzählung, von der man sich wünscht, sie würde nie zu Ende gehen. Nichts weniger als ein Wunder ist ein zeitloses wie großartiges Erzählepos über die fünf Dunbar-Brüder, von denen einer auszog, um in vielerlei Hinsicht eine Brücke zu bauen. Mit außergewöhnlicher erzählerischer sowie sprachlicher Fingerfertigkeit hat sich Markus Zusaks Geschichte von Verlust, Zusammenhalt, Hoffnung und Neuanfängen geradewegs in mein Regal der Lieblingsbücher geschrieben.
Großartig, anders und bewegend
von vielleser18 - 26.02.2019
Was für ein Buch, was für eine bewegende Geschichte! Gerade beendet und noch nasse Augen. Mitreißend erzählt von Markus Zusak mit Worten, wie gemalt, so phantasiereich und ausdrucksstark. Erzählt wird die Geschichte der fünf Dunbar-Brüder und die ihrer Eltern Penny und Michael. Abwechselnd springt die Story immer wieder hin und her zwischen Vergangenheit,als die Eltern jung waren, dann in die Zeit vor dem Tod von Penny, sowie in die Zeit, als einer der Jungs eine Brücke baut. Der Aufbau der Geschichte ist schleifenartig, immer wieder ein neuer Faden, der sich um die Mitte, um die Dunbar-Brüder (und vor allem um Clay, einen der Brüder) windet. Anfangs ist man als Leser etwas überfordert, etwas ratlos, aber immer neugierig. Und je mehr man liest, desto mehr erfährt man, desto mehr nimmt einen das Schicksal der Dunbar-Familie gefangen.Das geniale dabei ist, dass diese einzelnen Fäden, die der Autor mit seiner Geschichte spinnt, allesamt am Ende zu einem dicken emotionalen Strang gewunden werden. Es klingt banal, wie ich es hier zusammenfasse, denn es ist eine tragische, aber trotzalledem wirklich wunderschöne Geschichte, voll mit Emotionen. Ruhig trägt der Autor Episoden wie beim Brückenbau Stein für Stein, Ereignis für Ereignis, zusammen und erst gegen Ende enthüllt sich das komplette Bild. Viele Ereignisse, aber auch die wichtigen Kleinigkeiten füllen dieses Buch mit Leben und Gefühlen. Jedem, der es auch lesen möchte, rate ich jedoch am Anfang durchzuhalten, es braucht ein bisschen um hinein zu kommen in diese Geschichte, aber auch sich mit dem Erzählstil anzufreunden. Wenn man allerdings die ersten Hürden genommen hat, dann ist es man gefesselt und euphorisiert, was Zusak mit Wörtern alles auszudrücken vermag und was für eine Geschichte dahinter steckt. Man fühlt mit und man meint beim Lesen alles zu spüren und mit zu erleben. Diese Sprachgewalt hat mich auch oft innehalten und den doppelten Boden in diversen Sätzen bewundern lassen. Ein großartiges Buch, anders als der Bücherdieb, aber wieder eines, bei dem man am Ende noch lange über diese Geschichte nachsinnt.
Tiefgründig, emotional und grandios geschrieben
von Kittys Kiste - 16.02.2019
Nachdem die Mutter gestorben ist und ihr Vater sie verlassen hat, müssen die fünf Dunbar-Brüder auf eigenen Beinen stehen. Matthew, der Älteste, übernimmt die Verantwortung für seine jüngeren Geschwister und doch herrscht das Chaos. Bis irgendwann der Vater der Jungs plötzlich wieder in deren Leben auftaucht, mit einer Bitte, die sie nur allzu gerne ausschlagen. Alle, außer Clay, dem vierten der Brüder, der sich kurz darauf aufmacht, eine Brücke zu bauen. Dieses Buch ist eine Wucht, eine Wucht aus Erzählkunst und Emotionen! Vielen vielen lieben Dank an den Limes Verlag, dass ich diesen wunderbaren Roman als Rezensionsexemplar lesen durfte. Mir wird die Geschichte über die fünf Dunbars ganz sicher nicht so schnell aus dem Kopf gehen, wenn überhaupt irgendwann. Wie schon bei Die Bücherdiebin beweist Markus Zusak mal wieder, dass er einen außergewöhnlichen und sehr kreativen Erzählstil hat. Stellte im vorgenannten Buch noch der Tod den Erzähler dar, so ist es hier Matthew, der älteste der Brüder, der über das Schicksal seiner Familie berichtet. Dabei ist der Schreibstil eine Explosion aus Metaphern, Personifikationen und allen möglichen rhetorischen Mitteln, also recht anspruchsvoll. Dennoch lässt sich dieser Roman super gut lesen und man fliegt einfach nur so durch die Seiten, was auch an den recht kurzen Kapiteln liegt. Die Geschichte scheint im ersten Moment wie das reinste Chaos und bis zum Ende bleibt es auch dabei. Dennoch merkt man mit der Zeit, dass dieses Chaos genau das widerspiegelt, wofür die fünf Dunbars stehen, nämlich für ihre Rebellion, das Leid und die innere Gebrochenheit, aber auch für die Liebe untereinander und den Zusammenhalt. Außerdem ergibt alles am Ende einen Sinn. Und immer wieder diese Tiefgründigkeit, verpackt in witzige, aber auch tief traurige Situationen, diese Liebe zum Detail, ohne dass es langweilig wird und die Vielzahl an verschiedenen Themen, die dieses Buch anspricht, sei es Familie, Tod, Liebe, Sport, Musik oder Kunst. Alles passt so gut ineinander und ergibt eine Geschichte, die zwar relativ ruhig erzählt ist, mich aber dennoch absolut in ihren Bann ziehen konnte. Ich habe die Dunbar-Brüder lieb gewonnen, mit ihnen gelacht, gelitten und sie angefeuert, wenn sie sich mal wieder etwas vorgenommen haben, egal wie kurios ich es auch fand. Ich habe ihre Geschichte so gern verfolgt, dass ich noch hätte ewig weiter lesen können und ich habe irgendwann ganz vergessen, dass es dort oder da ein paar Kleinigkeiten gab, die mir nicht so gut gefallen haben. Bleibt nur noch meine Meinung zu den Charakteren in diesem Roman. Und was soll ich sagen? Ich fand sie grandios. Jeder einzelne der fünf Jungs war einzigartig und liebenswert, egal wie durchgeknallt und eigenartig er auch war. Außerdem fand ich alle Charaktere in diesem Buch wahnsinnig realistisch und nachvollziehbar geschrieben. Bleibt also nicht viel mehr zu sagen, als dass dieses Buch schon jetzt ein Jahreshighlight für mich ist und es wohl schwer werden wird, diese Geschichte noch zu toppen. Manchmal muss man halt auch zwischen den Zeilen lesen und sich ganz und gar in eine Geschichte fallen lassen. Genau das trifft auf diese hier zu. Eine absolute Leseempfehlung!
Die fünf Söhne der Penny Dunbar
von bootedKat - 11.02.2019
Sie sind schon ein etwas merkwürdiger Haufen, die fünf Dunbar Brüder Matthew, Rory, Henry, Clayton und Thomas. Ohne ihre Eltern, allerdings mit einigen ungewöhnlichen Haustieren, leben sie auf dem Hinterhof einer Pferderennbahn. Manche bezeichnen sie als Rabauken, was die Sache vielleicht am besten trifft. Dabei stecken hinter der rauen Schale vor allem fünf Jungen, die ihren Vater vermissen, der sie nach dem Tod der Mutter allein gelassen hat. Eines Tages wird es dem vierten Dunbar-Bruder Clay zu viel und er beginnt eine Brücke zu bauen. Physisch und metaphorisch. Man könnte es sich leicht machen und "Nichts weniger als ein Wunder" typisch Markus Zusak nennen. Das würde der Geschichte aber nicht gerecht. Schon allein deshalb nicht, weil Zusak selbst sagt mehr als acht Jahre an dem Werk gearbeitet zu haben. Die Erzählung ist geschickt konstruiert. In zehn Abschnitten mit verschiedenen Unterkapiteln setzt sich die Handlung aus verschiedenen Episoden zusammen. Die Erzählerstimme gehört dabei zum ältesten Bruder Matthew, der rückblickend zwei Vergangenheiten erzählt: Zum einen von der Zeit als Clay beschließt eine Brücke zu bauen, zum anderen aus dem Leben der Mutter, bevor sie geheiratet hat. Tod und Verlust sind (wieder einmal) die zentralen Themen in Markus Zusaks Roman. Demgegenüber stehen Themen wie Familie, Zuhause und Geborgenheit. Der Autor macht deutlich, wie eng die Dunbar-Brüder aufgrund ihrer Erlebnisse miteinander verbunden sind, auch wenn ihr Umgang miteinander oft rau ist. Die Geschichte ist dabei auch stilistisch etwas anspruchsvoller, die Wechsel zwischen den Ereignissen um Clay und der Vorgeschichte der Mutter sind fließend. Die Satzkonstruktionen sorgen vor allem zu Beginn der Erzählung dafür, dass man ein wenig genauer hinschauen muss. Wer sich darauf allerdings einlässt, der wird mit einer einfühlsamen Geschichte belohnt, bei der das eine oder andere auch mal zwischen den Zeilen steht.
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